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Gedichte von Donald Rumsfeld: Der Meister des Enjambements

Donald Rumsfeld, Ausschnitt

Beim Verfassen des Beitrags Kochrezepte als Lyrik musste ich wieder an die herrlichen telepolis-Artikel zu den "Gedichten" von Donald Rumsfeld denken (die eigentlich gar nicht als Gedichte gedacht waren). Mit Unterrichtsvorschlag/Arbeitsblatt.

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Eingetragen am 04.02.2007, 11:47 Uhr in Deutschunterricht | Lyrik |

3 x kommentiert, 143 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

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Wie man als Deutschlehrperson weiß, lassen sich sämtliche Prosatexte in Lyrik umwandeln, indem man die Zeilen umbricht und damit Zeilensprünge (“Enjambements”) erzeugt. Dies macht man sich im Unterricht gerne zu Nutze, um unwilligen SchülerInnen mögliche Effekte dieses Mittels nahe zu bringen (siehe z.B. diese Arbeitsblätter zur Lyrik oder das Arbeitsblatt am Ende dieses Beitrags). So lässt sich letztendlich jeder Prosatext allein durch Einfügen von Zeilenumbrüchen in Lyrik transformieren:

So lässt sich
letztendlich
jeder Prosatext
allein durch
Einfügen von Zeilenumbrüchen in Lyrik
transformieren.

Natürlich sind die Ergebnisse - wie im aktuellen Beispiel - zwar immer irgendwie lyrisch, aber nicht immer wirklich über sich hinausweisend. Bei den Worten Donald Rumsfelds ist das anders. Ganz anders.

Auf telepolis.de finden sich dazu zwei wahnsinnig witzige (und durchaus hintergründige) Artikel: Gedichte von Donald Rumsfeld (08.04.2003) und Was wir nicht wissen, wissen wir nicht (02.12.2003).

Das Internetmagazin Slate hatte genialerweise entdeckt, dass “Rummy”, womöglich ohne es zu wissen, der geborene Dichter ist. Nichts wurde gestrichen oder hinzugefügt, lediglich durch das Ändern des Zeilenumbruchs entstehen aus den Auszügen Gedichte, die laut Slate eines William Carlos Williams oder eines Frank O’Hara würdig seien.

telepolis 08.04.2003 Gedichte von Donald Rumsfeld

Gelobt werden Rumsfelds “‘jazzige, improvisierte Riffs’” - und durchaus:

The Unknown
As we know,
There are known knowns.
There are things we know we know.
We also know
There are known unknowns.
That is to say
We know there are some things
We do not know.
But there are also unknown unknowns,
The ones we don’t know
We don’t know.

Donald Rumsfeld, 12. Februar 2002 Pressekonferenz des Verteidigungsministeriums

Oder das hier:

A Confession
Once in a while,
I’m standing here, doing something.
And I think,
“What in the world am I doing here?”
It’s a big surprise.

Donald Rumsfeld 12. Mai 2001, aus einem Interview mit der NY Times


Arbeitsblatt: Lyrisierung von Äußerungen Rumsfelds

DIe beiden oben genannten Texte finden Sie hier als Arbeitsblatt (pdf). Lassen Sie die SchülerInnen (Sekundarstufe II) nach Behandlung des Enjambements die Texte in Gedichtform bringen (Änderung der Groß- und Kleinschreibung ist erlaubt). Anschließend werden in Kleingruppen die Ergebnisse verglichen und die “besten” Gedichte ausgewählt und vorgetragen. Woran liegt es, dass einige Umsetzungsformen besser klingen als andere? Nicht vergessen sollte man - wie immer beim Lyrikunterricht -, dass “gut” und “schlecht” in diesem Zusammenhang äußerst subjektive Kategorien sind.
Zum Schluss legt die Lehrperson die Folie mit Lösungsvorschlägen (pdf) auf; diese Gedichtvarianten werden besprochen und interpretiert.


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3 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) mäggi meinte am 11.02.2007, 13:21 dazu:
" 

herrlich

(#2) Gedichte Treff meinte am 09.04.2007, 2:30 dazu:
" 

Hehe, wie treffend in dem Telepolis Artikel beschrieben: “Rummies jazzige, improvisierte Riffs…”. Einfach köstlich!

(#3) Db meinte am 04.11.2008, 21:28 dazu:
" 

Morgen (05.11.08) ist die US-Wahl (vielleicht…) entschieden. Wer Spaß am Spiel mit (englischer) Sprache hat, kann die floskelhaften Kandidaten-Duelle jetzt selbst erzeugen - oder Rumsfeld-ähnliche Gedichte erklingen lassen:

http://www.slate.com/id/2202493/

Das rote und das blaue „Soundboard“-Gitter enthalten Knöpfe, mit denen man O-Töne von McCain und Obama einspielen kann. Z.B.: „Is that a pizza place?“ (blau / McCain) – „The answer would be no” – “Should I be at home baking cookies?” (Obama / rot)

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