Lehrer-Arbeitszeit im internationalen Vergleich
In Deutschland unterrichten Lehrer/innen mehr als Lehrer/innen in anderen OECD-Ländern, verdienen allerdings auch mehr. Ein ausführlicher Vergleich der Lehrerarbeitszeiten in verschiedenen Ländern unter Berücksichtigung der Verdienststruktur.
Neben der Rangliste der Lehrergehälter im internationalen Vergleich finden Sie hier eine Rangliste der Arbeitszeiten, die sich ebenfalls der Ergebnisse der OECD-Studie Education at a Glance 2007 orientiert (Details im Lehrergehälter-Beitrag).
Vergleich der Lehrerarbeitszeiten in der OECD (2005) - Grafik
Das Diagramm zeigt Arbeitszeiten und Jahresgehälter und bezieht sich auf Lehrkräfte der Sekundarstufe I, die bereits 15 Jahre unterrichten. Die Beschränkung auf Schulform und Gehaltsstufe erfolgt aus Gründen der Übersichtlichkeit. Mehr Informationen dazu unter OECD-Studie 'Education at a Glance 2007' (pdf), S. 402). Die Gesamtstatistik finden Sie als auf Blatt D4.1 der Excel-Tabelle "Arbeitszeiten der Lehrer" der OECD (xls).
- Der grüne Balken zeigt das Gehalt nach 15 Jahren Dienst (Sekundarstufe I, brutto, in Euro, wie im Lehrergehälter-Beitrag dargestellt).
- Der rote Balken zeigt die Unterrichtsstunden pro Jahr in Zeitstunden. Für Deutschland bezeichnet die Zahl 758 damit, dass (bei 193 Arbeitstagen/Jahr, siehe Tabelle unten) pro Tag 4 Zeitstunden und damit 5.3 Unterrichtsstunden a 45 Minuten unterrichtet werden.
- Der purpurne Balken zeigt die Präsenzzeiten in der Schule (Unterrichtszeit + Anwesenheitszeit). Allerdings liegen hier für viele Länder keine Werte vor (wenn es dort z.B. keine festgelegten Präsenzzeiten gibt).
- Der blaue Balken zeigt den Quotienten aus Unterrichtsstunden und Verdienst. Es handelt sich dabei um eine virtuelle Größe, die dazu dient, die Rangliste festzulegen (s.u.).

Sortierung der Rangliste
Je länger der grüne und je kürzer der rote Balken, desto vorteilhafter sind die Arbeitsumstände (vulgo: Mehr Kohle für weniger Arbeit.). Wir errechnen daraus den Verdienst pro gehaltener Unterrichtsstunde (blauer Balken) und sortieren die Tabelle danach. So verdienen in Finnland die Lehrer/innen unter dem OECD-Schnitt, haben aber auch unterdurchschnittlich wenig Unterrichtsstunden zu leisten.
Unbedingt gilt es zu berücksichtigen, dass in vielen Ländern Präsenzaufgaben festgelegt sind. Für die Rangliste stellt sich damit die Frage: In welchem Maße können diese Anwesenheitszeiten für Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitung genutzt werden? In Dänemark z.B. liegt der Verdienst-Unterrichtszeit-Quotient deutlich über dem OECD-Durchschnitt, allerdings sind hier 1300 Anwesenheitsstunden im Jahr angesetzt (=zusätzliche 660), in der u.a. Betreuungsaufgaben übernommen werden (LEU 2001: Ganztagesklassen, Ganztagesschulen, Ganztagesangebote im Ländervergleich).
In der Tabellensortierung sind diese Anwesenheitszzeiten nicht berücksichtigt. Damit rückt ein Land mit hohen Präsenzzeiten in der Tabelle (deutlich?) nach unten.
Lehrer/innen der BRD halten viele Unterrichtsstunden
Der OECD-Schnitt liegt bei 707 Unterrichtsstunden pro Jahr; in Deutschland werden 758 (=7% mehr) unterrichtet. Das entspricht (umgerechnet auf 45-Minuten-Stunden) einem Deputatsunterschied von knapp 2 Stunden/Woche (27 statt 25). Allerdings liegt die Bezahlung auch deutlich über dem OECD-Schnitt, so dass Deutschland bezüglich des auf Unterrichtsstunden umgerechneten Verdiensts sehr vorteilhaft dasteht.
Gute Arbeitsumstände in Finnland, Österreich und Holland
In Finnland und Österreich verdienen Lehrpersonen unter dem Durchschnitt, arbeiten dafür auch deutlich weniger (ca. 4 Deputatsstunden, umgerechnet auf 45-Minuten-Stunden). In den Niederlanden arbeitet man fast so viel wie in Deutschland, verdient aber weniger; dennoch reicht es für einen überdurchschnittlichen Platz im OECD-Ranking.
Frankreich, Italien, Tschechei, Ungarn: Viel Arbeit für wenig Geld
In Italien und Frankreich liegt der Lohn pro Unterrichtsstunde deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Ganz finster wird es in Tschechien und Ungarn: Hier arbeitet man für etwa die Hälfte des deutschen (Unterrichts-)Stundenlohns.
Nicht vergessen: Anzahl der Unterrichtsstunden ist nicht gleich Gesamtarbeitszeit
Für die Nicht-Lehrpersonen: Wenn eine Lehrer/in in Deutschland im Jahr 758 Stunden (=1010 Unterrichtsstunden 45 Minuten) arbeitet, der Durchschnitt in Deutschland aber bei 1433 Stunden (Jahr 2006 und 2007) liegt (bpb: Arbeitszeit), dann müssen zu den Unterrichtsstunden noch Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen usw. gerechnet werden. Damit haben LehrerInnen in der BRD pro gehaltener Unterrichtsstunde 24 Minuten Zeit für Vorbereitung, Korrekturen, Elternabende usw., um den bundesdeutschen Durchschnitt zu erreichen. Allerdings verdienen LehrerInnen auch überdurchschnittlich (45.000 p.a. brutto vs. 26.000 p.a. brutto im bundesdeutschen Schnitt, wissen.de: Das verdienen die Deutschen), so dass ein entsprechender Mehraufwand zu rechtfertigen ist.
Tabelle: Lehrerarbeitszeiten im OECD-Vergleich - Arbeitswochen, Arbeitstage, Verdienst
Diese Tabelle zeigt für die verschiedenen Schulformen Arbeitszeiten und Gehalt für verschiedene Schulstufen (Stand 2005; 15 Jahre Berufserfahrung, Bruttogehalt in Euro, alle Angaben in Zeitstunden). Die Daten sind der Excel-Tabelle "Arbeitszeiten der Lehrer" der OECD (xls) (Blatt D4.1) entnommen. Dort finden sich weitere relevante Daten (z.B. Einstiegsgehälter), die hier der Übersichtlichkeit halber ignoriert wurden.
a = Kategorie trifft nicht zu
m = Daten liegen nicht vor
| Unterricht pro Jahr (in Zeitstunden) | Präsenzzeiten an der Schule (Stunden pro Jahr) | ||||||||
| Arbeits-wochen pro Jahr | Arbeits-tage pro Jahr | Primar-stufe | Sek I | Sek II | Primar-stufe | Sek I | Sek II | Verdienst | |
| Australien | 40 | 198 | 888 | 810 | 810 | 1209 | 1233 | 1233 | 39 |
| USA | 36 | 180 | 1080 | 1080 | 1080 | 1332 | 1368 | 1368 | 36 |
| Belgien (Fl.) | 37 | 180 | 806 | 720 | 675 | 931 | a | a | 36 |
| Belgien (Fr.) | 37 | 181 | 722 | 724 | 664 | a | a | a | 35 |
| Dänemark | 42 | 200 | 640 | 640 | 560 | 1306 | 1306 | m | 34 |
| Deutschland | 40 | 193 | 808 | 758 | 717 | a | a | a | 45 |
| England | 38 | 190 | a | a | a | 1265 | 1265 | 1265 | 38 |
| Finnland | 38 | 188 | 677 | 592 | 550 | a | a | a | 34 |
| Frankreich | 35 | m | 918 | 639 | 625 | a | a | a | 30 |
| Griechenland | 38 | 185 | 780 | 583 | 559 | 1500 | 1425 | 1425 | 28 |
| Irland | 33 | 167 | 915 | 735 | 735 | 1036 | 735 | 735 | 41 |
| Island | 36 | 180 | 671 | 671 | 560 | 1650 | 1650 | 1720 | 24 |
| Italien | 38 | 167 | 735 | 601 | 601 | m | m | m | 28 |
| Japan | 35 | m | 578 | 505 | 429 | a | a | a | 45 |
| Korea | 37 | 220 | 810 | 570 | 553 | a | a | a | 45 |
| Luxemburg | 36 | 176 | 774 | 642 | 642 | 1022 | 890 | 890 | 78 |
| Mexiko | 41 | 200 | 800 | 1047 | 848 | 800 | 1167 | 971 | 19 |
| Neuseeland | 39 | 194 | 985 | 968 | 950 | 985 | 968 | 950 | 32 |
| Niederlande | 37 | 180 | 930 | 750 | 750 | a | a | a | 40 |
| Norwegen | 38 | 190 | 741 | 656 | 524 | m | m | m | 31 |
| Österreich | 38 | 180 | 774 | 607 | 589 | a | a | a | 34 |
| Portugal | 36 | 171 | 855 | 564 | 513 | 855 | 616 | 564 | 28 |
| Schottland | 38 | 190 | 893 | 893 | 893 | a | a | a | 42 |
| Schweden | a | a | a | a | a | 1360 | 1360 | 1360 | 28 |
| Schweiz | m | m | m | m | m | m | m | m | 53 |
| Spanien | 37 | 176 | 880 | 713 | 693 | 1140 | 1140 | 1140 | 37 |
| Tschechei | 40 | 196 | 813 | 647 | 617 | a | a | a | 21 |
| Ungarn | 37 | 185 | 777 | 555 | 555 | a | a | a | 14 |
| OECD:Schnitt | 38 | 186 | 810 | 707 | 668 | 1171 | 1163 | 1135 | 36 |
Beitrag vom 19.10.2008, 22:25 | diesen Beitrag versenden
Aber Moment: Die Studie ist ja von der OECD, dann ist ja alles klar...
Und leistungsorientierte Jobs dürfte es wohl vor allen in der Privatwirtschaft geben, während ich mich selbst noch gut genug an meine Schulzeit erinnern kann, in der bekanntermaßen völlig inkompetente (und meistens abwesende) Lehrer nur deswegen gehalten werden mussten, weil sie verbeamtet waren. Die Dummen waren - und sind - die Schüler - und die Lehrer, die sich für das gleiche Geld engagieren und nicht gleich fragen, ob sie eine Stunde Mehrarbeit auch extra vergütet bekommen, wie offenbar Kollege Finn.
Seine hochgerechneten 4800€ * 12 sind also 57600€ pro Jahr (die meisten Lehrer bekommen als Beamte weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld oder andere Sonderzahlungen).
Das statistische Bundesamt hat Tabellen zum Jahresverdienst für die meisten Berufe:
https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1022619
Darin lesen wir (Werte für 2006):
Ein Industriemeister verdient ca. 56000€ im Jahr brutto.
Bankfachleute verdienen fast 54000€ im Jahr brutto.
Datenverarbeitungsfachleute verdienen fast 58000€ im Jahr brutto.
Kommen wir einmal zu den Berufen mit Hochschulabschluss (den braucht man als Lehrer, auch wenn das einige nicht glauben wollen).
Bei den Ingenieuren u.ä. schwankt es stärker: Bis über 75000€ für die Chemieingenieure und Chemiker, nur die Archtikten und Bauingenierue mit etwas über 54000€ müssen sich bescheiden.
Es handelt sich natürlich um Durchschnittswerte für Männer und Frauen zusammen.
Das kann natürlich alles im Einzelfall differieren, aber
WO BITTE IST DIE ÜBERBEZAHLUNG DER LEHRER UND LEHRERINNEN?
Gerade die mathematisch-naturwissenschaftlich fitten Schülerinnen und Schüler wissen das natürlich auch und meiden den Lehrerberuf. Woher kommt wohl der Mangel an qualifizierten Lehrern in diesen Fächern?
Und im Übrigen: Wenn also A 13 = rund 58.000 Euro in der Privatwirtschaft entspricht, dann haben Sie gerade selbst festgestellt, dass das im Schnitt der übrigen Berufe liegt. Gerade Chemiker herauszugreifen ist schon sehr ergebnisorientiert, und wenn Sie hier keine Promotion mitbringen, dann finden Sie idR gar keinen Job (hier kenne ich mich leider gut aus).
Im Übrigen ist Jobsicherheit als Beamter auch ein Gut, dass unbezahlbar ist.
Aber nochmal: Ob Lehrer über- oder unterbezahlt sind, dass will ich hier gar nicht beurteilen. Es geht mir nur um objektive Vergleiche. Und diese Studie ist es schlichtweg nicht, sie kann es gar nicht sein, denn Beamte ohne Sozialabgaben und Rentenversicherungspflicht + Beihilfe gibt es nur in Deutschland.
oooh, die armen verbeamteten Lehrer, bekommmen kein Weihnachtsgeld, schnüff.
Dafür können diese Leute auch regelmäßig krank feiern (was ja richtig ausgelebt wird), rechtzeitig nach Gründen suchen nach Frühpensionierung (Schülerallergie).
Die Gehälter sind für die abgelieferten Leistungen in vielen Fällen viel zu hoch.
Hier gehört ein Grundgehalt her von 35000 € mit einen Leistungsprogram (Nachhilfe von Schülern mit Lernschwierigkeiten NACH den regulären paar Stunden am Tag, natürlich gibt es auch Geld für Nachilfestunden die in den Ferien gegeben werden. Mein kleiner Sohn z.B. langweilt sich in den letzten beiden Ferienwochen wirklich sehr.
Hier könnte sich die Lehrerschaft mal richtig nützlich machen, nämlich den Stoff nachzuholen der wegen der vielen Fehlzeiten der Lehrer im Eiltempo durchgepeitscht wurde.
Viele liebe Grüße
SB
Sind Sie Bildungsexperte, oder woher kommt so viel unqualifizierter Neid in so wenig Text?
Wenn Sie es aber besser können: NOCH werden Quereinsteiger gesucht, bewerben Sie sich anstatt nur Sprüche zu klopfen!
@Finn:
Sie haben natürliche Recht damit, dass Ärzte es nicht immer leicht haben. Ärzte haben gegenüber Lehrer aber einen Vorteil: Wenn es ihnen in Deutschland nicht passt, können sie ins benachbarte Ausland gehen, wo sie gerne genommen werden (Großbritannien, Dänemark). Viele Lehrer würden das auch gerne machen, um unserem politisch-kaputtreformierten, ideologisch-durchsetzten und chronisch unterfinanzierten (wir geben weniger Geld für Bildung aus als der OECD-Durchschnitt) den Rücken zu kehren. Glauben Sie mir!
man sollte auch klar sagen, dass Stunde nicht gleich Stunde ist. Hier kommt es doch sehr stark auf das Fach an, das Alter der Schüler, die Größe der Klasse, die Mischung (Stadt <-> Land) usw.
Außerdem Zusatzaufgaben wir Klassenlehrer oder nicht.
An unserer Schule gibt es Lehrer mit vollem Deputat ohne Klassenlerherfunktion, andere haben bei 80% dagegen zwei Klassen.
Weiterhin gibt es Religionslehrer, bei denen der Unterricht völlig zusammenbricht, wenn der Videoraum ausnahmsweise mal von anderen Kollegen belegt ist ...
So eine Tabelle kann also bestenfalls ein Anhaltspunkt sein, aber nichts "beweisen".
ansonsten eröffnen sie bitte einen neuen
die wenigstens Juristen bekommen als Einstiegsgehalt 4500 Euro, das ist die absolute Minderheit. Der Schnitt liegt bei 3000-3500 Euro. Bin selbst Jurist und das trifft auf 90% aller meiner Studienfreunde zu. Nach ein paar Jahren sieht das natürlich besser aus. Aber auch ganz egal, denn Du machst einen kleinen, aber im Ergebnis bedeutsamen Fehler:
Die Juristen zahlen - wie alle anderen Arbeitnehmer auch - Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und bekommen auch keine Beihilfe zur privaten KV. Beamte zahlen all das nicht, weshalb A13 - also rund 3300 brutto Mitte 30 - zu rund 2600 Euro netto führen. Alle anderen Arbeitnehmer brauchen für dasselbe Netto aber 5000 Euro brutto. Ja, das ist tatsächlich so.
Womit Du Dir auch ausrechenen kannst, was Beamte mit 4500 Euro brutto dann netto herausbekommen, schätze mal 3600. Das verdienen in der Wirtschaft allenfalls Spitzenkräfte in Führungspositionen.
Gruß
Zwei kleine Anmerkungen:
Um als Lehrer auf 4500€ brutto zu kommen, muss man Studiendirektor (A15) werden, dass schaffen höchstens 10% aller Lehrer. Die meisten bleiben bei A13/A14, was bedeutet, dass es im Laufe des Berufslebens keine signifikanten Gehaltssteigerungen gibt.
Einem ledigen Beamten bezahlt die Beihilfe nur 50% der Krankheitskosten, den Rest muss er (gezwungenermaßen) privat versichern. Wo ist da der große Unterschied zu den gesetzlich Versicherten? Für alle, die das System nicht kennen: Würde sich der Beamte gesetzlich versichern, müsste er den vollen(!) Krankenkassenbeitrag zahlen, also ohne Arbeitgeberanteil, d.h. doppelt so viel wie "normale" Arbeitnehmer.
Das stimmt allerdings, die wenigsten Lehrer kommen am Ende auf A 15.
Im Ergebnis kann man es wohl so zusammenfassen: Das Einstiegsgehalt als Beamter (ob nun Lehrer oder nicht) ist mit A 13 im Vergleich zur Wirtschaft schon sehr beträchtlich, denn so gut wie niemand bekommt dort als Berufsanfänger 5000 Euro brutto (was das entspr. Äquivalent wäre).
Nach ein paar Jahren sieht bei den privaten Arbeitnehmers schon besser aus, wohingegen es die Lehrer da schwerer haben (jede Schule braucht schließlich nur einen Direktor). In Zeiten wie diesen wird aber auch in der Wirtschaft der Gürtel enger geschnallt und ein Aufstieg ist schwer geworden, und wenn, dann zu Arbeitsbeladtungen um die 60h/ Woche.
Sollte man es sich danach aussuchen wollen, wäre es die Abwägung zwischen gut versorgt aber wenig Entwicklungschancen, und mäßig versorgt bei besseren Chancen. Your choice is your half chance.
Gruß.
ich habe eine Studie gelesen in der 1. gesagt wurde , dass das Einstiegsgehalt von Juristen eben bei ca. 50000€ liegt ,kann's mir zwar selbst fast nich vorstellen aber ist angeblich so und 2. dass 90% aller Absolventen eines Jurastudium die NICHT Anwalt geworden sind (allerdings sind ca. 75% aller Absolventen Anwalt geworden) Beamte/Richter , die ebenso den Beitrag der Beihilfe bekommen. Ich mein's nicht böse aber die Studie wirkte sehr vertrauenserwekend und das Unternehmen , das sie durchgeführt hat ist auch relativ bekannt und groß , allerdings will ich keine Namen nennen !!!
Gruß.
50.000 kommt hin, wobei das auch nur die guten Absolventen als Einstiegsgehalt erreichen. Die Juristen, die ein mäßiges oder schlechts Examen hinlegen - by the way - der Großteil jedes Jahrgangs, bekommt oft weit weniger, hier sind 35000 durchaus normal. Wie gesagt, bin selbst Jurist und habe, denke ich, hier einen durchaus repräsentativen Bekanntenkreis, nach deren eigenen Erfahrungen und denen ihrer Kollegen dies so ist. Die Mär vom gutverdienenden Juristen ist eine. Heutzutage jedenfalls. Und von den unzähligen selbstständigen Einzelanwälten, die sich gerade so über Wasser halten, ganz zu schweigen.
Aber nimm mal die 50.000. Das sind also 4166 brutto im Monat, macht netto 2150. Bei 50+ Wochenstunden Regelarbeitszeit, gern auch am Wochenende (Normalfall bei Anwälten!). Ein Beamter bekommt als Einstiesgahlt 3100 Euro brutto (A 13) - was aber mangels Abzügen 2600 netto entspricht.
Das 90% aller Nicht-Anwälte Richter und Beamten sind, kann schlicht nicht sein, denn sehr viele Juristen arbeiten in nicht klassisch juristischen Tätigkeitsfeldern, zweifellos x-fach mehr als Beamte und Richter ausmachen. Sonst hätten wir bei der Menge an Juraabsolventen jedes Jahr auch eine Richter- und Beamtenschwemme.
Gruß
als , dass mit den 2600€ netto bei A 13 kommt (leider) nicht ganz hin . 3100€ bekommt man eh nur wenn man von der Besoldung des Bundes West besoldet wird , und selbst dann kommen ca. 2450€ netto minus ca. 200€ private KV wären also ungefähr 2250€ und ein Großteil der deutschen Lehrer (v.a. in den Bundesländer , wo das Studium NICHT mit dem Staatsexamen abschließt) werden eh schon nicht mehr verbeamtet ! Und dann wird "richtig wenig"
"50+ Wochenstunden Regelarbeitszeit, gern auch am Wochenende (Normalfall bei Anwälten!)" - ich kenne keinen Lehrer mit voller Stelle bei dem das nicht mindestens genauso aussieht ... (ich selbst bin übrigens "nur" angestellt und nicht verbeamtet).
darf ich fragen in welchen Bundesland du unterrichtest und für welche Schulform und Fächer ?
schon die Anpassung für das gleiche Geld in der A 11 in West und Ost bezahlt bekommen, wir liegen darunter und es ist erst für 2010 vorgesehen!
In Deutschland ist es ein weiter Weg bis zum "lockeren" Lehrerdasein, ein aufwändiges,teures Studium, allein 1 Jahr nur für das erste Staatsexamen,ein 2-jähriges Refendariat,bei mir Wartezeiten dazwischen mangels Angebot an Plätzen... In dieser Zeit (in der ich mit 2 naturwissenschaftlichen Fächern) kein faules Studentenleben hatte) habe ich kein Geld verdient, sondern Geld investiert und zwar 7 Jahre lang. Da verdienen die anderen europäischen Kollegen schon längst!
In wenigen Ländern werden Lehrer mit einer solchen Unmenge an "Nebenbei-Tätigkeiten" belastet wie in Deutschland und haben tragen eine solch breite Verantwortung: Verwaltungsaufgaben (tausende von Listen und Verteilerdiensten),Verkehrserziehung,Sucht-und Drogenprävention,ADHS-und Legasthenie-Problematik, Berufsvorbereitung,Erziehung und Aufklärung usw...für ALLES sind wir zuständig,aber ohne Unterstützung, angemessene Schulungsangebote oder Begleitung durch Fachleute von außerhalb innerhalb meiner Arbeitszeit.
Für mich stellt sich nicht allein die Frage, wie viel Zeit ich arbeite, sondern wie meine Arbeitszeit gestaltet ist! Es macht einen Unterschied,ob ich alle 45 Minuten meinen Arbeitsort wechseln muss, in den Pausen Aufsichten habe oder Absprachen mit Kollegen treffe, keinen Arbeitsplatz in der Schule habe, keine Möglichkeit,sich zwischendurch zurückzuziehen usw.
Welcher leitende Angestellte muss sich ständig sein Arbeitsmaterial auf eigene Kosten besorgen, sich darum kümmern,ob der OHP funktioniert und woher man eine Ersatzbirne bekommt,und für den Kaffee ist wahrscheinlich seine Schreibhilfe tätig usw! Alle Eltern erwarten,dass sich individuell um ihre Kinder gekümmert wird, d.h.ich habe ungefähr 150 Einzelschicksale ständig im Blick, auch wenn manche Eltern das nicht glauben wollen.Und ich manage den Unterricht für 9 verschiedene Klassen (hab Glück,nur 9,bin Klassenlehrerin), leite also parallel 9 verschieden Projekte (nur mal so als Vergleich für Leitende Angestellte). Eigentlich bin ich nie fertig,man könnte immer noch etwas mehr für den Unterricht tun! Genau das ist es ja das, was so anstrengend ist, denn mein Arbeitsplatz befindet sich zuhause, auch wenn ich ihn steuerlich nicht mehr absetzen darf! Im Übrigen finden große Anteile meiner Arbeit zunächst im Kopf statt, ich bin häufig intensiv gedanklich mit der Entwicklung von Unterricht beschäftigt, bevor du von meiner Arbeit überhaupt etwas siehst!
Wer heute den Lehrerberuf wählt,entscheidet sich nicht wegen des Geldes dafür - es gibt besser bezahlte akademische Berufe mit besseren Aufstiegsmöglichkeiten bei dem Maß an Eigenverantwortung,wie Lehrer es tragen, und vor allem mit einem höheren Ansehen in der Gesellschaft als hierzulande.
Deutschland leistet sich teuer und langwierig ausgebildete und gut bezahlte Beamte als Lehrer.
In der Lehrerschaft steckt für mich ein großes Potenzial, das man mit Geld gar nicht aufwiegen kann, und ich wünsche mir mehr Wertschätzung für diese Menschen, die Eltern in ihrer erzieherischen Arbeit unterstützen,für viele Jugendliche die einzige Orientierungshilfe sind und "ganz nebenbei" Bildung vermitteln! Wenn diese Anerkennung versagt wird,wenn Lehrer immer wieder für undifferenzierte Kritik und halbgare Bildungsexperimente herhalten müssen, wird es keinen Anreiz für den Nachwuchs geben, diesen Beruf zu ergreifen. Das finde ich schade, denn dieser Beruf macht Spaß, trotz all der unausgegorenen Neuheiten aus irgendwelchen Ministerien von berufsfernen Schreibtischtätern! Es ist ein kreativer und abwechslungsreicher Beruf, der mich immer wieder neu herausfordert,der nie langweilig wird, in dem ich es mit jungen Menschen zu tun habe, die neugierig sind, die sich schnell verändern und entwickeln...und in dem ich mit Kollegen zusammenarbeite,die genau für diese jungen Leute ein Herz haben!
Ich ziehe daraus das Fazit: Das Geld, das ich verdiene, (Bin voll berufstätig und bringe pro Monat 3000 Euro nach Hause), entschädigt mich nicht für das was ich leiste! Es ist die Begegnung mit Schüler,Eltern und Kollegen,die dazu führt, dass der Montag Morgen kein Moment der Tristesse ist, sondern dass ich meine Arbeit mit Freude mache!
Du hast natürlich vollkommen recht, aber du vergisst einen entscheidenden Punkt:
Es gibt mittlerweile in Deutschland eine richtige "Industrie" von Berufskritikern (Bildungs"experten", Journalisten, Bildungspolitiker usw.) deren EINZIGE Existenzberechtigung die Kritik am deutschen Schulwesen ist. Willst du die alle arbeitslos machen?
wenn man dann noch bedenkt, welch verblüfftes Gesicht ein leitender Angestellter machen würde, wenn man ihm regelmäßig die Arbeitszeit erhöhte, während er noch dabei ist, die Fenster an seiner Wirkungsstätte mit Klebeband winterdicht zu machen... ich kann es mir kaum vorstellen.
Ich kann dankbar sagen, dass mir an meinem häuslichen Arbeitsplatz eine verständnisvolle Hilfskraft zur Verfügung steht, die sich nur manchmal beklagt. Wann ich allerdings das letzte mal wirklich habe überlegt und pädagogisch wirken können, wie ich es mir bei der Berufswahl erträumt habe, danach frage ich lieber nicht.
auch wenn ich es selbst - da kein Lehrer, sondern angestellter Jurist - nicht wirklich beurteilen kann, glaube ich Dir, dass all das so stimmt und die Belastung massiv unterschätzt wird. Aber ich glaube, umgekehrt unterschätzt Du und einige andere Lehrer hier die Anforderungen in der Privatwirtschaft ebenso.
Ich kenne niemanden, der dort als Akademiker (darunter Juristen, Chemiker, Dipl-Ing.) unter 55 h arbeitet. Dazu kommt, dass fast jede Woche Dienstreisen anstehen, Abreise um 6 und Heimkunft um 22 Uhr. Die Angst und reale Gefahr, den Job zu verlieren, weil man die Anforderungen nicht erfüllt, ist nicht nur bei allen gegegben, sondern leider auch berechtigt. In diesen schweren wirtschaftlichen Zeiten mehr denn je. Und die Anforderungen, oder besser die so genannte Zielvereinbarung, wird jedes Jahr hochgeschraubt. Eine EIGENE Sektretärin hat fast niemand mehr, den ganzen Orgakram wie Dientreiseplanung muss jeder zudem schon lange selbst machen. Urlaub 28-30 Tage. Auch im Urlaub Erreichbarkeit für dringende Fälle. Die kurze Mittagspause wird regelmäßig für die Telefonkonferenz geopfert, und wenn nicht, die dann eben um 19 Uhr abgehalten, wenn etwas ruhiger ist. Abends um 10 von zu Hause aus Mails prüfen sowieso. Das Entscheidende dabei: Niemand, wirklich niemand den ich kenne bringt dabei 3000 Euro nach Hause - dazu müsste er ja 5700 brutto verdienen. Rechne das mal in DM um, nur so zum Spaß.
Kurz: Sicher muss ein Lehrer heute sehr viel leisten und hat eine Menge Verantwortung. Aber, angesichts der Bedingungen in der Privatwirtschaft bin ich mir sicher, wollte kaum ein verbeamteter(!) Lehrer wechseln. Gar keiner. Oder würdest Du all das für ein paar hundert Euro weniger auf Dich nehmen? Mal ehrlich?
Gruß
Ich will nicht behaupten, dass meine Meinung und meine Darstellung der Weisheit letzter Schluss oder so etwas wie eine all gemeingültige Wahrheit seien.
In meinem Bekanntenkreis sind mehrere Selbständige, leitende Angestellte, usw., die mit meinem Verdienst locker mithalten können.
Klar,Arbeitszeiten, die man abrechnen und vorwiesen kann,hast du eine ganze Menge. Und die Mechanismen der sogenannten freien Marktwirtschaft oder besser der Privatwirtschaft sind hart, ungerecht,unfair.Ich glaube, das ist nicht der Punkt.
Ich weiß von mir, dass ich meinen Beruf gern ausübe. Wie es in 5-10 Jahren ist,ob ich dann immer noch gerne auf Klassenfahrt gehe usw. ....darüber mache ich mir schon meine Gedanken.
Ich hätte keine Angst vor einem Wechsel,auch wenn es weniger Kohle dafür gäbe. Das Beamtentum hab ich nicht erfunden,ist total veraltet und überkommen, in Schleswig-Holstein ist der Wechsel zum Angestellten - Status der Lehrer nach kurzer Zeit gescheitert!
Leider hat ein Lehrer keine Alternative,es ist schlicht nicht möglich,mit unserer Qualifikation den Einsatzort einfach zu wechseln.
Spannend finde ich die Frage,ob du dir vorstellen könntest, täglich ab 7.45 Uhr vor ca 27-30 Schülern zu stehen, Abends mit Eltern zu telefonieren,in der Mittagspause Koordinationsgespräche mit Kollegen zu führen usw.? Weißt du,es sind ja nur Puzzleteile, die die meisten sich unter dem Berufsbild des Lehrers vorstellen können, weil sie selber mal zur Schule gegangen sind. Meine Sicht hat sich in den nun 11 Berufsjahren doch sehr verändert! Ich hätte mir selbst im Referendariat nicht vorstellen können,was es heißt, als Lehrer tätig zu sein -und das sage ich ganz ohne Jammern! Es ist - wie schon beschrieben - ein sehr vielfältiger, abwechslungsreicher und enorm kreativer Beruf,den ich momentan nicht gegen deinen tauschen möchte. Ich freue mich, wenn Menschen, Eltern,Schüler meine Engagement anerkennen und würdigen und wenn es in der Gesellschaft endlich mal zu einer veränderten Haltung diesem Berufsstand gegenüber käme. That's all.
Und: arbeite nicht so viel, genieß´den Tag und würdige das was du schaffst. Denn Leben und arbeiten kann schon Hand in Hand gehen
Gruß, hanna
Mal ehrlich?
o, ja, und noch ehrlicher, ich bin seit mehreren Jahren auf der Suche nach Alternativen. Warum wohl kündigen oder reduzieren unsere verheirateten Kollegen auf geringstmögliche Stundenzahl? Woher die 3000€ kommen, ist mir rätsel- und schleierhaft, ich habe nachgesehen, hier träumt jemand. Aber auch 55h, ein Traum!
Hi,Hcs,ich weiß nicht,wo du nachgesehen hast,ich weiß nur,dass ich meinen Lohnstreifen vor mir habe und nicht träume!
Ich hab ein volles Deputat, bin Lehrerin für das sogenannte gehobene Lehramt und von meinem Bruttogehalt von etwa 4100 bleiben 3000 Euro. davon gehen monatlich ca 300 Euro Krankenkassen plus Selbstbeteiligung (etwa 240 Euro im Jahr) ab. Versicherúngen etc. haben andere auch.
Welche Steuerklasse du hast,ob du verheiratet bist und/oder Kinder hast,weiß ich nicht!
Aber ich habe auch lange Jahre reduziert gearbeitet,um den Kindern und der Familie gerecht zu werden, was sich jetzt als nachteilig für meine Rente (oder was es dann noch davon geben wird) erweist - typisches Problem von Frauen in meinem Beruf!
Und die Frage nach der Arbeitszeit ist nach meiner Einschätzung immer auch eine subjektive Empfindung! Ob man Zeit als Arbeitszeit erlebt oder nicht, hängt zum Beispiel von der Einstellung , der eigenen Wahrnehmung ab. Wie gesagt, nicht die Quantität allein ist maßgebend, sondern die Qualität, die Rahmenbedingungen, die gesellschaftliche Anerkennung, die eigene Würdigung sowie die Identität mit meiner Arbeit u.v.m.!
Es geht mir doch echt anders von der Hand, wenn mir die Arbeit Freude macht!
Das Aufräumen meines Schreibtisches oder das Sortieren und Abheften meiner Unterlagen in den Ferien betrachte ich als sinnvolle Arbeit und ich verbuche es als abgeleistete Arbeitszeit. Das Elterngespräch am Nachmittag, das ich als fruchtbar und förderlich für die Effektivität meines Unterrichts erlebe, beeinflusst doch meine Einschätzung über meine Arbeitszeit, die für Außenstehende nicht immer augenscheinlich nachvollziehbar ist! Genau deshalb kommt es ja häufig zu kontroversen Einschätzungen über die Lehrerarbeitszeiten! Damit haben auch andere zu kämpfen,die mit Menschen arbeiten! Und wer darüber hinaus im Bildungssektor tätig ist, hat bekanntermaßen vormittags Recht, nachmittags frei und ... Ferien, Ferien,Ferien!
Ich persönlich finde es bedauerlich, dass so wenig Veränderungen im Einsatz eines Lehrers möglich sind - ein Junglehrer sieht sich den gleichen Anforderungen gegenüber wie jemand kurz vor der Pensionierung. Das kann im Umgang mit jungen Menschen in deren verschiedenen Entwicklungsphasen für beide Seiten ganz schön hart sein, zumal ich mich als Lehrer für die Bildungsabschlüsse meiner Schüler verantwortlich fühle.Schule hat ja auch die Aufgabe zu selektionieren!
Es gibt soviel Gratwanderungen und Double Binds sowohl von Seiten der (Bildungs)Politik als auch von Seiten der Schulleiter und anderen Vorgesetzten. Recht machen kann man es eigentlich niemandem,wenn man zuviel darüber nachdenkt, geschweige denn, dass man wirklich immer gerecht bewerten könnte usw. Das hat doch auch etwas mit erlebter Belastung und mit der Qualität der Arbeitszeit zu tun... (fast) jeder Lehrer entwickelt darüber hinaus ein schlechtes Gewissen, dass die eigene Unterrichtsvorbereitung nicht reicht, oder zumindest das Gefühl, dass er noch mehr tun könnte.
Es gibt keine genauen Kriterien, Handbücher,Paragraphen o.ä.die beschreiben, was einen guten Lehrer ausmacht und welche Tätigkeiten nun definitiv zu seinem Berufsfeld gehören. Nach meinen eigenen Erfahrungen erlebt das jeder Schüler und jeder Lehrer höchst individuell!
Ich bin der Meinung, es gehört auch zur Arbeitszeit(und für etliche zu intensiv erlebter Belastung),sich immer wieder selbst zu hinterfragen und hinterfragen zu lassen, sich mit Kritik auseinanderzusetzen und immer wieder selbst zu motivieren, sich zu überprüfen,um nicht in festgefahrene Bahnen sowie Sichtweisen zu verfallen und die (regelmäßig wiederkehrenden) Schwächen bzw. Defizite von Schülern denselbigen vorzuwerfen, womöglich ihnen die Anerkennung für persönliche Fortschritte aus der Routine des Alltags heraus vorzuenthalten. Das Abarbeiten von Lehrplaninhalten kommt mir dagegen viel leichter vor.
Das ist selten Gegenstand der Lehrerausbildung,mit Glück im Referendariat, wenn es eigentlich schon zu spät ist! Der Lehrerberuf entpuppt sich für manche als echte Berufsverfehlung, aus der man kaum noch heraus kommt,schon gar nicht, wenn man dann endlich mal Geld verdient und eine Familie zu ernähren hat, mal ganz abgesehen davon, dass sich die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit zurzeit nicht unbedingt verbessern!
Also,ein spannendes Thema, auf jeden Fall sehr vielschichtig,wie ich finde, und deshalb nicht pauschal zu behandeln. Ich hoffe echt, es tut sich was im Bildungssektor, wovon wir Lehrer und unsere Schüler profitieren können, sowohl auf der qualitativen als auch auf der quantitativen Ebene unserer Arbeit!
In schwachen Momenten gibt er selber zu, dass ca 2-3 Stunden auf diese Weise von seiner Arbeitszeit abgezogen werden müssten. Womit wir dann wieder bei einer völlig normalen Arbeitszeit wären.
Jetzt aber kann ich mitten im Unterricht nicht mal eben auf die Toilette gehen oder mir einen Kaffee holen. In den sog. Pausen kann ich nicht sagen "Jetzt bitte keine Anrufe durchstellen!" und wenn ich im Sommer meine Korrekturen mal auf der Terasse machen kann, muss ich mir sagen lassen, wie gut ich es hätte. Ganz zu schweigen davon, dass mir niemand zugesteht, dass wie z.B. beim letzten Zeitungsprojekt das Lesen der Tageszeitung nicht nur aus Interesse geschieht, sondern auch ein Bestandteil meiner Arbeit ist.
Morgen gehe ich mit meiner Klasse Schlittschuhlaufen und muss mir schon seit dem Wochenende Lästereien anhören, dass es sich so ja prima leben ließe.
Bei Korrekturen auf der Terasse sieht das ganz ähnlich aus. Mir wird quasi abgesprochen, dass das wirklich Arbeit sie, allein deshalb weil sie ich sie auf der Terasse ausübe und sie ja offensichtlich mit einem frischen Teint beende. Und wenn ich das ganz auch noch gerne mache und nicht Höllenqualen leide, habe ich ohnehin nicht gearbeitet, denn ich solle mir mal überlegen, in welchem Job man einen Teil seiner Arbeit auf der Terasse bei einem kühlen Getränk machen könne.
Er lässt dabei völlig außer Acht, dass er durchaus mal in der Woche zu viel Zeit verquatscht und vertrödelt hat und das am Wochenende aufarbeiten muss. Wenn er das dann auch auf der Terasse macht, ist das natürlich eine ganz andere Geschichte
Wenn ich wie dieses Jahr mal wieder Klassenarbeiten mit in den Skiurlaub nehmen muss, dann muss ich mir demütig den Vorwurf anhören, warum ich es noch immer nicht schaffe, mich vernünftig zu organisieren. Dass ich die Arbeiten erst kurz vor den Ferien schreiben lassen konnte und es direkt nach den Ferien auf die Zeugniskonferenzen zugeht, kann er als aufgeklärter Jurist, der selbst mal zur Schule gegangen ist natürlich nicht gelten lassen
Wenn ich mich nachmittags mal ein Stündchen aufs Ohr haue, höre ich: "Ach Schatzi, meinen Job müsstest du mal haben!"
Wenn ich abends dann am Schreibtisch sitze, kriegt er nichts davon mit, weil er mit seinem Kumpel auf dem Tennisplatz ist
Tja, das Leben ist eben ungerecht...
Wenn ich meine Schüler einmal in der Woche an ihren Langzeitpraktikumsplätzen besuche, ist das auch keine Arbeit, weil ich ja ordentlich herumkäme und es mir Spaß macht, mir die verschiedenen Berufe anzusehen.
Hingegen wenn er mit Mandanten essen geht, ist das härteste Arbeit und hat nichts mit Vergnügen zu tun. Er tut dann so, als würde er sich jeden Bissen des vorzüglichen Menues nur mit größter Überwindung herunter würgen. Mein kleiner Gourmet würde niemals zugeben, wie gerne er solche Geschäftsessen hat
Tja, das Leben ist eben hart...
Allerdings von 3000€ bin ich als angestellte Lehrerin leider sehr, sehr, sehr weit entfernt.... aber ich will ja nicht unverschämt werden, wenn ich einen Teil meiner Arbeit auf der Terasse oder im Urlaub machen kann
Sozusagen Arbeit mit Freizeitwert
Und jammern möchte ich ja nun auch nicht, weil wir Lehrer das ja eh immer tun, während andere, die wirklich harte, kräftezährende Berufe haben, nichts anderes tun als ihre berufliche Situation mal sachlich darzustellen, damit wir mal sehen, wie die Realität aussieht
Tja, das Leben ist ungerecht und hart... aber natürlich nicht für uns Lehrer
Juristen können sich halt in der Regel besser verkaufen als Lehrer. Deshalb sind sie ja auch Juristen geworden und keine Lehrer...
Wir müssen als Lehrer und Lehrerinnen einfach viel selbstbewusster auftreten. Das würde schon erheblich helfen.
ohne mich in Deine Beziehung einmischen zu wollen
jedenfalls garantiert nicht mehr Zeit vertrödelt, weil er (grob) doppelt so lange im Büro sitzt wie Du in der Schule.
Gruß
OK, worum geht es jetzt hier?
Es geht darum, dass sich in den Köpfen zahlloser Wissensvermittler ein "krankes" Bild festgesetzt zu haben scheint:
"Nur wir können es, nur wir machen es und wer das anzweifelt, weiß nicht wovon er redet. Deshalb ziehen wir möglichst viele Aufgabenfelder auf uns - um genau das vorher Gesagte zu festigen - und beklagen uns dann anschließend bitterlich über unsere Arbeitsbelastung."
Das ist, gelinde gesagt, ein Witz!
Wieso? Ganz einfach:
Mein Erzieherjob an der Grundschule beinhaltet neben den den Erzieheraufgaben ab mittags auch die "Unterstützung" der Lehrer am Vormittag.
Wie sieht die aus?
- Ideen einbringen
- teilweise Unterrichtsvorbereitungen
- Auffang von Stundenausfällen im Krankheitsfall
- Erstellung von Berichten vor Elterngesprächen
- Vernetzung mit Externen
- Förderung von Kindern mit erhöhtem Bedarf
- u.v.m.
Von den Kindern werden werden wir als Lehrer betrachtet und in den Freundebüchern stehen unsere Namen bei "Lieblingslehrer" ...
Wir sorgen letztendlich maßgeblich dafür, dass die vornehmlich Kolleginnen ihren Job überhaupt tun können.
Und jetzt kommt's:
Eine auch nur in Ansätzen umgekehrte Form der Kooperation findet nicht nur fast nicht statt, sie wird persistent verweigert.
Das hört sich hart an? Ist es auch!
Wenn ein Erzieher mal fehlt, findet sich niemand aus dem Lehrerkollegium, der das tun würde, was umgekehrt selbstverständlich ist und auch vorausgesetzt wird (siehe Vertretungsplan).
"Ihr dürft nicht erwarten, dass Lehrer euch nachmittags unterstützen, so wie ihr das vormittags tut. Die Arbeitszeit endet nämlich mittags." kann ich hier eine Schulleitung zitieren (wörtlich!).
Als sich auf einen Schlag an einer Schule die beiden Vollzeiterzieher krank meldeten, tat die Leitung das amüsiert mit dem Kommentar ab, dass die beiden Teilzeiterzieherinnen dann aber "Spaß" haben würden.
An einer Grundschule in dieser Stadt hat das gesamte Erzieherteam einen Versetzungsantrag gestellt, weil sich das Kollegium weigert, mit ihnen zusammen zu arbeiten ...
Als ich bei einer Konferenz vorgeschlagen habe, das Thema Kooperation und Kommunikation auf die Agenda zu setzen (Thema: Nur wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann die Schule ihren Bildungsauftrag erfüllen) und anbot, dazu eine externe Referentin zu besorgen, wurde das abgebügelt mit dem lapidaren Hinweis: "Das ist nicht wichtig."
(Gleichermaßen wurde mir vorgeworfen, nicht kooperativ zu sein, als ich forderte, aus dem Vertretungsplan heraus genommen zu werden, da es nicht unsere Aufgabe ist, Krankheitsvertretung für Lehrer zu machen. ...)
In dem Zusammenhang schämte sich eine Schulleitung nicht, darauf zu bestehen, dass man als Lehrer nun mal gelernt habe, als Einzelkämpfer unterwegs zu sein.
Teamarbeit gehöre nicht dazu.
(Sind das nicht Fähigkeiten, die man auch so haben sollte, gerade in der Arbeit mit Menschen - ohne sie studiert zu haben?)
Alleine schon solche Aussagen disqualifizieren jeden Professionellen in diesem Bereich, Kindern Sozialverhalten, Teamfähigkeit etc. beizubringen.
Die Liste ließe sich fortführen, aber es ist Zeit für die abschließenden Ausführungen.
Liebe Lehrer/innen - bevor ihr das nächste mal euer Schicksal beklagt:
Ruft nicht nach institutionellen Hilfsstrukturen, die euch von Land, Kommune oder Behörden zur Verfügung gestellt werden!
Die Strukturen habt ihr vielleicht schon vor Ort (Kollegen zahlreicher Professionen) - ihr müsst sie nur sehen und offenen Herzens nutzen.
Beklagt nicht die Unmengen an Aufgaben!
Im Team kann man Aufgaben verteilen. Seid einfach bereit, euch das Leben und Arbeiten zu erleichtern.
Wäre es evtl. möglich, dass ihr eure Belastung reduzieren könnt, indem ihr bereit seid, auf Augenhöhe mit anderen zusammen zu arbeiten?
Zum Schluss:
Ich bin morgens ab 8:00 an der Schule, oft erst 10 Stunden später zu Hause und habe in der Regel noch Kram dabei, den ich dann am heimischen PC mache.
Das Wochenende ist normalerweise auch mit Aufgaben bestückt.
Und das gilt für einen Großteil der Menschen in meinem Job.
Nur nehmen wir unsere Arbeit nicht mit in den Skiurlaub, weil wir Ferienbetreuung an den Schulen machen müssen.
Einfach gesagt und damit Ende:
Viele Probleme, die Lehrer für sich diagnostizieren, sind hausgemacht, d. h. selbst verursacht und daher erübrigen sich die immer wieder zu vernehmenden Klagen.
Ausnahmen bestätigen hier zum Glück die Regel:
Eine Lehrer-Kollegin, die sich aus Interesse (und weil sie sah, dass das ihr einiges bringen würde) mit mir über Maßnahmen der Zusammenarbeit, Aufgabenverteilung etc. zusammen gesetzt hatte (wir hatten auch schon einiges dadurch erreicht), wurde deshalb von der Schulleitung abgemahnt.
Wie bei Lehrern gibt es auch für Hausärzte viele Tätigkeiten, die nicht so eindeutig zeitlich gefasst werden können: Hausbesuche, Beanspruchung im Nachtdienst, kollegiale Gespräche mit anderen Ärzten, die oft nur außerhalb der Sprechstunden geführt werden können und Recherchen zu unklaren Krankheitsbildern, die natürlich nur in Ruhe erfolgen können.
Schönes weiteres Bsp.: Mein Chef hatte Elternsprechtag, der seine Tochter unterrichtende Lehrer beklagte sich ihm gegenüber, dass er nun schon bis 18 Uhr hier sitzen müsse. Mein Chef (in Gedanken): "Ich gehe jeden Abend um 8 aus dem Büro".
Und an alle, die sich jetzt angegriffen fühlen: Es gibt rühmliche Ausnahmen. Leider nur sehr sehr selten!
du darfst aber eins nicht vergessen. Du arbeitest privatwirtschaftlich und wir nicht.
Ich sitze z.B. seit Donnerstag konstant am Schreibtisch, denn morgen beginnt in NRW wieder die Schule. Gut, ich hätte mir die Arbeit über die Ferien auch anders einteilen können, aber das genau ist meine Freiheit.
Ich denke auch, dass ich ungefähr "normal" arbeite. Ich habe mal für mich selber genau ausgerechnet, wie viel ich arbeite. Ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich die ganze Häme meiner Umwelt aushalten musste. Ich gehöre nicht zu denen, die so gern nachmittags arbeiten, zumal ich 3x die Woche bis 16 Uhr unterrichte und an diesen drei Nachmittagen oft nichts mehr mache.
Was ich nicht bedachte war, dass ich meistens den ganzen Sonntag am Schreibtisch sitze und viel am Abend.
Also habe ich mir mal die Mühe gemacht und habe genau aufgelistet, was ich mache.
Ein Arbeitnehmer mit 6 Wochen Urlaub im Jahr muss bei einer 41 Stundenwoche 1880 Stunden im Jahr arbeiten. Das war mein Maßsstab.
Ich unterrichte aber nur 840 Zeitstunden im Jahr. Ich muss also noch ca 1020 Stunden belegen.
Nun, ich unterrichte in zwei Klassen Deutsch. Das machte bei 25 Schülern je Kurs, 6 Klassenarbeiten im Jahr bei einer durchschnittlichen Korrekturzeit von ca 1 Stunde weitere 300 Stunden.
Gut, jetzt bin ich bei 720 Stunden, die ich noch belegen muss.
Da ich aber auch noch zwei Mathekurse der gleichen Stärke habe, habe ich ja noch was in Petto. Jetzt brauche ich für die Korrektur einer Mathearbeit nicht so lange wie für eine Deutscharbeit. Also nehme ich mal 150 Stunden in Anspruch.
Jetzt bleiben noch 570n Stunden, die ich jährlich für die tägliche Unterrichtsvor- und nachbereitung, Konferenzen, Aufsichten, Korrektur eingesammelter Hefte, Klassenfahrten, Elternsprechtage und -abende, Kollegengespräche und sonst was habe. Wieder auf die Woche herunter gerechnet müssten das jetzt ungefähr 14 Stunden pro Woche sein.
14 Stunden für alles andere Drumherum (inkl. der üblichen Vorbereitungen).
Damit komme ich aber nun gar nicht mehr hin.
Wenn man mich in Ruhe gelassen hätte und einfach nicht über meine "viele" Freizeit hergezogen hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das mal zu eruieren, aber so bin ich darauf gekommen, dass ich sogar deutlich mehr arbeite und keinen Cent mehr dafür bekomme (Bitte, alle Selbständigen: Klappe halten! Das ist nicht vergleichbar.)
Und geschätzte Kräuterhexe, ich erlaube mir, Elterngespräche als Arbeit anzusehen. Erst recht, wenn es sich um abendliche Anrufe handelt. Ich erlaube mir ebenfalls meine Korrekturen als Arbeit zu bezeichnen, selbst wenn ich sie wie heute auf der Terasse machen konnte. Ich bin nämlich auch bereit diese Arbeiten zu machen bis sie fertig sind und nicht bist meine Stechuhr brüllt
Wenn wir Lehrer etwas sagen, beklagen wir uns gleich oder jammern. Dein Chef darf sagen, dass er bis 8 Uhr arbeitet, wir dürfen sowas nicht.
Was ist in jedem anderen Job denn alles normal?
Dass man sich seine Arbeitsmaterialien selber kaufen muss?
Dass man keinen Arbeitsplatz hat?
Dass man natürlich sonntags am Schreibtisch sitzt?
Dass man Arbeiten mit in den Urlaub nimmt?
Dass man dafür aber durchaus mittelmäßig bezahlt wird (wenn man nur angestellt ist und in der Sek I arbeitet).
Ich habe viele Freunde und Bekannte, die wirklich viel mehr arbeiten als ich, aber sie verdienen auch deutlich mehr als ich. Ich habe eine Freundin, die ähnliches sagt wie du. Sie verdient aber 2,5x so viel wie ich.
Dein Chef, der so angibt, dass er immer so lange arbeiten würde, würde das ganz bestimmt nicht für das Gehalt eines angestellten Sek I Lehrers machen.
du schreibst:
"Was ist in jedem anderen Job denn alles normal?
Dass man sich seine Arbeitsmaterialien selber kaufen muss?
Dass man keinen Arbeitsplatz hat?
Dass man natürlich sonntags am Schreibtisch sitzt?
Dass man Arbeiten mit in den Urlaub nimmt?
Dass man dafür aber durchaus mittelmäßig bezahlt wird (wenn man nur angestellt ist und in der Sek I arbeitet)."
Das deckt sich mit dem, was ich als popeliger Erzieher an meiner Grundschule leiste, zusätzlich eben noch Ferienbetreuung, Lehrerersatztätigkeiten etc.
Aber der Unterschied ist:
Eure Gruppe stellt das allerorten fett gedruckt hervor - meine (die teilweise das Gleiche leistet) nicht.
Ich habe heute noch mit einem Freund, der Lehrer ist, über das Thema gesprochen und der hat da eine klare und deutliche Meinung zu.
Zusammengefasst:
"Wie ich meine Arbeit einteile, ist mein Problem und wenn ich mich dazu entscheide, zig Sachen zusätzlich zu Hause zu erledigen, ist das auch mein Problem. Ich habe es immer geschafft, mir die Arbeit so einzuteilen, dass ich mein Sporttraining nie absagen musste.
Wenn ich mich dann, wie einige Kollegen, ausgebrannt fühle, muss ich eben auf einige Dinge verzichten."
Der Freund ist übrigens ein GUTER Lehrer
Mir fällt einfach auf, dass kein mir bekannter Lehrer JEDEN Nachmittag nochmal 3-4 Stunden arbeitet, wie es für jeden anderen Arbeitnehmer mit einem 8-Stunden Tag normal ist.
Wenn jemand aber diese Arbeitszeit freiwillig vom Nachmittag auf den Abend, das Wochenende oder in den Urlaub verlegt, dann ist das der große Luxus, sich die Zeit frei einteilen zu können und nicht eine besondere Härte.
bin beim Googeln zufällig auf diese Seiten gestoßen und habe einige Postings gelesen. Ich weiß nicht, ob meine Frage so unmittelbar zum Thema passt, aber das ist einigen anderen ja offensichtlich auch egal...
Wär schön, wenn mir jemand antworten könnte, der sich mit meinem Problem auskennt:
Ich würde sehr gerne aus meinem Beruf aussteigen (Hauptschullehrerin), aber überall wird mir gesagt, dass mein Studium samt zwei Staatsexamen und 15 Jahren Berufserfahrung eigentlich nichts wert sind und ich gerade mal in einem Nachhilfeinstitut arbeiten könne - was ich aber nicht will.
Ich versuche schon seit einer Weile, mich anderweitig fort- und auszubilden, scheitere aber immer wieder daran, dass ich während der Schulzeit kaum Zeit finde, Termine nicht einhalten kann, weil verpflichtende Konferenzen, Elternabende, etc. stattfinden, die meist auch noch kurzfristig angesagt werden und während der Ferien auch die viel gepriesene Freie Wirtschaft, VHS, Institute, usw. ruhen. Für Prüfungen oder Seminare darf ich mich nicht beurlauben lassen. Mir läuft mit 40 die Zeit davon und ich kann mir eine Beurlaubung oder Teilzeitarbeit als Alleinverdienerin nicht leisten, zumal auch meine Bildungsaktionen meist nicht zu knapp kostenpflichtig sind.
Bei der Arbeitsagentur stoße ich auf Unverständnis ("Was wollen Sie denn, Sie haben doch Arbeit und eine sichere noch dazu!?"), aber keine Hilfe.
Hat vielleicht hier jemand eine Idee, wie ich das Problem lösen könnte?
Ein Beitrag, der mich sehr verwundert. Interessant ist es, wie du ermessen hast, dass der befreundete Lehrer ein guter Lehrer ist.
Weil er noch nie seinen Sport absagen musste oder weil er Kollegenschelte betreibt? Oder doch weil er ein befreundeter Lehrer ist?
Auch ich habe in meinem Bekanntenkreis genügend Leute, die Lehrer-bashing betreiben, dass einem schlecht wird, aber sie nehmen mich aus.... Warum? Keine Ahnung.
Ob ich gut oder schlecht bin, können die mit Sicherheit nicht beurteilen, aber sie glauben es zu können.
Was ihnen in meinen Augen bestimmt keine Achtung bringt.
Nun, ich teile mir meine Arbeit auch so ein, dass ich es noch nie absagen musste, meine Tochter abzuholen.
Worauf muss der Kollege denn verzichten, wenn er sich ausgebrannt fühlt? Auf zu viel Unterrichtsverpflichtung oder verzichtet er auf Korrekturen?
Ich möchte mich hier nicht über dich lustig machen, aber ich finde es anmaßend, woran du einen guten oder schlechten Lehrer glaubst ausmachen zu können.
Ich für meinen Teil entscheide mich nicht zig Sachen zu Hause zu machen. Ich muss sie einfach machen. Ich kann nämlich nicht sagen, dass es mir jetzt zu viel ist, noch diese Arbeiten zu korrigieren, ich würde verzichten, weil ich mich sonst ausgebrannt fühle.
Ist dir überhaupt klar, wovon der "gute" Lehrer spricht? Mir nicht!
Ich möchte ja nicht unken, aber ein bisschen hört sich dein befreundeter Lehrer an, als sei er Sportlehrer ... oder Kunst oder Religion ... vielleicht noch mit Englisch
Aber nach Klassenlehrer hört sich das nicht an.
Ich wüsste wirklich zu gerne, was er mit "zig Sachen zusätzlich zu Hause erledigen" und mit "muss ich eben auf einige Dinge verzichten" meint.
Wenn du das mal inhaltlich anfüllen könntest, könnte ich vielleicht was dazu sagen. Ansonsten hört sich das nach opportunistischem Geblubber an.
Es gibt so Lehre, die im Freundeskreis großen Zuspruch erfahren, wenn sie sich an der Lehrerschelte beteiligen und sich damit einen vermeintlich besseren Status erschummeln. In anderen Kreisen nennt man das auch Kameradenschweine, weil die die ersten sind, die sich im Kollegium überfordert fühlen, wenn sie mal ne Stunde vertreten müssen, aber selbst jeden Schnupfen werbewirksamst verarbeiten
Wie lange jdm arbeitet, kann jdm anderen doch eigentlich völlig egal sein. Der Punkt bei Lehrern wie allen andern im öD Beschäftigten ist nur der, dass sie von der Allgemeinheit bezahlt werden. Und da schaut man - ganz zu recht - dann doch mal genauer hin.
Ein engagierter Lehrer hat eine Unmenge Verantwortung, nämlich für die Zukunft derer, die er ausbildet. Da ist ein A 12/ A 13 Gehalt schon angemessen. Nur: Ich kann es nicht mehr hören, wie sich immer wieder Lehrer beklagten, wie schlecht sie doch bezahlt werden. Ich bin Rechtsanwalt, weder ich noch 99% aller Kollegen verdienen das bei Berufsanfang, entspricht es doch - A 13 - 5000 Euro brutto in Steuerklasse 1. Beim Beamten stehen dem bei gleichem Netto (ca. 2600 Euro) aber gerade mal ca. 3300 Euro gegenüber. Mein wirklich einhelliger Eindruck ist - und das gilt nicht nur für Lehrer, sondern alle Beamten - das sie scheinbar meinen, wie gut man doch in der Privatwirtschaft beszahlt werde und wie schlecht als Beamter. Ein Hohn und völlig an der Realität vorbei. Selbst Ärzte, etc. - ein A 13 Gehalt können sich die allermeisten nur wünschen! Das, liebe Lehrer, macht Euch bitte mal klar. Dieses Gehalt bei gleichzeitig dieser Absicherung hat kein Mensch in Deutschland. Und wahrscheinlich auch nicht weltwelt. Ganz unabhängig von der Arbeitszeit. Und nochmal: Es ist ok - nur hört auf ständig zu Jammern, das ist echt peinlich!
Und: Was sollen angesichts dessen die nicht-verbeamteten BAT 2 a Lehrer sagen. Sie machen denselben Job, nur eben für ca. 800 Euro/ Monat (1800 Euro zu 2600 Euro netto) weniger, keine Behilfe bekommen und schon gar nicht die Privilegien einer (extrem kostengünstigen, da Beihilfe) privaten KV, von der gesicherten Pension ganz zu Schweigen. Wußtet Ihr, das BAT 2a ein höheres Brutto aufweist als A 13 (gleiche Alterstufe Anfang 30), aber 800 Euro weniger netto? Es ist ein Unding, dass hier zwei denselben Job machen und so ungleich bezahlt werden.
Fazit: Man sollte die BAT-2a Lehrer endlich angemessen bezahlen und im Gegenzug die völlig überflüssige All-inclusive Verbeamtung von Lehrern abschaffen. Wer kann nicht von ein bis zwei Lehrer aus seiner eigenen Schulzeit berichten, die völlig inkompetent, alkoholkrank und vor allem abwesend waren, aber eben weil verbeamtet nicht gekündigt werden konnten. Und wenn diese Sichereit des Beamtenseins endlich der Vergangenheit angehört, dann werden auch die Lehrer, die den Ruf der (sich vielleicht ja sogar in der Mehrzahl befindlichen) engagierten Lehrer in den Dreck ziehen endlich aus dem System entfernt. Und dann gäbe es auch diese ellenlange Diskussion hier nicht, deren Existenz beweist, dass hier in Deutschland etwas nicht stimmen kann.
Also ich glaube Schülerfreund, dass der Ausgangspunkt der Debatte die neidischen Atacken von Nicht-Lehrern gegen die vermeintlich best-bezahlten Teilzeit-Kräfte der Nation sind und nicht eine allgemeine Jammer-Haltung unter Lehrern.
Ich stimme Ihnen zu, dass das verbissene gegeneinander Aufrechnen von Arbeitszeiten dem Thema Arbeitsbelastung/angemessene Beazahlung einfach nicht gerecht wird, zumal es eben sehr subjektiv ist, was genau als Arbeitszeit zu werten ist. Bestimmt würde sich der Sozialneid gegen Lehrer bessern, wenn diese anachronistische Verbeamtungsmöglichkeit bundesweit abgeschafft würde - und da sind wir ja auf einem guten Weg.
Zusätzlich würde ich gerne mal in einer Debatte mit einem Lehrer spüren, dass ihm auch bewusst ist, welche Einschränkungen ihm erspart bleiben:
dass alle anderen Arbeitnehmer für jede Teilnahme an einer Nachmittags-Veranstaltung - politisch, kulturell, sportlich, wegen der Kinder... - um eine entsprechende Dienstplan-Gestaltung kämpfen, oder Urlaub nehmen müssen, dass alle anderen Arbeitnehmer so gut wie keine Chance haben, während der Schulferien mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück zu ergattern, um mal längere Zeit mit der Familie verbringen zu können, dass viele Arbeitnehmer entweder Heiligabend oder Silvester arbeiten. Was für ein Luxus das ist, für die nächsten 10 Jahre schon zu wissen, wann man Urlaub planen kann, ohne dass ein Kollege deswegen seine Urlaubsplanung zurück stecken müsste, dass man alle Geburtstage der Kinder mitfeiern wird und zu jeder Stadtratssitung gehen kann, wenn sie einen interessiert. Ein 8-Stunden-Tag nimmt einem eben nicht nur die Möglichkeit, auf der Terasse zu sitzen, wenn die Sonne scheint, sondern macht sehr viele Dinge kompliziert bis unmöglich, die für Lehrer völlig selbstverständlich sind.
langsam ärgert mich das.
1. BAT 2a gibt es nicht mehr
2. Haben BAT 2a ausschließlich Lehrer an Gymnasien, Berufs- und Sonderschulen bekommen. Alle andere Schulformen mussten und müssen sich mit BAT 3 (heute E11) begnügen.
Ich bin angestellt an einer Hauptschule und bekam mal BAT 3 (nie BAT 2a). Nach der Umwandlung in TV-L (2006) bin ich in E11 übergeleitet worden.
Das war damals netto für mich etwas mehr als 1700€. Heute ist das etwas mehr, da ich in einer höheren Erfahrungsstufe bin, aber weniger als im damaligen BAT. Aber jetzt bin ich mit 43 Jahren in E11, Stufe 5 am Ende meiner Erhöhungen. Außer tarifliche Erhöhungen (also alle paar Jahre mal 2 oder 3%) werde ich nichts mehr erwarten können.
Vielleicht sollte man auch mal nicht nur die vermeintlich hohen Einstiegsgehälter betrachten, sondern mal sehen, wie schnell das Ende der Fahnenstange erreicht ist.
So langsam habe ich die Schnauze voll, mich ständig für ein Gehalt rechtfertigen zu müssen, das sicherlich gemessen an einer Verkäuferin hoch ist, aber gemessen an Anspruch und Voraussetzungen nun wirklich nicht der Hammer ist.
Ich verdiene nicht nur 800€ weniger als der A13-Lehrer, sondern nochmal 300€ weniger als der ehemals BAT 2a und heutige E13-Lehrer.
Übrigens: Wenn ich heute einsteigen würde, würde ich 1580€ netto verdienen
Nein, man sollte ALLE Lehrer verbeamten, ausnahmslos. Denn wir wollen doch die BESTEN in den Lehrerberuf holen, oder? Und Qualität hat ihren Preis.
Alternativ: Vernünftige Gehälter im öffentlichen Dienst zahlen. Wie sagte ein bekannter Banker vor nicht allzulanger Zeit: ELITE fängt bei 500.000 Euro pro Jahr an. Da sind wir noch ein gutes Stück von weg. Also doch lieber verbeamten, ist nämlich billiger...
Gymnasiallehrerin (zwei Fremdsprachen)
Meine Arbeitswoche im normalen Schuljahr:
Jeden Tag Unterricht von 8 - 13 Uhr. Mo - Do nachmittags: 15 - 20 Uhr Vorbereitung/Korrekturen. Freitag nachmittags frei. Sa 10 - 12 Uhr u. 13 Uhr bis ca. 18 Uhr Vorbereitung/Korrekturen, So 12 - 18 Uhr Vorbereitung/Korrekturen
Einwöchige Ferien: ca. 4 Arbeitstage 6-stündig Vorbereitung/Korrekturen
Alle zweiwöchigen Ferien: 1 Woche ca. 6 Std am Tag Vorbereitung/Korrekturen, zweite Woche frei
Sommerferien: 2 Wochen Ablage und Aufräumarbeiten, Rest frei
Ich habe ehrlich gesagt keinerlei Probleme, vor mir und der Umwelt mein - für einen Akademiker mit 6 Jahren Studium, einem Jahr selbstfinanziertem Auslandsaufenthalt und ebenfalls siebenjähriger Berufserfahrung angemessenes - Gehalt zu rechtfertigen. Bei einer Fortbildung in Frankreich konnte ich mich davon überzeugen, dass die Vielfalt der Aufgabenfelder, mit denen der deutsche Lehrer heutzutage konfrontiert ist, z.B. beim französischen Lehrer in keinster Weise gegeben ist.
Wie gesagt, wer es noch nicht selbst gemacht hat, hat davon nur eine vage Ahnung (genauso wie ich selbst, bevor ich den Beruf tatsächlich ausübte.)
Gruß, L.
P.S. Muss jetzt nach dem Nachmittagsunterricht, der um 16.15 geendet hat, noch meine 6 Unterrichtsstunden für morgen vorbereiten, dem Tag, an dem der Elternsprechtag stattfindet, der - obwohl bis 20.00 Uhr geplant - meist bis 21.00 Uhr dauert.
Übrigens findet dann am Wochenende der Tag der offenen Tür statt (11.00 - 17.00 Uhr). Vorher wird vorbereitet, hinterher wird aufgeräumt.
Das ist ja hier ein anonymes Forum, hier braucht niemand Geschichten erzählen, um andere zu beeindrucken. Deshalb versuche ich wirklich, mein Bild vom Lehrerberuf zu korrigieren. Aber wenn Lehrer entgegen meiner bisherigen Wahrnehmung den Nachmittag genau wie ich an ihrem (Zweit-)Arbeitsplatz verbringen, warum werden dann so viele Beprechungstermine - z.B. in der Lokalpolitik - dauernd auf dem Nachmittag gelegt, so dass nur Lehrer (und Juristen
Ganz ehrlich: das Erlebnis, beim Versuch uns lokalpolitisch zu engagieren, dauernd zu Veranstaltungen eingeladen zu werden, an denen wir (bzw. jeder "normal" voll berufstätige Mensch)unmöglich teilnehmen können, hat meinen Mann und mich sehr in dem Vorurteil bestärkt, dass Lehrer nachmittags eben nicht beruflich eingespannt sind.
Jede Medaille hat zwei Seiten. Wir haben sehr viel Ferien, das ist richtig.
Aber bin ich viele Ferienstunden mit Korrekturen beschäftigt. Wir schreiben nämlich die Arbeiten auch deshalb so kurz vor den Ferien, weil wir in den Ferien so schön viel Zeit zum Arbeiten haben.
Weiterhin ist die Arbeitszeit so ungleichmäßig verteilt, dass ich mir letztens von einer Freundin sagen lassen musste: "Ich wünsche mir mehr Balance von dir. In der Schulzeit hast du nie Zeit und in den Ferien plötzlich so viel." Diesen Wunsch nach Balance kann ich ihr leider nicht erfüllen.
Dann kommt noch hinzu, dass wir überhaupt gar keine Chance haben, für Veranstaltungen z.B. des Kindes frei zu bekommen, wenn das mit unsere Unterrichtszeit oder Konferenzzeit kollidiert. Meine Tochter musste ihre Einschulung ohne Mutter machen, weil die Mutter unterrichten musste. Als meine Schwiegermutter beerdigt wurde, musste ich unterrichten. Ich hätte gern einen Tag Urlaub genommen, um zu ihrer Beerdingung gehen zu können, hätte dafür auch gern zwei Ferientage hergegeben, aber wenn die alte Dame nicht in in den Ferien stirbt, muss sie ohne mich beerdigt werden. Nur bei Eltern, Kindern und Ehegatten kriegt man frei. Mein beste Freundin musste sich auch einen anderen Trauzeugen suchen, weil sie ihren Hochzeitstermin nicht in die Ferien legen wollte.
Wir haben viel Ferien, ja .... aber da gibt es nichts zu variieren. Ich wäre mit viel weniger Ferien zufrieden, wenn ich dafür nur mal auch ein paar Tage so legen könnte, wie ich es gebrauchen könnte.
Also, bei aller Zurückhaltung (die mir schwer fällt): Wenn Du schreibst, deine Freundin sagt
"Ich wünsche mir mehr Balance von dir. In der Schulzeit hast du nie Zeit und in den Ferien plötzlich so viel." Diesen Wunsch nach Balance kann ich ihr leider nicht erfüllen."
dann ist das ja wohl ein absolutes Luxusproblem. Jeder normale Arbeitnehmer (von Selbstständigen gar nicht zu reden) hat während seiner Arbeitstätigkeit "nie Zeit" und in seinem knapp bemessenen Urlaub auch nicht. So eine Aussage hier zu lesen bestärkt mich wirklich darin, dass zumindest einige Lehrer offenbar nie im realen Leben angekommen sind.
Das mit den Trauerfall ist nachvollziehbar nicht akzeptabel. Aber da gilt es, eben solche Einzelfälle zu korrigieren, das hat m.E. überhaupt nichts mit der Diskussion hier zu tun.
Zur Kommunalpolitik: Während meines Studiums war ich hier recht aktiv, heute gar nicht mehr, da keine Zeit. Ich habe noch nie Gremien außerhalb der Schule gesehen, in denen so viele Lehrer zu finden waren. Warum nur? Daraus ist nun gewiss nicht zu schließen, dass Lehrer mehr Freizeit haben. Aber sie können sich diese doch so flexibel wie sonst kaum jemand einteilen. Und das ist ein Vorteil. Aber eben auch die Herausforderung, diese Freiheit richtig zu nutzen. Mein Eindruck ist, dass dies viele überfordert, und sie sich am Ende beschweren, wenn sie die Klausuren dann doch über´s WE korrigieren müssen. Da liegt die Ursache, nicht in der übermäßigen Arbeitsbelastung.
Und um noch mal auf den Ausgangspunkt der Diskussion zurück zu kommen: Schaut Euch ganz oben noch mal die Grafik an. Danach sind dt. Lehrer nach Luxemburg weltweit am besten bezahlt, bei nur extrem geringen Präsentszeiten an der Schule. Da kann man auch als Steuerzahler erwarten, dass diese (wie es ja auch viele Lehrer machen!) die Ärmel raufkrämpeln, so wie es in der Wirtschaft einfach nur selbstverständlich ist, statt sich ständig immer nur zu beschweren. Ich biete gerne mal einen Jobwechsel für einen Tag an. Morgens um 7.30 den Flieger, Termin, 10 Uhr Telefonkonferenz, Termine, Mails im Zug, Essen am Bahnhofsimbiß, daheim um 21 Uhr. Mails checken.
Fazit m.E.: Der Lehrerberuf hat Vor- und Nachteile. Eine Menge Verantwortung und ist ganz sicher kein lauer Halbtagsjob. Aber ebenso sicher kein Grund, bei dieser Freiheit und einer mehr als ordentlichen Bezahlung ständig zu jammern.
Gerne mehr Präsenzzeit an der Schule, gerne auch von 7:30 Uhr (da fängt's nämlich in der Regel an: Kopieren für die erste Stunde, Besprechnungen) bis 17 Uhr, dann aber mit 1 Stunde ECHTER Mittagspause (und keine Aufsichten, Vertretungen oder was auch immer)und ruhigem Arbeitsplatz mit Platz für Materialien, PC, Telefon usw. Gerade Letzteres gibt's selbst in Schulneubauten nicht, denn ...
ES KOSTET HALT GELD!
Also, @JUNK: Wie wäre es, wenn Sie sich wieder in der Kommunalpolitik engagieren, denn die Kommunen als Träger der Schulen sind für die mangelhafte Ausstattung verantwortlich. Unterstützen Sie die Lehrer und Lehrerinnen bei ihren Forderungen nach vernünftigen Arbeitsplätzen in der Schule, dann klappt das auch besser mit den Präsenzzeiten. Viele Lehrkräfte sind deshalb dagegen, weil man unter den herrschenden Bedingungen an den Schulen nicht effizient arbeiten kann. Nicht jeder ist Schulleitungsmitglied (denn nur die haben ein Büro).
so einen Unsinn habe ich selten gelesen. Du willst mir also sagen, dass ein normaler Arbeitnehmer oder gar ein Selbständiger niemals Zeit für Privatleben hat?
Ich habe auch nicht behauptet, dass ich nie Zeit habe, sondern nur eine Freundin zutiert (aus der freien Wirtschaft), die nicht damit zufrieden war, dass ich außerhalb der Ferien nicht genug Zeit für sie habe.
Für mich ist das kein Luxusproblem oder Sonstwasproblem. Für mich ist das gar kein Problem.
Auch wenn du es nicht gern zu hören scheinst, aber auch das Leben von Lehrern ist ein reales Leben. Wir nehmen am selben Leben teil wie du.
Mit dem Trauerfall wollte ich nur mal die Kehrseite der Medaille zeigen, da kräuterhexe behauptet hat, uns blieben Einschränkungen erspart.
Ob das hier zur Diskussion gehört oder nicht, ich darf doch wohl dazu etwas sagen???
Sie spricht davon, dass andere Arbeitnehmer um eine entsprechende Dienstplangestaltung kämpfen müssten oder Urlaub nehmen müssten. Wir müssen das nicht, stimmt! Wir können es gar nicht erst. Der Dienstplan steht und Punkt!
Die "Teilnahme an einer Nachmittags-Veranstaltung - politisch, kulturell, sportlich, wegen der Kinder" bleibt uns ganz und gar versagt, wenn sie in unsere Unterrichtszeit fällt. Da ich an einer Ganztagsschule unterrichte und es immer mehr Ganztagsschulen gibt, sind für uns Nachmittage nicht selbstverständlich frei von einer Anwesenheitspflicht.
Wir können uns einen Teil unserer Arbeitszeit flexibel einteilen. Das stimmt und ich habe nie etwas anderes behauptet. Ich empfinde das auch als Vorteil.
Ich korrigiere Klausuren immer am Wochenende, weil ich da viel Ruhe habe. Ich mache das gern, ich beschwere mich nicht darüber und fühle mich dadurch nicht überfordert.... und ich habe nie etwas anderes behauptet.
Es ist aber schändlich und eine Frechheit, zu behaupten, wir würden "jammern", nur weil wir etwas aufzeigen oder zu etwas Stellung beziehen.
Ich lese den Vorwurf, dass ich Nachmittags frei hätte und viel Ferien hätte. Entgegne ich darauf, dass ich aber auch am Wochenende arbeoiten würde, heißt es gleich ich würde "jammern".... Das allein schon ist eine bodenlose Unverschämtheit. Das erinnert mich an die Inqusition!
Die OECD-Studie liest du auch falsch. Machst du das mit Abschicht? Als Jurist unterstelle ich dir da mal keine Unfähigkeit.
Da steht nämlich gerade nicht, dass wir geringe Arbeitszeiten hätten.
Jedoch sind bei der Studie viele Dinge völlig unbeachtet geblieben z.B. der Kaufkraftvergleich und der Vergleich der Lehrer zu anderen Berufsgruppen und Nettogehälter angestellter Lehrer wurden schon gleich gar nicht einebzogen.
Außerdem ist die Studie uralt. Dass sie von 2007 sein soll ist eine glatte Lüge. Seitdem wurden Lehrergehälter in Deutschland nur marginal erhöht, Urlaubsgeld abgeschafft, Weihnachstgeld drastisch gekürzt, dafür aber die Arbeitszeiten erhöht..... Sorry, ich jammere anscheinend wieder oder beschwere mich. Ich weiß, Lehrer dürfen nicht Stellung beziehen, dann jammern sie!!
Den Jobwechsel nehme ich gerne an, dann aber auch mit Gehaltswechsel, denn ordentlich ist die Bezahlung für einen angestellten Sek I Lehrer nun wirklich nicht.
ich würde gern meine gesamte Arbeitszeit in der Schule verbringen mit einem eigenen Schreibtisch, einem richtigen Schreibtisch. Auf diesem Schreibtisch stünde ein echter PC an dem ich nicht Schlange stehen muss. Meine Arbeitsmaterialien würden mir geliefert werden und ich muss keinen ganz Raum zu Hause mehr für Ordner, Bücher, Mappen, PC, Schreibtisch usw blockieren, den ich nicht einmal mehr von der Steuer absetzen kann.
Es ist ja nicht nur so, dass es Geld kostet (das natürlich auch), aber es ist auch so, dass dann jedem offenbar würde, wie viel wir wirklich arbeiten.
Aber ich will nicht wieder "jammern"
"Das allein schon ist eine bodenlose Unverschämtheit. Das erinnert mich an die Inqusition!"
- Genau das meinte ich, offenbar sind einige nie im realen Leben angekommen. Kritikfähigkeit gehört da nämlich dazu. So darauf zu reagieren, herrje, da fehlen mir die Worte. Arme Kinder. Im Übrigen hatte ich mehrfach geschrieben, dass der Großteil aller Lehrer gerade nicht zu den von mir kritisierten "Jammerern" zählt. Wie gesagt, der Großteil (leider nur).
"Seitdem wurden Lehrergehälter in Deutschland nur marginal erhöht, Urlaubsgeld abgeschafft, Weihnachstgeld drastisch gekürzt, dafür aber die Arbeitszeiten erhöht"
Ja, Hallo? Glaubst Du etwas in der Privatwirtschaft nicht???? Im Gegensatz dazu sind aber verbeamtete Lehrer quasi kündigungssicher, selbst bei Alkoholkrankheit und 50% Abwesenheit von Ihrer Unterrichtszeit (leider ist dies ein reales Bsp.), genießen eine krisensichere und gegenüber andern AN extrem hohe Rente, nämlich Pension.
Willst Du hier tatsächlich anfangen, eine Verbeamtung als nachteilhaft darzustellen?Gerade in diesen Zeiten? Frag mal bei JEDER Bank, wer einfacher einen Hauskredit bekommt.
Sorry...
Die wirklich benachteiligten sind die angestellten Lehrer, an deren Stelle wäre ich schon längst auf die Barrikaden gegangen. Bzw. nicht mehr zu Schule.
Und mal ganz grundsätzlich, um hier nicht mißverstanden zu werden: Ich kenne viele sehr gute, engagierte und deshalb (ob verbeamtet oder nicht) unterbezahlte Lehrer. Die sich nicht beklagen, wenn sie mal eine AG zusätzlich übernehmen. Die akzeptieren, dass sich die Welt in den letzten Jahren auch im öD geändert hat und keine Oase der Glückseeligkeit ist. Aber die andere Sorte kann ich wirklich nicht mehr hören. Dieses Land steht der wirtschaftlich größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte gegenüber, und dann muß man hier so ein Zeug lesen.
Zur Studie. Deren Richtigkeit habe ich unterstellt.
Ich spreche nur von mir. Ich stelle keinen Beamtenstatus als Nachteil hin, denn ich bin nämlich nicht verbeamtet.
Wie oft oder wie groß muss ich es schreiben?
Ich bin Angestellte!!!!! .... und das empfinde ich als Benachteiligung, denn ich verdiene netto mehr als 500€ weniger als ein beamteter Lehrer. Von der besseren Altersversorgung und der PKV mal ganz abgesehen.
Ich habe nie über Beamte gesprochen, denn ich bin keine Beamtin.
Ich bin NICHT kündigungssicher und ich zahle alle Sozialversicherungen. Da mein Arbeitgeber allerdings auch noch Arbeitgeberanteile auf mein Brutto draufhaut und mein sozialversicherungspflichtiges Brutto und mein steuerpflichtiges Brutto deutlich höher sind als mein tatsächliches Brutto verdiene ich sogar ncht knapp 150€ weniger als eine befreundete Sekreärin mit gleichem Brutto, aber die hat dann auch kein Abi, kein Studium, kein Ref.
Ja, mir geht es ja sooooo gut, aber ich darf nicht einmal darüber schimpfen, dass ich die gleiche Ausbildung habe und die gleiche Arbeit mache als meine Beamtenkollegen, aber deutlich weniger verdiene.
Nein, ich jammere nicht, ich schimpfe.... Ich bin stinksauer!!!
Für einen Gehaltszuwachs von 500€ netto hab ich 9 Jahre gebraucht, Kaufkraftverlust nicht mitgerechnet.
Und das soll in der freien Wirtschaft auch so gewesen sein? Dann befinden sich um mich herum nur Lügner! Das nennst du ordentliches Gehalt?
Ach ja, ich bin ja nicht im realen Leben
Ich will mir nicht anhören, dass ich ein ordentliches Gehalt hätte, denn das stimmt nicht!!!
Ist das jetzt angekommen?
Und ja, es ärget mich, dass du nur rausliest, was du willst und es so verdrehst, wie du es willst.
Es ärgert mich, dass ich mir (wo auch immer) das hohe Klagelied aller möglichen Leute anhören darf, wenn ich aber mal versuche die ein oder andere Vorstellung über meinen Beruf richtig zu stellen, "jammere" ich.
Und selbst wenn: ich mache meinen Job gern und ich denke auch ganz gut (Jaja, arme Kinder, ich weiß. Wenn ein Lehrer mal schimpft, kommt das gern mal... und du kannst es ja auch ganz sicher beurteilen)
Du nennst mich kritikunfähig? Du solltest mal deine "Kritik" überprüfen.
Aber erklär mir mal bitte eins: Woran machst du einen "guten Lehrer" aus? Weil die sich nicht auskotzen? Sind das solche Kollegen, die es prima finden, dass ihre Gehälter nicht oder nur marginal erhöht wurden?
Mit Verlaub, das ist Quatsch!
HiHi, dann spiel mal Mäuschen in den Lehrerzimmern
Und noch was: Was heißt denn "sie sich nicht beschweren, wenn sie mal ne AG zusätzlich übernehmen"?
Ich will dir mal was sagen. Ich bin seit über 10 Jahren im Dienst, war an einigen Schulen unhd arbeite seit 7 Jahren an einem Schulzentrum mit allen Schulformen. Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus "mal ne AG zusätzlich übernehmen". Ich auch nicht. Ich würde mich auch nicht beschweren, denn ich täte es einfach nicht, nicht bei dem Gehalt. Ich zahl mein Arbeitsmaterial und meinen Arbeitsplatz schon selbst.
Ich kenne auch KEINEN Schulleiter, der das verlangen würde, weil er nämlich genau weiß, dass zumindest die Kollegen mit Korrekturfächern ausgelastet genug sind.
Ich kenne aber einige wenige, sehr wenige Kollegen, die sich gern mal hinstellen, die Backen aufblasen und erzählen: "HoHooo, da hab ich dann mal eben übernommen.... Ohne mich bricht die Schule ja zusammen und ich bin die rechte Hand des lieben Gottes. Ich koche nicht mit Wasser, sondern mit purem Gold" Die sind dann sowas von engagiert.
Das sind dann die, die sich auf Kosten der Kollegen als besonders darstellen und in ihrem Kreis nur bestehen können, wenn sie sich an dem allgemeinen Lehrer-Bashing beteiligen, um ihm so zu entgehen .... Rückgratlose Feiglinge sind das sicher, aber ob die engagiert sind, kannst du als Letzter entscheiden
Gehaltsentwicklung öffentlicher Dienst:
http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/
Dabei muss man bedenken, dass die Beamten auf Grund von teilweiser / kompletter Streichung der Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld) sich noch schlechter entwickelt haben.
Und was man als beamteter Lehrer maximal so verdienen kann:
http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/b2/
Am Gymnasium sind 90% der Lehrer A13 oder A14, je nach Größe der Schule maximal vier A15 und einer (der Schulleiter) A16. Aus der ersten Grafik sieht man auch: Endgehalt für A13 so ca. 45000€ pro Jahr (12 Gehälter pro Jahr, da Sonderzahlungen gestrichen).
Und mal so zum Vergleich:
Ein Schulleiter führt verantwortlich 80 bis 100 Mitarbeiter, ein Lehrer als Klassenlehrer ca. 30 Mitarbeiter (ja, auch Schüler sind Menschen und wollen ernst genommen werden!). Was verdient man in vergleichbaren Positionen in der "freien" Wirtschaft (die heutzutage dank Staatssubventionen gar nicht mehr so "frei" ist...)?
Und @JUNK:
Jetzt mal raus damit: Was verdienen Sie?
Wenn ich Deinen Status überlesen habe, sorry, ganz ehrlich. Aber ich habe nun wirklich mehr als deutlich gelesen, dass sich die nur angestellten Lehrkörper völlig zu Recht beschweren.
Aber ein: Du schreibst
"Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus "mal ne AG zusätzlich übernehmen".
Tja, eben. Und das ist doch traurig.
Das Gehalt von ANGESTELLTEN Lehrern ist unakzeptabel gering. Ich war selbt mal BAT 2a, und nun, da es BAT gar nicht mehr gibt, es es ja noch einmal weniger geworden. Da brauchen wir uns über Mehr- oder Zuwenigbelastung gar nicht streiten, es ist einfach viel zu wenig. Punkt.
@Mister M und alle anderen: Ich lese hier x-mal, das die verbeamteten Lehrer ja gerade mal "so ca. 45000€ pro Jahr" verdienen. Ja kennt denn hier niemand den Unterschied zwischen brutto und netto??? 5000 Euro brutto/ Monat (das sind 10.000 Deutsche Mark, um es mal deutlich zu machen) in der Privatwirtschaft - und die muss man erst mal dort bekommen - sind 60.000 Euro/ Jahr. Das sind aber netto in Steuerklasse 1 gerade mal ca. 2600 Euro/ Monat.
A 13, das ist das EINSTIEGSGEHALT für den höheren Dienst - und dabei geht es mir überhaupt nicht um Lehrer - beträgt ca. 3.100 Euro brutto - was aber mangels ArbeitslosenVS, Rentenversicherung, etc. ca. 2500 Euro/ Monat ergibt. Verstanden, was ich meine?
Ja, da braucht es dann noch die private KV - die es aber dank solventer Beihilfe zum Spottpreis und mit Kusshand gibt (welche Versicherung hat sonst schon den Staat als Zweitschuldner?).
Der Netto-Unterscheid bei 3100 brutto (A 13, Einstiegsgehalt) zu 5000 Euro für nicht Beamte (die so gut wie nie das Einstiegsgehalt sind) beträgt also gerade mal ca. 250 Euro NACH Abschluss der privaten KV - bei fast 2000 Euro Unterschied brutto! Hier also zu sagen, verbeamtete Lehrer verdienen gerade mal 45.000 brutto im Jahr, ist doch einfach nur völlig sachfremd. Soll ich dazu mal wirklich das Äquivalent bei Nicht-Verbeamtung ausrechenn? Das liegt deutlich über 65.000 Euro.
Der Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland (und der Welt, um noch mal den Bezug zur Grafik oben zu finden) ist NICHT verbeamtet.
Das war übrigens mein erster Kommentar hier, dass diese Grafik oben bei Berücksichtigung der Netto-Gehälter Deutschland mit weitem Abstand auf Platz 1 gesetzt hätte.
Und zum Schluß: A 13 ist NICHT zu viel. Aber es ist ganz gewiss auch nicht wenig und Grund sich zu beklagen.
Will das denn hier keiner verstehen?
Ich will hier keine Glaubenswahrheiten verbreiten, aber ich war vor einigen Jahren mal vertretungsweise an einer Schule, an der im Zuge der Stundenkontingentzusammenstreichungen AGs wegfallen mussten. Ein Kollege, der das schade fand, weil er in den letzten Jahren viel aufgebaut hatte und dem es um seine Schüler leid tat, wollte FREIWILLIG und UNBEZAHLT seine AG im nächsten Schuljahr weiter führen. Ihm wurde gesagt, dass das nicht so einfach sei, von wegen versicherungsrechtlicher Fragen, schulische Veranstaltung ja oder nein, Busverkehr und Zweckverband (=Bezahlung der Fahrtkosten für Schüler!), Schulhaus = öffentliches Gebäude => Zuständigkeit?, ...
Ich weiß leider nicht, wie die Sache letztendlich ausging, da mein Vertrag auslief, aber es sah damals nicht danach aus, als dürfe dieser Kollege einfach so im Schulhaus mit seinen Schülern an einem zusätzlichen Nachmittag eine außerstundenplanmäßige AG abhalten.
Ihr Vorposting beweist, dass Sie außer Vorurteilen keine Ahnung haben bzgl. der Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten:
Was bei den einen "Beihilfe" heißt, nennt sich bei den anderen "Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung" und die Rentenkürzungen sind mittlerweile überall wirkungsgleich auf die Pensionen übertragen worden.
Zudem argumentieren Sie einerseits , "dass Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nicht-Beamten schlicht Unsinn sind" (Posting #9) , weil sie eben keine Sozialabgaben zahlen und undkündbar sind (und Sie meine hier wohl die Gehälter von vergleichbaren Positionen in der sogenannten "freien" Wirtschaft). Andererseits neiden Sie dem "Lehrkörper" die Beihilfe und die Unkündbarkeit, wie man aus ihren Postings herausliest. Und alleine der Begriff "Lehrkörper" (Posting #62) sagt vieles über Ihr Lehrerbild aus, wir bezeichnen Sie als "Juristen" (Posting #16) ja auch nicht pauschal als "Rechtsverdreher" oder "Winkeladvokaten".
In EINEM Punkt gebe ich Ihnen allerdings Recht: Angestellte Lehrer sind hoffnungslos unterbezahlt, insbesondere im Vergleich zu den Gehältern in der "freien" Wirtschaft für vergleichbare, akademische Tätigkeiten. Bei verbeamteten Lehrern ist der Vergleich mit der "freien" Wirtschaft in der Tat schwieriger: Aber einerseits die Beamten-"Privilegien" zu kritisieren UND gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass die im Vergleich zur "freien" Wirtschaft niedrigere Gehälter gerechtfertigt seien, ist einfach nur unehrlich.
Also noch einmal: Was machen SIE (konkrete Positionsbeschreibung), wiviel verdienen SIE (Gesamtjahresgehalt inkl. Sonderzahlungen, Bonusse o.ä.)? Wir haben unsere Karten offen auf den Tisch gelegt, und es interessiert schon, von welchem (hohen?) Ross aus Sie "jammern" (und das tun Sie auch, wenn Sie sich andauernd darüber beschweren, dass es den verbeamteten Lehrern zu gut geht).
Zitat:
[Schülerfreund]:"Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus "mal ne AG zusätzlich übernehmen".
[JUNK]:"Tja, eben. Und das ist doch traurig."
Vielleicht hätte @Schülerfreund anders formulieren sollen:
Kein Kollege würde nach den Zumutungen der letzten Jahre (Streichung von Weihnachtsgeld, Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich, Vergrößerung der Klassenstärken, Senkung der erwarteten Pensionen, unzählbare neue Zusatzaufgaben und -ansprüche für / an die Schulen) freiwillig UNBEZAHLTE MEHRARBEIT auf sich nehmen.
Andere Berufsgruppen wären längst jedes Jahr im Streik, das dürfen die Beamten nicht (wobei dieses Verbot wahrscheinlich gegen EU-Recht verstößt). Denken Sie einmal darüber nach, welchen Vorteil die Geselleschaft dadurch hat, dass sie sich darauf verlassen kann, das eben nicht plötzlich die Schule für 12 Millionen Kinder wochenlang ausfällt...
Alles hat Grenzen!
Woanders bekäme man Überstunden bezahlt, könnte sie abfeiern oder befindet sich in einem Gehaltsbereich, in dem man das erwarten kann, aber bei uns ist das traurig???
Ich verdiene so viel wie ein Facharbeiter. Lass uns mal Facharbeiter suchen, die kostenlos Überstunden machen. Der würde dich milde anlächeln und fragen, ob du in der realen Welt lebst.
Ich jedoch bezahle meine Arbeitsmittel und Materialien komplett selbst.
Finde doch bitte mal eine Friseurin, die die Farbe für die Haare der Kundinnen selbst kauft, ohne sie diesen in Rechnung zu stellen oder eine Sekretärin, die den Telefonanschluss, den soe braucht selbst bezahlt oder den Ingenieur, der seinen Arbeitsplatz selbst finanziert....
Jetzt frage ich nochmal, warum ist das traurig?
Weil wir die erfüllende Arbeit mit uns anvertrauten Menschen nicht verantwortungsvoll ausüben würden, wenn wir uns nicht selbstlos für die nächste Generation aufopfern würden?
Weil einem Lehrer, das Lächeln eines Kindes Lohn genug sein sollte?
Weil man uns mit eben diesem Verantwortungsgefühl, das wir in hohem Maße haben, so prima unter Druck setzen kann?
Die haben immer wieder mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherheit nix gekriegt.
Nichtsdestotrotz wäre ich selbst gern Beamtin und nachdem jetzt die Urteilsbegründung aus Leipzig da ist, werde ich es vielleicht doch noch.
Ich denke, Sie mißverstehen mich - oder wollen es einfach.
Ich habe also "keine Ahnung bzgl. der Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten", denn auch bei den Angestellten gebe es den "Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung"?
Wie gesagt, hatte selbst mal BAT 2a, da gab es das nicht. Vielleicht war es irgendwie in den 3100 Euro brutto, die netto rund 1800 Euro ergaben, enthalten, aber das glaube ich nicht. Nur mein A 13 Kollege, der hatte brutto ein paar Euro WENIGER, kam netto bei gleichem Alter aber auf ca. 2400 Euro. Was bitte gibt es da noch hier zu diskutieren? Erklären Sie es mir, falls Sie es können? Gleiche Arbeit, gleiches Alter, 600 Euro netto Unterschied.
Die folgende Aussage von Ihnen ergibt für mich schlicht keinen Sinn. Sie schreiben:
"...argumentieren Sie einerseits , "dass Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nicht-Beamten schlicht Unsinn sind" (Posting #9) , weil sie eben keine Sozialabgaben zahlen und undkündbar sind...Andererseits neiden Sie dem "Lehrkörper" die Beihilfe und die Unkündbarkeit, wie man aus ihren Postings herausliest.".
Genau. Selbst wenn ich die Richtigkeit Ihrer Behauptungen unterstelle - was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nichtbeamten sind schlicht unsachlich und da ich annehme, Sie sind Lehrer, werden Sie das hoffentlich auch nicht tun, sonst wäre eine kleine steuerrechtliche Nachhilfe dringend nötig. Aber wie gesagt, das werden Sie wohl ebenso sehen. Und JA, auch wenn man einen solchen Brutto-Vergleich als unsachlich erachtet, kann man tatsächlich noch Unkündbarkeit und Beihilfe kritisieren - diese Vegrößeren nämlich den Unterschied im Netto noch einmal im Sinne eines geldwerten Vorteils. Wie soll ich hier ernsthaft mit Ihnen diskutieren, wenn Sie so argumentieren? Was Sie da Schreiben ergibt schlicht keinen Sinn.
Ach ja: Ich "neide" den verbeamteten Lehrern nicht ihre Unkündbarkeit - ich will selbst keine. Jedwede Organisation, deren Mitarbeiter faktisch unkündbar sind, ist unfähig, sich ihrer "schwarzen Schafe" zu entledigen. Man sollte sie zum Wohle der Schüler abschaffen, und auf traurige Bsp. aus der Praxis brauchte ich sicher nicht zu verweisen, auch wenn es sicherlich die Ausnahme ist - es gibt sie, und man wird sie eben deshalb leider nicht los.
Oh je, "Lehrkörper" ist also negativ belegt? Das wusste ich nicht, und meine es auch ganz gewiss nicht so.
Und Schlußendlich: Bitte meine Postings GENAU Lesen, DANN denken, dann Posten. Ich schreibe es hier zum widerholten Mal: Ich habe weder etwas gegen Beamte (diese sind für gewisse hoheitliche Tätigkeiten unersetzbar), noch gegen Lehrer. Nur: Man soll nicht Brutto-Gehälter von Beamten und Nicht-Beamten vergleichen und man soll sich ebenso bei A 13 oder A 14 nicht beschweren. Denn dafür braucht man in der Privatwirtschaft erst mal 5000 Euro brutto/Monat und hat gleichzeitig eben nicht diese Privilegien.
Das ist doch nicht so schwer zu verstehen? Und @Mister M - es geht hier nicht um Ihr Gehalt und auch nicht um meins, weshalb ich darauf nicht eingehen werden. Sondern nur um solche absonderlichen Vergleiche.
das stimmt. Ich ärgerte mich in diesem Zusammenhang nur mehr über die geringe Solidariät unter Lehrern. Es ist so leicht, uns gegeneinander auszuspielen. Ich gebe es ja auch zu, dass ich stinksauer bin, dass ich mit E11 (als Beamtin wäre es A12) zufrieden sein muss, während am Gymnasium deutlich mehr verdient wird. E11/A12 sind Gehälter von Fachhochschulabsolventen. Ich habe auch ein Hochschulabschluss, aber werde nicht entsprechend bezahlt. Das macht mich nochmal sauer und ist prima dazu geeignet, dass wir untereinander eben nicht solidarisch sind.
ich neide niemandem seinen Beamtenstatus...außer er bekommt seinen Augenarzttermin innerhalb von einer Woche und ich muss 6 Monate warten...
Aber um mal konkrete Zahlen zu nennen:
Alter: Anfang 50
Steuerklasse 1
TVL 13
gesamt Brutto (mit Krankenkassenzuschuss)4.502 €
Auzahlungsbetrag Netto 2.134 €
Überstunden oder Plusstunden so um die 150....
Natürlich gibt es einen Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben. Alle Beiträge zu den Pflichversicherungen werden zu 50% vom Arbeitgeber übernommen und direkt an die zuständige Krankenversicherung abgeführt. Dieser Arbeitgeberanteil erscheint nirgendwo auf dem Lohnzettel. Um zu vergleichen, was ein Angestellter den Arbeitgeber monatlich "kostet" muss er noch auf das ausgewiesene Bruttro drauf geschlagen werden.
Meines Wissens ist der Aufwand für die anteilige Privatversicherung von beihilfeberechtigten Lehrern nicht wesentlich geringer als der Arbeitnehmer-Anteil für eine gesetzliche Krankenkasse (also etwa 250€ bei Brutto 4000€), der einzige mit bekannte gravierende Unterschied ist die Einsparung des Rentenversicherungsanteils von in diesem Fall ca 400€. Die Einkommensteuer wird genauso erhoben wie bei Nicht-Beamten.
Ganz ehrlich: ich kann Ihrer Arbeitszeitbeschreibung genauso wenig glauben, wie dem Klagelied von 90% meiner niedergelassenen Kollegen, die behaupten, dass sie für die Behandlung ihrer Patienten eigentlich gar nicht mehr bezahlt werden.
Warum muss denn selbst in so einem Forum diese Polemik weiter geführt werden?
Wenn ich Ihnen persönlich jetzt Unrecht tue, dann verzeihen Sie das bitte, aber Ihre Beschreibung passt einfach überhaupt nicht zu meiner Wahrnehmung.
Von befreundeten Lehrern werde ich oft v.a. wegen der Nacht- und Wocheneddienste bedauert und natürlich könnte ich spätestens bei der dritten Bitte um Hausbesuch in derselben Nacht in den Telefonhörer beißen, aber die Tätigkeit, die mich persönlich am meisten nervt - und das ist der Grund warum ich niemals Lehrer sein könnte und alle einigermaßen sortierten Lehrer dieser Welt bewundere - was mich am meisten nervt, sind die Besuche der Altenheime. Da kann ich mir die Zeit frei wählen, keiner setzt mich unter Druck, keiner erwartet von mir, das ausgerechnet dann zu machen, wenn ich sowieso schon total kaputt bin. Ich kann, aber ich muss eben auch, mir diese Besuche selbst einteilen. Dieses Gefühl "noch Hausaufgaben erledigen zu müssen" darauf bin ich regelrecht allergisch, und das ist ja für Lehrer allgegenwärtig. Das stelle ich mir anstrengend vor!
Ja, sie tun mir unrecht, wenn Sie mir nicht glauben. Genau das ist der Punkt. Wenn ich nach einem durchkorrigierten Wochenende glücklich in einer Klasse meine Arbeit herausgebe, aber in den anderen nur angemosert werde, warum ich denn für deren Arbeit schon wieder länger als eine Woche gebraucht habe, wird mir auch nicht geglaubt, wenn ich sage, ich hätte es zeitlich nicht geschafft. Genauso glaubt mir meine weiter entfernte Familie nicht, wenn ich von drei Kommunionen nur zu der meines Patenkindes kommen kann, weil ich dann die beiden anderen Wochenenden komplett durchkorrigieren muss. Aber ich bin es ja gewohnt, dass jeder außer mir selbst genau weiß, dass ich nicht belastet bin und der Lehrerjob der allercoolste und am besten bezahlte überhaupt ist.
Eine Frage: Welchen Grund hätte man, in einem ANONYMEN Forum zu lügen. Selbstbetrug? Aber vielleicht (und erst hier werde ich bewußt polemisch, wo war ich das denn in meinem früheren Beitrag?) sind wir ja alle wandelnde Psychopathen und Kinderhasser, die "nur weil sie in der Realität nicht zurechtkommen, diesen Beruf gewählt haben". Aber ich kann Ihnen garantieren, dass 5 Stunden mit jeweils 30 Kindern, denen man so nebenbei "mit Spass" gymnasiale Inhalte beibringen soll, einen ganz schnell auf den Boden der Realität zurückholen.
Und nochmal: Was uns Lehrer so besonders nervt, ist, dass Menschen über KEINEN anderen Berufsstand solch vorschnelle Behauptungen aufstellen, wie über unseren, à la: "So, der Herr Meier ist ja schon wieder um 13.30 Uhr zuhause. Lehrer müßte man sein!"
Ja, wir verdienen ziemlich gut (und ich bin übrigens nicht verbeamtet).
Ja, unser Arbeitsplatz ist relativ sicher.
Ja, man hat in vielen Dingen freie Zeiteinteilung.
Aber:
Dieser Beruf ist kein Halbtagsjob.
Dieser Beruf ist akademisch.
Dieser Beruf ist auch körperlich und nervlich sehr anstrengend.
Dieser Beruf frißt das Privatleben (räumlich und zeitlich).
Und damit mich keiner falsch versteht: Ich behaupte keineswegs, dass dies für Ärzte, Erzieher, wen auch immer, nicht genauso gelten kann. Aber hier möchte ich nicht den gleichen Fehler machen, wie die Menschen, die mir auf die Nerven gehen. Ich weiß es nicht genau, deswegen stelle ich keine solch vorschnellen Behauptungen auf.
Leider konnte ich nicht in die PKV, weil mich keine genommen hat. So zahle ich als freiwillig Versicherter den Arbeitgeber und Arbeitnehmer Anteil, also doppelt!
Doch ganz abgesehen davon. Es scheint noch nicht überall angekommen zu sein, dass die Schulen und damit die Lehrer und auch jetzige Schülergenerationen die Zeche für Nachlässigkeiten der Gesellschaft zu tragen haben. Die Schulklassengröße hat man aufgestockt, während Schüler heute unruhiger, aufsässiger und egoistischer sind. 70db Lautstärke in einer Klasse ist die Norm!
Ich bin gerne bereit auch weiterhin für ein Butterbrot abgespeist zu werden, doch sollten dafür wenigistens die Arbeitsbedingungen stimmen. In anderen Ländern Europas sind die Klassen deutlich kleiner. Ich weiß das mit Sicherheit zu sagen, denn ich hab gekündigt und arbeite jetzt viel entspannter im Ausland
1. Ich vermittele keine gymnasialen Inhalte sondern Hauptschulinhalte.
2. Ich finde nicht, dass ich gut verdiene (auch nicht verbeamtet, aber auch nur nur Hauotschule).
Abgesehen davon muss ich ihr unumwunden zustimmen.
Mit "Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung" meinte Mr. M also den AG-Anteil zur allen Sozialabgaben - klar, natürlich gibt es den. Nur: Er nützt halt nicht viel. Wie gesagt, meine selbst erlebtes Bsp: BAT 2a = 3100 brutto und 1800 netto, A 13 bei gleicher Arbeit, gleicher Ausbildung und gleichem Alter 2400 netto.
Deine "Ja, aber"-Liste finde ich glaubhaft. Und das ist doch das Traurige hier, dass (u.a.) auch mir unterstellt wird, ich habe hier eine falsche Vorstellung und sowieso etwas gegegen Lehrer. Überhaupt nicht. Nur bis Du hier mal die erste, die "Ja, aber"-sagt, spricht eben auch die Vorteile nennt statt immer nur zu Jammern - denn, wirklich, das muß jedenfalls ein beamteter Lehrer nun wirklich nicht. Nicht vor 10 Jahren und garantiert nicht in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen Betriebe von heute auf morgen ihre Belegschaft abbauen, 60 h für Akademiker sowieso völlig normal sind und - gerechnet am Netto-Verdienst - ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14 verdient.
Das sollen sich alle Lehrer einfach mal - so wie Du offfenbar - bewußt machen. Damit wäre schon mal viel erreicht. Um mehr jedenfalls ging es mir hier nicht.
Zitat:"...garantiert nicht in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen Betriebe von heute auf morgen ihre Belegschaft abbauen, 60 h für Akademiker sowieso völlig normal sind und - gerechnet am Netto-Verdienst - ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14 verdient."
Ach ja, 18 Monate Kurzarbeitergeld (in der deutschen Industrie heutzutage üblich) ist also "von heute auf morge ihre Belegschaft abbauen". Nicht zu vergessen, dass für die allermeisten Arbeitnehmer das Kündigungsschutzgesetz gilt (müssten Sie wissen, als Jurist, oder lernt man das im Jurastudium nicht mehr?)
Zudem: 60h Stunden Wochenarbeit für Akademiker glaube ich Ihnen --- für Führungskräfte. Die werden dann aber auch außertariflich bezahlt. Wer sich als Nicht-Führungskraft ohne Überstundenbezahlung (und das wollen Sie mit Ihrer Aussage uns wohl als "Normalfall" suggerieren) dazu bereiterklärt, ist selber Schuld. Für solche Fälle gibt's den Betriebsrat und die Arbeitsgerichte (auch das lernt man im Jurastudium).
Und natürlich verdient nur "ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14". Ist ja auch logisch, wer würde jahrelang auf eigene Kosten studieren (heutzutage zahlen die Studenten sogar Studiengebühren), wenn er dann nicht die Aussicht auf ein überdurchschnittliches Gehalt hätte. Selbstverwirklichende Sozialromantiker sind die Wenigsten, dass müsste doch gerade Sie als Jurist wissen...
sei mir nicht böse, aber die ewig gleichen Leiern nerven langsam. Die wenigsten Lehrer verdienen A13/14. Die Regel ist A12/E11 oder E13, jedenfalls in NRW.
Du zauberst Vergleiche aus dem Hut, wie sie dir auch immer passen.
Klar, im Vergleich zu einer Verkäuferin verdient ein Lehrer viel.
Im Vergleich zu einem (erfolgreichen) Manager arbeiten Lehrer wenig.
Was mir bei deinen Beiträgen aber am meisten auffällt ist, dass du nur auf das eingehst, was deine Ansicht (nach deiner Meinung) stützt. Du bist nicht an einem Austausch interessiert nicht daran, was diejenigen sagen, die es betrifft.
Du bist der Fachmann und Lehrer jammern. Das ist kurzum das Fazit dessen, was du schreibst
Scheinbar nutzt es gar nichts, wenn ich x-mal Schreibe, der Beruf des Lehres gerade kein lauer Halbtagsjob ist, dass er extrem viel Verantwortung bedeutet, dass er nicht überbezahlt ist. Offebar wollt Ihr mir das hier aber unterstellen. Die "Opferrolle" mögen MANCHE Lehrer offenbar gerne. Na dann bitte. NOCH MAL: Ich schrieb nur, dass man sich als verbeamteter Lehrer nun wirklich nicht beklagen soll.
@Mister M:
- Das KündungsschutzG nützt Ihnen nicht viel bei betriebsbedingten Kündigungen. Aber vor allem: Es ist wirklich peinlich, wenn Sie hier anfangen, die Jobsicherheit als Beamter zu relativieren, weil sich andere ja aufs KündigungsschutzG berufen könnten. Unfassbar. Unfassbar peinlich.
- 60 Stunden/ Woche "nur für Führungskräfte": Ich lache laut - Willkommen im Leben! Unfassbar, wo leben Sie denn eigentlich? Entweder wirklich jenseits von gut und böse oder Sie entstammen einer Generation, in der das sicherlich tatsächlich so war. Heute ist es - leider - unter Akademikern mehr die Norm als die Ausnahme.
- Zu Ihrem letzen Absatz:
>>Und natürlich verdient nur "ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14". Ist ja auch logisch, wer würde jahrelang auf eigene Kosten studieren...wenn er dann nicht die Aussicht auf ein überdurchschnittliches Gehalt hätte.<<
Genau, da haben Sie Recht. Aber genau das sage ich ja die ganze Zeit, das verbeamtete Lehrer durchaus ANGEMESSEN bezahlt werden (nur eben die angestellten nicht)! Sie picken einen Teilsatz aus seinem Sinnzusammenhang heraus und protestieren. Ich schrieb nur, dass man sich bei einem A 13/14-Gehalt NICHT BEKLAGEN soll, weil eben Netto nur Wenige das Gleiche verdienen. DAS IST ALLES. Ich schrieb mehrfach, dass das Gehalt angemessen ist. Was soll das bitte? Führen Sie doch bitte eine konstruktive und faire debatte. Scheibar haben Sie daran aber kein Interesse. Und offenbar haben Sie ständig das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.
@Schülerfreund: Sorry, wirklich nicht böse gemeint, aber - Ihr seit doch nicht lesegestört: Ich schrieb hier wirklich wieder und wieder, dass es mir um die verbeamteten Lehrer geht, die sich bitte nicht beklagen sollen. NICHT UM DIE ANGESTELLTEN. Punkt. Ich schrieb x-mal, dass die nur angestellten Lehrer sich vollkommen zu Recht beschweren. Wieso kommst Du nun mit "E 11 und E 13" - das darf doch hier echt nicht wahr sein.
Ich gebe auf, bedanke mich bei allen engagierten Lehrern, die m.E. angemessen bezahlt werden, für Ihren mehr als extrem wertvollen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft und freue mich, wenn ich nicht immer wieder hören müsse, wie schlecht es Ihnen geht. Die Mehrzahl aller Berufe muss heute hart ran. Da ist der Lehrerberuf keine Ausnahme. Ein rein angesteller Lehrer ist m.E. allerdings tatsächlich unterbezahlt. Und ich bin mir leider fast sicher, selbst in diesem Absatz findet Mr. M nun wieder eine generelle Lehrerschelte.
Auf Wiedersehen!
...weil es eben nicht zusammen passt, wenn du sagst, sie "jammern" und gleichzeitig meinst anzuerkennen, dass es "kein lauer Halbtagsjob" sei. Du kannst nur eine von beiden Seiten vertreten.
...und weil ich auch Lehrer bin. Ob verbeamtet oder angestellt, ist für die Arbeitsbelastung vollkommen egal. Die ist gleich!
Ich beschwere mich bitter und böse und stinksauer über mein Gehalt, aber die Arbeitsbelastung haben alle gleich (wenn sie nicht gerade Sport und Erdkunde oder swonstwas in der Art unterrichten). Jedoch "jammern" kann man nur über eine Arbeitsbelastung, die ändert sich aber nicht durch ein unterschiedliches Gehalt.
Also fühle ich mich bei deinem ständigen "Lehrer jammern" auch angesprochen, weil ich ja auch Lehrer bin .... kapiert????
Entscheide dich für einen Standpunkt und vertrete diesen angemessen, setz dich mit anderen Meinungen auseinander, beleuchte sie kritisch, aber sprech ihr ihre Glaubwürdigkeit, gehe auf andere ein und bilde dir so eine eigene Meinung.
Ich sagte schon, du suchst dir Beispiele aus, wie sie dir belieben und erkennst andere Meinungen nicht an. Du weißt aber alles besser, polemisiert, aber argumentierst nicht.
- 60 Stunden/ Woche "nur für Führungskräfte": Ich lache laut - Willkommen im Leben! Unfassbar, wo leben Sie denn eigentlich? Entweder wirklich jenseits von gut und böse oder Sie entstammen einer Generation, in der das sicherlich tatsächlich so war. Heute ist es - leider - unter Akademikern mehr die Norm als die Ausnahme.
So ein Quatsch! Schon mal davon gehört, dass auch Lehrer Freunde, Bekannte und/oder Partner aus dem "echten Leben" haben? Die erzählen uns dann wie es im echten Leben zugeht, wenn wir aus unserer Höhle kriechen.
Solche, die 60 Stunden und mehr arbeiten, verdienen auch entsprechend. Die anderen arbeiten nicht mehr als wir auch.
Ich glaube, ich verstehe einfach Deine (Eure?) Logik nicht. Du schreibst:
"...weil es eben nicht zusammen passt, wenn du sagst, sie "jammern" und gleichzeitig meinst anzuerkennen, dass es "kein lauer Halbtagsjob" sei. Du kannst nur eine von beiden Seiten vertreten.
Falsch. Was ist das denn für eine Logik? Ja, ich bin überzeugt, Lehrersein ist "kein lauer Halbstagsjob". Das verbietet es mir aber nicht zu sagen, sie sollten nicht jammern! Was ziehst Du denn bitte für kuriose Schlußfolgerungen? Im Umkehrschluss würde dies beuteten, jeder, der eben keinen "lauen Halbstagsjob" hat, dürfte jammern. Und da widerspreche ich Dir klar! Viele, m.E. die meisten Jobs, fordern heute sehr viel. Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder direkt beschweren würde? Das ist eben dieses Anspruchsdenken, dass nach meiner (und nicht nur meiner) Beobachtung leider viele Lehrer haben. Man muss eben nicht automatisch "jammern", nur weil einen der Job fordert, weil er anstrengt und es eben "kein lauer Halbstagsjob" ist! Aber genau dieser Punkt, diese Einstellung von Dir, macht mehr als deutlich, worum es mir geht (und einigen anderen, die sich hier im Laufe der Diskussion zu Wort gemeldet haben): Das EINIGE Lehrer einfach bei jeder Belastung - und ja, es ist eine - betonen müssen, wie schwer es ihnen geht. Glaubt mir: Nicht nur Euch, und deshalb kann ich und einige andere es einfach nicht mehr hören. Das war auch schon alles.
Du schreibst weiter:
"...und weil ich auch Lehrer bin. Ob verbeamtet oder angestellt, ist für die Arbeitsbelastung vollkommen egal. Die ist gleich!"
Ja, klar ist die Belastung gleich. Aber es macht wohl einen Unterscheid, ob ich dafür als Angesteller 1800 netto oder als Beamter 2500 netto bekomme, oder?
Du kritisiert meine Art zu diskutieren. Ich kann hier nur feststellen, dass ich auf meine Einwände von Dir oder Mr. M nicht eine Antwort erhalte. Während ich die Kündigungssicherheit von Beamten als durchaus geldwerten Vorteil bewerte, kommt Mr. M damit, dass Angestellte ja das KündigungsschutzG haben. Hallo? Das ist ja schon Realsatire. Auf meinen Standpunkt, verbeamtete Lehrer sollten sich nicht beschweren, antwortest Du, die meisten seien aber E 11 oder 13, also Angestellte. Sorry, aber das war nicht meine Aussage.
Das passt hier vorne und hinten nicht zusammen und zeigt mir eigentlich nur, dass eine Sachauseinandersetzung darüber - mehr schrieb ich nicht - dass verbeamtete Lehrer angemessen bezahlt werden und sich eben deshalb nicht beschweren sollen - gar nicht möglich ist.
Schade eigentlich. Du und andere lesen mir in jeden Satz hinein, ich würde meinen, Lehrer hätten einen einfachen Job oder seien überbezahlt. Ich erachte beide Aussagen für falsch, ganz ehrlich. Aber eine neue - rein subjektibe - Meinung habe ich hinzugewonnen: Diskutiere nie mit Lehrern, sie wissen es immer besser. Aber das wussten wir ja schon zu Schulzeiten, oder?
1. Ich "jammere" nicht. Ich stelle mitunter heraus, dass ich viel zu tun habe. Das halte ich für legitim, denn das tut jeder andere auch. Also darf ich das auch. Nur eben bei uns Lehrern ist alles gleich "Jammern" .... Hast du das jetzt kapiert?
Die Wahrnehmung gegenüber Lehrern ist diesbezüglich deutlich sensibler als gegenüber anderen.
Ich frage mich auch, ob du mein Posting überhaupt gelesen hast, denn ich schreibe, dass ich stinksauer über mein deutlich niedriegeres Gehalt bin, und mich zu fragen, ob ich den Unterschied nicht sehe..... sei froh, dass du meine Verbalsalve nicht abbegkommst.
Aber jetzt zu der Unverfrohrenheit ansich.
Du schreibst:
"Auf meinen Standpunkt, verbeamtete Lehrer sollten sich nicht beschweren, antwortest Du, die meisten seien aber E 11 oder 13, also Angestellte. Sorry, aber das war nicht meine Aussage."
Erstens hast du das völlig aus dem Zusammenhang genommen und zweitens daher auch falsch zitiert.
Ich habe gesagt, dass die wenigsten Lehrer A13 bekommen, was du als gängiges Gehalt genommen hast.
Ich habe gesagt, dass es sehr viel mehr Lehrer gibt, die weniger verdienen, weil Grund-, Haupt- und Realschullehrer eben A12 verdienen (und das sind zahlenmäßig mehr als gymnasiale Lehrer oder Berufschullehrer. Wenn sie dann zudem nicht verbeamtet sind, verdienen sie nur E11 und wenn Gymnasiallehrer nicht verbeamtet sind, verienen sie E13 ..... Nochmal: Zahlenmäßig dürften mehr Lehrer E11, E13 oder A12 verdienen als A13 oder darüber .... ist das jetzt klarer geworden?
Wenn du nochmal etwas zitierst, dann mache es nicht so unredlich.
So wie du diskutierst, kann ich mir gut vorstellen, dass man das nicht mit Lehrern machen sollte ..... Jedoch solltest du so auch bei anderen Berufsgruppen vorsichtig sein.
Lehrer und Juristen unterscheiden sich in einem Punkt:
Sie mögen zwar gleichermaßen besserwisserisch sein, aber der Jurist ist dabei auch noch überheblich.
So, und jetzt habe ich keine Lust mehr auf den Austausch mit dir
Zum guten Schluß: Einfach mal ganz nach oben Scrollen, zur Grafik, sich anschauen, dass die deutschen Lehrer international mit das beste Gehalt haben - würde man die Verbeamtung berücksichtigen, dann sicherlich das Beste von allen (kann mir kein Land dieser Erde vorstellen, in dem bei gleichem Netto 3100 zu 5000 brutto stehen). Und weißt Du was? Von mir aus gerne.
Aber Klagen/ Jammern, oder auch nur, wie Du Dich selbst beschreibst, "herausstellen, viel zu tun zu haben", kann ich angesichts dessen nicht hören - ja was denn sonst? Das hat der Rest der deutschen Arbeitnehmerschaft nämlich auch. Ganz ohne ÖD-Annehmlichkeiten. Sorry, ich vergaß, zumindest einige dürfen nicht, da verbeamtet, demonstrieren. Das schränkt natürlich extrem ein.
Ok, genug Polemtik.
Noch was zu den 60h: Fast alle meiner Schulfreunde, die eine Akademiker-Laufbahn einschlugen (gewiss nicht nur Juristen), arbeiten heute zwischen 50 und 60 Stunden. Das Ihr das hier bezweifelt, kann ich echt nicht ganz glauben. Zeigt mir aber, dass zumindest EINIGE (und hoffentlich nicht mehr) Lehrer noch nicht so ganz in der Jetzt-Zeit angekommen sind. Ich empfinde es gewiß nicht als erstrebenswert, so viel zu arbeiten, müsste aber suchen, wer das als Dipl-Chemiker, Jurist, Arzt, Architekt nicht tut.
So ist das leider. Und deshalb, sich selbst mit der - gewiss auch als Lehrer gegebenen - nicht unerheblichen Arbeitsbelastung mal zurücknehmen. Vor allem angesichts der Ergebnisse dieser Studie, die mal der Ausgangspunkt dieser Diskussion hier war.
Du vergisst, dass auch Juristen Beamte sein können. Ich weiß das mit Gewissheit zu sagen. Ist meine Schwester (Juristin) mit A13 angefangen, stand sie nach 6 Jahren bereits bei A15. Als Lehrer hat man diese Aufstiegsmöglichkeiten nicht!
Zweitens hat sie jetzt bei Vollzeittätigkeit wegen Mutterschaft die Möglichkeit nur 2 Tage im Büro zu erscheinen, den Rest erledigt sie von zu Hause. Und wenn die Computerverbindung aus welchem Grund auch immer mal wieder nicht funktioniert, arbeitet sie halt nicht, bei voller Bezahlung. Auch diese Möglichkeit, die nicht nur verbeamteteten Juristen zusteht, haben Lehrer nicht!
Drittens. Zum wiederholten Male. Auch wenn du es nicht hören willst. Nur eine Minderheit der Lehrer ist A13 oder höher. Die meisten sind A12 oder eben angestellt!
Viertens: Hast du jemals Statistiken selbst erstellt? Wahrscheinlich nicht, denn dann wüsstest du, dass hinter einer Statistik eine bestimmte Motivation liegt. Was ich sagen will. Glaub nicht alles, was du siehst, denn das, was du siehst, ist nur ein gewolltes Endergebnis und nicht unbedingt ein wirklichkeitsgetreues Bild. Wusstest du z.B., dass viele Lehrer anderer Länder nach dem Ausscheiden aus dem Dienst für langjährige Tätigkeit eine nicht geringe Bonuszahlung erhalten? Diese fehlt natürlich in der Statistik.
Auch ist Arbeitszeit nicht gleich Arbeitsbelastung. Ich will nicht Jammern, wie du es jedem Lehrer, der sich beschwert unterstellst. Aber die Arbeitsbelastung heute ist sicherlich bei Lehrer bei weitem höher, als die von Juristen!
Und zu guter Letzt. Ein Lehrer in Deutschland hat nicht die Möglichkeit auf Bonuszahlungen. Doch gibt es die in anderen Akademikergruppen. Natürlich fließen auch diese in keine Statistik ein.
Das Lehrergehalt A12 oder angestellt ist objektiv gesehen unter Akademikern in Deutschland im unteren Bereich anzusiedeln. Aufsteigsmöglichkeiten gibt es praktisch keine. Versetzungsmöglichkeiten sind mit derart hohen Hürden verbunden, dass es Jahre dauert! In meinem Falle 5!!! Was machst du, wenn dir ein Job nicht gefällt. Richtig, du bewirbst dich einfach woanders. Wir haben diese Möglichkeit nicht.
Unter Einbezug des schon unterdurchschnittlichen Gehaltes (A12 oder angestellt) in Verbund mit den besonderen Schwierigkeiten ist das Lehrergehalt sicherlich nicht mehr als saumäßig.
Junk, bevor du also wieder unwissentlich Falschmeldungen verbreitetst, beschäftige dich bitte ein bisschen genauer mit der Sache! Das kann man, so glaube ich, verlangen. Nichts für ungut
Meines Wissens wird in der Öffentlichkeit nur über die SPITZENmanagergehälter und die Bezahlung der Lehrer diskutiert. Bei den Managergehältern ist der Fall klar, die sind unanständig hoch und nur so wichtige "Entscheider" wie Ackermann und Co. halten das für angemessen. Bei den Lehrern bleibt es aber seltsam nebulös. Bekommen wir nun zuviel, zuwenig oder ist es angemessen? Der Argumente sind gar viele, aber eins scheint sich doch heraus zu kristallisieren: Das mit dem Geld geht schon im Großen und Ganzen in Ordnung. Viel Arbeit, ordentliches Geld. Schön!
Die Unzufriedenheit der Lehrer bezieht sich eigentlich auch nur auf die Ungleichheit innerhalb eines Kollegiums oder zwischen den Schulformen. Das sind Systemfehler, die nur einer zu verantworten hat: Der Arbeitgeber. Und diesem Arbeitgeber ist man, nun ja, ausgeliefert, denn er bietet einem ja einen geldwerten Vorteil, ein rares Gut, nämlich die hochgeschätzte Unkündbarkeit. Vielen Dank dafür!
Freiheit und Sicherheit sind zwei Dinge, die sich manchmal ausschließen, und betrachtet man den aktuellen Lehrermangel, scheint eines klar zu sein: Auf dem "Arbeitsmarkt" ist die Ware "Beschäftigung als Lehrer" offensichtlich nicht attraktiv genug, um auch nur das "Kerngeschäft" zu bewältigen. Netterweise haben aber auch die Länder auf der anderen Seite gar nicht mehr Geld, um auch mehr Lehrer zu beschäftigen.
Und so ist es dann, wie mit vielen Diskussionen im Bildungsbereich. Es wird viel geredet und wenig gehandelt, denn Handeln hätte Konsequenzen. Die Devise lautet: Wenn der Doppeljahrgang (ABI) durch ist, sinken auch insgesamt die Schülerzahlen, alles entspannt sich etwas. Bis dahin: Augen zu und durch. Da stellt doch kein Bundesland mehr Lehrer ein als unbedingt nötig, die hängen einem dann später nur auf der Tasche.
Denn Lehrer haben "nur" eins gelernt: Lehrer sein. Keine relevante Zahl an Lehrern kann seinem Arbeitgeber die lange Nase zeigen und "Ätschi, dann geh ich eben zur Konkurrenz" sagen. Selbst ein Bundeslandwechsel, oder auch nur ein Schulwechsel innerhalb eines Bundeslandes ist ein Abenteuer.
Nötig wäre also ein Angleichung der Lehrergehälter und der Beschäftigungsverhältnisse. Im Sinne der Besitzstandswahrung muss es also zu einer Erhöhung der niedrigeren Gehälter kommen.
Und eine Anmerkung noch zur "Arbeitszufriedenheit" der Lehrer. Jetzt gabs doch mal wieder eine Untersuchung, die ergeben hat, dass die Qualität des Unterrichts nicht steigt, wenn die Klassen kleiner sind. Es steige lediglich die "Arbeitszufriedenheit" der Lehrer. Die fühlen sich dann wohler. Soso. Na, dass das kein Argument für kleinere Klassen ist, leuchtet mir voll ein. Deshalb haben ja erfolgreiche Unternehmen auch kein Kickertische, Erholungsräume, Psychologen, Firmensport, regelmäßige Supervision, usw...
Zitat:
"Die Devise lautet: Wenn der Doppeljahrgang (ABI) durch ist, sinken auch insgesamt die Schülerzahlen, alles entspannt sich etwas. Bis dahin: Augen zu und durch. Da stellt doch kein Bundesland mehr Lehrer ein als unbedingt nötig, die hängen einem dann später nur auf der Tasche."
Ganz sicher NICHT, denn:
"Das Finanzministerium sieht für die kommenden Jahre drastische Steuerausfälle voraus. Nach Informationen des SPIEGEL gehen Experten des Hauses wegen der Krise insgesamt von Mindereinnahmen in Höhe von 300 Milliarden Euro bis 2013 aus."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,622426,00.html
Man wird die Klassen NICHT verkleinern und man wird die Arbeitsbelastung NICHT senken.
Man wird es uns als Erfolg verkaufen, dass unter den kommenden Bedingungen die Klassen nicht noch weiter vergrößert und die Arbeitsbelastung nicht noch weiter erhöht wird.
Und @Leser:
Die Krönung wäre natürlich noch, wenn besagte beamtete Juristin für ihre Heimarbeit das Arbeitszimmer vom Dienstherrn ausgestattet bekommt oder wenigsten von der Steuer absetzen kann. Beides trifft für Lehrer nämlich nicht zu...
Natürlich bekommen andere Beamte (Justiz, Finanz,...) ihren Heimarbeitsplatz vom Arbeitgeber zu einem sehr großen Teil gestellt.
Wir halten mal fest: Die Lehrer stellen auch unter den Beamten die Gruppe der Vollidioten dar!
"Die Krönung wäre natürlich noch, wenn besagte beamtete Juristin für ihre Heimarbeit das Arbeitszimmer vom Dienstherrn ausgestattet bekommt oder wenigsten von der Steuer absetzen kann. Beides trifft für Lehrer nämlich nicht zu..."
Wahrscheinlich kann sie beides!
Ich glaube nicht, dass Musikus es sogemeint hat, dass es sich für uns entspannt, sondern für die Arbeitgeber, die dann eh nicht mehr so viele Lehrer einstellen müssen
Kündigungsschutz?
de facto haben viele Berufe Kündigungsschutz
laut eigenem Bekunden:
AOK-Angestellte/Beamte
Angestellte in Großbetrieben (z.B.Ford )sind, wenn nicht gerade die Weltwirtschaftskrise allle 80 Jahre kommt, praktisch verbeamtet
60 Stunden/ Woche "nur für Führungskräfte":
ich kenne genügend Ingenieure, die gut mit der 45 Std-Woche durchkommen und mich wegen meines Gehaltes und Arbeitszeit bemitleiden.
Gehalt:
netto 2500
auf netto 3000 kommt auch der ungelernte Fabrikarbeiter in obengenannten Großbetrieben!
(Familienvater, persönlich bekannt)
Vergiss es.
Als Lehrer arbeitest du von 8-13:30 Uhr mit drei Monaten Ferien, während alle anderen 60 Stunden die Woche schuften müssen und nur vier Wochen Urlaub haben.
Und dafür bekommst du netto, was alle anderen nicht einmal brutto bekommen.
Zusätzlich bist du unkündbar, während alle anderen von heute auf morgen auf Hartz4 gesetzt werden können.
SO ist das Leben, weiß doch jedes Kind, war ja schließlich jeder in der Schule...
@ disappointed: Tja, die Besoldungstabellen der Beamten liegen offen und sind jederzeit einsehbar. Die Gehälter der Beschäftigten in der "freien" Wirtschaft sind da etwas, nun ja, etwas geheimer. Dort werden vermutlich die Spannen zwischen guter und schlechter Bezahlung noch größer sein als zwischen verbeamtetem und angestelltem Lehrer. Ein Offenlegen dieser Zahlen könnte den sozialen Frieden nachhaltig stören - teilweise verdienen ja Beschäftigte im selben Großraumbüro mit gleichem Arbeitsbereich unterschiedlich viel, weil sie es vielleicht im Einstellungsgespräch so ausgehandelt haben, oder weil die Wirtschaftslage damals besser oder der Arbeitsmarkt knapper war.
Du schreibst:
"Aber die Arbeitsbelastung heute ist sicherlich bei Lehrer bei weitem höher, als die von Juristen!"
Ähm. Ernst gemeint? Ich kenne eigentlich nur Juristen, die irgendwann zwischen 20 und 21 Uhr aus der Kanzlei kommen und GARANTIERT am Samstag noch mal den halbten Tag dort verbringen. Damit will ich gewiss nicht sagen, Lehrer arbeiten wenig. Engagierte Lehrer arbeitet zweifellos viel. Aber jeden Tag bis 8-9 Uhr, und Samstags?
Zur Statistik: Natürlich kenn auch ich den Satz, "glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst..." - klar. Aber, wenn Du schreinst, jede Statistik wird immer mit einer bestimmtem Motivation erstellt: Ich glaube kaum, die OECD-Studie wollte deutsche Lehrer anprangern. Und natürlich gibt es immer eine Grauzone. Die wird aber kaum so groß sein, die deutschen Lehrer vom Spitenfeld auf das Mittelfeld zu platzieren.
Und nochmal: Sie können m.E. auch gern da oben an der Spitze sein. Sind sie engagiert, passt das ja auch. Nur haben sie ob Ihrer Verbeamtung leider die Möglichkeit, das nicht zu sein. Während der nur angestellte Lehrer ob engagiert oder nicht ohnehin der Dumme ist. Und eben deshalb sollten sich m.E. die verbeamteten Lehrer nicht beschweren. Kein Traumjob, mag sein, aber bei dem Gehalt und der Sicherheit auch mehr als akzeptabel.
treffender hätte ich es auch nicht sagen können
@Musikus:
klar, so ist es. Eingestellt wird niemand, aber gelichzeitig wird so getan, als fände man keine Lehrer.
Und
Ist dir schonmal aufgefallen, dass Beschäftigte in der freien Wirtschaft eher ungeniert über ihre erektilen Dysfunktionen sprechen, über ihren Fußpilz oder die vielen Liebhaber der Gattin als über ihr Gehalt?
Die beantworten dir jede noch so indiskrete Frage, aber wenn du sie nach ihrem Gehalt fragst, kommt: "Sorry, aber das ist mir jetzt zu persönlich!" ... Wie kommt das nur
@dissapointet:
Ich habe eine Bekannte, die Sekretärin bei der Telekom ist. Sie verdient nicht nur deutlich mehr als ich (700€ netto) Sie hat auch noch krnakheitsbedingte Fehltage im dreistelligen Bereich.... also wenn das keiner Verbeamtung nahe kommt, dann weiß ich es auch nicht.
@Junk:
Die OECD-Studie lässt nicht nur das große Gehaltsgefälle der Lehrer in Deutschland außer acht, sondern bezieht weder die Kaufkraft in dem entsprechenden Land mit ein noch die Durschnittsgehälter anderer Berufe mit vergleichbarer Ausbildung. So mag es ja sein, dass niederländische Lehrer weniger verdienen als deutsche, aber der niederländische Ingenieur verdient auch weniger als der deutsch, der niederländische KFZ-Mechaniker auch, die Verkäuferin auch usw.
Weiterhin wird nicht erwähnt, dass z.B. Lehrer in Finnland Klassenstärken von 10-13 Schülern haben, Doppelbesetzungen und Arbeitszimmer... so richtige Arbeitszimmer in der Schule.
Weiterhin sind Bonifikationen und andere "Nebeneinnahmen", die Lehrer z.B. in Finnland bekommen nicht einbezogen.
Die Studie stammt aus dem Jahr 2005 (eigentlich aus dem Jahr 2003) und seitdem hat sich einiges verändert.Z.B. sind die Gehälter in England exorbitant angehoben worden, weil sich nämlich niemand mehr fand, der es machen wollte und die deutschen nur marginal gestiegen.
Außerdem stimmt die Tabelle einfach nicht. Wenn wir in Deutschland 40 Unterrichtswochen im Jahr haben bei 28 Unterrichtsstunden in der Sek I. (=21 Zeitstunden) komme ich auf 84o Stunden und nicht wie dort steht auf 758.
Ähm, Juristen .... die, die ich kenne, kommen tatsächlich erst um 20 oder 21 Uhr nach Hause. Sind aber vor 10Uhr morgens in der Regel nicht in der Kanzlei anzutreffen. Sie machen locker zwei Stunden Mittagszeit und haben auch ihre Tiefs, in denen sie nur körperlich anwesend sind, aber ganz bestimmt nicht produktiv.
Sie schneiden aber auf, als hätten sie ne 100stundenwoche... tzzzz
Und: Nein, ich arbeite nicht am Samstag, da nehme ich mir frei.Ich mache es sonntags!
Man kennt Einzelfälle aus allen Berufen. Doch sollte man daraus keine Verallgemeinerung machen. Ich kenne ebenso viele Juristen, die schon am Nachmittag in ihrer Kutte durch die City flanieren. Doch will ich das eben nicht verallgemeinern.
Und noch einmal. Die punktuelle Arbeitsbelastung ergibt sich nicht aus einer immaginären Arbeitsquantität. Z.B. hat der Formel I Rennfahrer während des Rennens oder während Trainingsphasen einen extrem hohen Adrinalinspiegel. Doch er fährt eben keine 4o Stunden in der Woche, sondern nur punktuell. Trotzdem sage ich, dass die Arbeitsbelastung sehr hoch ist. Auch Lehrer haben sehr häufig einen sehr hohen Adrinalinspiegel (darüber gibt es Untersuchungen), was auch darauf schließen lässt, dass sie einer sehr hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.
In den meisten Berufen jedoch ist diese anhand von hormonellen Messungen ergebene Arbeitsbelastung eher geringer, wie bei Lehrern die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Daher bitte Quantität nicht mit Belastung gleichsetzen. Ganz davon abgesehen macht es wenig Sinn, Gehälter einer Berufsgruppe unterschiedlicher Länder miteinander zu vergleichen. Nur Aussagen verglichen im Land selbst machen Sinn. Also, was verdient ein Ingenieur, was ein Arzt, was ein Lehrer, was ein Jurist... hier bei uns!
Wahrscheinlich ist dein Gehalt eher selbst im unteren Mittel anzusetzten. Das bedauer ich. Doch der Lehrer ist dafür nicht verantwortlich.
Ganz allgemein gesagt:
1)In vielen, auch nicht akademischen Berufen verdient man heute sehr viel mehr als das, was ein Lehrer heute verdient, während die Arbeitsbelastung eben geringer ist.
2) In Zeiten wirtschaftlicher Krisen oder geredeter Krisen wird bei den Beamten zuerst der Rotstift angesetzt. Wir können ja nicht demonstrieren oder uns wehren! So habe ich während 7 Jahren Beamtenzeit A12(2000-2007) netto immer das gleiche in der Tasche gehabt, bei Mehrarbeit! Vorteile des Beamten werden so teuer bezahlt
3) Man kann es nie allen Recht machen. Wir sollten uns damit abfinden und versuchen das Leben zu leben wie es ist und wenn es geht miteinander und ohne Groll
4) Doch wir sollten nie vergessen, dass das einzige Gut, das wir Deutschen haben, unser Know-How ist. Wir haben eben nicht mehr. Verlieren wir das, geht Deutschland unter! Wir sollten daher viel mehr als zur Zeit unser Augenmerk auf Bildung legen!!!
Wie unaggressiv, verbindend und ausgleichend du bist
Viele Grüße
Du schreibst: 1)In vielen, auch nicht akademischen Berufen verdient man heute sehr viel mehr als das, was ein Lehrer heute verdient, während die Arbeitsbelastung eben geringer ist.
Genau, und deshalb wundere ich mich auch, warum immer beklagt wird, dass die Deutschen zu wenig Akademiker haben. Wir haben in der Tat zu wenige, vor allem zu wenig wirklich gute, aber das kommt doch nicht zuletzt daher, dass es sich nicht mehr finanziell auszahlt, ein Studium statt einer Ausbildung zu wählen. Früher hat man die Verdienstausfälle bzw. hohen Kosten während des Studiums mit dem anschließend relativ hohen Gehalt wieder wettmachen können, heute hat man auch nach mehreren Jahren Studium, Praktika usw. nicht mehr in der Tasche als manch ein Facharbeiter.
Warum reden eigentlich alle immer nur vom Gymnasiallehrer, wenn man vom Lehrer spricht?
Ich bin Hauptschullehrer und damit A12. Habe ich auch oben erwähnt!
Letztlich ist das jedoch auch nicht so entscheidend. Vergess bitte nie, dass unserem Studium noch ein zweijähriges Referendariat folgt. Eine derart lange Ausbildung haben sonst nur Ärzte und Juristen.
Während ich noch Gitarre spielend auf der Einkaufsstraße einen kleines Zusatzbrot verdient habe, hast du dich bereits seit Jahren besoffen am Strand von Mallorca vergnügt und haufenweise Mädchen genag...
@ Schülerfreund
"Außerdem stimmt die Tabelle einfach nicht. Wenn wir in Deutschland 40 Unterrichtswochen im Jahr haben bei 28 Unterrichtsstunden in der Sek I. (=21 Zeitstunden) komme ich auf 84o Stunden und nicht wie dort steht auf 758."
Damit hast du Recht! Die Tabelle ist auf den Gymnasiallehrer zugeschnitten (24,5 U-stunden /Woche)
Doch will ich nochmals das Augenmerk auf die Bedeutung von Bildung richten. Nicht nur, dass wir ohne sie hier nicht diskutieren könnten, Deutschland ist von erstklassiger Bildung abhängig.
Es ist jedoch zu befürchten, dass wir bei Arbeitsbedingugen an den Schulen, die einem Entwicklungsland gleichen - wir sind Schlusslicht in Westeuropa - den Anschluss an die Bildungsspitze nachhaltig verlieren. Was das für ein Land bedeutet, dass im Prinzip nur auf Know-how aufbaut, muss ich hier nicht erläutern. Länder aus Fernost warten nur darauf, den innovativen Platz anstelle unser einnehmen zu können.
Vor diesem Hintergrund sollte man nicht dem Lehrer sein Gehalt streitig machen, sondern sich gemeinsam für unsere Zukunft einsetzen. Und das kann nur heißen:
BILDUNG MUSS GESTÄRKT WERDEN
Du darfst nicht die Gymansiallehrer als Maßstab nehmen, denn die stellen nicht die größte Gruppe unter den Lehrern dar.
Ich bin z.B. angestellte Lehrerin an einer Hauptschule und verdiene E11. In meinem Bekanntenkreis befinden sich eine Stewardess, eine Sekretärin, eine Substitutin, eine Versicherungsmaklerin, ein Facharbeiter bei Ford, u.a. Keiner von denen ist Akademikerin, aber jeder verdient mehr (bis viel mehr) als ich.
Die Sekretärin hat ungefähr das Geld, das ein Gymansiallehrer hat, die Stewardess hat eh mehr. Von den anderen kenne ich nicht die genauen Bezüge
 
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