Mündliche Noten - Kriterien zur Leistungsbeurteilung
Mündliche Noten in der Übersicht: Die offizielle Tabelle zur Beurteilung der mündlichen Leistung: Welches Arbeitsverhalten legt die SchülerIn an den Tag, welches Leistungsbild ergibt sich daraus, mit welcher Note/wie vielen Punkten wird die Leistung bewertet.
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Ebenfalls auf dem Lehrerfreund: Checkliste für Schüler/innen: Mündliche Mitarbeit im Fach Deutsch.
Inhalt des Dokuments
Situation |
Fazit |
Note/Punkte |
| Keine freiwillige Mitarbeit im Unterricht. Äußerungen nach Aufforderung sind falsch. | Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht. Selbst Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behebbar sind. | Note: 6 Punkte: 0 |
| Keine freiwillige Mitarbeit im Unterricht. Äußerungen nach Aufforderung sind nur teilweise richtig. | Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht, notwendige Grundkenntnisse sind jedoch vorhanden und die Mängel in absehbarer Zeit behebbar. | Note: 5 Punkte: 1-3 |
| Nur gelegentlich freiwillige Mitarbeit im Unterricht. Äußerungen beschränken sich auf die Wiedergabe einfacher Fakten und Zusammenhänge aus dem unmittelbar behandelten Stoffgebiet und sind im Wesentlichen richtig. | Die Leistung weist zwar Mängel auf, entspricht im Ganzen aber noch den Anforderungen. | Note: 4 Punkte: 4-6 |
| Regelmäßig freiwillige Mitarbeit im Unterricht. Im Wesentlichen richtige Wiedergabe einfacher Fakten und Zusammenhänge aus unmittelbar behandeltem Stoff. Verknüpfung mit Kenntnissen des Stoffes der gesamten Unterrichtsreihe. | Die Leistung entspricht im Allgemeinen den Anforderungen. | Note: 3 Punkte: 7-9 |
| Verständnis schwieriger Sachverhalte und deren Einordnung in den Gesamtzusammenhang des Themas. Erkennen des Problems, Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem. Es sind Kenntnisse vorhanden, die über die Unterrichtsreihe hinausreichen. | Die Leistung entspricht in vollem Umfang den Anforderungen. | Note: 2 Punkte: 10-12 |
| Erkennen des Problems und dessen Einordnung in einen größeren Zusammenhang, sachgerechte und ausgewogene Beurteilung; eigenständige gedankliche Leistung als Beitrag zur Problemlösung. Angemessene, klare sprachliche Darstellung. | Die Leistung entspricht den Anforderungen in ganz besonderem Maße. | Note: 1 Punkte: 13-15 |
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Beitrag vom 06.10.2004, 16:11 | diesen Beitrag versenden
Grüsse Barbara Barth
So einen scheiß habe ich noch nie gesehen wer soll denn das Glauben??
Wer nach so einem Schema seine Schüler beurteilt tut mir echt leid. Aber die Schüler sind ja noch viel ärmer dran!!!!
Es zeigt auf, das Note 6 nur für Unterrichtsverweigerung vergeben werden sollte, Note 5 nur bei durchgehend unbrauchbaren, unsachlichen Aussagen, dies finde ich äußerst wichtig.
GRUNDKENNTNISSE allerdings, in eine negative schulische Bewertung mit einfließen zu lassen halte ich aufs schärfste für falsch, dies würde von vorneherein schlechtere Schüler zusätzlich benachteiligen und diese noch tiefer an den Zensurenabgrund in ihrem "schlechten" Fach drängen.
Noch dazu ist es an der Grenze zur Diskriminierung von Schülern welche über Grundkenntnisse nicht verfügen können, z.B durch fehlende umfassende Mathematische Vorbildung bei einem Wechsel von Wirtschaftsschule zur Fachopberschule etc.
Gruß Schüler_Fos
Und es fehlt auch noch der punkt das der Lehrer den Schüler ansieht die sich nicht melden das Sie ja auch mitdenken zum Thema aber Leider Angst hätten sich zu melden.
So ist die benotung an unserer Schule
ich finde es gut wenn Schüler ihr Wissen im Unterricht einbringen können weil es 1. den Unterricht bereichern kann und 2. soll ja die Leistung in diesem Fach gewertet werden und dazu gehört ja auch ohne zweifel das Wissen.
Ausserdem kann man kaum von Diskriminierung reden, da es in jedermanns Hand liegt sich Wissen anzueignen oder es eben bleiben zu lassen. Und auch bei einem Schulwechsel kann man nur das bewerten was der Schüler weiß und nicht das, was er wüsste hätte er eine andere schule besucht.void(0);
wink
Ein "Posthorn", wie die Note 6 ja somanche Lehrer nennen, verteile ich auch wirklich nur, wenn ich sehe, das sich der Schüler nicht nur vom Unterricht abwendet, sondern auch negativ aufällt. Also sich nicht nur durch falsche, sondern gar vulgäre oder beleidigende Aussagen prägt, oder aussagen, die die restliche klasse zum lachen verleiten soll, um sie so aus der konzentration zu bringen, was dem lehrer gegenüber folglich oft strapazieren soll, oder ähnliches.
Fazit: Ich persöhnlich halte nicht allzuviel von diesem Notensystem, eine grobkörnige Orientierung wäre jedoch denkbar.
Es sind nur einzelne Lehrer, die so verfahren, aber diese sorgen dafür, dass Schüler, die jahrelang diskreminiert werden, sich immer mehr zurückziehen, unter unglaublichen Druck stehen, Frust aufbauen und irgendwann nach Ventilen suchen, der Ungerechtigkeit zu entkommen. Es gibt an unserer Schule viele Schüler, die aufgrund der unglaublichen Diskreminierung in ihrer Persönlichkeit stark gefährdet sind. Kein Wunder, wenn Dinge wie in Emsdetten passieren. Schulen, die nicht mehr leistungsbezogen Noten vergeben, ziehen in eigener Verantwortung potenzielle Amokläufer heran. Wann hat diese Ungerechtigkeit endlich ein Ende? Warum werden Lehrer nicht stärker kontrolliert ? Warum müssen sie mündliche Noten nicht beweisen?
Also das man gute und schlechte Sachen im Unterricht macht!!!!
Noten für Klassenarbeiten und Klausuren können allerdings leichter transparent gemacht werden, weil die Arbeiten ja vorliegen und zur Argumentation herangezogen werden können. Aber objektiv sind sie nicht, da nicht unabhängig von der korrigierenden Person. Andere Lehrer können zu anderen Ergebnissen kommen.
Bei den Noten für sonstige Mitarbeit kann man schon froh sein, wenn man sie halbwegs transparent machen kann. Begründen oder gar beweisen kann man sie nicht.
Das oben angegebene Schema finde ich sehr streng, weil es ständige Beobachtung und Bewertung voraussetzt. Dann aber ist Transparenz gegeben.
Das die Beurteilung ein "bisschen" verschoben ist merkt man allein schon dem Fazit der Note 5:
"die Mängel in absehbarer Zeit behebbar."
Scheint also nicht so schlimm zu sein... Aber wie erklärt sich dann die magische "4-" Grenze?!?
Würde man dieses Notensystem als Lehrer ohne weitere Einflüsse eisenhart durchziehen gebe es im Mündlichen garantiert keine Einsen. Das "Klima" in der Klasse wäre mehr als besc... bedrückt und der Lehrer hätte garantiert auch keinen Spaß am Unterricht, ganz zu schweigen von den SchülerInnen. Dass ein Notensystem nötig ist, ist nicht abzustreiten, aber will man Schulen in Fabriken verwandeln? Wo dann am laufenden Bande kleine superhirnige Monster rauskommen... und die, die sich nicht anpassen werden abgeschoben. *juhu*
Da kann ich nur #24 zu stimmen. Wenn man noch nicht mal Schüler(!) als Menschen behandelt und sich Lehrer allmächtig geben, dann läuft doch irgend etwas schief. Wenn man schon während seiner Jugend in klitzekleine Förmchen gepresst wird, während man eigentlich die Vorteile genau dieser Lebensphase nutzen sollte und manche mehr Druck als Lebensfreude empfinden, was macht es eigentlich für einen Sinn? Weitere Vergleiche will ich mir ersparen. Klingt zwar überdramatisiert, aber läuft es nicht genau darauf hinaus?...
Glücklicherweise habe ich in der Schule vereinzelt auch Lehrer getroffen, die aus irgendeinem geheimen Grund ehrliches Interesse an den Schüler hatten und fair benoten, es einem dabei aber so einfach wie möglich machen wollen.
Das ist was mir bei dieser Tabelle einfällt...
Was bitte schön ist der "Nasenfaktor"???
Greetz
so machen wir es!
Natürlich ist es menschlich, dass Lehrer auch Sympathien haben und daher manchmal falsch bewerten. Aber diese Abhängigkeit vom Lehrer kann nicht richtig sein.
Auf meiner Schule hat die mündliche Note (und das war hauptsächlich die Mitarbeit) 60% gezählt in manchen Fächern sogar 70%. Ich persönlich finde das übertrieben. Schriftliche Noten sind zwar nur Momentaufnahmen, sie Zeigen aber dennoch was ein Schüler wirklich drauf hat!
es gibt ja auch schüler die zwar nicht im unterricht mitarbeiten.. aber dennoch keine mängel haben.. manche schüler interessiert der stoff vielleicht einfach nicht un deswegen machen sie nicht mit.. verstanden habne können sie trotzdem alles.
meine mündlichen noten sind auch alle ziemlich schlecht.. meine schriftlichen dagegen eigentllich immer gut..
Ich darf vielleicht auch noch daran erinnern, dass es in der Bundesrepublik Deutschland ein durch das Grundgesetz ausgesprochenes Willkürverbot gibt. Formuliert im „Allgemeinen Gleichheitssatz“ § 3 GG. Dem natürlich staatliche geführte Institutionen – und da will das Schulsystem sich wohl hoffentlich nicht von freisprechen- besonders unterworfen und verpflichtet sind. Würde eine exekutive Behörde ihre Sachentscheidungen auf derselben Grundlage führen wie der Schulbereich seine Zensurengebung im Bereich der mündlicher Leistungen, würde sie durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit auf kürzestem Wege auf den Boden rechtsstaatlicher Realität zurück geholt werden.
Aber die mündliche Mitarbeit muss doch in irgend einer Weise honoriert werden, sonst ist es kaum möglich, die Schüler zur Mitarbeit zu motivieren. Das eigentliche Problem liegt vermutlich eher darin, dass viele Lehrer auf Grund eines primär frontal ausgerichteten Unterrichts keine Grundlage für eine mündliche Bewertung haben, und die Berurteilung einfach eine Verlängerung der schriftlichen Note ist, oder die Möglichkeit, nach eigenem Gutdünken (bzw. nach Sympathien) Schüler auf die nächstbessere Note zu hieven, bzw. nach unten hin zu "korrigieren".
Wenn beispielsweise einer Schülerin der 11. Klasse, die mit Engagement und viel Eigenverantwortung deutlich und mit sichtbaren Erfolgen bemüht ist, ihr schulisches Leistungsleben zu meistern, von ihrer Religionslehrerin davon abgeraten wird, Religion als Leistungskurs zu belegen, weil aus Sicht der Religionslehrerin die Leistungen im mündlichen Unterrichtsverhalten nicht ausreichend sind, dann zeigt das zum Ersten schlicht eine mangelnde methodische und didaktische Kompetenz der Lehrkraft und zum Zweiten wenig Willen Schülern Themenbereiche nahe zu bringen, die diese in ihrer Alterstufe wohl kaum aus Eigeninitiative betreten würden. Und – es ist außerordentlich bequem, sich für die Zukunft in der Unterrichtsstunde auf Schüler verlassen zu können, von denen man angenommen sicher sein kann, dass sie als eine Art verlässlicher pädagogischer Assistenz der Unterrichtskraft helfen, den, ich fürchte schon fast, öden Unterrichtsfluss am Leben zu erhalten. Wo bleibt denn hier der Wille Schülern Chancen und Plattformen zu gewähren sich zu entwickeln? Ein derartiger Vorschlag einer Fachkraft enttarnt eher einen Snobismus, wenn nicht sogar Zynismus, der in der Schule keinen Platz haben darf. Ich möchte nicht wissen, wie viele entwicklungsfähige Schülerschicksale unter dem von einigen Lehrkräften geführten Damoklesschwert des Pygmalioneffektes, also der sich selbst erfüllenden Prophezeiung, geblockt werden. Lieber nicht.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Es ist immer noch die „mündliche Leistungsbewertung“, ihre zweifelhafte Erfassbarkeit und unangemessener Anteil an der Gesamtbewertung.
Wo im nachschulischen Leben, ob nun im Beruf oder akademischen Ausbildung findet sich im Bewertungs/Prüfungsverfahren ein derart offensichtlich diffuser Bewertungsunsinn? Das Ausbildungsziel der gymnasialen Oberstufe, - habe ich das vielleicht falsch verstanden? .... die Hochschulreife. Also so etwas wie Fähigkeit zum Erlernen und Bewältigen komplexer Inhalte mit hoher sachlicher Kompetenz auf verschiedenen Themenebenen sowie die dafür notwendige Beherrschung eines gewissen wissenschaftlichen Apparates. Das ist in schriftlichen und mündlichen Prüfungen problemlos verifizierbar. Und so wird es Gott sei Dank im richtigen Leben später auch gemacht.
Es ist ungerecht, auch wenn ich weiss, dass es die Lehrkörper auch nicht leicht haben und es sich zT auch nicht leicht machen.
Schriftlich glatte 15 Punkte; Gesamtnote 10 Punkte...und das ist nur eins von vielen Beispielen.
Das kanns nicht sein, denn von Arbeitsverweigerung und ähnlichem bin ich persönlich weit entfernt.
So "züchtet" man sich mutlose, resignierte Schüler heran..
woran orierentiert sich der lehrer dann? meistens werden dann doch nur die 4 punkte vergeben (haben Lehrer eine Tabelle oder eine Strichliste? Können sie die Benotung belegen???)
ich mache im unterricht nur gelegndlich mit weis aber bei Abfragen immer das Meiste...
eine 4 oder 4-5 wäre gerechtfertigt, habe aber eine glatte 6 bekommen!!
was kann ich unternehmen?!
http://riecken.de/index.php/2008/12/living-in-perfect-harmony/
Tenor:
Es gibt in dem Bereich keine Objektivität - von keiner Seite.
Besonders absurd ist dabei der Gedanke, die obige Liste wäre unser wirkliches Handwerkszeug. Das ist lächerlich; schauen Sie sich die tatsächlichen Notenerlasse an und informieren Sie sich über die entsprechende pädagogische Fachliteratur zu dem sehr komplexen Thema, das nicht zuletzt im Rahmen eines Studiums erarbeitet wird. Dass Objektivität als solche Grenzen hat, ist dabei lediglich eine grundlegende Binsenweisheit. Deshalb darauf zu schließen, mdl. Noten wären per definitionem willkürlich, zeigt nur, dass es zwar jedem belassen ist, sich eine Meinung zu bilden - dass man aber lieber schweigen sollte, wenn sie auf undifferenziertem Halbwissen beruht.
Kurz und gut: Die obige Liste ist nur ein grober Richtwert, der Laien einen Einblick in die grobe Kriterienlage vermitteln kann (und hoffentlich auch soll). Da sie offenbar nur für unberechtigte Entrüstung sorgt, halte ich eine solche Vereinfachung im Übrigen auch für falsch. Sie ohne weitere Differenzierung im Unterricht auszuteilen, ist somit ohnehin unprofessionell.
PS. Zu dem besonders engagierten Mitschreibern oben: Reichen Sie doch Klage beim Verfassungsgericht ein. Viel Spaß damit, sich öffentlich lächerlich zu machen. Kann aber heilsam sein.
Abgesehen davon bin ich auch nicht direkt der Fan von mündlichen Noten, wie sie direkt aus dem Unterricht heraus erhoben werden. Nachdem so manche Schulordnung aber eine rein mündliche Note vorschreibt, die Stundentafeln es aber weder hergeben, von jedem Schüler ein Referat noch von jedem Schüler ein Ausfragen zu bekommen, bleibt mir nix anderes übrig, als diese ominösen Noten zu vergeben.
Ich versuche mir damit zu behelfen, dass ich einfach für eine oder zwei Stunden zwei oder drei Schüler "unter Beobachtung" stelle und dann sehr häufig diese Kandidaten aufrufe. Nach jeder Stunde überlege ich mir eine Teilnote, falls ich über mehrere Stunden bewertet habe, ist eben der Schnitt dann der Unterrichtsbeitrag. Versaut mir natürlich meinen Unterricht, weil ich dann in den betreffenden Stunden zu sehr auf die paar Schüler fixiert bin, ist mir aber immer noch lieber, nach 3 Monaten einfach mal einen Schwung Noten für die ganze Klasse nach dem Motto "Naja, ich kann mich dunkel erinnern, dass Schülerin Maier wohl dann so eine drei war..." zu machen, dafür reicht mein Gedächtnis einfach nicht aus. Naja, immerhin erfülle ich damit den heimlich von oben vergebenen Auftrag "Verwaltung vor Benotung vor Unterricht, den Unterricht machen se halt mal so nebenbei."
Wie wäre es, man würde Unterrichtsbeiträge ganz abschaffen und stattdessen zum Beispiel eine Referatswoche abhalten, in der einfach alle Lehrer und Schüler nur für's Referate halten da sind, vielleicht könnten dann jeweils DREI Lehrkräfte auf einmal immer einen Schüler nach einem klaren Kriterienbogen bewerten. Denn nur schriftlich zu benoten fände ich dann doch auch doof, im Leben muss man halt auch sprechen und nicht nur schreiben können...
Im ürbigen finde ich auch, dass der Bewertungsbogen oben viel zu streng ist, man sollte nich absolut fehlerfrei sein müssen als Schüler um noch ne eins zu bekommen, das macht man in schriftlichen Prüfungen doch auch nicht so.
Aber ich finds gut, vorallem könnte es endlich mal gleichwertig benotet werden; bei uns wird jede gleiche Leistung anders gewertet
Darf eine Lehrerin in der Oberstufe Schülern 0 Punkte auf die mündliche Mitarbeit geben, wenn diese sich im Halbjahr zwar ziemlich wenig gemeldet haben (freiwillig), aber alles richtig gesagt hatten (keine reine Reproduktion? Ich finde, Hausaufgaben und auch andere Mitarbeit, zum Beispiel bei Aufgabenlösung im Unterricht oder Aufmerksamkeit, sollte auch berücksichtigt werden.
Ich kenne nur die bayerischen Regelungen, falls Du also aus einem anderen Bundesland kommst, werde ich das hier umsonst geschrieben haben:
Nochmal die rechtliche Seite: Es zählt NUR und ausschließlich die Qualität der Beiträge, also weder deren Quantität noch deren Unfreiwilligkeit. Es ist also nicht zulässig, 0 Punkte mit der Begründung zu vergeben, die Schüler hätte sich zu wenig oder gar nicht gemeldet, bei solch stillen Schülern ist dann eben die Lehrkraft in der Pflicht, diese aufzurufen und sozusagen zum Unterrichtsbeitrag zu "zwingen". Kurz gesagt: Die von Dir geforderte Aufgabenlösung im Unterricht ist also eigentlich DAS Kriterium, nach dem Unterrichtsbeitragsnoten erhoben werden sollen.
Nicht zulässig ist es allerdings, Hausaufgaben oder Aufmerksamkeit zu berücksichtigen, ein Schüler, der stets unaufmerksam ist, nie die Hausaufgaben hat und sich auch nie meldet, aber auf Nachfrage des Lehrers immer die richtigen Antworten parat hat, kriegt trotzdem eine gute Note, jemand, der alle Hausaufgaben sorgfältig erledigt, sich immer meldet und immer aufpasst, aber jede Lehrerfrage falsch beantwortet, soll dann eben die 6 bekommen.
Kleiner Tipp am Rande: Auch, wenn häufiges Melden, Aufmerksamkeit und sorgfältiges Hausaufgaben nicht in die mündliche Note einfließen dürfen, lohnt es sich natürlich trotzdem, das so zu handhaben, denn häufiges Melden erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man eben dann "drankommt" wenn man eine gute Antwort weiß, und Aufmerksamkeit und sorgfältige Hausaufgaben lassen einen den Stoff besser beherrschen, so dass es so ebenfalls wahrscheinlicher wird, dass man gute Antworten weiß, so daß diese Dinge indirekt eben doch Einfluß auf die Unterrichtsbeitragsnote haben können.
zugegeben, ich kenne die bayerischen Regelungen nicht, aber ich halte das was du geschrieben hast für extreem unwahrscheinlich (bzw. für kompletten Blödsinn, wenn ich nicht eines besseren belehrt werde^^ ...und die rechtliche Seite ist das auf keinen Fall...) In die mündliche Note fließt alles ein, was nicht Klassenarbeiten sind, also natürlich auch Referate und Hausaufgaben, die eben nicht vollkommen irrelevant für die Endnote sind, sondern, im Ermessen des Lehrers, eine große Bedeutung haben. Und auch ein guter Schüler wird niemals eine 1 bekommen, wenn er die Hausaufgaben täglich "vergisst" (eigene Erfahrung^^).
Außerdem, wenn es wirklich wie oben beschrieben wäre, gäbe es für Schüler überhaupt keinen Anreiz sich zu melden, denn wozu sollte man sich dann häufig beteiligen, und damit das Risko eingehen etwas falsches zu sagen, wenn doch eh nur die Qualität entscheidet... dann sagt man einmal im Jahr etwas richtig gutes, und dann hat man in Bayern 15 Punkte, oder was?...?
@schülerin202
wenn das so wäre, dann sind 0 Punkte natürlich nicht berechtigt, denn 0 Punkte ist in etwa Arbeitsverweigerung. Selbst die reine Reproduktion nach Aufforderung sind schon mehrere Punkte^^ Ich persönlich melde mich in Mathe z.B. so gut wie niemals, rechne aber die Aufgaben im Unterricht und bekomme deshalb auch zumindest 8 Punkte (mit melden wären es zwar 13^^, aber noch ist das zum Glück relativ egal, was im zeugnis steht...
Doch, das ist in Bayern tatsächlich die rechtliche Seite und stimmt (zumindest formaljuristisch) auch so, allerdings ist meine Ausdrucksweise für Nichtbayern wohl etwas unpräzise...
Was ich oben (wie es in Bayern umgangssprachlich auch üblich ist) als "mündliche Noten" bezeichnet habe, heißt korrekt eigentlich "Unterrichtsbeitrag" und steht für eine Einzelnote (oder mehrere davon, wieviele die Lehrkraft davon erhebt, bleibt ihr überlassen, einzige Vorschrift ist "für alle in etwa gleich viele", also nicht von einem Schüler zwanzig und von einem anderen nur eine), die zusammen mit Referaten, Stegreifaufgaben und Rechenschaftsablagen (also "Ausfragen") in den Durchschnittsbereich "mündlich" einfliesst, der dann wiederum mit dem Durschnittsbreich "schriftlich" (das sind bei uns Schulaufgaben, die in anderen Bundesländern wohl Klassenarbeiten heißen) zur Zeugnisnote verrechnet wird.
Meine obigen Ausführungen dazu sind rechtlich richtig, die brauche ich hier eigentlich nur kurz wiederholen: Rechtlich ist es in Bayern tatsächlich so geregelt, dass nur die Qualität zählt, nicht die Quantität. Einem Schüler, der sich ständig meldet und nur Quatsch erzählt, 15 Punkte zu geben ist demnach tatsächlich ebenso absolut unzulässig wie einem Schüler, der sich nie meldet, einfach deswegen mal 0 Punkte einzutragen. Du hast also mit Deinen Ausführungen (theoretisch) recht, rein theoretisch gibt es im bayerischen System tatsächlich nicht den geringsten Anreiz, sich zu melden, denn der Lehrer ist wirklich (glaub's mir halt bitte, da hat schon ein Kollege an meiner Schule seine Unterrichtsbeitragsnoten deswegen zurückziehen müssen ^^) in der Pflicht, einen Schüler explizit aufzurufen bevor er eine Unterrichtsbeitragsnote macht. Das ist die Theorie, in der Praxis hat man wie gesagt schon einen Anreiz, weil man eben durch häufiges Melden die Wahrscheinlicheit erhöhen kann, dann "dran" zu sein, wenn man eben gerade etwas gutes zu sagen hat...
"dann sagt man einmal im Jahr etwas richtig gutes, und dann hat man in Bayern 15 Punkte, oder was?...?"
Das soll auch nach dem bayerischen System natürlich NICHT so laufen, die Lehrkraft ist hier angehalten, Schüler über einen gewissen Zeitraum zu "beobachten" (was bei sich nicht meldenden Schülern nichts anderes heißt, als diese immer mal wieder aufzurufen), also EINMAL was gutes sagen bedeutet natürlich noch lange keine 15 Punkte. Was aber wirklich stimmt, ist die Tatsache, dass ein Schüler, der sich nie meldet aber in diesem Beobachtungszeitraum nach Aufforderung immer was gutes gesagt hat, gemäß den bayerische Regelungen 15 Punkte erhalten soll, ohne sich jemals gemeldet zu haben.
Entgegen Deiner Äußerung ist das eben GERADE die rechtliche Seite, denn in der Praxis wird die Wahrnehmung von Lehrkräften dann eben doch manchmal beeinflußt. Für Unterrichtsbeiträge gibt es ja kein Korrekturschema wie bei schriftlichen Tests, ob der Unterrichtsbeitrag also gut, sehr gut, magelhaft etc. war, wird in der Regel von der Lehrkraft "geschätzt", dass da bei manchen Lehrern vergessene Hausaufgaben den Beitrag eines "vergesslichen" Schülers schlechter erscheinen lassen, als er eigentlich ist, ist durchaus möglich, aber nochmal, die RECHTLICHE Seite sieht so aus: Sollte ein bayerischer Schüler dem Lehrer nachweisen können (in der Praxis unwahrscheinlic, aber ich will Dir hier ja die rechtlich-theoretische Seite erklären), dass der Unterrichtsbeitrag eigentlich 15 Punkte wert gewesen wäre, aufgrund häufig vergessener Hausaufgaben aber nur mit sagen wir mal 8 Punkten bewertet worden ist, würde die Note vom Schulleiter (beziehungsweise vom Verwaltungsgericht) für ungültig erklärt werden, das ist in Bayern einfach so geregelt, ob Du's nun glaubst oder nicht.
Es ist also nicht extreem unwahrscheinlich, sondern die bayerische Realität, ganz bestimmt die rechtliche Seite und auch kein Blödsinn (zumindest nicht in dem Sinne, das es falsch wäre, ob diese Regelung auch sinnvoll ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt...).
Schließlich muss für eine gute oder sehr gute Note erkennbar sein, dass der Schüler die durchschnittlichen Anforderungen klar übertrifft, d.h. er zeigt eine hohe bzw. sehr hohe Lern- und Leistungsbereitschaft (in Form von häufigem Melden und umfangreichen und qualifizierten Beiträgen).
Somit wird gewährleistet, dass beide Faktoren angemessen berücksichtigt werden. Außerdem wird aber auch verhindert, dass ein Schüler mit erheblichen Lücken für fehlerhafte Beiträge zu sehr bestraft wird, denn zeigt er eine sinnvolle Arbeitshaltung, kann dies sogar auf eine höhere fachliche Reife hinweisen, als wenn ein Schüler mit besseren Kenntnissen kaum die Hausaufgaben macht und im Unterricht wie vor dem Fernseher herumsitzt und darauf wartet, dass ihn ein "Animateur" (Lehrer/in) drannimmt. Als Schüler muss man eben lernen zu interagieren!
Das obige Bewertungsbeispiel finde ich insgesamt angemessen, obwohl es natürlich nur ein Beispiel ist. Natürlich kann mann auch eine 5 bekommen,wenn mann sich zwar meldet aber fast nur substanzlosen Unsinn erzählt.
Ich halte allerdings die Notendefinition (siehe Fazit) für etwas vage, verständlicher wäre die folgende:
Note 1: eine besonders hervorragende Leistung
Note 2: eine Leistung, die die durchschnittlichen Anforderungen übertrifft
Note 3: eine Leistung, die in jeder Hinsicht durchschnittlichen Anforderungen entspricht
Note 4: eine Leistung, die trotz ihrer Mängel durchschnittlichen Anfordeungen noch entspricht
Note 5: eine an erheblichen Mängeln leidende, im Ganzen nicht mehr brauchbare Leistung
Note 6: eine völlig unbrauchbare Leistung
Anmerkung: ich finde zwar, dass man für eine 1 nicht perfekt sein muss, dies ist auch nicht gewollt. Der Schüler soll mit einer 1 vielmehr für besondere Verdienste im jeweiligen fach ausgezeichnet werden, dabei kann schon hin und wieder auch mal ein gedanklicher Fehler dabei sein.
Eine 3 wird von vielen als "mäßig" angesehen, was ich nicht ok finde. In meiner verwendeten Notendefinition wird die 3 gestärkt. Für einen normal begabten, durchschnittlichen Schüler ist eine 3 eine wunderbare Note. Sie ist Zeichen hoher Anstrngung, solider Kenntnisse und einer in jeder Hinsicht angemessenen Arbeitshaltung.
So sollte es zumindst sein. Durch die vergabe zu guter Noten würde der Druck auf die Schüler nur erhöht werden. Zunächst ist es wichtig, dass man von seinen Leistungen vernünftig ind die Klasse/Schule integriert ist, und man einigermaßen mitkommt. Gute Noten sind viemehr das I-Tüpfelchen, für die besonders erfolgreiche teilnahme am Unterricht.
erstmal danke für die ausführliche erklärung;)
das scheint ja echt rechtlich so geregelt zu sein...^^ ich komme aus Schleswig-Holstein und soweit ich weiß gibt es hier, wenn überhaupt, nur sehr wenige und vage rechtliche Regelungen(z.b. die mündliche note muss die schriftliche überwiegen), ansonsten haben die Lehrer viele "Freiheiten" zu bewerten...deshalb auch meine Ausdrucksweise, das kam mir so komisch vor, also sorry dafür;-).
Generell halte ich es für richtig, dass die Qualität deutlich ausschlaggebender als die Quantität sein sollte, aber ich verstehe auch die Lehrer, die es manchmal wirklich nicht leicht haben, wenn sie eine gerechte Note geben wollen. Wenn man nichts sagt, weiß man halt nur selbst, was man weiß und kann - und halt nicht die Lehrer^^ Aber immerhin können die Ruhigen genauso viel lernen wie die "Vielredner" (außer reden), auch wenn die Note was anderes sagt^^
Meiner Meinung nach sollte das Melden an sich nicht eine so große Bedeutung in der Bewertung haben, wie es momentan der Fall ist, sondern die "alternativen Leistungsnachweise" eine höheren Stellenwert haben.(z.b.Hausaufgaben sind viel aufwendiger, als bloß ein paar mal melden, und sollten deshalb auch dementsprechend honoriert werden. Leistungsbereitschaft zeichnet sich nicht zwangsläufig nur durch häufiges melden aus...
ich muss Ihren Ausführungen etwas wiedersprechen, weil seit der Freigabe von Modus21- Maßnahmen das Mündliche auch in Bayern stärker gewichtet werden kann. Ab der 11. Klasse ist es auf jeden Fall möglich für Schüler/Innen eine Bringschuld einzuführen. Wie vorher schrittweise darauf vorbereitet wird kann ich nicht sagen, aber ich denke, es wäre schon vom Prinzip her unlogisch, die Schüler vorher ( bis Klasse 10) aufzurufen und danach strikt darauf zu setzen, dass sich die Schüler freiwillig melden.
Naja, immerhin soll ja der Lehrer dafür sorgen, dass jeder Schüler die Chance hat, eine 5- zu bekommen (nicht melden reicht für die Note ungenügend als einziges Kriterium nicht aus).
Anscheinend scheinen nur wenige Lehrer in Bayern diese neue Regelung zu kennen. Ich habe dort nämlich Orientierungspraktikum gemacht und gemerkt, dass die mündliche Beteiligung dort kaum berücksichtigt wird.
Das liegt wohl daran, dass bei den Modus21 Massnahmen immer nur eine kleine Kommission zusammenarbeitet, dem gesamten Kollegium werden eigentlich immer nur die von der Kommission als sinnvoll erachteten Massnahmen praesentiert. An meinen 4 Schulen, an denen ich nun schon unterrichtet habe, war die Bringschuld also offensichtlich wohl immer etwas, das die Kommissionen nicht so toll fanden.
Eigentlich schade, denn wenn ich diese Idee so lese, finde ich sie ziemlich gut, eine Bringschuld waere meiner Meinung nach durchaus sinnvoll.
wenn weiterhin völlig unsinnige Beiträge von Kollegen und Schülern in den Kommentaren erscheinen, die zudem noch von erheblichen Problemen mit der Rechtschreibung und Grammatik zeugen, lohnt es sich einfach nicht mehr, die Kommentare zu lesen.
Eine sehr interessante Diskussion! Ist das Melden von Schülern wichtig oder nicht?
Ich hoffe ernsthaft, vielen meiner Kollegen geht es ähnlich wie mir, wenn ich behaupte, es ist für die Schüler völlig unnötig sich zu melden.
In meinem Unterricht wird auch von Schülerseite nicht viel gesprochen, sondern in erster Linie gearbeitet. Daher kenne ich den Leistungsstand meiner Schüler auch recht gut und bin in der Lage diesen sehr objektiv zu bewerten. Und zwar nur die Leistung! Alles andere gehört in die Beurteilung von Mitarbeit und Verhalten und hat als eigentliche Note im Zeugnis rein gar nichts verloren!
Das Raster finde ich unbrauchbar, zugeschnitten auf einen gestrigen Unterricht.
Ich wollte eigentlich nur ausdrücken, dass man Schüler evtl. nicht ausschließlich über Meldungen beurteilen kann.
Selbstverständlich findet in meinem Unterricht nur sehr selten ein Unterrichtsgespräch statt. Dieser auch als Frontalunterricht bekannte Stil ist mir fremd. Es geht eben genau um die angesprochenen Arbeitsphasen, in denen man den Schülern mit Rat und Tat, oder auch mal einem Lob oder leichtem Rüffel zur Seite steht. Genau darum kenne ich meine Schüler eben auch so gut und kann ihre Leistungen objektiv beurteilen.
In diesem Unterricht muss man sich aber nicht melden und mit dem Lehrer Kommunikation betreiben. Da kommt jeder extrovertierte Schüler deutlich zu gut weg.
Bisher wurde hier ausschließlich über Mündliche Noten durch Melden von Schülern gesprochen. Dies ist in meinen Augen aber nicht ausschlaggebend für eine ordentliche Bewertung.
Was man dieser Art der Leistungsbewertung vorwerfen kann ist, dass oft zu gute Noten vergeben werden. Dem muss natürlich Einhalt geboten werden. Grundsätzlich halte ich es aber für vollkommen vertretbar, die Schüler zu solch einer Form des regen Gedankenaustausches zu bringen. Außerdem haben die Schüler so jederzeit die Möglichkeit sich zu profilieren, wobei es natürlich dem Schüler freistehen muss, ober er sich positiv oder negativ hervortut.
Andere Arbeitsweisen, z.B. Gruppenarbeiten halte ich für problematisch, auf jeden Fall bis zum Ende der Mittelstufe. Zum einen sind die meisten Schüler/innen dafür noch nicht reif und zum anderen werden Gruppenarbeiten auch fast immer als "Beschäftigungstherapie" eingesetzt. Und nicht zu vergessen: Der Lehrer will ja vonn Zeit zu Zeit auch mal den schwächeren Schülern bzw. Faulpelzen eine gute Note schenken, schließlich herrscht bei die "Arbeitsform" eine Noteninflation sondergleichen.
Und zum Thema ruhigere Schüler: Meiner meinung nach hat jeder Schüler die PFLICHT sich am Unterricht zu beteiligen, schließlich sagt man ja auch bei Klassenarbeiten nicht: Manche Schüler sind halt etwas zurückhaltend, sie trauen sich einfach nicht, die richtigen/erwünschten Antworten hinzuschreiben, sie haben einfach eine Schreibkrankheit.
Natürlich kann man dennoch die "ruhigeren" Schüler hin und wieder mal drannehmen, dass sie die Möglichkeit bekommen etwas besseres als "6" zu erreichen. Auch wäre es denkbar mit diesen Kandidaten noch einen schönen unangekündigten und komplexen Test schreiben oder Stehgreifreferate zu verlangen, in denen diese Schüler/innen ihre außerordentlichen Kenntnisse und ihre unentdeckten Talente präsentieren können. Diese "stillen Wasser" müssen dann aber enorm tief sein um ihre Arbeitsverweigerung auszugleichen.
Zum Thema objektiv bewerten:
Ich finde man darf bei dieser Angelegenheit nicht zu ehrgeizig sein, Noten sind nie ganz objektiv und auch nie gerecht, höchstens fair. Menschen bewerten nunmal Menschen. Daher ist es viel wichtiger Schülern zu erklären, dass sie Zensuren auch nicht überbewerten dürfen, sie sollen ja auch nur ein zusätzlicher Skalenwert sein.
Die Schüler sollen sich erstmal freuen, dass sie etwas lernen können, der Rest wird sich zeigen.
Außerdem: Schüler, die im Unterricht nicht so viel sagen, können die schlechteren Bewertungen, die sie dafür bekommen durch Tests und Klassenarbeiten, vielleicht auch durch schriftliche Hausarbeiten ausgleichen.
Zudem gilt bei jeder Bewertung: Wenn ein Schüler nicht zufrieden ist, hat jeder Schüler das Recht, die Meinung zu vertreten, seine Leistung sei besser, strafbar ist es nicht. Es darf sogar ein Schüler, der bei einer Klassenarbeit ein leeres Blatt abgegeben hat, behaupten, seine Arbeit sei die beste Arbeit aller Zeiten.
Wie wir also sehen, kommt es immer auch auf die Eigenbewertung an, Schüler müssen also lernen ihre Leistung auch selbst zu bewerten. So dürfen nämlich auch ruhigere Schüler behaupten, ihnen stünde eine bessere note zu, sie haben also trotz schlechterer Bewertung die möglichkeit mit sich selbst zufrieden zu sein.
Sorry für die langen Ausführungen.
Das Melden im Unterricht (Frontal-U) ist meiner Meinung nach nur ein klitzekleiner Kriterienbaustein für eine mündliche Note bzw. Leistung im Unterricht.
Nur mit der "Objektivität" wäre ich vorsichtig. Aber die wird natürlich durch vielfältige Formen der Leistungserbringung und vielfältige Versuche der Messung durch Beobachtung und Interpretation erhöht.
Mitarbeit (in sämtlichen Arbeitsphasen) und Sozialverhalten können durchaus auch mit in eine "Unterrichtsnote" zählen - es muss nur vorher transparent gemacht und geübt (Sozialverhalten) worden sein: Die SchülerInnen müssen wissen, was genau beurteilt wird - und sie müssen sich parallel auch selber mit dem Kriterienraster einschätzen. Da gibt es dann übrigens nur selten große Diskrepanzen, über die man dann reden kann.
Ich möchte allerdings noch einen, zumindest für mich, wichtigen Punkt anbringen.
Es gibt durchaus auch gute Gründe dafür, dass sich Schüler im Unterricht nicht melden. Diese können sogar auf ein hohes Sozialverhalten zurückzuführen sein, welches unbedingt in die Bewertung mit einfließen sollte.
Ich nenne einige Beispiele:
Es gibt Schüler, die gemobbt werden, wenn sie sich melden. Nicht jeder Schüler hat den selben Stand in der Klasse. Sowas erlebe ich leider immer mal wieder.
Es gibt Schüler, die anderen Schülern gerne den Vortritt lassen, zum Beispiel weil sie sie auflaufen lassen wollen. Oder sie möchten gerne einen Lacher hören. Nicht immer sind alle Antworten passend.
Außerdem kenne ich Schüler, die gar nicht in der Lage sind sich zu melden, weil schon irgendwer die Antwort in der Klasse vorgebrüllt hat. Auch diese Schüler kennt jeder von uns.
Man sollte als Lehrer also vorsichtig damit sein, seine Noten nur aufgrund eines einzigen Kriteriums (des Meldens) zu erheben. Es ist in meinen Augen auch keine Leistungsverweigerung, sich am Unterricht nicht oder nur selten zu beteiligen. Das ist sehr stark abhängig von den einzelnen Schülern einer Klasse und dem Klassengesamtbild. Eine pauschale Aussage dazu lässt sich leider nicht treffen. Jede Klasse ist nämlich anders zu beurteilen.
Auch Gruppenarbeiten und die Bewertungsbögen zu den sog. Softskills sind leider problematisch. Häufig verkommen diese Bewertungschematas zu reinen Willkür und Sympathienoten. Ist nämlich gar nicht so einfach, dabei fair zu sein. Das ist zumindest meine eigene Erfahrung.
Ich hoffe trotzdem, dass jeder Lehrer ein wenig auf das Klassenverhalten achtet, bevor er seine mündlichen Noten aufgrund einer einzelnen Tatsache vergibt.
Gruß Borrible
Über was hier noch kein Wort verloren wurde, ist die rechtliche Grundlage. Ich hielte es für hilfreich; wenn alle Lehrer sich die „ Verordnung des Kultusministeriums über die Notenbildung“ nochmal genau durchlesen. Es geht um eine Gesamtwürdigung aller vom Schüler erbrachten Leistungen – nicht um Sympathie, respektive Antipathie. Unter § 6 findet man dort auch, dass die Mitarbeit gesondert in den Kopfnoten zu bewerten ist. Es kommt in den im Unterricht geleisteten Beiträgen also primär auf die Qualität an. Aber genau hier liegt nach meinem Dafürhalten der Hase im Pfeffer. Ich glaube es ist fast unmöglich Qualität und Quantität immer sauber zu trennen.
Und das Argument, „In meinem Unterricht wird auch von Schülerseite nicht viel gesprochen, sondern in erster Linie gearbeitet“ halte ich nur für bedingt sinnvoll. In manchen Fächern, wie z.B. Religion oder Ethik, lebt der Unterricht einfach vom Gespräch. Außerdem suggeriert diese Aussage auch ein bisschen, dass die Lehrer, die der mündlichen Leistung (zu) viel (und wer definiert, was zu viel ist???) Bedeutung beimessen, schlechteren, weil offenbar frontalen Unterricht machen.
Ich sehe das Problem ein Stück weit in der doch recht schwammig formulierten rechtlichen Grundlage. Verbindliche Vorgaben über die Gewichtung der mündlichen Noten brächten hier vielleicht etwas mehr Klarheit. Andererseits höre ich da aber auch schon wieder die (nicht unberechtigten) Rufe nach pädagogischer Freiheit. Aber versuchen Sie mal eine mündliche Eindrucksnote, die nicht auf Abhören o.ä. basiert, justiziabel zu begründen. Das Glück für viele Kollegen ist doch, dass so wenige Eltern Widerspruch einlegen. In vielen mir bekannten Fällen wären die mündlichen Noten (oft genug schon aus formalen Gründen) rechtlich nicht zu halten.
Um was es also gehen muss ist, dass die mündlichen Noten mit Verstand, Augenmaß und vor allem Verantwortung gemacht werden müssen.

