Wer verdient am besten?
Lehrergehälter in Deutschland: Bundesländer-Rangliste 2010
Der 44-jährige verbeamtete Musiklehrer in Baden-Württemberg kann netto durchaus 3.300 Euro monatlich nach Hause bringen; sein angestellter Lehrer-Kollege in Berlin hat 600 Euro weniger. Eine Übersicht über die aktuelle Besoldungssituation von Lehrer/innen, außerdem eine Gehaltsrangliste der Bundesländer.
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Eingetragen am 14.04.2010, 16:28 Uhr in Nachrichten |
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Das Gehalt von Lehrer/innen ist öffentlich im Internet bei den Besoldungsstellen nachlesbar. Allerdings unterscheidet sich das Lehrergehalt von Bundesland zu Bundesland je nach Schulform, Dienstrang und -alter. In einigen Bundesländer ist ein Teil der Lehrerschaft verbeamtet; sie verdienen netto mehr, weil sie keine Sozialabgaben leisten müssen. Außerdem hat jedes Bundesland eigene Sonderregelungen, was bspw. Arbeitszeiten/-anrechnung betrifft. Das alles erschwert einen Lehrer-Gehalts-Vergleich zwischen den Bundesländern ungemein.
Orientierung
Dieses Dokument enthält folgende Abschnitte:
- Allgemeines zum Gehalt von Lehrer/innen
- Beispiel: Konkrete Gehaltssituation einer Lehrer/in
- Rangliste: Lehrer-Gehälter in den einzelnen Bundesländern
- Besoldungstabellen der Besoldungsordnung A nach Bundesländern
- Weblinks (Brutto-Netto-Rechner, Besoldungstabellen usw.)
Grundsätzliches zum Lehrer-Gehalt
Lehrer/innen werden von den Besoldungsämtern ihrer Landesregierungen bezahlt. Die Höhe der Bezüge kann in entsprechenden Besoldungstabellen nachgelesen werden. Lehrer/innen sind Angestellte bzw. Beamte ihres Landes (und nicht: Bundesangestellte oder Bundesbeamte).
1) Besoldungsgruppe
Die Höhe des Lehrergehalts hängt von der Besoldungsgruppe ab (z.B. A12, A15, TV-L13), die den Status (verbeamtet/angestellt), Fach-/Unterrichtsspezifika und den Karrierefortschritt (Studienrat, Oberstudienrat ...) abbilden kann. Je nach Schulform werden Lehrer/innen in unterschiedliche Besoldungsgruppen eingeordnet. Diese Zuordnungen können sich in verschiedenen Bundesländern unterscheiden. Verbeamtete Lehrer/innen werden nach Besoldungsordnung A bezahlt, das Bruttogehalt angestellter Lehrer/innen entspricht diesen Beträgen in der Regel.
"Früher" stiegen Lehrer/innen nach einem undefinierten Zeitraum automatisch in eine höhere Besoldungsgruppe auf. Heute sind Aufstiege in der Besoldungsgruppe an zusätzliches Engagement in der Schule gekoppelt (Verwaltungs-/Schulleitungsposten, besondere Aufgaben).
2) Besoldungsstufe
In einem regelmäßigen Progress (alle 2,3,4,6 Jahre) steigen Lehrer/innen im öffentlichen Dienst automatisch eine Gehaltsstufe höher. Das bedeutet jedesmal einen Anstieg des Bruttogehalts um 3-6%, abhängig von der Besoldungsstufe. Von Bundesland zu Bundesland unterscheidet sich die Höhe des Anstiegs und die Spanne der Jahre, die zwischen den Besoldungsstufen liegen. Mit höherem Dienstalter wird die Spanne zwischen den Besoldungsstufen breiter.
3) Sonstige Einflussfaktoren
Je nach Bundesland können Lehrer/innen folgende Aufwertung ihres monatlichen Bruttogehalts bekommen:
- Familienzuschlag/Familienzulage (verheiratete Lehrer/innen, evtl. kinderbezogener Anteil), Beispiel Baden-Württemberg: jeweils rund 100 Euro pro Ehepartner/in und pro Kind
- Kindergeld (pro Kind ca. 180 Euro)
- Mehrarbeitsvergütung, rund 20 Euro
- Allgemeine Stellenzulage (i.d.R. nur Beamt/innen) - ca. 70-80 Euro.
- Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (in den letzten Jahren stark reduziert, 0% bis 30%)
- Vermögenswirksame Leistungen (VL) - ca. 6 Euro monatlich
Einige der aufgezählten Posten stehen auch nicht im öffentlichen Dienst Beschäftigten zur Verfügung (z.B. Kindergeld). Ebenso sind allgemeine Abzüge (z.B. Solidaritätsbeitrag) nicht aufgeführt.
Beihilfeberechtigte Beamt/innen bekommen in einigen Ländern einmal jährlich eine Kostendämpfungspauschale (Selbstbehalt) von bis zu 300 Euro abgezogen.
Beispiel für Lehrer/innen-Gehälter
In den folgenden Beispielen werden realitätsnahe Euro-Beträge verwendet, um die Brutto-Netto-Problematik bei Lehrer/innen darzustellen (verbeamtete Lehrer/innen bezahlen keine Sozialabgaben). In vielen Fällen können diese Zahlen stark schwanken, z.B. beim Krankenkassenbeitrag.
Weit verbreitet sind die Besoldungsgruppen A12 und A13, die im Folgenden betrachtet werden. In vielen Bundesländern erhalten Lehrer/innen am Gymnasium (in einigen Bundesländern: auch Realschule) A13, Lehrer/innen in Grundschule und Hauptschule (in einigen Bundesländern: auch Realschule) A12.
Eine 35-jährige verbeamtete Lehrerin in Rheinland-Pfalz, Steuerklasse 3, Besoldungsstufe 6, 8 Jahre im Dienst, erhält inkl. allgemeiner Stellenzulage ein Bruttogehalt von
- 3355 Euro (A12)
- 3743 Euro (A13)
Davon ist abzuziehen:
- Lohnsteuer (Steuerklasse 3: ca. 350-400 Euro)
- Beitrag zur Privaten Krankenversicherung (ca. 300 Euro)
Gesamtnetto Beamtin: 2700 Euro (A12), 3040 Euro (A13)
Wäre die Lehrerin nicht verbeamtet, dann würden bei gleichem Brutto folgende Abzüge entstehen:
- Lohnsteuer (Steuerklasse 3: ca. 350-400 Euro)
- Sozialversicherung (ca. 420-470 Euro)
- Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (ca. 250-300 Euro)
Gesamtnetto Angestellte: 2330 Euro (A12), 2570 Euro (A13)
In welchem Bundesland verdienen Lehrer/innen am meisten?
In der folgenden Tabelle wurde das Grundgehalt in Euro nach Besoldungsordnung A (Beamte) in zwei verbreiteten Besoldungsgruppen (A12 und A13) und in den Besoldungsstufen 4 (= erste Berufsjahre) und 9 (ca. 20-jährige Berufstätigkeit als Lehrer/in) festgehalten.
| A12 (4) | A12 (9) | A13 (4) | A13 (9) | |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 3048 | 3684 | 3419 | 4106 |
| Bayern | 2930 | 3541 | 3286 | 3946 |
| Berlin | 2690 | 3259 | 3022 | 3637 |
| Brandenburg | 2867 | 3469 | 3218 | 3869 |
| Bremen | 2906 | 3517 | 3262 | 3921 |
| Hamburg | 3292 | 3518 | 3675 | 3917 |
| Hessen | 2888 | 3499 | 3245 | 3904 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2906 | 3517 | 3262 | 3921 |
| Niedersachsen | 2909 | 3520 | 3266 | 3925 |
| Nordrhein-Westfalen | 2906 | 3517 | 3262 | 3921 |
| Rheinland-Pfalz | 2992 | 3616 | 3356 | 4030 |
| Saarland | 2995 | 3605 | 3351 | 4010 |
| Sachsen | 2927 | 3538 | 3283 | 3943 |
| Sachsen-Anhalt | 2927 | 3538 | 3283 | 3943 |
| Schleswig-Holstein | 2927 | 3538 | 3283 | 3943 |
| Thüringen | 2971 | 3590 | 3332 | 4001 |
Berücksichtigen Sie bei den folgenden Ausführungen, dass sich die Bundesländer hinsichtlich Pflichtstundenzahl, Arbeitszeitmodellen und schulischen Aufgabenbereichen teilweise stark unterscheiden. Weitere Ausführungen dazu: Lehrerfreund 20.02.2010: In welchem Bundesland arbeiten Lehrer/innen am meisten?
Aus dieser (auf zwei Besoldungsgruppen und -stufen beschränkten) Tabelle ergibt sich die folgende Rangliste. Dort wird der Gehaltsdurchschnitt aller Bundesländer als 100% definiert; Abweichungen nach oben oder unten sind in den Klammern als Prozent festgehalten. Im Fokus steht das Bruttogrundgehalt der Besoldungsordnung A (Beamte); in Bundesländern, wo Lehrer/innen nicht verbeamtet werden, liegt das Netto bspw. entsprechender Tarifgehälter entsprechend niedriger.
- Hamburg (+5%)
- Baden-Württemberg (+4%)
- Rheinland-Pfalz (+2.1%)
- Saarland (+1.9%)
- Thüringen (+1.4%)
- Bayern (+-0%)
- Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein (-0.1%)
- Niedersachsen (-0.6%)
- Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen (-0.7%)
- Hessen (-1.2%)
- Brandenburg (-2.1%)
- Berlin (-8%)
Am besten verdienen Lehrer/innen laut Besoldungsordnung in Hamburg (wo allerdings ein neues Besoldungssystem eingeführt wurde, das diesen Spitzenplatz relativiert) und Baden-Württemberg. Das Grundgehalt liegt bei den Spitzenreitern 5% bzw. 4% über dem Bundesdurchschnitt. Die rote Laterne trägt Berlin mit einem Lehrer/innen-Einkommen, das 8% unter dem Durchschnitt liegt
Gemeint ist in jedem Fall das Bruttogehalt. In Berlin zum Beispiel sind Lehrer/innen i.d.R. Angestellte und haben neben Unterschieden in der Einordnung in eine Besoldungsgruppe entsprechend weitere Abzüge hinzunehmen. Die Aussage "Eine Lehrer/in in Berlin verdient 8% weniger als eine Lehrer/in in Bayern" ist also nicht zutreffend. Netto dürfte der Unterschied eher in Richtung 30-40% gehen.
Besoldungstabellen: Bruttogehälter von Lehrer/innen in den Bundesländern
Klicken Sie bei den folgenden Besoldungstabellen der Bundesländer auf die Vorschaubilder, um die gesamte Tabelle als gut lesbare Bilddatei zu öffnen.
Die Grundgehälter, die in den Besoldungstabellen dargestellt sind, ändern sich in ungefähr jährlichem Abstand. Die folgenden Tabellen und Links geben den Stand März 2010 wieder.
Baden-Württemberg
Die aktuelle Besoldungstabelle finden Sie hier: Baden-Württemberg: Grundgehaltssätze (Besoldungsordnungen A,B,W,C,R) - PDF
Bayern
Die aktuelle Besoldungstabelle finden Sie hier: Besoldungsordnung A Bayern (PDF)
Berlin
Die aktuelle Besoldungstabelle finden Sie hier: Grundgehaltssätze der Besoldungsordnung A für Berlin, Stand 01.08.2004 (PDF) (seit 2004 nicht mehr angehoben)
Brandenburg
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Brandenburg: Besoldungsordnung A (PDF)
Bremen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Besoldungstabellen Bremen (Besoldungsordnungen A,B,C,W,R) bei besoldungstabelle.de, Alternativlink bei oeffentlicher-dienst.info
Hamburg
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: oeffentlicher-dienst.info: Beamtenbesoldung nach dem Gesetz zur Neuregelung des Hamburgischen Besoldungs- und Versorgungsrechts , Stand 01.02.2010. Alternativlink: personalrat-online.de: Besoldungstabellen Hamburg (PDF)
Erklärung des neuen Besoldungssystems in Hamburg: GEW Landesverband Hamburg - Besoldung 2010: Das neue Besoldungsrecht in Hamburg (PDF) (dort auch die folgende Tabelle).
Hessen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Hessische Bezügestelle: Besoldungstabellen (dort Besoldungsordnung A)
Mecklenburg-Vorpommern
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Bundesbesoldungsordnung A für Mecklenburg-Vorpommern (PDF) (Alternativlink bei mvnet.de)
Niedersachsen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Besoldungstabellen Niedersachsen der Besoldungsordnungen A, B, C, R, W + Zuschläge/Zulagen (PDF)
Nordrhein-Westfalen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Tabellen der Besoldungsordnungen A,B,R,W des Landes NRW (PDF)
Rheinland-Pfalz
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Landesbesoldungsgesetz (LBesG) Rheinland-Pfalz (PDF), Besoldungstabellen ab S. 24
Saarland
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: oeffentlicher-dienst.info: Beamtenbesoldung Saarland (Matrix)
Sachsen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Bundesbesoldungsordnung A (pdf)
Sachsen-Anhalt
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: oeffentlicher-dienst.info: Beamntenbesoldungstabellen Sachsen-Anhalt (Besoldungsordnung A,B,C,W,R), gültig ab 01.03.2010
Schleswig-Holstein
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: oeffentlicher-dienst.info: Besoldungstabellen Schleswig-Holstein ab 01.03.2010 (Besoldungsordnung A,B,C,W,R); diese Tabelle ergibt sich aus der Bekanntmachung des Finanzministeriums über die Höhe der Besoldung vom 29. April 2009 (PDF) (und die dort geschilderten Anpassungen ab 01.03.2010)
Thüringen
Die aktuelle Besoldungstabellen finden Sie hier: Thüringer Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2009/2010 19.06.2009 und den dort beschriebenen Erhöhungen ab 01.03.2010.
Links
Besoldungstabellen, Besoldungsordnungen der Bundesländer
Aktuelle und korrekte Daten finden sich bei oeffentlicher-dienst.info - Beamtenbesoldung der Bundesländer. Am zuverlässigsten sind die Websites der Landesregierungen, allerdings findet man nicht bei allen aktuelle Gehaltstabellen sondern muss vielmehr selbst den Taschenrechner anschalten, wenn das Gehalt per Gesetz am 31.03.2010 um 1.2% angehoben wird.
Brutto-Netto-Rechner
- Online-Rechner Sozialabgaben
- Focus Brutto-Netto-Rechner 2010
- Lohnsteuer-Rechner 2010 (Bundesministerium der Finanzen)
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152 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Was bringt es, die Besoldungstabelle für Mecklenburg-Vorp. zu veröffentlichen, wenn dort kein einziger Lehrer verbeamtet wird.
Selbst die Liste nach dem TV-L bringt nicht viel, da viele Kollegen nach einem Lehrerpersonalkonzept arbeiten, dass Ihnen nur 2/3 der Stelle garantiert, der Rest variert nach Bedarf, inkl. Einsatz an verschiedenen Schulen und Schularten.
Gruß
Danke für den Hinweis. Tatsächlich gibt es in einigen Bundesländern für Lehrer/innen “Kurzarbeit” und verdienen entsprechend weniger.
Was bringt es, die Besoldungstabelle für Mecklenburg-Vorp. zu veröffentlichen, wenn dort kein einziger Lehrer verbeamtet wird.
Der Vergleichbarkeit wegen. TV-L ist in vielen Fällen bezüglich des Bruttolohns ungefähr vergleichbar.
In einigen? In Sachsen arbeiten Lehrer teilweise seit 1992 in Pflichtteilzeit. Und hier ist kein einziger Lehrer verbeamtet. Ich als nichtbeamterer Gymnasiallehrer mit Pflichtteilzeit gehe mit ungefähr 1800€ nach Hause.
Da stinkt einem schon, wenn man lesen muss, dass man als Gymnasiallehrer in BaWü mords den Haufen verdient…Ja zieh’ doch mal die PKV ab und den Kapitaldienst für die Hütte…
Und noch dazu der Sch…-Euro. Ich hätte mit der Mark 10.000 pro MOnat, das wäre noch die untere Oberschicht. Aber jetzt…nur mittlere Mittelschicht für die Sorge um die 50 % sozialen Früchtchen des Prekariats
Ich würde noch mehr nehmen als A14 in der Endtsuife, denn ich kenne keinen Kollegen, der für sein strapaziöses Tun als Lehrer so richtig reich geworden sei…Höchstens zufrieden, weil er ‘ne Frau gefunden hat, die auch pädagogisch wirkt.
Aber jede Lehrerin will man ja auch nicht unbedingt lebenslang an seiner Seite…
Mich interessieren folgende Fragen:
Wie sieht es mit der Bezahlung der Lehrer an Privatschulen aus? Wie hoch sind deren Gehälter?
Wie werden Quereinsteiger bezahlt, die zwar eine abgeschlossenen päd. Ausbildung mit Uni- Diplom haben, allerdings nicht in den Fächern, in denen der Lehrer unterrichtet?
@freibeuter2010
Das mit DM / EUR ist ein schaler Witz nach der Moral: “früher war alles besser”
Im Ernst: Ich unterrichte als Angestellter nur 50%, darüber hinaus freiberuflich.
Warum? Weil ich als 2.-Verdiener und angest. Hauptschullehrer in LSt-Kl. 5 üppige ca. 600 EUR mehr hätte /Monat für 14 Wochenstunden mehr Beleidigungen und Frust einstecken.
Ein schlechter Witz.
Jeder ist seines Glückes Schmied, so bekommt mich der Staat zu 50%, den Rest investiere ich in volkswirtschaftlich sicher ebenso sinnvolle - wenn nicht sinnvollere - Arbeit.
Vorteil allerdings: Schule ist für mich immer auch ein Stück Ausgleich, in der ich ein Stückchen Unternehmerverantwortung kurzfristig abgeben kann.
Hier zu Lande zwar wenig bekannt und staatlich nicht gerne gesehen. Aber Leibeigenschaft sei schon seit längerem Abgeschafft, wird gesagt.
@freibeuter2010
Bin durch Zufall auf diese Seite geraten und frage mich: wie *** (zensiert, Redaktion 16.05.2010)</em> sind deutsche Lehrer eigentlich?
10000 DM/Monat? Heute ca. 5000 € pro Monat? Heisst netto was, 3800-4000 raus als Beamter? Wissen Sie eigentlich was man als Akademiker in der Industrie verdient, und ich meinen nicht als Vorstand eines 100000 Mann Unternehmens?
Wer als Ingenieur 3500 Euro Brutto verdient kann froh sein, bei gewünschter 60h Woche. Netto sind das ca. 1900 €. Damit darf ich mich nicht Privatversichern. Und der Staat ZWINGT einen noch zur Privaten Rentenversicherung.
Mannmann, klar, wer als Lehrer denke er müsse eine Villa besitzen der wird halt enttäuscht. Ihr Lehrer, ihr seit Bestverdiener, habt sichere Jobs und Traumrenten, dazu PKV. Ich finde Bildung wichtig, alles OK, aber dann bitte nicht jammern. Alternative: Beamtentum abschaffen. Traurig aber wahr.
IMHO muss man das Beamtentum abschaffen
Wieso muss jeder Ingenieur genauso viel verdienen wie ein Lehrer?
Verstehe ich nicht.
Qualitativ hochwertige Produkte inkl. der dahinter stehenden Ingenieursleistung gibt es doch preiswert in China und Co.
@ingeneur
Ich kann verstehen, dass freibeuter nicht eben Mitleid erzeugt. Seine Argumentation ist leidlich daneben und außerdem nicht realistisch. Die DM-Nachtraurer gibt es aber überall und dieses Argument zeigt sowieso, dass er wenig Durchblick hat.
Zu Deinen Behauptungen aber kann ich nur sagen: Hat wenig mit der Realität zu tun. Und ich kenne etliche Ingenieure, die sagen: Lieber 50-Stundenwoche für 3400 EUR als für 3800 EUR sich täglich 5-6 Stunden beleidigen zu lassen (und auch normalerweise eher 50- als nur 40-Stundenwoche - inkl. Arbeit in der unterrichtsfreien Zeit).
Also: Neidhammelmusik bringt’s nicht und genau da sind die Mächtigen (Politiker, Investoren, ...) glücklich, denn “divide et impera” gilt noch immer.
Man muss ja unterscheiden, allerdings sind die Beamten Lehrergehälter in Baden-Württemberg mittlerweile einfach eindeutig zu hoch im Vergleich zu dem was in der Freien Wirschaft bezahlt wird. Für ein vergleichbares Gehalt muss man schon mindestens als Abteilungsleiter in TOP-Unternehmen arbeiten und somit zu den wenigen Glücklichen gehören.
Die Einstiegsgehälter sind bei Ingenieuren z.B. um die 30% niedriger, man muss ja immer Netto rechnen. Und da sind im Moment so zwischen 1700€ - 1900€ drin, wenn man die vermeintlich attraktivsten Ingenieurberufe mit TOP-Uni Abschluss als Vergleich heranzieht (z.B. Wirschaftsingenieur, Elektroingenieur, Maschinenbauingenieur). Ein Lehrer bezieht 2300€ - 2500€.
Bei der 30% Differenz sind noch nicht einkaluliert:
- Arbeitsplatzsicherheit
- PKV
- Beamtenpension
- Mobilitätsbonus (ganz selten kann man sich in der Wirtschaft den Arbeitsort so gut aussuchen wie an Schulen)
- in BW relativ beliebige Flexibiliät bei der Anzahl der Stunden / Woche (natürlich mit entsprechender Gehaltsminderung)
- Zulagen durch Kinderbonus
All die genannten Faktoren müssten sich eigentlich eher in einem niedrigeren Grundgehalt niederschlagen, da das in der Wirtschaft alles extra kostet (z.B. weitere Arbeitswege, Zusatzversicherung, Altersvorsorge,..). Arbeitsplatzsicherheit ist vermutlich unbezahlbar. Wenn man Lehrergehälter vergleicht sollte man jedoch nicht nur die TOP Verdiener in der Wirtschaft heranziehen. Schließlich arbeiten Lehrer auch in Branchen mit sonst noch viel geringeren Einkommen (z.B. Germanistik, Biologie, Musik,...). Ebenfalls ein interessanter Vergleich: Ein Juniorprofessor mit der recht neuen W1 Professur bekommmt weniger Netto als ein A13 Lehrer der älter ist als 35-40 Jahre (Baden-Württ.).
Den einzigen Pluspunkt sammeln die Lehrer gegenüber Leuten in der Wirtschaft mit der 1,5 Jahre dauernden zusätzlichen Referendarsausbildung. Wobei ein halbes Jahr wohl zumindest bei den Ingenieuren durch ein anspruchsvollers Studium ausgeglichen wird. Dann bleiben also (1800-1000€)*12=9600€ Einkommensdifferenz bis zum Berufsbeginn. Diese sind innerhalb der ersten 1-2 Jahre bei der aktuellen Gehaltsdifferenz wieder aufgezehrt.
Alles in allem müsste das Lehrergehalt sich eher an der unteren Grenze eines Ingenieurgehaltes orientieren. Bezieht man all die oben genannten Faktoren mit ein, wären wohl so um die 1600-1800€ Netto (Einstiegsgehalt) maximal vertretbar (früher klaffte die Schere übrigens auch nicht so weit auseinander). Am Ende muss das Lehrergehalt ja immernoch von den oben genannten Arbeitnehmern bezahlt werden können. Ansonsten gibts halt irgendwann ein 2. Griechenland und dann wird der Markt die Leute wieder auf den Boden der Realität zurückholen.
@Mister M.
“Verstehe ich nicht.
Qualitativ hochwertige Produkte inkl. der dahinter stehenden Ingenieursleistung gibt es doch preiswert in China und Co.”
Schön vergiss dabei aber nicht, dass du diese Produkte immernoch vom Geld der in Deutschland (noch) arbeitenden Ingenieure bezahlst. Damit möchte ich auch ausdrücken, dass es eigentlich uns alles was angeht, was ein Lehrer verdient. Im Vergleich zu den TOP Verdienern in der Wirtschaft, über deren Milliongehälter ständig geklagt wird (diese zahlt ihnen aber immernoch das Unternehmen meist unter Einwilligung der Mitarbeiter), gibt es hierbei seltsamerweise recht wenig Kritik in der Gesellschaft.
@ullaz
Ich kann nicht wirklich beurteilen, wie Lehrer in Baden-Württemberg besoldet werden, aber
1. Werden noch lange nicht alle Lehrer mit A13 bezahlt
2. Sollte es so sein (was ich sogar glaube), dass die Einstiegsgehälter nicht schlecht sind, muss man aber fairerweise die gesamte Einkommsentwicklung über das ganze Berufsleben betrachten.
Ich bin Lehrerin in NRW und denke mal, dass die Besoldung in BW ca. 100 € netto mehr sind. Daher erlaube ich mir mal mein eigenes Gehalt darzulegen.
Würde ich heute anfangen, bekäme ich (HS, A12, Stufe 3) nach Abzug der PKV nicht ganz 2000 €. Ich bin heute aber in Stufe 10 und von der Endstufe 12 trennen mich noch brutto ungefähr 160€. Bekäme ich heute das Endgehalt, hätte ich nach Abzug der PKV noch ca. 2560 € netto.
Damit hätte ich in meiner gesamten beruflichen Laufbahn einen Gehaltszuwachs von ca. 600€ netto.
Ich denke, dass mich da selbst schlecht verdienende Ingenieure locker abhängen.
Nachlesen kann das jeder unter:
http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/
Jetzt möchte ich auch gern mal zu den anderen Punkten Stellung nehmen:
Arbeitsplatzsicherheit
Ich bin seit etwa 10 Jahren im Dienst und genau mit dieser Begründung, dass wir ja diese Arbeitsplatzsicherheit hätten, wird immer wieder “argumentiert”, dass eben keine Gehaltsanpassung stattfindet.
Ich müsste es jetzt genau nachlesen, aber ich meine, dass zwischen 2003 und 2008 marginale oder gar keine Erhöhungen immer wieder mit der Arbeitsplatzsicherheit begründet wurden.
PKV
Die kostet und muss vom Netto-Gehalt abgezogen werden. Hinzu kommt, dass in NRW eine Kostendämpfungspauschale erhoben wird, die für A12 300 € im Jahr ausmacht. De facto ist das eine Gehaltskürzung von monatl. 25 €
Beamtenpensionen
Hier wurden die Beamtengehälter 1957 um 7% abgesenkt zur Bildung eines Versorgungsfonds. Das entsprach dem damaligen Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung. In den Jahren um die Jahrtausendwende wurde von jeder Gehaltsanpassung ein kleiner Betrag einbehalten wurde bis der Anteil dem der Rentenbeiträge entsprach.
Hinzu kommt, dass die Pensionen abgesenkt wurden und auch bestimmt noch weiter abgesenkt werden und durch die Steuertabelle B das Gehalt auch wegen der Pensionen insgesamt höher besteuert wird.
Schade nur, dass es diesen Versorgungsfond nie wirklich gegeben hat und es heute immer heißt, die Beamten würden nichts zu ihrer Altersversorgung beitragen.
Fakt ist, dass die Länder die einbehaltenen Gehälter niemals in den Bezügemitteilungen ausgewiesen haben, so dass es heute sogar Beamte gibt, die selber glauben, sie würden keinen Beitrag leisten (Wer weiß, ob das nicht auch die Absicht war)
Mobilitätsbonus
Was ist das?
Kinderbonus
Ja, aber die Bedingungen, um diesen Bonus zu kriegen müssen Sie sich mal anschauen und dann mit der Höhe vergleichen.
Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis, der übrigens voller Ingenieure ist, umschaue, dann muss ich feststellen, dass davon JEDER inzwischen deutlich mehr verdient als ich.
Die bekommen aber alle 13 bis 14 Monatsgehälter. ich hingegen kriege eine einmalige jährliche Sonderzahlung von 30% eines Monatsgehalts.
Es ist richtig, dass mein Gehalt vom Steuerzahler bezahlt wird. Jedoch mache ich mich dafür aber auch reichlich krumm und muss mich ständig Neiddebatten aussetzen. Außerdem bin ich auch selbst ein Steuerzahler und finanziere mit meinen Steuern auch die GKV und die Rentenversicherung mit.
Ich will nicht klagen, ich kann bei meinen Ansprüchen ganz gut von dem Gehalt leben. Aber ich muss mich auch nicht schämen, denn zu viel ist es wirklich nicht.
Übrigens:
In NRW dauert das Ref. 2 Jahre und nicht 1,5
Die Kritik im Vergleich zu den TOP-Verdienern aus der freien Wirtschaft ist nicht gering - ganz im Gegenteil.
Jedoch vermute ich, dass Sie da eine andere Wahrnehmung haben als ich.
@ullaz:
“Man muss ja unterscheiden, allerdings sind die Beamten Lehrergehälter in Baden-Württemberg mittlerweile einfach eindeutig zu hoch im Vergleich zu dem was in der Freien Wirschaft bezahlt wird.”
Wer entscheidet das? Die Firmen, die zu wenig zahlen wollen? Und seit wann schreibt man “freie” Wirtschaft mit großem “F”? Wegen der Nähe zur F.D.P.?
“Für ein vergleichbares Gehalt muss man schon mindestens als Abteilungsleiter in TOP-Unternehmen arbeiten und somit zu den wenigen Glücklichen gehören.”
Und? Kannst dich ja auf so eine Stelle bewerben. Wird aber nicht jeder genommen (übrigens genauso wie bei den Lehrern…)
“Die Einstiegsgehälter sind bei Ingenieuren z.B. um die 30% niedriger, man muss ja immer Netto rechnen. Und da sind im Moment so zwischen 1700€ - 1900€ drin, wenn man die vermeintlich attraktivsten Ingenieurberufe mit TOP-Uni Abschluss als Vergleich heranzieht (z.B. Wirschaftsingenieur, Elektroingenieur, Maschinenbauingenieur). Ein Lehrer bezieht 2300€ - 2500€.”
War ja auch schon einmal genau anders herum. Ende der 90er-Jahre haben die Ings über die Lehrer gelacht. Die Zeiten ändern sich halt…
“Bei der 30% Differenz sind noch nicht einkaluliert:
- Arbeitsplatzsicherheit”
O.K., aber erst nach der Verbeamtung. Ein steiniger und riskanter Weg dahin. NACH dem Studium: Referendariat, Gesundheitsprüfung, bei vielen “hire and fire” für Jahre auf Vertretungsstellen (inkl. fehlender Bezahlung in den Sommerferien). Den Beamtenstatus muss man sich hart erarbeiten.
“- PKV”
Und die gibt’s umsonst? Dann zieh vom Netto des Lehrers doch gleich einmal mind. 10% ab (je nach Familienstand).
“- Beamtenpension”
Und die Angestellten bekommen nichts im Alter? Erst die Netto-Gehälter der Angestellten schön niedrig rechnen und dabei nicht bedenken, dass dafür u.a. ein Rentenanspruch entsteht. Einige sollen sogar noch Betriebsrenten bekommen…
“- Mobilitätsbonus (ganz selten kann man sich in der Wirtschaft den Arbeitsort so gut aussuchen wie an Schulen)”
Haee?? Mobilität im Lehrerberuf und dass als Beamter? Bin ich im falschen Film? Als Beamter kannst du nicht mal eben in der nächstbesten Schule anfangen, weil sie dir besser gefällt. Die Arbeitsplatzsicherheit wird durch eine gehörige Portion IMMOBILITÄT erkauft.
“- in BW relativ beliebige Flexibiliät bei der Anzahl der Stunden / Woche (natürlich mit entsprechender Gehaltsminderung)”
Ja und? Halbe Arbeitszeit = halbes Gehalt. Wo ist das Problem? Bezahlte “Kurzarbeit” wie in der freien Wirtschaft gibt’s jedenfalls nicht.
“- Zulagen durch Kinderbonus”
Hält sich in Grenzen.
“All die genannten Faktoren müssten sich eigentlich eher in einem niedrigeren Grundgehalt niederschlagen, da das in der Wirtschaft alles extra kostet (z.B. weitere Arbeitswege, Zusatzversicherung, Altersvorsorge,..). Arbeitsplatzsicherheit ist vermutlich unbezahlbar.”
“Unbezahlbar”. Klar. Lehrer müssten eigentlich noch Geld mitbringen für die Arbeitsplatzsicherheit. ROTFL…
“Wenn man Lehrergehälter vergleicht sollte man jedoch nicht nur die TOP Verdiener in der Wirtschaft heranziehen. Schließlich arbeiten Lehrer auch in Branchen mit sonst noch viel geringeren Einkommen (z.B. Germanistik, Biologie, Musik,...).”
Was ist denn das für eine Logik? Lehrer arbeiten als Akademiker in der Branche “Staat” und werden entsprechend bezahlt. Sonst dürfte der (studierte) Bibliothekar in der öffentlichen Buchhalle auch nur soviel verdienen wie der angestellte Buchhändler um die Ecke oder wie?
“Ebenfalls ein interessanter Vergleich: Ein Juniorprofessor mit der recht neuen W1 Professur bekommmt weniger Netto als ein A13 Lehrer der älter ist als 35-40 Jahre (Baden-Württ.).”
Na und? Juniorprof. kann man auch schon ab Mitte 20 werden und ist bezahlte Forschungsarbeit. Also eigentlich bezahlter, privater Luxus. Wird ja auch keiner gezwungen Juniorprof. zu werden. Könnte ja stattdessen Lehrer werden, wenn’s so gut bezahlt wird. Ist wohl nur weniger prestigeträchtig als ein schicker “Prof.”-Titel.
“Den einzigen Pluspunkt sammeln die Lehrer gegenüber Leuten in der Wirtschaft mit der 1,5 Jahre dauernden zusätzlichen Referendarsausbildung.”
Die meisten aktiven Lehrer haben zwei Jahre Referendariatsausbildung. Und das bei einem echten Hungerlohn (~1000 Euro brutto -> minus Steuern, minus PKV), während die armen, unterbezahlten Ingenieure schon richtig Geld verdienen dürfen.
“Wobei ein halbes Jahr wohl zumindest bei den Ingenieuren durch ein anspruchsvollers Studium ausgeglichen wird.”
Was für ein Unsinn. Zumindest das gymnasiale Studium ist fachlich genauso anspruchsvoll, da an den Universitäten genau die gleichen Vorlesungen und Übungen belegt werden und die Prüfer oft dieselben sind. Und man hat zwei Hauptfächer und nicht ein Hauptfach und ein Nebenfach.
“Dann bleiben also (1800-1000€)*12=9600€ Einkommensdifferenz bis zum Berufsbeginn.”
Eben waren es noch 18 Monate (tatsächlich aber 24). Jetzt nur noch 12. Sagt viel über die Rechenkünste deutscher Ingenieure aus…
“Alles in allem müsste das Lehrergehalt sich eher an der unteren Grenze eines Ingenieurgehaltes orientieren.”
Gerade nicht. Die Ingenieure waren doch immer so stolz auf die “Marktwirtschaft” und ihren “Marktwert”. Jedenfalls bis die Globalisierung und jetzt die Wirtschaftskrise kaum. Und jetzt ist die Welt plötzlich so ungerecht…
“Bezieht man all die oben genannten Faktoren mit ein, wären wohl so um die 1600-1800€ Netto (Einstiegsgehalt) maximal vertretbar (früher klaffte die Schere übrigens auch nicht so weit auseinander).”
Für Ingenieure? Einverstanden. Aber immer noch zuviel im Vergleich zu China.
“Am Ende muss das Lehrergehalt ja immernoch von den oben genannten Arbeitnehmern bezahlt werden können.”
ROTFL. Auf individueller Basis zahlt der Lehrer dank seines “hohen” Beamtengehaltes und besonderer Steuertabelle sicher mehr Steuern als der arme Ingenieur. Also im Gegenteil. Wenn man sieht, wie die Wirtschaft dank Subventionen, Rettungspaketen und Abwrackprämien absahnt, finanziert mittlerweile wohl eher der Lehrer den deutschen Ingenieur.
“Ansonsten gibts halt irgendwann ein 2. Griechenland und dann wird der Markt die Leute wieder auf den Boden der Realität zurückholen.”
Klar. Inklusive der berühmten griechischen Ingenieurskunst. Oder sind wir dort schon angelangt. Die Rechenfähigkeiten (s.o.) lassen es vermuten…
““Qualitativ hochwertige Produkte inkl. der dahinter stehenden Ingenieursleistung gibt es doch preiswert in China und Co.”
Schön vergiss dabei aber nicht, dass du diese Produkte immernoch vom Geld der in Deutschland (noch) arbeitenden Ingenieure bezahlst.”
‘Ich verdrehe mir die Welt so wie sie mir gefällt’, oder wie?
“Damit möchte ich auch ausdrücken, dass es eigentlich uns alles was angeht, was ein Lehrer verdient.”
Dann möchte ich aber auch mitbestimmen, was der Ingenieur bei Mercedes, bei Airbus oder bei Hochtief verdient, wenn die nächsten Milliarden in die Abwrackprämie, in den Militärtransporter oder unsinnige, überteuerte Bauprojekte fließen…
“Im Vergleich zu den TOP Verdienern in der Wirtschaft, über deren Milliongehälter ständig geklagt wird (diese zahlt ihnen aber immernoch das Unternehmen meist unter Einwilligung der Mitarbeiter),”
Ingenieur sein aber nicht die geringste Ahnung von Wirtschaft haben. Seit wann bestimmen die Mitarbeiter über das Gehalt des Top-Managements. Das gab’s ja nicht einmal im Sozialismus…
“gibt es hierbei seltsamerweise recht wenig Kritik in der Gesellschaft.”
Dann mal gut das du es wenigstens probiert hast.
Ich habe deshalb A13 herangezogen, weil dies für Gymnasiallehrer der Einstieg ist, deren Studium am ehesten mit dem Uni-Studium anderer Akademiker vergleichbar ist… Ansonsten müsste man auch die Löhne für FH-Einsteiger etc. ansetzen.
“Die bekommen aber alle 13 bis 14 Monatsgehälter. ich hingegen kriege eine einmalige jährliche Sonderzahlung von 30% eines Monatsgehalts.”
Die genannten aktuell bezahlten Monatsgehälter sind alle aus dem Jahresgesamteinkommen errechnet. Klar Brutto ist es oft mehr, Netto wohl in den wenigsten Fällen. Wenn dir jemand als Ing. sein Bruttogehalt nennt, musst du davon zumindest bei Singles 50% Gesamtabgaben (Steuer+Krankenversicherung, Rente,...) rechnen.
“Hier wurden die Beamtengehälter 1957 um 7% abgesenkt zur Bildung eines Versorgungsfonds. Das entsprach dem damaligen Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung. In den Jahren um die Jahrtausendwende wurde von jeder Gehaltsanpassung ein kleiner Betrag einbehalten wurde bis der Anteil dem der Rentenbeiträge entsprach. Hinzu kommt, dass die Pensionen abgesenkt wurden und auch bestimmt noch weiter abgesenkt werden und durch die Steuertabelle B das Gehalt auch wegen der Pensionen insgesamt höher besteuert wird. Schade nur, dass es diesen Versorgungsfond nie wirklich gegeben hat und es heute immer heißt, die Beamten würden nichts zu ihrer Altersversorgung beitragen.
Fakt ist, dass die Länder die einbehaltenen Gehälter niemals in den Bezügemitteilungen ausgewiesen haben, so dass es heute sogar Beamte gibt, die selber glauben, sie würden keinen Beitrag leisten (Wer weiß, ob das nicht auch die Absicht war)”
Für mich ist das alter Kaffee, wichtig für einen Vergleich ist doch nur, was heute an Pensionen gezahlt wird. Was in der Zukunft ist, kann man weder für Beamte noch für freie Angestellte sagen. Sicher ist nur, dass bis jetzt wohl kein Beamter auf seine Pension verzichten musste. Und die Gehälter heute sind auch so wie sie heute sind…
“Würde ich heute anfangen, bekäme ich (HS, A12, Stufe 3) nach Abzug der PKV nicht ganz 2000 €. Ich bin heute aber in Stufe 10 und von der Endstufe 12 trennen mich noch brutto ungefähr 160€. Bekäme ich heute das Endgehalt, hätte ich nach Abzug der PKV noch ca. 2560 € netto.”
2560 Netto entsprechen 5120 Brutto in der Wirtschaft ==> Ein Jahresgehalt von >60.000€. Nicht sehr viele Ing. erreichen das so selbstverständlich.
“Wer entscheidet das? Die Firmen, die zu wenig zahlen wollen? Und seit wann schreibt man “freie” Wirtschaft mit großem “F”? Wegen der Nähe zur F.D.P.?”
Korrekturbedürfnis ist bei Lehrern natürlich verinnerlicht. Polemik sollten dabei aber wenigstens ausbleiben.
Nein, das allgemeine Gehaltgefüge hat sich eben nach unten korrigiert in den letzten 20 Jahren. Das Lehrergehalt ist verschont geblieben. Deshalb nun die signifikanten Unterschiede, welche meiner Meinung nach nicht mehr zu rechtfertigen sind.
“Und? Kannst dich ja auf so eine Stelle bewerben. Wird aber nicht jeder genommen (übrigens genauso wie bei den Lehrern…)”
Natürlich ist das nicht so einfach. Wenn sich die 80% der deutschen Ingenieure auf eine der maximal 20% gleich gut bezahlten Stellen bewerben, ist ganz schnell klar, dass dies nicht für alle gut gehen kann. Bei Lehrern beziehen dagegen so gut wie 100% ein Gehalt der 20% Top-verdiener der Top-Verdiener. Und wer sagt, dass für einen Job der 80% jeder genommen wird?
“O.K., aber erst nach der Verbeamtung. Ein steiniger und riskanter Weg dahin. NACH dem Studium: Referendariat, Gesundheitsprüfung, bei vielen “hire and fire” für Jahre auf Vertretungsstellen (inkl. fehlender Bezahlung in den Sommerferien). Den Beamtenstatus muss man sich hart erarbeiten.”
Interessant wäre ein Vergleich wieviel % der Lehrer nicht gleich verbeamtet werden. Bei den anderen Akademikern bekommt ja wohl auch nicht jeder gleich und sofort einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Schon einmal was von der Generation Praktikum gehört? Man kann also wohl kaum sagen, dass es beim Einstieg bis zu einem festen Arbeitsvertrag größere Unterschiede gibt. Dagegen bedeutet der Arbeitsvertrag bei Lehrern aber eine lebenslange Absicherung. Daher der Vorteil.
“Und die gibt’s umsonst? Dann zieh vom Netto des Lehrers doch gleich einmal mind. 10% ab (je nach Familienstand).”
Natürlich nicht, bei den von mir genannten Netto Gehältern ist diese jedoch schon abgezogen. Der normale Arbeitnehmer müsste Zusatzversicherungen abschließen, um nur in etwa die Absicherung mit den Zuzahlungen der PKV zu bekommen sind doch gleich einmal mindestens weitere 50€ von den genannten Nettobeträgen weg.
“Haee?? Mobilität im Lehrerberuf und dass als Beamter? Bin ich im falschen Film? Als Beamter kannst du nicht mal eben in der nächstbesten Schule anfangen, weil sie dir besser gefällt. Die Arbeitsplatzsicherheit wird durch eine gehörige Portion IMMOBILITÄT erkauft.”
Als Lehrer kann man sich beim Berufseinstieg an allen Schulen bewerben, die Stellen ausschreiben. Damit ist nicht zu bestreiten, dass damit im Prinzip das ganze Land als Wohn-/Arbeitsort bereit steht. Als Ingenieur ist man meist gezwungen Stellen innerhalb der Ballungsräume zu beziehen, wo der Wohnraum tendenziell knapper und teurer ist, wenn man an die oben genannten Ingenieursgehälter etwa erreichen will. Ok, jetzt kein Totschlagargument, aber dennoch ein weiteres kleines Plus für den Lehrer.
“Hält sich in Grenzen.”
Existiert in der freien Wirtschaft nicht.
““Unbezahlbar”. Klar. Lehrer müssten eigentlich noch Geld mitbringen für die Arbeitsplatzsicherheit. ROTFL…”
Habe ich nicht gesagt - allerdings müsste sich das im Lehrergehalt schon zeigen. Bei Produkten kostet ein Garantieverlängerung üblicherweise auch extra.
“Was ist denn das für eine Logik? Lehrer arbeiten als Akademiker in der Branche “Staat” und werden entsprechend bezahlt. Sonst dürfte der (studierte) Bibliothekar in der öffentlichen Buchhalle auch nur soviel verdienen wie der angestellte Buchhändler um die Ecke oder wie?”
Bei meinem Argument habe ich wohl vergessen, dass ich nur Akademiker als Vergleich heranziehen möchte. Diese Akademiker in den genannten Branchen verdienen fast alle noch weniger als der Ingenieur (welcher ja immernoch der TOP-Verdiener in der freien Wirtschaft ist), obwohl diese eine dem Lehrer ähnliche Ausbildung haben.
“Na und? Juniorprof. kann man auch schon ab Mitte 20 werden und ist bezahlte Forschungsarbeit. Also eigentlich bezahlter, privater Luxus. Wird ja auch keiner gezwungen Juniorprof. zu.
Falsch Juniorprof. wird man, wenn überhaupt erst nach einer Promotion. Promovieren dauert im Schnitt 4-5 Jahre, womit es wohl keinen Juniorprof geben wird, der jünger als 32 Jahre ist. Seit wann ist Forschungsarbeit privat? Die Ergebnisse werden der Öffentlickeit zugänglich gemacht und sind die Grundlage neuer Entwicklungen in der Volkswirtschaft. Also soviel Verständnis sollte ein Lehrer schon mitbringen (schließlich rühmt er sich ja auch damit, einen wissenschaftlichen Abschluss gemacht zu haben).
“Könnte ja stattdessen Lehrer werden, wenn’s so gut bezahlt wird. Ist wohl nur weniger prestigeträchtig als ein schicker “Prof.”-Titel.”“
Tolle Polemik -> das kann er doch genausowenig, wie ein Lehrer einfach so Juniorprof werden kann. So einfach ists halt nicht.
““Wobei ein halbes Jahr wohl zumindest bei den Ingenieuren durch ein anspruchsvollers Studium ausgeglichen wird.”
Was für ein Unsinn. Zumindest das gymnasiale Studium ist fachlich genauso anspruchsvoll, da an den Universitäten genau die gleichen Vorlesungen und Übungen belegt werden und die Prüfer oft dieselben sind. Und man hat zwei Hauptfächer und nicht ein Hauptfach und ein Nebenfach.
“Dann bleiben also (1800-1000€)*12=9600€ Einkommensdifferenz bis zum Berufsbeginn.”
Eben waren es noch 18 Monate (tatsächlich aber 24). Jetzt nur noch 12. Sagt viel über die Rechenkünste deutscher Ingenieure aus…”
Nur noch 12, weil von den 18 Monaten Referendariat (definitiv in BW) 6 Monate wegen des kürzeren/einfacheren Studiums abzuziehen sind. Z.B. eindeutig bei Realschullehrern.
“Für Ingenieure? Einverstanden. Aber immer noch zuviel im Vergleich zu China.”
Wenn wir grad am Vergleichen sind -> die Lehrergehälter in Deutschland sind im weltweiten Vergleich http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrergehaelter-vergleich/ wohl eindeutig die höchsten, wobei der Beamtenbonus noch nicht einmal in der genannten Statistik mit einberechnet ist. Und da sind genug Länder dabei deren Lebenshaltungskosten mit Deutschland gut vergleichbar sind.
“‘Ich verdrehe mir die Welt so wie sie mir gefällt’, oder wie?”
Nein, das Geld was du verdienst stammt nun einmal zu 100% vom Staat, und rate mal wer die meisten Steuern bezahlt.
“Dann möchte ich aber auch mitbestimmen, was der Ingenieur bei Mercedes, bei Airbus oder bei Hochtief verdient, wenn die nächsten Milliarden in die Abwrackprämie, in den Militärtransporter oder unsinnige, überteuerte Bauprojekte fließen…”
Vergiss nicht, dass Deutschland Expornation Nr. 1 ist, von der Abwrackprämie jeder profitieren konnte, und Rüstungsprojekte für die Verteidigung des Landes dienen… Also ich kann nicht verstehen, wie Ingenieursberufen vom Staat subventioniert sein können. Dann hätten wir griechische Zustände schon seit 60 Jahren.
“Das gab’s ja nicht einmal im Sozialismus…”
Schonmal was von Betriebsräten gehört? Die werden gewählt und deren Zustimmung ist in vielen Konzernen erforderlich.
@ullaz:
Ich gehe nur einmal auf die gröbsten Vorurteile/Fehler ein:
“Nein, das allgemeine Gehaltgefüge hat sich eben nach unten korrigiert in den letzten 20 Jahren. Das Lehrergehalt ist verschont geblieben. Deshalb nun die signifikanten Unterschiede, welche meiner Meinung nach nicht mehr zu rechtfertigen sind.”
Einfach mal hier klicken, um diese unsinnige Behauptung zu widerlegen:
http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/
“Bei meinem Argument habe ich wohl vergessen, dass ich nur Akademiker als Vergleich heranziehen möchte. Diese Akademiker in den genannten Branchen verdienen fast alle noch weniger als der Ingenieur (welcher ja immernoch der TOP-Verdiener in der freien Wirtschaft ist), obwohl diese eine dem Lehrer ähnliche Ausbildung haben.”
Verstehe schon. Ingenieure sind die Krönung der akademischen Schöpfung. Alle andere haben sich gehaltsmäßig unterzuordnen…
“Seit wann ist Forschungsarbeit privat? Die Ergebnisse werden der Öffentlickeit zugänglich gemacht und sind die Grundlage neuer Entwicklungen in der Volkswirtschaft. Also soviel Verständnis sollte ein Lehrer schon mitbringen (schließlich rühmt er sich ja auch damit, einen wissenschaftlichen Abschluss gemacht zu haben).”
Was hat denn das “veröffentlichen” einer Forschungsarbeit mit deren Qualität oder gar deren Recht auf Steuerfinanzierung zu tun? Die meisten Abschlussarbeiten sind “öffentlich”, zumindest in den Instituten, wo sie angefertigt wurden. Ich wiederhole: Wer sich dazu entschließt, zu “forschen”, der macht das aus privaten Motiven. Ex ante ist sowieso nicht klar, ob diese bezahlte “Forschung” überhaupt sinnvoll ist. Und hier eine Info aus wikipedia:
“Die Lehrverpflichtung wird von Verordnungen der Bundesländer festgesetzt und beträgt normalerweise vier Semesterwochenstunden, also halb so viel wie die von W2- und W3-Professoren. “
http://de.wikipedia.org/wiki/Juniorprofessur
Und dafür ist W1-Besoldung ganz schön viel Geld…
“Tolle Polemik -> das kann er doch genausowenig, wie ein Lehrer einfach so Juniorprof werden kann. So einfach ists halt nicht.”
Ja und? Der Junior-Prof. hat sich eben entscheiden KEIN Lehrer zu werden. Dann darf er auch nicht über das Gehalt meckern. War doch vorher klar.
“Nur noch 12, weil von den 18 Monaten Referendariat (definitiv in BW) 6 Monate wegen des kürzeren/einfacheren Studiums abzuziehen sind. Z.B. eindeutig bei Realschullehrern.”
Toller “Beweis”. Realschullehrer in BW. Vorher über A13 und Gymnasiallehrer reden und jetzt das… ROTFL.
“Wenn wir grad am Vergleichen sind -> die Lehrergehälter in Deutschland sind im weltweiten Vergleich http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrergehaelter-vergleich/ wohl eindeutig die höchsten, wobei der Beamtenbonus noch nicht einmal in der genannten Statistik mit einberechnet ist. Und da sind genug Länder dabei deren Lebenshaltungskosten mit Deutschland gut vergleichbar sind.”
Die deutschen Ingenieurgehälter sind im weltweiten Vergleich sicherlich immer noch genauso “top”. Aber immer noch zu hoch im Vergleich zu China…
“Nein, das Geld was du verdienst stammt nun einmal zu 100% vom Staat, und rate mal wer die meisten Steuern bezahlt.”
Die Ingenieure ja offensichtlich nicht, wenn die so wenig verdienen… noch einmal ROTFL.
“Vergiss nicht, dass Deutschland Expornation Nr. 1 ist, von der Abwrackprämie jeder profitieren konnte, und Rüstungsprojekte für die Verteidigung des Landes dienen… Also ich kann nicht verstehen, wie Ingenieursberufen vom Staat subventioniert sein können. Dann hätten wir griechische Zustände schon seit 60 Jahren.”
Klar… wir profitieren alle nur von den Ingenieuren und die Milliarden für o.g. “Leistungen” sind ja nur peanuts. Nur die überbezahlten Lehrer sacken ihre Gehälter ohne Gegenleistung ein… Und zu Griechenland: Die Griechen bestellen die “Leistungen” deutscher “Ingenieurskunst” auf Kredit. Aktuell merkt man, dass die nicht zahlen können. Und Frau Merkel garantiert die griechischen Schulden. Wer hat denn jetzt die Ingenieursgehälter finanziert? Und diese Beispiel gilt prinzipiell für viele Länder…
“Schonmal was von Betriebsräten gehört? Die werden gewählt und deren Zustimmung ist in vielen Konzernen erforderlich.”
Aber sicherlich nicht für die Managergehälter. Aber das zu erklären habe ich jetzt keine Lust. Selberlesen bildet ungemein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorstand
Aber muss man ja nicht wissen, solange der Steuerzahler fleißig weiter subventioniert…
Ich sags nur gerne noch einmal:
- nicht alle Lehrer sind verbeamtet (Sachsen…)
- auch hier gibt es Zwangsteilzeit
- Arbeitsplatzsicherheit: Sachsen bedrohte DIESES Jahr alle Lehrer mit einer Änderungskündigung
- Gehalt: ich als Gymnasiallehrer habe rund 1800€
Wirklich ein unglaubliches Bombengehalt….
Teile und herrsche. Schön, wie sich das Volk hier gegenseitig beharkt.
Ich bin ein A13er und beklage mich nicht über mein Gehalt. Mein Bruder ist Ingenieur, auch ihn habe ich noch nie jammern hören. Meine Mutter ist Ingenieur, meine Schwester wiederum Lehrerin (Angestellte). Und alle haben wir uns lieb.
Ich bin A12er und ich beklage mich auch nicht.
Aber ich wehre mich gegen Äußerungen, ich sei überbezahlt.
Wenn einige glauben, mein Studium sei kein akademisches, dann ist das schlicht eine Unverschämtheit.
Ich habe Sek II studiert, aber wegen der damaligen Stellensituation nur eine Stelle an der Hauptschule bekommen. Ich werde deshalb eben auch bezahlt wie ein Lehrer, der “nur” Sek I studiert hat. Das ist auch gar nicht das Problem.
Selbst wenn ich “nur” Sek I studiert hätte, empfände ich das als Unverschämtheit.
Um an ein Gymnasium zu kommen, müsste ich einen Laufbahnwechsel hinkriegen. So einfach geht das nicht. Obwohl mir damals geraten wurde, erst mal an der Hauptschule anzufangen, dann hätte ich schon mal den Fuß in der Tür. Jetzt komme ich nicht mehr weg. Ich will es auch gar nicht, denn ich arbeite inzwischen sehr gern an der Hauptschule.
Es ist richtig, dass der intellektuelle Anspruch am Gymnasium ungleich höher ist. Dafür gibt es andere Anforderungen an dieser Schulform, die nicht zu verachten sind. Ob es aber gerechtfertigt ist, dass am Gymnasium mehr bezahlt wird und dafür auch weniger unterrichtet wird, wage ich zumindest für alle, die nicht in der Oberstufe unterrichten zu bezweifeln.
(Ein kleiner Hinweis an Mister M.:
Natürlich könnte ich in der Oberstufe unterrichten. Ich bin dafür ausgebildet. Das konnten Sie allerdings nicht wissen. Ich bin übrigens nicht dafür, dass die Hauptschule abgeschafft wird und die Aussicht auf eine höhere Besoldung brächte mich schon gar nicht zu dieser Ansicht.
Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich genau da bleiben, wo ich bin, aber mit der angemessenen und gerechtfertigten Bezahlung: A13
Dass nur Gymnasiallehrer A13 bekommen ist ein Relikt aus den Zeiten, in denen tatsächlich nur Gymnasiallehrer eine akademische Ausbildung hatten und alle anderen an einer Fachhochschule ausgebildet wurden. Heute gibt es aber zumindest in NRW nur die universitäre Ausbildung. Deshalb sollte auch das entsprechende Gehalt gezahlt werden. Aus Kostengründen wird aber gern nach Begründungen gesucht, Sek I-Lehrer als einzige Gruppe im öffentlichen Dienst unterhalb ihrer Ausbildung zu bezahlen. Dass sich das mal ändern wird, kann ich leider nicht glauben.)
Ich bin ein gelernter Ingenieur und bin zufällig auf dieser Seite gelandet, da mein Sohn die Absicht hat “auf Lehramt” zu studieren. Ich kann bei bestem Willen keine “überbezehlten” Lehrer entdecken, noch nicht mal in NRW. Wir klagen über den Bildungsstand unserer Kinder, wollen das aber zum Low-Cost Tarif haben? Als Ingenier in einem großen DAX-Unternehmen verdiene ich mit 16-jähriger Berufserfahrung bei 40-45h Woche zwischen 6 und 6,5T€ im Monat (Brutto natürlich). Ich erlebe es täglich, wie die Leistungen von vielen unserer Consulter in Abhängigkeit der Kosten voneinander abweichen. Wir geben aber user wertvollstes Gut, unsere Kinder, unsere Zukunft in Hände, denen wir Hungerlöhne (Entschuldigung an alle Lehrer) zahlen. Da muß man schon ein entschiedener Idealist sein, um diesen Beruf ergreifen zu wollen.
Hallo,
Ich möchte noch ein wenig Öl ins Feuer dieser leidenschaftlichen Auseinandersetzung gießen und kurz einfügen, dass ein verbeamteter Lehrer in Luxemburg am Laufbahnende deutlich weit weit über 9000 EUR brutto nach Hause bringt, bei ansonsten ähnlichen Bedingungen als in Deutschland. Schön, gell?
Also bitte, Herr Dax-Ingenieur. Wir wollen doch hier nicht den qualifizierten Beruf des Ingenieurs mit dem des Lehrers vergleichen, oder? Lehrer kann schließlich jeder. Aber Ingenieur muss man studieren! Nur wenn man das nicht schafft, wird man eben Lehrer, wie wir alle wissen.
Und das Beispiel des Luxemburger-Pädagogen ist auch nicht Ziel führend im Sinne einer objektiven populistischen Diskussion. Oder soll ich einmal vorrechnen, was ein typischer Lehrer in Burkina Faso verdient?
Also ich bin Ingenieur und wollte frueher mal Lehrer werden. Was mich am Lehrerberuf stoert sind 2 Dinge:
1. Die Abhaengigkeit vom Staat und Unflexibilitaet der Laufbahn bei niedrigen Gehaltsaussichten
2. Die Art wie in den Schulen Lehrer mit Schuelern umgehen muessen. Erziehung ist ja nicht drin und die Bildung deshalb begrenzt
Als Ingenieur in der freien Wirtschaft habe ich mit kleinem Gehalt angefangen und muss sagen, dass die Schritte zum groesseren Gehalt sehr klein sind (<3% p.a.) wenn man sich beruflich nicht veraendert. Und hier ist der grosse Unterschied zum Lehrer: Wenn ich mehr Geld verdienen moechte, suche ich mir eine Moeglichkeit. Es gibt wenig Grenzen. Zugegeben, das Risiko in der freien Wirtschaft abzusteigen ist gross, aber die Chance aufzusteigen auch. Die Sache kann man ja auch positiv sehen. Genauso verhaelt es sich mit der Mobilitaet. Bei den Lehrern ist das nicht so. Die haben nur begrenzte Moeglichkeiten sich zu veraendern.
Als Lehrer muesste ich mir heute von meinen Schuelern viele Dinge anhoeren - oder sogar antun lassen - ohne eine Moeglichkeit zu haben dagegen vorzugehen. Mein Auftrag ist ja zu bilden und nicht zu erziehen. Das ist gerade in unserer heutigen Gesellschaft ein Problem, wo Grundwerte von Unternehmen und nicht vom Staat und oft auch nicht von den Eltern vermittelt werden. Mit dieser Form psychischer Belastung haette ich als Lehrer ein grosses Problem. Und an da fehlt auch die gerechte Bezahlung.
Deshalb bin ich heute Ingenieur und arbeite wo es mir gefaellt (was zwar nicht einfach ist, aber immerhin erreichbar). Und irgendwann werde ich in Deutschland eine Privatschule aufmachen, meine Lehrer besser bezahlen, mit einem anderen Auftrag ausstatten als das der Staat tut und nachweisen, dass man mit solchen Massnahmen und dem richtigen Programm Kinder nicht nur gut bilden, sondern auch erziehen kann.
hahaha, meine güte habt ihr hier alle Luxusprobleme!
Wie heißt es? Wer keine Probleme hat, macht sich welche!?
Regt euch mal alle ab. Ihr habt ein Dach über dem Kopf und genug zum Leben. So geht es nicht allen!
Nicht jeder ist so priviligiert und bekommt die Chance seine Talente und Fähigkeiten zu entfalten und einen Beruf eigener Wahl zu ergreifen.
Aber danke für die Witzvorstellung!
Es ist ja richtig, dass es anderen Menschen schlechter geht. Aber es gibt noch andere Leute denen geht es viel besser. Ich denke daran sollten wir uns orientieren.
Und wenn es uns dann richtig gut geht, haben wir auch die Resourcen, um den Anderen zu helfen.
Wir sollten aufwärts streben und nicht stehen bleiben, weil Andere es nicht zu unserer Ebene geschafft haben. Das ist der falsche Weg!
Ich kenne genug Lehrer in meinem Umfeld, die ab 14 Uhr zuhause sind. Ja, die haben dann einen vollgequatschten Kopf, ja die müssten auch noch Untericht vorbereiten und machen sich vor einem Lehrerabend in die Hose. Sie sind fast alle verbeamtet und damit absolut überbezahlt. Neiddebatte - ja, das ist das. Dass diese Diskussion stets aufflammt zeigt doch, dass Lehrer zu gut verdienen. Würden Lehrer mit 1500 netto heim gehen (inklusive der Privilegien “auf Lebenszeit”), wäre niemand sauer auf sie. Aber so lange Politiker Angst vor der großen Lehrer-Wählergruppe haben…
@chris
“Würden Lehrer mit 1500 netto heim gehen (inklusive der Privilegien “auf Lebenszeit”), wäre niemand sauer auf sie.”
Stimmt. Aber dann gäbe es auch bald keine mehr, denn keiner nimmt ein mehrjähriges Studium und diesen Beruf mit allen seinen Härten auf sich (ja, da kannst du natürlich wieder ableugnen, dass diese tatsächlich existieren…) um dann das Gleiche zu verdienen wie jemand nach Realschulabschluss mit durchschnittlicher Lehre wie z.B. ein Mechatroniker- oder KFZ-Mechaniker-Geselle.
Fazit: Würden ALLE Menschen mit 1500 netto heim gehen, wäre NIEMAND mehr auf jemand anderen neidisch und alles wäre gut, oder? Fragt sich nur, wer dann die ganzen anspruchsvollen Tätigkeiten ausüben soll, die mehr Ausbildung und Aufwand erfordern. Wäre ja jeder dumm, der sich besonders anstrengt.
Empfehlung: Lehramtsstudium nachholen und alle diese Privilegien selbst genießen. Aber vermutlich bist du selbst so fleißig, dass du mit einem solch anspruchslosen Studium und Beruf völlig verkümmern würdest.
Die Lösung ist eigentlich einfach und würde auch Leuten wie @chris entgegenkommen:
Grundgehalt von €1500 netto und zusätzlich 5€ Hörergeld pro Schüler und Unterrichtsstunde, zu finanzieren über ein monatliches Schulgeld von €600, das die Schüler zu entrichten haben. Dabei können sich die Schüler ihre Lehrer frei wählen (solange noch einer in den Klassenraum reinpasst, sonst wird ausgelost).
So hat man einen Leistungsanreiz für die Lehrer (sehr gute Lehrer kommen so endlich auf einen ähnlichen Tagessatz wie Spitzenkräfte in der “freien” Wirtschaft) und den Schülern wird der Wert der Bildung wieder bewusst!
Ein paar Irrtümer, die mir aufgestoßen sind:
- Lehrer GEHEN mit 1500 brutto heim - sofern sie reine Fachlehrer mit 3/4 oder gar 1/2 Stelle sind (früher: Aushilfslehrer, derzeit in Mathe und Physik dringendst gesucht).
- Lehrer HABEN einen Erziehungsauftrag, der ÜBER dem Bildungsauftrag steht.
- aus den Schülern sollen irgendwann mal Berufstätige werden, darunter möglichst viele Ingenieure. Also, wie wäre es, bezahlen wir die Lehrer so, wie´s so mancher Ingenieur befürwortet, und beklagen dann mal wieder, dass es zu wenig Ing.nachwuchs gibt?
- “Lehrer kann jeder” - ganz toll, der Spruch. Besonders lecker der Nachsatz: “Ingenieur muss man studieren”. Hat der Herr Ingenieur zu lange in China gearbeitet, oder hat er nicht mitbekommen, dass hierzulande Lehrer oft sogar länger studieren müssen als Ingenieure?!?
- viele Lehrer wollen NICHT verbeamtet werden - eben weil ihnen dann der Ministerialbeauftragte, der Staat oder wie auch immer ständig im Nacken sitzt und ihm erzählen will (und kann), wie er seinen Job zu machen hat. Die fragwürdige “Sicherheit” der Beamtenpensionen wurde auch schon angesprochen.
- Lehrer haben kein schlechtes Einkommen. Allerdings auch kein besonders gutes, vor allem in Anbetracht der Arbeitszeit, die sie haben. Denn zu den Unterrichtsstunden (da der Nachmittagsunterricht sich immer mehr breit macht, kommen nur wenige Lehrer regelmäßig um 14 Uhr nach Hause) kommen noch die Stunden für Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie Korrekturen. Bloß mal ein kleines Rechenbeispiel: Für eine Klausur im Fach Deutsch (Umfang 4 Seiten = Mittelstufenniveau) braucht man für eine sinnvolle Korrektur etwa 1 1/2 Stunden. Das Ganze mal 32 (Maximalstärke einer Klasse - oft genug als Sollstärke verstanden), heißt 48 Stunden Korrekturen für EINE Deutsch-Klausur. Der normale Deutschlehrer hat aber mindestens zwei Deutschklassen, die alle zwei Schulaufgaben pro Halbjahr schreiben. Kommt dann noch eine Abitur-Korrektur (Umfang pro Arbeit bis zu 10 Seiten) oder Jahrgangsstufentest-Korrektur dazu, dann brauch ich nicht vorrechnen, wie lange man dafür braucht.
Zusammengefasst:
Lehrer haben die Verantwortung für die Ausbildung und teilweise auch für die Erziehung der Jugend. Schon allein dafür müssten sie gut bezahlt werden, schließlich verlassen wir uns drauf, dass die heutige Jugend mal unsere Renten bezahlt.
Lehrer arbeiten um die 60 Stunden pro Woche, all in all.
Lehrer haben eine akademische Ausbildung.
Das Beamtentum kann man so und so sehen. Positiv gesehen bedeutet es, berufliche Absicherung bis zum 65.Lebensjahr. Danach gibt´s eine nicht allzu üppige Pension.
Fazit: Lehrer sind NICHT überbezahlt, eher das Gegenteil, da mag der Stammtisch diskutieren, wie er mag.
Allerdings sind auch Ingenieure (technische, Maschinenbauer, z.B.) nicht unterbezahlt, denn auh bei ihrer Ausbildung und bei ihrer Verantwortung müssen sie einigermaßen bezahlt werden, sonst wandern sie ja ab.
Genau!
Es sind zwar nicht alle Lehrer gleich, aber im Wesentlichen stimmt das so.
Nur mit dem Thema “Erziehung” bin ich nicht einverstanden. Ich denke der Lehrer hat heute garnicht die Möglichkeit seine Schüler zu erziehen. Welche Mittel sind denn da geblieben?
Nun, die Zusammenfassung des “ganz anderen” in allen Ehren, aber beileibe nicht alle Lehrer arbeiten dieses Arbeitspensum im auch vollen Umfang ab. Da gilt es auch oft, den Weg des kleinsten Widerstandes zu nehmen… das war schon in meiner Schulzeit so.
In der freien Wirtschaft bekäme er(sie) dann wohl auch Probleme.
Als Lehrer eher nicht.
Im Übrigen bekomme ich 1850 Euro netto als Dipl.Ing bei einem mittelständigen Unternehmen in Rheinland Pfalz - bei fast 15 Berufsjahren (ich verdiene viel mehr, kriege es aber nicht
) .
@Dibbel Insch:
“Im Übrigen bekomme ich 1850 Euro netto als Dipl.Ing bei einem mittelständigen Unternehmen in Rheinland Pfalz - bei fast 15 Berufsjahren (ich verdiene viel mehr, kriege es aber nicht ) .”
Und daran sind jetzt die Lehrer schuld? Wieso wechseln Sie nicht ihren AG (oder haben ihn nicht früher gewechselt), wenn Sie so unzufrieden mit Ihrem Gehalt sind?
Den Luxus des AG-Wechsels haben Lehrer übrigens de facto praktisch nicht, wenn sie in ihrem Beruf bleiben wollen: In allen Bundesländern sind die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung ähnlich, private AG sind für die Masse der Lehrer kaum relevant: Die Zahl der Privatschulen und Schulbuchverlage ist überschaubar.
@Mister M. “Die Zahl der Privatschulen und Schulbuchverlage ist überschaubar.”
... und die Privatschulen zahlen im Übrigen meines Wissens fast alle schlechter als die staatlichen. Bei den Schulbuchverlagen wird es ähnlich sein!?
In erster Linie ist man Lehrer nicht wegen des Geldes, sondern wegen des Berufs. Bei den Ingenieuren ist das sicher genauso. Wenn ich reich werden wollte, hätte ich bestimmt nicht die Ingenieurslaufbahn gewählt.
Das Problem ist nur, dass das Gehalt für viele Lehrer - und auch bei vielen Ingenieuren - einfach zu niedrig ist. Zu niedrig in diesem Sinne bedeutet
a) Es lässt sich gerade so davon leben
b) Die Differenz zu anderen Berufsgruppen mit niedrigeren Anforderungen an die Ausbildung oder Berufsbelastung ist zu klein
@Dibbel Insch:
“beileibe nicht alle Lehrer arbeiten dieses Arbeitspensum im auch vollen Umfang ab. Da gilt es auch oft, den Weg des kleinsten Widerstandes zu nehmen… das war schon in meiner Schulzeit so.”
Und nur weil´s einige schwarze Schafe gibt, sollen alle anderen mit bestraft werden? Leben wir in einem Rechtsstaat oder nicht?
Im Übrigen trügt auch oft der Schein: Nahezu jeder Lehrer muss heutzutage Zusatzaufgaben erledigen (AG´s, Betreuung irgendwelcher technischer Geräte, Fachbetreuung etc.). Aufgrnud dieser Tätigkeiten muss er weniger Stunden unterrichten (die Überlegung ist, dass er ja trotzdem seine volle Arbeitszeit beschäftigt ist).
Und viele Lehrer, auch die, die schon länger im Job sind, arbeiten bis spät in die Nacht, um etwa Korrekturen noch termingerecht fertig zu bringen.
Von wegen “um 14 Uhr zu Hause und Feierabend” - neeee, das ist nur eine Pause, um den zweiten Teil des Arbeitstages in Angriff zu nehmen! Wie das dann ausschaut, wenn man einen Vollgepfropften Schultag hatte, der bis nachmittags um 16 Uhr dauerte, brauch ich nicht auszuklamüsern, oder?
VG
Christian
PS: Ich weiß, auch Ingenieure arbeiten viel…oft so viel, dass sie am Jahresende wochenlang freinehmen müssen, um ihre Überstunden abzuleisten.
@Christian: “Aufgrnud dieser Tätigkeiten muss er weniger Stunden unterrichten (die Überlegung ist, dass er ja trotzdem seine volle Arbeitszeit beschäftigt ist).”
Und das wär auch immer schön. Bei uns ist es hingegen so, dass man ZUSÄTZLICH zum vollen Stundendeputat noch Aufgaben aufgedrückt bekommt, die pro Woche mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Unterrichtsstunden-Ermäßigung gibts bei uns nur noch in absoluten Ausnahmefällen!
Das mit den Überstunden bei den Ingenieuren ist schon richtig. Ob die auch immer zu verlängertem Urlaub führen, ist fraglich. In meinem Fall sind Überstunden mit dem Gehalt abgeglichen. Je nach Projekt kann ein Arbeitstag auch mal 30 Stunden dauern oder über Wochen jede Nacht erst um Eins enden. Da mir mein Beruf mir Spaß macht, ist das nicht so tragisch. Zwischen den Projekten gibt es auch Luft zum entspannen und ich habe als Projektmanager die Freiheit zu arbeiten wann und wo ich möchte.
Wieso werden Lehrer stehts mit Ingenieuren verglichen? Ich sehe Lehrer in einer Reihe mit Kindergärtnern und Wissenschaftlichen Mitarbeitern, die die Lehre an Unis machen. Wie kann es sein, dass Lehrer so unverschämt viel mehr verdienen.
Schon alleine, dass die gesellschaft stets die Lehrergehälter und Privilegien diskutiert, zeigt doch, dass hier das Verhältnis nicht mehr stimmt. Ja, in anderen Bereichen trifft das sicherlich auch zu: übertriebene 6-stellige Bänker-Boni oder Hartz4-Aufstockung werden genauso diskutiert, weil das Verhältnis zum Arbeitswert nicht stimmt.
Wie Chris schon schreibt: Bei 1500 netto würde sich niemand über beamtete Lehrer beschweren.
Wieso stehen Lehrer oder andere Beamte überhaupt ständig in einer Situation, in der sie sich für ihre Bezahlung rechtfertigen müssen?
Es steht jedem Schulabgänger und jedem Berufswechselwilligen (in jedem Bundesland) frei, sich seinem Schulabschluss und seinen Zeugnisnoten entsprechend für einen Beruf zu entscheiden, der ihm je nach individueller Ziel- und Schwerpunktsetzung liegt:
Karrierechancen, Umgang mit Menschen / Tieren, Ansehen, viel Geld, Technik, Menschen / Tieren helfen, berufliche Sicherheit, Umgang mit Finanzen, Buchhaltung oder was noch alles wichtig und interessant für einen sein kann…
Dank den Segnungen des Internets fällt das früher mühselige Anfordern von Broschüren nahezu weg: Verdienstmöglichkeiten, Berufsanforderungen, Einstellungsvoraussetzungen können von jedem zeitnah abgerufen werden.
Warum werden dann doch so wenig Lehrer oder Beamte, wenn sie dann hinterher auf die, die diesen (unter Schulabgängern oft als “stinklangweilig und öde” bezeichneten Weg eingeschlagen haben, nur neidisch sind?
Dass manche Bundesländer mehr, andere weniger verbeamten, ist oft vorher bekannt, hängt sicher auch von Wahlversprechen, Finanzen, Abschlussnoten, gefühltem Bedarf, etc. ab - ist aber auf keinen Fall die Schuld derer, die sich für diesen Berufsweg entschieden und ihn erfolgreich durchgezogen haben. Es ist auch nicht ihnen anzulasten, in einen Prüfungsjahrgang mit großzügigen Anstellungschancen gefallen zu sein.
Ich kann mich nicht ständig beklagen, dass andere Berufe, die aus irgendwelchen Gründen für mich nicht in Frage gekommen sind, “besser gestellt” sind, als meiner.
Ich entscheide mich für ein Berufsbild, bewerbe mich, der zukünftige Arbeitgeber stellt die Bedingungen - so läuft es! Wenn ich weiß, dass ein Bundesland nur einen geringen Prozentsatz ihrer Lehrer verbeamtet kann ich nur arbeiten, hoffen, einen Wechsel in ein anderes Bundesland versuchen (Ballungsräume und Brennpunkte suchen immer!) - oder einfach mal die Klappe halten, weil mir rechnerisch klar gewesen sein müsste, dass ich auch zum größeren Prozentsatz gehören könnte.
Ist in Firmen, die von zehn Azubis nach der Lehre nur zwei übernehmen, genauso.
@Michi
So viel Neid, mein Gott!
zensiert, bitte keine Beschimpfungen, danke.
Redaktion 04.07.2010
So sehe ich das auch. Wer zu wenig verdient hätte ja CEO werden können. Ist doch ganz einfach.
Man darf aber nicht vergessen, dass es hier eigentlich darum geht unsere Kinder zu bilden (und ein wenig zu erziehen) und damit die Grundlage für die Zukunft unseres Landes zu schaffen. Die Frage ist ob es genügend Anreize, Ausbildung und Freiraum für die Lehrer gibt, um das notwendige hohe Bildungsniveau zu schaffen. An der Stelle ist das Problem und ein Teil davon ist das Lehrer Gehalt. Dazu sollten auch die Stellung der Lehrer in der Gesellschaft, die Arbeitsumstände und die Art der Ausbildung mitdiskutiert werden.
@Redaktion
Sorry, aber wo lag meine Beschimpfung?
@Noch ein Kommentar
Es sollte sicher diskutiert werden, jedoch mutet es mich immer etwas befremdlich an, wenn Leute diskutieren, die nur von Neid getrieben sind, nur auf Lehrer-Bashing aus sind und von der Realität im Schuldienst keine Ahnung haben. Was aber besonders auffällig ist, dass es einigen gar nicht um eine Diskussion geht, sondern nur ihr Mütchen kühlen wollen. Auf Inhalte wird meist gar nicht eingegangen. Ich habe schon oft gefragt, wenn jemand sich so sehr z.B. über unsere “Privilegien” beschwert, was das denn sein soll. Dann wurden mir ein paar Schlagworte beantwortet. Wenn ich diese aber entkräftet habe, kam nichts mehr mit Inhalt.
Anreize:
In Zeiten, in denen eh schon nicht genug bereit sind, Lehrer zu werden, ist die Frage, ob es sinnvoll ist, noch mehr an den Gehältern der Lehrer zu sparen. Die Gehälter sind in den letzten Jahren schon ganz schön zusammen geschrumpft. Nach einer Studie des DIW (obwohl ich solche Studien selbst immer kritisch sehe) haben z.B. Hauptschullehrer in den letzten Jahren einen Reallohnverlust von 21% hinnehmen müssen.
Ausbildung:
Darüber ließe sich ganz sicher diskutieren, jedoch hat doch kaum einer dieser Lehrer-Basher hier eine Ahnung, wie die ist.
ich sehe allerdings hier durchaus Diskussionsbedarf, da das Studium nicht wirklich auf den Alltag vorbereitet.
Freiraum:
Können Sie hier etwas konkreter ausführen, was Sie meinen?
Gehalt:
Die Gehälter von Lehrern sind sehr unterschiedlich. Es gibt solche, die wirklich gut verdienen, aber es gibt auch sehr viele (besonders angestellte Lehrer in der Sek I, die gehen mit verdammt wenig nach Hause.
Ansonsten sollte auch mal erwähnt werden, dass wir verhältnismäßig viel Geld zurück in die Schule tragen.
Vielleicht sollte man auch mal berechnen, wie viel wir unserem Arbeitgeber ersparen, da er uns keinen Arbeitsplatz ausstattet, den wir dann zu Hause auf eigene Kosten einrichten und inzwischen noch nicht einmal mehr steuerlich absetzen können.
Stellung der Lehrer in der Gesellschaft:
Die kann man ja hier ganz gut erkennen. Neid in wirtschaftlich schlechten Zeiten. Im Zweifel ist der Lehrer immer Schuld.
Arbeitsumstände:
Davon könnte ich ein Liedchen singen. Deckenplatten können einem durchaus mal um die Ohren fliegen. Es fordert schon den ganzen Menschen, wenn man an einer Hauptschule Trigonometrie unterrichten muss/möchte und dabei auch noch die Schüler erreichen will, die ganz andere Interessen und Sorgen haben… und manchmal auch vollgedröhnt im Unterricht abhängen.
In diesem Beruf kann man nicht einfach “abarbeiten”. Wir gehen immerhin mit Menschen um, die wir (oft gegen ihren Willen) so gut es geht in Leben schicken wollen.
So, das Thema ist nun schön rundherum diskutiert. Aber was machen wir nun?
Demonstrieren?
@Schülerfreund:
Rationale Argumente helfen hier nicht weiter. Man braucht halt seine Sündenböcke für gesellschaftliche und wirtschaftliche Fehlentwicklungen. Das war in Deutschland schon immer so.
Wir können ja schon mal froh sein, dass der Staat das Bildungsetat erst einmal doch nicht kürzen wird. :o)
@Noch ein Kommentar:
Ich habe meine Masßnahmen bereits vor 1,5 Jahren beschlossen und ziehe sie durch: Ich schaffe keinerlei Unterrichtsinfrastruktur mehr aus der eigenen Tasche an, zumal Rückerstattungen sogut wie nie erfolgen. (Ersparnis: EUR 80-100 monatlich!)
Resultat ist fatal: Ich unterrichte oft mit dürftigem und v.a. wenig individualisiertem und nicht zeitgemäßem Material, da meine Zeit, eigene Materialien herzustellen, dadurch nicht gewachsen ist.
Hier traut sich tatsächlich niemand, etwas dagegen zu machen. Ich möchte auch die Schulleitung sehen, die sich hier zu Maßnahmen traut. Dagegen überlegen sich aber auch mehr und mehr KollegInnen, sich in dieser Richtung zu bewegen.
Hier hat jede/r von uns die Möglichkeit, selber aktiv zu werden anstatt zu reden oder nur schriftlich zu lavieren.
Vielleicht ist mein Enthusiasmus einfach (noch) größer als der deine, aber nachdem solche Maßnahmen massiv zu Lasten der Schüler gehen, mag das vielleicht ein Weg sein, um “die Bevölkerung” zu mobilisieren und “die Bildungspolitik” auf längere Sicht ad absurdum zu führen - aber es kann doch nicht sein, dass wir das auf dem Rücken der Schüler austragen!
Da muss es doch noch einen Mittelweg geben?!?
VG
Christian
@der ganz andere
Genau da ist das Dilemma: Aber müssen wir immer alles allein machen? Wir haben 25 SchülerInnen, +- 25 Elternpaare (oder 50 Einzeleltern) pro Klasse. An einer kleineren Schule das Ganze mal 8 bis 10, also bestimmt 700 bis 800 Menschen, damit ca. 2000 bis 4000 Menschen pro Gemeinde (bei schätzungsweise 3 bis 5 Schulen/Gemeinde)
Nur wenn dieses Volk mitzieht, verdient es eine Änderung - wenn es nicht mitzieht, verdient es den Sparstatus - und alle damit verbundenen Konsequenzen.
Wir sind hier relativ machtvolle Multiplikatoren, die die Politiker und Verwalter das Fürchten lehren könnten - wenn wir es uns zutrauen und nicht immer die Christophorusse für misslungene Finanz- bzw. Schulpolitik mimen wollen.
Wenn ich 1000 EUR mehr monatlich auf dem Konto habe, werde ich das gerne auch ändern, wenn aber mein Privatleben schon sparen kennt, weshalb denn für einen Dienstherrn, dem es selber nicht Wert ist, vernünftig zu finanzieren???
“Zu Lasten der Schüler”...
Nach dieser Logik dürften weder Ärzte, Kindergärtnerinnen, Lokführer, Piloten, noch dutzende anderer Berufsgruppen sich für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen oder mehr Geld einsetzen.
Außerdem: Nicht die Lehrkräfte handeln “zu Lasten der Schüler” sondern Politiker und Ministerien. Der Schuldkomplex unter Lehrern und Lehrerinnen scheint mittlerweile pathologische Dimensionen anzunehmen.
Nicht die Lehrer und Lehrerinnen haben überfüllte Schulklassen, vergammelte Schulgebäude, fehlende Sozialpädagogen und Schulpsychologen, Arbeitszeiterhöhungen ohne Gehaltsausgleich, Streichungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, irrsinnige Gerichtsentscheide (Nichtanerkennung des Arbeitszimmers), andauernde Gehaltserhöhungen unterhalb der Inflationsrate und Länderhaushalte ohne Rückstellungen für Pensionslasten zu verantworten, sondern die Politiker und die Ministerien. DAS muss man immer wieder deutlich kommunizieren und zwar gegenüber allen Beteiligten.
@Mister M.
DANKE!!! So ist es. Besonders treffend: “pathologischer Schuldkomplex”.
Ich stelle aber bei einigen ein allmähliches Umdenken fest - glücklicherweise.
“Zu Lasten der Schüler”
Wir tragen gar nichts auf dem Rücken der Schüler aus. Es ist nur perfide, welche Scheinargumente sogar schon von Lehrern angenommen worden sind, um die Missstände auf dem Rücken der Lehrer auszutragen.
Das sind schon Luxus-Probleme, die Euch umhertreiben… Dass Ihr Eueren PC selber kaufen müsst, weil die Schule es nicht tut. Das kann man bei 2200 NETTO-Anfangsgehalt als verbematete Grunschullehrerin auch.
Ich bleibe dabei: Im Vergleich zu anderen Lehr- Und Bildungsberufen sind Lehrer zu gut bezahlt. Europaweit übrigens mit die höchsten Löhne. Wieso sollte das nicht deutlich gekürzt werden und mit der selben Summe mehr Lehrerstellen geschaffen werden? Wieso nicht 1500 NETTO am Berufsbeginn?
Wieso Fortbildungen in der Arbeitszeit und damit Lehrausfall generieren?
Wieso lehrfreie Zeit als Urlaub für die Lehrer? In den 13 Wochen kann man auch andere Tätigkeiten fordern - 8 Wochen davon zb Nachhilfe, Ferien-AGs, Ausflugsbetreuung, etc.
Europaweit haben deutsche Lehrer mit das höchste Einkommen… ich sehe sie weiterhin in einer Linie mit Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und Wissenschaftlichen Mitarbeitern—uns damit als überbezahlt.
“Das sind schon Luxus-Probleme, die Euch umhertreiben… Dass Ihr Eueren PC selber kaufen müsst, weil die Schule es nicht tut. Das kann man bei 2200 NETTO-Anfangsgehalt als verbematete Grunschullehrerin auch.”
Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht darauf, dass ihm der Arbeitgeber die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellt, nur Lehrer scheinbar nicht… Aber eigentlich kein Problem: Ich kenne auch Kollegen, die machen ihren Unterricht strikt aus dem Lehrbuch und Klausuraufgaben werden handschriftlich geschrieben und dann nur fotokopiert. Insofern muss der Arbeitgeber wirklich keinen PC zur Verfügung stellen…
“Ich bleibe dabei: Im Vergleich zu anderen Lehr- Und Bildungsberufen sind Lehrer zu gut bezahlt. Europaweit übrigens mit die höchsten Löhne. Wieso sollte das nicht deutlich gekürzt werden und mit der selben Summe mehr Lehrerstellen geschaffen werden? Wieso nicht 1500 NETTO am Berufsbeginn?”
Klar, dann hat man nur noch Idealisten und Weltverbesserer im Lehrerberuf (und nebenbei bemerkt noch weniger Männer). Jeder und jede mit etwas überdurchschnittlicher Intelligenz wird dann zudem etwas anderes studieren.
“Wieso Fortbildungen in der Arbeitszeit und damit Lehrausfall generieren?”
Unsinn. Die finden sowieso fast ausnahmslos am Nachmittag statt, bis auf ganz wenige Ausnahmen.
“Wieso lehrfreie Zeit als Urlaub für die Lehrer? In den 13 Wochen kann man auch andere Tätigkeiten fordern - 8 Wochen davon zb Nachhilfe, Ferien-AGs, Ausflugsbetreuung, etc.”
Diverse Arbeitszeitmodelle (Mummert & Partner) begründen die hohe Arbeitsbelastung während der Nicht-Ferienzeit (> 46 Stunden pro Woche) genau damit, dass die Lehrer in den Ferien nichts tun brauchen.
“Europaweit haben deutsche Lehrer mit das höchste Einkommen… ich sehe sie weiterhin in einer Linie mit Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und Wissenschaftlichen Mitarbeitern—uns damit als überbezahlt.”
Luxemburger und Schweizer Lehrer verdienen deutlich mehr. Englische Lehrer bekommen Zusatztätigkeiten (wie Klausur-Korrekturen) bezahlt. Bei den deutschen Lehrern ist alles inklusive. Zudem haben die deutschen Lehrer europaweit mit die höchsten Unterrichtsverpflichtungen. Und wissenschaftliche Mitarbeiter werden bei gleichem Status genauso wie Lehrer bezahlt.
Vielleicht lieber einmal etwas informieren, bevor man hier seinen Vorurteilen freien Lauf lässt.
Vorschlag: Wenn man unbedingt an der Schule sparen will, warum dann nicht so, wie es aktuell einige US-Bundesstaaten wegen der Finanzkrise tun:
Man zahlt den Lehrern ein Fünftel weniger Gehalt und lässt dafür einen Unterrichtstag pro Woche komplett ausfallen. Eine echte Win-Win-Situation: Schüler und Lehrer freuen sich über mehr Freizeit und der Staat spart Geld.
@Mister M.
Rationale Argumente helfen hier leider auch nicht weiter ![]()
Ich muss dich/Sie aber korrigieren. Meine letzte Fortbildung begann Freitags um 15 Uhr und endete am Sonntag um 17 Uhr. Da sie in meiner Nähe stattfand, konnte ich fahren und hatte neben den Kursgebühren von 180 Euro wenigstens keine Übernachtungskosten. (Fortbildungen während der Unterrichtszeit kenne ich nicht.)
Jedoch war das zeitlich alles etwas ungünstig, weil ich am selben Wochenende Mathearbeiten korrigieren musste und daher am Montag dann ziemlich platt war - egal, es war halt so.
Zum Thema Arbeitsmittel:
Ich habe gestern mit einer Freundin telefoniert (während ihrer Arbeitszeit), die fast das Doppelte von meinem Gehalt hat. Sie konnte sich gar nicht darüber beruhigen, dass ich mein eigenes Notebook in der Schule benutze, weil die zwei Computer im Lehrerzimmer für 40 Kollegen nicht ausreichen. Sie bekommt ein Laptop gestellt, das sie auch privat nutzen darf. Sie meinte, dass in ihrem Unternehmen, niemand unter den Bedingungen bereit wäre zu arbeiten.
Wer 1500 Euro netto als Gehalt für uns angemessen hält, den kann ich aber nun wirklich ernst nehmen. Wer uns in den Ferien noch mal 8 Wochen arbeiten schicken möchte (wir könnten ja auch mal Spargel stechen oder Laub aufsammeln), der hat nicht die geringste Ahnung von dem Beruf.
Übrigens: Ich habe die letzten Osterferien Praktikumsmappen, zwei Klassensätze Deutsch- und einen Klassensatz Mathearbeiten korrigiert - ungefähr 75 Stunden.
Nach Abzug der Feiertage hat jemand, der keine Ferien hatte in dieser Zeit bei einer 41 Stunden Woche 65,6 Stunden zu arbeiten gehabt. Wo bitte hatte ich also Ferien????? Im Gegenteil, manche von uns schaffen es sogar innerhalb der Ferien, Überstunden zu produzieren. Ähnlich ist das fast immer in den Weihnachts-, Oster- und Herbstferien, da ich doppelte Korrekturfach- und Klassenlehrerin bin. Brauchbar sind die Sommerferien, in denen ich nur die letzte Ferienwoche in der Schule bin. Welchen Kollegen geht es da anders?
Wenn ich 1500 Euro verdienen würde, würde ich sofort kündigen. Allein so etwas vorzuschlagen, zeugt schon von einer Geringschätzigkeit und Ignoranz, zu der mir nichts mehr einfällt.
@Michi
Bei einer 41 Stundenwoche muss jeder Angestellte etwa 1800 Stunden im Jahr arbeiten. Diese Messlatte reiße ich schon innerhalb der Schulzeit locker. Die Zeit, die ich noch zusätzlich in den Ferien sitze (mal mehr, mal weniger, aber ich sitze immer), kommt als kleines Geschenk ans Land noch oben drauf. Warum sollte ich in den Ferien dann noch mehr Aufgaben übernehmen?
Lieber M,
> Vielleicht lieber einmal etwas informieren, bevor > man hier seinen Vorurteilen freien Lauf lässt.
Das vermisse ich bei Dir ebenfalls. 46h sind viel für Dich? Du scheinst keine Erfahrung in Nicht-Beamten-Jobs zu haben. Du bringst mich zum Lachen =)
Und wie man als TöV-13-WiMi auf 2200 Einstiegsgehalt kommen soll, ist mir auch schleierhaft. Du lebst weit weg von den üblichen Gehältern. Wie Du schon schreibst, nur die Schweiz und Luxemburg zahlt Lehrern noch mehr. In der Linie mit Kindergärtnern, Kita-Mitarbeitern und Wimis sind Lehrer einfach deutlich überbezahlt.
Lieber Schülerfreund,
scheinbar bist du ein recht fleissiger Lehrer, aber bei zb 20 Wochenstunden und nochmal so viel Zeit für Vor und Nacharbeit würdest Du gerade mal auf 1500 h kommen. Dann noch die Job-Garantie-Privileg (ja, nur für verbeamtete), und das für 2200 NETTO Einstiegsgehalt. Die Konditionen sind eigentlich einzigartig. Genau deshalb entbrennt die Diskussion zum Lehrergehalt ja immer wieder.
Ich bleibe dabei: Mit 1800 netto-Einstiegsgehalt wäre das Gehalt angemessen und niemand würde sich beschweren.
@Michi:
Schon einmal daran gedacht, dass sich ein Lehrer zu Berufsbeginn als Referendar (also genau dann, wenn dein TVöD-E13 mit knappen 1900 Euro netto nach seinem Studienabschluss anfängt) erst einmal zwei Jahre mit knapp 1100 netto zufriedenstellen darf?
Diese 800*24=19200 Euro Unterschied in den ersten beiden Jahren müssen erst einmal aufgeholt werden.
Nebenbei: Sollte besagter wissenschaftlicher Mitarbeiter seine Promotion verfolgen, sollte er eher dankbar sein, dass ihm die Steuerzahler (darunter natürlich auch die Lehrer) sein privates Hobby (von einigen auch “Forschung” genannt) so großzügig finanzieren.
Aber sollte besagter wissenschaftlicher Mitarbeiter merken, dass die Forschung nichts für ihn ist (oder er nichts für sie), kann er ja immer noch in die Wirtschaft wechseln. Oder noch einmal auf Lehramt studieren und dann ebenfalls Beamter werden. Dann muss er auch nicht mehr so neidisch sein.
@Michi
Ich habe ein Deputat von 28 Wochenstunden (21 Zeitstunden). Bei 40 Unterrichtswochen im Jahr komme ich damit auf 840 Stunden Unterricht. Ich weiß nicht, was du mit 20 Stunden meinst?
Hinzu kommt aber noch jede Menge andere Arbeit:
Da ich drei Korrekturfächer habe und 6 Klassenarbeiten pro Jahr und Klasse schreibe, korrigiere ich also 18 Klassensätze Arbeiten. Bei durchschnittlich 25 Schülern pro Klasse komme ich allein an Korrekturen auf ca. 450 Klassenarbeiten pro Jahr.
Wenn ich jetzt mal vorsichtig und bescheiden pro Arbeit eine Stunde veranschlage, korrigiere ich allein 450 Stunden im Jahr (für Mathe kommt das hin, für Deutsch kein bisschen).
Neben meiner Unterrichtsverpflichtung komme ich allein damit schon auf 1290 Stunden Arbeitszeit. Was ich noch ganz gut abschätzen kann, sind die Aufsichten, die im vergangenen Schuljahr bei ungefähr 40 Zeitstunden lagen.
Wir sind bei 1330 Stunden.
In dieser Berechnung ist noch nicht eine einzige Arbeit konzipiert. Die kann man nämlich nicht einfach aus den Vorjahren übernehmen, sondern muss sie an der Lerngruppe orientieren. In dieser Berechnung ist auch noch nicht eine einzige Stunde für Vor- oder Nachbereitungszeit enthalten, kein Arbeitsblatt, kein Wochenplan, kein eingesammeltes Hausheft, kein Beratungsgespräch, keine Konferenz (Lehrerkonferenz, Zeugniskonferenz, Teilkonferenz, Fachkonferenz, Stufenkonferenz), kein Test, keine Recherche, keine Materialbeschaffung, keine Telefonate (Eltern, Jugendamt, Berufsberatung), kein Gutachten, kein Ausflug, keine Teambesprechung… Und diese ganzen Listen (Fehlstunden, Notenlisten, Praktikumslisten usw.), die man erstellen und pflegen muss, sind auch nicht zu verachten.
Willst du mir ernsthaft unterstellen, dass ich das alles in 170 Stunden pro Jahr schaffe? Mehr Zeit hätte ich dafür nämlich nicht mehr, wenn ich die 1500 Stunden annähme, die du behauptest, die wir arbeiten würden?
170 Stunden wären verteilt auf 40 Unterrichtswochen 4,25 Stunden. Dass das nicht zu schaffen ist, sollte dir einleuchten.
Nun ist es tatsächlich so, dass ich nicht jede Stunde einzeln vorbereite, sondern immer ganze Reihen, daher kann ich nicht ermessen, wie lange ich eine einzelne Stunde vorbereite, aber du darfst mir ruhig glauben, dass das schon deutlich diese Zeit überschreitet.
Ich habe das letzte Schuljahr mit einem Zeiterfassungsprogramm mal nachgehalten, wie lange ich denn nun wirklich arbeite, da ich beim Arbeiten nicht auf die Uhr gucke, sondern eben meine Arbeit erledige und es daher selber nicht wusste. Ich kam auf nicht ganz 2000 Stunden. Das ist etwas mehr als 1800 Stunden und deckt sich übrigens auch fast mit dem Gutachten, dass die Landesregierung in NRW vor einigen Jahren bei Mummert&Partner; in Auftrag gab.
Ich muss mich also für nichts schämen und schon gar nicht dafür, dass ich mehr verdiene als du mir zubilligen würdest. Ich bin sogar der Meinung, dass ich noch ein Schüppchen mehr verdiene als A12. Ob sich darüber Leute beschweren, die nicht einmal wissen, was an diesem Beruf noch alles dranhängt, ist mir ziemlich egal… und mit Verlaub: Du scheinst wirklich gar nichts davon zu verstehen. Für meine Ferien schäme ich mich übrigens auch nicht, wenn sie denn welche sind. Ich habe genug Wochenenden und Nächte gearbeitet. Einen guten Teil der Ferien arbeite ich eh.
Dieser Unsinn von Arbeitsdiensten während der Ferien (AG-Betreuung, Nachhilfe und Ausflugsbetreuung) macht mich zudem wütend und zeigt einmal mehr, dass du nicht weißt, wovon du sprichst. Wüsstest du es, müsste ich dir Boshaftigkeit unterstellen.
Ich arbeite wirklich genug für mein Geld und meine Ferien. Und ein Einzelfall oder die rühmliche Ausnahme bin ich nun wirklich nicht.
Diese ganzen Diskussionen müssten wir nicht mehr führen, wenn wir einen vernünftigen Arbeitsplatz an den Schulen hätten, volle Anwesenheitspflicht und eine Stechuhr.
Allein die Vorstellung nie mehr schwere Taschen hin und her schleppen zu müssen und nichts mehr mit nach Hause zu nehmen, gefällt mir ausgesprochen gut.
Dann würde offenbar, wie viel wir arbeiten und auch, dass wir mehr arbeiten. Leider hätte das auch unangenehme Konsequenzen für unsere Arbeitgeber.
Schon mal darüber nachgedacht, was wir unserem Arbeitgeber ersparen, dass er keinen Cent in unsere Arbeitsplätze steckt und warum keine einziges Land an der tatsächlichen Arbeitszeit seiner Lehrer interessiert ist?
Damals wurde dieses Gutachten zur Arbeitszeiterfassung seitens des Ministeriums groß angekündigt. So als wolle man uns danach endlich mal an die Arbeit kriegen. Es sollte zeigen, wie wenig wir arbeiten. Das Gegenteil war leider der Fall und die Landesregierung in NRW wollte es am liebsten verbrennen. Von Regierungsseite wurde dieses Gutachten nie wieder erwähnt… komsich, oder?
an alle:
Ich klinke mich aus dieser Diskussion aus.
Sie ist typisch für Deutschland: nicht zielführend, ressourcenvernichtend, mit schuld an der Staatsmisere!
Ich bin zwar Ingenieur, aber ich denke, dass ein guter Lehrer auch richtig gut verdienen soll - und zwar mehr als ein wissenschaftlicher Mitarbeiter. Wenn die Kinder nicht richtig erzogen werden, dann funktioniert auch unsere Gesellschaft nicht richtig. Lehrer tragen dafür zwar nicht die gesamte Verantwortung, aber einen sehr wichtigen Teil. Das lässt sich in Geld leider nicht direkt ausdrücken.
Im Übrigen verstehe ich nicht, warum ständig über das zu hohe Gehalt der Lehrer diskutiert wird. Vielleicht wird in anderen Berufsgruppen einfach zu wenig verdient. Für diese Mitmenschen ist es wichtig zu wissen, dass ein kleineres Lehrergehalt nicht ihren Geldbeutel entlasten wird.
@Noch ein Kommentar:
“Für diese Mitmenschen ist es wichtig zu wissen, dass ein kleineres Lehrergehalt nicht ihren Geldbeutel entlasten wird.”
Damit verkennen Sie aber den Kern der Neiddebatte…
na ja, als Ingenieur denke ich eben rein logisch ;o)
ich finde es schlichtweg eine frechheit auf welchen niveau hier einige jammern!ich selbst bin lehrer, verdiene bei weitem keine masse - das akzeptiere ich recht gern!wer als lehrer seinen beruf ernst nimmt und nicht ausschließlich ein fachidiot ist, sondern mit jungen menschen kollegial und gerecht umgehen kann, hat den bestenn beruf der welt!betrachtet man ehrlich und selbstkritisch unsere arbeitszeiten brauchen wir uns nicht mit ingeneuren oä. messen!!wir haben sehr ertragbare zeiten und bedingungen!
die einstellung zum leben und beruf macht viel aus!und ich als lehrer denke NICHT, dass man verbeamtet werden sollte (welches staatsgeheimnis haben wir denn außer ferien?????) und ebenfalls müssen wir keine 5000 euro und mehr verdienen!!
@jammern auf hohem niveau
Nie im Leben sind Sie Lehrer ![]()
Wären Sie wirklich Lehrer, wüssten Sie, dass es keinen einzigen Lehrer gibt, der auch nur in die Nähe von 5000 Euro netto kommt (geschweige denn darüber).
In BW (soll wohl am besten bezahlen) z.B. sind es 4048 Euro, wobei noch die PKV abgezogen werden muss… und wie viele Lehrer in Deutschland verdienen A16? Wie ist ein OStD. besoldet, ich glaube bei A16?
Ich als Lehrerin vergleiche meine Arbeitszeiten auch nicht mit Ingenieuren, weil ich mit nicht anmaße zu wissen, wie viel der Durchschnittsingenieur arbeitet. Ich weiß nur, dass ich nicht wenig arbeite und mir nichts vorhalten lassen muss.
Sie wüssten auch, dass die Verbeamtung von Lehrern nichts mit Staatsgeheimnissen zu tun hat, sondern damit, dass die Länder sich so jede Menge Lohnnebenkosten ersparen.
Wenn z.B. in NRW die Lehrer alle angestellt wären, käme das Land auf zusätzliche Personalkosten von mindestens 250.000.000 Euros - jeden Monat ![]()
Wären Sie Lehrer, wüssten Sie, dass wirklich niemand dem Lehrer etwas Gutes tun will.
Für mich ist nicht mein Job das Problem, nicht die Arbeitsbelastung oder die Arbeitszeit, nicht die Bezahlung (obwohl ich durchaus finde, ein Schüppchen mehr zu verdienen).
Mein Problem ist ausschließlich dieses dümmliche, stammtischmäßige, ungerechtfertigte und widerliche Lehrer-Bashing das Problem.
Ich leiste viel und leiste gerne und ich bin nicht bereit, es hinzunehmen, wenn Stammtischbrüder meinen, unseren ganzen Berufsstand in den Dreck ziehen zu müssen
Wenn die hier aktiven Lehrer auch mal aus ihrem Klassenzimmer schauen würden, hätten sie schon längst erkannt, dass sie wirklich gut bezahlt sind. Und das ist für sich genommen nicht mal schlimm.
Das Problem aller anderen Berufsgruppen ist doch, dass die heutigen Lehrer (verbeamtete) auf ihrem hohen Niveau noch jammern, ohne zu erkennen, dass sie mit ihren krisensicheren Job in einer extrem privilegierten Position sind.
Einfach eingestehen: Haben, wenn wir wollen würden, extrem kurze Arbeitszeiten, verdienen eigentlich richtig gut und werden nie entlassen. Eigentlich müssten wir weniger verdienen, aber ist halt nicht so. Nicht unserer Verdienst, aber auch nicht unsere Schuld.
Das würde viel zur ehrlichen und sinnvolleren Diskussion beitragen.
Interessantes Feedback:
Ich wurde kürzlich - unabhängig voneinenander - von zwei Nutzfahrzeug-Mechanikern nach dem Gehalt eines angestellten Hauptschullehrers bzw. nach dem Einstiegsgehalt eines verbeamteten Grundschul- oder Hauptschullehrers befragt.
Reaktion: “Wofür studieren denn die so lange und müssen sich dann noch von den Schülern so behandeln lassen? Viel Arbeit, viel Psychostress, da müsste mehr herausschauen.”
Wohlbemerkt, das sind zwei Mechaniker, Mitte 20, die selber (vor ca. 10 Jahren) die Hauptschule durchlaufen haben.
Außerdem erleben sie immer wieder die Probleme mit Praktikanten aus der Hauptschule. Und wohl gemerkt: Es geht bei Nutzfahrzeug-Mechanikern in einem Praktikum v.a. um Arbeitseinstellung, Teamfähigkeit und recht wenig um Deutsch, Mathe, Englisch!
Sehr ernüchternd und gegensätzlich zu den hier zahlreich vorhandenen Neidvoten.
Vielleicht sollte man den Hauptschülern auch einmal Praktika bei Ingenieuren vermitteln, die nie in der Hauptschule waren und sonst auch keine Berührung mit Schülern haben.
Richtig! Der krisensichere Job und das Privileg, im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen eine gesellschaftlich sinnvolle Arbeit zu tun, sollten Lohn genug sein.
Hartz 4 sollte für jede vom Staat bezahlte Tätigkeit sowieso die Obergrenze sein.
Und damit klinke ich mich aus dieser Diskussion endgültig aus; für mich haben wir uns hier genug im Kreis gedreht.
@Ehrlichkeit bitte!: “Haben, wenn wir wollen würden, extrem kurze Arbeitszeiten…”
Dies trifft nur auf bestimmte Fächerkombinationen zu. Ich (zwei Korrekturfächer) kann meine Arbeitszeit während des Schuljahres beim besten Willen nicht verkürzen. Die einzige Möglichkeit wäre, auf Kosten der Schüler an Unterrichtsvorbereitung zu sparen, und diese Option ziehen Sie doch nicht ernsthaft in Erwägung, oder? Die Beschwerden über die Lehrkräfte, die “nicht einmal ihren Unterricht anständig vorbereiten” kennen wir ja zu Genüge.
Was die Berufssicherheit und das angemessene Gehalt betrifft, stimme ich Ihnen zu, nicht aber Ihrer Aussage “Eigentlich müssten wir weniger verdienen”. Was wäre denn Ihrer Meinung nach ein angemessenes Gehalt für Akademiker in Vollzeit?
Dennoch bin ich der Meinung, dass man sagen müssen darf, wenn die Belastung in Form von Überstunden, immer mehr Bürokratie, immer größeren Klassen, neue für Lehrer sehr belastende Prüfungsformen etc. so überhand nimmt, dass die Aufgaben kaum mehr zu leisten sind.
Das hat nichts damit zu tun, dass man seinen Beruf nicht anständig ausüben will! Viele wollen ihn anständig und gut ausüben, können dies in der derzeitigen Situation aber nicht mehr. Und das muss man sagen dürfen!
*In Schleswig-Holstein haben Lehrer einen Erziehungsauftrag!Der ist im Schulgesetz § 4 verankert. In jedem Lehrplan wird auf den Erziehungsauftrag explizit hingewiesen.
*Ich verdiene als “Einsteiger” im Angestelltenverhältnis mit 14 Wochenstunden knapp 800 €, üppig kann man das wirklich nicht nennen. Pünktlich zu den Sommerferien werde ich stets entlassen um Mitte bis Ende der Ferien eine neue, wenn nicht sogar wieder die gleiche Stelle angeboten zu bekommen. In der Zwischenzeit bekomme ich, da ich im Referendariat verbeamtet sein musste, ALG II, Grundsicherung. Üppig auch das nicht. Kinderzulagen,...??? Habe ich in zweieinhalb Jahren noch nie bezogen.
*Ich habe mich bewusst wegen der Kinder für ein Lehrerdasein entschieden, damit ich eben gegen 14.00 h zu hause sein kann. Abends gehts dann an den Schreibtisch. Freie Zeiteinteilung nennt man das. Jeder kann ein Lehramtsstudium absolvieren, auch mit einem geringeren Bildungsabschluss, jeder Abiturient kann Lehrer werden. Diese Neiddebatte kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Eine Ausbildung beim Landkreis oder der Stadt endet mit Glück auch im Beamtenverhältnis, da kann man sich auch bewerben, kein Problem. Und der Standesbeamte nimmt keine Schreibtischarbeit mit nach hause, hat dafür aber auch keine unterrichtsfreie Zeit.—> Nicht neiden, selber in einen Traumberuf mit Aussicht auf Beamtentum wechseln!!!
Muss nochmal kurz was los werden; ansonsten halt ich es mit Mr. M. und klinke mich bis auf Weiteres aus, weil´s langsam echt zu blöd wird!
1. heißt der Artikel “Lehrergehälter in Deutschland” und nicht “Zehn gute Gründe, um Beamte zu beneiden”.
2. werden Lehrer nicht generell “überbezahlt”, vor allem meist nicht in den ersten Jahren ihrer Dienstzeit.
Die von “ferserich” beschriebenen Verträge sind nämlich anscheinend in allen Bundesländern an der Tagesordnung.
Lehrer werden gerade mal so lange mit einem Stundenmaß eingestellt, das es arbeitsrechtlich erlaubt, sie über die sechs Wochen Ferien auszustellen. Mich hat vor einigen Jahren das Arbeitsamt sogar für vier Wochen arbeiten geschickt. Wäre kein Problem gewesen, hätte ich nicht einen neuen Unterrichtsvertrag 350km entfernt erhalten. Jeder kann sich vorstellen, wie Wohnungssuche und Umzug da verlaufen…. -Den neuen Vertrag konnte ich auch nicht ablehnen, weil mir die Regierung damit gedroht hat, mich in diesem Fall für einige Zeit zu sperren.
(So viel auch zum allseits bejammerten “Lehrermangel”. Es gibt unzählige Lehrer aller Schularten, die auf der Straße stehen, 13-Stunden-Jobs annehmen und nachmittags noch bei kirchlichen oder sozialen Trägern Hausaufgabenbetreuungen übernehmen!!)
Um eventuellen Kommentaren zuvor zu kommen: Es ist bei vielen anderen Berufszweigen genauso. Hier scheint es aber um Lehrer zu gehen und die Frage, warum man ihnen neidig sein muss.
3. für alle die, die ihrem Neid auf Beamte hier völlig freien Lauf lassen:
# zumindest in Bayern besteht die Möglichkeit, mit Realschulabschluss oder entsprechender Berufsausbildung Förderlehrer oder Fachlehrer zu werden. (= Beamte -mit etwas Glück) Fachlehrer gibts für: Sport, Musik, Englisch, EDV, Werken, Hauswirtschaft, Handarbeit, Kunst,... -müsste für jeden lehrwilligen was dabei sein! Man muss nur eine Aufnahmeprüfung (und natürlich die Staatsexamen) bestehen.
# wie von “kathi #37” und “ferserich #67” bereits erwähnt: es gibt viele Möglichkeiten Beamter zu werden, auch ohne sich der Gefahr auszusetzen, sein Arbeitsmaterial selber mitbringen zu müssen und sich von Kindern und ihren Eltern zum Narren halten lassen zu müssen.
Man muss sich dafür nur zu einer Ausleseprüfung anmelden, mitschreiben und Schulzeugnisse vorlegen. Auch dafür gibt es Möglichkeiten, für die man kein Abi braucht.
# Interessant ist nur, dass die Schüler wenig “Bock” haben, da mitzumachen, weil sie nicht auf Ämtern enden wollen, da es da so sterbenslangweilig ist. -Muss man eben Prioritäten setzen und vor allem: sich auch später noch dran erinnern, warum man diese damals gesetzt hat.
In diesem Sinne!
Man kann nicht (!) nach jedem abgeschlossenem Studium ins Lehramt wechseln. Ich zum Beispiel hab Angewandte Informatik studiert. Bekomm aber Mathematik nicht als zweites Fach anerkannt. Darf also in der Wirtschaft arbeiten, 40+ Stunden, zu einem Lohn, der niedriger ist, als der eines Grundschullehrers. Und das bei einem 10 semestrigen Studium und einer Abbrecherquote von über 35%. Abbrecherquote Lehramt: 8 %, Grundschullehramt 6 Semester. Also wenn in Deutschland nicht was ganz schief läuft. Ich werde so schnell wie möglich auswandern. Dann können die Lehrer hier schauen, wer ihre hohen Pensionen bezahlt. In den USA ist eine Stadt aus diesem Grunde so gut wie Pleite (Artikel Die Zeit). Mal schauen, wie lange Deutschland überlebt!
@Ehrlichkeit bitte!
“Dann können die Lehrer hier schauen, wer ihre hohen Pensionen bezahlt. In den USA ist eine Stadt aus diesem Grunde so gut wie Pleite (Artikel Die Zeit). Mal schauen, wie lange Deutschland überlebt!”
Wenn die Länder für die Lehrer Arbeitgeberanteile zahlen würden und ihnen die Kürzungen für den Arbeitnehmeranteil zurück gäben, geht´s schneller ![]()
Und weil Neid den frustrierten Seelen so gut tut:
Hütet euch vor Fakten! Die verderben einem den ganzen Spaß
Auch ich halte es diesbezüglich zukünftig mit MisterM. und Joanne. Hiermit klinke ich mich aus dieser Diskussion aus!
@ mehr Ehrlichkeit:
Noch mal kurz, damit ich´s auch versteh: WAS GENAU hat Sie jetzt dran gehindert Grundschullehramt zu studieren und nach sechs Semestern die fette Kohle abzuräumen? Ich kann´s irgendwie nicht rauslesen!
Ja, genau, auswandern! Überall auf der Welt ist es so viel besser als in Deutschland und man wird praktisch mit Geld nur so zugeschüttet. Und Deutschland geht vor die Hunde, Schuld daran sind die Lehrer, die überhöhte Pensionen beziehen und nicht den Anstand haben, einfach mal abzunibbeln.
Ich war übrigens vor einer Woche in Oxford und habe erfahren, dass die Abbrecherquote dort bei 1% liegt. Das ist sicher auf das windelweiche Studium dort zurückzuführen. (Das nur als Hinweis darauf, wie wenig vergleichende Statistiken taugen.)
Es ist kein Zufall, warum gerade Ingenieure auswandern. Und ja, es gibt Länder, wo man mit E-Technik oder Informatik sich einen erheblich besser Lebensstandard ermöglichen kann.
@Interessierter Leser: In Oxford ist die Betreuungslage erheblich besser, was zu niedrigeren Abbrecherquoten führt. Heißt nach deinem Vergleich mit Oxford, dass die Lehramtsstudenten eine viel bessere Betreuung erhalten als Ingenieurstudenten. Bei Vergleichen an den gleichen Unis kann ich mir das garnicht vorstellen. Oder dein Vergleich mit Oxford hinkt gewaltig und das Lehramtstudium ist nur deutlich einfacher zu bestehen (Folge: geringere Abbrecherquote).
@Noch mehr Ehrlichkeit bitte!: Ich dachte, dass man durch ein schwierigeres Studium und mehr Anstrengung zu einem besser bezahlten Job kommt. Gilt leider nur in Deutschland nicht.
@Ehrlichkeit bitte!
Von einem angehenden Informatiker hätte ich ehrlich gedacht dass er es hinkriegt, sich -per Internet heutzutage kein Akt mehr- sich vor Studienbeginn zu informieren, wie die Bezahlungslage in den Berufen so ist. Bei Lehrern war das noch nie ein Geheimnis; Besoldungs-, Tarifgruppen und Einstiegsgehälter von Beamten und staatlichen Angestellten waren schon immer leicht nachzulesen - übrigens auch schon zu meiner Abi-Zeit vor über 20 Jahren, als vom Internet noch kaum jemand redete. Wir mussten halt noch etwas umständlich Broschüren anfordern oder die Berufsberater fragen.
Sollten Sie das verbummelt haben, verklagen Sie bitte Ihren Berufsberater.
Und wenn es Ihnen nur um die Kohle geht hätten Sie halt in kurzer Zeit ein supersimples und anspruchsloses Studium runtergerissen und hätten spätestens mit 25 Jahren einen krisensicheren Halbtagsjob mit integrierter ruhiger Kugel und der Mörderkohle gehabt (SORRY!! an alle Grundschullehrer!! Aber ich glaub, so sehen Sie deren Beruf).
Augen auf bei der Berufswahl kann ich da nur sagen!
@Noch mehr Ehrlichkeit bitte!
Sie verkennen die Tatsache, dass sich die Welt in fünf Jahren Studium ändern kann. Und wenn Sie mal schauen, wie die Gehälter von Informatiker um das Jahr 2000 lagen, dann verstehen sie die Entscheidung.
Tja, aber so eine Antwort konnte nur von einem Beamten kommen. Jeder muss bei Krisen Einschnitte hinnehmen, nur bei Beamten, Politikern, Superreichen wird nicht in die Tasche gegriffen. Deutschland = Land der Besitzstandswahrer.
Steigende Sozialversicherungsbeiträge: NICHT bei den Beamten
Fallende Löhne: NICHT bei den Beamten
Rente mit 67: Mal schauen, wahrscheinliche eher NICHT für Beamte
„Sprengsatz für die Haushalte“, Guten Nacht Deutschland
@ Ehrlichkeit bitte!
“Tja, aber so eine Antwort konnte nur von einem Beamten kommen.”
Dieser Satz ist ja wohl eine frechheit den sich Beamte echt nicht bieten lassen müssen!
Und mal so am Rande zum Thema Berufsfindung: Lieber einen niedrigen Lohn und dafür ein Job bei dem man Spaß hat, als sich jeden Tag aufs neue aus dem Bett quälen zu müssen.
Und wenn das Geld verdienen als Beamter so einfach ist, warum sind wir dann nicht alle Beamte geworden Ehrlichkeit bitte! ?
Ausbildung ist Aufgabe der Gesellschaft! Demzufolge müssten die vom Volk gewählten Vertreter dafür Sorgetragen, dass die die gesetzten Bildungsziele der Gesellschaft erreicht werden. Daher sollte ein Lehrer mindestens Beamter (alt deutsch: Staatsdiener) sein. Sonderformen für Fort- und Weiterbildung sind Angelegenheiten der Wirtschaft und sollten je nach Wirtschaftswachstum und Bedarf agieren (Privatschulen). Wenn man also gute Ings. benötigt, bedarf es auch guter Lehrer, die die entsprechenden Vorbereitungen zum Absolvieren eines Studiums treffen.
Also lasse ich mal Küken und Ei weiter debattieren. Weil gute Ings hatten gute Lehrer und gutes Geld für Lehrer gibt es nur, wenn es Ings gibt, die dieses erwirtschaften können.
Oder so …
Hallo zusammen. Hier wird ja eifrig diskutiert.
Werte Lehrer Ihr klagt auf einem hohen Niveau und ich kann verstehen, dass Ihr viele Neider habt.
Sorry aber ein Ingenieur muss fachlich mehr auf dem Kasten haben als z.B. ein Grundschullehrer. Ebenso muss sich jeder Angestellte in der Industrie dem Wettbewerb stellen. Will er viel verdienen, dann muss er auch viel leisten.
Ich bin der Meinung, jeder Lehrer sollte in der Industrie gearbeitet haben und zwar in einer Position, die dem seines Lehrergehaltes entspricht (Personal- und Ressourcenverantwortung, entsprechender Leistungsdruck). In der Praxis sicher nicht durchführbar, aber es wäre lehrreich für die Lehrer.
Weiterhin hier ein Link zum Vergleich der internationalen Lehrergehälter:
http://www.ibw.at/ibw_mitteilungen/art/schm_110_03_wp.pdf
Schaut Euch mal die Gehälter an in Spanien, Frankreich, USA etc , dann seht Ihr, wie gut es Euch in Deutschland geht.
Eigentlich wollte ich in diesem Thread nichts mehr schreiben, aber:
“Deutsche Ingenieure verdienen am besten.
[...]Großkonzerne lassen sich erfahrene Spezialisten 65.000 Euro pro Jahr kosten, Teamleiter 72.000 Euro, Abteilungsleiter 87.000 Euro und Bereichsleiter 104.000 Euro. [...]
In Deutschland sind die Gehälter von Ingenieuren im Vergleich mit Frankreich, Italien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten am höchsten.”
http://www.faz.net/s/Rub8EC3C0841F934F3ABA0703761B67E9FA/Doc~EDE421B00E28649349F3B83B8FFC7CFAA~ATpl~Ecommon~Scontent.html
International völlig überbezahlt. Und leben nur von unseren Steuergeldern (verkaufen an Kunden, die nicht zahlen können: Griechenland lässt grüßen). Tja, so sind sie, unsere Ingenieure: Jammern auf weltweit höchstem Niveau.
An Industrie:
Ich bin der Meinung, dass jeder Ingenieur auch mal als Lehrer gearbeitet haben sollte.
Wie? Das ist total beknackt? So ist es.
Studiere im 5. Semester Wirtschaftspädagogik und wollte fragen, ob jemand weiß, wie es mit der Stundenverteilung der Fächer aussieht. Unterrichtet man sein Hauptfach anteilig mehr als sein Nebenfach? Gibt es dazu Regelungen oder Gesetzte?
Danke im Voraus
“International völlig überbezahlt. Und leben nur von unseren Steuergeldern (verkaufen an Kunden, die nicht zahlen können: Griechenland lässt grüßen). Tja, so sind sie, unsere Ingenieure: Jammern auf weltweit höchstem Niveau.”
Super Argument. Der Unterschied ist einfach der, dass der Preis(das Gehalt) von Ingenieuren vom Markt bestimmt wird. Gute Leistung wird gut bezahlt. Lehrer stellen sich keinem Wettbewerb.
“Und leben nur von unseren Steuergeldern ... verkaufen an Kunden die nicht zahlen können…”
=> muss ich das kommentieren? selten sowas dämliches gehört, sorry
@Ingenieur: “Gute Leistung wird gut bezahlt. Lehrer stellen sich keinem Wettbewerb.”
Und deshalb sollen alle gleich schlecht bezahlt werden, oder wie? Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, dass ich guten Unterricht mache (Zitate von Schülern gegenüber Dritten). Was kann ich dafür, dass es keinen Wettbewerb gibt?
Und du brauchst nicht im Ernst glauben, dass Eltern sowie Schüler sich schlechte Leistung einfach so gefallen lassen. Weit gefehlt! Bei den kleinsten Kinkerlitzchen hast du die am Telefon oder im Direktorat (so geschehen letztes Jahr bei einer Kollegin, die dann dem psychischen Druck von allen Seiten nicht mehr Stand halten konnte und psychisch krank wurde). Evaluation und Kontrolle erfolgt täglich durch Schüler und Eltern! Unreflektierte Akzeptanz von “Nichterfüllern” gibts schon lange nicht mehr.
” “Und leben nur von unseren Steuergeldern ... verkaufen an Kunden die nicht zahlen können…”
=> muss ich das kommentieren? selten sowas dämliches gehört, sorry”
Müssen Sie nicht kommentieren. Beweist aber nur, dass Sie das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem nicht verstanden haben. Gut, dass sie Ingenieur sind und nicht Wirtschaftsexperte (aber selbst bei denen kommt man ins Zweifeln…)
Ich stamme aus keiner der beiden Berufsgruppen aber irgendwie ist es für mich unverständlich, dass keiner der hier schreibenden Ing. verstanden hat, dass er es seinen Lehrern zu einem gewissen Teil zu verdanken hat, dass er heute überhaupt Ing. ist.
Dass er kein Lehrer geworden ist, war ja wohl seine eigene Entscheidung und er wird auch damals seine Gründe dafür gehabt haben. Ich habe hohe Achtung vor beiden Berufsgruppen, da deren Notwendigkeit ja wohl offensichtlich ist und ich kann nicht verstehen, wie Menschen, denen es doch eigentlich relativ gut gehen müsste sich gegenseitig so anfeinden müssen. Ich selbst komme aus der freien Wirtschaft und habe zeitweise im praktischen Bereich als Lehrkraft gearbeitet. Ich kann mir nur annähernd vorstellen, was so mancher Lehrer tagtäglich mit seinen Schülern ertragen muss und ich finde auch nicht, dass Lehrer zu gut bezahl werden, im Gegenteil. Es ist doch eher so, dass in der freien Wirtschaft, im Angestelltenverhältniss, zu wenig gezahlt wird.
@Thomilla:
Sie haben etwas nicht verstanden.
Wenn man in Deutschland im Beruf Erfolg hat (z.B. Ingenieur wird), dann TROTZ des deutschen Schulsystems im Allgemeinen und der Lehrerschaft im Besonderen.
Nur wenn man etwas nicht schafft, dann WEGEN des deutschen Schulsystems und der Lehrerschaft.
“Lehrer stellen sich keinem Wettbewerb.”
Lehrer sollten sich keinem Wettbewerb stellen müssen! Schließlich geht es nicht in erster Linie darum einfach mal richtig viel Geld zu kassieren, sie haben auch noch eine soziale Verantwortung die nicht zu unterschätzen ist (hier aber von den meisten mit wohlwollen übergangen wird).
Und wo nach sollte man Lehrer bitte bewerten? Die Lehrer mit den besten Schülern bekommen das meiste Geld? Oder die Lehrer die ihren Stoff am besten durchbringen? Ich zitiere mal von oben: “Heute sind Aufstiege in der Besoldungsgruppe an zusätzliches Engagement in der Schule gekoppelt (Verwaltungs-/Schulleitungsposten, besondere Aufgaben)”. Es gut so wie es ist!
Bei der ganzen Diskussion wird mir hier zu viel Wert auf die Verdienstmöglichkeiten gelegt.
Außerdem erwarten Ingenieure auch, dass ihre Kinder vernünftig unterrichtet werden! Das erwartet jeder! Diese Diskussion macht mich krank..
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(#84) Mister M. meinte am 07.10.2010 dazu:
” ” “Und leben nur von unseren Steuergeldern ... verkaufen an Kunden die nicht zahlen können…”
=> muss ich das kommentieren? selten sowas dämliches gehört, sorry”
“Müssen Sie nicht kommentieren. Beweist aber nur, dass Sie das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem nicht verstanden haben. Gut, dass sie Ingenieur sind und nicht Wirtschaftsexperte (aber selbst bei denen kommt man ins Zweifeln…)”
Okay, dann kommentiere ich es doch:
Beweisen Sie doch mal dass unsere Ingenieure NUR von Steuergeldern leben und an Kunden liefern, die nicht zahlen können (okay…das kann vorkommen, ist aber sicher nicht gewollt). Ich bin gespannt.
Da kann man sich nur an den Kopf fassen.
Ich habe Ihren Bezug zu Griechenland, denen wir nun tatsächlich Kredite/Bürgschaften zur Verfügung gestellt haben, durchaus verstanden. Bislang sind hieraus soweit ich weiß lediglich Zinszahlungen an uns geflossen und keine Verluste zu beklagen. Aber ein Risiko besteht sicherlich. Dass daran nun unsere Ingenieure schuld sein sollen, bzw. diese gezielt an Kunden liefern, die womöglich nicht zahlen können, erschließt sich wohl nur Ihnen.
Ihre Meinung scheint wohl zu sein, dass es falsch ist, an hoch verschuldete Länder bzw. Ländern mit hohen Haushaltsdefiziten zu liefern, also Portugal, Griechenland, Japan, USA, Spanien etc.
Sie würden sicherlich gute Geschäfte machen in der realen Welt.
Ich hoffe Sie bringen Ihre “Weisheiten” nicht Ihren Schülern bei.
Ich bin übringens nicht Ingenieur sondern Ökonom.
Gruß und gespannt wartend auf die Anwort, weshalb Ingenieure NUR von Steuergeldern leben…
Ihr Industrie
Also Herr “Ökonom”, dann erkläre ich Ihnen es einmal genauer:
Deutschland hat einen jährlichen Exportüberschuss von 100-200 Milliarden Euro pro Jahr, je nach Konjunkturlage.
In DERSELBEN Höhe exportiert Deutschland gesamtwirtschaftlich jährlich Kapital ins Ausland indem es Kredite an das Ausland vergibt. Geht gar nicht anders, der Begriff “Zahlungsbilanz” sollte Ihnen bekannt sein (und bitte jetzt nicht mit dem Argument “Dafür können wir uns Auslandsurlaub leisten” kommen. Das ist in diesem Zusammengang vernachlässigbar.)
Also: Siemens/Daimler/... exportieren Kraftwerke, Medizintechnik, Autos… nach z.B. Griechenland. Deutschland “feiert” sich als Exportweltmeister. Die Griechen&Co;. nehmen natürlich dankbar diese Waren ab, z.B. auf Kredit beim Lieferanten (Siemens…) oder “bezahlen” mit Geld, dass sie sich vorher bei einer griechischen Bank geliehen haben. Im ersten Fall ist die Sache sofort klar: Siemens reicht die Forderung an seine Hausbank weiter, der Grieche schuldet dann der Deutschen Bank, Commerzbank, ... das Geld. Im zweiten Fall muss sich die griechische Bank natürlich die Euros irgend woher beschaffen, vorzugsweise von einem Kapitalexporteur wie Deutschland (s.o.). D.h. die griechische Bank leiht sich das Geld im Endeffekt auch bei der Deutschen Bank, Commerzbank usw.
Der Grieche hat für die schicken Autos, Kraftwerke usw. natürlich immer noch die Schulden. Bei Gelegenheit stellen die Kapitalmärkte fest, so wie dieses Jahr geschehen, dass die Volkswirtschaft “Griechenland” gar nicht zahlen kann. Als Land mit chronisch negativer Handelsbilanz verdient die griechische Wirtschaft international logischerweise per Saldo auch kein Geld und verschuldet sich immer weiter, sowohl auf öffentlicher Ebene (neuerdings 15% Haushaltsdefizit am BIP in 2009) als auch auf privater Ebene (griechische Firmen sind international kaum konkurrenzfähig).
Deutsche Bank, Commerzbank und Co. wollen aber ihr Geld zurück. Französische Banken übrigens auch. Also beschließen Merkel, Sarkozy und Co., dass der DEUTSCHE STEUERZAHLER (und vielleicht auch der französische, aber nur vielleicht) die Schulden von Defizitländern in der Eurozone in Höhe von 750 MILLIARDEN EURO garantiert. Gegen diese Garantie läuft übrigens aktuell eine Klage beim Bundesverfassungsgericht.
Und da es nicht so aussieht, als ob der Grieche u.a. seine Schulden jemals wieder zurückzahlen kann, bleibt die Rechnung für all die schönen Autos, Kraftwerke, Medizintechnik usw. am Schluss bei wem hängen? Genau.
Industrie: “Bislang sind hieraus soweit ich weiß lediglich Zinszahlungen an uns geflossen und keine Verluste zu beklagen. Aber ein Risiko besteht sicherlich”.
Ja, ein “kleines Risiko” in Höhe von 750 Milliarden Euro besteht in der Tat… Ca. 9.000 Euro pro Bundesbürger.
Industrie: “Ihre Meinung scheint wohl zu sein, dass es falsch ist, an hoch verschuldete Länder bzw. Ländern mit hohen Haushaltsdefiziten zu liefern, also Portugal, Griechenland, Japan, USA, Spanien etc.”
Würde Deutschland als Volkswirtschaft gut bekommen. Ihnen wahrscheinlich nicht.
Industrie: “Sie würden sicherlich gute Geschäfte machen in der realen Welt.”
Geschäfte machen und Geld verdienen sind zwei grundverschiedene Dinge.
Industrie: “Ich hoffe Sie bringen Ihre “Weisheiten” nicht Ihren Schülern bei.”
Wenn man nicht so abhängig ist vom gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftssystem, also nicht mit Scheuklappen durch die Gegend läuft, versteht man die Zusammenhänge sehr schnell. Als Profiteur des gegenwärtigen Systems kann ich Ihnen Ihre Meinung aber nicht verübeln. Sie ist nur schädlich für Deutschland insgesamt.
Marktwirtschaftlich wäre es übrigens gewesen, wenn man all die Exporteure und Banken auf ihren unbezahlten Rechnungen hätte sitzen lassen. Bis vor kurzem waren die meisten Ökonomen noch völlig überzeugt von der Marktwirtschaft, Sie auch?
Hallo Mister M.,
vielen Dank für die Ausführungen.
Ich fasse mich etwas kürzer:
1. Annahme:
Deutschland exportiert nur nach Griechenland. Griechenland finanziert dies vollständig durch Kredite von Deutschland. Griechenland geht vollständig pleite und bekommt 100% Schuldenerlass
==> in diesem Falle stimme ich Ihrer Aussage zu, dass deutsche Ingenieure nur von Steuergelder leben (bzw. in der Vergangenheit gelebt haben)
2. Annahme (worst bis realistic case):
Deutschland exportiert, unter anderem auch nach Griechenland. Deutschland importiert. Deutschland hat einen Exportüberschuss und ist somit Kapitalexporteur. Griechenland geht pleite und bekommt 50% Schuldenerlass.
==> ihre Aussage ist falsch, in diesem Falle würden unsere Ingenieure ggf. zu einem kleinen Teil von Steuergeldern “leben”, dies würde pro Bundesbürger ca. EUR 4.500 bedeuten.
Ich hoffe Sie erkennen den Unterschied.
Wenn wir nicht mehr in aktuell hochverschuldete Länder (USA, Japan, Spanien, Frankreich etc.) exportieren würden, würde unsere Wirtschaft zusammenbrechen. Dann würden sie nicht mehr ihr jetziges Gehaltsniveau haben.
Zum letzten Punkt:
Es gibt durchaus Marktversagen, aus diesem Grund hat sich die reine Marktwirtschaft in unserer Historie zurecht nicht durchgesetzt. Das “Griechenlandproblem” liegt aber nicht unbedingt in Marktversagen, sondern vielmehr an der Zusammenführung wirtschaftlich unterschiedlich starker Länder in ein Währungsunion, was den Wechselkursmechanismus außer Kraft gesetzt hat.
Bei der “to big to fail”-Problematik insbesondere der Banken aber auch größerer Industrieunternehmen handelt es sich in sofern um Marktversagen, dass wenn man den Markt freie Hand lassen würde, dies zu einem deutlich volatileren Wirtschaftsverlauf führen würde (siehe Wirtschaftskrise 1929). Ein Dominoeffekt soll unterbunden werden. Dies führt aber wiederum dazu, dass Banken etc im Zweifelsfall “machen können was sie wollen”. Dies ist in der Tat ein Problem und schwer auch bankenaufsichtsrechtlich zu unterbinden.
Gruß
Ich verstehe den ganzen Aufriss nicht recht.
Jeder den es juckt zu diesen tollen Konditionen Lehrer zu werden, kann es doch gerne tun. Ein paar Jahre Studium, Referendariat und dann los!
Jeder Arbeitgeber muss seinen Mitarbeitern für jeden Job halt gerade soviel zahlen, das geade noch genug Leute den Job machen wollen (vernachlässigen wir mal die Eignung). Also bewerbt Euch alle auf Lehramtsstudien, dann kann man überlegen, ob wirklich zu viel bezahlt wird.
Im Übrigen möchte ich an alle unterbezahlten Ingenieure eine Einladung aussprechen.
Ich gehe mal davon aus, dass jeder sich zutraut Physik zu unterrichten. Vielleicht mit dem zweiten Fach Mathematik? - Sollte drin sein nach einem Ingenieursstudium.
Kommt alle nach Niedersachsen. Physiklehrer werden händeringend gesucht und so wie es ausschaut nimmt man hier auch wirklich jeden! Damit könnt dann auch ihr ein Lehrergehalt bekommen.
Sehr interessant die Diskussion
,
also nach 20 Jahren in der Schweiz und in Italien kann ich nur sagen, der Lehrerberuf ist nur etwas für Menschen, die Kinder motivieren, erziehen, bilden und auf das Leben vorbereiten wollen, mit der Hoffnung, dass Sie vielleicht später keine dieser Diskussionen führen.
Jeder sollte den Job haben, der Spaß macht, jedoch aber auch finanziell überleben können.
Da ist D- zumindest nicht in den neuen Bundesländern nicht an der Spitze-
Aber nicht nur in dieser Branche, auch in vielen anderen Berufen ist das nicht einheitlich. Leider, selbst nach 20 Jahren nicht.
@ Mister M: dich lade ich gern mal ein, einen Ausflug für drei Tage mit Übernachtung mit 26 Grundschülern mitzumachen- bis heute waren alle Zweifler danach geheilt ![]()
Sicherlich hattest du in deiner Schulzeit keinen Lehrer, der sich sehr für deine Bildung eingesetzt hat- darum der Frust?
Gibt es hier eigentlich auch eine Diskussion, warum Politiker immer wieder Diäten bekommen, oder Manager im Monat mehr verdienen, als mein Auto neu gekostet hat- es ist auch kein Fiat ![]()
Hallo zusammen,
ich habe einen großen Teil, jedoch nicht alle Beiträge gelesen und kann mich eigentlich nur tot lachen.
Ich selber bin nicht einmal Ingenieur sondern “nur” Techniker, 34 Jahre alt und erhalte als Fachkraft (keine Abteilungsleitung)schon 5.000,-€ Brutto im Monat.
Meine Freundin ist Lehrerin. Ich hab das Studium, Ref. und den Kampf um eine Stelle alles mit erlebt. Ich muss ehrlich sagen das fast alle Staatsstellen überflüssig oder überbezahlt sind, die Lehrer haben jedoch jeden Cent hart verdient.
Was ich gar nicht versteh warum Ihr über die Gehälter welche Peanuts darstellen diskutiert. In Anbetracht der Bankenkrise sollte man sich doch auf die Realwirtschaft (Ingenieure,... ich zähle da auch Lehrer dazu) konzentrieren.
Unser eigentliches Problem ist doch die Lobbywirtschaft der Politik. Die nur dazu beiträgt den großen die Taschen voll zu stopfen. Allein mit dem Geld welches wir für Banker ausgegeben haben könnten wir allen Lehreren bis in alle Ewigkeit jeden Monat 1.000€ mehr in die Lohntüte packen (was ich nicht beabsichtige
)
Wir sollten die Zocker in Ihre atomaren Bestandteile zerlegen, Banken, Börse und die Gesamte sonstige Zockergemeinde sollten zwangsenteignet und in Staatseigentum übergehen. Solche Mächte die in der Lage sind unser aller Wohlstand zu gefährden gehören nicht in die Hand weniger Geldgeiler und vorallem skruppelloser Säcke welchen die Schicksale vieler Menschen unserer Gesellschaft am Arsch vorbei gehen.
Denkt mal drüber nach wo unsere eigentlichen Probleme liegen, und gönnt doch den anderen den Lohn für Ihre verdiente arbeit. Sie arbeiten wenigstens…
LG Alex
P.S. Sorry wenn ich mich ab und an im Ton vergriffen habe, bei diesem Thema ist es jedoch schwer diesen angemessen beizubehalten.
Das letzte Hemd hat keine Taschen. Natürlich kann und soll man, wenn man kann, die schönen Dinge des Lebens geniessen. Dazu gehört auch das Geld, wenn man nicht nur überleben möchte. Aber irgendwann ist das vorbei und die Ewigkeit beginnt. Dann ist nicht die Frage wieviel Geld ich verdient habe, sondern ob ich Gott mit meinem Leben unter die Augen treten kann. Ich kann das nicht behaupten, wenn ich nicht Jesus Christus gefunden hätte, der die Frage für mich geklärt hat. Er hat meine Schulden weggenommen und mich mit Gott versöhnt. Wenn ich bei ihm bin, denk ich dann noch darüber nach, was ich hier verdient habe? Gott spricht ein Wort und es geschied. Im Himmel gibt es keinen Mangel. Geld ist überflüssig. Friede und Freude ist nicht nur von Geld abhängig. Friede im Herzen und Freude aus einer anderen Welt erfährt der, der mit Gott versöhnt ist durch Jesus Christus. Ja, so ist das. Wenn Du das nicht wahr haben willst, dann ist das nicht unwahrer, als, wie wenn Du sagst, ja oder ist was dran.
LG
Simon
ich verdiene netto 2977 euro als studienrat mit voller stelle und würde diesen job auch für keinen cent weniger tun. wenn es nicht diese paar vorteile des beamtenstatus’ und die relativ gute bezahlung gäbe, würde ich kündigen und mir einen job suchen, bei dem ich weniger stunden in der woche arbeiten und mich nicht täglich mit ungehobelten und schlecht erzogenen gören umgeben müsste.
wer hindert eigentlich all die meckerer, die sich über das lehrergehalt beschweren, daran, selbst lehrer zu werden?
@Studienrat:
Bitte das Abziehen des PKV-Beitrags nicht vergessen (ca. - 250 Euro).
Nebenbei: Der Verhandlungsführer für die Tarifgemeinschaft der Länder, Möllring, peilt großzügige 1% Lohn- und Besoldungserhöhung an. Genau der Möllring der sich im niedersächsischen Parlament jüngst ca. 7% Diätenerhöhung gegönnt hat. Sicherlich haben wir Brüderles Forderung nach “kräftigen Lohnerhöhungen” nur falsch verstanden bzw. er hat nur seine eigene Kaste damit gemeint.
Wenn sich “Leistung lohnen soll”, dann schließe ich hieraus, dass man als Lehrer noch weniger als ein Politiker zu leisten hat. Also entspannt zurücklehnen…
Ich habe nicht studiert und habe ein Jahreseinkommen von 874.000 Euro + BMW 760Li als Dienstwagen. Mit 27! Die Finanzbranche machts möglich ![]()
Die Mißstimmigkeiten kommen hier auf, weil man unterschiedliche Bundesländer, verbeamtete und angestellte Lehrer und die freie Wirtschaft durcheinander wirft.
Tatsache ist:
1) vom einem gleich hohen Bruttogehalt hat der Beamte ein höheres Nettogehalt
2) Die Bruttogehälter der Beamten sind im Vergleich zu den Bruttogehältern gleichqualifizierter und gleich eingruppierter Angestellter zumindestens im öffentlichen Dienst NICHT niedriger
3) Über die Bruttogehälter in der freien Wirtschaft kann man keine pauschale Aussage treffen, weil diese je nach Branche sehr verschieden sind.
zu 1: Der Beamte zahlt keine Beiträge zur Rentenversicherung und keine Beitäge zur Arbeitslosenversicherung.
Er ist darüberhinaus von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreit, auch wenn sein Gehalt unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Einen Teil der Krankenkosten trägt die Beihilfe (je nach Landesrecht 50 bis 80 %). Ob die gesetzliche Krankenversicherung, bei welcher der Arbeinehmr ja auch knapp die Hälfte bezahlt oder die PKV mit Beihilfe finanziell besser ist, ist je nach Bundesland und je nach dem i welcher PKV der Beamte versichert ist, verschieden. Eine Vergleichbarkeit gibt es hier nur im konkreten Einzelfall. Jedenfalls sind die Leistungen der PKV besser als die der GKV.
Als Kehrseite der geringeren Beiträge zu den Sozialversicherungen ist das zu versteuernde Einkommen des Beamten höher. Den Beitrag zu der Rentenverischerung kann der Angestellte als Sonderausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen.
zu 2: weil zumindest im ÖD die Bruttogehälter der Beamten nicht niedriger als der der Angestellten sind ( das Gegenteil ist sogar der Fall!), kann man heute nicht mehr davon sprechen, daß durch die Besoldungssenkung 1957 um 7 % ein heute vergleichbarer Finanzierungsbeitrag der Beamten zu ihrer Pension geleistet wurde.
Ich bin Angestellter im ÖD. Es gibt im TVÖD Bund 15 Entgeltgruppen (E1 bis E 15), im Beamtenbesoldungsrecht ebenfalss 15 Gruppen A2 bis A 16. Ich bin E 12, das entspricht A 13. E12 Eingangsstufe ist 2756, 55 € Brutto.
Quelle:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2010&matrix=1
Ein Bekannter von mir ist Studienrat im Zolldienst (Bund). Er ist ebenso alt wie ich, A13 Eingangstufe Bund sind 3456,99 €.
Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/bund?id=beamte-bund-2010&matrix=1
Alleine der Bruttounterschied beträgt bereits schon gut 700 € !
Ich habe 1766,54 € netto, bei Steuerklasse I und Kirchenmitgliedschaft. Ich bin BWLer Univ..
Mein Bekannter, Studienrat im Bundesdienst hat um die 2600 € netto im Monat bei gleichem Alter, gleicher Steuerklasse und vergleichbarer Qualifikation.
hey zusammen
hab da mal ne frage,....hab ich dies richtig aufgefasst,dass man wenn man an einer entsprechenden realschule ist die gleiche entlohnung bekommt wie wenn man am Gymnasium unterrichtet??
Weit verbreitet sind die Besoldungsgruppen A12 und A13, die im Folgenden betrachtet werden. In vielen Bundesländern erhalten Lehrer/innen am Gymnasium (in einigen Bundesländern: auch Realschule) A13, Lehrer/innen in Grundschule und Hauptschule (in einigen Bundesländern: auch Realschule) A12.
Im TVÖD kann man in E12 schon nach 10 Jahren die Stufe 5 erreichen, dann sind dann 4343 Euro statt 2756 Euro. Solche Gehaltssprünge sind als Beamter nicht drin.
Zudem gibt’s im TVÖD noch Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld…). Das bekommen viele Beamte nicht mehr.
Das “Netto” der Beamten muss um den Krankenversicherungsbeitrag korrigiert werden, also gleich 200-300 Euro pro Monat weniger (bei Familie sogar noch mehr!). Und die Beihilfe deckt (wie die GKV) viele Kosten überhaupt nicht mehr ab, d.h. man zahlt immer wieder einen Teil der Arztkosten aus eigener Tasche, da er von der Beihilfe (die “eigentliche” 50% der Kosten übernehmen soll) einfach nicht bezahlt wird.
Und @Sebi:
Warum arbeitet man als BWLer mit Uni-Abschluss eigentliche im öffentlichen Dienst für 1800 Euro netto? Da gibt’s doch genug andere Möglichkeiten…
Mein Leserbrief zum neuesten Stern “Was Beamte verdienen”
Sehr geehrte Redaktion,
Wenn der 33jährige Hauptschullehrer 50 Stunden pro Woche arbeitet (das ist realistisch. Untersuchungen ermittelten eine Lehrerabeitszeit von ca. 53 Std/Woche; die Ferien bereits abgezogen), dann sind das pro Woche mindestens 9 unbezahlte Überstunden (plus bis 3 Stunden/Monat unbezahlte Merharbeitsstunden Unterricht), also im Schnitt 10 Std./Woche unbezahlt. Er arbeitet noch 34 Jahre, jeweils 41 Wochen/Jahr, das macht 13940 unbezahlte Arbeitsstunden. Bei einer vergüteten Jahresstundenzahl von ca. 1763 Stunden (41/Woche mal 43) sind das 7.9 Jahre. Der Hauptschullehrer arbeitet in seinem Arbeitsleben fast 8 Jahre umsonst für den Staat. Die Summe, die er da verdienen könnte, sehe ich nirgendwo in Ihren Berechnungen. So kann man das auch sehen. Oder?
In einer Neiddebatte kann man nicht mit rationalen Argumenten punkten.
Es geht darum, die Gehälter der Beamten im Allgemeinen und die der Lehrer im Besonderen (immerhin die zahlenmäßig größte Gruppe unter den Beamten des gehobenen / höheren Dienstes!) zu drücken, damit der Staat wieder Ausgabenspielraum für andere Dinge hat, z.B. Sozialleistungen und Bankenrettungen…
Meine Infos zu “Verdienst der Privatschullehrer”: Unser Verdienst ist der “Witz”,wenn man den Vergleich des Arbeitsaufwandes zur öffentlichen Schule sieht ( Sorry,liebe Kollegen,aber ich habe den persönlichen Vergleich!) Die Arbeit in der Schule in der regulären Arbeitszeit und die für die”Öffentlichkeitsarbeit” der Schule sind insgesamt um die Hälfte höher als an einer staatlichen Schule.Nun kommt es bald zum Lehrermangel,der nicht mehr ohne weiteres auszugleichen ist. Viele junge Kollegen werden dann in staatliche Schulen wechseln,oder die privaten Träger werden endlich wach und zahlen 100%. Verwirklichen kann man sich defenitiv an einer freien Schule ,aber für Idealismus wird man nun mal nicht bezahlt. Finanziell lohnt es sich nicht,da der Staat rein rechtlich solche Gehälter erst ab -25% als “sittenwidrig” eingestuft hat. Der Staat weiß schon,warum…
wird hier nicht -typisch deutsch- auf hohem niveau gejammert? ich komme mit a13, alleinverdiener + 3 kinder in nrw problemlos aus…
wenn ich mir das so durchlese, zweifel ich gelinde gesagt an unser aller Verstand!
zum einen: ich bin Ingenieurin, selbstständig, weil ich als Mutter von drei Kindern keinen festen Job bekomme und ihn eigentlich auch gar nicht will, weil es ihn eh nur zum 40h-Vertrag mit 60h Arbeitszeit gibt - bei schlechter Bezahlung, weil weiblich UND Ossi.
zum anderen: wie bitte sollen wir die Lehrer an privaten Schulen besser bezahlen, wenn es für die privaten nur 85% der Gelder gibt und das bei uns mittlerweile pro Schüler, nicht pro Klasse, was bei kleinen Schülerzahlen - weil ja so gewollt - unterm Strich gleich noch mal nichts von nichts macht? Jetzt sagt mir mal: soll ich die Hälfte entlassen, damit ich rechnerisch besser hinkomme oder alle schlecht bezahlen? Schulgeld erhöhen und somit aus einer Landschule eine Eliteschule machen, damit mir die zahlenden Kunden sprich die Eltern wegbrechen? Dicht machen und alle zurück ins staatliche System? Mit 28 Kindern, 1h Fahrzeit und unmotivierten, ewig kranken Lehrern? Jedenfalls hat mir diese Diskussion ins “wer hatte mehr Glück mit seiner Berufswahl” und “wem haben die Lehrer seiner Kindheit das Leben am meisten versaut” nicht wirklich bei den zu treffenden Entscheidungen geholfen. Nur eines weiß ich: nie wieder Ehrenamt! Da arbeitet man nämlich viel und bekommt kein Geld dafür, dass man sich um das Schul-Wohl unserer Kinder kümmert. Selbst Schuld, ich weiß - bedarf also keiner Kommentare!
@ich.versteh.euch.alle.nicht:
Die Schülerzahl pro Klasse in einer zu 85% staatlich(!) finanzierten “Privatschule” (ein Widerspruch in sich…) ist doch eine Entscheidung der Privatschule selber. Im gleichen Atemzug darüber zu jammern, dass man dann weniger Geld pro Schulklasse hat als eine Staatsschule ist unehrlich, passt aber in die heutige Zeit…
Und zudem: Im Durchschnitt dürften die Kosten pro Schüler an staatlich allgemein bildenden Schulen bei ca. 6000 Euro pro Jahr liegen. Davon 85% sind 5100 Euro. Es fehlen also 900 Euro pro Jahr, also 75 Euro pro Monat. Und 75 Euro pro Monat hat nichts mit “Eliteschule” zu tun, sondern ist allgemein übliches Schulgeld. “Eliteschulen” liegen wohl eher beim zehnfachen dieses Satzes pro Monat.
Aber Jammern gehört wohl zum Geschäft… der “Privatschulen”.
Hallo, ich bin auf diese Seite gestoßen, weil meine Tochter auf Gymnasiallehrerin studiert und ich mir mal ein Bild machen wollte von den Verdienstmöglichkeiten. Und ich muss sagen ich bin schockiert!
Jetzt möchte ich mal ehrliche Fakten nenne die auch in den gängigen Vergütungstariftabellen nachzulesen sind. Ich nehme mal ein Meistergehalt in einem großen Industriebetrieb das geht von ca. 3500-5000 Euro Brutto plus 13+14 Gehalt und das ohne Überstunden, dann sind es schnell noch mal 1000 -1500 Euro mehr.
Die Akademiker fangen auch mit ca. 3500 Euro an sind dann aber ganz schnell AT und liegen damit in Bereichen von 6500-8000Euro als Abteilungsleiter leicht bis 10000 Euro.
So, und wenn ich dann sehe das ein Ing. 8 Semester Regelstudienzeit hat und dann mit 3500 als Trainee loslegt und ein Lehrer 10 Semester mindest. hat und dann 2 Jahre Referendarzeit mit 1000 Euro, dann kann ich nur heulen und müsste es meiner Tochter verbieten so einen Beruf zu ergreifen.
Gut Geld ist nicht alles, aber ohne ist auch alles nichts.
Ich finde es eine Unverschämtheit, dass so eine Ausbildung so schlecht bezahlt wird und kann alle Staatsbedienstete nur auffordern für mehr Geld zu Streiken.
Ohne gute Lehrer ist unser Land nichts!
Hallo max,
Du bist wirklich der erste, der das hier so darstellt. Die meisten anderen Nichtlehrer maulen hier rum, dass man in der freien Wirtschaft nur die Hälfte verdient, bei doppelter Arbeitszeit und doppeltem Stress. Wo liegt die Wahrheit?
@max:
Sie wollen doch nicht wirklich die Tätigkeit und das Gehalt von qualifizierten Akademikern wie Ingenieuren und Betriebswirten mit den Bedingungen im Lehrberuf vergleichen, oder?
Erstere müssen immerhin dafür sorgen, dass z.B. keine Kernkraftwerke explodieren oder Banken den Steuerzahler hunderte von Milliarden Euro kosten.
Was ist dazu im Vergleich die Tätigkeit eines Lehrers wert?
Zudem haben seriöse wissenschaftliche Studien nachgewiesen, dass nur diejenigen Lehrer werden, die dank schlechtem Abitur keinen anderen Studienplatz bekommen und es sich dann nach einem lauen Studium in der Beamtenhängematte bequem machen wollen.
Wenn Sie schon Vergleiche anstellen, dann aber bitte mit anderen entsprechenden Halbtagsjobs auf einem ähnlichen Qualifikationsniveau, wie es andere Foristen hier auch immer wieder tun. Gerne wird zum Beispiel das Gehalt von studentischen Hilfskräften oder Praktikanten als Vergleichsmaßstab genommen. Und so gesehen sind Lehrkräfte doch eindeutig überbezahlt (bei geringerer Leistung wohlgemerkt!). Andere Länder haben das schon längst erkannt, wie die Vergleichsstudien der OECD zu den Lehrergehältern jedes Jahr aufs Neue belegen: Auch hier sind die deutschen Lehrkräfte regelmäßig in den Top 3 der Entwicklungsländer zu finden!
Ich hab mal einen Frage zur PKV?
Zahle ich die selbst von meinem “Netto” das das LBV auf meinem Konto einbezahlt oder wird der PKV Beitrag bereits vorher abgezogen?
Danke!
Nein, den Beitrag zur Privaten Krankenversicherung bezahlst du selbst von deinem Nettogehalt. Wenn du dein Geld vom LBV (Landesamt für Besoldung und Versorgung) bekommst, bist du wohl beihilfeberechtigt und bezahlst nicht den vollen Satz, sondern nur ungefähr entsprechend der PKV-Beteiligung.
@Mr.M.:
Was für ein unqualifiziertes Gelaber. Die TU München hat jüngst ein eigenes Lehrerforschungszentrum gegründet, weil sie - laut Aussage ihres Präsidenten - Lehrer für den schwierigsten akademischen Beruf hält. Es ist unerträglich, sich in der heutigen Zeit noch so eine Dummschwätzerei wie “Halbtagsjob” und “Hängematte” anzuhören.
Ein guter Ansatz!
Gründen wir noch mehr “Lehrerforschungszentren” und finanzieren wir noch mehr “Studien”, welche die “Leistung” der Lehrer ans Licht bringen! Hier wird endlich das knappe Geld sinnvoll ausgegeben, statt es in den Schulen sinnlos zu verplempern: Immerhin wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Klassengrößen kaum einen Einfluss auf den Unterrichtserfolg haben. Deshalb: Lieber drei oder vier Schüler mehr pro Klasse und gut ausgestattete universitäre “Lehrerforschungszentren” als andersherum. Nur so kommt die Schul-Bildung in Deutschland voran!
Zudem werden die Ergebnisse dieser “Schulforschung” auch wesentlich glaubwürdiger, wenn sich noch mehr “Experten” gegenseitig zitieren (und bestätigen!) können.
@ Dr.D.
lesen Sie doch mal genau, dann werden Sie merken, wie Mr.M. das meint
@Dr.D
Nun mal langsam. Einfach mal die anderen Kommentare von Mr.M durchlesen. Dann wird Dir sicherlich einiges klar.
Manchmal weiss man sich einfach nicht anders zu helfen…
Das eine sind die Beamten das andere die privaten Schulen.
Das was hier als Einstiegsgehalt Netto gezeigt wird hätte ich gerne als Brutto. Verdiene bei einer 39 h Woche gerde mal 2300 Brutto und das bereits mit Untergruppe 4.
Einsteiger werden mit 1990 Brutto abgespeist.
Muß dazu sagen das ich Quereinsteiger bin.
Ich unterrichte 4 Berufsfelder komplett!
@Dr.D. meinte am 05.01.2011 dazu:
” Mein Leserbrief zum neuesten Stern “Was Beamte verdienen”
Genau diese Rechnung habe ich auch angestellt, nachdem ich einmal meine eigenen Arbeitszeiten überprüft habe. (Und ich meine, meine Vor-/Nachbeareitungen etc. insgesamt gut strukturiert und im Griff zu haben. Meine gesamten Arbeiten habe ich vor einigen Jahren sehr rationalisiert und gehe mit Aufwand sparsam um.)
Ich kam zum Resultat, dass ich in Wochen, die ich vermeintlich “sehr locker” angehe, immer noch etwas über 3 Zeit-Stunden mehr arbeite, als ich es rechnerisch müsste. In “normalen” Wochen (Durchschnitt, ohne grösseren Stress, max. 1 mittlere Klassenarbeit zu korrigieren, 1 Test/KA vorzubereiten, keine Extrakonferenzen)sind es schon ca. 6-8 Zeitstunden Mehrarbeit, in “Stresswochen” (1-2 größere Korrekturen, evtl. noch unter Zeitdruck wegen Abgabefristen, Vorbereitung größerer Unterrichtsreihen, Zusatzkonferenzen, Beratungs-/Elterngespräche, ...) sind es gut und gerne 10 Zeit-Stunden.
Diese Erkenntnis hat mir umgehend den letzten Rest schlechten Gewissens weggeblasen, wenn ich meine Arbeitszeit (z.B. für die Unterrichtspraxis unnötigen Verwaltungsaufwand der Schulleitung und dgl.) sehr nüchtern knapp halte.
Folge: Die eigentliche Arbeit, nämlich das Recherchieren und Ausarbeiten von Unterrichtsinhalten und Arbeitsvorgängen und in der Folge die Arbeit mit den SchülerInnen macht wieder mehr Freude.
Grundsätzlich würde ich mir noch dringender als eine (dringend sinnvolle) Hochstufung meiner Gehaltsgruppe im TV-L eine bessere Ausstattung wünschen, mit der ich rationell arbeiten kann sowie die Auflösung der unsäglichen 45’-Guillotine.
Ja, mein Beitrag kommt spät. Aber angesichts der seltsamen Dikussion an dieser Stelle kann ich mich nicht enthalten, hier auch noch etwas Sinnloses beizutragen.
Ich habe an einer Berliner Universität ein inhaltlich höchst anspruchsvolles geisteswissenschaftliches Studium mit dem Abschlussziel Staatsexamen absolviert. Ich habe als studentischer Mitarbeiter an der Universtiät gearbeitet. Mir wurden während meiner Studienzeit von ProfessorInnen mehrere Promotionsangebote gemacht. Ich habe ein Auslandsjahr, mehrere Praktika, und ein 1er-Hauptstudium absolviert. Nebenbei habe ich in vielen Nebenjobs mein Studium finanziert. Meine guten Leistungen sind mir nicht zugeflogen, mein Studium war nicht “einfacher” als irgend ein anderes. Ich bereue nicht, mich für dieses Studium entschieden zu haben und konnte sehr viel lernen.
Nicht ein einziges Mal habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob ich als Lehrer möglicherweise mehr oder weniger verdienen würde als ein/e IngenieurIn, ein/e ManagerIn, ein/e SchlosserIn, ein/e JournalistIn oder eine KrankenpflegerIn. Ich liebe meine Fächer, halte Bildung und die Zugänge dazu (nicht nur in der Schule) für die effektivste Möglichkeit, eine Gesellschaft grundlegend und langfristig zu verändern, und finde, dass alle die gleichen Chancen verdient haben.
Wenn ich mich nach meinem Abschluss gegen die Schule entscheide, so liegt das unter anderem daran, dass ich im Gegensatz zu den meisten Ingenieuren die Möglichkeit hatte, einen Einblick in den tatsächlichen Lehreralltag zu gewinnen, die Ungerechtigkeit unseres dreigliedrigen, elitären Bildungssystems wahrzunehmen, und die Rahmenbedingungen an deutschen Schulen miterleben zu dürfen, die nicht im Einklang mit den einseitigen Anforderungen an Lehrkräfte stehen.
Ich halte den Beruf LehrerIn für einen der anspruchs- und verantwortungsvollsten Berufe, die es gibt. Ich habe Lehrkräfte kennengelernt, die es geschafft haben, nach 20 Jahren Berufsausübung nicht zu resignieren, sondern die unabhängig von den überzogenen Anforderungen, den haltlosen Vorwürfen und Stammtischdiskussionen, dem verzerrten Medienbild, den schwierigen individuellen Hintergründen der SchülerInnen, den unmöglichen Rahmenbedingungen an den Schulen noch immer zu glauben, dass sie wichtige, wertvolle Arbeit leisten, die unter den besten Umständen unsere Gesellschaft zu einer besseren macht und die sich weit über die festgeschriebene Arbeitszeit für ihre SchülerInnen engagieren. Ich frage mich, wer in der Lage ist, sich dieses beispielhafte Engagement unter den gleichen Arbeitsbedingungen so zu erhalten.
Viele Debatten über das deutsche Bildungswesen stehen aus. Aber die hier geführte ist einfach nur unangemessen und zielt an den entscheidenden Aspekten vorbei.
Ähm, folgendes stieß mir sehr sauer auf:
“Sie wollen doch nicht wirklich die Tätigkeit und das Gehalt von qualifizierten Akademikern wie Ingenieuren und Betriebswirten mit den Bedingungen im Lehrberuf vergleichen, oder?” Zitat Ende.
was sind Lehrer anderes als qualifizierte Akademiker? Lehramtsstudenten besuchen dieselben Veranstaltungen wie Kernfächler, haben auch einen bis zwei akademische Abschlüsse und leisten dieselbe zahl an Klausuren, Prüfungen, Hausarbeiten und auch Praktika..und dümpeln nach 10 Semestern immer noch mit dem Referendariat rum, das nicht wirklich viel Kohle abwirft.
War Mister M. jemals an einer schule? (nach der Schulzeit?) Halbtagsjob? Ja, vielleicht haben wir nur 7.30-15 Uhr Unterricht…aber ich z.b. unterrichte englisch und deutsch…die Vorbereitungszeiten, Kontrollen von Klausuren, Elterngespräche, Klassenfahrten, Weiterbildungen, Konferenzen etc…klassischer tag: morgens bis früh nachmittags in der Schule (i.d.R. auch ohne Pausen, oftmals schafft man es nicht einmal zu essen oder auf die Toilette, weil Maria aus der 10c, Karsten aus der 5a und noch 3 weitere Schüler in der 5minütigen Pause auf dich zukommen und wenn’s dann noch geht, kommen die eigenen Kollegen auch noch)
Mein Arbeitsmaterial zahle ich auch in der Regel selbst. Das geht los bei Magneten, über Videos, Audio-Material etc.
Und ich finde es eine Frechheit, den Lehrerberuf so hinzustellen, als sei er nichts wert. Ohne die Lehrer, gäbe es irgendwann keine “schlauen Kids” mehr die ausreichend, gefördert werden, damit sie mal Ingenieur werden und vielleicht auf ein Kernkraftwerk aufpassen… also bitte…da geht mir der Hut hoch. Sie sind als Lehrer nicht nur Lehrer (sofern sie ein guter Lehrer sind und ihren Beruf ernst nehmen), sondern Lebensberater, Streitschlichter, Organisator, Psychologe, Vorbild, Entertainer, Moderator, Erzieher..etc. etc.
@xyz
das haben wir schon gebetsmühlenartig versucht denen zu vermitteln, die meinen sie müssten ihr Neid-Mütchen an uns kühlen.
Wir Lehrer selber wissen es, dass es so ist und die aus der “freien Wirtschaft” wollen es nicht wissen.
Aber tun Sie sich doch mal die Mühe an und lesen Sie die Beiträge von Mister M. in Ruhe durch. Sie werde seine Ironie bestimmt erkennen. Der weiß es nämlich auch ganz genau, wie es wirklich ist. r
(Ja, vielleicht haben wir nur 7.30-15 Uhr Unterricht…aber ich z.b. unterrichte englisch und deutsch…die Vorbereitungszeiten, Kontrollen von Klausuren, Elterngespräche, Klassenfahrten, Weiterbildungen, Konferenzen etc…klassischer tag: morgens bis früh )
Guter Job Ich arbeite im Schnitt von 8,00 Uhr bis 17,15 in der Schule Fahre dazu noch 75 km bis zur Arbeit (3 Standorte)Vorbereitungszeit habe ich 4 h die Woche und das wohlgemerkt bei 2350 B.
Sie werden dafür noch Fürstlich belohnt. Jeder Honorarlehrer der in Schulen eingestellt witd bekommt der Zeit für 60 min 24€ oder 45min 18€
Es wird echt Zeit das endlich eine Gleichstellung für alle in den Schulen kommt. Dafür können sie meinetegen die Verbeamtung auflösen.
@Witzig:
Machen Sie es so, wie es die von Ihnen beneideten verbeamteten Lehrkräfte auch gemacht haben:
Gehen Sie als Akademiker durch das 2-jährige Referendariat für knapp über 1000€ brutto im Monat.
Wenn es danach mit der Planstelle nicht klappt, dann dürfen Sie zum Meckern wiederkommen.
Also, erst mal möchte ich unsere ach so tollen Ingen. mal sehen, wie sie in einer Klasse stehen und einfach mal so eben unterricht… kann doch jeder :-D Das ganze hier ist echt zum totlachen. Der Neid lässt grüßen ![]()
Und dann noch mal so nebenbei. Das Studium Lehramt Grundschule dauert 9 Semster Regelstudienzeit, also ersteinmal informieren bevor man hier solchen Schwachsinn reinschriebt. Dem Studium folgen dann noch einmal 1 1/2 Jahre Ref… Das gehört auch noch zur Ausbildung… Also haben Grundschullehrer eine Ausbildungszeit von insgesamt 12 Semestern… Was die fachliche Kompetenz betrifft kann der Beruf des Lehrers mit dem des Ing. überhaupt nicht verglichen werden… !!! Und Herr Ing. glauben Sie mir, Sie können mit Sicherheit nicht mit unserer fachlichen Kompetenz in unserem Bereich mithalten - nicht einmal ansatzweise!!! Im Gegenteil, ich wü+rde die Überforderung gerne einmal sehen, wenn Sie mal so eben kurz unterrichten, weil - das kann ja jeder :-D das ist echt gut!!
Nun liebe Leute
interessante Debatte, voller Neid und Vorurteile.
Es besteht, soweit mir bekannt, in Deutschland eine Berufsfreiheit. Also jeder kann Ing. oder Lehrer werden, wenn er/sie das Studium schafft.
Im nächsten Leben werde ich Lehrer (aber nur als Beamter). Es geht nicht nur um die langen Ferien, aber auch um die Qualität der Arbeit (mancher Lehrer).
Es gibt natürlich tolle, engagierte interessierte Lehrer, aber am Gymnasium meines Sohnes würde ich ich gleich 30% wegen Ignoranz und Arroganz entlassen. Physiklehrer der nachweislich falsch korrigiert und dann noch angepisst ist, wenn man darauf hinweist ist wohl kaum das PISA Aushängeschild. Lehrer die nicht in der Lage sind die Note des Schüler zu erläutern, die gegen das Schulgesetz verstoßen usw usw.
Wer glaubt das Leistungsprotokolle oder Ähnliches geführt werden der ist mehr als naiv (wenigstens bei den 30% der verbeamteten Luschen).
Man sollte den Direktoren die Möglichkeit geben die underperformer unter den Lehrern einfach zu entlassen (dies geschieht in der Industrie).
Warum sollen sich andere Lehrer anstrengen , wenn man weder bei guter Leistung aufsteigen kann noch bei schlechter den Job verlieren kann.
Sollte Airbus solche Ingenieure haben wie wir Lehrer haben, würde es Flugzeuge von Himmel regnen.
Ich selber verdiene gut aber verbringe deswegen viel Zeit im Flugzeug und sehe kaum meine Familie kaum während der Woche. Ich habe keine langen Sommerferien. Ich kann jederzeit gekündigt werden , usw usw. Aber bin selber Schuld den Beruf so gewählt zu haben.
Das Problem dieser Diskussion ist , dass man die 40% der sehr guten Lehrer schnell übersieht. Ich würde denen ein besseres Gehalt gönnen, wenn Sie die Kinder motivierend weiter bringen. Die 30% die nur auf die Ferien und Pansion warten würde ich sofort los werden.
Hallo, kann mir jemand die Frage beantworten, ob es für Schulleiter (Gymnasium) zu den Entgeltgruppen Funktionsstellenzulagen gibt? Wenn ja, ist das gesetzlich geregelt?
Hier herrscht eine Mischung aus Neid, Vorurteilen und Erfahrung (die in eigener Sache).
Keineswegs wird z.B. der schlechte, faule Ingenieur sofort entlassen. Ebensowenig bekommt der gute Ingenieur sofort mehr Gehalt. Alles hängt auch hier vom Vorgesetzten ab und wie geschickt sich der Mensch verhält.
Und wieso sollten sich Lehrer gefallen lassen, von einem grotenschlechten Schulleiter “entlassen” zu werden?
Grundsätzlich halte ich völlig freien Wettbewerb an Schulen für kritisch, man kann es gut verkauften aber schlechten Seminaren sehen, wohin dies führen könnte.
Schlecht ist am System nur, dass die Bewertung der Lehrer-Arbeit sehr schwer fällt.
Über Gehälter von Ingenieuren kann man kaum urteilen, hier herrscht eben Wettbewerb (und “DEN” Ingenieur gibt es auch nicht, einer schuftet als Leihkraft für ein Konstruktionsbüro, der andere sonnt sich im Chemie-Vertrieb, geschätzte Gehaltsdifferenz 250%, mit den Jahren wachsend)
Die Diskussion hier läßt außerdem vermuten, dass sich hier Ingenieure mit Selbstüberschätzung und Lehrer mit Selbstzweifeln duellieren.
Ich formuliere es mal so: Die Ingenieure hier möchten wohl gern mit 12 Wochen Urlaub einen garantierten Halbtags-Job, aber auf (ferne, wohl Fatamorgana-ähnliche) Abteilungsleiterperspektiven
mit 100 TEuro-Gehalt nicht verzichten.
Und auf eben letztere schauen die Lehrer und wettern dagegen, glaubend diese Jobs seien mit Füßen auf dem Schreibtisch zu erledigen.
Aber mit dem Halbwissen leitete ich ja ein…
Warum ich schreibe? Weil ich selbst mit einem Ingenieurs-Auge die Annehmlichkeiten des Quereinstiegs mit den Nachteilen abwäge…. Aber in eine Matrix (oder faktisch endendes Urteil) passt das nicht.
@Ing.Ing.—> Flugzeug-Regen
Unzweifelhaft sind herabregnende Flugzeuge schlimm, allerdings sind Unmengen von Trotteln auch nicht gut erträglich….
Aber es regnet nicht etwa KEINE Flugzeuge vom Himmel, weil die Ingenieure so genial sind, sondern die Kontrollmechanismen für Fehler.
Die dürfen sie an Schulen (für´s System, nicht nur die Lehrer) gern reklamieren, da gehe ich mit.
Hey Leute, ob 1900 oder 2100 Euro, ihr verdient alle wenig im Vergleich zu den Leuten, die dafür sorgen dass eure Gehälter stagnieren oder gar gekürzt werden. Eure Missgunst ist absolut lächerlich: Mama, der Klaus verdient aber mehr, obwohl er mehr Ferien hat, Mama das ist ungerecht buuhhh, usw. Fakt ist, dass man als Beamter mehr Sicherheit hat, dafür aber in einem rigiden, vorhersehbarem System steckt. In der Privatwirtschaft kann man sich sehr gut bezahlte und durchaus erfüllende Jobs erarbeiten, schafft nicht jeder und hat auch mit Glück zu tun, das Risiko dabei ist natürlich höher. Das weiss man aber im Voraus.
Wollt ihr mehr Geld, geht auf die Strasse, nach Frankfurt zu den hohen Türmen und verlangt die Moneten zurück, welche in sog. Krisenzeiten den Besitzer wechseln. Da werden Milliarden € verschachert und Ihr neidet über 300 €. Bischen realtätsfern oder wie?
@lach:
Ach wo, die Ehrfurcht vor den Bankster in Nadelstreifenanzügen ist bei den meisten Deutschen immer noch zu groß. Egal, ob die Krawattenträger hunderte von Milliarden Euro Steuergeldernn in Griechenland oder den USA verzocken oder einfach nur der Oma von nebenan das Geld aus der Tasche ziehen. Frag mal, was die Jugendlichen werden wollen: Smarte Investmentmanager: Gehälter, von denen ein Lehrer nur träumen kann, plus Bonuszahlungen, die es beim Staat schon einmal gar nicht gibt. Und das alles vom Steuerzahler garantiert. Sicherheit wie ein Beamter, nur erheblich besser bezahlt.
Lehrer? “Kann doch jeder.” Man muss in der heutigen Zeit schon ein Oberversager sein, wenn man als Akademiker einen Beruf wählt, in welchem man nicht primär für das eigene Konto wirtschaftet.
@Ing. Ing.
“Sollte Airbus solche Ingenieure haben wie wir Lehrer haben, würde es Flugzeuge von Himmel regnen.”
Reden Sie einmal mit Leuten, die bei dieser Firma arbeiten,
wenn ich mich erinnere ist der A380 nicht rechtzeitig fertig geworden, weil einige Kabel zu kurz waren ...
Oh mann, wenn ich das hier lese wird mir schlecht!
Habe mich für das falsche Studium entschieden.
Hätte doch Berufsschullehramt wählen sollen.
(Aber würde sich alle für die Beamtenlaufbahn ernscheiden kann das System auch nicht funktioniern! Denn wer soll denn noch die Eurobonds bezahlen?)
@Huso Schuster:
Kabel zu kurz? Kein Wunder, die Jugendlichen lernen ja heute in der Schule nicht mehr, wie man die Kabellängen in Flugzeugen richtig berechnet, geschweige denn, wie man überhaupt richtig rechnet. Früher war alles besser: Da konnten die Unternehmen die Ingenieure direkt aus der Schule holen…
Also bitte nicht Airbus die Schuld geben, wenn wieder einmal die Schule versagt hat. PISA eben.
naja..da weiß ich doch wieder, warum mir besonders grundschullehrerinnen so unermeßlich leid tun - wenn sie dann schlussendlich mit eigenem nachwuchs gesegnet, doch wirklich und ernsthaft jeden tag - außer natürlich der ferien, der fastnacht, des “wegen-dorffest-machen-wir-zu-tages” oder der “wir-müssen-doch-mal-einen-kollegiums-ausflug-machen-freizeit” arbeiten müssen und das für sowenig geld und mit sowenig freizeit mittags ab 13:00 Uhr….is schon ein schreckliches los, was diese damen teilweise ertragen müssen! da kann man natürlich von keiner von denen erwarten, dass sie sich für eine ganztagsschule einsetzt! stellt man sich doch mal vor, dann müsste sie womöglich noch nachmittags arbeiten, was ein unding! :o)
Hallo !
Bin gutbezahlter angestellter IT-Projektmanager und Ausbilder (67000/Jahr brutto), 50J. und würde gerne in den Lehrerberuf wechseln, weil ich es toll und richtig fände, meine vielfältigen und spannenden (Lebens- und) Berufs-Erfahrungen aus vielen dutzend Projekten bei allen möglichen Unternehmen an junge Leute weiterzugeben im letzten Drittel meiner Berufslaufbahn. Würde dafür durchaus auch gewisse Gehaltseinbussen akzeptieren, als Ausgleich für ein stabileres Sozialleben (bin von Mo-Fr im Hotel, habe kein Familienleben, kann keine soziale Beziehungen pflegen, kann mich nicht privat engagieren, Hobbies, Verein etc.) und weniger Druck (ich erkenne den Druck, den Lehrer haben durchaus an. Ist aber nicht vergleichbar mit dem teils mörderischen - und das ist mittlerweile in Einzelfällen sogar wörtlich zu nehmen - permanenten täglichen Kosten-und Leistungsdruck den ich in immer mehr Projekten erlebe).
Das starre System will aber solche Bewegungen in den Lehrerberuf hinein oder heraus nicht, was völlig widersinnig ist. Ich glaube, für Lehrer wäre es enorm wichtig, nicht ein für alle mal in der Enge der Schule und ihrer überschaubaren Fachinhalte gefesselt zu sein. Im modernen Berufsleben macht auch niemand mehr länger als 4-6 Jahre den selben Job. Diese Wechsel sind bereichernd und motivierend und man bildet auch besser seine eigenen Fähigkeiten/Erfahrungen aus, man gewinnt einfach eine gewisse Mehr-Dimensionalität, die dem Praxis-unerfahrenen Lehrer manchmal fehlt.
Ich möchte auch mal ein Schlaglicht auf den mittlerweile riesigen und weiter wachsenden Bereich der privaten Bildungseinrichtungen werfen. Beispiel: der Internationale Bund (IB) sucht Lehrkräfte für seine beruflichen Schulen und zahlt €20 (!) pro Unterrichtsstunde auf freiberuflicher Basis. Damit ist alles abgegolten: Vorbereitung, eigener Arbeitsplatz, -materialien, Weiterbildung etc. Steuern und Soz.Versicherungen sind davon zu 100% zu zahlen, keine Lohnfortzahlung im Urlaub, bei Krankheit usw. Wer sich für einen solchen Hungerlohn verkaufen muss (entspricht ganz grob gerechnet ca. 1400€ brutto als Angestellter) wird sicher nicht die beste Performance vor seinen Berufsschülern abliefern. Und das ist beileibe keine Ausnahme in diesem Sektor, sondern Standard. Bsp. 2: die Fachhochschulen und Dualen Hochschulen zahlen freiberufl. Dozenten ca. €32/Vorlesungsstunde (mein ungelernter Plattenleger will 60€). Und verlangen akademisches Niveau dafür. Die armen Studenten. In diesen Vergleichen kommen die Staats-Lehrer noch sehr gut weg. Ich bin der Meinung, dass ich unseren Lehrern ihre momentanen Gehaltsniveaus durchaus gönne und auch bereit bin über meine Steuern diese Gehälter in meine Kinder zu investieren im Gegenzug für eine professionelle, hochwertige Wissensvermittlung.
Das ist was mich wirklich ärgert und mich sehr bedenklich stimmt: Ausbildung/Wissensvermittlung scheint unserer Gesellschaft nur in Sonntagsreden wichtig und wertvoll zu sein. In der Realität verschludern wir die Talente unserer Jugend und damit große Teile unserer Zukunft.
@trotzalledem:
Ihr Idealismus in allen Ehrern, aber wenn Sie mit der Einstellung an den Lehrerberuf herangehen, mit Anfang 50 Jahren jetzt endlich einmal “eine ruhige Kugel” schieben zu können, wird das nichts werden. Sie werden trotz Ihrer Berufserfahrung gerade in den ersten Jahren eine Menge Energie hineinstecken müssen und die Schule ist sicherlich auch nicht mehr dieselbe, die Sie vor 30-40 Jahren kennengelernt haben.
Und zu den “überschaubaren” Fachinhalten. Ich kenne Quereinsteiger, sogar promoviert, die sind in ihrem schulischen Zweitfach (in welchem sie nicht promoviert haben) fachlich überfordert und zumindest in der Oberstufe des Gymnasiums nicht einsetzbar. Außerdem kommt es im Lehrerberuf nicht primär auf die Fachinhalte an, sondern auf die Frage der richtigen Vermittlung. Und gerade damit haben viele Quereinsteiger ein echtes Problem: Als Lehrer unterrichten Sie nicht für sich, sondern für die Schüler. Es gibt natürlich auch gute Quereinsteiger, aber allgemein ist die Streuung der “Qualität” der Quereinsteiger ziemlich hoch.
Und den Rest Ihres Postings verstehe ich nicht: Nur weil woanders Lehrkräfte im wahrsten Sinne des Wortes ausgebeutet werden, geht es den staatlich bezahlten Lehrern zu gut? Wo haben Sie denn diese verquere Logik her?
Mit den Sonntagsreden zur Bildungspolitik haben Sie natürlich Recht. Bildung ist wohl nicht wirklich “systemrelevant”. Da schreit man lieber nach “Fachkräften” aus dem Ausland. Die haben zumindest den Vorteil, dass deren Ausbildung die deutsche Gesellschaft nichts kostet.
Lehrer brauchen sich über ihr Gehalt echt nicht beklagen, vergleicht man einmal die Arbeitsbelastung und was unterm Strich herauskommt….
Jugendamtsmitarbeiter, die die Verantwortung für belastete Familien tragen und Kindeswohlgefährdungen sensibel und korrekt einschätzen sollen und ggf. zur rechten Zeit und mit der passenden Maßnahme einschreiten sollen , können von so einem Gehalt nur träumen!
Ein Dipl. Soz. Päd. bekommt als Einstiegsgehalt ca. 2200 Euro brutto!! Somit round about 1400 Euro netto (minimal mehr als eine Einzelhandelskauffrau)
Also Augen auf bei der Berufswahl und schnell nochmal bei der Uni einschreiben und umsatteln auf Lehramt!!!!
Jugendamtsmitarbeiter brauchen sich über ihr Gehalt echt nicht beklagen, vergleicht man einmal die Arbeitsbelastung und was unterm Strich herauskommt….
Busfahrer, die die Verantwortung für die zu befördernden Personen tragen und Straßenverkehrsgefährdungen sensibel und korrekt einschätzen sollen und ggf. zur rechten Zeit und mit der passenden Maßnahme einschreiten sollen , können von so einem Gehalt nur träumen!
Ein Busfahrer bekommt als Einstiegsgehalt ca. 1800 Euro brutto!! Somit round about 1200 Euro netto (minimal mehr als eine Lagerfachkraft)
Also Augen auf bei der Berufswahl und schnell nochmal bei der Fachhochschule einschreiben und umsatteln auf Sozialpädagoge!!!!
Sehr schön Mister M. ![]()
@Mister M.
Es ist unglaublich zu lesen, dass ein Mensch ernsthaft im tande ist zu fragen, was der Lehrerberuf denn wirklich wert ist und was diese Berufsgruppe für die Gesellschaft tut. Ohne Lehrer wären Sie nicht mal in der Lage gewesen ihren Beitrag zu schreiben. Man kann ja viel darüber diskutieren wieviel Lehrer verdienen (dazu ganz ehrlich, Abitur, 5 Jahre Studium und Referendarait, das ist eine lange Ausbildungszeit, in der man nebenbei was verdienen muss und somit von fast garnichts lebt, da kann man wohl wenigstens einen halbwegs anständig bezahlten Job erwarten), aber man kann doch nicht in Frage stellen, dass Lehrer einen wichtigen Job machen. Ich habe in meinem Leben noch niemanden gehört, der so weit ab von der Realität redet und so einen enormen Schaden hat wie Sie.
Und niemand muss so tun als wäre der Lehrerberuf einfach oder nicht anstrengend. Falls man das glaubt, sollte man doch einmal eine Stunde Vertretungsunterricht durchführen. Das öffnet einem die Augen für die Arbeitsbelastung. Wirklich lächerlich hier, die ganze Diskussion. Lehrer bekommen nicht zu viel Geld, ihr Job ist alles andere als einfach und sie haben nicht so viele Ferien, we viele glauben.
Den Neid anderer kann ich nachvollziehen, aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und den Lehrerberuf sollte niemand wegen des Geldes ergreifen. Nur wenige Leute eignen sich überhaupt dafür.
Ich habe mich gerade einmal vor Excel geklemmt und errechnet, was bei typischen Laufbahnen am Ende bleibt. Folgendes Grundszenario gilt für alle: Berufseinstieg (voll) mit 27 (Lohnstkl. I), Heirat mit 30 (IV), Kind mit 35 und 36, keine Elternzeit, erwerbstätig bis 67
Fall 1: Lehrer, Referendariat für Gymn. mit 25, Verbeamtung A13 direkt im Anschluss, Oberstudienrat mit 38, private KK als Ref. 120 Euro Eigenanteil, dann 300 Euro, ab 36 Jahre 400 Euro
Fall 2: Ingenieur, mit 25 2 Jahre in der freien Wirtschaft, dann öffentlicher Dienst (Kommune) E13, Gehalt mit VBL
Fall 3: Lehrer, Referendariat für Gymn. mit 25, tariflich beschäftigt E13, keine Höhergruppierung, Gehalt mit VBL
Angesetzt sind die aktuell gültigen Werte für die Besoldung/das Gehalt.
Resultat:
Fall 1: Netto-Einkommen insgesamt 1,569 Mio Euro
Fall 2: Netto-Einkommen insgesamt 1,306 Mio Euro
Fall 3: Netto-Einkommen insgesamt 1,246 Mio Euro
Zieht man von diesen Zahlen einen Pauschalbetrag von 1350 Euro monatlich für grundlegende Lebenshaltungskosten (nicht vermeidbare Ausgaben) ab (man kann sich über den Wert sicher streiten), d.h. 969.000 Euro insgesamt, dann ergibt sich folgendes Resultat:
Fall 1: frei verfügbares Einkommen 900.000 Euro
Fall 2: frei verfügbares Einkommen 610.000 Euro
Fall 3: frei verfügbares Einkommen 549.000 Euro
Fazit: ein angestellter Lehrer hat über seine Lebensabeitszeit ca. 61% des freien Nettoeinkommens eines verbeamteten Kollegen, ein Ingenieur im öffentlichen Dienst 68% (Wobei im öffentlichen Dienst selten Leute unter 30 eine 13er-Position bekleiden, sondern unabhängig von ihrem Abschluss nur Chancen auf eine 10er oder 11er-Position haben). Wollten die beiden Angestellten auf die geschätzt rund 4000 Euro/Jahr höheren Ruhestandsbezüge des Lehrers hinsparen, würde die Differenz entsprechend wachsen.
Zum Vergleich (wenn die Excel-Tabelle schon einmal da ist): Ein Chemiker, Abschluss mit 25, Promotion mit 29 auf einer halben E13-Stelle, dann Einstiegsgehalt 3600 Euro monatlich, nach 5 Jahren Laborleitung und 5000 Euro brutto, nach weiteren 5 Jahren 6500 Euro brutto kommt am Ende auf einen ähnlichen Betrag wie der verbeamtete Lehrer, nämlich 1,614 Mio Euro Netto-Gesamteinkommen.
P.S.: Der Chemiker hätte dann aber aller Voraussicht nach immer noch geringere Ruhestandsbezüge als der verbeamtete Lehrer, das er erst spät substanziell ins Rentensystem einzahlt, Wollt er dies kompensieren, müsste er es von seinem frei verfügbaren Nettogehalt abziehen. Unterstellt man am Anfang der Karriere einen häufigeren Betriebswechsel, so wird auch eine Betriebsrente (die ggf. 50/50 AG/AN-finanziert ist) tendenziell weniger wirksam, da beim Übertrag auf neue Anbieter hohe Kosten entstehen.
P.P.S.: Und wo’s so schön ist mit den Excel-Tabellen: Wenn man:
a) Steuern von Beamten für den Staat als kostenneutral sieht (denn nur die Steuern machen den Unterschied zwischen Beamten-Brutto und Beamten-Netto) und
b) den Beamten die NETTO-Bezüge zugesteht, die man ihren TVL-angestellten Kollegen mit den gleichen Aufgaben NETTO zugesteht (also ihre Netto-Bezüge (vgl. Zahlen oben) auf ca. 80% reduziert)
könnte man von dem freiwerdenden Geld NEUE Beamte einstellen und zwar (und jetzt kommt höhere Mathematik): 25% mehr! Im gleichen Maße könnte man das Deputat aller reduzieren, so dass sich kein Lehrer mehr über zu viel Arbeit beschweren müsste.
Grandiose Lösung: Alle beamteten Lehrer auf 80%, und dann kräftig neueingestellt! Kostenneutral und (wenn man den wenigen angestellten Lehrern die 80% Deputat ohne Gehaltsreduktion zugesteht) auch noch betriebsklimagerecht.
Aber so ist die Welt nunmal nicht… schnüff…
P.P.P.S.: Nur, um die Dinge zu verdeutlichen: Mein Vergleichs-Chemiker bekommt den Großteil seines Berufslebens über 6.500 Euro brutto im Monat. Das entspricht einem Gehalt von 78.000 Euro jährlich.
Sicherlich keine utopische Summe für einen promovierten Naturwissenschaftler in der Industrie, aber nach Aussage eines Chemikers in den meisten Branchen schon leicht überdurchschnittlich. Ein solches Gehalt ist tariflich nirgends abgedeckt, und die außertariflichen Arbeitsverträge sind praktisch alle auf “Vertrauensarbeitszeit” ausgelegt, kennen also (ähnlich wie Lehrer) keine Überstunden.
Im Normalfall bedingt ein solches Gehalt zumindest Projekt-, meist aber auch Personalverantwortung und Reisebereitschaft. Im Gegensatz zum typischen Lehrerarbeitsplatz ist ein solcher Job meist familienfeindlich und verträgt weder Heimarbeit noch längere Fehlzeiten. Es kommen vergleichsweise engere Leistungsanforderungen dazu, da die Arbeit immer (und nicht nur sporadisch oder periodisch) von Dritten evaluiert wird. Wird man diesen Leistungsanforderungen nicht gerecht (Kinder, Krankheit, persönliche oder psychische Probleme, Alkoholismus, Bossing/Mobbing etc.), muss man damit rechnen, ersetzt oder entlassen zu werden - die Option einer temporären Arbeitszeitreduktion ist in diesen Positionen nicht im Regel- sondern nur im Ausnahmefall gegeben, und eine umfassende Fürsorgepflicht wie im Staat-Beamten-Verhältnis existiert nicht.
Natürlich sind in der freien Wirtschaft für besonders begabte, ehrgeizige und örtlich flexible Menschen auch bessere Gehälter zu ähnlichen Bedingungen möglich, aber sie sind ebenfalls nicht die Regel (wie die oben angedeutete A13-A14-Karriere), sondern der Ausnahmefall. Spätestens ab 90.000 Euro/Jahr werden die Stellen sehr rar. Und man darf nicht vergessen, dass auch bei den Lehrern noch A15 und A16 offenstehen.
Fazit: Hält man also fest, dass das Gehaltsniveau zwischen unserem Beipiellehrer und unserem Beispielchemiker etwa gleich ist, machen die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die staatliche Fürsorgepflicht und die Unabhängigkeit von teuren Ballungsräumen (sowie evtl. die höheren Ruhestandsbezüge - wäre genau nachzurechnen) das Plus zugunsten des Lehrers aus.
@Niccola:
Nette Rechnung, aber Sie gehen von einem Idealszenario aus, dass insbesondere bei Lehrern nicht gegeben ist. Die Realität sieht so aus:
Vielen Lehrern gelingt der Berufseinstieg auf A13 nicht, aufgrund des Sparkurses vieler Bundesländern. In vielen Bundesländern wird überhaupt nicht mehr verbeamtet im Schulbereich. Was nützt das Studium, wenn es im Anschluss keine adäquaten Stellen gibt? Das reduziert das Nettoeinkommen erheblich.
Die “Regelbeförderung” A13->A14 gibt es nur noch in wenigen Bundesländern. Viele A13er bleiben A13 bis zur Pensionierung.
Die Teilzeitquote im Schulbereich ist sehr hoch. Vollzeitstellen werden nur noch von ca. 50% der Lehrerkräfte ausgeübt. Und diese Reduizierung ist nicht immer “freiwillig”, da es oft die (zu) hohe Arbeitsbelastung ist, welche diese Personen in die Teilzeit treibt.
Das tatsächliche, durchschnittlich zu erwartende(!) Nettoeinkommen der Lehrkräfte ist deshalb deutlich geringer, als in Ihrer idealisierten Rechnung.
Und die TVL-beschäftigten Lehrkräfte als “Vergleichsmaßstab” zu wählen ist absurd. Auf die Chemiker übertragen wäre das, einen Chemiker in Ostdeutschland in einer strukturschwachen Region in einem Kleinbetrieb als Maßstab zu wählen. Nur in diesem Fall würden es alle “Lohndumping” nennen und nicht “Überbezahlung” der Chemiker in der Großindustrie…
Und zu den Chemikern, wenn die Arbeit so “stressig” ist:
Grandiose Lösung: Alle Chemiker auf 80%, und dann kräftig neueingestellt! Kostenneutral und auch noch betriebsklimagerecht.
Lieber Mister M,
ich gebe Ihnen Recht darin, dass ein Universitätsstudium keinen Anspruch auf einen adäquat bezahlten Job begründet.
Naturwissenschaftler und Ingenieure sind ja ein einfaches Beispiel, weil die oben beschriebenen zu erwartenden Gehälter auf einen nicht unbedeutenden Anteil von ihnen gleichermaßen zutreffen. Natürlich gibt es unter den Absolventen eines NatWi- oder Ing-Studiums auch Leute, die an der Uni (TVL) bleiben, oder Biologen in der Landschaftsplanung, oder (wie angesprochen) die Ingenieure im öffentlichen Dienst. Überall unterschiedliche Arbeitsbedingungen, Gehälter, Perspektiven…
Nehmen wir noch ein weiteres Beispiel eines Hochschulabsolventen dazu: den Architekten. 5 Jahre Uni-Studium, 2 Jahre Architekt im Praktikum mit ca. 2000 Euro brutto, dann befristete Einstellung mit ca. 2500 Euro brutto in den 3 Folgejahren, dann 3 Jahre Projektleitung und ca. 2800 Euro brutto, in dem Rhythmus Gehaltsentwicklung bis ca. 3500 Euro brutto. Leistungs- und Überstundenanforderungen sowie Familienvereinbarkeit entsprechen anfangs dem Chemiker in der Industrie, später konsolidiert sich das dann etwas. Das Risiko der betriebsbedingten Kündigung oder Gehaltskürzung ist hingegen allgegenwärtig. Netto bleiben am Ende der Laufbahn ca. 1,03 Mio Euro, freies Netto 334.000 Euro. Perspektive für einige wenige: Büroleitung als ltd. Angestellter (ca. 4.000 - 5.000 Euro brutto) oder Selbständigkeit mit allen Vor- und Nachteilen. Ihre Frage, was das Studium denn nütze, wenn es im Anschluss keine adäquaten Stellen gebe, darf man hier ebenfalls stellen.
Ähnliche (zumindest keine durchweg besseren, eher schlechtere) Verhältnisse kann man dem gesamten Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler unterstellen. Ähnlich wie in Ihrer Beschreibung, wo es sich nach Bundesländern differenziert, kann man zum Vergleich aus der freien Wirtschaft auch nicht nur die Berufsgruppen mit den besten Jobaussichten heranziehen, sondern muss da ebenfalls das gesamte Spektrum ansehen.
Klar: Nach dem Abitur steht es jedem frei, seinen Fähigkeiten gemäß nicht Architekt oder Germanist, sondern Chemiker oder Ingenieur zu werden. Ebenso steht es aber auch jedem angehenden Lehramtsstudenten frei, schon zum Studium nach BaWü oder Bayern zu gehen und potenziell gesuchte Fächer zu belegen, dort mit hoher Wahrscheinlichkeit als Referendar genommen und schließlich mit Perspektive auf den Regelaufstieg verbeamtet zu werden.
Wenn tatsächlich 50% aller Lehrer teilzeit arbeiten, wäre das ja nicht nur negativ zu sehen, sondern stellt für die, die’s freiwillig machen, auch eine lobenswerte Flexibilität von Arbeitgeberseite dar. Ich kenne einige höhere Verwaltungsbeamte, die tatsächlich mit 80% ihres A13- oder A14-Gehalts zufrieden sind und den zusätzlichen freien Tag sehr schätzen. Es ist zumindest komfortabel, dass bei einem temporären oder dauerhaften Leistungstief nicht automatisch der ultimative Karriereknick droht, sondern dass man als Lehrer tatsächlich mal einen Gang rausnehmen kann, um sich neu zu sortieren, wenn es zu viel wird.
Ich bleibe daher dabei, dass verbeamtete Gymnasiallehrer selbst im Vergleich mit den gutverdienenden Berufsgruppen in der freien Wirtschaft insgesamt besser dastehen. Beide Gruppen bilden dabei unter den Uni-Hochschulabsolventen unbestritten nicht das volle Spektrum ab.
Liebe Dipl.- Ingenieure, liebe Studienräte!
Habe heute diese Seite entdeckt. nun möchte ich auch mal…
War früher Dipl.- Ing., bin heute Berufsschullehrer (A14, letzte Altersstufe, Brutto in 2010: 56579,98 EURO).
Wer hat Lust, mir folgende Fragen zu beantworten:
1.
Warum gibt es für viele Fächer/ Fächerkombinationen seit einigen Jahren so gut wie keine Nachwuchskräfte?
a) Ferien zu kurz b) Gehalt nicht angemessen c) Weiß nicht
Bedingungen: Mordseinkommen, ewige Ferien, lockerer und sicherer Job etc.; der Markt regelt das doch eigentlich- oder?
(Klickt euch mal durch die Seiten z.B. der Berufsschulen im Lande…aus lauter Not bieten inzwischen fast alle Bundesländer sog. Quereinsteigern die Möglichkeit, in diesen Job zu wechseln)
2.
Wie hoch schätzt ihr meine reale Gehaltskürzung innerhalb der letzten 10 Jahre (Berücksichtigung von: Arbeitszeitverlängerung, Streichung des Weihnachtsgeldes, Urlaubsgeldes; Eigenbeteiligg. bei der PKV, Fortbildungen selber zahlen etc.)?
a) 3% b) 9% c) 18%
3.
Da ich recht zielstrebig war, habe ich (-unter Anrechnung der Ausbildungszeiten, die nur z.T. für die Pensionsberechnung eingebracht werden können) gerade mein 40-jähriges Dienstjubiläum “gefeiert”.
Wie hoch war wohl die Prämie für dieses Jubiläum (Netto - also aufs Konto…)?
a) 206 EURO b) 2060 EURO c) 20600 EURO
(PS: “Prämie” wurde mittlerweile komplett gestrichen)
4.
Wer möchte mit mir tauschen?
6Std./Tag in einer etwas “problematischen” Klasse unterrichten?
(Da wird schon mal der heiße Lötkolben unter allgemeinem Gejohle dem Nachbarn in eine der Körperöffnungen gerammt…, natürlich mit Handy- Aufnahme in Full HD…)
a) Ich b) Das lass mal Andere machen c) Ist ja auch eure Aufgabe!
PS:
Meinen persönlichen Entschluss (Dipl.- Ing >> Lehrer) habe ich übrigens nie bereut, auch im Rückblick würde ich diese Entscheidung wieder treffen.)
Beitrag mit einem “Zwinkern” verfasst…nicht so viel Streit bitte…jeder trägt seinen “Rucksack”...
Gruß aus dem Norden
Lösungen:
1): c
2): c
3): 206 E
4) a
Hallo Maike,
absolut treffender Beitrag ![]()
Habe eine Frage an die Runde; habe nach dem Abitur das Studium bei der Polizei eines nördl. Bundeslandes aufgenommen und arbeite mittlerweile als Kommissar und Diplom-Verwaltungswirt (FH) bei der Kripo. Bin Beamter auf Lebenszeit, Besoldungsstufe A 9, Altersstufe 5. Zzgl. der Polizeizulage (ca. 128,- EUR brutto) und abzüglich der privaten KV (200,- EUR mtl.) werden mir netto 1884,82 EURO (siehe auch http://oeffentlicher-dienst.info/) ausgezahlt.
Zur Info: alle 3 Jahre Beurteilung mit Standzeitregelung; d.h. grds. Beförderung der “Dienstältesten” mit der Folge einer momentanen “Wartezeit” nach A10 (Oberkommissar) von ca. 14 Jahren aufwärts. Anschließend kaum Chancen auf A11 (Hauptkommissar) pp.
Frage:
Gibt es Möglichkeiten, als Quereinsteiger (insbesondere: Fachoberschule “Recht & Verwaltung”/ Berufsbildende Schulen) unter Anrechnung der o.g. studentischen Vorleistungen in den Schuldienst einzutreten ?
Vielen Dank für die Antworten und der hoffentlich erfolgenden Ratschläge ! Naja, und natürlich allen einen guten Rutsch !
Gruß aus dem Norden
Hallo Floppi,
für den Quereinstieg (-berufsbildende Schule,Gymnasium) wird nach meiner Kenntnis grundsätzlich ein Universitätsabschluss vorausgesetzt -jedenfalls in S-H und HH.
Bin überfragt, wie es sich bei anderen Bildungseinrichtungen verhält!
Tipp 1:
4 Jahre hinterher schieben -wenn es irgendwie machbar ist (Frau,Kinder, Haus…??)- und einen Uni-Abschluss nachholen!!
Danach gibts noch eine zweijährige finanzielle Durststrecke (Referendariat)
Dann gehts weiter mit A13, evtl. nach Jahren A14.
Meine Erfahrung (33,5 Jahre Schuldienst, viele viele Ex-Schüler): Wer sich darum kümmert/Gedanken darüber macht -und das wirklich will, der schafft das auch!
Tipp 2:
Allerdings habe ich auch Bekannte, die mit einem FH-Abschluss in privaten Bildungseinrichtungen (im technischen Bereich) ohne zusätzliches Uni-Studium tätig sind und durchaus angemessen bezahlt werden.
Da Deine/Ihre Aussichten ja wirklich nicht so prickelnd scheinen,
gibt es m.E. nur diese beiden Wege, es bleibt:
Tipp 3:
Wenn nichts geht, mit dem Status Quo einrichten…
Ich würde im nächsten Jahr:
auf allen Bildungsservern aller Länder im Netz stöbern,
alle Bildungsministerien direkt anrufen (auch wenns mühsam ist)
im technischen Bereich: alle privaten Meister-und Technikerschulen im Umkreis “erforschen”
(bitte “Meister”,- “Technikerschulen” durch “????” ersetzen; keine Ahnung, wie analoge Einrichtungen im Verwaltungsbereich bezeichnet werden)
Viel Glück und guten Rutsch
Maikel
Ich finde es sehr traurig, worüber hier gestritten wird.
- leider wird es bald so werden, dass jeder als Lehrer genommen wird, da es nicht annähernd genug gibt
- zum Anfangsgehalt: hier in Sachsen gaben wir mit 1600€ brutto ab, und wir haben den größten Lehrermangel18
- es ist traurig, was für Leute manche auf ihre Kinde loslassen wollen
- alle, die hier so schimpfen, können ja nur mal als Gedankenexperiment ihre Kinder 18 Jahre komplett zu Hause betreuen, unterrichten und zu einer für sie angemessenen Berufsausbildung (Studium oder Ausbildung) zu führen, dann können wir ja nochmal drüber reden, ob wir Lehrer brauchen bzw. Was sie der Gesellschaft Wert sind
Ich denke jeder Beruf ist wichtig und wie hier auch schon gesagt wurde: Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sehr interessante Diskussion !
Ich (42 Jahre alt) zähle mich nicht zur Gruppe der Lehrer, habe nicht studiert. Nach dem Abi habe ich eine Banklehre gemacht. Eine (monetär) gute Entscheidung. Bin bei der Großbank, die sehr gut durch die Krise gekommen ist, durch Training-on-the-Job und hohem Einsatz bereits vor 15 Jahren in den Genuss eines Einzelvertrages gekommen. Es hat sich gezeigt, der Preis ist hoch. In den vergangenen 10 Jahren habe ich 5 Restrukturierungsmaßnahmen durchlebt. Sprich permanente Jobangst. In den vergangenen 2 Jahren dann die Verlagerung (Off-Shoring) des eigenen Arbeitsplatzes nach Mumbai & Manila.
Mein aktuelles Gehalt von ca. 72.000 T€ + Firmenwagen + betriebliche Altersvorsorge empfinde ich als angemessen.
Was bei mir wenig Verständnis findet ist die Tasache, dass ich erheblich privat Vorsorge aus meinem Netto-Gehalt betreiben muß, um annähernd auf eine Altersversorgung eines Beamten zu kommen.
@norge_klaus:
Der Beamte hat den Spatz in der Hand und die Taube auf dem Dach. Bei Ihnen ist es offensichtlich umgekehrt? Was ist auf Sicht von 30 Jahren nun besser?
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