Umfrage: Deutschaufsätze korrigieren- sprachliche Fehler zuerst?
Wie gehen Sie beim Korrigieren von Deutschaufsätzen vor? Alles in einem Rutsch? Mehrere Durchgänge?
Im Rahmen unserer letzten Umfrage zum Korrekturverhalten fiel in den Kommentaren u.a. folgende Äußerung:
Kommentar zu Lehrerfreund: Arbeiten zählen
Das ist eine ungewöhnliche Strategie. Ich mache es immer in zwei Durchgängen: Erster Durchgang “Putzen” (=Verstöße gegen Sprachrichtigkeit, augenscheinliche Inhaltsfehler), zweiter Durchgang: Kommentar und Bewertung.
Posten Sie Ihre Antwort unten als Kommentar!
Beachten Sie auch auf Dem Lehrerfreund:
- Umfrage: Zählen auch Sie während des Korrigierens die verbleibenden Arbeiten?
- Korrekturen und Korrekturstrategien
- Verbesserung der Deutscharbeit - Linktipp
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Beitrag vom 04.02.2006, 19:21 | diesen Beitrag versenden
In Unterstufenklausuren versuche ich mit einem Durchgang durchzukommen (z.B. Inhaltsangabe), das klappt aber nur, wenn nicht zu viele Rechtschreibfehler drin sind. In Oberstufenklausuren brauche ich bis zu drei Durchgänge:
1. sprachliche Korrektur
2. inhaltliche Korrektur
3. Kommentar schreiben und Note machen
An 27 Oberstufenaufsätzen sitze ich so locker ein ganzes Wochenende. Aber zwei Durchgänge reichen mir einfach nicht, ich habe es schon versucht: Das Ergebnis fällt für mich nicht befriedigend aus. UNd ich bin unsicher, was meine Rechtfertigungskraft gegenüber den Schülern und Schülerinnen angeht.
Alles Liebe
Sandra
Günstig ist es, dass Erwartungsbild (auch wenn es recht grob ist)auf einer Folie zu präsentieren, damit vermeide ich schwierige Diskussionen.
Grüße,
K. Schäfer
Viele Grüße!
Gerd Haehnel
Gerade hat mir eine Kollegin ihre Korrekturbögen Phantasierzählung, Nacherzählung, Vorgangsbeschreibung zugemailt, die ebenfalls im Forum Deutschunterricht zu finden sind, also, wie schon oben gesagt, unter:
http://www.schule-deutsch.de/forum , dann klicken auf: "Korrekturerleichterungen" und " Korrekturbögen Phantasierzählung, Nacherzählung, Vorgangsbeschreibung"
ich bin wahrlich kein Freund vieler Worte und langer Korrekturen. Zum Glück muss ich auch keine Oberstufenaufsätze korrigieren, aber wenn ich höre, dass ein Lehrer einfach keine Lust mehr dazu hat, dann muss die Frage erlaubt sein, wozu ist der Mensch denn Lehrer? Und nun möchte ich mal wissen, wozu denn das Spracherkennungstool (tolles deutsches Wort) nützt. Letztlich muss ich als Lehrer doch entscheiden, ob diese grammatikalische Konstruktion richtig und an dieser Stelle erlaubt ist, bzw. ob etwas richtig geschrieben ist oder nicht. Ich kenne kein "Tool", das so super wäre, dass es alles super toll erkennt.
Und ich korrigiere auch immer mindestens zwei mal. Denn mal ehrlich, wen hat es in der eigenen Schulzeit nicht angekotzt, wenn Aufsätze bescheiden bewertet wurden, weil der Lehrer oder die Lehrerin zu faul war, Zeit zu investieren. Und dann wundern wir uns noch, dass unsere Schüler nicht mehr leistungsbereit sind?
Vielleicht sollten Einige über die Neigung zum Lehrerberuf nachdenken.
Und, nur zur Info, ich bin wahrlich kein Neuling mit schlappen 41 Lebensjahren.
Schöne Grüße und viel Spaß bei der Arbeit, denen, die es noch gerne machen
Günter
als Eltern eines lesebegeisterten Schülers und sprachlich sehr gewandten 12jährigen Sohnes sprechen Sie uns aus vollem Herzen!!!! Denn genau dass, was der "Korrekturfeind" (auch noch ohne Namen
Familie Steinberg
ich bin selber Lehrer (33), und kann solche wenig qualifizierten Kommentare nicht nachvollziehen.
Gapp: "wozu ist der Mensch denn Lehrer?" Antwort: weil er pädagogisch-erzieherisch-soziologisch arbeiten will, und nicht als stupider Korrektursklave!
Steinberg: Als Vater zweier Töchter sprechen SIE mir überhaupt nicht "aus dem Herzen", sondern voll und ganz gegen den Strich. Eltern wie sie legen offenbar nur Wert auf Formalia und haben vollkommen unzureichende Vorstellungen vom Sinn und Zweck des Lehrerberufes. Man ist nämlich be-rufen. Daher das Wort Be-Ruf. Es ist ein Ruf, der an einen erging, und der darf nicht erstickt werden in erdrückendem Schreibstufenmuff. Was sonst aus ihren Kindern wird, können Sie sich ja denken: unkreative, unlustige Wesen, die allem Anreiz gegenüber nur Unmut verspüren.
Und das wollen wir doch nicht!
Herzlich
Ihr Peter Z. Blankensteiger
es ist schade, dass Sie den Inhalt meiner und der Mail des Herrn Gapp offensichtlich nicht verstanden haben
Also, fühlen Sie sich nicht auf den Schlips getreten und schauen Sie dem Lehrerberuf mal kritisch entgegen. Und zu Info, auf der Startseite von "Lehrerfreund" steht es doch sehr genau beschrieben: "nur" noch 30 % der verbeamteten Lehrer sind dienstunfähig. Noch Fragen, ich glaube nicht!
Im übrigen, ich bin in einem sozialen Beruf tätig, das gibt Kraft für die letzten Schuljahre ....
In diesem Sinne und noch schöne Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Weihnachtsferien, bewegliche Ferientage, Schulbefreiung wg. Lehrerkonferenzen und Sabbatjahr!
Auch herzlich
die Mutter eines (hoffentlich immer) kreativen, fröhlichen und engagierten kleinen Kerlchens
Was soll Ihr erbärmlich niedriger Schluss? Warum sprechen Sie nicht auch von den unzähligen Wochenenden, Abenden und Nächten, die - gerade beim Deutschlehrer - Korrekturarbeiten zum Opfer gefallen sind? Sicher, Ihre übrige Argumentation geht in Ordnung. Ich habe 35 Jahre lang Deutschlehrer ausgebildet und versucht, gerade den jungen Kolleginnen/Kollegen klar zu machen, dass "Korrektur" mehr Dialog als Berichtigung, mehr Hilfe als Benotung sein soll. Aber vielleicht rechnen Sie mal aus, wie viele Arbeiten (durschnittlich 28/Klasse mal 4 Klassen mal 6 Arbeiten im Jahr) ein Deutschlehrer zu bewältÃgen hat. (Er hat übrigens noch ein zweites Fach und noch nichts vorbereitet ,wenn er mit dem Korrigieren fertig ist!) Also bitte etwas mehr Nachsicht.
Achja: und schöne Weihnachten!
Friedel Schardt
Frau Steinberg bläst ins Horn des von den Medien geprägten öffentlichen Bildes - wenn sie dem eher glaubt als der Realität, dann darf sie aber nicht mit der Realität - sprich uns Deutschlehrern reden, sondern mit anderen. Vor allem sollte sie dann nicht dieses Forum hier benutzen
Frauke
MfG
A Nahl
Zudem sieht sie in den Lehrern einen Feind und niemanden, der sich um ihre Kinder kümmert - das typische, von der Gesellschaft geprägte Bild. DAs gibt sie ihrem Kind weiter, wodurch dieses in der Schule ebenfalls den Lehrer als Idioten empfindet.
So wird Kommunikation unmöglich, sie unterliegt einem Gesellschaftsbild, dem sie sich unkritisch unterwirft.
Außerdem - um nun einmal ins unsachliche Horn zu pusten:
Sie het koi Ahnung!
