Korrekturverhalten

Umfrage: Zählen auch Sie während des Korrigierens die verbleibenden Arbeiten? 15.01.2006, 10:58

Korrekturen zählen
Bild: Australian Electoral Commission / Wikimedia Commons [CC by]

Sobald eine halbwegs umfangreiche Korrektur vorliegt, tun die Lehrpersonen alles, um sich psychisch zu entlasten. Wichtigste Maßnahme: Das Zählen der verbleibenden noch zu korrigierenden Arbeiten.

Anzeige

Es gibt vielerlei Strategien, wie man mit Korrekturen umgehen kann (-> Lehrerfreund-Beitrag: Korrekturen und Korrekturstrategien). Letztendlich läuft alles auf zwei Punkte hinaus: Man will sich zum Durchhalten und Weitermachen motivieren, und man will sich psychisch entlasten.

Es gibt verschiedene Grundstrategien des Korrigierens (Arbeiten in Häufchen aufteilen, Korrekturpausen mit Spaziergängen, Wein oder Schokolade konsumieren), die von Person zu Person variieren. Eines aber, so glauben wir, ist allen gemeinsam: Alle zählen die verbleibenden Arbeiten.

Man startet dynamisch in die Korrektur, besessen von dem Vorsatz, es diesmal wirklich zügig durchzuziehen. Nach 4-5 Arbeiten beginnt die Seele zu ermatten, und spätestens bei der zehnten Klausur angekommen nimmt man den unkorrigierten Stapel und beginnt zu zählen. Interessant: Man nimmt doch nie den Stapel der schon korrigierten Arbeiten, zählt und bildet die Differenz. Das wäre irgendwie nicht ethisch.

Sagen Sie: Tun Sie das auch?

Antworten bitte als Kommentar.


Auswertung der Umfrage

Die Durchsicht von mehr als 50 Kommentaren lässt uns annehmen, dass tatsächlich fast alle Lehrer/innen zumindest hin und wieder die verbleibenden Klausuren zählen. Nur wenige zählen nicht; als Begründung führen sie an, dass die verbleibende Anzahl IMMER zu hoch (und damit: deprimierend) ist.

Teilweise wenden die geknechteten (Deutsch-)Lehrer/innen raffinierte selbstsuggestive Tricks an. Viele arbeiten nach dem “Fünferprinzip” (den Korrekturstapel in Fünferschritten abarbeiten). Die meisten fangen erst dann an zu zählen, wenn ein Ende in Sicht ist (= Hälfte überschritten, nur noch 10 ...). Auch das Prinzip der Selbstbelohnung (teilweise gekoppelt mit dem Fünferprinzip) kommt häufig zur Anwendung.

Diese knappe Zusammenfassung zeigt, dass das Korrigieren von Deutscharbeiten wohl immer zum Teil auch ein stumpfsinniger, irgendwie sinnlos scheinender Job ist, dem man mit Ablenkung und Selbstüberlistung begegnet. Wohl deshalb gelingt es nur wenigen Lehrer/innen, ihre Korrekturen stets relativ zügig zu erledigen (s.a.: Korrekturen nicht rechtzeitig fertig? 3 gute Ausreden).

Anzeige