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Ein rascher Notenschlüssel…

*ohne Gewähr


Korrigieren

Den Korrigierprozess optimieren 28.12.2017, 11:04

Verzweifelter beim Korrigieren mit Korrekturstapel
Bild: kmicican / pixabay [CC0 (Public Domain)]

Eine Sammlung zahlreicher Tipps, wie Sie das Leid des Korrigierens minimieren und schneller fertig werden. Wir beschäftigen uns mit technischen Optimierungen (z.B. hilfreiche Korrekturtools), der Organisation (z.B.: Wie viele Korrekturdurchgänge?) und - vielleicht am wichtigsten - motivationalen Fragen (z.B.: Wie kann ich der Ablenkungsfalle entgehen).

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Originalbeitrag vom 17.02.2015, Überarbeitung/Umstrukturierung und Aktualisierung 28.12.2017

Wir fassen hier auf Wunsch die wichtigsten Lehrerfreund-Artikel zum Thema kurz kommentiert zusammen. Noch mehr finden Sie hier: Alle Lehrerfreund-Artikel zum Thema "Korrekturen und Korrigieren". Interessante Einblicke in das Korrekturverhalten anderer Lehrer/innen z.B. hier: Korrektur-Report 2015/2016

1) Technisch-konzeptionelle Optimierungen: Tools und Arbeiten im Vorfeld

Die Arbeit muss in technischer Hinsicht möglichst effizient vor sich gehen. Konzipieren Sie Ihre Klassenarbeiten ordentlich und nutzen Sie technische Hilfsmittel (wie Excel, Notenschlüsselrechner), um Fehler zu minimieren und die Korrekturzeit zu minimieren.

Setzen Sie Multiple-Choice-Tests ein, wo immer es geht, um Zeit und Nerven beim Korrigieren zu sparen.

Konzipieren Sie Ihre Klassenarbeiten ordentlich  - Je mehr Arbeit man in die Erstellung einer Klassenarbeit investiert, desto leichter wird der Korrekturvorgang.

Arbeiten Sie mit einem ordentlichen Notenschlüsselrechner (siehe auch: Noten ausrechnen mit Excel/Tabellenkalkulation und Notenschlüssel für Diktate). Noten von Hand ausrechnen kostet Zeit und Nerven - und ist darüber hinaus fehleranfällig. Für die kreativen Korrekturköpfe gibt es auf Dem Lehrerfreund auch einen Notenschlüsselrechner mit Knick (der erlaubt z.B.: "Bei x Verrechnungspunkten gibt es noch/schon die Note 4"). Wie das funktioniert: Der neue Knick-Notenschlüsselrechner vom Lehrerfreund, und passend dazu die korrekturtaktische Frage: Darf man während des Korrigierens am Notenschlüssel drehen? In diesem Zusammenhang nützlich ist auch dieser Praxistipp: Notenschlüssel anpassen mit Sockel und/oder Knick.

Übrigens gibt es neben den Notenschlüsselrechnern auf dem Lehrerfreund auch einen Fehler-Noten-Rechner (z.B. für Vokabeltests).

Verwenden Sie beim Korrigieren Excel - auch bei geisteswissenschaftlichen Fächern! Dadurch erreichen Sie ein hohes Maß an Operationalisierung, was die Objektivität der Korrektur erhöhen kann und gleichzeitig den Korrigierprozess etwas vereinfacht. Besonders praktisch ist Excel, wenn Sie sich die Verrechnungspunkte direkt in Notenpunkte oder eine Note umrechnen lassen - eine einfache Anleitung finden Sie hier: Excel: Note der Klassenarbeit automatisch ermitteln mit SVERWEIS

2) Organisation des Korrekturprozesses: Wann korrigiere ich wie?

Korrigieren Sie Prüfungsklausuren anders als "normale" Klassenarbeiten - das spart immens Zeit (bewertende vs. fördernde Korrektur).

Mehrere Durchgänge sind in gewissen Situationen unvermeidbar. Dennoch gilt: Fassen Sie nach Möglichkeit jede Klassenarbeit nur ein einziges Mal an

Überlegen Sie sich, ob Sie Ihre Klassenarbeiten in einem einzigen, riesigen Gewaltakt oder häppchenweise korrigieren.

Arbeiten Sie effizient, indem Sie den Korrekturvorgang in kognitiver und motivationaler Hinsicht richtig organisieren, z.B.: Deutschaufsätze - sprachliche Fehler separat korrigieren? oder Korrekturen und Korrekturstrategien

3) Motivation: Anfangen und Dabeibleiben

Wie motiviert man sich dazu, sich endlich hinzusetzen und mit der Korrigiererei anzufangen? Wie motiviert man sich dazu, auch wirklich sitzen zu bleiben?

Viele schieben ihre Korrekturen bis auf den letzten Drücker vor sich her - weil sie den inneren Schweinehund nicht überwinden. Lesen Sie das Interview mit dem Motivations- und Schweinehundexperten Dr. Frädrich: Korrigieren und der innere Schweinehund. Falls das nicht reicht: Wirken Sie mit dieser Selbsthypnose auf Ihre tieferen Schichten ein: mp3-Trance "Motivation zum Korrigieren" Und/oder hören Sie die zum Korrekturvorgang passende Musik.

Zählen Sie während des Korrigierens die verbleibenden Arbeiten, evtl. mit strukturierenden Belohnungsanreizen.

Das gewaltigste Problem für Korrektur-Lehrer/innen ist die Prokrastination - sich ablenken lassen, wichtigere Aufgaben vortäuschen usw. Verwenden Sie auf jeden Fall die Pomodoro-Technik zum Korrigieren, wenn Ihre Selbstdisziplin Ihnen dauernd ein Bein stellt.

Wenn Sie anfangen wollen, fangen Sie sofort an - nicht erst noch kurz die Mails checken. Wie das geht, steht hier: Korrekturen bis zu 50% schneller - mit antiprokrastinativer Technik. Verwenden Sie dabei die 2-Minuten-Regel, um sich selbst auszutricksen.

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Kommentare

6

Zum Artikel "Den Korrigierprozess optimieren".

  • #1

    Dank BookWidgets spare ich mir die Korrekturarbeit. Das macht der Computer für mich

    schrieb Jack am

  • #2

    Meine Tipps:
    1. Klausur/Klassenarbeit und Erwartungshorizont gemeinsam mit den Fachkollegen datieren und ggf. arbeitsteilig konzipieren, um die Belastungen zu senken, sowie Planungssicherheit und Vergleichbarkeit herstellen zu können.
    2. Den Erwartungshorizont als Korrekturbogen gestalten, damit er zugleich auch als Bewertungsbogen und Gutachten dienen kann (Tabellenstruktur mit Ankreuz- und Kommentarmöglichkeiten).
    3. Diesen Korrekturbogen in Klassen-/Kursstärke kopieren und nach der Korrektur mit der Arbeit zurückgeben.
    4. Schüler/innen die Klausurblätter ordentlich einrichten lassen (z. B. halbseitiger Korrekturrand, Kopf- und Fußzeilen bleiben frei, die Seiten sind nummeriert und mit Namen versehen, es wird leserlich geschrieben und sauber durchgestrichen), denn eine ansprechend gestaltete Seite motiviert und die Korrektur ist lesbar.
    5. Die Bearbeitungszeit so planen, dass SuS eine Vorstrukturierung anfertigen und sichtbar mit Texten arbeiten können, das verringert unsaubere Streichungen, Fußnoteritis und Unlesbarkeit. Dafür erhalten meine SuS einen Methodik-Bonus von max. 5%, weil ich schneller korrigieren kann.
    6. Am Tag der Klausur/Klassenarbeit sofort mit der Korrektur beginnen.
    7. Sich erkundigen, ob schulweite Vereinbarungen zur Rückgabe der Arbeiten zu beachten sind.
    8. An die Wirbelsäule denken und einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch anschaffen, davor einen höhenverstellbaren ergonomischen Arbeitsstuhl bzw. -hocker, ggf. ein Lesepult nutzen.
    9. Kurze (!) Bewegungspausen - und sei es der Gang zur Kaffeemaschine - einplanen und zeitlich limitieren (da hilft eine Eieruhr)
    10. Vorzüge und Fehler/Verbesserungsaspekte für die Schüler/innen verständlich und motivierend formulieren
    11. Für Gutachten ein Textbausteinprogramm nutzen (z. B. TextExpander für Windows oder PhraseExpress für Mac)
    12. Nicht in Ruhe- bzw. Erholungsphasen korrigieren, das nagt am Nervenkostüm und geht zu Lasten der Objektivität
    13. Berichtigungen unter Beachtung der Korrekturkommentare anfertigen lassen und nach dem Zufallsprinzip - es gibt 32-flächige Würfel:) - einfordern, schließlich sollen Fehler verbessert, nicht Verstandenes erfasst, Vorzüge genossen und Lehrer/innenexpertise gewürdigt werden.
    Bleiben Sie gesund :)

    schrieb M.G. am

  • #3

    Beim Korrigieren bleibe ich immer mit der App Clockwork Tomato im Rhythmus. Die App arbeitet nach dem Pomodoro-Prinzip und läuft bei mir immer im Hintergrund. Damit bin ich bisher beim Zeitmanagement eigentlich sehr gut gefahren.

    schrieb Herr Mess am

  • #4

    Was ich beim Punkt “technisch-konzeptionelle Optimierungen” vermisse ist ein Hinweis auf Testplattformen, die es längst auch für den Schulbereich gibt und die ein Testen mit automatischer Korrektur der Schülerantworten ermöglichen. Ich bin seit 17 Jahren Lehrer am Gymnasium und wende ein solches Programm (test7.de) seit einiger Zeit begeistert an. Am Ende der Prüfung drücke ich auf “Korrektur” - schwups stehen die Ergebnisse fest. Noch kurz den Notenschlüssel evtl. nachjustieren und wenn es gut läuft sehen die Schüler ihre korrigierten Testbögen noch in derselben Stunde mitsamt Musterlösung auf ihrem Bildschirm.

    Entgegen aller Vorurteile lassen sich mit geschlossenen Antwortformaten wie z.B. Multiple-Choice sehr vernünftige und vom Ergebnis her aussagekräftige Prüfungen konstruieren.  Die Tests, die ich so durchführe, unterscheiden sich vom Ergebnis und von der Verteilung her nicht wesentlich gegenüber den herkömmlichen. Fairerweise muss ich dazusagen, dass man als Anfänger mit diesem Format schon viel mehr Zeit braucht, handwerklich gute Aufgaben zu machen. Mit der Zeit kommt aber die Routine und wie bei herkömmlichen Tests kann man natürlich alte Aufgaben immer wieder leicht abgewandelt neu verwenden. Ab da macht sich der Zeitvorteil immer deutlicher bemerkbar. Meine Wochenenden sind jedenfalls mittlerweile komplett korrekturfrei :-)

    schrieb Rainer Ammel am

  • #5

    Dank BookWidgets spare ich mir die Korrekturarbeit. Das macht der Computer für mich :-)

    schrieb Dirk Küpper am

  • #6

    Tolle Tipps, die wirklich funktionieren, ich mache so einiges davon.
    Ich habe in meiner Excel-Notenliste eine bedingte Formatierung, die nach jeweils 20% erledigter Klassenarbeiten einen Farbänderung der Titelzelle vornimmt. Das motiviert mich, wenn´s zu nächsten Farbe im Ampelschema springt.
    Außerdem schreibe ich mir bei der Konzeption sofort Lösungshinweise und Punkteanteile auf, damit ich später noch weiß, was ich hören wollte und was ich mir bei der Punktzahl gedacht habe.
    Viele Grüße,
    Andrea Nolte

    schrieb Andrea Nolte am

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