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Eintrag vom 08.10.2008 * 3420 Views in 2010

Vom Sinn und Unsinn interaktiver Whiteboards im Unterricht

Es häufen sich die Meldungen über Schulen, nach denen interaktive Whiteboards erfolgs- und glücksbringend eingesetzt werden. Doch lohnt sich die Anschaffung für eine ganz normale Schule/eine ganz normale LehrerIn wirklich? Sie erfahren hier alles über das didaktische Potenzial der Geräte, über die größten Whiteboard-Lügen und finden einen Plan, wie Sie in Ihrer Schule interaktive Whiteboards erfolgreich einsetzen (besonders für SchulleiterInnen geeignete Lektüre).

Bild: Kinder werden an einem interaktiven Whiteboard (ACTIVboard) unterrichtetInteraktive Whiteboards sind große, weiße Tafeln, auf denen man digital schreiben, surfen, projizieren, mailen und vieles mehr kann - eigentlich nichts weiter als große, berührungssensitive Computerbildschirme mit entsprechender Software (Details: Vergleich SMART-Board/ACTIVboard).

Argumente für die Anschaffung eines interaktiven Whiteboards

1. Zu jeder Unterrichtssekunde unproblematischer Internetzugriff über die Tafel

Eines der schlagendsten Argumente: Zu jedem beliebigen Thema auf Knopfdruck ein Foto, ein Schaubild. Wir reden über Ernst Jandl - im Hintergrund lächelt er uns an oder liest gar “Ottos Mops”. Wir sprechen über die Klagemauer - und schon erscheint sie. Wir erwähnen die Feldzüge der Hunnen - und betrachten mit Google Maps das passende Satellitenbild.
Fehlerpotenzial: Während einer Schulstunde 15 Hintergrundbilder unter viel Geklicke an die Tafel werfen. Das unterhält die SchülerInnen und verringert die Unterrichtsqualität.

2. Audios/Videos bei Bedarf einfach abspielen

Vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns in unzuverlässige Listen eintrugen, um dann zu einer bestimmten Stunde den unhandlichen Wagen mit der riesigen Glotze und dem VHS-Videorecorder durch die Gänge zu zerren, damit die SchülerInnen verranzte Kopien von 70er-Jahre-Telekolleg-Filmen in unterirdischer Qualität gähnend betrachten durften. Steht ein interaktives Whiteboard im Klassenzimmer, können kurze Audio-/Videoausschnitte von USB-Stick, DVD o.ä. mit minimalem Aufwand abgespielt werden. Gerade bei Videos ist dies ein unschätzbarer Vorteil - denn gezielt eingesetzte winzige 3-Minuten-Ausschnitte bereichern den Unterricht mehr als 20-minütige cineastische Apathiephasen in abgedunkelten Räumen.

3. Grundschule: Motivation und Spielfreude

Gerade in der Grundschule haben die Kinder großen Spaß daran, in bunten Farben auf die Tafel zu malen; die Hersteller versorgen uns auch mit unzähligen (meist allerdings: sehr banalen) Spielchen.

4. Das Ende der Medienschlachten

Lehrproben sind der typische Ort für übertriebene Medienexzesse. Wir brauchen: Overheadprojektor, gelbe und grüne lange Zettelchen, runde blaue Papierwölkchen, 15 schwarze Filzstifte (für 30 SchülerInnen), unterschiedliche Kreiden, Folienstifte, vielleicht auch noch den Medienwagen mit Beamer ...
Alles vorbei mit dem interaktiven Whiteboard: Zum Projizieren, Sammeln, Ordnen, Präsentieren haben wir einige vorbereitete Dateien auf dem USB-Stick, fertig. Stellen Sie sich vor, Sie müssten im Schulalltag keine einzige Folie mehr ausdrucken! (Dafür müssen Sie anfangen, zu scannen.)

5. SchülerInnen lernen endlich, richtig zu präsentieren

Mit einem interaktiven Whiteboard im Klassenzimmer herrscht natürlich (für die SchülerInnen) striktes Powerpointverbot. Gruppenarbeitsergebnisse und Referate werden mit dem Stift am Whiteboard, es gleichsam als Flipchart nutzend, entwickelt. Freies Sprechen, gezielter Medieneinsatz (z.B. Aufrufen von Webseiten), große Wonne.

Die hartnäckigste Whiteboard-Lüge: “Interaktive Whiteboards sparen Zeit.”

„Das Whiteboard ist eine wesentliche Arbeitserleichterung”, erläutert Wiebke Godehusen, die Lehrerin der Klasse 5d. „Ich gewinne Zeit. Tafelbilder kann ich zu Hause vorbereiten. Was wir im Unterricht erarbeiten, speichere ich auf einem USB-Stick.”

derwesten 07.10.2008: Ende der Kreidezeit an deutschen Schulen

Eine freche Lüge. Die Existenz eines interaktiven Whiteboards im Klassenzimmer spart keine Zeit. Die Tafelbilder, Folien und Präsentationen muss ich sowieso zu Hause vorbereiten, allerdings muss ich sie in digitale Form bringen (die meisten Lehrpersonen bereiten ihre Tafelbilder mit Papier und Stift vor). Im Unterricht entwickle ich das Tafelbild nach wie vor mit der Hand - wer bitte drückt auf den Knopf, lässt das Tafelbild erscheinen und bittet seine SchülerInnen kommentarlos, es abzuschreiben? Dass ich öfters Filmausschnitte zeige, bringt mit sich, dass ich sie mir zu Hause ansehe und entsprechende Stellen auswähle, dass ich mich in die Kreisbildstelle begebe und Filme ausleihe.
Und dann speichere ich die SchülerInnenarbeitsergebnisse auf meinen USB-Stick - womit ich noch ein weiteres Stück Arbeit nach Hause nehme, denn ich muss die Ergebnisse ja irgendwie verwalten - ausdrucken, in ein Arbeitsblatt integrieren oder sie meinen SchülerInnen mailen. Die Hälfte hat sie dann nicht bekommen und bittet mich, sie erneut zu mailen. Die andere Hälfte antwortet auf meine Mail, dass der Anhang nicht zu öffnen wäre, ob ich ...

Und natürlich muss ich mich in die Technik einarbeiten. Die Whiteboard-Software (i.d.R. recht einfach zu durchschauen), wie speichere ich Bilder, auf denen Schüler ihre Gruppenarbeitsergebnisse eingezeichnet haben, wie kann ich gleich nochmal über den Netzwerkdrucker diese Folie für alle ausdrucken ... usw. usf.

Das größte Whiteboard-Problem: Vielen Lehrpersonen fehlen didaktische Kenntnisse

Die meisten Mediendarstellungen über den Nutzen von interaktiven Whiteboards im Unterricht sind motiviert von Technikfetischismus seitens der JournalistInnen und von duckmäuserischer Fortschrittsgläubigkeit der befragten Lehrpersonen. Ehrlich: Welcher Schulleiter, der vom Bürgermeister ein sauteures Whiteboard überreicht bekommen hat, kann öffentlich verkünden, dass die Dinger einfach nur sinnloser Schrott sind? Damit lesen wir hier oder hier, wie wichtig und fortschrittlich die interaktiven Whiteboards sind. Werden Sie - sofern vorhanden - auch wirklich effizient genutzt?

Hier haben wir das gleiche Problem wie bei den Computerräumen: Politik und Bildungsenergetiker forcieren (zu spät, zu langsam, zu unmotiviert, dafür aber lautstark) die Etablierung einer neuen Technologie - die in didaktischer Hinsicht keiner nutzen kann, denn an das Geld für Fortbildungen und Forschungsprojekte denkt niemand. Fragen Sie in Ihrem Kollegium - außer den Informatikerkollegen und den 2 Referendaren mit den Counter-Strike-T-Shirts hat keiner einen Plan, was man in einem Computerraum alles machen kann. Noch krasser ist es mit den interaktiven Whiteboards, denn diese müssen in den “normalen” Unterricht eingebunden werden, was für Lehrpersonen mit nur durchschnittlichen technischen und mediendidaktischen Kenntnissen kaum zu bewältigen ist. Und diese armen Personen lesen dann in den Zeitungen Schwachsinn wie

Wenn es zum Unterricht passt, wird im Internet recherchiert – beispielsweise auf der Videoplattform YouTube.

derwesten 25.09.2008: In Schulen naht das Ende der Kreidezeit

Sie begeben sich also (mutig!) ans interaktive Whiteboard und surfen - geschickt manipuliert von der begeisterten Klasse 9b - eine Stunde lang auf YouTube und versuchen nebenher Unterricht zu machen. Danach spüren sie: Sinnvoller Unterricht ist mit dem interaktiven Whiteboard nicht möglich. Und sie greifen zur Kreide, um weiterhin ihre Lehrervorträge zu halten, gespickt mit schönen Wellenlinien unter der Überschrift an der Tafel.

Die Lösung

1. Besorgen Sie sich möglichst viele interaktive Whiteboards.
2. Verteilen Sie sie so in der Schule, dass den LehrerInnen unbürokratisch klar ist, wann sie sicher damit rechnen können, es benutzen zu können. Wenn es nur ein Whiteboard ist, dann stellen Sie es in einen Fachraum.
3. Sorgen Sie für Fortbildungen. Die Hersteller Ihres Whiteboards bieten Präsenz- und Onlinesupport an; die smarte ReferendarIn kann sich einfuchsen und das Kollegium auf Vordermann bringen (dafür erlässt man ihr halt in Gottes Namen ein Stündchen fürs zweite Halbjahr, ist das denn so wichtig?).
4. Sorgen Sie für AnsprechpartnerInnen. Es darf nicht sein, dass so ein Gerät für mehrere tausend Euro in der Ecke steht, weil der Anschluss ans Internet “nicht funktioniert”. Notfalls regelt das ein potenter Oberstufenschüler, der dafür im Zeugnis 3 Punkte mehr in Informatik bekommt.
5. Sorgen Sie für Transparenz. Machen Sie die Geräte in jeder zweiten Gesamtlehrerkonferenz zu einem Tagesordnungspunkt. Hängen Sie Ihre neuen Unterrichtsideen ans Schwarze Brett.


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Beitrag vom 08.10.2008, 21:35 | diesen Beitrag versenden

40 Kommentare von LehrerfreundInnen
(#1) Rudi Roegele meinte am 09.10.2008 dazu:
" Zwei Punkte, die gegen das Whiteboard sprechen, hast du vergessen:
1. viele Kollegen wollen das überhaupt nicht. Sie sind mit Tafel, Kreide und OHP höchst zufrieden und lehnen "schon wieder was Neues" innerlich ab. An meiner Schule kann man sich nicht einmal darauf einigen, die Mitteilungen der Schulleitung als Mail zu empfangen, stattdessen wird alles ausgedruckt.
2. Die Internetrecherche läuft nur dann reibungslos, solange die Schule kein Filtersystem im Hintergrund am Laufen hat, das "gefährliche" Websites (und dazu gehört definitiv Youtube - jedenfalls an meiner Schule) blockiert. Die Segnungen von solchen Systemen erfahre ich wöchentlich in meinem Projektunterricht - "sorry, das müsst ihr zu Hause nachsehen".
(#2) Noch ein Kaffee meinte am 09.10.2008 dazu:
" Ein Vorschlag, um den Arbeitsaufwand etwas zu reduzieren:

Man kann auf dem Whiteboard erstellte Tafelbilder auf eine gemeinsame Lehr- und Lernplattform hochladen (für Schulen bietet sich hier z.B. LO-Net an, http://www.lo-net2.de).
Die Schüler bekommen einen Zugang zu ihrer Klassenwebsite bzw. Fachwebsite und können sich von dort das Material selber besorgen. Damit entfällt das nervige Emailen und die ständigen Rückfragen.
(#3) Christian meinte am 11.10.2008 dazu:
" "Damit entfällt das nervige Emailen und die ständigen Rückfragen."

Aber den Spruch "Wir haben zu Hause kein Internet" wirst du trotzdem hören.
(#4) Bloch meinte am 16.10.2008 dazu:
" Die White-Boards erfordern auf jeden Fall einen erheblichen technischen Aufwand, in der Regel ist für viele Zwecke ein Beamer mit Laptop im Klassenraum UND die normale Tafel voll ausreichend. Die kreative Arbeit im Unterricht, bei der man "aus dem Handgelenk" ohne technischen Schnick-Schnack eben Unterichtsergebnisse notiert,
Tafelbilder anzeichnet, Schüler an mehreren Stellen gleichzeitig an der Tafel arbeiten lässt,
erfordert auf jeden Fall die gepflegte Tafelarbeit. Für die man übrigens im Studium in der Regel auch schon nicht vorbereitet wird. Die einschläfernden Power-Point-Präsentationen sind auf keinen Fall die bessere Alternative. Eine extensive Mediennutzung, die von den White-Board-Vertretern propagiert, widerspricht andererseits
in höchstem Maße der Forderung für den Unterricht, sich auf das Wesentliche zu beschränken, mit Klarheit und übersichtlichem Layout (Tafelbild!) und geordnetem visuellem Material zu arbeiten. Wer wie ich schon lange mit rechnergestütztem Material arbeitet (seit 23 Jahren), der merkt, wichtig es ist, die Computerberieselung auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
(#5) J.Donners meinte am 18.10.2008 dazu:
" Nachteile des Smartboards.

Der Lehrer hat zu Hause seine Stunde gut vorbereitet und will eine große Show abziehen auf
dem Smartboard. Leider hat ein kleiner Lausbub
einige Teile des Computers entfernt. Der Lehrer steht jetzt da mit leeren Händen. Er hat ja kein
Whiteboard mehr zu verfügung. Was jetzt?
Oder z.B. Das Netzwerk der Schule hat einen Kurzen. Aus ist es mit dem Smartboard. Was jetzt?
(#6) Stefan meinte am 18.10.2008 dazu:
" Fehlinterpretationen und Schoenreden beginnen bereits bei der Namensgebung dieser Tafel: interaktives Whiteboard. Interaktiv? Statt Partner- und Gruppenarbeit, statt Bewegung im Klassenraum, echten Bildern zum Anfassen und Sortieren, wirklichen Gegenstaenden usw. starren die Schueler auf das Whiteboard, waehrend der Lehrer eine Show abzieht - zurueck zum uralten Frontalunterricht entgegen aller lernpsychologischen Erkenntnisse. Waehrend ich an einer herkoemmlichen Tafel mehrere Schueler gleichzeitig schreiben lassen kann, kann am Whiteboard jeweils nur eine Person gaaanz laangsaam schreiben. Herkoemmliche Tafeln sind auch groesser, und ich kann ein gutes Stundenbild entwickeln, das die ganze Zeit praesent ist. Die Whiteboards sind einfach zu klein und man muss staendig neue Fenster kreieren und oeffnen. Die Vorbereitung ist sehr zeitinsensiv; statt inhaltlichen und paedagogischen Ueberlegungen verschwendet man unglaublich viel Zeit, um dann in der Tat oft ohne Vorbereitung in der Klasse zu stehen, weil die Technik oder das Schulnetz wieder mal versagt haben. Uebrigens erfordern Whiteboard-Files sehr viel Speicherplatz und erfordern einen Stand der Computertechnik, den die meisten Schulen und Privatpersonen schlichtweg nicht haben. Noch von einer ganz anderen Perspektive: Waehrend wir jedes bisschen Energie sparen sollen und von globaler Erwaermung reden, schaffen wir uns neue Energiefresser an, die rund um die Uhr laufen.
(#7) Karl-Kirst meinte am 19.10.2008 dazu:
" Vielen Dank für die guten Sachinformationen und prägnanten Argumente (im Artikel und auch in den nachfolgenden Kommentaren)!

Auch mich faszinierenden die beschriebenen technischen Möglichkeiten und teile die vorgebrachten Vorbehalte, insbesondere frage ich mich, welchen Nutzen eine solche Whiteboard im Vergleich zu anderen Dingen bringt, die man für dasselbe Geld anschaffen kann.

Gerne hätte ich zumindest eine Whiteboard in unserer Schule, um einfach die Einsatzmöglichkeiten erkunden zu können und sie als zusätzliches Hilfsmittel für den Unterricht zur Verfügung zu haben.

Wenn ich dann mit den oben genannten und an anderen Stellen genannten Vorteilen (siehe z.B. unter http://wiki.zum.de/Whiteboard#SMART_Board) dafür argumentieren möchte, irritiert mich gleichzeitig die (in einem Kommentar schon genannte) in Herstellerprospekten erkennbare Ausrichtung auf anscheinend reinen Frontalunterricht (siehe z.B. http://www.conen.at/downloads/conen_interactive nr29.pdf).
(#8) Keybert meinte am 21.10.2008 dazu:
" Die Whiteboards sind schlicht zu teuer, störanfällig, überflüssig. Man trage Sorge dafür, dass die Grundausstattung im staatlichen Schulwesen stimmt, z.B. kleinere Klassen, gute Bibliotheken, mehr Bewegungsraum usw.
(#9) j.donners meinte am 23.10.2008 dazu:
" Liebe Lehrerfreunde,

Ich glaube es gibt verschiedene Namen für moderne Tafeln/Boards
In Holland ist ein Whiteboard eine weiße Tafel worauf man mit verschiedene Filzstiften schreiben kann. Also nicht elektronisch.
Ein interaktives Whiteboard ist elektronisch aber man kann auch mit Filzstiften darauf schreiben.
Unsere letzte Form ist das Smartboard das man mit den Fingern oder mit spezial Stiften beschreiben kann. Vorteil,man kann sofort eine Sendung vom Fernsehen zeigen.
Alles funktioniert über den Beamer dessen Lampen sehr teuer sind und nur 1000 Brennstunden haben. Übrigens gibt es Smartboards mit zwei Flügeln die man zuklappen kann und man verfügt wieder über ein normales Whiteboard zum Schreiben. In verschiedene Schulen bekommen Lehrer/innen gratis Laptops damit der Komputer in der Schule überflüssig wird. Oft kommt es aber vor dass, wenn Schüler eine Presentation machen müssen, die Birne Kaputt ist. Wir haben in unsere Schulen fast überall gleichzeitig Smartboards installiert.Die Birnen der Beamer werden dann wohl auch gleichzeitig kautt gehen.

M.v.G
J.Donners
(#10) schlunzen meinte am 30.10.2008 dazu:
" Schiefertafel, Wandtafel,Episkop, TLP, Matritzen, Beamer, Computerraum, manches kam, vieles ging, ich denke, als Ergänzung zum Methoden- und Medienrepertoire wird das Smartboard besonders bei den frischen Junglehrern mehr Anklang finden, denn dort wird ja multimedial, laptopmäßig viel intensiver (effizienter?) gearbeitet.
Ein zeitgemäßes Instrument, das die gute alte Schieferberta sicher nicht zum Untergang verdammen wird. Never say never, stay flexible. Lg
(#11) R.Schell meinte am 16.11.2008 dazu:
" Wir haben nun an meiner Schule ebenfalls zwei interaktive Whiteboards (warum sagen die Deutschfachkollegen eigentlich nichts zu diesem Namensunfug? interaktive Tafel wäre ausreichend).
Im Zuge der Anschaffung musste ich mich mit den Problemen auseinandersetzen. Zu meinen Erfahrungen:
Beide Seiten (Pro und Contra) tragen vehement ihre Meinung vor und sind absolut beratungsresistent. Die einen Preisen das Ding in den Himmel, die anderen würden es am liebsten bei Satanas sehen.
Wie wäre es denn mit einem Kompromiss? Wie alle Dinge, die uns die Technik beschert hat, haben diese Tafeln ihre unbestreitbaren Vor- und Nachteile. Wer sie anstelle der normalen Tafel benutzt liegt genau so verkehrt wie derjenige, der beharrlich bei den VHS-Bändern beharrt.
Will sagen: ein Geschichtsunterricht kann z.B. für die Välkerwanderung aktuelles Kartenmaterial (das gibt es auch auf Konserve; man braucht für die Tafeln definitiv KEIN Internet) unterlegen. Das sagt den Schülern mehr als Karten des römischen Imperiums - damals gab es nun mal kein Ungarn oder Bayern.
Im Physikunterricht kann man Videoauswertungen von Fallbewegungen mit den geeigneten Programmen auswerten und direkt Excel-Tabellen erzeugen. Meine Schüler haben mir vorher nie geglaubt dass eine Schultasche schneller fällt als ein Schaumstoffsessel...
Dies nur als Beispiel. Und gleich noch ein Vorurteil beseitigen: ich gehöre dem älteren Semestern an und habe als Referendar und als Studienrat z.A. noch mit Umdrucken gearbeitet - die Kopierer waren damals für eine Schule nicht finanzierbar. Damit meine ich, dass man nicht unbedingt mit Counterstrike-T-Shirts rumlaufen muss (da passt mein Bauch auch nicht mehr rein - ich benutze Anzüge um selbigen ein bisschen vorteilhafter einzupacken) um neue Ideen KRITISCH anzunehmen.
(#12) kummerkasten meinte am 16.11.2008 dazu:
" Schlichte kurze Frage - was ist, wenn ich meine Stunde nicht halten kann, weil das Gerät nicht funktioniert?
Es gibt Kollegen, die nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik sind und schon beim Papierstau vom Kopierer verzweifeln!
Nur ein Gedanke...
(#13) jotha meinte am 17.11.2008 dazu:
" "Mangelnde Sachkenntnis erhöht die Sicherheit des Urteils" - irgendwie muss Kurt Tucholsky wohl vorhergesehen haben, was hier so alles geschrieben wird.
Wer seine Vorurteile vielleicht doch mal neu sortieren möchte - anstatt z.B. einer Lehrerin "größte Lüge" zu unterstellen, wenn sie für sich und ihren Unterricht Arbeitserleichterung feststellt - kann sich sicher gerne an die Grundschule an der Bäke in Berlin wenden (die übrigens ausnahmslos in allen Unterrichtsräumen die Kreidetafel verabschiedet hat) und sich über echte Erfahrungen anstatt über Vermutungen berichten lassen. Diese Schule ist, soweit ich weiß, für große Offenheit bekannt. Die Beschreibung des gesamten Projekts findet man unter http://www.baeke.net/ProjektKreidezeit.pdf.
Und wer hier Verständnis für Lehrer hat, die bei der Kreidetafel verweilen wollen, kann eben diese Lehrer ja mal fragen, ob sie sich auch in einem hundert Jahre alten OP-Saal operieren lassen würden - oder ob sie vielleicht sogar noch mit dem Pferd zur Schule kommen.
Innovationsfeindliche Menschen sind ein Problem, innovationsfeindliche Lehrer eine Katastrophe für unsere Kinder. Sollen Lehrer die Kinder auf unsere Vergangenheit oder auf ihre Zukunft vorbereiten?
(#14) Rudi Roegele meinte am 17.11.2008 dazu:
" @kummerkasten:
Was ist, wenn die Schüler die Tafel mit Butter eingeschmiert haben?
Jugendliche verbringen mittlerweile mehr Zeit im Internet als vor dem TV (ZDF-Onlinestudie), das soziale Leben von mehr als 4 Mio Schülern findet im Netz statt (Schüler VZ). Wenn wir die Schüler da abholen wo sie stehen, dann werden wir um moderne Medien gar nicht rumkommen. Und je weniger wir uns damit beschäftigen, desto weniger werden wir unsere Schüler verstehen. Schade, eigentlich!
(#15) Stefan meinte am 17.11.2008 dazu:
" Zu einem innovativen Unterricht gehoert schon ein bisschen mehr als nur der unkritische Einsatz (vermeintlich) modernster Technologien unter Missachtung jahrzehntelanger lernpsychologischer Forschung. Mir ist ein kompetenter Arzt, der sein Handwerk in der Praxis und im wirklichen Leben gelernt hat und mit dem Skalpell umgehen kann, wichtiger als ein modischer OP-Saal. Aus guten Gruenden hat Sachsen gerade hervorragend bei der PISA-Studie abgeschnitten. Vor allem in den Naturwissenschaften ermoeglichen die Lehrer lebensnahes, exploratives Lernen. Natuerlich sind weisse Tafeln (bei uns in Australien schon seit Jahren Standard), Computer, Internet und Projektor nuetzliche Hilfsmittel im Unterricht. Aber das "interaktive" Whiteboard ist eine Mogelpackung, und diese Schlussfolgerung basiert auf meinen Erfahrungen, nicht auf Vorurteilen.
(#16) jotha meinte am 18.11.2008 dazu:
" Hi Stefan,

meine Güte, wer natürlich ein interaktives Whiteboard als alleinseligmachendes Medium einsetzen will, liegt falsch. Es ist ein Medium von vielen und kann niemals handelnden Umgang mit realen Dingen oder reale Kommunikation ersetzen. Aber es kann sehr wohl die Kreidetafel und mehr ablösen und für den Bereich IT- und Medienkompetenz Lernerfolge bewirken, die anders nicht zu schaffen sind. Computerraum und Notebookeinsatz sind immer Insellösungen und bringen unter anderem die computerfern aufgewachsene Lehrergeneration keinen Millimeter näher an das 21. Jahrhundert.
Das interaktive Whiteboard bewirkt nicht aus sich heraus guten Unterricht, aber es eröffnet Möglichkeiten und ebnet Wege, die es mit Kreidetafel und OH-Projektor ganz einfach nicht gibt. Aber ein schlechter Lehrer wird mit jedem Medium vor allem eines abliefern: schlechten Unterricht. Auch mit Smartboard.
In den PISA-erfolgreichen Ländern ist es Standard, und die Grundschule an der Bäke hat mit der Vollausstattung denn auch schon fast den Ausstattungsstandard einer irischen Dorfschule erreicht - nur dass dort in vielen Klassenräumen zwei Boards hängen (in Finnland auch, neben 24-Stunden-am-Tag verfügbaren Medienräumen mit -zig PC-Arbeitsplätzen und Bibliothek).
Es ist immer wieder absolut faszinierend, wie unendlich einfallsreich Lehrer/innen sind, wenn es darum geht, die Ablehnung von Veränderungen und Neuerungen zu begründen. Wären sie doch in ihrem Unterricht nur halb so einfallsreich, dann hätten wir vielleicht nur noch ein Viertel unserer Probleme! Noch nicht einmal wenn Lehrer zu spät in den Unterricht kommen, ist das Schlamperei, sondern selbstverständlich pädagogisch wertvolle Erziehung zur Eigenverantwortung der Schüler (lange Diskussionen dazu in einer Lehrerkonferenz nach Elternbeschwerden...), na ja, und wenn wir so einen geistigen Klimmzug schaffen, dann wird uns gegen moderne Technik im Klassenraum doch noch allemal ´was einfallen - clever sind wir doch, oder?
Irgendwie erinnert das Ganze hier mich mächtig an die heftigen Diskussionen in deutschen Lehrerzimmern, als dort noch Aschenbecher standen und die ersten Nichtraucher-Kolleg/inn/en Schutz verlangten.
(#17) Rudi Roegele meinte am 18.11.2008 dazu:
" "Irgendwie erinnert das Ganze hier mich mächtig an die heftigen Diskussionen in deutschen Lehrerzimmern, als dort noch Aschenbecher standen und die ersten Nichtraucher-Kolleg/inn/en Schutz verlangten." (siehe oben)
Danke! Besser kann man die Diskussion nicht zusammenfassen!
(#18) smart meinte am 18.11.2008 dazu:
" Rudi Roegele, ich habe den Eindruck, Sie haben Schwierigkeiten, Meinungen anderer Teilnehmer hier zu akzeptieren.

Sie scheinen ein großer Fan dieser Erfindung zu sein - und auch ich würde gerne ab und zu mit so einem Teil arbeiten.
Aber man kann doch Kollegen nicht abqualifizieren, nur weil sie Vorbehalte haben. Viel mehr muss man da doch die Neugier wecken und Bedenken abbauen, oder?

Ich denke, man kann sich auf ein schlichtes AUCH einigen - es wäre prima, ein solches Board im Klassenzimmer zu haben (wie realistisch die flächendeckende Anschaffung sein mag, kann man sich denken) - aber sicher gibt es im Rahmen der unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeites des Unterrichts auch immer wieder sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für die gute, alte Tafel, die ich ungern komplett auf dem Sperrmüll sehen möchte.

Ein paar Argumente der Kollegen sind gar nicht so schlecht (besser, als mit Butter auf der Tafel zu argumentieren - die Zeit der Lausbuben von Ludwig Thoma ist vorbei)! Die Mehrheit hier scheint ja für solche neuen Ideen auf jeden Fall offen zu sein. Auch die Idee einer gemeinsamen Datenbank für Tafelbilder finde ich wirklich toll.

Natürlich akzeptiere ich erfreut, dass Sie sich hier für eine Sache stark machen, von der Sie wirklich überzeugt sind!
(#19) jotha meinte am 18.11.2008 dazu:
" Hi smart,

die Kreidetafel neben dem Smartboard - je nun, wenn sie denn irgendetwas könnte, was das Smartboard nicht kann, wäre das ja richtig. Aber was kann denn die Kreidetafel, was das Smartboard nicht kann?
Ich kann auf ihr mit grauenvoller Ergonomie schreiben und vielleicht noch Zettel ankleben, aber damit ist doch schon Schluss. Das übliche Tafelbild - schwach-weiße Strichführung auf weißgrau verschmiertem Dunkelgrün - ist in allererster Linie ein Sehtest und eine absolute Zumutung für Kinderaugen, die die visuelle Differenzierung der Schriftzeichen erst noch lernen müssen.
Kreidetafeln mögen bequem sein - aber doch nur für den Lehrer, der nicht mehr dazulernen will. Selbst die über 60-jährigen an der Grundschule an der Bäke wollen nicht mehr zurück zur Kreide, aber den Weg zum Board haben sie deutlich leichter gefunden, weil ihnen der Weg zur "guten"(?) alten Kreidetafel verbaut war. Einen Versetzungsantrag zu einer der anderen 407 Berliner Grundschulen mit Kreidetafel hat kein einziger gestellt - die schulinternen Fortbildungen haben allen Lust gemacht (nein, stimmt nicht ganz - drei von dreißig hätten nicht gemeckert, wenn die Kreide geblieben wäre, aber sie meckern auch nicht über die Boards und genießen die Begeisterung der Kinder und Eltern).

Versucht doch einfach mal, ein Kreide-Tafelbild in einen anderen Klassenraum mitzunehmen, drei Tage später noch einmal aufzurufen, als Arbeitsblatt für die Kinder auszudrucken, einem kranken Kind per Email nach Hause zu schicken, von mehreren Schülergruppen individuell an ihrem Platz weiter bearbeiten und dann wieder präsentieren zu lassen.
Die Kreidetafel ist fast nur Visualisierungsgerät des Lehrers, das Board ist Arbeits- und Lerngerät der Schüler, das auch dem Lehrer zur Verfügung steht (wenn er sich denn innerlich vom Frontaldenken befreien kann).

Und wer das jedem Augenoptiker die Zornesröte ins Gesicht treibende Farbenspiel der Kreidetafel liebt, kann das Board auf deren Optik umschalten (egal, wie bekloppt ich das finde).
(#20) Rudi Roegele meinte am 18.11.2008 dazu:
" @Smart:
a) ich habe noch nie mit einem Whiteboard gearbeitet, werde wahrscheinlich auch nicht dazu kommen, weil weit mehr als die Hälfte meiner Kollegen nämlich so argumentiert wie Stefan (#15: Zu einem innovativen Unterricht gehoert schon ein bisschen mehr als nur der unkritische Einsatz (vermeintlich) modernster Technologien unter Missachtung jahrzehntelanger lernpsychologischer Forschung.)
Ich habe niemals irgendwo behauptet, ein Whiteboard UNKRITISCH einsetzen zu wollen, das wird mir einfach unterstellt. Wieso kann ich nur erahnen, bin aber davon überzeugt, dass es grundsätzlich mit der Begeisterung für neue Medien zusammenhängt. Ehrlich, da fühle ich mich abqualifiziert. "Ups, neue Medien, der wird sie doch aber nicht unkritisch einsetzen!"
b) habe ich überhaupt kein Problem, andere Meinungen zu akzeptieren. Ich arbeite gerne mit dem Overhead, Sie mit der Tafel. Wo ist das Problem? Sie vermitteln den Stoff so, ich anderes. Solange die Schüler einen Gewinn daraus ziehen, ist doch alles ok. Mein einziges Problem besteht darin, mich permanent rechtfertigen zu müssen, weil ich ein Whiteboard (evtl., wie gesagt, ich habe keine Erfahrung) gut finde. So wie ich auch ein elektronisches Notenbuch gut finde, weil ich als Klassenlehrer sofort einen Überblick über die Leistungen meiner Schüler auch in den anderen Fächern habe. Auch dafür muss ich mich übrigens rechtfertigen. Häufigstes Argument: was ist, wenn der Strom ausfällt? (Und das ist kein Witz, sondern mehrfach so gefallen.)
(#21) smart meinte am 19.11.2008 dazu:
" Ok, ich verdeutliche meine Aussage nochmal: JA - ich würde gerne mal mit so einem Board arbeiten!
Aber - auch die Tafel hat noch nicht völlig ausgedient.
Was hilft jedoch die vollständige Begeisterung, wenn schlicht keine Boards angeschafft werden?
(#22) jotha meinte am 22.11.2008 dazu:
" @ Rudi:
falls Sie mal in Berlin sind, einfach die Grundschule an der Bäke besuchen. (Telefonnummer unter baeke.net)

@smart
"ja - ich würde gerne mit einem Auto fahren, aber das Pferd hat noch nicht ausgedient" (Ihr Urgroßvater?)
"und was ist, wenn die Tankwarte streiken?" (die anderen)
"ja - ich würde gerne mit einem Bohrhammer arbeiten, aber der Faustkeil hat noch nicht ausgedient! (Ihr Urahn?)
"und was ist, wenn der Strom ausfällt?" (die anderen)
(#23) smart meinte am 22.11.2008 dazu:
" @jotha - es ist bedauerlich, dass Sie Meinungen anderer unbedingt ins Lächerliche ziehen müssen, schade, dass Sie mir nicht folgen können.

Wie geschrieben würde ich die Tafel selbst gerne ausprobieren, aber sicherlich wird alleine durch die Anwesenheit einer solchen Tafel der Unterricht nicht besser.
Schade, dass Sie da so kurz gedacht haben...
(#24) jotha meinte am 23.11.2008 dazu:
" @smart:

1) lächerliche Kommentare (und der Spruch "Was ist bei Stromausfall" ist ja wohl mehr als lächerlich - ohne Strom muss auch mit Kreidetafel die Schule geschlossen werden) sollten ruhig als lächerlich angesehen und gekennzeichnet werden dürfen. Ins Lächerliche gezogen werden können sie nicht mehr - da sind sie schon

2) Schade - Sie haben anscheinend meine ersten Kommentare nicht gelesen.
Natürlich bleibt ein schlechter Lehrer auch mit beliebig hoch qualifizierten Medien ein schlechter Lehrer. Aber eines der typischen und wesentlichen Merkmale schlechter Lehrer ist doch eben, dass sie am Tag vor der Pensionierung noch genau die selben Methoden und Medien anwenden wie am ersten Arbeitstag und die unglaublichsten geistigen Klimmzüge anstellen, wenn es um die Abwehr ihnen unbekannter Neuerungen geht. Mit der Hälfte dieser Anstrengungen hätten sie sich umfassend informieren können. Sie wissen ja: den schlechten Lehrer erkennt man (auch) daran, dass das neueste wissenschaftliche Pädagogik- oder Didaktik-Buch in seinem Regal das Jahr seines Examens trägt - wie viele würden heute noch die selben Arbeitsblätter verwenden wie vor 30 Jahren, wenn nicht die Rechtschreibreform dazwischen gekommen wäre...
Ich weiß nicht, wo Sie leben, aber in jedem Bundesland gibt es inzwischen Schulen, die wenigstens einzelne Boards haben. Bei dem jeweiligen Hersteller können Sie sicher erfahren, an welcher Schule Sie mal "schnuppern" könnten.
Recht umfangreiche Pilotprojekte mit Boards der Marke SMART sind in Hamburg und Berlin gelaufen, und die Volksschule in Thalmässing war die erste komplett Umgestelle Deutschlands. Bei Privatschul-Neugründungen sind die Boards Standard - auch einer der Gründe, warum den Staatlichen die Eltern weglaufen.

Ich habe weiter vorne schon geschrieben: Smartboards erzeugen nicht aus sich heraus guten Unterricht, aber sie eröffnen massiv erweiterte Möglichkeiten und ebnen Wege für Verbesserungen. Und ein Lehrer, der das von vornherein ablehnt (wie viele hier im Blog), denkt verantwortungslos - wir sollen die Kinder schließlich nicht auf unsere Vergangenheit, sondern auf ihre Zukunft vorbereiten. Und genau damit scheitert Deutschland zur Zeit ziemlich jämmerlich, wie Sie wissen.
In viel zu vielen Lehrerköpfen ist Bildung noch immer eine Gnade, die man lieben und strebsamen Kindern bildungsinteressierter Eltern gewähren kann (und für deren Vermittlung eine Kreidetafel allemal reicht - sollen die Kinder sich doch gefälligst um ihre Bildung selbst bemühen!). Viel zu wenige begreifen Bildung als ein absolut hochwertiges Wirtschaftsgut, dessen Rendite in direkter Abhängigkeit zu den Investitionen steigt (wobei Rendite nicht nur das Geld, sondern auch den Erfolg und das Wohlergehen eines Landes nach innen und außen meint).

In Finnland hieß es in den Fünfzigern, als die große Schulreform vorbereitet wurde (die ja mit gigantischen Investitionen in die Sach- und Personalausstattung verbunden war): "Arm sind wir schon - wenn wir jetzt auch noch erlauben, dass wir dumm werden, sind wir verloren." Schauen Sie sich das Bildungsniveau Finnlands an - und die Ausstattung der Schulen mit modernen Medien (auch mit denen, die Strom benötigen).
Mit der jetzigen Umstellung hat die Grundschule an der Bäke noch nicht einmal den Standard einer durchschnittlichen irischen Dorfschule erreicht. Irgendetwas machen wir falsch in Deutschlands Schulen. Aber in der Abwehr von Neuerungen, da sind wir Spitze. Wirklich.
(#25) smart meinte am 23.11.2008 dazu:
" @jotha ( 3. Versuch )
Im Prinzip sind wir wohl einer Meinung, daher überrascht mich die giftige Ansage um so mehr und vermeidet wohl eher die gemeinsame Diskussion.

Rückblick - vor einiger Zeit habe ich den glühendsten Verfechter von Klassenzimmer-Lärmampel als Inhaber eines Ladens für Lärmampeln enttarnt, kein Witz! Musste nur dran denken...

Ich arbeite an einer Privatschule, eben erst haben wir die Vertretungspläne durch Flatscreens ersetzt, eine erfreuliche Weiterentwicklung, die zeigt, dass man stromfressenden Geräten eine Chance gibt.
Auch über ein kürzlich stark verbessertes Notenprogramm, welches natürlich etwas Einarbeitungszeit erfordert, habe ich mich sehr gefreut!

Übrigens sind auch die von Ihnen angesprochenen, männlichen Vorfahren meiner Familie sehr erfolgreich durchs Leben bekommen - auch ohne Board, Notenprogramm oder Tafelkreidehalter. Ich unterstelle, dass auch meine Opas und Uropas gute Lehrer hatten, die Wissen abwechslungsreich und einprägsam vermitteln konnten.

Ich selbst werde nun aber nicht durchdrehen, wenn an unserer Schule keine Boards landen, sollten diese jedoch auch bei uns Einzug halten, freue ich mich drauf!

Nicht jede neue Erfindung mit Stecker muss jedoch auch unbedingt ins Klassenzimmer. So hat bei uns eine testhalber installierte Lärmampel gar nichts gebracht, die Schüler versuchten mit Lärm, unbedingt Rot zu erreichen. Nach einiger Zeit hatte dann das Ding seinen persönlichen Stromausfall und landete im Archiv der weniger guten Ideen.

Ihnen rate ich, sich gerne weiterhin für eine Sache einzusetzen, die Sie überzeugt. Aber vielleicht sollten Sie dabei auch auf den Ton achten und "Andersdenkende" nicht automatisch als dumm und unfähig hinstellen.

Genau dies kann man leider aus Ihren Worten ableiten und dieses Gestichel braucht hier wirklich niemand!
(#26) jotha meinte am 23.11.2008 dazu:
" @smart

Keine Sorge, ich bin Lehrer und trage regelmäßig Teile meines Gehalts in die Schule - wie Sie wahrscheinlich auch.
Und vielleicht sind wir wirklich eigentlich auf dem gleichen Gleis: Ich bin aus einer Lärmampel-Veranstaltung kopfschüttelnd ´rausgegangen und habe genau das befürchtet, was Sie erlebt haben.

Meine Verärgerung bezog sich nicht auf Sie, sondern auf die Beiträge, die für Schrott erklärt haben, was sie nicht ansatzweise kannten. Und nach 30 Berufsjahren hat man diese Kollegen-Haltung einfach satt.
(#27) pauker meinte am 24.01.2009 dazu:
" Wir haben 2 interaktive Tafeln und 2 interaktive Beamer in unserer Schule. Letztere ersetzen eigentlich das stationäre interaktive Board durch eine mobile Variante. (Inzwischen gibt es auch mobile interaktive Whiteboards). Am Anfang war das Interesse groß - inzwischen hat sich die Nutzung auf das äußerste Minimum reduziert, was die eigentlichen interaktiven Möglichkeiten betrifft.
Viele Lehrer bevorzugen konventionelle Methoden und Techniken und haben damit nicht weniger Erfolg. Ich persönlich empfinde das eigentliche Schreiben auf diesen Tafeln als nicht sehr angenehm, nutze daher parallel ein normales Whiteboard mit Whiteboardmakern.

Der große Vorteil dieser Tafeln und damit das Potential liegt aus meiner Sicht in der Interaktion Tafel <--> Schüler(gruppen).

Als Lehrer könnte ich sonst auch mein Tafelbild per Laptop und Grafiktablett digital erhalten (zum Mitnehmen), da brauche ich nicht unbedingt ein interaktives Whiteboard, was ich in anderen Klassenräumen dann eh nicht habe.

FAZIT: es fehlt (noch) die mehrheitliche Akzeptanz
(#28) Volker meinte am 22.02.2009 dazu:
" Hallo Leute!

Also wir haben auch 3 Tafeln, aber mir wird nicht ganz klar, wo der didaktische Mehrwert der Tafeln liegen soll. Alles das, was man mit der Tafel machen kann, kann man auch mit herkömmlichen Medien erreichen. Wo bitteschön soll der DIDAKTISCHE Mehrwert sein. Eine All-in-one Lösung hat ja nichts mit Didaktik zu tun. Zwar schreibt "Pauker", dass der Mehrwert in der Interaktion Schüler-Tafel liegt, aber ich kann mir gerade nicht vorstellen, was damit gemeint ist. Wenn die Schüler dadurch nicht besser und mehr lernen (Didaktik), dann hat für mich die Tafel auch keine didaktischen Mehrwert gegenüber der Ansammlung von allen anderen Medien.
(#29) Henning meinte am 20.04.2009 dazu:
" Hallo!

Wir haben seit drei Wochen ein sogenanntes Aktivboard zum Ausprobieren, was ich mit einem Oberstufenkurs und einer fünften Klasse auch mache. Mein bisheriges Fazit: Ich hätte gern in jedem Klassenraum so ein Gerät. Die einfache Begründung: Ich habe damit mehr deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für meinen Unterricht als vorher und verliere nichts, da das Gerät auch in ausgeschaltetem Zustand mit Stiften beschreibbar ist.
Ob diese Tafeln einen didaktischen Mehrwert haben ist m.E. keine diskussionswürdige Frage. Ich sehe da enge Parallelen zum OHP. Es wird doch wohl niemand bestreiten wollen, dass die Einführung des OHP für den Lehrer neue Möglichkeiten eröffnet hat. Wer diese als "didaktisch" bezeichnet, muss das bei der interaktiven Tafel auch tun, sonst hat er - und das kann ich mit meiner bisherigen Erfahrung sagen - die Möglichkeiten dieser Tafel noch nicht erkannt. Wer das Wort "didaktisch" hier ablehnt, muss sich fragen lassen, warum er dann den OHP benutzt.
Zu den bisherigen Beiträgen: Das z.T. vehemente Ablehnen eines Geräts, das gerade erst im Anfnagsstadium seines Einsatzes bei uns ist, erstaunt mich. Die Tafel gibt einem mehr und nimmt einem nichts weg. Den einzigen nachvollziehbaren Grund zur Ablehnung sehe ich im Mehraufwand für die Einarbeitung und die Benutzung in den ersten Monaten. Aber darf das ein Grund sein?
(#30) balu07 meinte am 26.04.2009 dazu:
" Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachdem ich mich jetzt durch diesen Thread gelesen habe, sehe ich immer noch die gleichen Argumente, wie sie mir schon entgegengehalten wurden, als ich vor 6 Jahren die erste interaktive (nenen wir es mal so) Tafel beschafft habe. Diese wurde in einem Besprechungsraum des Medienzentrums installiert steht seither allen Schulen im Kreis zum Testen zur Verfügung. Die Nachfrage ist eher bescheiden. dennoch haben mehrere Schulen mittlerweile ein solches System angeschafft und berichten, dass überall dort, wo die einfache Tafel aus dem Zimmer entfernt wurde, das Smart- Star- Activ- oder was auch immer-Board von den KollegInnen regelmäßig und gerne genutzt wird.
Derzeit steht die Beschaffung von 6 weiteren Boards für einen Schulträger an, mit Beamer, Montage und Einweisungsschulung für die LehrerInnen dürften so etwa 30 000 Euro fällig werden, die größtenteils stationär in bestimmten Zimmern verbaut sind. Da Frage ich mich schon, ob, bei der doch noch sehr verbreiteten Technikferne in den Kollegien, Steuergelder nicht besser angelegt sind, wenn z.B. stattdessen z.B 10 Beamer in verschiedenen Räumen fest installiert würden und mit dem restlichen Geld 20 innovationsfreudige KollegInnen mit Tablet-PCs ausgestattet würden. Damit könnte z.B. in der 10a jeder Lehrer mit dem Medium seiner Wahl arbeiten, und Lehrer Müller in jeder Klasse mit dem Gerät, auf dem er seine Unterrichtsvorbereitung hergestellt hat. Freihandzeichnungen, Schrifterkennung etc. sind auf dem Tablet kein Problem, der Lehrer ist der Klasse zugewandt, wird weder vom Beamer geblendet noch wirft er Schatten auf die Projektionsfläche und es steht in den Pausen kein hochempfindliches Gerät unbeaufsichtigt im Klassenzimmer. Wer auf die "Interaktivität" an der Frontaltafel nicht verzichten kann, könnte ja mobile Lösungen besorgen wie den i-pen oder das ähnliche Gerät von Multivisor (nein ich bekomme mein Geld nur vom Land). Das habe ich neulichs anlässlich einer Präsentation mal ausprobiert und bin eigentlich von der beschriebenen Lösung überzeugt. Hat irgenjemand Erfahrung mit dem Tablet-PC im Unterrichtseinsatz? (Ich arbeite selbst seit 3 Jahren mit einem, aber nur selten im Unterricht). Bin für alle Rückmeldungen dankbar!
(#31) jotha meinte am 27.04.2009 dazu:
" @ balu07:

Wenn die Schule ein bisschen Eigeninitiative entwickelt, ist die Montage billig. Wir haben die Smartboards auf eine eigene Konstruktion aus Alu-Profilen "geschnallt", die an Stelle der Kreidetafeln in deren Schiebemechanik geschraubt wird. Die Konstruktion hat den Segen eines DEKRA-Prüfingenieurs gefunden, Material kostet ganze 70 Euro, dazu 40 Bohrlöcher.
Die Einweisungsschulung (und jede Menge weitere Fortbildungen) haben wir hier in Berlin kostenlos vom Lieferanten bekommen.
Was du sagst, heißt, dass dir bisher nur winzige Bruchteile der Möglichkeiten von Smartboards bekannt geworden sind. Nur das Board (mit Beamer und PC) alleine ist zwar schon eine ganze Menge (und kann das Wirrwar aus zig verschiedenen Geräten - Video-Recorder, CD- und DVD-Player, OHP, Tafel u.s.w. ablösen), aber wirklich sinnvoll wird es erst, wenn es "verknotet" werden kann und in ein schulinternes (oder auch schulübergreifendes) Medienmanagement eingebunden ist. D.h.: vernetzt mit SChüler-PC in der Klasse (egal ob PC oder Notebook, ob WLAN oder Draht). Dann wird das Board vom Visualisierungsgerät des Lehrers zum Arbeitsgerät für Lehrer und Schüler: Inhalte können beliebig vom Board zu den Schüler-PC geschoben werden, dort wie an der Tafel weiterbearbeitet werden (incl. Recherche im Internet oder in der SChul-Datenbank u.s.w.) und wieder zurück zur Tafel gegeben werden. Gemeinsamer Unterricht mit anderen Klassen im Haus oder in einer anderen Stadt mit gemeinsamem Tafelbild wird möglich, du kannst das, was erarbeitet wurde, direkt von der Tafel per Email zu den SChülern nach Hause schicken (und dir deine Unterrichtsvorbereitung in die Schule schicken) und und und. Um nur bunte Tafel zu sein, auf der man was hin und her schieben kann, sind die Dinger wirklich zu teuer.
Wenn du mal in Berlin bist, komm´ uns besuchen. Auch wir sind noch lange nicht die "Poweruser", aber wir fangen an zu ahnen, wie genial die Dinger sind. Und von unseren 35 Lehrerinnen will kein/e einzige/r zurück zur Kreide.
Deinen Tablet-PC kannst du prächtig in das System einbinden, jedenfalls bei Smartboards - da kann jeder in der Schule und zu Hause die Tafelsoftware auch auf seinem PC benutzen, egal ob Windows oder Mac.
Ob ein I-Whiteboard teurer Plunder oder sein Geld mehr als wert ist entscheidet sich über die Software-Möglichkeiten, und die sind bei den Billig-Teilen genau das: billig. Da gilt wirklich der alte Handwerker-Spruch: Billiges Werkzeug ist teures Werkzeug.
(#32) Sven Ludwig meinte am 13.06.2009 dazu:
" Lehrer-Online.de hat ein Netzwerk für das Interaktive Whitebaord ins Netz gestellt. Dort kann man mit (erfahrenen) KollegInnen diskutieren, Materialien austauschen... Sie finden es unter: http://www.lo-net2.de oder lo-kompakt.de. Allerdings müssen Sie dafür bei lo-net2.de kostenlos als Schule angemeldet sein.

Sven Ludwig
(#33) mn26826 meinte am 18.08.2009 dazu:
" @jotha: Die Eigenkonstruktion, die die Tafel in das "alte" System einbindet, würde mich interessieren. Gibt es dazu Aufzeichnungen (Fotos, Pläne, Videos) im Internet?

Danke.
(#34) Loki meinte am 16.09.2009 dazu:
" die Diskussion ist zwar schon etwas älter, aber trotzdem ein paar Anmerkungen:

- das Interactive Whiteboard (IWB, so nennt man das Teil nunmal im englischsprachigen Raum) IST eine Tafel: man kann damit ALLES machen, was man mit einer Tafel machen kann.

- man kann damit AUCH alles machen, was man mit einem Computer machen kann.

- man KANN damit AUCH direkt auf Kurswebseiten (in Nordamerika hat jeder Kurs eine eigene Seite mit Moodle, WebCT, Blackboard und wie sie alle heißen) zugreifen.

- man KANN damit AUCH Frontalunterricht machen, genau wie mit einer Tafel, aber das hält ja keinen Menschen davon ab, weiterhin Gruppen- oder Partnerarbeit zu machen, Handreichungen zu verteilen, etc. Ich setze z.B. in derselben Unterrichtseinheit oft Tafel, Whiteboard und OHP ein und zwar alles durcheinander, je nachdem was gerade am besten passt und am wenigsten Zeit verbraucht.

- Keiner zwingt einen, die neuen Möglichkeiten des Whiteboard in jeder Unterrichtseinheit voll einzubauen. Man kann das IWB ja erstmal wie eine normale Tafel verwenden und sich erst im Laufe der Zeit die zusätzlichen Möglichkeiten erschließen. Was man davon nicht mag, verwendet man eben nicht. Ich habe auf meinem ersten Computer auch lange Zeit nur Texte geschrieben und dann nach und nach andere Anwendungsmöglichkeiten entdeckt (und manche nach dem ersten Ausprobieren nie wieder benutzt).

- in 10 Jahren (spätestens) hängt so ein Teil in jedem Klassenzimmer. Nicht nur das: jeder Student/Schüler wird im Unterricht ein elektronisches Medium bedienen, das interaktiv mit dem IWB kommunizieren kann. Dann kann man z.B. Gruppenarbeit machen lassen und als Lehrer jederzeit in die Arbeitsfortschritte einer beliebigen Gruppe hineinschauen, sie aufs IWB (oder wieauchimmer man das in 10 Jahren nennen wird) projizieren, etc. Das gibt es heute schon so ähnlich in Computerlabs. The times they are a'changin', ob man's will oder nicht. Und auch in 100 Jahren wird es jedem frei stehen, mit physischen Stiften auf einer sonstwie gearteten Oberfläche zu schreiben (weshalb auch das Genre der Klosprüche nie aussterben wird).

Und soviel ist auch klar: Ein guter Lehrer bleibt immer ein guter Lehrer, egal ob an Tafel, OHP, IWB, egal ob er mit seinen Studenten per Videochat, Email, Facebook oder sonstwie kommuniziert: the Medium is the message und das Medium ist immer der Mensch, nicht das Whiteboard. Die ganze Panikmache ist also völlig unnötig. Wenn (ältere, ahem) Lehrer das Gerät nicht verwenden wollen, sollen sie es eben nicht tun. Für viele andere (jüngere, mit Iphones aufgewachsene) Lehrer wird das genauso selbstverständlich sein, wie für andere das Schreiben per Hand. Ich sehe meine Studenten oft an ihren Laptops sitzen und staune darüber, mit welcher Geschwindigkeit und Selbstverständlichkeit sie zwischen 10 Fenstern hin und herklicken, ohne ins Schwitzen zu kommen. Ich werde das wahrscheinlich nie können, aber wenn diese Kinder erstmal selber Lehrer sind, werden sie mit einem IWB genauso intuitiv umgehen, wie wir mit unserer TV-Fernbedienung...
(#35) Jotha meinte am 16.09.2009 dazu:
" @mn26826:

wegen der Unterkonstruktion Marke "Eigenbau" rufen Sie mich einfach mal in der Schule an: 03084416430, Herrn Haase verlangen.
(#36) bildungsrebell meinte am 22.10.2009 dazu:
" Hi zusammen, freut mich, hier eine kontroverse, und durchaus interessante Diskussion zu sehen.
Es ist natürlich schon erstaunlich, wie manchen, die die Boards noch nicht im Unterricht eingesetzt haben, auch die Phantasie fehlt "was ermöglicht das Ding?"
Ich denke, viele von Ihnen haben im Studium auch den Satz "The medium is the message" (Arthur McLuhan, 1964) kennengelernt.
Soll heißen: Das Medium ist viel mehr als der Träger.
Beispiel von ihm: Mache mal in einem Fußballspiel, das bei Dunkelheit stattfindet, das Stadion-Licht aus.
Dann ist das Fußballspiel WEG.
Und das passiert unseren Schulen auch - der Zug der Innovation fährt ab.
Die Diskussion "neue Medien oder nicht" im Unterricht ist dabei schon merkwürdig. Fragen Sie mal in Finnland, UK, Kanada, Australien nach dem "neuen Medium Whiteboard".
Da kennt das niemand unter dem Titel "neues Medium".
Außerdem: dass eine Wissens- und Informationsgesellschaft und die Mediengewohnheiten sich verändert haben (und damit auch Wahrnehmungskompetenzen sich verschieben) ist ganz natürlich. Und darauf muss man reflektiert auch reagieren.
Schöne Grüße in die Runde,
der bildungsrebell
@ smart: danke für die so sprechenden Vergleiche! "Polemos panton pater" --- "Die Auseinandersetzung ist Vater aller Dinge" wink
(#37) Heiko Wagner meinte am 23.12.2009 dazu:
" Hallo!!!
Habe mir jetzt diagonal alle Beiträge durchgelesen und bin z.T. erschüttert, mit welchen Argumenten gegen diese interaktiven Tafeln gestritten wird. So wie ich es erkennen konnte, sind fast alle im Schuldienst tätig. Die gegen solche "Neuen Medien" (mittlerweile schon 20 Jahre alt) sind, müssten einfach mal 12 Monate in die freie Marktwirtschaft delegiert werden. Keine Firma könnte sich leisten immer nur alle zu fragen, ob man den mit etwas neuem zurecht kommen würde, wenn nicht, dann bringt weiterhin eure Füllfederhalter mit. Ich ärgere mich, dass ich erst seit ca. 5 Monaten mit einer solchen Tafel konfrontiert wurde. Durch Glück und Kampf habe ich für 8 Wochen ein mobiles SMARTBOARD bekommen und es in jeder Unterrichtsstunde eingesetzt. Nun soll mir der Lehrer in die Quere kommen der mit der Kreide noch rumfuchtelt. Dem drücke ich die Schiefertafel in die Hand und den Rohrstock oben drauf. Alle reden sie von Aktionen und Differenzierungen der Schüler, wie schaffen dass die Kreidelehrer??? Leider haben wir in THU eine neue Regierung bekommen, die mit ganz kuriosen Staatssekretären bestückt wurden. Profs die Schulpädagogik unterrichten und wahrscheinlich nie vor 25 Kindern unterrichtet haben. Ich freue mich über "smart und Co"-Beiträge und werde selber am Ball (Interaktive Tafel) dranbleiben.
(#38) weho55 meinte am 05.02.2010 dazu:
" Hallo,
ich habe den Thread mit Interesse "quer-gelesen". Wir sind bei uns (Gymnasium, 1250 SchülerInnen) gerade dabei, uns über eine solche Anschaffung konkrete Gedanken zu machen. Ein paar technische Fragen:
- Es gibt ja außer "SMARTboard" noch andere renommierte Produkte. Gibt's qualitative oder funktionale Unterschiede?
- Was ist von den reinen Software-Lösungen zu halten, die aus normalen Whiteboards mit ein paar Zusätzen interaktive Whiteboards machen sollen? (Stichwort "Whitboard für Arme")
- Ich suche seit einiger Zeit intensiv nach objektiven Bewertungen - bin heute "auf diese Seite hier gestolpert" - gibt es weitere neutrale Informationsquellen?
- Welche Tafelgrößen sind empfehlenswert (Kosten-Nutzen-Relation)?

Danke
(#39) Der Lehrerfreund meinte am 05.02.2010 dazu:
" Hier finden Sie eine Übersicht über relevante Auswahlkriterien.
(#40) jotha meinte am 11.02.2010 dazu:
" @weho55

Wenn Sie können, nutzen Sie die Möglichkeit, auf der didacta richtig vergleichen zu können. Probieren Sie vor allem aus, wie transparent bzw. intuitiv die Software ohne Handbuch-Benutzung ist. Da gibt es große Unterschiede.
Von SMART gibt es zur didacte eine neue Software mit mächtigen Mathematik-Funktionen (Formelsatz, symbolische Vereinfachung und numerische Berechnung, Funktionsplotter und vieles mehr).
Die Software muss so übersichtlich und intuitiv sein, dass auch ein/e PC-Ängstliche/r ohne Handbuch die wichtigen Grundfunktionen leicht findet.
Unsere Entscheidung für SMART war ursprünglich Zufall, heute, nach Tests etlicher anderer Lösungen, sind wir heilfroh, dass wir zufällig an eine wirklich gut durchdachte und schien unverwüstliche Lösung gekommen sind. Bei uns sind jetzt seit zwei Jahren 28 Boards im täglichen Einsatz in allen Unterrichtsfächern, auch (und mit Begeisterung!) in Musik in den Klassenstufen 1 bis 6. Fazit: kein einziger technischer Ausfall, null Vandalismus-Schäden (ohne irgendwelche Benutzungs-Verbote für die Kinder), kein erkennbarer Verschleiß.
In der Jahrgangsstufe 1/2 werden wir mittelfristig je Klasse ein zweites Board aufhängen (eins vorne, eins hinten oder seitlich), das wird vor allem mit vernetzten Rechnern geniale neue Möglichkeiten bieten. Dann sind die Boards auch noch viel besser für Binnendifferenzierung einzusetzen.

Wir bereuen *nichts* und würden uns, wenn wir jetzt entscheiden müssten, ganz bewusst und ohne Zweifel wieder für SMART entscheiden.

Leider haben wir noch die Geräte Baujahr 2007/8 - jetzt gibt es geniale neue Boards, erheblich breiter und mit einem Beamer, der nur noch eine Handbreit vorsteht.

Und nie den alten Handwerker-Spruch vergessen: Billiges Werkzeug ist teures Werkzeug.

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