Wie viel verdienen Lehrer/innen?
Die Massen toben, wenn es um das Gehalt von Lehrpersonen in Deutschland geht. Jeder hat nur eine diffuse Vorstellung davon, wie viel Lehrer/innen verdienen - aber es muss RICHTIG VIEL sein. Wie viel ist es wirklich?
Eine kurze und schöne Übersicht - wenn man mal von der Hals brechenden Ausrichtung der “Bundesbesoldungsordnung A” (pdf) ausgeht - über Lehrergehälter findet sich im Lehrerzimmer.
Ich möchte hierzu anmerken:
- Den Äußerungen Herrn Raus ist grundsätzlich zuzustimmen. Ich weiß aber nicht, ob Detailfragen (wie Leistungszulage und Anwärterbezüge (für Referendare)) für alle Bundesländer gleich sind.
- Die Lehrergehälter unterscheiden sich gnadenlos, wenn man in Beamte und Angestellte unterscheidet. Beamte bezahlen nämlich keine Sozialabgaben und kassieren so netto wesentlich mehr. Aus 3.000 brutto werden dann für einen Beamten knapp 2.300 netto - bei einem Lehrer im Angestelltenverhältnis dürfte es netto deutlich weniger sein (geschätzt 1.600 ohne Vergünstigungen wie Kinder usw.). Während in den westlichen Bundesländern großzügig (z.B. Baden-Württemberg) oder zumindest wohlwollend (z.B. Rheinland-Pfalz) verbeamtet wird, stellen die meisten östlichen Bundesländer inzwischen nur noch im Angestelltenverhältnis ein. Deshalb streiken Lehrerinnen eigentlich nur dort - denn als Beamte dürfen Lehrer/innen nicht streiken.
- Als LehrerIn hat man die Möglichkeit, sein Deputat jährlich festzulegen, wenn die Schulleitung und die Schulämter mitspielen (je nach Bundesland entsprechen 100% (=volles Deputat) 25-28 Unterrichtsstunden pro Woche, unterschieden nach der Schulform; an Gymnasien liegt die Maximalstundenzahl niedriger, an Grund- und Hauptschulen höher). Man kann also einfach mal ein paar Jahre lang 60% arbeiten und verdient dann eben weniger. Ideal, um Kinder zu generieren. Interessanterweise vermeiden viele Lehrer/innen diesen Weg und arbeiten stets voll.
Es gilt festzuhalten: Gerade verbeamtete LehrerInnen verdienen nicht schlecht, gemessen an vielen anderen Berufszweigen. Ein Kfz-Mechaniker verdiente 2006 12,45 Euro pro Stunde - das entspricht bei einer 38-Stunden-Woche einem Monatsgehalt von rund 1890 Euro brutto. Sie verdienen aber auch nicht so, dass die neidischen Massen mit den Fingern auf sie zeigen dürfte. Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche.
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Beitrag vom 03.11.2006, 10:01 | diesen Beitrag versenden
Aber da "Schulmeister" ja auch im ganzen Jahr nur auf "3-4 Wochen Urlaub" kommt, können Sie mir vielleicht sagen, was Sie in den Sommerferien genau vorzubereiten haben? Und diese Frage ist wohl doch nicht als Provokation zu werten, oder soll ich die Frage sanfter formulieren (wobei Sie sich ja auch nicht gerade in vielen Postings als sanft Formulierender geoutet haben)?
Bitte, wie gesagt, ich lasse mich gerne überzeugen
...
Zudem unterrichte ich Geschichte bilingual, wofür man eine deutlich längere Vorbereitungszeit braucht, da man die Materialien zu einem nicht geringen Teil selbst erstellen und oft auch teuer kaufen muss.
Vielleicht erweitert diese Antwort Ihren Horizont ein wenig.
Gehen sie mal eine Woche dorthin und achten sie darauf. Und das war ein Beispiel, dass ich abends um 23 Uhr gefunden habe schnell.
Und die Frage von Pädio7 finde ich auch äußerst interressant.
Ich muss keine Woche ins Ausland gehen, da ich im englischsprachigen Ausland schon studiert und als Lehrer gearbeitet habe. Zudem bin ich Englischlehrer und bleibe dabei, natürlich verwenden "native speaker" Adverbien.
Ernsthaft heißt, dass am Montag die Schule bei uns beginnt und heute am späten Vormittag der letzte Umzugswagen im neuen Schulgebäude ankam. Bis 13.10 Uhr war ich in der Schule, ab 14 Uhr ( 10 km nach Hause, umziehen, 20 km zum Termin) bis 20.30 Uhr zu einer Zeugnisausgabe mit Öffentlichkeit von Nichtschülern, deren Schuljahr heute abläuft. Ich hatte bis gestern im Klassenraum keine Stühle gestellt, keine Tische und keinen Schrank. Am Montag warten für meinen Klassenraum ca. 15 Kartons und im Zeichenraum geschätzte 40 Kartons des Auspackens, plus Unterricht ab Montag und Vorbereitung am Wochenende. D.h. im Augenblick ist es heftig. Also heute war ich mit Jahrgangsteamvorbereitung, Umzug und Zeugnisausgabe 12 Stunden unterwegs und im Dienst. Die Tage davor waren es aufgrund der Umzugssituation, die sich noch mit Bauarbeiten bis zu den Oktoberferien hinziehen wird,jeden Tag gute 8 Stunden, denn Fachschaftssitzungen und Dienstberatungen waren diese Woche auch.
Natürlich kann ich meine Zeit frei einteilen und muss nicht 8 Stunden am Stück wie in der Fabrik arbeiten, aber nach dem Ganztagsbereich wird die Schule verschlossen und früh erst um 7 geöffnet.
Nun ist zum Glück nicht jedes Jahr Umzug der Schule, aber 8 Stunden Arbeit sind jeden Tag da, wenn Normalbetrieb ist. Ob für Sie dieser Arbeitsaufwand nachvollziehbar oder nicht ist, ist mir eigentlich ziemlich gleichgültig. Um gerecht die Arbeit eines anderen Menschen einschätzen zu können , sollten wir in seinen Stiefeln marschieren., vorzugsweise ein Jahr. Sind Sie dazu bereit?
Übrigens: Ich unterrichte Hauptschüler, Realschüler und Nichtschüler. Die Lehrbefähigung habe ich bis zum Abitur. Ihre Ignoranz der Arbeit in einer HS- Klasse deckt sich mit einer ganzen Reihe von Deutschen. Die Arbeit dort ist genauso anspruchsvoll wie in einem Gymnasium, nur auf einer anderen Ebene.
@ Schüler
Viel Spaß im neuen Schuljahr, ich habe ihn schon mit diesem(s.o.). Bleib weiterhin kritisch und sachlich, denn der Ton macht die Musik.
Jooaa. Den Lehrer möchte ich mal sehen, der bei 18,8h - 21h effektiver Arbeitzeit und 12 Wochen Urlaub auf 38h jahresdurschnittliche Arbeitzeit kommt und falls doch, bleiben noch ca. 6Woche mehr Urlaub. Um auf 38h zu kommen müsste die die Vor- und Nachbereitungszeit bei 100% liegen.
Das Gehalt ist zu hoch, weil die Arbeitzeit zu gering ist.
Gruß, A.
Ich bin gerade zufällig auf diese Seite gestoßen und habe mir interessehalber mal ein paar Beiträge und vor allem die Kommentare dazu durchgelesen. Wahnsinn!
Warum trägt diese Seite eigentlich den Namen Lehrer"freund"? Wegen der Tipps zur Unterrichtsgestaltung usw.?
Schön und gut; letztlich ist es in jedem Fall offensichtlich eine Plattform, in der Eltern und Schüler sich in nicht grundsätzlich angemessener Form ihren Frust von der Seele schreiben können und versuchen wollen, ihre eigene Schulzeit aufzuarbeiten, indem sie mit der Figur "Lehrer" abrechnen und Klischee um Klischee einbringen, Vorurteil um Vorurteil breittreten. Ich kann kaum verstehen, dass noch irgendein Lehrer sich dazu bereit fühlt, diese generalisierten Diffamierungen überhaupt zu kommentieren. (Großes Lob an "Mister M." für seinen tollen, sachlichen Stil und seine Ausführungen!)
Was erwarten wir eigentlich von den super bezahlten Lehrern? Dass sie unsere Kinder durch das "Nachwerfen" guter Noten auf die Realität des Lebens vorbereiten? Durch ständiges Entgegenkommen und immer wieder neue Chancen in die Realität außerhalb der Schule einarbeiten?
Ich habe sicher nicht alle Themen und Kommentare gelesen, aber - hat eigentlich irgendwann schon mal jemand aus der viel gerühmten "Freien Wirtschaft" was darüber geschrieben, wie frei es da zugeht? Mobbing, Auftragszahlen, "der Stärkere gewinnt", Billiglohnkräfte, wer krank ist, fliegt unter fadenscheinigen Begründungen raus, wer nicht genügend Aufträge reinholt oder Beratungsgespräche nachweisen kann, ebenfalls...
Möglicherweise können wir froh sein, dass die Mehrheit der Lehrer Beamte sind, die sich keine größeren Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen müssen, denn die Schule ist nun mal ein solcher Arbeitsplatz. Wenn die nämlich auch noch anfangen müssten, sich ihre Daseinsberechtigung von Dumping-Noten und Miesmachen von Kollegen abhängig zu machen, ginge das sicher auch nicht spurlos an unseren Kindern vorbei.
Bevor ich jetzt ende noch eine Frage: Gibt es eigentlich für andere Berufe auch solche Hassforen? Ich würde mich momentan aus gegebenen Anlässen gerne mal unlieb, aber anonym und straffrei über Ärzte, Finanzbeamte, Versicherungsvertreter und -mitarbeiter, Bankkaufleute und diverse Handwerksberufe äußern. Bin für jeden Tipp in diese Richtung dankbar!
Und noch so ein Schwätzer... Sie haben vergessen zu erwähnen, dass Sie Lehrer immer vormittags auf dem Tennis- oder Golfplatz treffen.
Ja ich habe zum Glück noch 3 Wochen und werde diese sehr geniesen
@ Schulmeister:
Ich führe ja schon länger Diskussionen mit Ihnen und sie wollen sich auf nichts einlassen. Nur weil sie Englischlehrer sind, bedeutet das nicht gleich, dass sie ALLES über die Sprache wissen. Ich habe Nachhilfe in Latein bei einer English-nativ-speakerin und sie meinte auch, dass die Endung -ly stark zurückgeht oder gar nicht mehr vorkommt. Ihnen wurde es aber so beigebracht, aber fließende Sprachen ändern sich. Bei Latein zum Glück nicht mehr. Aber ich möchte Ihnen da nicht dazwischen reden.
Und wegen der Benotung: Sie waren bestimmt auch froh wenn ein Lehrer Sie besser benotet hat, als sie waren oder gedacht haben.
Auf was will ich mich denn nicht einlassen? Sicherlich weiß ich nicht "alles" über die Sprache - solche Menschen gibt es in keiner Sprache. Niemand wird allein den gesamten Wortschatz beherrschen können - auch kein "native speaker". Allerdings kenne ich mich mit Adverbien und Adjektiven aus. Und ich habe noch keinen "native speaker" getroffen, der diese nicht zu unterscheiden oder benutzen wußte. Dein Beispiel ist einfach nicht haltbar.
Am besten lehren wir auch nur noch zwei Zeiten, den Rest braucht man ja nicht. Und was das Vokabular angeht, so könnten wir ja vermehrt Wörter wie "thingy" vermitteln, die passen dann in vielen Situationen...
Natürlich gibt es auch im Deutschen Menschen, die die Sprache beherrschen und jene, die es nicht tun. Soll nun etwa der Deutschunterricht im Ausland (den ich selbst schon erteilt habe) auf das so genannte "Kanakisch" umgestellt werden, nur weil leider Gottes ein großer Teil der Jugendlichen kein richtiges Deutsch mehr sprechen kann? Ich sehe in Gedanken schon den amerikanischen Austauschschüler, der mich mit "was geht ab alder, krasser laden, dieses Gümnasium..." begrüßt.
Natürlich wird umgangssprachlich nicht immer korrekt gesprochen, aber das kann doch keine Auswirkung auf den Schulunterricht haben! Der heutige Englischunterricht kommt der modernen Anforderungen schon sehr entgegen. Es gibt keinen Fehlerindex mehr, so dass auch Schüler mit einer überaus hohen Fehleranzahl noch verhältnismäßig viele Punkte bekommen können.
Du kannst doch nicht ernsthaft erwarten, dass Dein Lehrer Dir einen solchen Grammatikschnitzer durchgehen lässt. Wo kämen wir denn da hin.
Dear "Schüler", I am a native speaker and a teacher of English in a Realschule. I can assure you that adverbs are still very much a part of the English language and thus it is essential that you learn them properly and use them appropriately.
I can assure you that your example, whereby you added the -ly, is completely wrong.
You should know that adverbs are not used following the verbs "to be", "to become", "to look", "to smell", "to taste", "to feel" and "to sound". There are certain exceptions but they are few and far between. You must use an adjective.
Schulmeister hat sehr richtig festgestellt, dass wir euch in den Schulen doch keine Umgangssprache, gar Jugendsprache beibringen wollen bzw. dürfen. Genau so, wie ihr im Deutsch-Unterricht auch eure Muttersprache korrekt benutzen müsst, so müsst ihr auch die Fremdsprache Englisch korrekt lernen und anwenden.
Übrigens wird Englisch auf Malta nicht als Muttersprache gesprochen sondern als Fremdsprache, die auch amtlich benutzt wird.
Tatsache ist allerdings, dass die Amerikaner die englische Grammatik immer mehr vereinfachen. Sie benutzen Past Simple, wo Engländer Present Perfect benutzen. Sie lassen auch tatsächlich manchmal das -ly bei Adverbien weg. Beim Erlernen der Sprache als Fremdsprache darfst du dies aber nicht machen.
Es grüßt
(immer noch)
zufrieden
Zur Bezahlung: Diese ist natürlich zu hoch, da die Wochenarbeitszeit deutlich >40h/woche (besonders unter berücksichtigung des vielen Urlaubs) liegt. Man könnte es auch anders formulieren und sagen: Die Wochenarbeitszeit liegt in etwa bei 40h/woche, aber die Urlaubtage sind verdoppelt.
Ich denke das auch der Vergleich mit dem KFZ-Mechaniker ist durchaus darstellbar ist, da hier wie da trotz "akademischen Anspruch" nicht wissenschaftlich gearbeitet wird.
ICh verstehe persönlich auch nicht, warum sich hier mit Hände und Füßen und unhaltbaren Behauptungen gegen den stimmigen Gesamttenor gewehrt wird. Sehr viele Lehrer gestehen bei der Begründung Ihrer Berufswahl ein, das der unglaublich viele Urlaub und die lockeren Arbeitsbedigungen die für ein "akademisches Berufsfeld" quasi einmalig sind, der Hauptgrund für Sie waren. Genau das ist für mich auch absolut nachvollziehbar und moralisch in keinster Weise verwerflich.
Gruß, anton
Gruß, Björ
Ach, jetzt sind wir schon soweit, dass Lehrer mit Kfz-Mechanikern verglichen werden. Naja, wenn wir auf diesem Niveau weiterdiskutieren wollen. Aber welche Art von "Argumenten" soll schon von jemandem kommen, der billigen Populismus als "qualifizierten Beitrag" tituliert...
Es scheint in einige Köpfe nicht hineinzugehen, dass "Urlaub" und "unterrichtsfreie Zeit" nicht deckungsgleich sind. Was man in den "Ferien" so treibt, habe ich bereits geschildert.
Ein weiteres Charakteristikum des Lehrerberufs ist zudem, dass man nie mit etwas fertig ist. Man kann nicht nach der Arbeit heim kommen, die Füße hochlegen und sich denken "so, für heute habe ich nichts mehr zu tun". Das habe ich im Studium bei Mercedes am Band wirklich genossen. Geld zu verdienen ohne die Arbeit mit heim zu bringen. Für Lehrer gibt es IMMER etwas zu tun. Und wenn es die Anrufe der Eltern vorzugsweise ab 20 Uhr sind.
Man hat im Referendariat gelernt, dass wirklich perfekte Stunden mitunter zwei, drei Tage Vorbereitung benötigen. Diese Zeit hat man sicher nicht mehr, aber man (zumindest ich) würde gern noch besseren Unterricht machen als es zeitlich möglich ist. Aber aufgrund der vielen Verpflichtungen, deren Umfang die Schwätzer hier im Forum nicht erkennen wollen, bleibt für wirklich guten Unterricht keine Zeit. Wenn ein "normaler" Arbeitnehmer im Betrieb etwas Kopieren geht, dann ist das natürlich Arbeitszeit. Wenn er seinen Schreibtisch aufräumt bzw. seine Unterlagen sortiert auch. Wenn er mit sich mit seinem Kollegen über dienstliche Themen austauscht = Arbeitszeit. Konferenzen finden natürlich auch nur für Lehrer in der "Freizeit" statt, denn diese beginnen ja nach 13:00 Uhr...
Ich möchte mal die Pädis und Björs dieser Welt sehen, wie sie eine Doppelstunde Oberstufenunterricht vorbereiten und durchführen. Schulbücher aufschlagen lassen? Klar, wenn es denn welche geben würde. Schon einmal Klausuren korrigiert und mit Gutachten versehen? Schon mal 27 Leute in einem Kurs unterrichtet? Die 40 Stunden pro Woche im Durchschnitt fallen bei jedem Lehrer schon locker in die Woche, am Wochenende, wenn der Großteil der Arbeitnehmer die Füße hochlegt geht es für die meisten Lehrer aber weiter. Die Korrekturzeit eines Gymnasiallehrers liegt bei etwa 1000 Stunden im Jahr. Wer in Mathe aufgepasst hat, kann ja mal ausrechnen, wie viele Arbeitswochen das sind. Aber jetzt kommen sicher wieder qualifizierte Argumente, die das Gegenteil "beweisen"...
Neben der reinen Arbeitszeit sollte man auch die Belastung berücksichtigen, welche sich nicht in Minuten berechnen lässt. Als Lehrer ist man von kurz vor 8 bis 13 Uhr und länger immer präsent. Man kann sich keine Auszeiten nehmen. Zwischen 22 und 33 Schüler verlangen ständig nach Aufmerksamkeit, was ihr gutes Recht ist. Aber wie anstrengend das ist, können nur wenige nachvollziehen. Wenn mich jemand fragt, ob ich Spaß an der Arbeit habe antworte ich in der Regel, dass ich den Teil in der Schule trotz der hohen Belastung gern mache, aber die Arbeit zu hause weniger. Wenn ich in die Schule gehe ist der Großteil der Arbeit schon erledigt, da die Stunden so gut es mir möglich war geplant sind. Die Arbeit, die bis zu diesem Zeitpunkt investiert worden ist, sehen (ehemalige) Schüler nicht.
Meine Frau ist Ärztin, am besten sollte sie mal den Ignoranten hier schildern, wie ein normaler Lehreralltag aussieht.
sehr schulmeisterlich, aber:
Thema verfehlt. Setzen, sechs.
@Anton
Ich stimme Ihnen zu. Es gibt eine Menge Lehrerinnen und Lehrer, die aus den von Ihnen genannten Gründen diesen Beruf ergriffen haben. Und auch ich finde das nicht verwerflich, solange die/der Schüler/in dabei nicht auf der Strecke bleibt.
Es scheint allerdings auch eine gewisse Anzahl an Lehrerinnen und Lehrern zu geben, die auch in den Ferien einen Großteil der Zeit arbeiten. Ob sie das nun müssen oder nicht, ob sie eine mangelhafte Zeiteinteilung haben oder nicht, warum auch immer. Man muss das wohl respektieren. Es ist aber lange kein Grund - ich sage das hier ganz allgemein und die entsprechenden Personen mögen sich nun getroffen fühlen oder nicht - anderen gegenüber, die das aus welchen Gründen auch immer nicht tun (müssen), zu beschuldigen, sie wären schlechte Lehrer, säßen nur auf ihrer faulen Haut oder wälzten die Arbeit auf andere ab.
Es geht hier doch aber primär um die Frage wie viel wir verdienen, oder? Also raus mit der Sprache: wie viel verdient ihr Pauker?
Ich mache mal den Anfang: Ich bin fast 40 Jahre alt, habe ein volles Deputat (25 Std.) an einem baden-württembergischen privaten Gymnasium mit den Fächern Ph und M und bekomme brutto ca. EUR 53.000.-/a. Eine Funktionsstelle beschert mir ab nächstem Monat ca. EUR 9000.- mehr (aber auch mehr Verantwortung).
Bitte sehr, jetzt kommt ihr...
Lassen wir Englisch mal bei Seite.
Aber Björn hat Recht, nur die Formulierung war zu hart.
Lehrer sind zwar 10 Std an der Schule aber von Ihnen werden nur maximal 5 Std Unterrichtszeit gefordert. Von den Schülern dagegen volle 10 Std Konzentration. Wenn man dann mal erschöpft ist von all dem, kommt der Satz: "Du solltest wohl früher ins Bett gehn, wenn das öfter vorkommt, benachrichtige ich deine Eltern." Wir stehen also auch unter Druck :(.
Lehrer haben dagegen 3 Freistunden täglich im Schnitt und könnten in der Zeit alles korrigieren. Wir hatten direkten Einblick ins Lehrerzimmer von unserem Zimmer. Wenn wir bei Vertratungsstunden mal heraus geschaut haben, sahen wir Lehrer beim Kuchen essen, Kaffee trinken, gelacht, manche haben kopiert und andere ein Buch gelesen. Nicht einer hat korrigiert. Ich weiß nicht, wie Sie Ihre Freistunden verbringen, aber es wäre genug Zeit um einen Großteil zu korrigieren. Außerdem haben Sie 2 Wochen Zeit für eine Ex/Schulaufgabe/Klausur usw.
Schüler kommen um 17 Uhr nach Hause, müssen Lernen und Hausaufgaben machen. Und Jeder Mensch muss Essen usw. Da bleibt an einem 10 Std Tag keine Chance mehr für ein Hobby oder Sonstiges. Lehrer müssen natürlich auch Tests erstellen und sich im Buch erkunden was sie am nächsten Tag unterrichten wollen und wie sie es vortragen. Aber wir sind 10-18 Jahre alt und Sie 29-67 Jahre alt. Wir wollen auch unsere Freizeit und nicht ständig unter Druck stehen.
Lieber Schüler,
ich entnehme Deinen Aussagen, dass Du ein Gymnasium besuchst. Um nicht vollkommen traumatisiert ins Erwachsenen- und Berufsleben zu starten empfehle ich Dir ein frühestmöglichen Schulwechsel. Beginne nach einem Haupt- oder Realschulabschluss eine Lehre, dann bist Du aus der Schule zumindest soweit raus, wie die Berufsschulpflicht nicht greift.
Solltest Du nach einigen Jahren feststellen, dass nun etwas Weiterbildung angebracht wäre, und sich auch in der Arbeitswelt nicht alles nach Deinen Wünschen richtet, kannst Du jederzeit jeden Abschluss nachmachen. Das ist in der Regel mit finanziellem Aufwand verbunden und somit auch "was wert"; außerdem sind die Lernbedingungen im Bereich des Unterrichts der Erwachsenenbildung erheblich besser, da sich dort viele Freiwillige befinden, die ebenfalls dafür Geld bezahlt haben und den Unterricht nicht ständig in Frage stellen und durch Störungen aufhalten. Du wirst merken wie toll es ist, mit interessierten Menschen zu arbeiten.
Ich wünsche Dir:
1. viel Erfolg in der Zukunft
2. eine weiche Landung in der Realität des (Berufs-)Lebens!
3. Einen Beruf, in dem Du nur gelobt wirst und jedem alles recht machen kannst.
4. dass Du nicht auf die Idee kommst, doch Lehrer zu werden, um aus Idealismus die Welt zu retten und an den Schülern das gut zu machen, was an Dir in Deiner schweren Schulzeit verkorkst wurde. Das haben schon viele andere vor Dir erfolglos versucht.
Was Lehrer verdienen ist in diesem Forum ja nun schon mehrfach gesagt worden. Es ist ja auch kein Geheimnis, da es die Tabellen für Ost und West im Netz gibt. Auf der Seite http://www.oeffentlicherdienst.info kann man für alle Bundesländer und Gehaltsstufen das brutto und netto Gehalt einsehen. Ich mit 31 Lenzen bekomme als Gymnasiallehrer jetzt NETTO und ohne Kirchensteuer plus Vermögenswirksame Leistungen und abzüglich PKV ca. 2410,- Euro.
Ob Björ Recht hat, kannst Du leider bzw. offensichtlich nicht beurteilen. Die Belastung von Schülern und Lehrern kann man zudem nicht vergleichen. Natürlich denken Schüler, sie wären hoch belastet, aber spätestens im Studium merken sie, wie viel Freizeit sie hatten. Der nächste Schub kommt im Examen und - sofern man Lehrer wird - kommt das dicke Ende im Referendariat. Und nebenbei erwähnt, 5 Stunden zu unterrichten ist sicher anstrengender als 10 Stunden unterrichtet zu werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn so lange ist das noch nicht her. Abschalten kann ein Lehrer zwischendurch nämlich nicht (übrigens unterrichten Lehrer auch bis zu 8 Stunden durchgehend, u.U. sogar länger). Aber auch ich hatte als Schüler eine ähnliche Meinung über Lehrer, obwohl schon meine Frau Mutter Lehrerin war/ist und ich zuhause gesehen habe, was sie zu tun hatte. An Deiner Meinung ist also diesbezüglich nichts Verwerfliches.
Was das Korrigieren in Freistunden angeht, solltest Du Dich weniger weit aus dem Fenster lehnen. Das ist eine schwierige Sache, zumindest, was Klausuren angeht. Dafür braucht man 1. Platz, den man nicht hat, denn die durchschnittliche Größe des Arbeitsplatzes ist vielleicht die von einem bis max. zwei DIN A4 Blättern, 2. viel Zeit am Stück, da man sich einlesen und einarbeiten muss und 3. Material bzw. Unterlagen, die aufgrund von Punkt 1 keinen Platz haben. Anzunehmen bzw. zu behaupten, dass man den "Großteil" in Freistunden korrigieren könnte ist einfach lächerlich. Da sieht man mal wieder, dass Schüler bzw. Ex-Schüler keine Vorstellung vom Umfang der Korrekturbelastung haben. Ich habe ja oben geschrieben, dass das am Gymnasium rund 1000 Stunden im Jahr sein können (wenn man so genannte "Korrekturfächer" unterrichtet). Ich würde ohne zu zögern bis 16 Uhr in der Schule bleiben (das habe ich Ausland schon getan), wenn mir ein vernünftiger Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt würde. Das würde nämlich auch viel Geld für Strom, Öl, Einrichtungsgegenstände und Benzin (wg. Fahrgemeinschaften) sparen und ich hätte zuhause ein weiteres (Kinder?)Zimmer übrig. Außerdem würde dann nämlich endlich ein Teil der Schwätzer verstummen. Dass man dann trotzdem daheim noch arbeiten müsste, würden sie aber sicherlich erst recht nicht glauben. Wahrscheinlich hieße es dann aber trotzdem noch, wir würden eben NOCH LÄNGER Kaffeetrinken und Lachen...
Zudem gibt es in Freistunden viele Dinge zu erledigen und zu organisieren (Gespräche mit der Schulleitung, Elternbriefe, Kopieren,...), wozu "Pausen" nicht reichen, zumal auch noch Aufsicht geführt werden muss. Warum kommen Lehrer wohl oft zu spät in den Unterricht? Weil sie noch etwas besprechen müssen, wozu die "Pause" nicht gereicht hat. Allein ein Raumwechsel über das Lehrerzimmer benötigt in der Regel mehr als 5 min. 15 min "Große Pause" reichen vielleicht, um sich mal 5 min hinzusetzen...
Aber in unserm Alter hat man schon einiges um die Ohren (Pubertät). Das streite ich nicht ab. Wenn man dann noch unter starken Druck gesetzt wird von der Schule, wächst einem alles manchmal über den Kopf.
Mein Tagesplan ist (an einem 6 std-Tag):
- 6 Uhr Aufstehn
- 8:15 - 13:15 Uhr Schule
- 14:30 Uhr Essen
- 15:00 Nachhilfe
- 16:30 Uhr Krankengymnastik
- 17:15 - 19:15 Uhr Hausaufgaben + Lernen
- 19:30 Uhr Essen
- 20:00-22:00 Uhr ggflls Training
- 22:30 Duschen
- 23:00 Uhr Bett
Falls ich mal keine Nachhilfe habe oder Krankengymnastik habe ich lange Schule oder finde kurz Zeit für den PC.
Ich finde nur selten Zeit mich hinzusetzen und wenn das im Studium noch schlimmer wird.. :( ..
Sie meinten bei Ihnen wäre Schule auch noch nicht lange her. Aber es hat sich einiges geändert. Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff.
Die Ansprüche sind aber nur geringfügig unterschiedlich.
Das mit dem Kaffee trinken und so weiter finde ich ja auch nicht so schlimm. Die Arbeit soll ja auch Spaß machen und Kontakte gepflegt werden. Wir als Schüler sind in unsern Freistunden ja auch nicht besser. Wir machen auch nur selten Hausaufgaben, meist die, die schnell gehen oder man keine Ahnung vom Stoff hat und Andere um Hilfe bittet.
Nur Hausaufgaben und Lernen fällt auch bestimmt nicht weit unter 500 std im Jahr.
Aber den Rest der Freistunde sitzen wir gemütlich in der Sonne und reden.
Aber die Arbeit kommt dann zu Hause, aber wir wollten es in dem Moment so.
Die Pausen stelle ich mir auch nicht grad besonders entspannend für Lehrer vor. Bei uns kommen die Lehrer immer zu spät, weil wir so eine große Schule sind und da der Weg total lang und voller Schüler ist, die noch etwas von den Lehrern noch etwas wissen möchte.
Noch eine Frage: Warum würde es Geld für Strom, Öl usw. sparen wenn die bis 16 Uhr in der Schule bleiben?
Den Vergleich zu früher kann ich ganz gut anstellen, weil mein kleiner Bruder noch zur Schule geht.
"Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch-erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff."
Bitte immer dran denken: Es ist nicht die "Boshaftigkeit" der Lehrer, dass ihr das alles machen müsst. Die Inhalte werden (bildungs-)politisch vorgegeben. Lehrer und Schüler sind in diesem Sinne beide nur "Befehlsempfänger". Das Kultusministerium sagt dem Lehrer: "Du musst das und das unterrichten", der Lehrer sagt daraufhin dem Schüler: "Du musst das und das Lernen". Insbesondere am Gymnasium, dass bekanntermaßen das Abitur zum Ziel hat, besteht durch das Zentralabitur und das nur noch 8-jährige Gymnasium keine "Ausweichmöglichkeit" mehr: Wenn die Lehrer nämlich nicht darauf achten, alles Vorgegebene im Unterricht zu behandeln, schreiben die Schüler möglicherweise ein schlechtes Abitur und bekommen ihren Wunsch-Ausbildungs- oder -Studienplatz nicht. Was diese dann wiederum ihren Lehrern vorwerfen.
Die Schüler zu "Lernmaschinen" umzufunktionieren, die möglichst schnell ausbildungs- und studienbereit sind, damit Deutschland "international wettbewerbsfähig" bleibt, ist keine Idee, die von den Lehrern im Lehrerzimmer bei einer Tasse Kaffe ausgedacht wurde.
partiell habe ich hier einige Kommentare gelesen und bin - zugegeben - doch sehr erschrocken darüber, wie wenig Ahnung Nicht-Lehrer und Schüler von der tatsächlichen Arbeitszeit eines Lehrers haben. Da ich auch mit einer meiner Deutschklassen eine ähnliche Diskussion geführt habe, habe ich mir damals die Mühe gemacht, ein kleines Rechenbeispiel aufzustellen, das ich hier gerne wiederholen möchte:
Ich bin Deutsch/Bio/NWA-Lehrerin an einer Realschule in BW mit vollem Deputat (und im Angestelltenverhältnis - Gehaltsneid ist also überflüssig). Ich habe vier Deutschklassen, die, im Schnitt, mit je 31 SchülerInnen besetzt sind. In jedem Schuljahr müssen im Kernfach Deutsch mindestens 4 Klassenarbeiten geschrieben werden.
Wenn ich gut bin, d.h. konzentriert arbeiten kann und gut vorwärts komme, brauche ich im Schnitt pro Klassenarbeit (von einem Schüler) 1,5 Stunden an Korrekturzeit. Das bedeutet, für die Korrektur einer Klassenarbeit Deutsch in einer Klasse benötige ich ungefähr 46,5 Stunden. Jetzt wird aber - wie bereits erwähnt - nicht nur eine, sondern vier Arbeiten geschrieben. 46,5 Stunden mal 4 macht 186 Stunden. Schon ganz ordentlich, aber nur für eine Klasse gerechnet. Daher: 186 Stunden mal 4 (da vier Klassen) sind 744 Stunden reine Korrekturzeit für Klassenarbeiten in Deutsch! Da ist die Korrektur von Hausaufgaben, Lesetagebüchern, GFS-Arbeiten, Heftführung, etc. noch nicht mit drin. Geschweige denn die Unterrichtsvorbereitung. Oder mein zweites Fach NWA, dass zwar nicht ganz einen so hohen Korrekturausfwand mit sich bringt (aber ebenfalls Kernfach ist und damit die Vorgabe "mindestens vier Klassenarbeiten" auch erfüllt werden muss), dafür aber ungemein mehr an Vorbereitungszeit beansprucht, da ich hier besonders viel praktisch arbeiten lasse und daher viele Experimente und Versuche ausarbeiten und - vor allem - vorher auch mal durchführen muss...
Das was ich bezüglich über den Stoff der jetzt schon drankommt und nicht, wie früher, in der Oberstufe sollte nur verdeutlichen, dass wir es sehr früh äußerst schwer haben, was früher anders war
@Schulmeister:
Versuchen Sie es umzusetzen, viel Glück dabei aber ich befürchte Sie werden da gegen eine Wand rennen.
Da sie gut vergleichen können, merken Sie doch, dass das Niveau in kurzer Zeit sehr gestiegen ist. Vor allem durch das G8.
@ N.:
Für Schulaufgaben in Deutsch bekommt man 3 Wochen Zeit, für andere Schulaufgaben 2 Wochen. Dann ist warscheinlich keine großer Trost, aber Sie können sich die Zeit (etwas) besser einteilen
Aber Deutsch ist auch so ein Korrekturfach, das ist bestimmt auch nicht so toll so lange zu dazusitzen und zu korrigieren.
Das Niveau ist ganz sicher nicht gestiegen, da ja die Abiturientenzahlen immer weiter ansteigen. Die Schüler werden ja nicht intelligenter. Es wird eher eine Illusion aufgebaut. Natürlich wird in den 12 Jahren nicht genauso viel Stoff durchgenommen wie in 13 Jahren, es wird an allen Enden und Ecken gekürzt. Natürlich steigt die Wochenstundenanzahl, aber nicht der Schwierigkeitsgrad. Es werden immer mehr Schüler bis zum Abi durchgeschleppt, die früher schon lange vorher die Schule hätten verlassen müssen. Und genau das ist das große Paradoxon: Es werden mehr Spitzenkräfte gefordert, aber das Niveau sinkt und sinkt. Das bestätigen mir auch meine eigenen ehemaligen Lehrer und jetzigen Kollegen.
Das Niveau sinkt, weil die Schüler in jungen Jahren psyichisch auf harte Zerreißproben gestellt werden.
Warum haben schon Grundschüler burn outs?! Mit jungen 7 Jahren!
Im Gymnasium fallen oft viele Schüler aus, weil sie Angst vor der Schule haben und/oder dem Druck nicht stand halten können.
50% der Schüler fühlen sich stark überfordert. Das bedeutet, jeder Zweite! Eine Minderheit sagt, dass sie nicht überfordert sind.
Bei uns heißt es mittlerweile nicht mehr Schule, sondern survival-training, ab und zu hardcore-survival-training.
Ich würde gern einmal die Kultusminister ein Jahr ins bayrische G8 schicken. Vielleicht würden sie es dann merken.
Das ist ja das Problem. Wie erreicht man denn, dass mehr Schüler auf das Gymnasium gehen? Indem man die Anforderungen herunterschraubt. Anders geht es doch gar nicht, da ja die Kinder wie gesagt nicht intelligenter werden.
Natürlich steigt der zeitliche Aufwand (an Wochenstunden) bei der Verkürzung auf 12 Schuljahre, aber schlussendlich wird auch hier Stoff weggelassen.
Dass Du das als Schüler anders siehst, ist aber nachvollziehbar.
Natürlich fühlen sich die Schüler überfordert, wenn man sie fragt. Schliesslich bekommen sie auch mit, was in den Medien verbreitet wird. Bei uns ist jetzt erstmals keine Italienisch-Klasse zustande gekommen, weil Eltern und Schüler der Meinung waren, es sei zuviel Mehraufwand. Letztes Jahr war das noch kein Problem, obwohl beide Jahrgänge nach 12 Jahren Abitur machen...
ich habe in diesem Forum schon einiges gelesen und denke, dass ich hier richtig bin. Ich habe ein paar Fragen bezgl. eines Quereistiegs.
Bin von Beruf Diplom Physiker, 37 Jahre alt und momentan in der Forschung tätig. Da ich sehr früh mein Studium abgeschlossen habe, habe ich mittlerweile 14 Jahre Berufserfahrung. Seit längerem überlege ich mir ernsthaft, mich für den Lehrerberuf zu bewerben (in BW).
Nun meine Fragen:
1.) Wie läuft so ein 2?-jähriges Referendariat ab?
2.) Was verdient man in dieser Zeit?
3.) Muß man sich verbeamten lassen, wenn man das Angebot bekommt, oder kann man dies auch ablehnen?
Viele Grüße.
Als Referendar bist Du Beamter auf Widerruf und verdienst je nach Lehramt zwischen 800 und 950 Euro netto. Das Referendariat selbst kann sehr unterschiedlich aussehen. Erkundige Dich am besten und http://www.referendar.de über die verschiedenen Seminarorte. Ich selbst war heilfroh als ich meine Zuweisung bekam und schlussendlich war es der größte Reinfall, da wir dort ein vielfaches an Unterrichtsbesuchen hatten und Anforderungen, von denen die Nachbarseminare noch nie etwas gehört hatten - mit der Folge, dass wir viel schlechtere Noten und viel mehr Durchfaller hatten bzw. haben.
1) (falls bei Quereinsteigern das Referendariat genauso aussieht wie bei den anderen) ein halbes Jahr an der Seminarschule betreuter Unterricht, ein Jahr fast selbständiger Unterricht an einer Einsatzschule, ein letztes halbes Jahr zurück an der Seminarschule mit Prüfungen
2)900-1000 Euro pro Monat
3)Wieso solltest du es ablehnen verbeamtet zu werden? Ich glaube, dass das schon geht, würde dies im Hinblick auf deine Altersversorgung niemals tun. Rente ist um 700-900 Euro weniger als die entsprechende Alterspension!
Ich habe einen FH Abschluß in allgemeiner Physik, und strebe an, an einem Gymnasium Physik und Mathematik zu unterrichten. Ich hoffe das geht. an einer Berufsschule würde ich ungern unterrichten, da ich begeisterter Physiker bin, und vielleicht auch insgeheim hoffe, durch meinen Unterricht den einen oder anderen für ein Physikstudim begeistern zu können.
Wegen der Nichtverbeamtung: Da ich in der Vergangenheit sehr gut verdient habe, war ich auch immer an der Beitragsbemessungsgrenze für meine RV. Daduch hab ich mir bis dato schon einen relativ hohen Rentenanspruch erarbeitet. Ich glaube, daß diese Ansprüche bei einer Beamtenpension verrechnet würden, deshalb könnte ich duch die Verbeamtung im Rentenalter schlechter dastehen. Als Beamter hat man zwar eine tolle Jobsicherung bzw. allgm. Absicherung bzgl. Arbeitsunfähigkeit etc., aber das brauch ich nicht. Bin gut abgesichert und mach mir auch keine Sorgen evtl. auch noch mit 55 einen Job als Physiker bzw. Ing. zu bekommen (bei der Anzahl von Studenten in dem Bereich...
Hallo an alle,
also ich muss sagen, nachdem, was ich hier bisher alles gelesen habe, bin ich echt frustriert.
Ich bin Studentin um mache im Moment mein Schulpraxissememster an einem Gymnasium in Baden-Würtemberg (Ich bekomme dafür kein Geld!!). Und ich muss sagen: Es ist unglaublich anstrengend. Soviel, wie in diesen ersten 5 Wochen, bin ich glaub´ich noch nie gerannt. Man unterschätzt diesen Beruf total.
Als Schüler bekommt man nicht mit unter welchem Druck Lehrer (vor allem wahrscheinlich junge) stehen und dabei hab ich noch nicht mal eine eigene Klasse und muss mich noch nicht ernsthaft mit Eltern auseinander setzen. Es gibt so viele Dinge, die man als Schüler nicht sieht, vor allem, dass hinter dem Lehrer eine Person steckt, die doch eigentlich nur das beste will (sollte zumindest so sein), es aber nicht allen recht machen kann, weil sie doch einfach auch nur menschlich ist. Aber das Schüler das nicht sehen können ist auch gut so, denn damit könnten sie und wollten sie auch gar nicht umgehen.
Trotzdem, auch wenn ich in diesen paar Wochen auch die Schattenseiten miterlebt habe, ist es genau das was ich machen möchte. Denn die positiven Dinge überwiegen und genau die sollte man dabei doch viel eher heraustellen.
Frustriert, bin ich deshalb, weil genau solche Diskussionen einem das Gefühl geben, sich ständig für seinen Beruf rechtfertigen zu müssen. Und genau das will ich nicht! Ich mache das aus Leidenschaft und möchte die für diesen Grund nicht aufgeben, denn ich stelle mir dieses ständige Rechtfertigen echt anstrengend vor. Das ging mir ja schon so, bevor ich überhaupt anfing richtig zu studieren. "ah, Lehramt...was auch sonst"
Also Leute, seid doch froh, dass es Menschen gibt, die diesen Job gerne machen (auch für weniger Geld)!! Also ich hab vor der Arbeit riesen Respekt!
Man muss ja bedenken dass man 1,5 Jahre Arschlecken hat für 1500€ + eine Lehrprobe die eigentlich nur Theater ist, auf dies leider soviel ankommt wie der UniAbschluss.
Und dann nur 2800 Ökken und zwar BRUTTO
Was davon netto bleibt sagen die Lehrer nicht weil sie sich grün ärgern...
naja heute quält mich auch wieder die Frage ob Chemie Dipl. doch nicht die lukrativere Wahl gewesen wär
Wer aber, der hier diskutiert, engagiert sich für die Lehrerlobby? Sei es als Gewerkschafter für halbwegs sinnvolle Lehrergehälter, sei es in der Kommunalpolitik für sinnvolle Ausstattungen oder oder.
Ich habe als Ausländerin diesen Sommer die Anerkennung für mein ausländisches Lehramt erhalten - nach 24-monatigem Anpassungslehrgang.
Für Sek-I wurde mir A12 angeboten - in NRW, das sich beklagt, zu wenige Lehrer zu haben.
Ich habe zwei akute Mangelfächer, mich an 9 Schulen beworben, 2 Absagen, von 7 Schulen gar nichts gehört.
Und in diesem Apparat sollen wir Schülern beibringen, wie man sich benimmt?
Die totale Verarschung.
Ich kann nur sagen: Auswandern, den Markt austrocknen.
Und zu RLP und Hessen: Die Schulpolitiker dort machen das einzig Richtige: mit etwas besserer Bezahlung und längerer Verbeamtung (die eigentlich volkswirtschaftlicher Blödsinn ist) den Lehrern eine halbwegs angemessene finanzielle Basis zu bieten.
Vielleicht merken es dann die Sparländer doch noch eines Tages.
Ihr merkt es: Ich bin wütend und wünsche den Schulpolitikern, dass die schlecht ausgebildete Bevölkerung ihnen in 10, 20 oder 30 Jahren ihre Ruhegehälter ganz einfach nicht mehr bezahlen können!!!
Also: Engagiert Euch - und sei es nur im Auswandern in Richtung einer besseren Infrastruktur oder einer besseren Bezahlung!
1500 Brutto gibt es im Referendariat nicht, sondern max. 1052 Euro (an Gymnasien und Berufsschulen).
Was Netto übrig bleibt ist nun wirklich kinderleicht herauszufinden. Entweder, man konsultiert einen der unzähligen Brutto-Netto-Rechner aus dem Netz und deaktiviert die Sozialversicherung sowie die Rentenzahlungen oder man geht gleich zu http://www.oeffentlicher-dienst.info . Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, deren Gehälter so offen liegen wie bei Lehrern bzw. Beamten...
@lehrerwielangenoch
Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. A12 für Sek I ist in vielen Bundesländern die Regel. Auch kann man nicht erwarten, dass man seinen Abschluss direkt anerkannt bekommt, schließlich muss man in Dtl. auch 18-24 Monate ins Referendariat. Und Mangelfächer sollten nichts mit der Bezahlung zu tun haben, das würde ja jedes Kollegium sprengen.
Und warum sollte man auswandern? Lehrer in Dtl. verdienen mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern (wie viele andere Berufsgruppen auch)
Und was bitte ist "eine längere Verbeamtung"? Natürlich gibt es Bundesländer, die Realschullehrern A13 bezahlen, das wiederum ist aber den Gymnasiallehrern nur schwer zu vermitteln, denn schließlich haben die eine längere, voll wissenschaftliche Ausbildung und ein längeres Referendariat. Dann müsste der Gerechtigkeit halber das Gehalt der Gymnasiallehrer von 13 auf 14 angehoben werden.
Ich spreche hier von NRW. Von A13 auf A12 reduziert. Mit dem wundervollen TV-L wurden die Gehälter neuer Angestellter faktisch um ca. 15% gekürzt.
Da muss einer ein schöner Idiot sein, nicht wenigstens nach RLP, Hessen oder anderswohin auszuwandern.
Probieren wir doch einmal aus, wie schnell das Geschrei losgeht, wenn wir unsere Arbeit auch um 15% reduzieren. Angemessen wär's!!! V.a. wenn rundherum die Gehälter hinauf gehen.
Das mit der "längeren Ausbildung" in Deutschland ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum.
Es gibt ausserhalb D's Länder, in denen seit Jahrzehnten für die Zulassung zum Pädagogikstudium Eignungshürden zu bestehen sind.
Aber wie ich schon früher einmal sagte: So lange sich die Lehrer gegenseitig zerfleischen anstatt endlich zusammenzuhalten (und sei es nur, indem sämtliches Schulmaterial konsequent in der Schule gelagert würde, auf der Materialgestellung (Folien, Stifte, etc.) durch den Arbeitgeber bestanden würde oder der unsittliche Verzicht auf Kostenübernahme von Klassenfahrten durch den Arbeitgeber wie von der GEW empfohlen angefochten würde, etc.) geschieht es ihnen eigentlich recht, wenn sie wie Weihnachtsgänse behandelt werden!
Deshalb arbeite ich konsequent in Richtung Weiterbildung off school - damit ich auch mit 50 nicht auf die Schule angewiesen bin.
(Anmerkung: Ich bin sehr gerne Lehrerin, aber auffressen lasse ich mich nicht, v.a. nicht für ein Gehalt, das ich mit wesentlich weniger Stress - nicht zu verwechseln mit Anstrenung - anderswo auch bekommen kann)
Das gibt es bei uns auch. Und nenn mir bitte (ernst gemeint) mal ein Land, in dem es durchschnittlich 8-9 Jahre (oder länger) dauert, bis man in den Schuldienst kommt. Ich selbst war in Australien an einer Schule, da dauert es 4 (!) Jahre. Die stehen mit 21 im Klassenraum...
Über TVL oder angestellte Lehrer im Allgemeinen müssen wir nicht reden (hast Du übrigens auch nicht). Natürlich werden die zu schlecht bezahlt. Aber wer A12 bekommt, kann davon schon leben. Es gibt sicher eine Reihe von Missständen, aber die hast Du vorher gekannt, daher können Stifte und Folien nicht der Grund sein, den Dienst zu quittieren. Im übrigen gibt es bereits ein Verwaltungsgerichtsurteil aus Mainz zu den Lehrmaterialien. Da könnte sich bald etwas tun.
Wenn Lehrer nicht anfangen zusammenzuhalten? Dann tu doch etwas dagegen bzw. dafür anstatt hier rumzuheulen und die Lehrer, die weiterhin hier arbeiten wollen als "Weihnachtsgänse" zu beleidigen.
ICh kann Frust im Lehrerberuf wirklich shr gut nachvollziehen, nicht aber diese übertriebene Reaktion von jemanden, der erst kürzlich die Anerkennung seines ausländischen Studiums beantragt hat. Natürlich ist es bitter, "nur" A12 statt A13 zu bekommen, aber alle anderen Sachen wusstest Du doch vorher! Und meiner Meinung nach ist A12 vergleichsweise (!) eine angemessene Bezahlung für die Sek I. Dieses Schicksal teilst Du mit tausenden von Kollegen.
Darüber hinaus weißt Du über die angestellten Lehrer hier bescheid. Die würden A12 mit Kusshand nehmen. Was sollen die tun, da sie noch weniger als Du bekommen? Sich gleich den Strick nehmen oder was?
P.S.: Niemand kann Dich zwingen, eine Klassenfahrt durchzuführen, wenn Du diese nicht bezahlt bekommst. Dann lass es doch einfach und setz ein Zeichen.
sehr witzig, hihihi, die Arbeitszeit um 15 % reduzieren.
Würde nicht auffallen wenn die Lehrerschaft noch ein paar Stunden weniger "anwesend" wären
Liebe(r) Jessejames
Lehrer unterrichten je nach Schulform zwischen 24 und 28 Stunden wöchentlich. Das scheint nicht viel. Die reale Arbeitszeit auf eine volle Stelle liegt jedoch sogar bei meinen "faulsten", "bestorganisierten", "korrekturärmsten Fächer unterrichtenden" oder wie auch immer genannten LehrerkollegInnen klar über derjenigen von Schreibtischangestellten im öff. Dienst.
Die meisten aber arbeiten regelmäßig 50 oder mehr Stunden/Woche und verwenden einen großen Teil der unterrichtsfreien Zeit (die korrekte Bezeichnung für die so oft umstrittenen Urlaubszeiten) für Nacharbeit, Vorbereitung, Weiterbildung sowie teilweise Überzeitkompensation.
Wenn Du also die 15% so lächerlich findest, musst Du schon von ca. 50 Std./Woche Arbeitszeit ausgehen!
Aber das macht ja relational sowieso keinen Unterschied - falls Du das verstehst.
Zu Schulmeister:
Ich gebe Dir weitgehend recht. Die Gerichtsurteile (übrigens auch zu Klassenfahrten) kenne ich.
Was mich stört, ist aber genau das, dass KollegInnen (habe ich schon so erlebt) zurechtgewiesen oder unter Druck gesetzt wurden, weil sie z.B. Papier, Whiteboardmarker für ersetzte Kreidetafeln oder dgl. von der Schule forderten und abblitzten.
Erst wenn eine Schule öffentlich dafür bekannt wird, dass keine Klassenfahrten mehr bewilligt werden, nachdem alle (oder die meisten Lehrer) geschlossen auf der Kostenerstattung bestehen, wird sich etwas bewegen.
Denn eine solche Situation würde die Eltern (und gerade auch die Lehrer unter den Eltern) ganz schnell politisch aktivieren und entsprechenden Druck auf Politik und Verwaltung erzeugen.
Und hier - verzeih mir - ist das Verständnis für vorausschauendes verantwortungsvolles und aktives schulpolitisches Verhalten bei einem großen Teil unserer KollegInnen dürftig.
Und da können wir alle zusammen aktiv werden, dann wird sich sehr schnell etwas ändern. Und wenn sich weiterhin nur 10 oder vielleicht 30% aktivieren, dauert es entsprechend länger.
Noch etwas: Es scheint ein in Deutschland verbreiteter Irrtum zu sein, dass eine lange Studiendauer für Qualität bürgt.
Sicher lässt sich in 3 Jahren kein S-II-Lehrer ausbilden. Aber 8, 9 Jahre sind für ein Lehramtsstudium nun beim besten Willen vollkommen unnötig.
Und bitteschön: Wie viele Lehrer haben 1-2 Jahre infolge von N.C. oder Babypause verbracht? Die dürfen wohl eher nicht gezählt werden.
Von denjenigen KollegInnen, die zügig und gut organisiert studiert haben (über die Hälfte davon musste auch noch selber Geld verdienen), sind die meisten mit ca. 26 oder 27 mit ihrem Referendariat fertig geworden - unabhängig von S-I oder S-II.
Bei Grundschule sieht es zugegebenermaßen etwas anders aus.
Da muss ich Dir widersprechen (in Bezug auf das Gymnasium). Ich kenne niemanden, der mit 27 mit dem Referendariat fertig war. Ich habe mit 27,5 angefangen und es gab nur einen Mann, der jünger war (Frauen sparen ja die Zeit bei der Bundeswehr bzw. ZD). Aber als Fremdsprachenlehrer habe ich auch ein Jahr im Ausland verbracht. An meiner Schule bin ich auch der jüngste Kollegen. Als ich anfing war ich fast 30.
Sicher ist die Organisation des Studiengangs mit Schuld daran. 8-9 Semester Regelstudium sind Pflicht, aber 3 zusätzliche Prüfungssemester (so war es bei mir) sind zu viel.
Die Solidarität unter den Kollegen und Kolleginnen ist erschreckend gering ausgeprägt. Statt gemeinsam etwas gegen die sich andauernd verschlechternden Arbeitsbedingungen zu tun, wird aufeinander rumgehackt: Der eine wird beneidet, weil er nur Sport unterrichtet, der andere weil er keine naturwissenschaftlichen Experimente aufbauen muss, der dritte, weil er kein Korrekturfach hat. Und bei Themen wie kostenlose Arbeitsmaterialien und Bücher oder Kostenübernahme für die Klassenfahrten gibt es auch keine einheitliche Linie: Viele zahlen das schulterzuckend, weil sie weder Lust haben sich mit der Schulleitung noch sich mit den Schülern bzw. Eltern anzulegen (beim Thema Klassenfahrten). Einer anderen Gruppe ist es auch egal, denn es ist ja "für die Kinder", die dürften ja nicht "leiden".
Dazu kommt noch ein weiterer Effekt, den ich bei uns verstärkt beobachte: Viele ältere Kolleginnen reduzieren lieber ihre Stundenzahl, als sich mehr Stress zu machen. Die haben dann oft einen gutverdienenden Ehemann daheim...
Demnach:
@Schulmeister: 1000 Korrekturstunden im Jahr ist übertrieben. Im Schnitt wären das 2,74 Stunden pro Tag, also fast 3 Stunden. Selbst nicht wenn ein Lehrer Englisch in der Oberstufe unterrichtet.
Und ein Mensch ist auch einmal krank (naja, lehrer sind eigentlich so gut wie nie krank) oder im Urlaub und da werden sie bestimmt auch nicht korrigieren.
@Lehrerwielangenoch?: Schüler sitzen auch 36 Schulstunden in der Schule und ich muss bereits in physiotherapeutische Behandlung deswegen. Außerdem schleppen wir uns an bis zu 22 kg pro Tag kaputt und eig benötigen wir immer nur eine Seite die man einmalig für 2,5 ct auf Folie drucken könnte.
Allgemein habe ich noch eine Frage: Warum ist Mathematik und Physik ein Hauptfach?
In diesem Fächern kommen auf 200 Seiten gerade mal 2 (!!) Seiten nützliche Information. (Studie aus Bayern)
Sicherlich beginnt das Schuljahr abgesehen von den
-Gesamtkonferenzen
-Fachkonferenzen
-Elternabenden
-....
relativ entspannt und gut bewältigbar innerhalb eine 40 Stunden Woche.
Problematisch wird es aber, wenn die Arbeistermine , Klausurtermine anstehen. Dann steigt die Wochearbeitszeit (zumindest bei so inkompetenten Lehrern wie mir) auf deutlich über 50-60 Stunden die Woche (Wer kein Lehrer ist, hat KEINE Ahnung, wie lange es dauert, so zweistündige Englichklausuren oder was auch immer zu korrigieren!!! Aber auch den Mist, den manche Schüler in Matheklausuren verzapfen korrigiert sich nur schwer).
Netterweise habe ich Erfahrung im schulischen UND außerschulischen Arbeitbereich und bin somit einer der wenigen, die tatsächlich die Arbeitszeit beurteilen kann!!!
In einer repräsentativen Stichprobe befragte Mummert + Partner in den Jahren 1997 und 1998 Gymnasiallehrer und ermittelte eine Durchschnittliche Arbeitszeit von 1900 Stunden pro Jahr. Da möge mal jeder der Nörgler seine Jahresarbeitszeit damit vergleichen!
Aus meiner Sicht dizqualifiziert sich jeder schon , der nur die Stunden der Unterrichtsverpflichtung als Arbeitszeit sieht als uninformiert.
Ein enormer Aufwand ist durch Arbeiten und Klausuren gegeben!!! Wer will kann ja mal für seine eigenen Kinder eine Arbeit oder Klausur zu einem belibigen Thema zur Übung erstellen und eine Musterlösung anfertigen. Anschließend noch die Punkteverteilung überlegen und dann noch die Korrektur der Sprösslingsarbeit durchführen.
(Nur mal so nebenbei als eine Mögliches Beispiel 20 Minuten mal 30 Schüler = 600 min = 5Stunden)
Davon gibt es z.B. in Mathe 6 Stück je Schuljahr.
Also nur in einer Klasse kommen zu den 4-5 Stunden Unterricht je Woche noch mal 30 Stunden Korrekturzeit je Jahr dazu!
Hier mal so eine unvollständige Liste:
0. Arbeitszeit in der Schule 8 bis 13 Uhr
Vertretungsstunden max. 3 je Woche
Pausenaufsichten
1. Anzahl der Schüler eines Lehrers (je nach Klassengröße, Fächer) 200 Schüler und mehr
2. Aufgabenbereich Arbeiten und Klausuren
2.1 Erstellen von Arbeiten und Klausuren
2.2 Korrigieren von Arbeiten/Klausuren
2.3 mündliche Noten
mündliche Leistungsbeurteilung eines Schülers
2.4 Planung und Vorbereitung des Unterrichts
Versuche aufbauen, Aufgaben auswählen, Stundenverlauf planen, ….
3. Weiter Aufgaben die keiner sieht
- Jahresgespräch mit dem Schulleiter/Dienstvorgesetzen
- Elternsprechtag
- Klassenfahrt
- Elterngespräche in der Schule und telefonisch
- Disziplinarkonferenzen
- Gesamtkonferenzen mit allen Kollegen
- Fachschaftskonferenzen (also je Fach eine Konferenz mindestens)
- Fortbildung
- erstellen von individuellen Förderplänen
- Aufsicht und Betreuung von Tag der Offenen Tür, Schulfesten, ….
- Verabschiedung der Abiturienten
ach, das Abitur habe ich ja ganz vergessen
- Erstkorrektur der Abiturarbeiten
- Zweitkorrektur des Abiturs von anderen Schulen/Kollegen
und die vielen Aufgaben die jeder, der Ahnung hat noch kennt....
Wenn der Job so wunderbarüberbezahlt wäre, dann würden es ja keinen Lehrermangel geben! Die einzelnen Bundesländer werben AKTIV(!) Lehrer aus allen Bundesländern ab! Gibt es noch neue Physiklehrer???? Ist doch alles so easy leicht verdientes Geld....
Und Außerdem: Wer den Lehrerberuf für so überbezahlt hält kann ja gerne Lehrer werden ...
- als angestellter Lehrer fangen Sie dann vermutlich bei der ersten Gehaltsabrechung an zu heulen!
- als Beamter sollte es so einigermaßen passen! (aber bei 1900 und mehr Stunden! Mehrere 50-60 Stundenwochen im Jahr sind VÖLLIG normal und durch den Schulablauf vorgegeben! ca.80%-90% der Wochenenden werden für die Schule zumindest teilweise genutzt! Sonntag ist für Lehrer oft Schultag!)
1000 Stunden treffen sicher nicht auf jeden Lehrer zu. Hat man aber zwei Korrekturfächer (etwa Fremdsprachen) und zudem mehrere Kurse in der Oberstufe, die ja auch Abitur (!) machen wollen, kommt das schon hin. Inklusive Gutachten kann eine Klausur schon 2 Stunden dauern (keine Abi-Klausur). Dann hast Du Kurse mit 25 Leuten, sagen wir zwei in Französisch, zwei in Englisch. Das macht ca. 100 Oberstufenschüler. Die schreiben nun im Schnitt 3,5 Klausuren im Jahr. Dann bist Du OHNE Abitur (das dauert nämlich ein bisschen länger) bei 700 Stunden. Dann kommen noch diverse Sek I Klassen dazu, in denen man 5 Arbeiten pro Jahr schreibt. Pro Klasse wiederum zwischen 26 und 34 Schüler, ca. 25min pro Arbeit. Dann noch Vokabeltests und Hausaufgabenkontrollen...
Ich bringe jetzt einen Englischkurs mit 28 Leuten ins Abitur, d.h. 28 Abi-Klausuren neben der normalen Arbeitszeit korrigieren!
Wer in Deutschland zu wenig verdient, soll sich doch in der Schweiz anstellen lassen. Machen dies doch schon viele Lehrer aus Deutschland. Einstiegslohn auf der Primarstufe liegt bei 3000 Euro - Beamtenstatus haben wir im Jahre 2000 abgeschafft. Arbeiten muss man dafür auch zwischen 1900 und 2100 Jahresstunden in 9 Fächern mit allem drum und dran (EA, Gespräche mit Heilpädagogen, SL, Eltern, ...). Wir haben auch Lehrer, die dafür nur 1500 Stunden arbeiten - eben die schwarzen Schafe - die in diesem Forum so oft erwähnt wurden. Leider wird diesen Kollegen bis heute nicht gekündigt. Die neu eingeführten Schulleitungen und der zukünftige Leistungslohn wird daran auch nichts ändern. Für alle Leute, die mir erzählen, wie schön und locker der Lehrerjob sei, habe ich immer ein Anmeldeformular der Pädagogischen Hochschule bereit. Leider wollte sich da noch nie jemand anmelden...
Dein Beitrag ist sehr sachlich, transparent. Ob die Mehrzahl der Neider auf uns LehrerInnen ihn verstehen kann/will, sehen wir dann.
An alle:
Eigentlich wurden hier alle Argumente und Zustände sachlich und emotional vollumfänglich geschildert.
Frage wäre jetzt eigentlich (auch ganz konkret an Lehrerfreund):
Sollte nicht an dieser Stelle dieser Forumsbereich in ein neues Forumsthema übergeleitet werden und zwar mit dem Inhalt und Ziel, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung unserer Situation und deren Um-/Durchsetzung zu besprechen.
Ich selber bin durchaus schulpolitisch aktiv und kämpfe für Veränderungen.
Oft stelle ich fest, wie wenig Ahnung (das soll nicht als Herabsetzung sondern als momentane Bildungslücke verstanden werden) KollegInnen haben von ihren Möglichkeiten, allein schon durch Sympathiebekundungen von Anträgen solche zu unterstützen, geschweige denn von ihren tatsächlichen (schulpolitischen und dienstrechtlichen) Rechten.
Ich nenne hier eine sehr erfolgreiche Gesamtschule, deren Schulleitung aktiv in der Politik mitmischt und auf diesem Weg - zu 100% im rechtlich zuläßigen Rahmen - Vorteile erarbeitet.
Die betreffenden Ratsvertreter aus der Schulleitung sagen ganz klar: Es ist für eine gute Sache, es ist 100% Einsatz auch im privaten Bereich notwendig.
Nutznießer: ca. 1200 SchülerInnen und 120 LehrerInnen.
Da die betreffenden nicht nur Ego-Trip für die eigene Schule fahren, konnten auch schon Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Grundschulen der betreffenden Stadt daraus Nutzen ziehen, weil die Bildung in der Politik stets kompetent vertreten präsent ist.
Natürlich wird sich hier bezahlungsmäßig noch nichts ändern.
Aber: Wenn wir Stifte, Papier und dgl. endlich durch den Schulträger gestellt bekommen, Unterrichtsräume sinnvoll in Stand gehalten werden, Ausstattung einigermaßen zeitgemäß ist, die öffentliche Wertschätzung höher ist, ...
meint Ihr nicht, dass allein dann schon unser Leben erheblich an Qualität gewinnt?
Also: Packen wir's doch an!
Sie haben hier aufgeführt was wäre wenn. Wer Englisch und Französisch in der Oberstufe unterrichtet wollte es so. Sogar ich weiß, dass man in der Oberstufe nicht unterrichten muss. Es gibt genug Lehrer, die das verweigern.
Ich liege am Boden vor Lachen... Da irrst Du aber gewaltig, mein lieber. Man versucht zwar, die Last gleichmäßig zu verteilen, aber das ist nicht möglich. In Niedersachsen gab es bis vor ein paar Jahren z.B. die Orientierungsstufe (nur Klassen 5 und 6). Lehrer, die dort 30 Jahre unterrichtet haben, sind teilweise nicht mehr in der Lage, in der Oberstufe zu unterrichten. Da nimmt die Schulleitung manchmal aus menschlichen Gründen Rücksicht. Man kann zu Schuljahresende auch Wünsche angeben, welche Klassen man gerne hätte. Aber was Du sagst ist natürlich grober Unfug. Wo kämen wir denn da hin? Da würden sich ja alle Lehrer weigern, die Mehrarbeit in Kauf zunehmen, im Sinne von: "Ach übrigens Herr Direktor, nur zu ihrer Information. Ich unterrichte zukünftig nicht mehr in der Oberstufe. Ist mir einfach zu stressig..."
Du musst als Beamter sogar dort arbeiten, wo dich das Land hinsteckt. Wenn die der Meinung sind, dass Du in Meppen besser aufgehoben bist als in Hannover, dann kannst Du da nichts machen.
Wie wäre es schön, wenn ich mein selbst gewähltes Fach Kunst in allen Klassen unterrichten könnte! Dummerweise müsste ich dann meiner Kollegin den Deutschunterricht abgeben, aber das ist ja nicht schlimm. Denn ich habe weniger Arbeit (nur an Korrekturen!) und sie macht das dann schon, auch wenn sie nicht ausgebildet ist.
Gemerkt, wo der Haken ist? Fairerweise muss ich sagen, dass meine liebe Kollegin und ich seit Jahren Hand in Hand arbeiten und uns Ethik/Religion stundenmäßig teilen können. So haben wir beide unsere geliebten Kunststunden, aber das hat nichts mit aussuchen zu tun.
Und zum Thema aussuchen: Kollegen werden einen Tag vor Schuljahresbeginn umgesetzt, wenn alles, aber auch wirklich alles, für den Schulbeginn in der Schule fertig ist. Das nennt man dann sorgsamen Umgang mit den Angestellten. Produziert werden auf diese Weise aber nur demotivierte Lehrer.Übrigens das mit den Korrekturstunden kommt, wie oben von MuPL beschrieben, hin, auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst. Und in der Liste fehlen noch jede Menge Arbeitsaufgaben: Schulhaus- und Klassenraumausgestaltung (z.T. vom eigenen Geld), Beurteilungen und Laufbahnempfehlungen, Protokolle und Sitzungen, die noch nicht aufgeführt wurden, wie Jahrgangsteams....
Willst du immer noch Lehrer werden?
@ lehrerwielangenoch?
Bitte um Info, wie das funktioniert. Ernsthaft brauchen wir Unterstützung. was kann man wie tun, um Politiker wachzurütteln? Wir sind stinksauer über die Art und Weise, wie mit unserem Leben umgesprungen wird, denn wir haben, wie alle anderen Menschen auch, nur dieses eine.
... z.B. indem nach einer Klassenfahrt die Verzichtserklärung mit Hinweis auf "Unsittlichkeit" widerrufen wird und die Übernahme der Fahrtkosten (sinnvollerweise nach Abzug einer sinnvollen Essenskosten-Beteiligung) beantragt, nötigenfalls gerichtlich eingefordert wird.
Wenn das pro Schule nur 10 Kollegen machen würden, würde dieser Misstand ganz schnell enden.
Genau das gleiche gilt für Arbeitsinfrastruktur in der Schule - zumindest nach der Aberkennung des häusl. Arbeitszimmers dürfte das politisch eng werden, wenn nur genügend LehrerInnen Druck machen.
Ich bin sicher, dass GEW, Philo-Verband und VBE Musterklagen gerne unterstützen würden.
Ich für mich habe es so gelöst, dass ich an einer Privatschule bin, die Arbeitsmittel anstandslos bezahlt.
Es bleibt noch genügend übrig (v.a. Fachbücher für durschnittlich 100 EUR monatl.), das ich selber bezahle, aber ich komme mir nicht mehr wie eine Weihnachtsgans vor.
Und das sind schliesslich Anlagen, die mir gehören und die ich idealerweise jahrelang nach eigenem Ermessen brauchen kann - im Gegensatz zu Verbrauchsmaterial.
wie schon häufig angemerkt, gibt es, wie in jeder firma auch, gute und schlechte. das eigentliche problem: jeder kann sich von der arbeit überzeugen, in lehrplänen nachlesen, was ein lehrer zu tun und zu lassen hat, in gehaltstabellen nachschauen, was dieser verdient.
in welchem betrieb geht denn das auch so ? ihr würdet euch eundern, was da verdient und, vor allem, gearbeitet wird.
ich beklage mich nicht, aber muss mich auch nicht ständig rechtferigen. das tue ich im unterricht doch sowieso ständg.
meine erfahrung: es ist grundsätzlich egal, ob man engagiert arbeitet oder nicht. es interessiert häufig neimanden. wer allerdings einen fehler begeht, möglicherweise einen schüler zurechtgestutzt hat, der muss sich vor dem anwalt der eltern hüten, schulaufsicht usw. unser bildungssystem ist krank. dass der staat hier kein belobigungssystem oder prämien für besonders gute arbeit einbaut (wie in der wirtschaft) ist ein schmarrn. das grundgehalt reicht natürlich zu leben.
Danke für die Rückantwort. Das versuchen wir schon, landen im Moment aber noch zu oft in "Grabenkämpfen". Aber wir bleiben dran.
Kleiner Witz am Rande: Ein Computer zur Arbeit im Lehrerzimmer. Das mit dem Arbeitszimmer verlagern ist dann bei 40 Kollegen ein echter Spaß. Doch das ist ja schon ausführlich diskutiert worden.
also ich habe als Berufskraftfahrer ca 180-240std im Monat und verdiene 1500 rein netto 2450Brt.Stk.1 im deutschen fernverkehr ohne Spesen. Also liebe Lehrer wer verdient hier zu wenig für zu viel arbeit.Bin im Übrigen fast nur am WE zu hause bei Frau und Kind
Es wäre aber sehr albern, jetzt die reine Arbeitszeit von studierten Lehrern und Berufskraftfahrern zu vergleichen. Wie lange hat doch gleich Ihre Ausbildung gedauert? Mit 1500 Euro netto verdienen sie 50% mehr als ein Lehrer im Referendariat und nur unwesentlich weniger als ein angestellter Lehrer. Von Lehrern, die nur Zeitverträge bekommen und denen in den Ferien gekündigt wird, obwohl sie Vorbereitungen und Korrekturen zu erledigen haben ganz zu schweigen. Also bitte sachlich bleiben.
ich bleibe sachlich nehmen wir mal an ein Lehrer ist mal für eine sekunde nicht aufmerksam, was passiert nix wenn ein Kraftfahrer, Vertreter, oder Lokführer unachtsam ist haben wir eine kleine Katastrophe. Dies nun mal zum einen. Was einen höheren Lohn gerechtfertigen würde dann hätten wir noch die ständigen einhaltungen der Gesetze man fährt nicht nur einfach man arbeitet. Nun zu meiner ausbildung ich habe 2,5 jahre Bäckerlehre hinter mir abbr. Mehlallergie dann 2 Logistiker lehre und dann nochmal 2,5 jahre Berufskraftfahrer ausbildung. Plus weiterbildung ADR-Prüfung alle 5 Jahre ca 300euro. Alle 5 Jahre verlängerung des Führerscheins ca. 250eu und und und. Alles auß eigener Tasche. Und zum letzten punkt finde ich nicht das 4-500euro weniger lohn unwesentlich sind. Und das Ärzte nur 1900 euro verdienen soll das kann ich kaum glauben. Und im übrigen halte ich ihren lohn auch nich unbedingt für angemessen da ich der auffassung bin das man mindestens 2200euro im Monat haben sollte mit einer dreiköpfigen fam. und selbst dann kommt man kaum über den Monat. Aber das haben unsere Politiker zu verantworten.
Mfg
NIk
Meine Frau ist Ärztin und sie können mit das ruhig glauben. Sie kommt nur durch diverse 24-Stunden-Dienste (mehr als gesetzlich zugelassen) auf ca. 2400 Euro netto.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es geht mir nicht darum, Ihren Beruf abzuwerten. In einer so genannten Leistungsgesellschaft zählt aber die Art der Qualifizierung mehr als als die reine Stundenanzahl und das Berufsrisiko.
Inwiefern ist es denn eine kleine Katastrophe, wenn ein Vertreter mal eine Sekunde unachtsam ist?
Glauben Sie mir, es gibt Sekunden, in denen es eine große Katastrophe ist, wenn man als Lehrer unaufmerksam ist.
UND Wie macht man unachtsam Unterricht? Wenn ich unachtsam meine Deutscharbeiten korrigiere, kann ich alles nochmal machen, weil ich gar nicht weiß, was ich da lese.
An den Lokführer und Kranfahrer: Ich dachte immer, dass ich als Lehrer ebenfalls ständig Gestezte einhalte.
Ich habe auch vor meinem Studium eine Lehre als Zahnarzthelferin und eine als Einzelhandelkauffrau abgeschlossen. Darf ich deswegen jetzt ein höheres Gehalt einfordern als die Kollegen, die sofort studiert haben?
Meine Fortbildungen, Arbeitsmaterialien und meinen Arbeitsplatz zahle ich auch aus eigener Tasche.
Aber in einem stimme ich Ihnen zu. Ich bin auch der Meinung, dass man mindestens 2200€ verdienen sollte. Ich würde auch gern mindestens so viel verdienen. Leider verdiene ich als angestellte Hauptschullehrerin knapp unter 2000€
...welch verwöhntes Völkchen und jetzt meckert es auch noch.
Hier noch mal einfach und verständlich die wichtigsten Vorteile die so ein Beamtenleben bringt. Lehrer zählen übrigens auch dazu.
1. Unkündbarkeit
2. Keine Verantwortung
3. Qualifikationen statt Leistung
1. Da kann es der Wirtschaft beschissen gehen wie es möchte. Die Lehrer behalten ihren Job. Alle anderen müssen darum bangen, dass sie rausgeschmissen werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Den Lehrer braucht man vielleicht nicht mehr, egal, rausschmeißen tut man ihn nicht. Aber man erhöht seine Kaffeeration, damit er die bezahlte Freizeit auch genießen kann.
2. Egal, was ein Lehrer macht, er ist immer fein raus. Wenn ein Lehrer versagt, dann versagt5e nicht er, sondern die Deppen in der Regierung. Von einem Lehrer Verantwortung zu erwarten ist wie zu nem Elefant zu sagen, dass er nach zwei Wochen Diät nur noch 5 Gramm wiegen darf. Lehrer haben ein Gewissen wie mein Computer. Die tun nur das was ihnen gesagt wird und wenn es Probleme gibt, dann liegt das am Programmierer. Wenn der Lehrer unfähig ist zu erklären, dann sind die Schüler zu doof oder geben sich keine Mühe um zu verstehen.
3. Aber das Beste am Lehrer-sein ist der Teil, in dem ein Lehrer etwas leistet. Soll ich schon mal die Lupe holen? Lehrer-werden ist wie Führerschein-machen. Nur, dass ich wenn ich meinen Führerschein fertig habe nicht automatisch auch ein Gehalt bekomme, wenn ich mich ein ein Auto setze. Bei Lehrern ist das so. Man wird einmal Lehrer im Leben und muss sich nur einmal Mühe geben(bisschen schleimen reicht wahrscheinlich auch schon), danach muss man nur noch anwesend sein. Das ist so wie wenn wir sagen, dass jeder Schüler für jede Zwei auf seinen Zeugnis lebenslänglich nen Euro pro Monat kriegt und für jeden Einser 10 Euro pro Monat. Tolle Idee. Leistung Ade. Lehrer bekommen sogar einen Bonus für schon geleistete Dienstjahre. Wo ist die Verbesserung an einem senilen Senior-Lehrer zum Vergleich mit den noch engagierten Junior-Lehrer? Lehrer verbssern sich nicht. Sie verschlechtern sich. Am Anfang wissen sie noch nicht wie viel Arbeiteinsatz erforderlich ist, darum beginnen sie mit 80% bis sie dann merken, dass 8% mehr als genug sind.
Klar, das alles können auch Nachteeile sein, aber man weiß ja vorher, was man will und informiert sich auch hofgfentlich dementsprechend. Und ansonsten kann man immer noch den Beruf wechseln. Die Schulen sind und bleiben ein Anfangbecken für Minderbemittelte, für Menschen die der Arbeitsmarkt nicht gebrauchen kann. Menschen die sonst wegen Unfähigkeit Hartz-4 bekämen. Jedes Unternehmen würden lieber tausend engagierte Behinderte einstellen als einen Beamten. Arbeitnehmer mit so einer Arbeitsmoral sind wie vergammelte Speisen. Niemand ist bereit sie zu einzustellen oder zu essen, geschweige denn etwas dafür zu zahlen, eher würde man sich etwas dafür zahlen lassen und das auch nur ungern.
Ich kenne Lehrer. Die machen aus der Schulpflicht eine Zumutung für die Eltern, die ihren Erziehungauftrag nachkommen und ihre Kinder vor schlechten Einflüssen schützen wollen.
Es wird Zeit, dass wir Bildungsgutscheine(Milton Friedman) einführen.
Selten so einen '??#+&$§ (Zensur Lehrerfreund) gelesen wie in Ihrem Beitrag. Ihr Nickname kommt sicher nicht von ungefähr, schließlich müssen Sie eine Menge Frust mit sich herumtragen. Man könnte es auch Neid nennen. Neid auf Menschen, die einen anständigen, ehrbaren und nicht zuletzt verantwortungsvollen akademischen Beruf erlernt haben. Sie selbst hingegen scheinen es nur zu einem drittklassigen Schreiberling für ein billiges Bild-Zeitungs-Imitat gebracht zu haben. Aber keine Sorge, bei der hohen Erblichkeit von Intelligenz werden Ihre Kinder nicht Gefahr laufen, von mir auf dem Gymnasium unterrichtet zu werden...
P.S.: Das Lustige an Menschen wie Ihnen ist, dass sie es sich niemals wagen würden, solche Aussagen in Gegenwart von Lehrern zu tätigen, weil ihr Respekt in Wirklichkeit viel zu groß ist. Das Phänomen erlebe ich immer wieder auf Elternabenden. Mir ist noch nie einer dieser vielen Miesmacher begegnet. Wie kann das sein, wenn es doch angeblich so viele von ihnen gibt? Die Antwort ist ganz einfach: das primitive Bedürfnis, sich Luft zu machen, lässt sich im www schnell und einfach befriedigen, egal wie sinnfrei die Argumente sind. Schließlich kann man so wunderbar von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Wiedererkannt "Frust"?
ach die Frustrierten ....
kenne ich. welch ermüdendes Völkchen.
Ham's einfach nicht verstanden zur richtigen Zeit das Richtige zu studieren und Lehrer zu werden.
Dann hätten sie ausgesorgt.
Schaffen wir Ihnen zuliebe doch das Beamtentum ab und die Schulpflicht gleich mit dazu. Dann geht's uns allen sicher besser.
Gemeinsam suchen wir dann neue Sündenböcke zum Aggressionsabbau.
Immobilienmakler zum Beispiel, oder Kraftfahrzeug-Sachverständige. Oder einfach Aufsichtsratsvorsitzende. Kenne ich alle. Taugen alle nix, kriegen aber ein Schweinegeld.
Eine Zumutung ...
Haben Sie endlich ein Ventil für Ihre eigene Misere gefunden? Es gibt bereits mehrere Antworten zu Ihrem Beitrag. Schade, dass Sie darauf nicht reagieren wollen (oder können?). Schön, wenn Sie Ihren persönlichen Sündenbock gefunden haben. Ich hoffe, dass Sie keine schulpflichtigen Kinder haben, denn die müssten Sie dann vielleicht noch selbst unterrichten, wenn alle LehrerInnen, die Sie gerade diffamiert haben, die Arbeitsstelle wechseln würden. Es gehen nämlich zuerst die besten Lehrer.
@tintenklecks
Danke.
Übrigens auch "Nebenfachlehrer" können möglicherweise außer der Korrekturzeit auch sehr viel Mühe und Zeit investieren. Aber das wissen Sie ja.
- keine Verantwortung
- nur 5 Stunden am Tag arbeiten
- unkündbar
- Faulheit und das noch gut bezahlt
- anspruchslose Arbeit
Also wer da nicht Lehrer werden will muss doch total bescheuert sein!
Warum werdet ihr nicht alle Lehrer?
WARUM?!?
Die Betonung liegt auf "können", bei Korrekturfachlehrer/innen liegt sie auf "müssen". Aber das wissen Sie ebenso wie ich, dass die Arbeitszeit bei Lehrer/innen extrem ungerecht verteilt ist!
Ich weiß, ich weiß- und ich bin auch Korrekturfachlehrer. Meine nicht so ganz massiven Korrekturen liegen in meinen Zweitfächern, aber mit Deutsch und Englisch zum Beispiel ist es sicherlich potenziert. Trotzdem noch einmal danke für den sachlichen Kommentar. Dass ich sowohl Korrekturfach als auch andere zeitaufwändige Fächer habe, war ja nicht offensichtlich.
Und um auf Bezahlung zu kommen: Den meisten Spaß an meinem Job habe ich noch immer in den Stunden, die ich nicht bezahlt bekomme, weil sie den 2Rahmen" sprengen: Theatergruppe, die nie pünktlich fertig wird und Kunstkurs, der auch nie fertig wird.
ich lese gerade, dass die Flugbegleiter der LH streiken wollen. LH bietet diesen nämlich "nur" 10 % mehr an (für 12 Monate). Den Flugbegleitern der LH ist das zu wenig.
Was das mit Lehrern zu tun hat?
Ein Flugbegleiter hat einen anstregenden Job. Wie Lehrer auch.
Ein Flugbegleiter hat eine mehrwöchige Ausbildung ... ein Lehrer?
Merken Sie etwas?
Der Abstand im Gehaltsgefüge zu Tätigkeiten mit geringer Qualifikation wird immer kleiner.
Merken Sie sich bitte folgenden Zusammenhang:
Die Lohnsteigerungen hängen NUR noch von der (kurzfristigen!) WICHTIGKEIT eine Berufsgruppe für das Wirtschaftssystem und deren STREIKPOTENTIAL und -BEREITSCHAFT ab. Beispiele gibts es viele (Lokführer, Ärzte und eben auch Piloten und Flugbegleiter). Wenn die Flugbegleiter oder die Piloten streiken, dann kostet das die Wirtschaft viel Geld, also wird bezahlt.
Lehrer und Lehrerinnen haben unter diesen Bedingungen halt die A...karte gezogen, da sie als (mehrheitlich) Beamte nicht streiken dürfen (was wäre das für eine tolle Vorstellung, wenn Millionen Kinder wochenlang die Städte unsicher machen, da sie nicht "beschult" werden...) und da das von den Lehrern und Lehrerinnen hergestellte "Produkt" (Bildung) kurzfristig(!) überhaupt keine Relevanz für die Wirtschaft hat (notfalls holt man sich ein paar Inder, die machen das schon...).
Ich wiederhole mich:
Wer unter diesen Bedinungen noch Lehrer oder Lehrerin wird, der ist verrückt.
Im Vergleich dazu habe ich auch eine berufliche Ausbildung als Bürokaufmann genossen. Ich hatte um 16 Uhr Feierabend und konnte mich entspannt Zuhause auf die faule Haut legen. Wochenende war einfach frei und meinen Urlaub legte ich auf die günstigen Wochen. Das sparte mir sehr viel Geld, was in den zuvor genannten Berechnungen nicht vorkommt. Da ich auch mein Studium selbst finanzierte, sollte auch das gegengerechnet werden. Zum Glück bekam ich eine feste Stelle als Lehrer, sonst hätte ich das Geld für das Studium nicht ohne Probleme zurückzahlen können. Insgesamt habe ich für die Ausbildung 10 Jahre (Abi nachgemacht!) benötigt und während dessen nur einmal Urlaub gehabt. Der Rest ging für Studium und Geldverdienen drauf. Tipp: Werden sie Lehrer! Trennen sie sich vom Partner (es ist eh keine Zeit für ihn da), verkaufen sie ihr Auto (viel zu teuer in dieser Zeit) und stellen sie sich auf einen Arbeitsplatz in der entferntesten Wildnis Deutschlands ein (auch da werden sie gebraucht!!!). Da sie eh nach 16 Uhr Arbeiten müssen, brauchen sie sich über das geringe Einkommen in der Ausbildungsphase keine Gedanken machen. Dafür darf ihnen aber danach jeder Schüler ins Gesicht sagen, dass sie ein Arschloch und ein Motherfucker sind. Danach sollten sie lächeln und sich sagen, dass sie dafür ja soooooooo viel Geld bekommen und wahnsinnig lange Ferien haben - die sie dann auch brauchen. Liebe Kollegen, vergleicht euch nicht mit Handwerkern oder Ungelernten, sie sind nur neidisch und zu faul diesen Beruf unter den gegebenen Umständen zu erlernen. Seid eher stolz auf euren Arbeitgeber, da er euch nicht einfach auf die Straße setzt, wenns im Getriebe etwas reibt. Seid stolz auf eure Leistung, da kein anderer sie machen will (sie wollen nur das Geld und die Ferien). Seid mit allen Fasern Lehrer und nicht so eine kleine abhängige, schlecht ausgebildete und unterbezahlte Wurst in der Wirtschaft.
über die Arbeitszeit der Lehrer, läßt sich auch streiten. Soweit ich Informiert bin Beamte arbeiten mehr als Angestellte. Sie arbeiten im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche.
Angestellte Arbeitnehmer arbeiten dagegen im Schnitt nur 38,7 Stunden, wobei in den alten Bundesländer im öff. Dienst mit durchschnittlichen 39,5 Stunden sogar mehr gearbeitet wird als im Osten. Die Besoldung der Lehrer richtet sich nach der Bundesbesoldungsordnung und werden in Besoldungstabellen aufgeführt.
Versuchen Sie einmal in einem anderen Wirtschaftsbereich, in dem Arbeitskräftemangel herrscht, einen Akademiker für 2400 Euro Brutto zu bekommen. An den Schulen (in Westdeutschland) herrscht mittlerweile in vielen Fächern ein extremer Mangel an ausgebildeten Lehrern.
Der Staat kommt hier äußert billig davon!
ich habe hier jetzt viele Vorurteile über unseren Berufstand lesen müssen. Ich möchte einfach nur mal die Tätigkeitsfelder eines Lehrers auführen. Diese sind:
1. Unterrichten
2. Erziehen
3. Beurteilen
4. Diagnostizieren und Fördern
5. Organisieren und Verwalten
Das ist doch mal eine Stellenbeschreibung! Könnte ich mir auch gut in einer Stellenausschreibung für Abteilungsleiter in der freien Wirtschaft vorstellen.
Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder Kollege oder jede Kollegin mit solch einem Kompetenzreichtum gesegnet ist, alle Bereiche top ausführen zu können. Aber ist es bei einem Abteilungsleiter nicht auch so? Und die werden teilweise wesentlich besser bezahlt.
Jeder Arbeitnehmer/Beamte erfüllt einen Zweck innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges. Was würden wir machen, wenn es plötzlich keine KFZ-Mechatroniker, Tischler, Bankkaufleute und eben auch Lehrer mehr gäbe?
Es ist mir natürlich auch klar, dass einige Kollegen sich auf ihren Bezügen ausruhen. Aber, wer seinen Job als Lehrer ernst nimmt und versucht die oben genannten Punkte zu erfüllen ist er bestimmt nicht mit zu viel Freizeit und zu hohen Bezügen gesegnet.
Ich bin gerne Lehrer geworden, weil ich jungen Menschen etwas mit auf den (in meinem Fall) beruflichen Lebensweg geben möchte und sie zu mündigen Bürgern machen möchte. Aber mündige Bürger werden sie nur, wenn sich die Jugendlichen nicht für alles das, was sie sagen oder schreiben, schämen müssen, weil sie es entweder nicht durchdacht oder mit jeder Menge Fehlern gespickt haben.
Und zum guten Schluss ein Zitat einer Referendarin auf die Frage wie sie ihre Stunde beurteilen würden. "Wir haben zusammen gelacht! Das war sehr positiv!" Chapeaux! Die Frau hatte es begriffen! Lernen soll auch Spaß machen können!
also das hier ist schon eine höchst interessante, wenn auch eigentümliche Diskussion...
Ich selbst bin übrigens Schüler einer 13. Klasse, und werde (hoffentlich) dieses Jahr mein Abitur machen.
Was mich hier stört, sind -neben den Leuten (Eltern!) , die offenbar keine Ahnung vom Lehrerdasein haben- vor allem Pauschalisierungen:
Lehrer gibt es gute und schlechte, das dürfte klar sein. Leider jedoch ist es offenbar so, dass die Guten bei den Schülern zuhause kaum Erwähnung finden, während über die Schlechten garantiert geredet wird. Der so entstehende Gesamteindruck von Lehrern ist fatal.
Außerdem halte ich sämtliche "Hochrechnungen" von Arbeitszeit bei Lehrern für nicht aussagekräftig, da dieses Verfahren
erstens (oft) nur die reine Präsenzzeit an der Schule darstellt, jedoch nicht Korrekturzeiten und Unterrichtsvorbereitungen,
zweitens nicht unerheblich von der Fächerkombination des jeweiligen Lehrers abhängt und
drittens nicht zuletzt vom einzelnen Lehrer selbst abhängt. Hier gibt es auf der einen Seite Lehrer, die selbst keine Ahnung von ihrer letzten (aktuellen) Stunde haben (ein Grund übrigens, der dafür spräche, den Beamtenstatus abzuschaffen) und auf der anderen Seite vorbildliche Lehrer, die in der Regel gut vorbereiteten, motivierten Unterricht halten. Selbstverständlich ist das Schwarz-Weiß-Malerei, aber die Tendenz ist dennoch korrekt.
Ich jedenfalls würde mir als Elternteil nicht anmaßen zu behaupten, ich wüsste genau über das Lehrerwesen und den Lehrer "an sich" Bescheid. Möglicherweise werde ich ja selbst einmal Lehrer, allein schon deshalb, weil ich es besser als meine eigenen machen wollte
MfG
Daniel
hihi...
Wowereit und der Berliner Senat wollen die Bezahlung deckeln und zwar bundeseinheitlich. Sonst würde das zu teuer:
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2722803
Seltsam, war es nicht Berlin, welches den Wettbewerb der Länder forcierte und die Situation überhaupt erst auslöste? Jetzt rollt die selbst ausgelöste Lawine in die falsche Richtung ....
Und es ist Tatsache, dass nur über die "schlechten" Lehrer geredet wird und somit über deren Fehler. Wenn ein Lehrer seinen Job wirklich gut macht, dann ist das meistens einfach selbstverständlich.
Ebenfalls ist es - wie schon von manch anderem erwähnt - Fakt, dass es sowohl gute als auch schlechte Lehrer gibt. Das ist wohl in jeder Berufsgruppe so, doch hat ein Lehrer Einfluss auf viele junge Leute, die von ihm lernen (sollten).
Meine Schule zählt zu den besten Bayerns, deshalb kann ich jetzt nicht sagen, dass es bei uns "schlimm" zugeht. Außerdem sind wir eine Schule "auf dem Land", an denen es doch um einiges zivilisierter zugeht als in den Stadtschulen. An letzteren muss es echt kein Spaß mehr sein zu unterrichten, wenn man sich nicht von Anfang an konsequent durchsetzt.
Ich finde es einfach nur noch traurig, wie wenig der Lehrerberuf anerkannt ist. Meiner Meinung nach zählt er zu den anspruchvollsten Berufen, die es gibt. Denn es ist keinesfalls leicht vor teilweise über 30 Kinder zu stehen, die vor allem in den Städten völlig unmotiviert und desinteressiert sind. Diesen soll man den Stoff vermitteln, und das auch so, dass sie davon etwas haben und ihnen Schule Spaß macht.
Manche Lehrer sind schon mit einer 5. Klasse völlig überfordert und schaffen es nicht ein mal, diese ruhig zu bekommen. Die können einem manchmal echt leid tun.
Deshalb finde ich, dass man ein strengeres Auswahlverfahren für Lehrer einführen sollte, denn diejenigen, die nicht mit Kinder und Jugendlichen umgehen können, werden in diesem Job niemals glücklich werden, was man auch an unserer Schule leider beobachten muss.
Und ich finde keinesfalls, dass die Lehrer, die ihren Beruf ernst nehmen und ihn mit Leidenschaft ausüben, zu hoch bezahlt werden. Denn kaum ein anderer Beruf bringt eine so hohe phsychische Belastung mit sich.
Im Übrigen möchte ich auch Lehrerin werden, da ich das Glück hatte/habe, einige sehr gute Lehrerinnen im Unterricht zu haben.
Aber bei diesen Aussichten kommen immer mehr und mehr Zweifel auf, denn so viele Leute - wie z.B. auch hier in diesem Forum - raten einem davon ab.
Dass man als Lehrer nicht reich wird und auch nicht mehr Freizeit hat (eher weniger!) wie jemand in der freien Wirtschaft ist mir durchaus bewusst.
Ich habe bereits einige sehr gut bezahlte Ausbildungsangebote abgelehnt, und mich für den Weg Abi-Studium-Lehrer entschieden.
Dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist, sein Studium ohne Schulden selbst zu finanzieren ist mir leider auch bewusst.
Ich habe diese folgenschwere Entscheidung getroffen, da es mein absoluter Traumberuf ist.
lg sunny
Danke für deine faire Einschätzung und gehe den Weg. Wir brauchen Nachwuchs, auch und gerade wegen des schlechten Nachredens. Es ist alles richtig, was du sagst. Als Lehrer sollte man Spaß am Unterrichten und mit den Schülern haben.
Die Idee mit dem Auswahlverfahren ist gut, aber schwer zu vollziehen. Falls du Bedenken hast, ob es bei dir funktioniert, ein Tipp. Ich habe vor meinem Studium mehrere Sportgruppen jüngerer Schüler trainiert. In dieser Arbeit konnte ich schon feststellen, dass es nicht wichtig ist, wie groß oder wie alt man ist. Der Funke muss überspringen. Probiere es doch aus, bevor du den Studienweg endgültig einschlägst.
An was für einer Schule unterrichtest Du denn...und ist die in der Stadt oder auf dem Land?
Ich weiß ja jetzt nicht was genau für Dich so schlimm ist....aber ich befürchte leider auch, dass die Kinder durch die zunehmend "Antiautoritäre Erziehung" nicht gerade respektvoller und disziplinierter werden.
Ich würde mich echt freuen, wenn du mir vll erzählst was genau für dich so schrecklich ist...
@AS:
Danke für die Bestärkung!!! Freut mich echt, wenn Lehrer ihren Beruf so zu sagen "weiterempfehlen". Ich denke auch - so weit ich das beurteilen kann und darf - dass es schon auch von dem Lehrer und seiner Persönlichkeit abhängt, ob und wie er mit den Schülern auskommt.
Wegen dem Auswahlverfahren....leider denke ich auch, dass es sehr schwierig und in der Realität nicht umsetztbar ist, da man ja im Studium erst darauf hintrainiert wird vor einer Klasse zu stehen und diese zu unterrichten.
Danke für den Tipp...den find ich echt super
Ich gebe vereinzelt mal Nachhilfe oder beschäftige an Geburtstagen mal die Kinder, wenn die Erwachsenen ihre Ruhe haben wollen =). Aber einer größeren Gruppe etwas beibringen, das habe ich noch nicht auspropiert. Das wäre echt einen Versuch wert....danke nochmal!!!
Darf ich noch fragen, an welcher Schulform du unterrichtest und ob das eher Stadt oder Land ist???? Würde mich echt interessieren....und ich bin um jeden Tip und jede "Erfahrung", die ich bekomme dankbar...es ist schön...nicht nur schlechtes zu hören...
(Ich muss echt hart für diesen Traum kämpfen, denn meine Familie sieht diesen Weg keinesfalls als den richtigen an und sagt mir das auch.)
Eine Frage hätte ich aber noch: Wie stehen die Chancen, dass - wenn ich dann fertig wäre - noch so viele Lehrer gesucht werden, dass es nicht unmöglich ist eine Stelle zu bekmmen (vor allem an Realschulen)????
Danke schon im Voraus....
lg sunny
Ein Bekannter von mir dessen Vater als Pharmareferent gearbeitet hatte meinte ich müsse doch sicherlich 3.500,- Euro netto (!) verdienen. Als ich ihm den richtigen Betrag sagte war er sehr erstaunt.
Er erzählte mir dann, dass der Vater als Pharmareferent auf einen monatlichen Durchschnitt von über 4.000,- Euro netto (!) kam, inklusive Prämien und Provisonen und was es da alles gibt. Es gab wohl auch Monate in denen er auf fast 5.000,- Euro kam. Alles Nettobeträge!
Jetzt wissen wir auch, warum die Krankenversicherungen nie genug Geld haben.
Ruhig bleiben, die Politik ist doch gerade dabei, die Problemschulen (und damit auch die Problemschüler?) abzuschaffen und auf die anderen Schularten zu verteilen. Dann muss es doch besser werden, oder?
"6H oder 7H"...heißt das, dass Du an einer Hauptschule unterrichtest? (Bin bei den Abkürzungen noch nicht ganz fit.) =)
@Mister M.
"die Problemschüler abschaffen"...
aber irgendwo müssen diese Schüler ja auch hin bis sie ihre Schulpflicht abgesessen haben. Also wird es immer Lehrer geben müssen, die sich mit diesen Kindern auseinandersetzten müssen. Und ich finde es einfach schockierend was man aus diesen "Brennpunktschulen" hört. (Ich habe vor einem knappen Jahr ein Praktikum bei der Polizei gemacht, und ich war wirklich entsetzt, wie es in diesen Schulen zugeht. Es gibt einfach KEINE Hemmschwelle mehr.)
Die Politik "ist dabei" vieles zu ändern - vor allem vor den Wahlen! *haha*
Versprochen und angespriesen wird viel - aber was kommt zum Schluss dabei raus?!??
Danke für die nette Antwort.
Ein paar Antworten. Ich war in einer Großstadtschule viele Jahre im Zentrum tätig, bin nun mehrere Jahre an einer Schule in einer mittelgroßen Stadt mit vielen "Problemschülern". Wir haben Klassen mit HS- und RS- Abschluss und ich unterrichte alle Klassenstufen und -formen. Zwischenzeitlich bin ich aber immer mal wieder an anderen Schulen (z.B. auf dem Dorf) stundenweise eingesetzt.
Nun haben ja auch andere Mitstreiter wieder Kommentare gegeben. Es stimmt, dass die Schüler früher auch schon so waren wie heute, aber die Masse derjenigen, die keine Grenzen kennen, hat zugenommen. Die Schuld kann man immer auf andere schieben, aber als Lehrer hst du nur eine Chance, wenn du selbst Spaß an der Sache hast und die Kinder ernst nimmst, egal welche Antwort du bekommst. Manchmal ist das Lachen dann die beste Lösung, vor allem über sich selbst. Behindern tun uns eigentlich die bürokratischen Formen, die zunehmen. Ständig müssen irgendwelche Kommentare zu Statistiken vorgestern fertig gewesen sein. Das nervt.
Lehrer brauchen wir und die "Gefahr" des Nichtübernehmens besteht kaum. Unsere jüngste Lehrerin wird dieses Jahr 40. Das heißt: Ich bin auch eine der Jüngsten, hihi. Spaß beiseite: Langsam können wir auch mit viel gutem Willen den Schülern nicht mehr folgen. Doch auch das ist zweitrangig, denn wie gesagt, wer für seinen Beruf brennt, versucht am Ball zu bleiben. Beispiel gefällig? Ich war zwei Wochen krank. Juhu nach 4 Jahren das erste Mal für meine Schüler, aber per Mail haben diese alles Gute gewünscht und gefragt, wann denn Theater wieder sei. Toll, nicht? Du bekommst keine geldwerten Vorteile aus diesem Beruf, aber viel Positives, wenn du dich auf die Schüler einlässt. Natürlich gibt es auch Rückschläge, aber selbst Schüler, die sonst Probleme machen, haben ihre Lieblingslehrer, die sie erreichen.
Versuche den Weg zu gehen. Für alle Kollegen: ich weiß von unseren Problemen, aber ich gebe noch nicht auf.
Das Beispiel mit der E-mail, das ist ja total nett. Da freut man sich doch bestimmt, wenn man sieht, dass man die Schüler "beeindruckt" hat und sie einen schon vermissen. Aber das erreichen auch nicht alle Lehrer. Leider. Ich glaube auch - so weit ich das einschätzen kann - dass solche positiven Erfahrungen wahnsinning aufbauen und einem selbst zeigen, dass man es geschafft hat bei den Schülern anzukommen. An dieser Stelle muss ich jetzt auch ein Beispiel bringen
Wir hatten die letzten beiden Jahre eine tolle Klassenlehrerin. Da hat die Chemie einfach gestimmt. Wir waren immer ein Team und einfach "anders" als die anderen Klassen. Darum haben uns echt viele beneidet. Aber zum neuen Schuljahr hin wurde sie versetzt. Das wussten wir und haben noch eine Abschiedsparty mit Grillen und allem drum und dran für sie organisiert, und ein kleines Büchlein gemacht, in dem jeder eine persönliche Seite für sie gemacht hat. Damit wollten wir ihr einfach nochmal zeigen, wie gerne wir sie haben und, dass sie echt eine tolle Persönlichkeit ist. Anders eben. Genauso wie wir.
Ich bewundere es echt mit welchem Elan und mit welcher Ausdauer manche ihren Job als Lehrer machen. Denn es ist bestimmt nicht einfach. Man sieht es schon bei uns: diejenigen, denen man es anmerkt wie ungerne sie eigl. unterrichten, die haben schon von Anfang an verloren. Ich finde es einfach cool, wenn Lehrer auch mal über sich selbst lachen können. Damit nehmen sie uns Schülern dann manchmal schon den Wind aus den Segeln. Überhaupt: meine Lieblingsstunden sind die, die auf kleinen gegenseitigen Gemeinheiten basieren. Das verleiht dem Unterricht einfach etwas anderes/besonderes. Zu mir hat mal eine Lehrerin gesagt: "So lange meine Schüler mich nicht mehr verarschen als ich sie, ist alles super. " Die Einstellung finde ich eifach toll. Und die Taktik hat auch immer funktioniert! Da hat man einfach die Freude und Überzeugung des Unterrichtens gesehen-->und die springt dann natürlich auch auf uns Schüler über.
Bei uns gibt es seit diesem Jahr total viele junge Lehrer. Wir haben Anfang des Schuljahrs um die 20 neue Lehrer bekommen und davon sind viele um die 30. Aber da sind wir wohl eine Ausnahme.
lg
Aber was ich meinen Schülern und auch hier im Forum sagen möchte:
"Augen auf bei der Berufswahl".
Ich habe einen der schönsten und auch einen der anstrengensten Berufe ausgewählt und lasse mir von Blinden nicht erklären, wie Licht aussieht.
Und wer wirklich neidisch auf Gehalt und Arbeitszeit ist, solls doch nachmachen.
wenn die angestellten Lehrer weniger verdienen als gleiche Arbeit leistende verbeamtete Lehrer und sich dann nicht zusammentun, um auf die Straße zu gehen, wenn sie sich einfach dieser Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes im GG fügen, sind sie opportun und kuschen letztendlich vor der Obrigkeit. Was habe ich von freier Meinungsäußerung, wenn ich mich nicht dafür einsetze?
Kann ich nicht verstehen. Schon mal das Wort 'Sammelklage' gehört?
Heiko
2. Im Ursprung vor vielen, vielen Jahren waren die Brutto-Gehälter der Angestellten so viel höher, dass es Netto nur einen geringen Unterschied gab. Durch den exorbitanten Anstieg der Sozialabgaben litten die Netto-Gehälter der Angestellten so sehr. Genau das sollte ja durch die höheren Brutto-Gehälter der Angestellten verhindert werden.
Davon abgesehen steht es außer Frage, dass die Bruttogehälter für Angestellte angehoben werden müssen.
Ist es denn so, dass jeder Beamte, der in den Ruhestand geht, volle Pensionsansprüche hat? Nach meinem Wissen, kriegt man auch nur anteilig an den Dienstjahren Pension.
Wenn das richtig ist, ist eine Altersgrenze unsinnig. Wenn man aber eine Pension erwarten kann, die sich in ihrer Höhe nicht unterscheidet, egal ob man 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, dann würde mir das einleuchten, aber meines Wissens nach, ist das nicht so.
Ja Jaaaaa, die Brutto-Gehälter für Angestellte müssen angehoben werden und zwar mal deultich höher als die der Beamten, aber da liefen die Beamten Sturm.
Ich kann es sogar bedingt verstehen, denn die Beamten haben in den letzten Jahren ja selbst kaum was gekriegt.
Mir geht es aber im Moment gar nicht um Tariferhöhungen, die mal wieder kaum die Inflationsrate ausgemacht haben, sondern um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung, -bezahlung.
gut, ich habe mich missverständlich ausgedrückt ... mit 'Sammelklage' meinte ich, dass sich viele Betroffene zusammentun, aber nur einer klagt. Alle teilen sich die Kosten für eine Klage. Da das sicher durch mehrere Instanzen geht, kann es teuer werden. Das Ziel ist eigentlich Das BVerfG in Karlsruhe. Notwendig aber für die Anerkennung einer Verfassungsklage ist der Marsch durch die Instanzen. Der Gleichheitsgrundsatz würde hier auch nicht die Besoldung meinen, sondern die Gleichstellung nach Titel, Aufstieg in der Besoldung, Absicherung - all das bei gleicher Arbeitsleistung. Entweder muss der Angestellte verbeamtet werden - oder der Beamtenstatus in einen Angestelltenstatus umgemünzt werden.
Zwei Bäcker verrichten exakt die selbe Arbeit, völlig identische Tagesabläufe, völlig identische Ausbildung. Der eine darf sich Bäcker nennen, der andere darf sich alles nennen, nur nicht Bäcker.
Damit ist der Gleichheitsgrundsatz verletzt.
Grüße
Heiko
Das ist ja schon geschehen. Am 20.02. hat das BVerwG entschieden. Ich bin einer der 20 angestellten Lehrer, die dort geklagt haben. Es nützt auch gar nichts, wenn einer klagt und viele sich zusammen tun, da jeder für sich alleine gewinnt oder verliert und die Urteile nicht grundsätzlich übertragen werden auf ähnliche Fälle. Und schon gar nicht, wenn diese nicht auch geklagt haben.
Aber wir werden sehen, was das Urteil des BVerwG bewirkt. Ob die nächste Instanz das BVerfG ist oder ob da jetzt Schluss war, weiß ich nicht. Jedoch hat das BVerwG entschieden, dass eine Altergrenze nicht unbedingt diskriminierend ist. Auch das BVerwG hat auf die Altersversorgung abgezielt, die in eine vernünftigen Verhältnis zu den Dienstjahren stehen muss. Das Gericht hat völlig außer Acht gelassen, dass man tatsächlich (inzwischen weiß ich es) Pensionsansprüche erwirbt, die in einem Verhältnis zu den Dienstjahren stehen. Auch hier wurde mal wieder ein politisches Urteil gefällt. Genau wie bei der steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers, aber... anderes Thema.
@Schulmeister
Nein, sie machen kein Theater, wenn die Angestellten mehr Geld bekommen, aber an unserer Schule machen sie ein Riesentheater, wenn sie NICHT mehr Geld bekämen.
Einige Beamte an unserer Schule stellen sich hin und jammern mir die Ohren voll, wie wenig sie verdienen und meinen ebenfalls, mir erzählen zu können, dass die Kostendämpfungspauschale und das marginale Sonderzahlung den Unterschied wett machen würde und sie hätten gar nicht mehr als wir Angestellten
Das ist korrekt. Der Zusammenschluss vieler Betroffener hat auch nur den einen inn, finanzielle Unterstützung auf dem Klageweg zu bekommen - falls nötig. Natürlich sind Urteile nicht übertragbar, ABER: Urteile höherer Gerichte, zumal Bundesgerichte, haben immer Leitcharakter, so dass Anwälte bei niederrangigen Gerichten auf die Leiturteile verweisen können. Tatsächlich ist es auch so - vom rechtsstaatlichen Prinzip auch gewünscht - dass aufgrund von Leiturteilen, die alle in eine bestimmte Richtung gehen - politische Signale und auch politische Umsetzungen erfolgen. Oft gibt hier dann das BVerfG den Ausschlag. Es ist also keinesfalls umsonst, ein individuelles, für sich positives Urteil, eines Bundesgerichtes zu erwirken.
Und wenn Sie alle Instanzen durchgekämpft haben, steht Ihnen der Weg zum BVerfG offen, denn Revisionsabsagen haben dort keine Gültigkeit, da es eine Frage der Grundsätzlichkeit ist und nicht des individuellen Rechts.
Jedenfalls viel Glück.
Heiko
Ah, das hat mich jetzt tatsächlich ein bisschen weiter gebracht. Aber zwei Fragen stellen sich mir da unmittelbar:
1. Meine Klageweg läuft jetzt seit 2004. Wie viele Jahre wird der Weg zum BVerfG dann noch dauern? Schaffe ich das noch, bevor ich in Rente gehe. Ich hab ja nur noch 23 Jahre zu arbeiten.
2. Ob meine Rechtschutzversicherung das auch noch mitmacht? Ich habe von Instanz zu Instanz vermutet, dass die abspringen würden.
Nunja, was das Urteil vom 20.02. konkret bedeutet, weiß ich noch nicht. Da noch keine Urteilsbegründung vorliegt. Vielleicht werde ich ja doch noch verbeamtet .... und kann dann auch über die Kostendämpfungspauschale klagen
