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Unterrichtsverpflichtung

Lehrer-Arbeitszeit im internationalen Vergleich 19.10.2008, 23:25

Lehrerarbeitszeiten im internationalen Vergleich, Stand 2005, Vorschau

In Deutschland unterrichten Lehrer/innen mehr als Lehrer/innen in anderen OECD-Ländern, verdienen allerdings auch mehr. Ein ausführlicher Vergleich der Lehrerarbeitszeiten in verschiedenen Ländern unter Berücksichtigung der Verdienststruktur.

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  • (geändert: )

Neben der Rangliste der Lehrergehälter im internationalen Vergleich finden Sie hier eine Rangliste der Arbeitszeiten, die sich ebenfalls der Ergebnisse der OECD-Studie Education at a Glance 2007 orientiert (Details im Lehrergehälter-Beitrag).

Vergleich der Lehrerarbeitszeiten in der OECD (2005) - Grafik

Das Diagramm zeigt Arbeitszeiten und Jahresgehälter und bezieht sich auf Lehrkräfte der Sekundarstufe I, die bereits 15 Jahre unterrichten. Die Beschränkung auf Schulform und Gehaltsstufe erfolgt aus Gründen der Übersichtlichkeit. Mehr Informationen dazu unter OECD-Studie 'Education at a Glance 2007' (pdf), S. 402). Die Gesamtstatistik finden Sie als auf Blatt D4.1 der Excel-Tabelle "Arbeitszeiten der Lehrer" der OECD (xls).

  • Der grüne Balken zeigt das Gehalt nach 15 Jahren Dienst (Sekundarstufe I, brutto, in Euro, wie im Lehrergehälter-Beitrag dargestellt).
  • Der rote Balken zeigt die Unterrichtsstunden pro Jahr in Zeitstunden. Für Deutschland bezeichnet die Zahl 758 damit, dass (bei 193 Arbeitstagen/Jahr, siehe Tabelle unten) pro Tag 4 Zeitstunden und damit 5.3 Unterrichtsstunden a 45 Minuten unterrichtet werden.
  • Der purpurne Balken zeigt die Präsenzzeiten in der Schule (Unterrichtszeit + Anwesenheitszeit). Allerdings liegen hier für viele Länder keine Werte vor (wenn es dort z.B. keine festgelegten Präsenzzeiten gibt).
  • Der blaue Balken zeigt den Quotienten aus Unterrichtsstunden und Verdienst. Es handelt sich dabei um eine virtuelle Größe, die dazu dient, die Rangliste festzulegen (s.u.).

Arbeitszeiten und Gehälter von Lehrern im internationalen Vergleich

Sortierung der Rangliste

Je länger der grüne und je kürzer der rote Balken, desto vorteilhafter sind die Arbeitsumstände (vulgo: Mehr Kohle für weniger Arbeit.). Wir errechnen daraus den Verdienst pro gehaltener Unterrichtsstunde (blauer Balken) und sortieren die Tabelle danach. So verdienen in Finnland die Lehrer/innen unter dem OECD-Schnitt, haben aber auch unterdurchschnittlich wenig Unterrichtsstunden zu leisten.

Unbedingt gilt es zu berücksichtigen, dass in vielen Ländern Präsenzaufgaben festgelegt sind. Für die Rangliste stellt sich damit die Frage: In welchem Maße können diese Anwesenheitszeiten für Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitung genutzt werden? In Dänemark z.B. liegt der Verdienst-Unterrichtszeit-Quotient deutlich über dem OECD-Durchschnitt, allerdings sind hier 1300 Anwesenheitsstunden im Jahr angesetzt (=zusätzliche 660), in der u.a. Betreuungsaufgaben übernommen werden (LEU 2001: Ganztagesklassen, Ganztagesschulen, Ganztagesangebote im Ländervergleich).

In der Tabellensortierung sind diese Anwesenheitszzeiten nicht berücksichtigt. Damit rückt ein Land mit hohen Präsenzzeiten in der Tabelle (deutlich?) nach unten.

Lehrer/innen der BRD halten viele Unterrichtsstunden

Der OECD-Schnitt liegt bei 707 Unterrichtsstunden pro Jahr; in Deutschland werden 758 (=7% mehr) unterrichtet. Das entspricht (umgerechnet auf 45-Minuten-Stunden) einem Deputatsunterschied von knapp 2 Stunden/Woche (27 statt 25). Allerdings liegt die Bezahlung auch deutlich über dem OECD-Schnitt, so dass Deutschland bezüglich des auf Unterrichtsstunden umgerechneten Verdiensts sehr vorteilhaft dasteht.

Gute Arbeitsumstände in Finnland, Österreich und Holland

In Finnland und Österreich verdienen Lehrpersonen unter dem Durchschnitt, arbeiten dafür auch deutlich weniger (ca. 4 Deputatsstunden, umgerechnet auf 45-Minuten-Stunden). In den Niederlanden arbeitet man fast so viel wie in Deutschland, verdient aber weniger; dennoch reicht es für einen überdurchschnittlichen Platz im OECD-Ranking.

Frankreich, Italien, Tschechien, Ungarn: Viel Arbeit für wenig Geld

In Italien und Frankreich liegt der Lohn pro Unterrichtsstunde deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Ganz finster wird es in Tschechien und Ungarn: Hier arbeitet man für etwa die Hälfte des deutschen (Unterrichts-)Stundenlohns.

Nicht vergessen: Anzahl der Unterrichtsstunden ist nicht gleich Gesamtarbeitszeit

Für die Nicht-Lehrpersonen: Wenn eine Lehrer/in in Deutschland im Jahr 758 Stunden (=1010 Unterrichtsstunden 45 Minuten) arbeitet, der Durchschnitt in Deutschland aber bei 1433 Stunden (Jahr 2006 und 2007) liegt (bpb: Arbeitszeit), dann müssen zu den Unterrichtsstunden noch Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen usw. gerechnet werden. Damit haben LehrerInnen in der BRD pro gehaltener Unterrichtsstunde 24 Minuten 40 Minuten Zeit für Vorbereitung, Korrekturen, Elternabende usw., um den bundesdeutschen Durchschnitt zu erreichen. Allerdings verdienen LehrerInnen auch überdurchschnittlich (45.000 p.a. brutto vs. 26.000 p.a. brutto im bundesdeutschen Schnitt, wissen.de: Das verdienen die Deutschen), so dass ein entsprechender Mehraufwand zu rechtfertigen ist.


Tabelle: Lehrerarbeitszeiten im OECD-Vergleich - Arbeitswochen, Arbeitstage, Verdienst

Diese Tabelle zeigt für die verschiedenen Schulformen Arbeitszeiten und Gehalt für verschiedene Schulstufen (Stand 2005; 15 Jahre Berufserfahrung, Bruttogehalt in Euro, alle Angaben in Zeitstunden). Die Daten sind der Excel-Tabelle "Arbeitszeiten der Lehrer" der OECD (xls) (Blatt D4.1) entnommen. Dort finden sich weitere relevante Daten (z.B. Einstiegsgehälter), die hier der Übersichtlichkeit halber ignoriert wurden.

a = Kategorie trifft nicht zu
m = Daten liegen nicht vor

   Unterricht pro Jahr (in Zeitstunden)Präsenzzeiten an der Schule (Stunden pro Jahr) 
 Arbeits-wochen pro JahrArbeits-tage pro JahrPrimar-stufeSek ISek IIPrimar-stufeSek ISek IIVerdienst
          
Australien4019888881081012091233123339
USA3618010801080108013321368136836
Belgien (Fl.)37180806720675931aa36
Belgien (Fr.)37181722724664aaa35
Dänemark4220064064056013061306m34
Deutschland40193808758717aaa45
England38190aaa12651265126538
Finnland38188677592550aaa34
Frankreich35m918639625aaa30
Griechenland3818578058355915001425142528
Irland33167915735735103673573541
Island3618067167156016501650172024
Italien38167735601601mmm28
Japan35m578505429aaa45
Korea37220810570553aaa45
Luxemburg36176774642642102289089078
Mexiko412008001047848800116797119
Neuseeland3919498596895098596895032
Niederlande37180930750750aaa40
Norwegen38190741656524mmm31
Österreich38180774607589aaa34
Portugal3617185556451385561656428
Schottland38190893893893aaa42
Schwedenaaaaa13601360136028
Schweizmmmmmmmm53
Spanien3717688071369311401140114037
Tschechien40196813647617aaa21
Ungarn37185777555555aaa14
          
OECD:Schnitt3818681070766811711163113536
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Kommentare

190

Zum Artikel "Lehrer-Arbeitszeit im internationalen Vergleich".

  • #1

    Liebe Kollegen,
    warum verschwendet Ihr Eure Zeit, um irgendwelchen Ignoranten Eure berufliche Belastung aufzuzeigen? Liebe Leute, geht zum Zirkus und werdet Dompteur, da müsst Ihr am Tag nur 10 Minuten mit den Tigern und Löwen arbeiten und habt danach viel Freizeit ...

    An die Moderatoren, warum werden hier nicht endlich einmal Themen angesprochen, die wirklich diskutiert werden sollten.

    a) Externe Evaluation
    Was da ablief, das war nur peinlich. Eine Mutter sagte, dass sie bei einer Frage Verständnisprobleme hätte. Dazu der Evaluator: “Das ist meine fünfte Evaluation. Ich habe mir den Fragenkatalog noch nicht angesehen, kann mir aber nicht vorstellen, dass es dort solche schwachsinnigen Fragen geben soll!” Die Frau stand auf und ging. Wir Lehrer hatten dazu nicht die Courage.

    Der zweite Durchgang, vier Jahre später, war nicht besser. Schüler, die noch keine zwei vollen Schulwochen hinter sich hatten, nahmen an einer Online-Befragung teil ...

    b) Computerschrott
    Der Staat will immer eine große Party, aber dafür möglichst kein Geld ausgeben. So finden Lehrerfortbildungen statt, dabei versuchen Leute, die wenig können, anderen, die gar nichts können, etwas beizubringen (besonders auffällig in Informatik).

    Der Elektronikschrott an den Schulen nimmt laufend zu. Alles vernetzt, in jedem Klassenzimmer ein PC + Whiteboard, warten und reparieren soll das ein junger Kollege mit einer Anrechnungsstunde pro Woche.

    Firmen spenden Rechner, entsorgen ihren Schrott und wollen auch noch eine Spendenbescheinigung. Jeder Rechner hat eine andere Macke, sonst hätte man ihn ja nicht ausgesondert ...

    schrieb Claus Fischer am

  • #2

    Ein interessantes Zitat:
    “Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2006 ermittelte für Gymnasiallehrer eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 2092 Stunden. Auch Lehrer anderer Schulformen erreichten ungefähr diesen Wert. Der Vergleich mit anderen Berufsgruppen zeigt, dass zum Beispiel Ärzte mit 2102 Arbeitsstunden pro Jahr unwesentlich mehr arbeiten als Lehrer. Architekten und Ingenieure liegen bei 2081 beziehungsweise 2037 Stunden – Journalisten und Publizisten bei 1987 Stunden.”

    Quelle
    http://www.zeit.de/2009/24/C-Lehrermythen/seite-1

    schrieb GriasDi am

  • #3

    Liebe Diskuttierer,

    was regt ihr euch hier soooo auf. In unserem Land wird es doch keinem verboten Lehrer zu werden. Also los gehts!!

    Einfach den Ball flach halten. Und übrigens: Falls ihr mit eurem Gehalt nicht zufrieden seid,hättet ihr Profifußballer/in werde sollen. Auch das steht euch frei…...

    LG Manfred

    schrieb Manfred rittler am

  • #4

    Milchmädchenrechnung!

    Wenn ein Lehrer 6 Unterrichtsstunden am Tag hat (Annahme: 1.-6. Stunde), dann arbeit er effektiv nicht 6*45 Minuten = 4,5 Stunden, sondern von 8:00 bis ca. 13:30 Uhr (also 5,5 Stunden). Die “Pausen” sind angefüllt mit Zeiten für Aufsichten, Raumwechsel, Kopien anfertigen, Klassenbücher ausfüllen, dienstliche(!) Gespräche mit Schülern und Kollegen führen u.ä. Diese 1 Zeitstunde pro Tag (5,5 - 4,5 Stunden) sind auf’s Jahr hochgerechnet mind. 160 Zeitstunden (bei ca. 40 Unterrichtswochen, wobei nicht jeder Unterrichtstag 6 Unterrichtsstunden hat).

    Und in diesen 160 ARBEITSZEIT-Stunden ist garantiert kein Unterricht vorbereitet, keine Klausur/Klassenarbeit/Test korrigiert, kein Elternabend geführt, keine Konferenz abgehalten, keine “Rund-um-die-Uhr”-Klassenfahrt absolviert, an keinem Schulfest teilgenommen worden, in keinem Gremium mitgearbeitet worden usw. usf.

    schrieb Mister M. am

  • #5

    @Martin

    Danke fürs Nachrechnen, die 40 Minuten sind korrekt, es ist im Artikel oben korrigiert. 24 Minuten wäre auch wirklich arg wenig gewesen; diese Zeit dürfte im Schnitt schon für die Unterrichtsvorbereitung und -organsation draufgehen (mindestens).

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #6

    So ein bischen seltsam finde ich diese Rechnung hier. Kommt m.E: nicht hin und verzerrt das ganze Bild doch etwas.
    Ich zitiere der Klarheit halber mal:

    “Für die Nicht-Lehrpersonen: Wenn eine Lehrer/in in Deutschland im Jahr 758 Stunden (=1010 Unterrichtsstunden 45 Minuten) arbeitet, der Durchschnitt in Deutschland aber bei 1433 Stunden (Jahr 2006 und 2007) liegt (bpb: Arbeitszeit), dann müssen zu den Unterrichtsstunden noch Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen usw. gerechnet werden. Damit haben LehrerInnen in der BRD pro gehaltener Unterrichtsstunde 24 Minuten Zeit für Vorbereitung, Korrekturen, Elternabende usw., um den bundesdeutschen Durchschnitt zu erreichen. “

    Klingt wenig, die 24 Minuten. Und stimmt m.E. auch nicht.
    Bei 1433 (echten) Stunden - 758 Stunden (1010 Unterrichtsstunden) bleiben 675 Stunden Unterschied.
    D.h. für jede der 1010 Unterrichtstunden stehen bis zum Erreichen des Bundesdurchschnitts an echten Stunden noch 675 * 60 /1010 Minuten zur Verfügung, d.h.: 40,1 Minuten.

    Klingt schon ganz anders, als 24.

    schrieb Martin am

  • #7

    @Beate:
    Es würde schon reichen, wenn Sie (und viele andere) anerkennen würden:

    - Lehrer sein ist ein Fulltime-Job und besteht aus deutlich mehr als ca. 25 x 45 Minuten vor der Klasse stehen und “Anekdoten erzählen”. Nur weil man einen kennt, der einen kennt, dessen Nachbar Lehrer ist und der nachmittags im Garten liegt, sagt das nichts über die Arbeitsbelastung in diesem Beruf aus: Es gibt sehr viele Teilzeit-Lehrer (welche die Nicht-Arbeit logischerweise auch nicht bezahlt bekommen) und klar, man kann schon mal den einen oder anderen Nachmittag im Freien verbringen. Die liegengebliebene Arbeit muss man dann aber abends oder am Wochenende nachholen. Das will dann aber seltsamerweise keiner sehen…

    - Auch Lehrer haben ein Recht auf eine der Qualifikation angemessene Bezahlung. Wenn man den öffentlichen Dienst (und insbesondere die Beamten) seit mehr als 10 Jahren systematisch von der allgemeinen Einkommensentwicklung abkoppelt, steigert das sicherlich nicht die Motivation. Unpassende Vergleiche mit anderen Ländern oder Berufsgruppen sind hier nicht zielführend: Auch ein Arzt oder Ingenieur in Deutschland verdient deutlich mehr als in den meisten anderen Ländern dieser Welt oder deutlich mehr als die Verkäuferin oder der Krankenpfleger von nebenan, obwohl deren Job genauso stressig und verantwortungsvoll sein kann. Was ist denn die “Mehrleistung” in Deutschland, die diesen Verdienstvorsprung rechtfertigt? Hat der Arzt in Polen oder China weniger Stress oder Verantwortung?

    Erkennen Sie das an, dann brauchen wir hier nicht so viel schreiben und haben mehr Zeit für schulische Dinge :-)

    schrieb Mister M. am

  • #8

    @Tim

    - Das Sie von der Redaktion zensiert wurden, weil Sie mir gegenüber wohl beleidigend geworden sind, anstelle sachlich zu bleiben, sagt mehr als tausend Worte.

    @Claus Fischer

    Da haben Sie vollkommen recht mit. Es gibt sicher auch Lehrer die sich sehr viel Mühe geben und daher dann tatsächlich sehr viel Zeit investieren. Aber glauben Sie es mir oder nicht, es ist bei weitem nicht die Mehrheit. Falls sich hier nun alle guten Lehrer versammelt haben bitte ich dies nicht auf sich zu beziehen.

    Wie in vielen (aber bei weiten nicht allen) Jobs gibt es wie Sie richtig sagten, die die 50% geben und die die 150% geben. Die Erhöhung des eigenen Gehaltes verändert aber nicht das marode Bildungssystem.

    Eine Entlastung für die guten Lehrer muss her, auch durch eine Belastung der schlechten Lehrer.


    @Schülerfreund

    “Was amüsiert Sie denn so sehr daran? Denken Sie sich Fallen für die Schüler aus und amüsieren sich schon im Vorfeld, wie die Schüler reintappen?”

    - Nein wo denken Sie hin. Aber die Arbeit darf einen auch Spaß machen, auch ohne boshafte Hintergedanken. Aber vor allem die Korrekturen können einen schon mal ein Schmunzeln entlocken.

    “Nach Ihrer Logik ist das also keine Arbeit? Dann sollte man der Verkäuferin vielleicht auch die Zeit vom Lohn abziehen, in der sie nur rumsteht und keine Kunden bedient?”

    - Nun da müssen wir schon dereferenzieren. Dem Arbeitsvertrag nach zu urteilen gehört es durchaus zur Arbeit, streng genommen ist man aber für diese Zeit untätig und kann entspannen. Da können wir dann auch nicht von Stress reden. Es sei den man geht nun im Klassenzimmer herum und leistet hier und dort Hilfestellung.

    Eine Kassiererin muss sich wenn keine Kunden im Laden sind um viele andere Dinge kümmern. Daher wird bei einem geringem Kundenaufkommen, auch gern mal nur eine Kasse offen gehalten, dies kennen wir doch alle.

    Schlechte Lehrer nutzen diese Zeit, die eigentlich nur für die Schüler gedacht ist, um andere Arbeiten zu verrichten. Das ist nicht richtig.
    Schulstunden sind Unterrichtstunden für die Schüler,  da hat man keine anderen Dinge zu erledigen.

    Anekdoten ordne ich übrigens auch nicht unter Arbeit ein. Eine Verkäuferin wird dies wohl tunlichst unterlassen. Ansonsten bekäme sie arge Problem mit dem Kunden und so auch mit dem Dienstherr, der ihr nämlich wirklich im Nacken sitzt.


    “Ist nicht belastende Arbeit weniger wert?
    Muss Arbeit quälend und belastend sein, um als solche anerkannt zu werden?”

    - Natürlich ist weniger anspruchsvolle und belastende Arbeit in unserer Gesellschaft oft (wirtschaftlich) weniger wert. Was meinen Sie den warum Sie so viel mehr als ein Fensterreiniger verdiene ?

    Aber es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall.

    Wie nun jede einzelne Person diese Belastung wahrnimmt - und wie viel Anerkennung man anderen entgegenbringt, ist rein subjektiv.

    Die Gesellschaft ist wie ein Uhrwerk, jedes Rad ist demnach wichtig wie das andere, aber es gibt eben auch leichter ersetzbare Räder.
    Je nach wirtschaftlicher, respektive gesellschaftlicher Situation.

    Ansonsten würde man die Aussage, dass man unterbezahlt sei, doch gleich selbst ad absurdum führen.

    Das ist in meinen Augen genau so logisch, wie die Forderung von angepassten Dienstbezüge. Nach dem Motto “Gleiches Geld für gleiche Arbeit”. Aber die Arbeit ist eben nicht gleich. Das fängt schon bei der Ausbildung an - und hört bei den Schülern auf.

    “Vorbereitungszeit war nicht soooo gewaltig.”

    - Schön das Sie dies einräumen.

    “Wer nicht weiß sich zu organisieren, der muss es lernen, oder Sportlehrer werden.”

    “Und Sie sind wirklich Lehrerin? Das wage ich zu bezweifeln!”

    - Und dies ziehen Sie daraus, dass Sie nicht mit mir einer Meinung sind. 

    Es gibt so viele Hilfen, auch im Internet, um sich und seine Arbeit zu optimieren. Stellvertretend nehme ich mal die Software “KlassenDozent”.

    Auszugsweise einige Zitate von Anwendern :

    Dipl. phil. nat. K. Künzle-Gruber

    “Klassedozent - Das klasse Programm für Aufgaben- und Prüfungssammlungen

    Endlich ein Programm, welches die Bedürfnisse i.B. aufs Schreiben und Sammeln von Aufgaben und Prüfungen stillt. In sehr kurzer Zeit sind die Prüfungen geschrieben und aber auch korrigiert, da die Lösungen für die Lehrperson gleich ausgedruckt werden. “

    Dr. B. Edler

    “Zugebenermassen war ich skeptisch, was den Einarbeitungs- und Bearbeitungsaufwand für das Erstellen und Verwalten von Prüfungen /Arbeitsblättern per Computer anbelangt: Beides hat sich aber als angenehm kurz erwiesen.

    Die Software erlernt man buchstäblich durch “Machen”, d.h. nach spätestens 2-3 Prüfungen hat man den Dreh raus (ich habe sogar nur ultrakurz in die Bedienung geschaut).

    Was mich besonders positiv überrascht hat, ist die Leichtigkeit des “copy&paste;” von allen erdenkbaren Grafiken, die man so als Chemielehrer braucht. “

    @Mister M

    “(wenn wir uns an der 35-Stunden-Woche der ganzen “Hochleistungsingenieure” aus der Metallindustrie orientieren). “

    - 35 Stunden ? Das war einmal
    Die Regelarbeitszeitliegt liegt bei 40 Stunden. Die Schwarzziffer wohl weit darüber.

     

    Das sie alle trotz des ganzen Stresses noch die Zeit finden hier zu posten, erheitert mich dann doch ein wenig. Ebenso wie der Glauben, dass eine Erhöhung des Gehaltes/Besoldung eine Verbesserung der Arbeitslage herbeiführen könnte. Mit diesem Geld sollte man lieber die Schulen fördern. So könnte eine hohe Quantität und Qualität an Arbeitskräften erreicht werden.

    Alles andere ist in meinen Augen Heuchelei.

     

     

     

     

    schrieb Beate am

  • #9

    @Mister M.
    Ich habe mal mit einem Zeiterfassungsprogramm tatsächlich nachgehalten, wie viel ich arbeite und habe das dann auch noch kategorisiert.
    Die meiste Zeit ging für Korrekturen und Nachbereitung drauf.
    Vorbereitungszeit war nicht soooo gewaltig.
    Was vergleichsweise so richtig reinknallte, war so was wie Arbeit am Schulprogramm, Lehrplanarbeit, QA, Schulentwicklung, konzeptionelle Arbeit etc…. und ich gehöre weder zur Schulleitung noch reiße ich mich um solche Arbeit.
    Reine Unterrichtszeit, die bei mir ca. 840 Zeitstunden ausmacht und etwa 45% der Arbeitszeit ausmachen sollte, rutschte auf einen Anteil von etwa 40-42% an der gesamten Arbeit.

    Also bin ich nach Beates Logik entweder schlecht organisiert oder einfach nur keine Sportlehrerin ;-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #10

    @Beate
    Es kommt wohl auch daran
    a) an welchem Schultyp man arbeitet;
    (Hauptschullehrer/Gymnasiallehrer/Grundschullehrer)
    b) welche Fächerkombination man hat
    (Deutsch/Englisch oder Mathe/Sport).
    Gruß Claus
    PS: Wie läuft den der Hase?
    Alter Bauarbeiter-Spruch: “Man soll von zwei Kübeln
    immer den kleineren wählen!”
    Ein Bekannter von mir meint, dass es in der
    Schule Lehrer gibt, die ihre Arbeit 150%ig und andere,
    die sie nur 50%ig erledigen. Im Durchschnitt gibt das 100 Prozent,
    ist aber unbefriedigend in jeder Hinsicht. Ich hoffe, wenn Sie wirklich eine Lehrerin sind, dass Sie nicht zu den Letztgenannten zählen!
    Es ist wohl, wie in (schlechten) Fussballmannschaften, zwei spielen Standfußball und der Rest hat das doppelte Laufpensum.

    schrieb Claus Fischer am

  • #11

    @Schülerfreund:
    In gewisser Weise sind wir Lehrkräfte selber schuld, aus Bequemlichkeit und Idealismus. Wir sollten über unsere Arbeitszeit Buch führen und dann spätestens zwei Monate vor den Sommerferien (wenn die offzielle Jahresarbeitszeit von ca. 1840 Zeitstunden für das Schuljahr voll ist) nur noch zum Kaffeetrinken in der Schule kommen. Alternativ auch schon drei Monate vorher (wenn wir uns an der 35-Stunden-Woche der ganzen “Hochleistungsingenieure” aus der Metallindustrie orientieren). Für die restliche Zeit können ja die ganzen Klugschwätzer die Arbeit übernehmen.

    schrieb Mister M. am

  • #12

    “Eine Klausur vorzubereiten ist ein Witz und oft amüsant.”

    Was amüsiert Sie denn so sehr daran? Denken Sie sich Fallen für die Schüler aus und amüsieren sich schon im Vorfeld, wie die Schüler reintappen?


    “Man ist auch nicht nonstop am erzählen und erklären, sondern die Schüler arbeiten auch selbständig. Auch erzählt man den Schülern gern mal die eine oder andere Anekdote.”

    Nach Ihrer Logik ist das also keine Arbeit? Dann sollte man der Verkäuferin vielleicht auch die Zeit vom Lohn abziehen, in der sie nur rumsteht und keine Kunden bedient?


    “Besprechungen mit Kollegen, Schülern und außerschulischen Repräsentanten, Konferenzen, Schülerexkursionen, sehe ich nicht unbedingt als belastende Arbeit.”

    Ist nicht belastende Arbeit weniger wert?
    Muss Arbeit quälend und belastend sein, um als solche anerkannt zu werden?


    “Eine Besoldung schützt auch vor vor Angebot und Nachfrage.”

    Ich denke, Sie meinen damit die Verbeamtung. Die Verbeamtung schützt auch umgekehrt davor, dass die Lehrer sich umorientieren.
    Wenn Sie das System wirklich verstünden (Sie sagen ja, Sie wüssten, wo der Hase lang läuft.), dann wüssten Sie auch, dass das System für beide Seiten vorteilhaft ist.


    “Wer nicht weiß sich zu organisieren, der muss es lernen, oder Sportlehrer werden.”

    Und Sie sind wirklich Lehrerin? Das wage ich zu bezweifeln!

    schrieb Schülerfreund am

  • #13

    “Wer nicht weiß sich zu organisieren, der muss es lernen, oder Sportlehrer werden.”

    Das ist der Knaller und outet Sie als absolute ... (von der Redaktion zensiert, bitte keine Beleidigungen).

    schrieb Tim am

  • #14

    “Für die Nicht-Lehrpersonen: Wenn eine Lehrer/in in Deutschland im Jahr 758 Stunden (=1010 Unterrichtsstunden 45 Minuten) arbeitet, der Durchschnitt in Deutschland aber bei 1433 Stunden [...]”

    - Wenn der Durchschnitt 1433 Stunden arbeiten und die reinen Unterrichtstunden im Schnitt 758 Stunden betragen, so haben Lehrer und Lehrerinnen 675 Stunden zur Verfügung, um sich auf immer wieder gleiche Handgriffe vorzubereiten. Das sind fast 50% von dem, was viele jährlich an realer Arbeitsleistung erbringen müssen.

    50 % für Vorbereitung, Korrekturen, Elternabende, Besprechungen mit Kollegen, Schülern und außerschulischen Repräsentanten, Konferenzen, Schülerexkursionen ?

    Was den für Vorbereitungen ? - Wer meint das Rad für jede Stunde neu erfinden zu müssen, dem ist nicht mehr helfen. Lehrer sind keine Entertainer oder Wissenschaftler, wir geben nur Wissen weiter.
    Auch muss man nicht jede Stunde Arbeiten und Klausuren korrigieren. Eine Klausur vorzubereiten ist ein Witz und oft amüsant. Elternabende sind auch meist nur halbjährig. Man ist auch nicht nonstop am erzählen und erklären, sondern die Schüler arbeiten auch selbständig. Auch erzählt man den Schülern gern mal die eine oder andere Anekdote.

    Also wenn ein Ingenieur, oder ein Mechantroniker meint 50% seiner Nettoarbeitszeit dazu zu benötigt sich auf seine Arbeit vorzubereiten, dann steht er ganz schnell auf der Straße. Ebenso wenn er nicht in der Arbeitszeit seine Leistung bringt.

    Besprechungen mit Kollegen, Schülern und außerschulischen Repräsentanten, Konferenzen, Schülerexkursionen, sehe ich nicht unbedingt als belastende Arbeit. Das meiste schafft man in den stündlichen Pausen zwischen den Stunden. Die Lehrerkonferenzen mal außen vor. 


    @Dr.D

    Wenn es Ihnen nur ums Geld geht, dann hätten Sie besser mal etwas anderes studiert. Diese Einstellung empfinde ich übrigens als beschämend für diesen Berufszweig. Die Vorteile eines beamteten Lehrers werden da auch gern mal übersehen.

    Auch Sie werden nicht einen Monolog über die volle Länge einer Unterrichtstunde führen (müssen) - Auch Sie werden Ihren Schüler praktische Aufgaben stellten. Dies kann man aus den Lehrbegleiteden Büchern entnehmen. Selbst erstellte Aufgaben kann man für jeden neuen Jahrgang erneut verwenden. Ebenso wie Klausuren, dann auch gern mal in leicht abgewandelter Form. Dies ist alles kein großer Aufwand. Andernfalls sollte man noch einmal sein Lernkonzept überdenken.

    Eine Option wäre auch die Habilitation, vorzugsweise nicht in einer metawissenschaftliche Disziplin.

    @Hugo Schuster

    “Ich habe in diesem Jahr in einem Verein ein Amt abgelegt, weil ich keine Lust hatte, nach stundenlangem Korrigieren noch irgendeinen anderen Papierkram zu erledigen. Verstanden hat das niemand in diesem Verein.”

    - Ja und wenn ein Maurer 8-10 Stunden Wände hochgezogen hat, dann hat er auch keine Lust mehr dies in einem Verein fortzuführen.

    “[..] Arbeitsbelastung eines Lehrers zu vermitteln”

    - Wie sähe diese Arbeitsbelastung den genau aus ? - Gerade im Fall der schon eingesessenen Lehrer.

    Mit alle m nötigen Respekt, aber das ist meckern auf ganz hohem Niveau.Vielleicht sollte man sich mal vor Augen halten was andere Menschen so Tag täglich zu leisten haben. Und ich spreche hier nicht von Politikern, Bänkern und dergleichen.

    Wenn man das so hört könnte man meinen, dass einige den einfachen Tagelöhnern und Arbeitern (wie dem Mechantroniker) nur wenig bis keinen Respekt gegenüber bringen. So als ob diese weniger leisten würden. Dabei spielt es meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle wie lange man bei seinem Dienstherr beschäftigt (war) ist, es sollte immer nur um die erbrachte Arbeitsleistung und die nötige und vorhandene Qualifikation(en) gehen. Eine Besoldung schützt auch vor vor Angebot und Nachfrage.
    Auch deshalb ist es eine sehr sicherere Arbeit.

    Fakt ist, wenn man weiß wie der Hase läuft, ist es ein angenehmer sicherer und sehr gut bezahlte Arbeit. Das Arbeits-Verdienstverhältnis stimmt. Wer nicht weiß sich zu organisieren, der muss es lernen, oder Sportlehrer werden.

    Daher kann ich den hier herrschenden Unmut überhaupt nicht teilen.

     

     

     

     

     

    schrieb Beate am

  • #15

    Lieber Hugo Schuster,

    ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Allerdings gibt es, wie immer, Unterschiede. Ich kenne Mitglieder der Schulleitung, die machen sich nicht kaputt, und ich kenne ebenso welche, die sich noch Arbeit suchen, wenn sie mal ein bisschen Luft haben. Gerade die Altruisten sind das Problem: Kollegen, die sich aufopferungsvoll um etwas kümmern und dabei meist weit über die eigene Belastungsgrenze gehen. Ich wünsche mir hier immer die praktische Anwendung der vielbeschworenen “Fürsorgepflicht” - manche Menschen müssen vor ihrem eigenen Engagement beschützt werden - zum eigenen Schutz und auch, damit die Realitäten nicht gänzlich aus den Augen verloren werden. Manchmal erscheint es so, als sei nur der ein guter Lehrer, der bis ans Limit geht. Das ist ein Irrtum - man ist nur dann gut, wenn man mit 80% fährt, auch wenn man manchmal die Maschinen auf 100% fahren muss.
    Und genau DAS ist nicht common sense. Stattdessen werden Kollegen, die sich selbst auch mal schonen, schief angeschaut. Auf dem falschen Weg sind aber definitiv diejenigen, die in der Schule keinen Finger krumm machen, außerhalb aber mit Ämtern und Aufgaben glänzen. Wobei eines auch wieder klar ist: Außerhalb der Schule bekommt man für deutlich weniger Einsatz spürbar mehr Anerkennung. Und nach Anerkennung streben wir doch alle, die einen mehr, die anderen weniger ;-)

    Kollegiale Grüße
    Der Musikus

    schrieb Musikus am

  • #16

    @Mister M
    @Musikus
    Ich habe in diesem Jahr in einem Verein ein Amt abgelegt, weil ich keine Lust hatte, nach stundenlangem Korrigieren noch irgendeinen anderen Papierkram zu erledigen. Verstanden hat das niemand in diesem Verein.

    Solange es Kollegen gibt, die Stadtrat und Kreisrat sind und auch noch in fünf Vereinen Ämter bekleiden, wird es schwer sein, dem Durchschnittsbürger und Politiker die wahre Arbeitsbelastung eines Lehrers zu vermitteln. Traurig ist, wenn solche Kollegen von den anderen mitgeschleppt werden müssen.

    Ich habe noch keinen Schulleiter erlebt, der wusste, wie hoch die Arbeitsbelastung gerade bei jungen Kollegen ist. Da sitzen sie gelangweilt in ihrem Büro und überlegen sich, wie man den Berufsanfängern noch zusätzliche Arbeit aufhalsen kann. Eine Übungsfirma, Projekte oder auch ein Planspiel, bei dem die Lehrer verschiedener Schulen gegeneinander spielen, weil die Kinder überhaupt kein Interesse haben, kommt da gerade recht.

    Verwaltungsarbeiten, die
    a) überhaupt nicht nötig und
    b) dafür eigentlich die Sekretärinnen da sind,
    werden ebenfalls gerne delegiert.
    Ein eigenes Thema sind die Jahresberichte. Wenn man für jede Arbeitsstunde, die eine Sekretärin oder ein Lehrer investiert, mit
    einem angemessenen Stundensatz bewerten würde, wären diese nicht mehr finanzierbar!
    Es gibt Schulen, da kommen die Eltern in den Ferien und streichen die Wände, aber für einen protzigen Jahresbericht ist
    immer Geld da!
    Viele Grüße
    Hugo

    schrieb Hugo Schuster am

  • #17

    @Mister M.: Die sicher rhetorisch gemeinte Frage intendiert, dass es eine Wahl gäbe. Da aber gute Lehrkräfte nicht mit Abwanderung drohen können, sind sie, bei vorhandenem Ehrgeiz, gezwungen, innerhalb des Systems aufzusteigen. Man kann das ablehnen und für dumm halten. So gesehen gäbe es dann allerdings auch eine ganze Menge dummer Menschen im Lehrerberuf.

    schrieb Musikus am

  • #18

    Da hab ich auch noch einen:

    Ich wurde am Ende des letzten Schuljahre gefragt, ob ich zusätzlich zu meiner normalen Arbeit Fremdprüfungen durchführen würde. Die Mehrarbeit würde auch bezahlt werden.
    Ich korrigierte 20 Klausuren und nahm 20 mündliche Prüfungen ab.
    Der Lohn dafür betrug 21,28 Euro (immerhin netto).

    Das war garantiert das erste und das letzte Mal, dass ich für Fremdprüfungen zur Verfügung stand.

    schrieb Schülerfreund am

  • #19

    @Dr. D:
    Nein, keine Fragen.

    Aber solange sich genügend Leute finden, dei dem Staat jede Woche 19 unbezahlte Überstunden schenken oder auf ihre Privatkosten durch durch die Gegend fahren:

    Warum sollten die Kultusministerien etwas daran ändern?

    schrieb Mister M. am

  • #20

    Meine Realschüler erzählen mir regelmäßig, dass sie auf den mechatroniker noch den techniker draufsetzen und dann 3000 Euro netto im Monat verdienen. Das konnte ich gar nicht glauben. Ich habe nach 17 Jahren Vollzeittätigkeit, einem Diplomstudium in Erziehungswissenschaften, einer Promotion in Fachdidaktik, Tätigkeiten in der ersten (Hochschule) und in der zweiten (Referendariat) Phase der lehrerausbildung um die 3100 Euro netto. Bei regelmäßigen 60 Stunden pro Woche. Und jetzt rechnen wir mal: 41 werden bezahlt, das sind 19 Std. pro Woche unbezahlt. Das sind im Jahr 798 Stunden unbezahlt. Das sind in 35 Jahren 27930 Std. Wir teilen das nun durch 41, das sind dann 681 Wochen. Das sind 13 Jahre. Selbst wenn man es großzügig um 5 Jahre reduziert: Ein verbeamteter Lehrer schenkt dem Staat in einem Arbeitsleben zwischen 8 und 13 Jahren. Das ist krass, oder? Ich weiß gar nicht, wieso man da über hohe Gehälter diskutiert?

    Und jetzt noch ein kleines Beispiel: Ein Lehrer in BaWü, der einen Lehrauftrag am Lehrerseminar übernimmt, fährt mit seinem Privatwagen ca. 1000km/monat für Unterrichtsbesuche in der gegens herum. Die 30 ct/km decken noch nicht einmal die Benzinkosten; meistens sind gerade “die Töpfe leer”, wenn man sein Geld zurückhaben will. Der Staat rechnet damit, dass Beamte einen erheblichen Teil ihres Privateinkommens dafür aufwenden überhaupt ihre Arbeit zu verrichten. Und jetzt der Knaller: Für diese anspruchsvolle Tätigkeit, die einem als Führungsfunktion verkauft wird, erh#ält man eine Zulage von sage und schreibe 36 Euro. Im Monat. Brutto. Noch Fragen?

    schrieb Dr.D. am

  • #21

    Eine alte Volksweisheit besagt: “Der Barmer ist kein Armer.” - Ich weiß auch nicht warum, aber dieser Ausspruch ist meist das Erste das mir in den Sinn kommt, wenn ich die Kommentare hier lese.

    schrieb Sascha am

  • #22

    Ich muss etwas an der Tabelle korrigieren. Der Verdienst brutto, in 100 Euro pro Jahr erreicht in Ungarn statt 140 nicht einmal 90.  Die Unterrichtzeit liegt statt 555 bei 792 Stunden. Und noch dazu der immer mehr steigende Gewalt besonders in den Berufsschulen.

    schrieb Lehrerin am

  • #23

    Das beste an den hiesigen Kommentatoren aus schulfernen Berufszweigen ist, dass sie auf dieser Seite während ihrer ach so anstrengenden Arbeitszeit surfen und einen Beruf schlecht reden, dessen gesellschaftliche Relevanz den meisten hier klar sein sollte.

    Im Mittelpunkt sollte die Bildung unserer Kinder stehen, anstatt die Schwächen unseres Bildungssystems einzig und allein den Lehrern anzulasten.

    Wer meint, dass Lehrer zu viel verdienen und einen leichten Job haben, der sollte den Beruf selbst ergreifen. Bzw. derjenige sollte ihn auf keinen Fall selbst ergreifen, da dies nicht den Tatsachen entspricht.

    schrieb Positivismusstreit am

  • #24

    Obwohl die Diskussion hier seit einigen Monat ruht, möchte ich noch eine Frage in den Raum stellen. Gibt es eigentlich andere Länder neben NRW, die diese unnachvollziehbare Unterscheidung zwischen mündlichen und schriftlichen Fächern machen? Als ich in NRW mit dem Ref angefangen habe dachte ich, dass es nur ein mündliches Fach gibt: Sport in der Sek I. Ich wurde eines Besseren belehrt. Kann mir jemand sagen, in welchen Ländern es noch diese Unterscheidung gibt? In BW (soweit ich weiß)und Sachsen (da habe ich selbst Abitur gemacht) jedenfalls nicht. Dort werden auch in Kunst, Musik, Ethik ... in der Sek I Klassenarbeiten und in der Sek II (auch im Grundkurs) 90 min. Klausuren geschrieben. Für weitere Informationen danke ich.

    schrieb Prometheus am

  • #25

    Ich habe mir alle Meinungen hier mal durchgelesen und komme zu meinem eigenen Schluss: Ich gehe auf die Arbeit und mache sie gerne. Ich habe den Beruf selbst gewählt und werde nach einer Liste bezahlt. Ich habe Vor- und Nachteile in meinem Beruf im Vergleich zu anderen akademischen Berufen (von nichtakademischen Berufen mal ganz abgesehen). Und wer mir gegenüber Neid empfindet ist eher aufgefordert es besser zu machen, nicht über eine ganze Berufsgruppe herzuziehen. Alles hat Vor- und Nachteile und jeder sollte sich glücklich schätzen, eine Tätigkeit ausüben zu dürfen, die ihm ein angenehmes Leben ermöglicht. Ich kann nicht klagen, ich habe hart dafür gearbeitet und mir geht es gut. Ich vergleiche mich auch nicht mit der Angestellten im Supermarkt und auch nicht mit einem Bänker; ich bin ich und ich habe diesen Beruf nicht wegen des Geldes gewählt, sondern weil er Spass mach (zumeist).

    schrieb peter am

  • #26

    @ anna

    Und wie viele Stunden unterrichtet man in Belgien?

    So weit ich weiß unterrichtet man in Belgien 20 Stunden, wenn man Vollzeit ist. Ich als Hauptschullehrer habe aber 28 Stunden Unterricht.

    Dazu kommen noch “sonstige” Aufgaben wie Systembetreuung, Medienverwaltung, Vertrauenslehrkraft, Fachraumbetreuung etc, wobei ich nur für die Systembetreuung eine Stunde Ermäßigung bekomme, die anderen Aufgaben sind zumindest bei uns in der HS, nicht ermäßigungsfähig.

    Und wenn man dann nur angestellt ist und dafür dann 1600 € netto bekommt, ist man glaub ich nicht wirklich überbezahlt…

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #27

    @anna:
    So einfach ist das nicht.  Fragen, die man stellen (und beantworten!) muss:

    Wie hoch ist der Verdienst im Vergleich zum Durschnittsverdienst akademischer Berufe in dem Land? In Deutschland als Lehrkraft eher unterdurchschnittlich, selbst im öffentlichen Dienst.

    Wie viele Unterrichtsstunden muss eine Lehrkraft pro Jahr geben? Laut OECD-Statistik “Education at a Glance” in Belgien etwas weniger als in Deutschland.

    Werden Zusatztätigkeiten entlohnt (z.B. Abschlussprüfungen, Klassenfahrten, Vergleichsarbeiten, Aufsichten, ...)? In Deutschland nicht, da gilt “all inclusive”. Im Gegenteil, man zahlt z.B. bei Klassenfahrten noch mit privatem Geld drauf. Und man bekommt in Deutschland in vielen Bundesländern nicht einmal die Lehrbücher bezahlt, welche man im Unterricht benutzen muss…

    Bekommen die Lehrkräfte einen festen Arbeitsplatz gestellt (eigenen Tisch, Stuhl, Computer, Telefon,...) oder können sie so etwas von der Steuer absetzen? In Deutschland nicht.

    Reine Vergleiche von absoluten Zahlen sagen nichts aus. Eine luxemburgische Lehrkraft verdient auch das Doppelte einer deutschen Lehrkraft…

    schrieb Mister M. am

  • #28

    Hi!

    Habe mir die ganze Diskussion mal durchgelesen und ich kann nur sagen, dass ihr es gut habt in Deutschland. In Belgien verdient man wesentlich weniger!

    schrieb anna am

  • #29

    @phantomschmerz
    “TRetet z.B. der GEW bei. Die haben jetzt kürzlich in NRW eine Erhöhung der Verbeamtungsgrenze erwirkt.”

    Hier muss ich ganz vehement widersprechen. Die GEW schreibt sich das zwar gern auf die Fahne, sie hat aber fast nichts damit zu tun. Jahrelang hat die GEW in diesem Fall ihren Mitgliedern abgeraten, zu klagen. Sie haben ihren Mitgliedern gesagt, dass es keinen Sinn hat. Sie sollen ihre Verträge unterschreiben und gut. Mir wurde gesagt, dass die GEW ihren Mitgliedern für diese Verfahren sogar den Rechtsschutz verweigern wollte.
    Als ich (und vielleicht auch noch jemand anderes) dazu kam, bei denen ihre normale Rechtsschutzversicherung Deckungszusage gegeben hatte, konnte die GEW nicht anders und gewährte ihren Mitgliedern ebenfalls Rechtsschutz. Durchgesetzt hat es mein (unser) Anwalt, der sich in einer Verhandlung, bei der ich anwesend war, sehr mitleidig und herablassend sagen lassen musste, dass er wohl der einzige Jurist in ganz NRW sei, der noch ernsthaft glauben würde, dass an der Altersgrenze zu rütteln sei.
    Der GEW war dieses Verfahren nicht einmal eine Nachricht wert, nicht im Internet und nicht im Magazin. Als mein (unser) Anwalt dann vor dem BVerwG erfolgreich war, überschlugen sich die Beiträge auf der GEW-Seite. Plötzlich behaupteten sie, was sie da erwirkt hätten. Die GEW hätte die Altersgrenze gekippt - purer Unsinn. Nachdem es für die GEW unmöglich wurde, ihren Mitgliedern den für dieses Verfahren notwendigen Rechtsschutz zu gewähren, tat sie dies.
    Mehr nicht!!!
    Was die GEW seit dem 19.2. diesbezüglich tut, hat etwas mit “fremden Federn schmücken” zu tun.

    Daran, dass ich inzwischen verbeamtet bin, hat die GEW keinerlei Schuld.

    schrieb Schülerfreund am

  • #30

    Liebe Kollegen,

    ich war drei Jahre im Ausland an einer Deutschen Schule als BPLK, habe ein Angebot aus Niedersachsen angenommen und musste meinen bestehenden Vertrag mit der Zentralstelle kündigen. Das hatte zur Folge, dass ich keine Umzugspauschale bekomme (-6500 Euro). Ich hatte mich beworben, da ich die Schule kannte und Niedersachsen verbeamtet.Dann habe ich den Amtsarzt besucht, der mir aber nicht das mögliche Erreichen der Altersgrenze aufgrund einer Vorerkrankung bescheinigen wollte (er hat meine Gutachten nicht gelesen, dagegen gehe ich grade an). So, d.h. E11 St.3, bedeutet bei mir, verheiratet netto 2037 Euro. Als A12 Stufe 6 hätte
    ich nach Abzug meiner gesetzl. Krankenkasse (private mögen mich nicht nehmen) 2395 Euro netto. Ist natürlich ziemlich dumm gelaufen, denn wäre ich im Ausland geblieben, hätte ich sogar jeden Monat 1200 Euro sparen können, mit dem Umzugsgeld mal eben knappe 21000 Euro. Und, alles das habe ich auf mich genommen eben wegen der Verbeamtung. Was hat das jetzt alles mit dem Thema des Forums zu tun? Tja, meine Kollegen im Ausland (die beurlaubten Verbeamteten) mit ihren 5-6000 netto (!) (Zulagen - ich 2500 netto) waren Weltmeister im Jammern. Hier im Forum habe ich kein Jammern bemerkt, weil es immer auf den Einzelfall ankommt. Ich galube, Ihr unterstützt mich gedanklich in meinem Kampf gegen Behörden, aber warum nur Einzelkämpfer?
    Ich habe ein Netzwerk gegründet der Programmlehrkräfte im Ausland gegründet und steige mit 100 anderen Kollegen weltweit der Zentralbehörde aufs Dach. Jetzt habe ich auf der aufschlussreichen Internetseite http://www.oeffentlicher-dienst.info gelesen, dass sich die TV-L Einstufung an die Beamtenbesoldung anlehnen sollte. Also A12—> E12 (das wären schon mal 320 Euro brutto mehr). Wir dürfen nicht einfach nur hinnehmen, sondern müssen uns organisieren! TRetet z.B. der GEW bei. Die haben jetzt kürzlich in NRW eine Erhöhung der Verbeamtungsgrenze erwirkt.
    Sucht Euch ein anderes Bundesland, das Euch verbeamtet, schafft so die Vorraussetzung für einen Wettbewerb unter den Ländern “um die besten Köpfe”. Ich selber werde jetzt auch eintreten. Man darf nicht aufgeben.
    Ích bin jetzt an einer Haupt- und Realschule, das kostet natürlich Kraft. Jedem anderen Kollegen mit solch nervlich-körperlicher Belastung bzw. mit Riesen-Korrekturpensum sind meine Sypathien sicher, aber es gibt immer Möglichkeiten.
    Wenn etwas so ist, heißt es nicht, dass es so bleiben muss!!!
    Also, ran Leute, schreibt Eingaben, lasst Eure Lage überprüfen, strengt Eure REchtsschutz an, überzieht das Land mit Klagen, macht Verbandsarbeit, setzt Euch nicht nur für Euch selber ein. Kurz: Macht was!
    P.S. hat jemand sonst einen Tipp wegen meines Amtsarztgutachten?

    schrieb phantomscherz am

  • #31

    Ich beziehe A 14 (für eine Funktionsstelle, automatisch wird man das nicht mehr), verdiene also 4400€ brutto (s. Alter), bekomme 3200€ netto (abzgl. teure private KV - dann 2900€) ausbezahlt, aber tatsächlich keine weiteren Sozialabgaben. Mein Bruder bei der Sparkasse (kein Studium) verdient bedeutend mehr als ich (z. B. Zulagen etc.), den jeweiligen Stressfaktor kann ich - und will ich - nicht vergleichen! Die Hauptsache ist, dass jeder sich in dem Beruf, den er einmal gewählt hat, wohlfühlt. Das kleine Problem ist, dass er sich beruflich verändern kann, während ich Lehrer bleiben muss bis zu meiner Pensionierung, und daran scheitern viele KollegInnen, und dann kommt es zu den bekannten Symptomen. Lehrer sollten über dem Neid von anderen, den es schon immer gab, stehen! Da jeder irgendwann die Schule besucht hat, hätte er/sie ja den Lehrerberuf wählen können. An unserer Schule gibt es keine schwarzen Schafe, ich kenne nur - und in den letzten Jahren zunehmend - hoch motivierte und engeagierte junge KollegInnen, und die machen den Job sicher nicht nur aus finanziellen Gründen!!

    schrieb sinkam am

  • #32

    @tintenklecks

    Sprichst du vom Bandbreitenmodell? Dagegen haben doch einige angestellte Lehrer geklagt - und gewonnen.
    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es “nur” darum ging, dass sich hier Fachlehrer gegen stellten, die ihre Bequemlichkeiten behalten wollten. So, wie ich die Landesregierung hier in NRW kenne, war irgend eine andere Sauerei damit verbunden. Wobei es tatsächlich problematisch ist, dass Frau Sommer das einfach in die Lehrerzimmer gereicht hat.

    schrieb Schülerfreund am

  • #33

    Diese Diskussion der ungleichen Arbeitsbelastung bei gleicher Bezahlung wird tatsächlich an verschiedenen Orten und von verschiedenen Betroffenen und Politikern etc. geführt. Da kann man sich bei korrekturfachlehrer.de schlau machen, die Gerichtsverfahren, Arbeitszeituntersuchungen und neue Jahresarbeitszeitmodelle dokumentieren. Die CDU-Regierung in NRW ist sogar mit dem erklärten Ziel angetreten, Lehrerarbeitszeit gerechter zu gestalten und transparent zu machen. Geschehen ist noch nicht viel, weil die Lehrerverbände nicht wirklich mitziehen, weil sie befürchten, die Arbeitszeit für ihre Klientel (natürlich bestehend aus einer erdrückenden Mehrheit von Wenig- oder Nichtkorrigierern) könnte sich noch weiter erhöhen. Mittlerweile sind schon viele DoppelkorrekturfachlehrerInnen in den Personalräten, so dass ihre Stimmen jetzt besser gehört werden. Aber der Weg ist steinig: Natürlich geht es darum, Pfründe zu verteidigen. Das Schulministerium NRW hat sich einen genialen Trick ausgedacht: anstatt die Stundendeputate “von oben” neu und gerechter zu regeln (und viele Wählerstimmen einzubüßen) hat es das Problem mit der Maßgabe an die Schulen weitergegeben, dass Neuerungen nichts kosten dürfen. Dort - vor Ort - könne man besser beurteilen, wer am meisten arbeitet und wer die meisten Entlastungsstunden erhält. Das ist ungefähr so, als würde man einen Fleischbrocken in einen Hundekäfig mit ausgehungerten Tieren werfen. Um noch beim Bild zu bleiben: In diesem Käfig befinden sich 60 Bulldoggen und Schäferhunde neben 5 “guten Gebrauchshunden”. Rate mal, wer “weggebissen” wird? Bei den Lehrerkonferenzen geht es zivilisierter zu: Es wird abgestimmt und die Mehrheit meint, dass die DoppelkorrekturfachlehrerInnen, die auch immer KlassenlehrerInnen sind und im Fokus der schriftlichen Prüfungsmarathons stehen, nicht auf ihre Kosten entlastet werden dürfen. So viel zum Thema Solidarität unter LehrerInnen! Damit wird Arbeit, die bei den besagten Prüfungsmarathons ständigen Qualitätsprüfungen unterzogen wird, herabgewürdigt und letztendlich nicht bezahlt. Die zwingende Logik in unserem Schulsystem in Bezug auf die LehrerInnen mit unterschiedlichen Fächerkombinationen: Arbeit, die nicht bezahlt wird, kann auch nichts wert sein!

    schrieb tintenklecks am

  • #34

    Ich denke, es ist genau das, was in den vorangegangenen Beiträgen als Neg.-Beispiele beschrieben wurde, das in der Öffentlichkeit zu Unrecht dieses schlechte Lehrer-Image in der Gesellschaft erzeugt. Und an diesen neg. Beispielen macht sich die öffentliche Meinung fest (was keine Lehrer-Besonderheit ist, ich bin sicher, auch nicht alle Banker sind unfähig und zugleich raffgierig).

    Gerade bei der Berufsgruppe der Lehrer ist der Focus der Gesellschaft aber - zu Recht - genauer und beständiger, denn:

    - jeder kennt, sei es aus seiner eigenen Schulzeit, sei es, weil er selbst Kinder in der Schule hat, mindestens ein schlechts Beispiel

    - werden Lehrer schließlich von der Allgemeinheit bezahlt

    - und erfüllen für diese einen ziemlich wichtigen Job.

    Es ist eben nicht der Doppel-Korrekturfachleser, der nebenbei die Theater-AG betreut, der in Erinnerung bleibt (er fällt eben gar nicht groß auf), sondern der, der Sport und Erdkunde unterrichtet, 3x Jahr in Urlaub fährt und A 13 (= 5000 Brutto für Nichtbeamte) “verdient”. (Mitlesende Lehrer können hier sicherlich besser geeignete Bsp. zur Differenzierung bringen). Da bekomme ich als Steuerzahler schon einen Hals, als engagierter Kollege würde mir vermutlich - um das Bild weiter zu bemühen - der Kragen platzen.

    Frage: Wird diese Diskussion der ungleichen Arbeitsbelastung bei gleicher Bezahlung (oder gar noch schlechterer Bezahlung) irgendwo geführt? Gibt es hier (länderübergreifende) Gremien? Die Kultusministerkonferenz gar? Und ist es ein Thema im Kollegium oder wird es totgeschwiegen?

    schrieb JUNK am

  • #35

    Ich war schon verwundert :-)

    Jedoch lass mal das, was du schreibst nicht unsere Bockspringlehrerin hören. Die kämpft nämlich immer vehement darum, dass es genauso aufwendig ist, Bockspringen vorzubereiten, wie eine Deutscharbeit zu korrigieren.

    Letztlich kann ich auch wieder nur zustimmen. Ich erlebe es genauso wie ihr

    schrieb Schülerfreund am

  • #36

    Achtung Korrektur! Beitrag Nr. 153 stammt nicht von NTI, sondern von mir = “tintenklecks”. Ich weiß nicht, wie es zu diesem Fehler gekommen ist. Sorry!

    schrieb tintenklecks am

  • #37

    Oh ja!
    Ich kann nur beistimmen und hoffen, dass diese Veränderungen bald eintreten. Im Moment habe ich gerade wieder eine Zeit überstanden, in der ich mich von Überhaupt-nicht-Korrekturfachlehrern mehrfach habe anschnauzen lassen müssen, da sie für Aufsichten bei mündlichen Prüfungen in der Fremdsprache herangezogen wurden.
    Wir Korrekturfachlehrer, die aufgrund der häufigen Präsenz in den Klassen natürlich ungefragt die Klassleitung aufgebrummt bekommen,  machen dreifache Arbeit fürs gleiche Geld!

    schrieb Doppelkorrekturfachlehrerin am

  • #38

    Ich stimme NTI voll zu! Leider wird Arbeitszeit bei LehrerInnen immer noch anhand von Stundendeputaten festgelegt, weil die Dienstherren dann leichter rechnen können. Schon lange ist klar und von unabhängigen Gutachtern belegt, dass diese Festlegung der Arbeitszeit von LehrerInnen nicht mehr zeitgemäß ist. Um den reinen Unterricht ranken sich - je nach Fächerwahl, Klassenlehrertätigkeit und Klientel - mittlerweile so viele Tätigkeiten und Aufgaben, die ständig erweitert werden, dass es enorme, ja extreme Unterschiede bei der Belastung von LehrerInnen gibt. Leider werden immer wieder die schwarzen Schafe an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt, die “arbeitsscheuen” oder “unfähigen” LehrerInnen, die die alten Vorurteile zementieren. Das führt dazu, dass PolitikerInnen den LehrerInnen immer noch weitere Aufgaben einschl. Stundenerhöhung aufpacken, denn die öffentliche Meinung ist ja auf ihrer Seite. Außerdem gibt es genug KollegInnen, die noch Luft haben und “die Preise verderben”. (Deren Verhalten gegenüber doppelten KorrekturfachlehrerInnen halte ich übrigens für ausgesprochen unsolidarisch. Meist sind es ja die wenig belasteten KollegInnen, die Solidarität und Gleichbehandlung mit doppelten KorrekturfachlehrerInnen einfordern, wenn sie ihre angenehme Stellung in Gefahr sehen.) Ich halte es für extrem wichtig, für LehrerInnen ein Arbeitszeitmodell einzuführen, das längst überfällig ist! Es ist sehr wohl möglich, die Arbeitszeit von LehrerInnen wenigstens anhand von Pauschalen zu bemessen und ihnen entsprechende Stundendeputate zuzuordnen. Ich denke da z.B. an Klassenlehrertätigkeit, die bisher in den Bereich der Hobbys verwiesen wird, ebenso die Korrekturtätigkeit, die offenbar als ein Privatvergnügen von einigen LehrerInnen angesehen wird. Oberstufenunterricht ist nun einmal aufwändiger vorzubereiten als eine Stunde Bockspringen in der Jgst. 8. oder Kunststunden, in denen wochenlang vor sich hingewerkelt wird. Hinzu kommen die vielen neuen schriftlichen Prüfungsformen, die die NebenfachlehrerInnen nicht haben - und worüber sie auch ganz froh sind! Ein Arbeitszeitmodell für LehrerInnen wird für wesentlich mehr Gerechtigkeit sorgen, mehr Arbeitszufriedenheit, Motivation und höheres Ansehen in der Öffentlichkeit, weil alle Tätigkeiten gewürdigt und nicht zuletzt bezahlt werden!

    schrieb NTI am

  • #39

    @Junk

    Eigentlich wollte ich ja nicht mehr schreiben, aber ein paar Erklärungen möchte ich nun doch noch hinzufügen:

    Was deine ehemaligen Schulfreundinnen bewogen hat, dieses oder jenes zu tun oder zu lassen, fragst du sie vielleicht selbst. Ich kann für sie nicht antworten.
    Ich jedoch bin nicht junge Mutter, sondern habe mein Kind ebenfalls erst nach 30 bekommen. Da war ich noch im Studium, weil ich mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht habe und erst mit 27 zu studieren anfing.
    Zumindest wissentlich standen meine Berufswahl und meine Fortpflanzung in keinem Zusammenhang. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Rahmenbedingungen als Beamter einen Kinderwunsch auslösen würden, aber man weiß ja nie. Die Rahmenbedingungen als Angestellte sind, was die tägliche Arbeit betrifft, allerdings identisch.
    Ich fiebere meiner wieder möglichen Verbeamtung nur deshalb entgegen, weil ich so viel verdienen möchte wie meine Kollegen, weil ich es ungerecht finde und weil ich das Angestelltengehalt als zu wenig empfinde. Einen anderen Grund gibt es nicht. Hätte mir die Landesregierung das gleiche Geld geboten, hätte ich trotz der Unterschiede bei der Krankenversicherung, dem Ruhestandsgeld und der Unkündbarkeit niemals geklagt.

    Ansonsten kann ich NTI nur vollkommen beipflichten. Meine Ferien haben auch erst gestern angefangen. Ich war Donnerstag und Freitag noch bis jeweils 17:30 Uhr in der Schule (das ist kein Jammern, sondern nur Information) und fange in genau 5 Wochen (am 10.08.) wieder an. Nachdem ich die Ferien des vergangenen Schuljahrs (Herbst-, Weihnachts-, Oster- und Pfingstferien) jeweils mit zwei bis drei Klassensätzen Korrekturen und Zentralprüfungen verbracht habe, genieße ich diese jetzt ohne jegliches schlechtes Gewissen… Soweit ich weiß,  trifft genau das auch für die Beamten zu

    schrieb Schülerfreund am

  • #40

    Nachdem sich hier scheinbar jeder ein Urteil über den Lehrerberuf bilden kann, weil er mal irgendwann Schüler war oder Kinder in der Schule hat, möchte ich mehrere Denkanstöße geben:

    - mein Abischnitt ist 1,3 und ich halte mich weder für mittelmäßig begabt noch für faul - ich hätte auch Medizin oder Jura studieren können, statt dessen wollte ich Lehrerin werden, weil ich echte Freude an meinen Fächern empfinde, gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite und diese Arbeit als extrem anspruchsvoll und vielseitig empfinde

    - meine Besoldung empfinde ich als angemessen, muss allerdings sagen, dass ich bei gleichem Verdienst auch als Angestellte arbeiten würde (die eigentliche Ungerechtigkeit liegt in der unterschiedlichen Bezahlung bei gleichen Aufgaben und gleicher Qualifikation)

    - meine Arbeitszeit beträgt ca. 8-10 Stunden pro Wochentag, am Wochenende kommen durchschnittlich nochmal 5 Stunden dazu (manchmal mehr, wenn ich gerade einen Worcaholic-Schub habe)

    - nicht alle Ferien sind Ferien, hier wird Ablage erledigt, werden Unterrichtseinheiten geplant, besondere Veranstaltungen geplant etc.
    Für mich kann ich sagen: Von einer Woche Ferien bleibt ein langes Wochenende wirklich für mich und meine Familie, der einzige wirklich brauchbare Ferienblock sind die Sommerferien, von denen ich allerings eine Woche Nachbereitung des Schuljahres und eine Woche Vorbereitung auf das neue Schuljahr abziehe

    - ich empfinde es als schade, dass der Leistungsorientierung im Lehrerberuf so wenig Raum eingeräumt wird, weil ich gerne viel leiste und mich darüber ärgere, dass andere Kollegen (ohne Folgen) eher eine ruhige Kugel schieben

    - das Hauptproblem im Lehrerberuf ist für mich die nervliche Belastung, die gerade im Hauptschulzweig extrem ist: die eigene Menschenfreundlichkeit wird hier täglich einer harten Probe unterzogen, es kostet viel Kraft die Energie aufrecht zu erhalten
    Ich würde jeden Kritiker gerne einmal dazu einladen, mich einen Tag lang zu begleiten um sich wirklich ein Bild machen zu können.

    Zum Schluss: Das neidvolle Herumnörgeln an jeder Berufsgruppe könnte dann eingestellt werden, wenn sich jeder einmal fragen würde, warum er den kritisierten Beruf eigentlich nicht ergriffen hat. Jeder Beruf hat Vor-und Nachteile. In der Berufswahl sind wir - unseren Fähigkeiten entsprechend - frei.
    Werdet also Lehrer. Ich kann den Beruf bei entsprechender Stressrestistenz und genug Idealismus durchaus empfehlen.

    Herzliche Grüße

    NTI

    schrieb NTI am

  • #41

    @JUNK:
    Vielleicht führen wir hier Scheingefechte und erkennen den wirklichen “Gegner” nicht.

    Wenn ich in der Presse lese, dass in den Banken trotz Finanzkrise immer noch 14 Monatsgehälter und Boni bezahlt werden… und zwar auch hier in deutschen “Krisenbanken”. Und DAS bezahlen Sie (und ich !) auch mit Ihren Steuern via Rettungspaketen, Bürgschaften und Bad Bank mit.

    Im Gegensatz zu denen leisten ich und meine Kollegen (trotz OECD-PISA und Co.) wirklich gute Arbeit… Soviel Eigenlob muss sein.

    schrieb Mister M. am

  • #42

    @Mister M:

    Sie Schreiben: “Lehrer verdienen zuviel?” - Das denke ich nicht. Ich hoffe wirklich, Sie haben mitbekommen, das ich das hier nicht ein einziges Mal geschrieben habe (von daher weiss ich nicht, was der Kommentar an dieser Stelle soll).

    Und als ich das letze Mal nachschaute, da zahlte ich Steuern, so ca. mit allen Abgaben knapp 50% des Bruttos. Also bezahle ich und die Allgemeinheit sehr wohl die Beamten. Als Beamter: 25 %, dürften es ca. sein.

    schrieb JUNK am

  • #43

    @JUNK, das war ja wohl ein Eigentor:
    (Zitat):”@Leser: Die Anwaltsgebühren zu hoch sind? Ja, kann sein. Aber dafür gibt´s ja Rechtsschutzversicherungen.”

    Da sag ich doch ganz locker: Lehrer verdienen (zu)viel? Warum, die werden doch nicht von dir persönlich, sondern aus Steuermitteln bezahlt.

    Ich hoffe, Sie bekommen die Transferleistung hin…

    schrieb Mister M. am

  • #44

    @Schülerfreund:
    Sollte ich Dich tatsächlich mißverstanden haben, und Dein Post mit “Ach du armer Junk, langsam tust du mir leid” samt Smilie wirklich mißvertstanden habe, dann wäre natürlich meine Bewertung dessen, Du gingst mich ständig agressiv an etc. falsch gewesen und dann nehme ich das selbstverständlich zurück. Sorry.

    Aber - ich hab es grad noch mal gelesen - wie man darauf kommen soll, dass Du damit eine Annährung im Sinne hattest - nee, das erschließt sich auch dem geneigten Leser beim allerbesten Willen nicht.

    Und auch sonst, wenn Du schreibst: “Nochmal zum Mitschreiben: Du schreibst zwar (nahezu immer), dass du von A13, A14 sprichst, aber dann verwendest du für diese Personengruppe im Verlauf deiner Texte immer nur “die Lehrer”

    Ja, soviel Transferleistung erwarte ich dann doch. Das ist doch echt kleinkariert, jedes Mal mit dem Finger auf mich zu zeigen, wenn ich in einem von 10 Fällen den Beamtenbezug nicht nenne.

    @Leser: Die Anwaltsgebühren zu hoch sind? Ja, kann sein. Aber dafür gibt´s ja Rechtsschutzversicherungen. Und bei der von Dir angesprochenen Scheidung dürfte der Anwalt noch der kleinste Kostenpunkt sein, fürchte ich. Im Übrigen gibt es einen driftigen Gund, das nicht selbst zu machen, selbst wenn man es könnte: Es sollen die Interessen beider Parteien gewahrt werden, was in diesem Fall leider nicht immer gewährleistet ist.

    Es ist schade, dass die Diskussion hier so oft so emotional abdriftet. Alles was ich in dieser Diskussion im Sinne hatte war, dafür zu sensibilisieren, dass A 13 oder mehr - ob Lehrer oder nicht - in Verbingung all diesen all-inclusive Benefits wie Pension, Beihilfe, Jobsicherheit kein Grund ist, sich zu beschweren. In der Privatwirtschaft ist allein nur dasselbe Netto-Gehalt erst bei rund 5000 brutto/ Monat erreicht, was gute 1500 Euro Unterschied bedeutet, der der Angestellte jeden Monat mehr verdienen muß. Und das sind nicht viele Akademiker. Von allen anderen Leistungen ganz zu schweigen. DASSELBE würde ich verbeamteten Juristen sagen! (Und sage es denen auch).

    Schade, dass es hier gerade mal einen Ex-Lehrer, der in die Wirtschaft wechselte, gab, der das ähnlich sah (was auch schon bezeichnend ist).

    Ach ja, Schülerfreund, Du schreibst, Du bist junge Mutter. Ist es wirklich ein Zufall, dass ausnahmslos alle meine Schulfreundinnen, die den Beruf der Lehrerin ergriffen, mittlerweile mindestens ein Kind haben, viele andere Akademikerinnern aber noch nicht (Anfang 30)? Kann es nicht auch daran liegen, dass auch bei diesem Thema die Rahmenbedingungen als Beamte besser sind? (Und da Du ja nicht verbeamtet bist, trifft das auch Dich nicht zu, zur Klarstellung.) Um nicht wieder mißverstanden zu werden: Es ist gut, sollte das so sein. Da muß die Wirtschaft nachbessern.

    Ich würde mich freuen, wenn mehr Lehrer mit Beamtenstatus endlich einmal realisieren, dass sie zwar nicht über die Maßen priviligiert sind, das Gesamtjobpaket, zu dem bei Weitem nicht nur das Gehalt zählt, aber doch in Ordnung ist. Aber vielleicht irre ich mich ja auch, und die verbeamtete Lehrerschaft ist schlecht dran. Und noch mal: Macht es nicht am Lehrerstatus fest - das hier ist zufällig ein Lehrerforum - wäre es der “Richterfreund.de” würde ich das Gleiche schreiben.

    schrieb JUNK am

  • #45

    Volle Zustimmung! Wie “kompetent” Bildungspolitiker sind, sieht man auch an Niedersachsen, wo es offensichtlich egal ist, ob man das Justizministerium oder das Kultusministerium leitet. Ich würde mir nicht zutrauen, fachfremd in der Oberstufe zu unterrichten, für Politiker ist es aber wohl kein Problem, fachfremd Entscheidungen zu treffen (oder eben auch grinsend auszusitzen - s.o.).

    schrieb Musikus am

  • #46

    @tintenkleks
    An Hauptschulen ist es ähnlich. Die Korrekturen an der Hauptschule sind ganz bestimmt nicht so aufwendig wie z. B. in einem Leistungskurs Deutsch, aber auch hier ist der gleiche Unterschied zwischen Fachlehrern und Klassenlehrern und Nebenfachlehrern und Hauptfachlehrern zu erkennen. Inzwischen kann ich beide Seiten beurteilen. Bis vor vier Jahren habe ich Hauswirtschaft und Mathe unterrichtet. Um diesen Mathekurs konnte ich mich ausgesprochen gut kümmern. Im vergangenen Jahr hatte ich eine 10. und eine 9.  Klasse in Deutsch. eine 9 in Mathe und eine Klassenführung. Das war der Hammer und ich krieche jetzt in die Ferien

    schrieb Schülerfreund am

  • #47

    Diese gesamte Diskussion, die ich nur auszugsweise verfolgt habe, weil sie mir teilweise nach Scharmützeln und sehr polemisch aussah, muss endlich auf einer vernünftigen Basis fortgeführt werden! Ich sehe die Lehrerarbeitszeit ausgesprochen kritisch, weil ich (und seriöse Gutachter) das Stundendeputatsmodell - ich kann jetzt nur für den Gymnasialbereich sprechen - als völlig überholt und hirnrissig ansehe, weil in diesem System im Grunde nur NebenfachlehrerInnen Karriere machen können. Ich wundere mich, dass sich hier nicht mehr doppelte KorrekturfachlehrerInnen zu Wort melden, um den ungerechten Zustand hinsichtlich der Lehrerarbeitszeit zu dokumentieren, glaube aber, dass diese “Besseres” zu tun haben, als sich in Internetforen zu tummeln. Ich bitte diese Kolleginnen und Kollegen - falls sie diese Seite lesen - sich unbedingt zu Wort zu melden, ansonsten wird sich an unserer desolaten Situation überhaupt nichts ändern, ganz im Gegenteil - nach dem Prinzip: da ist ja nach oben hin noch ganz viel Luft: natürlich bei Sport- und KunstlehrerInnen etc. - die Lehrerarbeitszeit wird sich noch erheblich verlängern, da die NebenfachlehrerInnen sich ja doch meist ab 14 Uhr auf dem Tennisplatz tummeln! Ich werde es nicht müde festzustellen, dass es bei der Bemessung der Arbeitszeit, Besoldung und Beförderung von HauptfachlehrerInnen (nicht in Mathematik - das ist ein bedeutender Unterschied - sondern in den Sprachen!) und NebenfachlehrerInnen eine große, eine enorme Ungerechtigkeit gibt, die unter den Teppich gekehrt wird, weil die CDU-Schulbürokratie in NRW - Sommer, Winands & Co - nicht zu ihrem Versprechen steht, die Lehrerarbeitszeit gerechter zu gestalten, wie sie es ausdrücklich in ihrem Wahlprogramm festgehalten hatte. Sie überlässt die Problematik den Schulen - weil sie nicht die Qualität des Hauptfachunterrichts im Sinne hat, sondern einfach nur Kosten sparen will - die dann mehrheitlich über die Arbeitszeit von LehrerInnen abstimmen lassen! Das ist die Realität: Die überwiegende Mehrheit von reinen NebenfachlehrerInnen und partiellen HauptfachlehrerInnen stimmt über die Entlastung von doppelten KorrekturfachlehrerInnen ab, die der Mehrheit Mehrarbeit einbringt!Die wären ja schön blöd!!! Aber dieser Trick mit der Delegation von Entscheidungen scheint in den Augen der Schulbürokratie NRW wirklich genial zu sein. Vielleicht sollten wir jetzt alle Harz IV-Empfänger über die Erhöhung ihrer Bezüge abstimmen lassen oder alle Schüler über ihre Noten, damit die Mehrheit am nächsten Wahltag auch ja wieder das Kreuz an der richtigen Stelle macht? - Wie man mit Trick 17 eine große Anzahl von doppelten KorrekturfachlehrerInnen verprellt und meint, das würde alles so glatt gehen und die nächste Amtszeit wäre gesichert, deutet auf ein hohes Maß von Dreistigkeit, Ignoranz und Überforderung hin! Die Gerissenheit des Schulminsteriums in Nordrhein-Westfalen mit Spitzen wie Sommer und Winands ist spektakulär. Man stelle sich vor: Politiker würden Betrieben empfehlen, darüber abstimmen zu lassen, wessen Arbeit als höherwertig anzusehen ist und wer wieviel Gehalt bekommt! Ist das nicht absolut grotesk?! Meiner Ansicht nach gehören solche PolitikerInnen schleunigst abgewählt, weil sie - in jede Fotolinse grinsend - nur an ihre nächste Amtszeit denken, aber ihren Job nicht machen, für den sie gewählt wurden: nämlich vernünftige und gerechte Entscheidungen zu treffen!

    schrieb tintenklecks am

  • #48

    Es ist verblüffend, aber das stimmt ganz genau

    schrieb Schülerfreund am

  • #49

    Interessant auch, was der Deutsche Richterbund (als Flagschiff der beim Staat beschäftigten Juristen) so alles meint:

    z.B. im “Positionspapier zur Besoldung und Versorgung der Richter und Staatsanwälte” heißt es:
    “Gegenüber vergleichbaren Gruppen in der gewerblichen Wirtschaft fällt die
    Entwicklung der R-Besoldung weit zurück. So ist im Handels-, Kredit- und
    Versicherungsgewerbe von 1992 bis 2005 eine Einkommenssteigerung von
    46 % zu verzeichnen, die damit doppelt so hoch ausgefallen ist wie bei der –
    hinter den Preissteigerungen zurückbleibenden – R-Besoldung.”
    http://www.drb.de/cms/fileadmin/docs/besoldung_positionspapier_080818.pdf

    Wer wissen will, was Juristen in der Privatwirtschaft und in Anwaltskanzleien so verdienen, schaut nach bei:
    http://www.drb.de/cms/fileadmin/docs/gutachten_kienbaum_endg_080703.pdf
    Seite 17 hat dort Zahlen für 2007

    Außerdem meint der Deutsche Richterbund:
    ““Die Übertragung der Besoldungskompetenz auf die Länder war ein Fehler. Es darf keinen Besoldungswettlauf zwischen den einzelnen Bundesländern geben. Für die richterliche und staatsanwaltschaftliche Tätigkeit in Deutschland gelten überall gleiche Anforderungen, daher müssen auch identische Besoldungsstrukturen für sämtliche Richter und Staatsanwälte bestehen”, so Frank.”
    http://www.drb.de/cms/index.php?id=586

    Von soviel Aufklärungsarbeit könnten sich alle(!) Lehrerverbände einmal ein Scheibe abschneiden, statt sich in sinnlosen Schulstrukturdebatten zu verlieren. Denn die Argumente bzgl. der Besoldungsentwicklung der Richter und Staatsanwälte lassen sich 1:1 auf die Lehrerschaft übertragen.

    schrieb Mister M. am

  • #50

    @Musikus
    Wie Recht du hast. Ist schon merkwürdig, dass keiner von uns Lehrern (E…-A13) auch nur jemals die Abzocke von Juristen angeprangert hat. Man kann Junk nur gratulieren, dass er geschickt, wahrscheinlich ungewollt, davon ablenken konnte.

    Was noch deprimierender ist. Die Juristenlobby im Bundestag versteht es geschickt zu verhindern, dass dem Einzelnen mehr Rechte zugestanden werden. Ohne Jurist kann man doch praktisch nichts machen. Nicht einmal eine Scheidung durchziehen, selbst wenn man sich in allem einig ist. Auch wenn man alle Briefe noch selbst schreibt, telefoniert…, unter 1000 Euro ist da nichts zu machen und das für NICHTS oder ich muss richtigerweise sagen für die Unterschrift eines Juristen!
    Selbst für eine einfache mündliche Auskunft (5 Minuten) kassieren die schon 100 €. Wo gibt es das sonst?
    Doch wir alle haben uns in die Ecke, in eine Verteidigungsposition drängen lassen, anstatt zu agieren. Bravo Junk. Ich meine das ganz ehrlich. Meine Hochachtung!

    schrieb Leser am

  • #51

    @Musikus
    Du hast natürlich vollkommen recht. Es ist nur so, das ich E11er von A13 nur träumen darf… dennoch hast du recht, denn ANGEMESSEN verdient inzwischen keiner im öffentlichen Dienst mehr.

    und von der Belastung (organisatorisch und finanziell) ohne arbeitgeberfinazierten Arbeitsplatz und Arbeitsmittel möchte ich gar nicht erst anfangen

    schrieb Schülerfreund am

  • #52

    Nennt mir außer den Lehrern auch nur EINEN Berufszweig - außer Spitzenmanager (die ihre Bezüge an einem ominösen “Marktwert” ausrichten und Boni erhalten, selbst wenn der Laden gegen die Wand fährt) oder Politiker (die ihre Diäten einfach selbst festlegen) - der sich von wem auch immer sagen lassen muss, dass er (nach über einem Jahrzehnt an Streichorgien) zu großen Teilen zuviel verdient, auf jeden Fall aber soviel, dass ständig in irgendwelchen Vergleichen mit Mexiko und Usbekistan die Gehälter noch irgendwie hoch wirken.

    Wenn Lehrer, und zwar jetzt auch ausdrücklich A13 und aufwärts, heute eigentlich immer noch zuviel verdienen, jedenfalls viel mehr, als die allermeisten Akademiker in Deutschland, ja was zum Henker haben denn Hunderttausende von Lehrern in den 70er und 80er Jahren gemacht? Deutschland geschröpft, ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, auf großem Fuß gelebt, geprasst, auf die Kacke gehauen? Nur ein paar Stichpunkte: Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, weniger Unterrichtsstunden, von Ganztagsschule keine Rede, weniger Konferenzen, Präsenzzeiten, weniger Stress mit Schülern und vor allem Eltern etc.

    Und warum gibt es eigentlich einen Lehrermangel, wenn alle Welt nur von den abartig langen Ferien träumt, die wir Lehrer haben. Ja seid ihr Nicht-Lehrer denn dann alle total bekloppt? Warum seid ihr dann nicht auch Lehrer geworden?

    Und warum postet überhaupt ein Jurist hier und äußert sich über die Angemessenheit der Bezüge von Lehrern? Ich meine, selbstverständlich darf und soll er das tun, ist ja nichts Verbotenes dabei. Dient ja auch der Verständigung. Aber hat schon einmal jemand von den Lehrern hier in einem Juristenforum gepostet, dass er Anwaltskosten immer total überteuert findet und dass er nicht ganz verstehen kann, warum ein Notar für eine Handvoll Unterschriften mehrere Tausend Euro verdient usw. usf.?

    Ich versteh einfach nicht, warum überhaupt darüber geredet wird. Der Berufsstand Lehrer hat, wie viele andere Berufe auch, in den letzten Jahren unter massiven Kürzungen (realer Lohnverlust) und Beeinträchtigungen leiden müssen. Es kann nicht sein, dass einem da noch in den Sinn kommen kann, Lehrer verdienten zuviel. Nein, sie verdienen nicht einmal ANGEMESSEN. Dass das für andere auch gilt, will ich gern glauben.
    Deshalb bleibt es aber trotzdem eine Tatsache: Es ist eher zuwenig als zuviel.

    schrieb Musikus am

  • #53

    @Junk

    Sag mal, geht´s noch?

    Nochmal zum Mitschreiben: Du schreibst zwar (nahezu immer), dass du von A13, A14 sprichst, aber dann verwendest du für diese Personengruppe im Verlauf deiner Texte immer nur “die Lehrer”
    Merke dir doch endlich: “die Lehrer” sind NICHT gleich A13, A14
    Dann sprich doch nicht immer von “die Lehrer”! Das ist auch dann nicht fair, wenn du vorher sagst, dass du nur von einem Teil (einem, der unter 50% liegt) der Lehrerschaft sprichst.

    Ist das so schwer zu kapieren???

    DANN!!!
    Was gehst du mich eigentlich an, wenn ich meinen Beitrag damit einleite, dass ich dich schon verstünde??
    Das “armer Junk” war übrigens gar nicht herablassend gemeint, sondern ernst. Mir fiel auf, dass wir dir hier mal zu dritt, mal zu zweit irgendwie immer die Hölle heiß machen. Ich wollte Verständnis äußern und so langsam zu einem versöhnlichen Ende dieses Threads kommen. Das scheinst du aber nicht zulassen zu wollen.

    Ich gehe dich nicht aggressiv an. Ich “kämpfe” nur dafür, dass du endlich mal differenziert schreibst, wenn du alles schon so genau weißt.

    Am Ende meines Postings habe ich nichts weiter getan, als dir mal ein Beispiel zu erzählen, wie sich die Reaktionen auf den öffentlichen Dienst mit der Stimmung in der freien Wirtschaft wandelt. Respektvoll geht man aber weder in guten Zeiten noch in schlechten Zeiten mit uns um.
    Ich gebe zu, dass ich so naiv war und mir erhoffte, dass das vielleicht mal deinen Tunnelblick erweitert und du auch mal ein bisschen Verständnis entwickelst.
    Aber anstatt dass du zu dazu etwas sagst, nimmst du einen Teil aus dem Zusammenhang (“meine aufrichtige Anteilnahme durchaus in Grenzen”), äußerst dich ansonsten zu dem Beispiel kein bisschen, sondern meinst mich als frustriert zu bezeichnen????
    Wenn es dir so schwer fällt, dich mal in die Haut eines Lehrers zu versetzen, dann zieh doch wenigstens nicht einen Nebensatz aus dem Gesamtzusammenhang und verwende ihn für deine Zwecke! Das ist unredlich! Dann ignoriere mein Beispiel doch lieber ganz.
    (Ich bekomme den Verdacht, dass du ein richtig fieser Charakter bist)

    Und was machst du? Du fühlst dich angegriffen.. Tzzz
    Dabei war meine Grundstimmung dir gegenüber auf “versöhnlich” eingestellt. Aber langsam frage ich mich tatsächlich, ob mein zweiter Verdacht aus einem der vorherigen Postings doch stimmen könnte…

    “Vielleicht klappts ja auch deshalb nicht mit dem Aufstieg” ... Ja, das ist zwar unsachlich, aber das bist du eh. Das ist jedoch auch der größte Unsinn und deshalb keinerlei Kommentar wert!

    Lansgam macht es aber keinen Spaß mehr mit dir. Ein Ergebnis oder eine Annäherung scheint nicht drin zu sein und ich habe nicht vor, mich weiter von dir angehen zu lassen. Du liest eh nur, was du willst; überblickst die Zusammenhänge nicht; extrahierst, wie du willst… und den Umschwenk auf “Frieden” kriegst du nicht mit oder willst du nicht mitkriegen.

    Den hatte ich vor, weil ich denke, dass das Thema erschöpfend besprochen wurde und ich den Ausklange einläuten wollte. Da du das aber nicht kapiert hast und keinen Humor hast (mich sogar dann als frustirert bezeichnest), steige ich aus dieser Diskussion eben einfach so aus.

    P.S. Zur Frustration habe ich keinerlei Gründe: Meine Verbeamtung ist näher als je zuvor. Dann verdiene ich deutlich mehr. Mein Job macht mir Spaß und ich werde ihn garantiert nicht verlieren.
    Ich hab ein Kind, das erstklassig gedeiht und ein prima Privatleben. Sag mir doch bitte, warum ich frustriert sein soll? :-)
    Nur wegen solcher Mensche, wie du es bist?

    schrieb Schülerfreund am

  • #54

    @Schülerfreund:

    Was verfolgst Du hier eigentlich für einen destruktiven Zweck? In unzähligen Positions habe ich klargestellt, ich spreche ausschließlich von den verbeamteten Lehren, und auch hier nur von A 13+. Und das auch das vom Gehalt her absolut nicht zuviel ist - eben in Ordnung, unter Einbeziehung von Pension, Kündigungsschutz, Urlaub, Beihile. PUNKT. Mehr nicht.

    Du bist nicht verbeamtet, wie Du selbst immer wieder betonst. Und was machst Du: Gehst mich in jedem Post agressiv an, dass all das ja auf Dich nicht zutrifft. Hallo wach? (um einen Lehrerspruch zu nennen).

    Du scheinst frustiert zu sein (“meine aufrichtige Anteilnahme durchaus in Grenzen”) und gehst blind gegen alles vor, selbst wenn von Dir gar nicht die Rede ist.

    Mir ging es hier um eine sachliche Auseinandersetzung, zu der Du entweder nicht Willens oder nicht Könnens bist (” Ach du armer Junk”).

    Vielleicht klappts ja auch deshalb nicht mit dem Aufstieg. Und mir ist bewußt, das das jetzt unsachlich war.

    schrieb JUNK am

  • #55

    Ach du armer Junk :-)
    langsam tust du mir leid. Mir ist schon klar, was du meinst, aber leider differenzierst du so schlecht. Aber ich weiß schon, wie du es meinst.

    Ich gebe dir übrigens recht. A13 wäre schon in Ordnung. Dann würde ich mich auch angemessen bezahlt fühlen.
    Das denken sicher die meisten Lehrer. In meinem Bekanntenkreis gibt es keine A13er, der klagt, und ich kenne viele.
    Ich hab einen Freund, der gerade den Aufstieg zu einer A15-Stelle macht. Der sieht auch kein Tageslicht mehr und wenn die Ferien beginnen, hat er dann richtig Zeit, das neue Schuljahr zu planen.
    Ich gönne ihm diesen Aufstieg und möchte selbst weiterhin die Sonne sehen, aber mir ist z.B. jeglicher Aufstieg unmöglich.
    Wenn ich jetzt doch noch verbeamtet werden sollte, hab ich nochmal einen Gehaltsschub und dann ist Ende im Gelände. Mehr wird es dann nie mehr geben.
    Und da liegt ein ganz großer Unterschied. Alle anderen haben Aussichten auf mehr, sicher werden das nicht alle schaffen, aber es liegt zumindest teilweise in deren eigener Hand.

    Du schreibst:
    “Hier im Forum herrscht offenbar die einhellige Meinung (andere melden sich nicht zu Wort), das in der Wirtschaft nach wie vor jeder Akademiker das große Geld verdient, nur die armen Beamten schauen in die Röhre. Das mag vor 20 Jahren auch so gewesen sein. Ist es aber nicht mehr.”

    Weißt du, als es in der freien Wirtschaft noch gut ging, wurde ich von manchen Leuten belächelt, die dann z.B. ein wenig herablassend fragten: “Kannst du dir denn im öffentlichen Dienst die Malediven leisten?”
    Genau dieser Mann, der das sagte, schaute mich letzte Woche regelrecht haßerfüllt an, weil er seinen Auflösungsvertrag in der Hand hielt, und sagte: “Ja, duuuu du kennst ja gar keine echten Sorgen. Du solltest mal deine Arbeitsplatzsicherheit zu schätzen lernen!” (Was ich übrigens schon immer tue. Als allein erziehende Mutter sogar sehr.)
    Das ist allerdings alles ein wenig doppelzüngig und es führt dazu, dass sich meine aufrichtige Anteilnahme durchaus in Grenzen hält.

    schrieb Schülerfreund am

  • #56

    @ Junk:
    “So, und nun die Antwort auf die Greetchenfrage: Ich verdiene 5000 Brutto/ Monat + eben dies als “Weihnachstsgeld”. Klingt doch viel, oder? Scheinbar ist aber kaum jdm. hier bewußt, dass dabei in SK I gerade mal 2600 EURO/ Monat rauskommen. Von einer 40h Woche kann ich dabei nur träumen.”

    Danke für die Offenheit. Habe selbst (nach Abzug der Krankenversicherung) ca. 2500 netto (Weichnachts- oder Urlaubsgeld gibt 0,00 Euro). Und trotz der vielen Ferien sicherlich auch mehr als eine 40 Stunden Woche im Durchschnitt. In korrekturintensiven Phasen (Monat vor den Zeugnissen (2x im Jahr), Abitur (1x im Jahr) komme ich leicht auf 60-70 Stunden Wochen (eigene Arbeitszeiterhebung spaßeshalber einmal durchgeführt). Alleine das dürfte die “zusätzlichen” 30 freien Tage kompensieren.

    Überbezahlt fühle ich mich dabei nicht.

    Und bitte nicht wieder mit OECD-Zahlen kommen… Diese Vergleiche werden für andere Berufsgruppen ja auch nicht öffentlich durchgeführt. Und wenn, dann höchstens “nach oben” (deutsche Ärzte vs. amerikanische Ärzte… aber dann würde ich mich auch gerne mit luxemburgischen Lehrern vergleichen, denn die verdienen grob gesagt doppelt so viel wie ich).

    schrieb Mister M. am

  • #57

    @ Lehrerfreund
    ja, 45.000€ wäre nicht schlecht.

    Ich liege zurzeit bei ca. 40.000 brutto bei 28 Unterrichtsstunden (NRW). Doch, ich bin nur Teilzeit (21).
    Vielleicht schaue ich mich mal in Hessen um. Danke für den Tipp Schülerfreund! Bei drei Fächern (2 für die Sek II) + Aufbaustudium (DaF), Auslandserfahrung…, sollte das eigentlich klappen - wenn es denn mit dem Auswandern nichts wird ;-)
    NRW hat sehr viele Hürden eingebaut, die das Wechseln an eine Schule, in der man nach A13 bezahlt würde, sehr erschwert.
    In der freien Wirtschaft ist das bestimmt auch so, nicht wahr Junk?

    @ Junk
    wenn viele so denken würden wie du, müssten bald die Eltern ihre Kinder wieder selbst schulen!

    schrieb Leser am

  • #58

    @alle, die hier so fleissig auf meinen letzten Kommentar geantwortet haben:

    Zunächst muß ich einräumen, ungenau gewesen zu sein: Ich meinte tatsächlich die A 13, A 14 Kollegen, die nicht A 12 er.

    Und noch mal an alle hier: Hört bitte auf, Euro Brutto-Gehälter zu posten, das ist wirklich ein nicht tragfähiger Vergleich, sofern es Beamte betrifft. Und um das zu verdeutlichen und endlich mal die gewünschte Erhellung zu bringen, ein paar Worte:

    Was liegt mir an Lehrern eigentlich so am Herzen? Nichts. Ich kam durch Zufall auf diese Seite. Es ist aber tatsächlich so, dass ich in meinem Bekanntenkreis ein duzend Lehrer finden, die - allesamt - am klagen sind. Ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. Und sie fahren 3 mal im Jahr in Urlaub. Können Sie ja auch machen.

    So, und nun die Antwort auf die Greetchenfrage: Ich verdiene 5000 Brutto/ Monat + eben dies als “Weihnachstsgeld”. Klingt doch viel, oder? Scheinbar ist aber kaum jdm. hier bewußt, dass dabei in SK I gerade mal 2600 EURO/ Monat rauskommen. Von einer 40h Woche kann ich dabei nur träumen. Das eben dürfte so ziemlichg genau ein A 13 Gehalt sein - was aber 3200 EURO Brutto/ Monat entspricht. Wird es jetzt langsam klarer, worum es mir geht?

    Und wenn es hier heißt, ich kenne offenbar nur schlecht verdienende Akademiker: Glaube das, wer wolle. 60-70.000 sind für Mitte 30 das obere Drittel. In den allermeisten akademischen Berufen (Selbstständige ausgenommen). Die allermeisten Juristen Anfang 30 verdienen heute in der Rechtsabteilung eines Unternehmens 45.-55000, wer das nicht glaubt, darf sich gerne mal in entsprechenden Personalagenturen umhören. Und bitte hierbei bedenken, das diese Sozialabgaben, AGL und RentenV zahlen, von zB 3300 also 1900 bleiben. Von angestellten Anwälten in mittelständischen Kanzleien ganz zu schweigen,  die im öff Dienst übrigens iDR auch nur mit TvöD 13 und damit 1800 netto daherkommen. DAS ist der Markt heute.

    Dabei gibt es keine Behilfe, muß man sich zusätzlich privat Rentenversichern, weil man eben keine sichere Pension hat, ist schneller gekündigt als man schauen kann, etc. Das ist ok. Aber der Vergleich mit verbeamteten Akademikern A 13 + muß auch erlaubt sein (ob Lehrer oder nicht).

    Hier im Forum herrscht offenbar die einhellige Meinung (andere melden sich nicht zu Wort), das in der Wirtschaft nach wie vor jeder Akademiker das große Geld verdient, nur die armen Beamten schauen in die Röhre. Das mag vor 20 Jahren auch so gewesen sein. Ist es aber nicht mehr. Natürlich gibt es auch solche, die in der Wirtschaft ihre 100.000 verdienen, die kenne ich auch. Die sehen aber kein Tageslicht mehr, arbeiten die Woche jeden Tag bis mind. 23 Uhr, We auch noch ins Büro. Mit denen will ich mich aber nicht vergleichen, und ich hoffe, Ihr auch nicht.

    Und noch mal: Ich betreibe hier keine Lehrerschelte, wer das meint, und sich ständigt hier verteidigt, hat nichts begriffen. Aber ist bin der wirklichen festen Überzeugung, dass ein A 13 Gehalt in Verbindung mit Beihilfe, Pension, dieser Anzahl an Urlaubstagen und der faktischen Unkündbarkeit in Ordnung ist.

    Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

    schrieb JUNK am

  • #59

    @ Leser
    Ich hätte gern deine Vermutung über Junk gelesen. Ich hätte laut und deutlich zugestimmt :-)

    Ich mache mir auch keine Hoffnung auf ein höheres Gehalt.
    Die Regierungen haben sich doch schon begonnen gegenseitig auszustechen. Hessen wirbt derzeit ganz offensiv hiesige Kollegen ab. Wowereit hat sich ja auch schon über die vielen unterschiedlichen Gehälter beschwert. Er meint, dass alle auf berliner Niveau abgesenkt werden sollten. Eine Kollegin, die aus privaten Gründen nach Berlin wechselt hat ausgerechnet, dass sie zukünftig ca 1500€ netto verdient. Sie meint, dass sie niemals wechseln würde, wenn ihr ihre Ehe nicht so wichtig wäre.

    @ Der Lehrerfreund
    Die Bruttogehälter beginnen in NRW bei:
    Beamte:
    A12/Stufe 3 - 34550€ (Einstieg)*
    A12/stufe 12 - 47100€ (Endestufe)*

    Angestellte:
    E11/Stufe 1 - 33310€ (Einstieg)*
    E11/Stufe 5 - 49855€ (Endstufe)*

    *inkl. Sonderzahlungen

    Sind das überdurchschnittliche Akademikergehälter?

    Die Unterrichtsverpflichtung in der Hauptschule in NRW liegt seit Jahren bei 28 Stunden.

    schrieb Schülerfreund am

  • #60

    “Derweil bin ich jedoch A12, Hauptschule und träume sowohl von dem Gehalt, als auch von den Unterrichtsstunden, die die Studie auch mir zuschreibt.”

    Bei A12 und Hauptschule (Sekundarstufe I) dürften Gehalt und Unterrichtsstunden doch ungefähr dem entsprechen, was die Studie darstellt, oder? 45.000 brutto/Jahr, 26.5 Unterrichtsstunden/Woche bei Volldeputat (in manchen Bundesländern sind es bis zu 28/29)

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #61

    @ Schülerfreund

    ich hatte deine Vermutung bezüglich des Gehaltes von Junk auch schon vor 2 Monaten angestellt. Doch die Antwort von Junk war eher ausweichend.

    Im Übrigen habe ich neulich einen interessanten Artikel gelesen. Wir steuern in weiten Teilen Deutschlands auf einen sehr großen Lehrermangel zu (haben wir schon!). Künftig werden sich Landesregierungen gegenseitig ausstechen, um Lehrer zu bekommen. Das kann eben auch heißen, dass die Gehälter von Lehrern in einigen Bundesländern steigen werden. (Angebot und Nachfrage halt, wie in der Wirtschaft) Was wird Junk dazu sagen?

    Ich will Junk jedoch beruhigen. Schülerfreund kennt die Antwort. Man wird einfach weniger Lehrer einstellen, die Klassen vergrößern und uns mal wieder zu unbezahlten Vorgriffsstunden zwingen, die wir dann nach dem Ausscheiden aus dem Dienst zeitlich ableisten können :-)

    Derweil bin ich jedoch A12, Hauptschule und träume sowohl von dem Gehalt, als auch von den Unterrichtsstunden, die die Studie auch mir zuschreibt.
    Doch will ich mich nicht beklagen. Ich hätte ja auch Jurist, wie meine 5 Jahre jüngere Schwester (A15) werden können oder eben Arzt wie mein älterer Bruder. Bei denen bin ich mir sicher, dass keiner mir mein, wie Junk es ausdrückt “überdurchschnittlich-akademisches Lehrergehalt” neidet.

    schrieb Leser am

  • #62

    @ Mister M.
    Er wird seinen Verdienst nicht offenbaren. Das kann auch gar nicht tun.
    Stellen Sie sich mal vor, er verdient weniger? - Dann ist doch vollkommen klar, woher der Neid kommt, aber auch dass er nicht wirklich erfolgreich ist.
    Und wenn er mehr verdient? - Dann wird sich jeder fragen, warum er so beständig so postet. Woher seine Missgunst kommt und ob sein (drücke ich es mal neutral aus) Interesse an Lehrern vielleicht ein bisschen neurotisch sein könnte.

    Ich tippe auf Ersteres. Ich halte ihn nämlich nicht für neurotisch. Allerdings für glücklos!

    schrieb Schülerfreund am

  • #63

    @Junk

    Ja, Sie haben es schon so oft geschrieben, aber dadurch wird es auch nicht richtiger.

    Die OECD-Studie ist veraltet und war auch schon damals nicht richtig. Ich habe es in einem früheren Beitrag geschrieben, was an der Studie alles zu verzerrten Ergebnissen führt. Allein schon die Unterrichtsverpflichtung ist druchweg falsch.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Ich muss für meine Arbeit, um genauso viel zu arbeiten, wie es andere Angestellte tun, 1886 Stunden arbeiten. Diese Zeit schaffe ich locker. Wenn ich dann viele Ferien habe, muss ich mich für gar nichts rechtfertigen.
    Wenn ich ca 500 Stunden im Jahr korrigiere, ist es ganz allein meine Sache, wie ich diese Zeit verteile. Ob am Sonntag, in der Nacht, in den Ferien oder am Nachmittag geht nur mich was an.

    Geschätzter Junk,
    ich frage mich bei Ihnen schon eine Weile, woher Ihr Interesse für Lehrer kommt? Warum versuchen Sie so beständig und höchst missionarisch uns endlich ein bisschen mehr Bescheidenheit einzuflößen?
    Und es stimmt doch, dass wir unseren Urlaub nicht frei planen können, worin liegt denn hier ihr Problem?
    Ich habe eine Freundin, die mit allen möglichen Leuten schon in den Urlaub gefahren ist, nur nicht mit mir, weil ihr die Preise zu der Zeit, in der ich fahren kann zu teuer sind. Ob Sie es nun angemessen finden, dass ein Lehrer das beklagt, oder nicht, ändert nichts daran, dass es so ist.

    So, zum Schluss hab ich bitte noch eine letzte Frage:
    Sie meinen, dass angestellte Lehrer stark unterbezahlt sind, richtig?
    Sie meinen auch, dass verbeamtete Lehrer mehr verdienen als die meisten anderen Akademikerm richtig? (Stimmt, übrigens nicht! Es sei denn, in Ihrem Bekanntenkreis versammeln sich die Losser unter den anderen Akademikern und ín meinem die Winner.)
    Sie meinen auch, dass die angestellten Lehrer so viel verdienen sollten wie die verbeamteten Lehrer, auch richtig?

    Wenn denn die Gehälter der angestellten Lehrer angehoben werden würden, was wäre denn dann Ihr Fazit?
    Dass dann alle Lehrer mehr verdienen würden als die meisten anderen Akademiker? Dass insofern dann alle Lehrer zu viel verdienen würden?

    Sie haben ja bislang konsequent ignoriert, dass von allen Lehrern, die es in Deutschland gibt, nur die an Gymnasien, Berufs- und Sonderschulen A13 verdienen. Die Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen verdienen A12 (Übrigens: ohne jegliche Aufstiegschancen!)
    A13 ist ein ganz normales Akademikergehalt, wenn auch tatsächlich kein Einstiegsgehalt.
    ABER!
    A12 ist bei weitem kein Gehalt, das über dem Akademikerdurchschnitt liegt.
    A12 ist nämlich überhaupt kein Akademikergehalt.

    Wir haben an unserer Schule derzeit ein Defizit von 8 Lehrern. Wir finden einfach keine, weil niemand für das Gehalt arbeiten möchte. Es ist immer dieselbe Begründung für die vielen Absagen: Das Gehalt sei niedriger und die Arbeitsbelastung höher als in der freien Wirtschaft.

    Ich gebe zu, dass ich selber ja ein bisschen blöd bin und keine Ahnung habe, aber komisch ist das schon

    schrieb Schülerfreund am

  • #64

    @JUNK:
    Schön, dass Sie wieder dabei sind.

    Aber schade, dass Sie als offensichtlich unterbezahlter Jurist (warum sonst verweisen Sie immer auf die “gutverdienenden Beamten” im Vergleich zum “Akademikerdurchschnit”?) immer noch nicht den Mut haben, Ihre Karten offen auf den Tisch zu legen:

    Was machen Sie konkret, was verdienen Sie?

    Gibt’s auch einen OECD-Durchschnitt für Juristen-Gehälter, also inklusive Mexiko und Osteuropa? Liegen Sie drunter oder drüber?

    Wir wollen Sie doch nur besser kennen- und einschätzen lernen!

    schrieb Mister M. am

  • #65

    @Musikus:

    Genau so, wie es bei Ihnen angekommen ist, habe ich es gemeint, eben:

    “1. Angestellte Lehrer sind stark unterbezahlt.
    2. Verbeamtete Lehrer verdienen viel mehr als die meisten anderen Akademiker”.

    Dabei würde ich in Nr. 2 aber das “viel” streichen. Sie verdienen im Durchschnitt mehr.

    Und ganz gewiss kann die Schlußfolgerung nur sein, dass angestellte Lehrer mehr verdienen müssen, zum einen wegen der erbrachten Leistung, zum anderen weil es einfach nicht sein kann, dass für den gleichen Job mal eben 500+ Euro netto/ Monat mehr herauskommt.

    Und eine Nr. 3 möchte ich noch ergänzen, was ich eben schon mehrfach hier schrieb:

    Da das NETTO-Gehalt verbeamteter Lehrer mehr als ok ist verglichen mit dem, was in der Privatwirtschaft gezahlt wird, für ein A 13 Gehahlt enstsprechend 4800 brutto/ Monat verdient werden müssen, in Anbetracht dieser OECD-Studie, die die dt. Lehrer im Spitzenfeld der Lehrergehälter sieht, angesichts der faktischen Unkündbarkeit und nicht zu letzt der Anzahl an Urlaubstagen (ich bin immer wieder geschockt, wenn es von manchem Lehrer heisst, ich kann meinen Urlaub aber nicht frei planen), kann ein verbeamteter Lehrer sich nun wirklich nicht beklagen. Er braucht gewiss auch kein Loblied singen, aber für jene, die meinen, alles sei zuviel und das Gehalt zu wenig, dem empfehle ich wirklich mal einen Ausflug in die Wirtschaft. Dringend.

    schrieb JUNK am

  • #66

    Wieso bin weder Lehrer noch Beamter.

    schrieb Rechner am

  • #67

    @Rechner:
    Verwirren Sie die öffentliche Meinung bitte nicht mit Fakten.

    schrieb Mister M. am

  • #68

    @JUnk zu deiner Rechnung in Post 108:

    Um 3000 Netto vor KV zu bekommen brauchst Du 4800 Brutto, macht (da Beamte kein Weihnachtsgeld etc bekommen) 57600€ im Jahr.

    Also weder 5800 noch 78000€. Bei 5800€ kommen ca. 3500€ raus.

    schrieb Rechner am

  • #69

    @Junk

    Bei mir ist jetzt Folgendes angekommen:
    1. Angestellte Lehrer sind stark unterbezahlt.
    2. Verbeamtete Lehrer verdienen viel mehr als die meisten anderen Akademiker.

    Was wäre denn dann jetzt richtig? Dass angestellte Lehrer monatlich mehr bekommen sollen? Oder verbeamtete weniger?

    Ich habe mit 2 Kindern rund 3.000 EUR netto. Davon geht die KV noch ab. Und ich arbeite jede Woche 2 Stunden mehr, als ich bezahlt bekomme, Stichwort Arbeitszeitkonto (Niedersachsen). Und das die nächsten Jahre. Bis die Wochenarbeitszeit irgendwann insgesamt angehoben wird. Dann spart sich das Land Niedersachsen nämlich die Rückzahlung der auf das Arbeitszeitkonto von mir Woche für Woche eingezahlten Arbeitszeit.

    @ JAZZarov
    Die “Aktionen” müssen die Arbeitnehmervertretungen durchführen, tun sie es nicht, machen sie sich überflüssig. Und Sozialneid ist nicht zu vermeiden, wenn 16 Bundesländer es nötig haben, ihre Lehrer unterschiedlich zu bezahlen für eine Arbeit, die von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen eigentlich gleich ist - von den Unterschieden zwischen den Unterrichtsfächern mal abgesehen.

    Und was soll ein Beamter schon “machen”? Veilleicht ändert sich ja was, wenn auch deutsche Beamte so wie ihre europäischen Kollegen auch streiken dürfen.

    schrieb Musikus am

  • #70

    Ok, Leser, Krankenversicherung geht bei mir auch noch ab, bleiben 2.700 (und liege damit in der Größenordnung von Mister M. (#110).

    Mich wundert dein zynischer Ton. Ich glaube nicht, dass das Ausleben von Futterneid die Sache irgendwie besser macht. Mach eine Aktion. Bring was zum Laufen.

    schrieb JAZZarov am

  • #71

    Hallo Junk, ich habe als A12-Lehrer (Hauptschule mit Sek. II/I Ausbildung!!!), also AUCH Beamter, nach 8 Dienstjahren abzüglich der Krankenkasse 2300 € netto in der Tasche. Wo ist der Rest bis 3000???

    @ JUNK
    Mich würde ja schon interessieren was denn nun ein Jurist nach 8 - 10 Dienstjahren verdient. Doch die Juristen hier schweigen, aus gutem Grunde: “Über Geld redet man nicht, Geld hat man” Ist es nicht so?

    @ JAZZarov
    An den glücklichen 35 jährigen Lehrer A13/14 aus Baden-Würtemberg. Du hast so viele Ausnahmen aufgelistet. Meinst du nicht etwa selbst, dass diese Ausnahmen vielleicht doch die Mehrheit sind?
    ;-)

    schrieb Leser am

  • #72

    @Junk

    “Lest Ihr hier tatsächlich mit oder ist es nur das Ziel, sich jeden Satz isoliert vorzunehmen und das Gegenteil dessen zu beweisen?”

    Das frage ich mich bei dir schon lange oder warum isolierst du nur, was dir gefällt und gehst sonst auf nichts ein.
    Ich habe auch schon etwas dazu geschrieben, dass ich durchaus verstanden habe, dass du Angestellte ausnimmst. Darauf reagierst du aber gar nicht erst.
    Aber warum schließt du mich ein, wenn es darum geht, dass das Gehalt doch nicht so neidrig ist? (#112)

    schrieb Schülerfreund am

  • #73

    Ach Junk,

    ich fühlte mich nur wegen folgendem Beitrag von dir angesprochen:

    “@ Schülerfreund, Mister M: Endlich kommen wir der Sache hier mal näher: So schlecht ist das eigene Gehalt dann doch nicht, oder?”

    Hätte ich mich da nicht angesprochen fühlen sollen, selbst wenn du mich direkt angesprochen hast?

    Wie dumm von mir, dass ich mich angesprochen fühle

    schrieb Schülerfreund am

  • #74

    @JUNK:
    Und Sie haben scheinbar immer noch nicht mitbekommen, dass auch nicht jeder verbeamtete Vollzeit-Lehrer 3000€ netto (natürlich nach Abzug der Krankenversicherungskosten wegen der Vergleichbarkeit mit den Angestellten) in der Tasche hat.

    schrieb Mister M. am

  • #75

    @Musikus u. @ Schülerfreund

    Ich kann nicht mehr!

    Ich schreibe hier SEIT WOCHEN immer und immer WIEDER das ich NICHT (N I C H T!!!) von den nur ANGESTELLTEN Lehrern spreche. Geht das mal in Euren Kopf bitte?????

    Die Diskussion zuvor (Beginn Post 106) bezog sich auf die verbeamteten Lehrer (Netto 3000), ich habe das in Post 108 auch noch mal mehr als deutlich herausgestellt (Zitat: “Und wie schon 1000 mal gegen taube Ohren hier gesagt, ich spreche nicht von den angestellten Lehrern”).

    Jetzt die Nachfrage, was mein Kommentar ob des guten Gehalts (Post 112) denn angesichts des in der Tat bescheidenden Gehalts des nur ANGESTELLTEN Schülerfreund (was Schülerfreund auch x-mal in y-Post betont hat) hier bedeuten soll - Hallo?

    Lest Ihr hier tatsächlich mit oder ist es nur das Ziel, sich jeden Satz isoliert vorzunehmen und das Gegenteil dessen zu beweisen?

    Wer hier wirklich mitliest und immer noch nicht mitbekommen hat, das ich garantiert nicht die angestellten Lehrer meint (hinsichtlich derer ich sogar mehrfach betonte, dass sie massiv unterbezahlt sind) dem attestiere ich auch als Nicht-Lehrer eine Leseschwäche.

    schrieb JUNK am

  • #76

    @Junk: Ähm, Schülerfreund sagte was von 2129 EUR. Was bitte meint jetzt dein Kommentar? Außerdem sind doch die Unterschiede zwischen den Bundesländern und den Bemten und Angestellten erheblich. Außerdem Familienstand, Kinder, etc…
    Ich verweise nochmal auf meinen Post (Nr. 101), 35 Wochenstunden, 4.800 EUR, Ingenieur, tarifliche Grundvergütung. Das müssten doch netto mindestens 2.500 EUR sein, oder?
    Es liest sich fast so, als ob der weitaus größte Teil der Juristen aus reinem Altruismus arbeitet und sich dabei trotzdem niemals beschwert, geschweige denn jammert, so wie die Lehrer immer.

    schrieb Musikus am

  • #77

    @Junk

    ich habe nie darüber geklagt, dass ich von meinem Gehalt nicht leben kann. Ich kann sogar mit meiner Tochter in Urlaub fahren und mir ein Auto leisten. Ich klage nur darüber, dass ich so viel weniger verdiene als meine Beamtenkollegen, denn das ist nicht gerecht.
    Abgesehen davon finde ich nicht, dass ich mit 2129,33€ nach 10 Jahren im Dienst besonders viel verdiene. Erst recht, wenn man bedenkt, dass ich am Ende der Fahnenstange angelangt bin und wenn ich Angestellte bliebe, nie wieder in eine höhere Stufe käme.
    So wie es einer oben einer sagte, soll er mir mal jemanden zeigen, in welchem akademischen Beruf man ca 1000€ weniger verdient als ich. Den Beruf möchte ich gern mal erfahren.

    @Mister M.
    Hmm, dann muss es am Bundesland liegen…. Aber sei froh, so ein Teenager frisst den Steuervorteil schneller als du ihn hast ;-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #78

    @Schülerfreund:
    Am Alter liegt’s eher nicht, eher an Steuerklasse 1, keine Kinder und am Bundesland (da gibt’s mittlerweile merkbare Unterschiede…).

    schrieb Mister M. am

  • #79

    @ Schülerfreund, Mister M: Endlich kommen wir der Sache hier mal näher: So schlecht ist das eigene Gehalt dann doch nicht, oder?

    schrieb JUNK am

  • #80

    @Mister M.
    A13 und 2500€ netto und PKV-bereinigt?
    Wenn ich verbeamtet werde (und da ich eine der 19 Lehrer in NRW bin über deren Klage das BVerwG im Februar entschieden hat, sieht es auch danach aus), dann habe ich mit A12 ja schon mehr.

    Bist du noch sehr jung und noch nicht lange im Dienst?

    schrieb Schülerfreund am

  • #81

    @Jazzarov, @Junk:
    Also ICH habe (nach Abzug der Krankenversicherung, um es mit den Angestellten vergleichbar zu machen) ca. 2500 netto auf dem Konto, auch A13. Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld) gibt’s bei uns NICHT.

    Bin allerdings auch nicht in Baden-Württemberg, aber auch ein WESTLICHES Bundesland.

    schrieb Mister M. am

  • #82

    Ich arbeite Vollzeit als Angestellte an einer Hauptschule in NRW. Ich bin seit 10 Jahren im Dienst, 45 Jahre alt und verdiene noch viel, weil ich früher in BAT arbeitete und in meinem Gehalt.

    @JAZZarov
    ein Strukturausgleich einthalten ist. Weiterhin ist in meinem Gehalt ein Kinderanteil von etwas weniger als 100€ enthalten. Hinzu kommt noch, dass ich als von der Steuererleichterung der Steuerklasse II profitiere und ich schon seit Jahren aus der Kirche ausgetreten bin.

    Eine vergleichbare Kollegin, die allerdings kinderlos ist und erst nach 2006 eingestellt wurde, verdient ca 1700€ netto

    @Junk
    ich habe durchaus verstanden, dass du nicht angestellte Lehrer meinst. Wenn aber pauschal von “Lehrern” gesprochen wird, bestehe ich darauf, dass ich auch Lehrer bin. Ich fühle mich schon genug dadurch von meinem Arbeitgeber disqualifiziert, weil ich nicht verbeamtet bin… weil ich genau zwei Monate zu alt war, als man mich nach 4 Jahren mit Zeitverträgen endlich unbefristet eingestellt hat (ist so in der freien Wirtschaft übrigens auch nicht möglich). Abgesehen davon habe ich die gleiche Ausbildung und die gleichen Qualifikationen wie meine verbeamteten Kollegen.
    Ich weiß nicht, ob du nachvollziehen kannst, warum auch ich mich angesprochen fühle, wenn jemand von “Lehrern” spricht. Ich bin auch einer, auch ohne Beamtenstatus.

    und Junk: Ich habe lange mit einem Juristen zusammen gelebt und danach wieder mit einem. Allein schon deshalb kenne ich sehr viele Juristen. Die haben in einer Art gestöhnt, wie ich es mich niemals trauen würde und gleichzeitig behauptet, dass sie es niemals täten.
    Eines von vielen Schmankerln ist mir bis heute in Erinnerung: Ich war auf einer Party mit meinem Partner und wollte gegen 23 Uhr nach Hause, weil ich einen anstrengenden Tag hatte und am nächsten Tag wieder raus musste. So prickelnd war der Abend für mich auch nicht, weil die ganzen Juristen sich eh nur gegenseitig ihr Leid geklagt haben (auch gern über unfähige Sekretärinnen). Ich sagte also zu meinem Partner, dass auch ich kaputt sei. Das hörte ein Kollege meines Mannes und sagte mit einem mitleidigen Lächeln: “Du wirst doch deinen Job nicht mit unseren vergleichen wollen!”
    Ich sage dir was. Diese Überheblichkeit hat keiner der anderen Anwesenden überhaupt realisiert. Sie lächelten sich gegenseitig bestätigend zu und mein Mann fand mich überspannt und typisch Lehrer, weil ich mich auf dem Heimweg entrüstete.

    Ich lasse dir/euch ja eure Wahrnehmung, aber warum ist niemand von euch bereit, diese mal zu überprüfen?
    Ich möchte nicht bemitleidet werden. Anerkennung (auch in der Bezahlung) würde mich reichen.

    Die fehlende Anerkennung macht sich auch unter Lehrern deutlich:
    Ich arbeite an einem Schulzentrum. Hauptschule und Gymnasium in einem Gebäude. Das Gebäude “gehört” also beiden Schulen gleichermaßen. Neulich war die Lehrertoilette in der Nähe des Hauptschullehrerzimmers kaputt. Ich ging ohne schlechtes Gewissen auf die, die dem gymnasialen Lehrerzimmer nahe war. Als ich meine Notdurft verrichtet habe, sah mich ein Kollege des Gymnasiums die Toilette verlassen. Zwei Tage später nahm mich ein “wohlmeinender” gymnasialer Kollege des Gymnasiums zur Seite und flüsterte mir zu: “Sorry, aber ich soll dir sagen, dass die Kollegen es nicht gern sehen, wenn ihr auf unsere Toilette geht.”

    schrieb Schülerfreund am

  • #83

    @ Chris und JAZZarov:

    Danke, dass Ihr einfach mal die Wahrheit hier aussprecht! (Und wie schon 1000 mal gegen taube Ohren hier gesagt, ich spreche nicht von den angestellten Lehrern). JAZZarov, Du schreibst: “Ich habe knapp 3.000 auf dem Zettel. Baden-Württemberg, Beamter, 35 Jahre.”

    Ich bin nun selbst Jurist, Mitte 30, habe einen sehr guten Kontakt zu meinem ehemaligen Abijahrgang. Konkret kann ich sagen, dass weder ich, noch ein Dip.-Chemiker (samt Dr.-Titel), ein Architekt und ein Geographe das auch nur annähernd verdienen. Alle rackern sich ab, 50-60h, haben nicht mal im Entferntesten den Kündigungsschutz, den ein Beamter genießt, bekommen von heute auf morgen vom Chef neue, zusätzliche Projekte und es kommt niemandem auch nur im Entferntesten in den Sinn, sich zu beklagen. Denn: So ist das halt. Punkt.

    Ich gönne jedem A 13 Lehrer sein Gehalt (und jetzt bitte keine Belehrungen, die Mehrzahl der Lehrer ist aber nur angestellt, etc…von denen rede ich hier nicht, kapiert!), nur hört auf Euch dann noch zu beklagen.

    Irgendwer schrieb hier mal, ich würde - ausgehend von meinen Statements hier - offenbar als Jurist eher unterdurchschnittlich verdienen. Nun, ich habe einen ziemlich guten Überbick was die Branche betrifft, und mit Ausnahme von internationalen Großkanzleien darf ich mich glücklich schätzen, in der Altersklasse Mitte 30 im Oberen Drittel zu verdienen. Offenbar haben hier viele Leher eine völlig ireale Vorstellung: Die absolute Mehrzahl der Juristen Mitte 30 verdient deutlich (!) weniger als 3000 Euro netto. Und mit deutlich meine ich wirklich sehr “deutlich”. Offenbar liegt das auch an einem fehlenden Verständnis von Brutto zu Netto. Ja, die Brutto-Löhne von Beamten sind nicht hoch. Nur rechnet Euch mal aus, was man in der Privatwirtschaft bei gleichem Netto dafür brutto verdienen muß. Bei 3000 netto ca. 5800 brutto (SK I). Wer bitte verdient das in der freien Wirtschaft, das entspricht nämlich knapp 70.000 Euro/ Jahr). Das einfach mal zum Drübernachdenken.

    Sei´s Euch wirklich gegönnt - es ist sicher ein harter, vor allem ein verantwortungsvoller Job. Aber bitte schätzt es auch mal Wert, was Ihr dadurch bekommt. Nebenbei: Der Rest Deutschlands musste in den letzten Jahren auch auf manche Zulage/ Weihnachtsgeld etc. verzichten. Denn: So ist das halt.

    schrieb JUNK am

  • #84

    @ Chris
    Du wirst schon deine Gründe haben, nicht mehr als Lehrer zu arbeiten.
    Recht hast du, wenn du sagst, dass wir uns nicht so beklagen sollten. Doch leider fehlt uns das gesetzliche gegebene Recht dazu.
    Wie auch immer und was auch immer man hier sagt. Die Arbeitsbedingungen an Schulen sind in keinem Land, vielleicht mit Ausnahme Englands, so schlecht wie in Deutschland. Ich will mich hier nicht outen. Aber ich weiss, wovon ich spreche, unterrichte ich doch zurzeit (und mit etwas Glück nie wieder) nicht in Deutschland. Deutschland ist ein Bildungsentwicklungsland!
    Leider kann man das nicht anders ausdrücken. Und all die, die meinen, das deutsche Lehrer noch weniger verdienen sollten, haben wahrscheinlich nie die Möglichkeit gehabt, außerhalb Deutschlands einmal in einer Schule zu schnuppern.

    @Mister M
    den Lehrermangel fängt man leider durch die Abschaffung der 13.Klasse ab. Aus diesem Grunde spart man bereits jetzt bei der Einstellung neuer Lehrer und nimmt zumindest für ein paar Jahre noch größere Klassen in Kauf. Dies trifft v.a. Gymnasien, als auch Gesamtschulen.
    Aber Recht hast du mit dem vergangenen Lehrermangel. Über Jahre konnte man nicht genügend Lehrkräfte finden. Das Gehalt ist deswegen jedoch noch lange nicht gestiegen, wie in der freien Wirtschaft üblich. Statt dessen hat man es weiter gekürzt, indem man Sonderleistungen,wie in der freien Wirtschaft üblich, terminierte.

    Für alle Beamten: Die nächste Kürzungsrunde steht jedoch schon wieder kurz bevor. Man wird die automatische Gehaltsanhebung nach 3 Jahren strecken oder ganz abschaffen. Stimmen habe ich bereits gehört und die werden lauter, wenn Steinbrück sein Geld in der Kasse für die Jahre ab 2010 zählt.

    Fest steht:
    1)Deutschland gibt viel zu wenig für Bildung aus,
    2)die Arbeitsbedingungen werden zunehmend unzumutbarer an deutschen Schulen. Zumindest für Hauptschulen trifft dieses zu.
    3)ohne Moos nix los. Wer nichts investiert, wird am Ende leer dastehen. Was ich sagen will. Alle, ganz Deutschland, werden die Folgen dieses kurzsichtigen Sparkurses bezahlen dürfen!!!  (Und wir zahlen bereits jetzt mehr, als das wir an Schulen einsparen: Schulabbrecher, steigendes Gewaltpotenzial, Aufwendungen gegen Kriminalität und Sicherungsmaßnahmen ...)

    Nur weiter so mit der Diskussion von den schwer verdienenden deutschen Lehrern

    schrieb Leser am

  • #85

    @Schülerfreund
    2.129 Euro netto, das bedeutet
    - Du bist Angestellter;
    - Du bist entweder deutlich unter 30 oder arbeitest nur Teilzeit;
    - Du arbeitest in einem östlichen Bundesland.
    - Du arbeitest an einer Grund- oder Hauptschule.

    Ich habe knapp 3.000 auf dem Zettel. Baden-Württemberg, Beamter, 35 Jahre.

    Also - lass es uns wissen. Für ein Volldeputat würde ich sagen ist das die absolute Untergrenze, die man in Deutschland als Lehrer verdienen kann.

    schrieb JAZZarov am

  • #86

    @chris
    “1000 Euro netto weniger sind in der freien Wirtschaft in einem vergleichbaren Job gar nicht selten (ich spreche hier wohlgemerkt von akademischen Berufen).”

    Mit Verlaub - ich glaube, du spinnst.
    Ich verdiene 2129€ netto
    In welchem akademischen Beruf verdient man 1000€ netto weniger??????

    schrieb Schülerfreund am

  • #87

    @Chris
    Zitat:“1000 Euro netto weniger sind in der freien Wirtschaft in einem vergleichbaren Job gar nicht selten (ich spreche hier wohlgemerkt von akademischen Berufen).”

    Diese Argumentation ist doch müßig. Man wird immer jemanden finden, der weniger verdient. Aber man wird auch eine ganze Menge Leute finden, die BEDEUTEND mehr verdienen.

    Was viele Lehrer nervt sind drei Dinge:

    Erstens wurden die Lehrergehälter(und insbesondere die der Beamten) seit rund 10 Jahren von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt (Streichung von Sonderzahlungen, keine oder geringe Gehaltserhöhungen: Vom Wirtschaftsaufschwung der Jahre bis 2008 kam fast nichts bei den Gehältern im öffentlichen Dienst an). Es laufen bereits Klagen, da hierdurch im Beamtenbereich das “Alimentationsprinzip”  verletzt wird. Oder kürzer: Öffentlich Bedienstete haben es satt, die “Sparschweine der Nation” zu sein.

    Zweitens: Es wird immer von “Angebot und Nachfrage” geredet, insbesondere von der Berufskritikern am öffentlichen Dienst im allgemeinen und an den Beamten im besonderen. Jetzt, wo sich der Beginn des massiven Lehrermangels abzeichnet (erst durch die Einführung von G8, jetzt durch die anlaufende PensionierungsWELLE: Inbesondere das Letztere können die rückgehenden Schülerzahlen nicht ausgleichen), erfolgt eben keine Aufwertung des Lehrerberufs, um qualifizierten und motivierten Nachwuchs inbesondere in Mangelfächern zu gewinnen, sondern die Antworten der Bildungspolitik sind die gleichen wie immer: Arbeitszeit erhöhen und Klassen vergrößern. “Bildungsstandort Deutschland” sieht anders aus.

    Drittens: Jahrelang wurde immer behauptet, für Bildung sei “kein Geld” da, in vielen Schulen verotten die Gebäude immer noch vor sich hin, die Putzfrauen werden eingespart (und das oft mit dem “pädagogischen” Argument verbrämt: “Die Schüler sollen selber Putzen lernen”, das gehört wohl zum mündigen Bürger dazu), andererseits gibt unser “bankrotter” Staat plötzlich die Milliarden an Banken und Großbetriebe, so als ob “Geldmangel” nie ein Thema gewesen wäre.

    Kurz gesagt:
    In guten Zeit gibt’s nichts für die Bildung und die dort Beschäftigten, dafür wird in schlechten Zeiten weiter eingespart.

    schrieb Mister M. am

  • #88

    Leider bestätigt sich mit zunehmenden Abstand zu meiner Lehrerzeit (arbeite nunmehr auf der Seite des Schulbuchverlags), dass wir alle ganz schön verwöhnt sind und auf hohem Niveau klagen.

    Sicherlich, gerade Korrekturlehrer (eigene Erfahrung mit Englisch/Deutsch-Kombination und voller Stelle im GY) sind überaus eingespannt und m.E. angemessen bezahlt. Aber gucken wir uns doch mal um, wie es in anderen Bereichen aussieht?

    Wenn Lehrkraft sich mal in die freie Wirtschaft begibt, wird er/sie schnell merken, dass es fast nirgends einen so sicheren und doch auch ordentlich bezahlten Job gibt - wenn man verbeamtet ist. 1000 Euro netto weniger sind in der freien Wirtschaft in einem vergleichbaren Job gar nicht selten (ich spreche hier wohlgemerkt von akademischen Berufen).

    Mir fällt nach einigen Jahren Auszeit zunehmend stärker auf, wie klagend der Ton vieler Lehrkräfte ist. Wir tragen damit selbst zu unserem schlechtem Ruf bei!
    Sorry, aber das musste ich mal loswerden.

    schrieb chris am

  • #89

    @Leser

    Wie unredlich ist das denn. Da steht doch ganz deutlich “Sek I = 758 Stunden” und “Sek II 717 Stunden”. Bei Primarstufe steht “808 Stunden”. Keine dieser Zahlen ist richtig.
    Für die Primarstufe, Real- und Hauptschule sind es 840 Stunden und für das Gymnasium sind es 735 Stunden im Jahr (wenn die 24,5 Unterrichtsstunden in der Woche haben).

    Im Übrigen stimmt es auch nicht, dass wir über unsere Unterrichtsverpflichtung hinaus, keine Präsenzzeiten an der Schule hätten.

    Ich habe das Gefühl, dass die Studie vom Land NRW in Auftrag gegeben wurde oder von unserem ehemaligen Bundeskanzler persönlich. Nur mit dem einen Ziel, die deutschen Lehrer zu diskreditieren und zu demütigen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #90

    Interessante Seite:

    http://www.boeckler.de/wvw_berufsgruppen_popup.html?page=berufsgruppe_0392.xml
    Und dort mal bei “Metallindustrie” Baden-Württemberg schauen. Hab jetzt einfach mal ein Beispiel rausgesucht. 35 Wochenstunden, bis zu 4800 EUR “tarifliche Grundvergütung”. Dazu kommen bezahlte Überstunden, Schichtzulage, Sonderzahlungen. In Bewerbungsgesprächen ausgehandelte Jahresgehälter dürften spürbar höher sein, jedenfalls wenn der Bewerber gut ist und dringend gebraucht wird.

    http://www.lohnspiegel.de/main/tariflohne_und_gehalter
    Ca. 70% aller Arbeitnehmer in Deutschland erhalten Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld).

    schrieb Musikus am

  • #91

    @m:K

    Du darfst nicht die Gymansiallehrer als Maßstab nehmen, denn die stellen nicht die größte Gruppe unter den Lehrern dar.
    Ich bin z.B. angestellte Lehrerin an einer Hauptschule und verdiene E11. In meinem Bekanntenkreis befinden sich eine Stewardess, eine Sekretärin, eine Substitutin, eine Versicherungsmaklerin, ein Facharbeiter bei Ford, u.a. Keiner von denen ist Akademikerin, aber jeder verdient mehr (bis viel mehr) als ich.
    Die Sekretärin hat ungefähr das Geld, das ein Gymansiallehrer hat, die Stewardess hat eh mehr. Von den anderen kenne ich nicht die genauen Bezüge

    schrieb Schülerfreund am

  • #92

    @ (#98) m:K
    Warum reden eigentlich alle immer nur vom Gymnasiallehrer, wenn man vom Lehrer spricht?
    Ich bin Hauptschullehrer und damit A12. Habe ich auch oben erwähnt!
    Letztlich ist das jedoch auch nicht so entscheidend. Vergess bitte nie, dass unserem Studium noch ein zweijähriges Referendariat folgt. Eine derart lange Ausbildung haben sonst nur Ärzte und Juristen.
    Während ich noch Gitarre spielend auf der Einkaufsstraße einen kleines Zusatzbrot verdient habe, hast du dich bereits seit Jahren besoffen am Strand von Mallorca vergnügt und haufenweise Mädchen genag… ;-)

    @ Schülerfreund
    “Außerdem stimmt die Tabelle einfach nicht. Wenn wir in Deutschland 40 Unterrichtswochen im Jahr haben bei 28 Unterrichtsstunden in der Sek I. (=21 Zeitstunden) komme ich auf 84o Stunden und nicht wie dort steht auf 758.”
    Damit hast du Recht! Die Tabelle ist auf den Gymnasiallehrer zugeschnitten (24,5 U-stunden /Woche)

    Doch will ich nochmals das Augenmerk auf die Bedeutung von Bildung richten. Nicht nur, dass wir ohne sie hier nicht diskutieren könnten, Deutschland ist von erstklassiger Bildung abhängig.
    Es ist jedoch zu befürchten, dass wir bei Arbeitsbedingugen an den Schulen, die einem Entwicklungsland gleichen - wir sind Schlusslicht in Westeuropa - den Anschluss an die Bildungsspitze nachhaltig verlieren. Was das für ein Land bedeutet, dass im Prinzip nur auf Know-how aufbaut, muss ich hier nicht erläutern. Länder aus Fernost warten nur darauf, den innovativen Platz anstelle unser einnehmen zu können.
    Vor diesem Hintergrund sollte man nicht dem Lehrer sein Gehalt streitig machen, sondern sich gemeinsam für unsere Zukunft einsetzen. Und das kann nur heißen:
    BILDUNG MUSS GESTÄRKT WERDEN

    schrieb Leser am

  • #93

    In welchen nicht akademischen Berufen (außer Pilot, Kapitöan und Fluglotse) verdient man bitte entscheident mehr als ein (Gymnasial-)Lehrer ?

    schrieb m:K am

  • #94

    @ Leser:
    Du schreibst: 1)In vielen, auch nicht akademischen Berufen verdient man heute sehr viel mehr als das, was ein Lehrer heute verdient, während die Arbeitsbelastung eben geringer ist.

    Genau, und deshalb wundere ich mich auch, warum immer beklagt wird, dass die Deutschen zu wenig Akademiker haben. Wir haben in der Tat zu wenige, vor allem zu wenig wirklich gute, aber das kommt doch nicht zuletzt daher, dass es sich nicht mehr finanziell auszahlt, ein Studium statt einer Ausbildung zu wählen. Früher hat man die Verdienstausfälle bzw. hohen Kosten während des Studiums mit dem anschließend relativ hohen Gehalt wieder wettmachen können, heute hat man auch nach mehreren Jahren Studium, Praktika usw. nicht mehr in der Tasche als manch ein Facharbeiter.

    schrieb Musikus am

  • #95

    @Leser
    Wie unaggressiv, verbindend und ausgleichend du bist :-)

    Viele Grüße

    schrieb Schülerfreund am

  • #96

    @Junk
    Man kennt Einzelfälle aus allen Berufen. Doch sollte man daraus keine Verallgemeinerung machen. Ich kenne ebenso viele Juristen, die schon am Nachmittag in ihrer Kutte durch die City flanieren. Doch will ich das eben nicht verallgemeinern.
    Und noch einmal. Die punktuelle Arbeitsbelastung ergibt sich nicht aus einer immaginären Arbeitsquantität. Z.B. hat der Formel I Rennfahrer während des Rennens oder während Trainingsphasen einen extrem hohen Adrinalinspiegel. Doch er fährt eben keine 4o Stunden in der Woche, sondern nur punktuell. Trotzdem sage ich, dass die Arbeitsbelastung sehr hoch ist. Auch Lehrer haben sehr häufig einen sehr hohen Adrinalinspiegel (darüber gibt es Untersuchungen), was auch darauf schließen lässt, dass sie einer sehr hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.
    In den meisten Berufen jedoch ist diese anhand von hormonellen Messungen ergebene Arbeitsbelastung eher geringer, wie bei Lehrern die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Daher bitte Quantität nicht mit Belastung gleichsetzen. Ganz davon abgesehen macht es wenig Sinn, Gehälter einer Berufsgruppe unterschiedlicher Länder miteinander zu vergleichen. Nur Aussagen verglichen im Land selbst machen Sinn. Also, was verdient ein Ingenieur, was ein Arzt, was ein Lehrer, was ein Jurist… hier bei uns!
    Wahrscheinlich ist dein Gehalt eher selbst im unteren Mittel anzusetzten. Das bedauer ich. Doch der Lehrer ist dafür nicht verantwortlich.
    Ganz allgemein gesagt:
    1)In vielen, auch nicht akademischen Berufen verdient man heute sehr viel mehr als das, was ein Lehrer heute verdient, während die Arbeitsbelastung eben geringer ist.
    2) In Zeiten wirtschaftlicher Krisen oder geredeter Krisen wird bei den Beamten zuerst der Rotstift angesetzt. Wir können ja nicht demonstrieren oder uns wehren! So habe ich während 7 Jahren Beamtenzeit A12(2000-2007) netto immer das gleiche in der Tasche gehabt, bei Mehrarbeit!  Vorteile des Beamten werden so teuer bezahlt
    3) Man kann es nie allen Recht machen. Wir sollten uns damit abfinden und versuchen das Leben zu leben wie es ist und wenn es geht miteinander und ohne Groll
    4) Doch wir sollten nie vergessen, dass das einzige Gut, das wir Deutschen haben, unser Know-How ist. Wir haben eben nicht mehr. Verlieren wir das, geht Deutschland unter! Wir sollten daher viel mehr als zur Zeit unser Augenmerk auf Bildung legen!!!

    schrieb Leser am

  • #97

    @Mister M:
    treffender hätte ich es auch nicht sagen können :-)

    @Musikus:
    klar, so ist es. Eingestellt wird niemand, aber gelichzeitig wird so getan, als fände man keine Lehrer.

    Und

    Ist dir schonmal aufgefallen, dass Beschäftigte in der freien Wirtschaft eher ungeniert über ihre erektilen Dysfunktionen sprechen, über ihren Fußpilz oder die vielen Liebhaber der Gattin als über ihr Gehalt?
    Die beantworten dir jede noch so indiskrete Frage, aber wenn du sie nach ihrem Gehalt fragst, kommt: “Sorry, aber das ist mir jetzt zu persönlich!” ... Wie kommt das nur

    @dissapointet:
    Ich habe eine Bekannte, die Sekretärin bei der Telekom ist. Sie verdient nicht nur deutlich mehr als ich (700€ netto) Sie hat auch noch krnakheitsbedingte Fehltage im dreistelligen Bereich…. also wenn das keiner Verbeamtung nahe kommt, dann weiß ich es auch nicht.

    @Junk:
    Die OECD-Studie lässt nicht nur das große Gehaltsgefälle der Lehrer in Deutschland außer acht, sondern bezieht weder die Kaufkraft in dem entsprechenden Land mit ein noch die Durschnittsgehälter anderer Berufe mit vergleichbarer Ausbildung. So mag es ja sein, dass niederländische Lehrer weniger verdienen als deutsche, aber der niederländische Ingenieur verdient auch weniger als der deutsch, der niederländische KFZ-Mechaniker auch, die Verkäuferin auch usw.
    Weiterhin wird nicht erwähnt, dass z.B. Lehrer in Finnland Klassenstärken von 10-13 Schülern haben, Doppelbesetzungen und Arbeitszimmer… so richtige Arbeitszimmer in der Schule.
    Weiterhin sind Bonifikationen und andere “Nebeneinnahmen”, die Lehrer z.B. in Finnland bekommen nicht einbezogen.
    Die Studie stammt aus dem Jahr 2005 (eigentlich aus dem Jahr 2003) und seitdem hat sich einiges verändert.Z.B. sind die Gehälter in England exorbitant angehoben worden, weil sich nämlich niemand mehr fand, der es machen wollte und die deutschen nur marginal gestiegen.
    Außerdem stimmt die Tabelle einfach nicht. Wenn wir in Deutschland 40 Unterrichtswochen im Jahr haben bei 28 Unterrichtsstunden in der Sek I. (=21 Zeitstunden) komme ich auf 84o Stunden und nicht wie dort steht auf 758.

    Ähm, Juristen .... die, die ich kenne, kommen tatsächlich erst um 20 oder 21 Uhr nach Hause. Sind aber vor 10Uhr morgens in der Regel nicht in der Kanzlei anzutreffen. Sie machen locker zwei Stunden Mittagszeit und haben auch ihre Tiefs, in denen sie nur körperlich anwesend sind, aber ganz bestimmt nicht produktiv.
    Sie schneiden aber auf, als hätten sie ne 100stundenwoche… tzzzz
    Und: Nein, ich arbeite nicht am Samstag, da nehme ich mir frei.Ich mache es sonntags!

    schrieb Schülerfreund am

  • #98

    @Leser:

    Du schreibst:
    “Aber die Arbeitsbelastung heute ist sicherlich bei Lehrer bei weitem höher, als die von Juristen!”

    Ähm. Ernst gemeint? Ich kenne eigentlich nur Juristen, die irgendwann zwischen 20 und 21 Uhr aus der Kanzlei kommen und GARANTIERT am Samstag noch mal den halbten Tag dort verbringen. Damit will ich gewiss nicht sagen, Lehrer arbeiten wenig. Engagierte Lehrer arbeitet zweifellos viel. Aber jeden Tag bis 8-9 Uhr, und Samstags?

    Zur Statistik: Natürlich kenn auch ich den Satz, “glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst…” - klar. Aber, wenn Du schreinst, jede Statistik wird immer mit einer bestimmtem Motivation erstellt: Ich glaube kaum, die OECD-Studie wollte deutsche Lehrer anprangern. Und natürlich gibt es immer eine Grauzone. Die wird aber kaum so groß sein, die deutschen Lehrer vom Spitenfeld auf das Mittelfeld zu platzieren.

    Und nochmal: Sie können m.E. auch gern da oben an der Spitze sein. Sind sie engagiert, passt das ja auch. Nur haben sie ob Ihrer Verbeamtung leider die Möglichkeit, das nicht zu sein. Während der nur angestellte Lehrer ob engagiert oder nicht ohnehin der Dumme ist. Und eben deshalb sollten sich m.E. die verbeamteten Lehrer nicht beschweren. Kein Traumjob, mag sein, aber bei dem Gehalt und der Sicherheit auch mehr als akzeptabel.

    schrieb JUNK am

  • #99

    @ Schülerfreund: Ja, so meinte ich das. Jeder, der jetzt im Engpass eingestellt wird, ist auf Jahrzehnte dabei. Also werden so wenig Lehrer wie möglich eingestellt. Und wenn wirklich die Schülerzahlen sinken, dann gehen sicher immer noch mehr altgediente Pädagogen in Pension, als das neue eingestellt werden. An der Situation wird sich, wie Mr. M. auch meint, selbstverständlich nichts ändern.

    @ disappointed: Tja, die Besoldungstabellen der Beamten liegen offen und sind jederzeit einsehbar. Die Gehälter der Beschäftigten in der “freien” Wirtschaft sind da etwas, nun ja, etwas geheimer. Dort werden vermutlich die Spannen zwischen guter und schlechter Bezahlung noch größer sein als zwischen verbeamtetem und angestelltem Lehrer. Ein Offenlegen dieser Zahlen könnte den sozialen Frieden nachhaltig stören - teilweise verdienen ja Beschäftigte im selben Großraumbüro mit gleichem Arbeitsbereich unterschiedlich viel, weil sie es vielleicht im Einstellungsgespräch so ausgehandelt haben, oder weil die Wirtschaftslage damals besser oder der Arbeitsmarkt knapper war.

    schrieb Musikus am

  • #100

    @disappointed:
    Vergiss es.

    Als Lehrer arbeitest du von 8-13:30 Uhr mit drei Monaten Ferien, während alle anderen 60 Stunden die Woche schuften müssen und nur vier Wochen Urlaub haben.

    Und dafür bekommst du netto, was alle anderen nicht einmal brutto bekommen.

    Zusätzlich bist du unkündbar, während alle anderen von heute auf morgen auf Hartz4 gesetzt werden können.

    SO ist das Leben, weiß doch jedes Kind, war ja schließlich jeder in der Schule…

    schrieb Mister M. am

  • #101

    @ Junk

    Kündigungsschutz?
    de facto haben viele Berufe Kündigungsschutz
    laut eigenem Bekunden:
    AOK-Angestellte/Beamte
    Angestellte in Großbetrieben (z.B.Ford )sind, wenn nicht gerade die Weltwirtschaftskrise allle 80 Jahre kommt, praktisch verbeamtet

    60 Stunden/ Woche “nur für Führungskräfte”:
    ich kenne genügend Ingenieure, die gut mit der 45 Std-Woche durchkommen und mich wegen meines Gehaltes und Arbeitszeit bemitleiden.

    Gehalt:
    netto 2500
    auf netto 3000 kommt auch der ungelernte Fabrikarbeiter in obengenannten Großbetrieben!
    (Familienvater, persönlich bekannt)

    schrieb disappointed am

  • #102

    @Mister M.
    “Die Krönung wäre natürlich noch, wenn besagte beamtete Juristin für ihre Heimarbeit das Arbeitszimmer vom Dienstherrn ausgestattet bekommt oder wenigsten von der Steuer absetzen kann. Beides trifft für Lehrer nämlich nicht zu…”

    Wahrscheinlich kann sie beides!


    Ich glaube nicht, dass Musikus es sogemeint hat, dass es sich für uns entspannt, sondern für die Arbeitgeber, die dann eh nicht mehr so viele Lehrer einstellen müssen

    schrieb Schülerfreund am

  • #103

    @ Mister M.:
    Natürlich bekommen andere Beamte (Justiz, Finanz,...) ihren Heimarbeitsplatz vom Arbeitgeber zu einem sehr großen Teil gestellt.
    Wir halten mal fest: Die Lehrer stellen auch unter den Beamten die Gruppe der Vollidioten dar!

    schrieb Caro am

  • #104

    @Musikus:
    Zitat:
    “Die Devise lautet: Wenn der Doppeljahrgang (ABI) durch ist, sinken auch insgesamt die Schülerzahlen, alles entspannt sich etwas. Bis dahin: Augen zu und durch. Da stellt doch kein Bundesland mehr Lehrer ein als unbedingt nötig, die hängen einem dann später nur auf der Tasche.”

    Ganz sicher NICHT, denn:
    “Das Finanzministerium sieht für die kommenden Jahre drastische Steuerausfälle voraus. Nach Informationen des SPIEGEL gehen Experten des Hauses wegen der Krise insgesamt von Mindereinnahmen in Höhe von 300 Milliarden Euro bis 2013 aus.”
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,622426,00.html

    Man wird die Klassen NICHT verkleinern und man wird die Arbeitsbelastung NICHT senken.

    Man wird es uns als Erfolg verkaufen, dass unter den kommenden Bedingungen die Klassen nicht noch weiter vergrößert und die Arbeitsbelastung nicht noch weiter erhöht wird.

    Und @Leser:
    Die Krönung wäre natürlich noch, wenn besagte beamtete Juristin für ihre Heimarbeit das Arbeitszimmer vom Dienstherrn ausgestattet bekommt oder wenigsten von der Steuer absetzen kann. Beides trifft für Lehrer nämlich nicht zu…

    schrieb Mister M. am

  • #105

    So, und nun lassen wir mal die mehr oder weniger persönlichen Angriffs- und Verteidigungsmuster beiseite.

    Meines Wissens wird in der Öffentlichkeit nur über die SPITZENmanagergehälter und die Bezahlung der Lehrer diskutiert. Bei den Managergehältern ist der Fall klar, die sind unanständig hoch und nur so wichtige “Entscheider” wie Ackermann und Co. halten das für angemessen. Bei den Lehrern bleibt es aber seltsam nebulös. Bekommen wir nun zuviel, zuwenig oder ist es angemessen? Der Argumente sind gar viele, aber eins scheint sich doch heraus zu kristallisieren: Das mit dem Geld geht schon im Großen und Ganzen in Ordnung. Viel Arbeit, ordentliches Geld. Schön!

    Die Unzufriedenheit der Lehrer bezieht sich eigentlich auch nur auf die Ungleichheit innerhalb eines Kollegiums oder zwischen den Schulformen. Das sind Systemfehler, die nur einer zu verantworten hat: Der Arbeitgeber. Und diesem Arbeitgeber ist man, nun ja, ausgeliefert, denn er bietet einem ja einen geldwerten Vorteil, ein rares Gut, nämlich die hochgeschätzte Unkündbarkeit. Vielen Dank dafür!

    Freiheit und Sicherheit sind zwei Dinge, die sich manchmal ausschließen, und betrachtet man den aktuellen Lehrermangel, scheint eines klar zu sein: Auf dem “Arbeitsmarkt” ist die Ware “Beschäftigung als Lehrer” offensichtlich nicht attraktiv genug, um auch nur das “Kerngeschäft” zu bewältigen. Netterweise haben aber auch die Länder auf der anderen Seite gar nicht mehr Geld, um auch mehr Lehrer zu beschäftigen.

    Und so ist es dann, wie mit vielen Diskussionen im Bildungsbereich. Es wird viel geredet und wenig gehandelt, denn Handeln hätte Konsequenzen. Die Devise lautet: Wenn der Doppeljahrgang (ABI) durch ist, sinken auch insgesamt die Schülerzahlen, alles entspannt sich etwas. Bis dahin: Augen zu und durch. Da stellt doch kein Bundesland mehr Lehrer ein als unbedingt nötig, die hängen einem dann später nur auf der Tasche.

    Denn Lehrer haben “nur” eins gelernt: Lehrer sein. Keine relevante Zahl an Lehrern kann seinem Arbeitgeber die lange Nase zeigen und “Ätschi, dann geh ich eben zur Konkurrenz” sagen. Selbst ein Bundeslandwechsel, oder auch nur ein Schulwechsel innerhalb eines Bundeslandes ist ein Abenteuer.

    Nötig wäre also ein Angleichung der Lehrergehälter und der Beschäftigungsverhältnisse. Im Sinne der Besitzstandswahrung muss es also zu einer Erhöhung der niedrigeren Gehälter kommen.

    Und eine Anmerkung noch zur “Arbeitszufriedenheit” der Lehrer. Jetzt gabs doch mal wieder eine Untersuchung, die ergeben hat, dass die Qualität des Unterrichts nicht steigt, wenn die Klassen kleiner sind. Es steige lediglich die “Arbeitszufriedenheit” der Lehrer. Die fühlen sich dann wohler. Soso. Na, dass das kein Argument für kleinere Klassen ist, leuchtet mir voll ein. Deshalb haben ja erfolgreiche Unternehmen auch kein Kickertische, Erholungsräume, Psychologen, Firmensport, regelmäßige Supervision, usw…

    schrieb Musikus am

  • #106

    An Junk gerichtet.
    Du vergisst, dass auch Juristen Beamte sein können. Ich weiß das mit Gewissheit zu sagen. Ist meine Schwester (Juristin) mit A13 angefangen, stand sie nach 6 Jahren bereits bei A15. Als Lehrer hat man diese Aufstiegsmöglichkeiten nicht!
    Zweitens hat sie jetzt bei Vollzeittätigkeit wegen Mutterschaft die Möglichkeit nur 2 Tage im Büro zu erscheinen, den Rest erledigt sie von zu Hause. Und wenn die Computerverbindung aus welchem Grund auch immer mal wieder nicht funktioniert, arbeitet sie halt nicht, bei voller Bezahlung. Auch diese Möglichkeit, die nicht nur verbeamteteten Juristen zusteht, haben Lehrer nicht!
    Drittens. Zum wiederholten Male. Auch wenn du es nicht hören willst. Nur eine Minderheit der Lehrer ist A13 oder höher. Die meisten sind A12 oder eben angestellt!
    Viertens: Hast du jemals Statistiken selbst erstellt? Wahrscheinlich nicht, denn dann wüsstest du, dass hinter einer Statistik eine bestimmte Motivation liegt. Was ich sagen will. Glaub nicht alles, was du siehst, denn das, was du siehst, ist nur ein gewolltes Endergebnis und nicht unbedingt ein wirklichkeitsgetreues Bild. Wusstest du z.B., dass viele Lehrer anderer Länder nach dem Ausscheiden aus dem Dienst für langjährige Tätigkeit eine nicht geringe Bonuszahlung erhalten? Diese fehlt natürlich in der Statistik.
    Auch ist Arbeitszeit nicht gleich Arbeitsbelastung. Ich will nicht Jammern, wie du es jedem Lehrer, der sich beschwert unterstellst. Aber die Arbeitsbelastung heute ist sicherlich bei Lehrer bei weitem höher, als die von Juristen!
    Und zu guter Letzt. Ein Lehrer in Deutschland hat nicht die Möglichkeit auf Bonuszahlungen. Doch gibt es die in anderen Akademikergruppen. Natürlich fließen auch diese in keine Statistik ein.
    Das Lehrergehalt A12 oder angestellt ist objektiv gesehen unter Akademikern in Deutschland im unteren Bereich anzusiedeln. Aufsteigsmöglichkeiten gibt es praktisch keine. Versetzungsmöglichkeiten sind mit derart hohen Hürden verbunden, dass es Jahre dauert! In meinem Falle 5!!!  Was machst du, wenn dir ein Job nicht gefällt. Richtig, du bewirbst dich einfach woanders. Wir haben diese Möglichkeit nicht.
    Unter Einbezug des schon unterdurchschnittlichen Gehaltes (A12 oder angestellt) in Verbund mit den besonderen Schwierigkeiten ist das Lehrergehalt sicherlich nicht mehr als saumäßig.
    Junk, bevor du also wieder unwissentlich Falschmeldungen verbreitetst, beschäftige dich bitte ein bisschen genauer mit der Sache! Das kann man, so glaube ich, verlangen. Nichts für ungut

    schrieb Leser am

  • #107

    Da hab ich ja Glück gehabt.

    Zum guten Schluß: Einfach mal ganz nach oben Scrollen, zur Grafik, sich anschauen, dass die deutschen Lehrer international mit das beste Gehalt haben - würde man die Verbeamtung berücksichtigen, dann sicherlich das Beste von allen (kann mir kein Land dieser Erde vorstellen, in dem bei gleichem Netto 3100 zu 5000 brutto stehen). Und weißt Du was? Von mir aus gerne.

    Aber Klagen/ Jammern, oder auch nur, wie Du Dich selbst beschreibst, “herausstellen, viel zu tun zu haben”, kann ich angesichts dessen nicht hören - ja was denn sonst? Das hat der Rest der deutschen Arbeitnehmerschaft nämlich auch. Ganz ohne ÖD-Annehmlichkeiten. Sorry, ich vergaß, zumindest einige dürfen nicht, da verbeamtet, demonstrieren. Das schränkt natürlich extrem ein.

    Ok, genug Polemtik.

    Noch was zu den 60h: Fast alle meiner Schulfreunde, die eine Akademiker-Laufbahn einschlugen (gewiss nicht nur Juristen), arbeiten heute zwischen 50 und 60 Stunden. Das Ihr das hier bezweifelt, kann ich echt nicht ganz glauben. Zeigt mir aber, dass zumindest EINIGE (und hoffentlich nicht mehr) Lehrer noch nicht so ganz in der Jetzt-Zeit angekommen sind. Ich empfinde es gewiß nicht als erstrebenswert, so viel zu arbeiten, müsste aber suchen, wer das als Dipl-Chemiker, Jurist, Arzt, Architekt nicht tut.

    So ist das leider. Und deshalb, sich selbst mit der - gewiss auch als Lehrer gegebenen - nicht unerheblichen Arbeitsbelastung mal zurücknehmen. Vor allem angesichts der Ergebnisse dieser Studie, die mal der Ausgangspunkt dieser Diskussion hier war.

    schrieb JUNK am

  • #108

    Das, wasdu mir vorwirfst, kann ich 1:1 zurück geben.
    1. Ich “jammere” nicht. Ich stelle mitunter heraus, dass ich viel zu tun habe. Das halte ich für legitim, denn das tut jeder andere auch. Also darf ich das auch. Nur eben bei uns Lehrern ist alles gleich “Jammern” .... Hast du das jetzt kapiert?
    Die Wahrnehmung gegenüber Lehrern ist diesbezüglich deutlich sensibler als gegenüber anderen.

    Ich frage mich auch, ob du mein Posting überhaupt gelesen hast, denn ich schreibe, dass ich stinksauer über mein deutlich niedriegeres Gehalt bin, und mich zu fragen, ob ich den Unterschied nicht sehe….. sei froh, dass du meine Verbalsalve nicht abbegkommst.

    Aber jetzt zu der Unverfrohrenheit ansich.
    Du schreibst:
    “Auf meinen Standpunkt, verbeamtete Lehrer sollten sich nicht beschweren, antwortest Du, die meisten seien aber E 11 oder 13, also Angestellte. Sorry, aber das war nicht meine Aussage.”
    Erstens hast du das völlig aus dem Zusammenhang genommen und zweitens daher auch falsch zitiert.

    Ich habe gesagt, dass die wenigsten Lehrer A13 bekommen, was du als gängiges Gehalt genommen hast.
    Ich habe gesagt, dass es sehr viel mehr Lehrer gibt, die weniger verdienen, weil Grund-, Haupt- und Realschullehrer eben A12 verdienen (und das sind zahlenmäßig mehr als gymnasiale Lehrer oder Berufschullehrer. Wenn sie dann zudem nicht verbeamtet sind, verdienen sie nur E11 und wenn Gymnasiallehrer nicht verbeamtet sind, verienen sie E13 ..... Nochmal: Zahlenmäßig dürften mehr Lehrer E11, E13 oder A12 verdienen als A13 oder darüber .... ist das jetzt klarer geworden?

    Wenn du nochmal etwas zitierst, dann mache es nicht so unredlich.

    So wie du diskutierst, kann ich mir gut vorstellen, dass man das nicht mit Lehrern machen sollte ..... Jedoch solltest du so auch bei anderen Berufsgruppen vorsichtig sein.

    Lehrer und Juristen unterscheiden sich in einem Punkt:
    Sie mögen zwar gleichermaßen besserwisserisch sein, aber der Jurist ist dabei auch noch überheblich.

    So, und jetzt habe ich keine Lust mehr auf den Austausch mit dir

    schrieb Schülerfreund am

  • #109

    @Schülerfreund:
    Ich glaube, ich verstehe einfach Deine (Eure?) Logik nicht. Du schreibst:

    “...weil es eben nicht zusammen passt, wenn du sagst, sie “jammern” und gleichzeitig meinst anzuerkennen, dass es “kein lauer Halbtagsjob” sei. Du kannst nur eine von beiden Seiten vertreten.

    Falsch. Was ist das denn für eine Logik? Ja, ich bin überzeugt, Lehrersein ist “kein lauer Halbstagsjob”. Das verbietet es mir aber nicht zu sagen, sie sollten nicht jammern! Was ziehst Du denn bitte für kuriose Schlußfolgerungen? Im Umkehrschluss würde dies beuteten, jeder, der eben keinen “lauen Halbstagsjob” hat, dürfte jammern. Und da widerspreche ich Dir klar! Viele, m.E. die meisten Jobs, fordern heute sehr viel. Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder direkt beschweren würde? Das ist eben dieses Anspruchsdenken, dass nach meiner (und nicht nur meiner) Beobachtung leider viele Lehrer haben. Man muss eben nicht automatisch “jammern”, nur weil einen der Job fordert, weil er anstrengt und es eben “kein lauer Halbstagsjob” ist! Aber genau dieser Punkt, diese Einstellung von Dir, macht mehr als deutlich, worum es mir geht (und einigen anderen, die sich hier im Laufe der Diskussion zu Wort gemeldet haben): Das EINIGE Lehrer einfach bei jeder Belastung - und ja, es ist eine -  betonen müssen, wie schwer es ihnen geht. Glaubt mir: Nicht nur Euch, und deshalb kann ich und einige andere es einfach nicht mehr hören. Das war auch schon alles.

    Du schreibst weiter:
    “...und weil ich auch Lehrer bin. Ob verbeamtet oder angestellt, ist für die Arbeitsbelastung vollkommen egal. Die ist gleich!”

    Ja, klar ist die Belastung gleich. Aber es macht wohl einen Unterscheid, ob ich dafür als Angesteller 1800 netto oder als Beamter 2500 netto bekomme, oder?

    Du kritisiert meine Art zu diskutieren. Ich kann hier nur feststellen, dass ich auf meine Einwände von Dir oder Mr. M nicht eine Antwort erhalte. Während ich die Kündigungssicherheit von Beamten als durchaus geldwerten Vorteil bewerte, kommt Mr. M damit, dass Angestellte ja das KündigungsschutzG haben. Hallo? Das ist ja schon Realsatire. Auf meinen Standpunkt, verbeamtete Lehrer sollten sich nicht beschweren, antwortest Du, die meisten seien aber E 11 oder 13, also Angestellte. Sorry, aber das war nicht meine Aussage.

    Das passt hier vorne und hinten nicht zusammen und zeigt mir eigentlich nur, dass eine Sachauseinandersetzung darüber - mehr schrieb ich nicht - dass verbeamtete Lehrer angemessen bezahlt werden und sich eben deshalb nicht beschweren sollen - gar nicht möglich ist.

    Schade eigentlich. Du und andere lesen mir in jeden Satz hinein, ich würde meinen, Lehrer hätten einen einfachen Job oder seien überbezahlt. Ich erachte beide Aussagen für falsch, ganz ehrlich. Aber eine neue - rein subjektibe - Meinung habe ich hinzugewonnen: Diskutiere nie mit Lehrern, sie wissen es immer besser. Aber das wussten wir ja schon zu Schulzeiten, oder?

    schrieb JUNK am

  • #110

    @Junk
    ...weil es eben nicht zusammen passt, wenn du sagst, sie “jammern” und gleichzeitig meinst anzuerkennen, dass es “kein lauer Halbtagsjob” sei. Du kannst nur eine von beiden Seiten vertreten.

    ...und weil ich auch Lehrer bin. Ob verbeamtet oder angestellt, ist für die Arbeitsbelastung vollkommen egal. Die ist gleich!

    Ich beschwere mich bitter und böse und stinksauer über mein Gehalt, aber die Arbeitsbelastung haben alle gleich (wenn sie nicht gerade Sport und Erdkunde oder swonstwas in der Art unterrichten). Jedoch “jammern” kann man nur über eine Arbeitsbelastung, die ändert sich aber nicht durch ein unterschiedliches Gehalt.

    Also fühle ich mich bei deinem ständigen “Lehrer jammern” auch angesprochen, weil ich ja auch Lehrer bin .... kapiert????

    Entscheide dich für einen Standpunkt und vertrete diesen angemessen, setz dich mit anderen Meinungen auseinander, beleuchte sie kritisch, aber sprech ihr ihre Glaubwürdigkeit, gehe auf andere ein und bilde dir so eine eigene Meinung.

    Ich sagte schon, du suchst dir Beispiele aus, wie sie dir belieben und erkennst andere Meinungen nicht an. Du weißt aber alles besser, polemisiert, aber argumentierst nicht.

    - 60 Stunden/ Woche “nur für Führungskräfte”: Ich lache laut - Willkommen im Leben! Unfassbar, wo leben Sie denn eigentlich? Entweder wirklich jenseits von gut und böse oder Sie entstammen einer Generation, in der das sicherlich tatsächlich so war. Heute ist es - leider - unter Akademikern mehr die Norm als die Ausnahme.

    So ein Quatsch! Schon mal davon gehört, dass auch Lehrer Freunde, Bekannte und/oder Partner aus dem “echten Leben” haben? Die erzählen uns dann wie es im echten Leben zugeht, wenn wir aus unserer Höhle kriechen.
    Solche, die 60 Stunden und mehr arbeiten, verdienen auch entsprechend. Die anderen arbeiten nicht mehr als wir auch.

    schrieb Schülerfreund am

  • #111

    Soviel Ignoranz hab ich ja selten erlebt:

    Scheinbar nutzt es gar nichts, wenn ich x-mal Schreibe, der Beruf des Lehres gerade kein lauer Halbtagsjob ist, dass er extrem viel Verantwortung bedeutet, dass er nicht überbezahlt ist. Offebar wollt Ihr mir das hier aber unterstellen. Die “Opferrolle” mögen MANCHE Lehrer offenbar gerne. Na dann bitte. NOCH MAL: Ich schrieb nur, dass man sich als verbeamteter Lehrer nun wirklich nicht beklagen soll.

    @Mister M:

    - Das KündungsschutzG nützt Ihnen nicht viel bei betriebsbedingten Kündigungen. Aber vor allem: Es ist wirklich peinlich, wenn Sie hier anfangen, die Jobsicherheit als Beamter zu relativieren, weil sich andere ja aufs KündigungsschutzG berufen könnten. Unfassbar. Unfassbar peinlich.

    - 60 Stunden/ Woche “nur für Führungskräfte”: Ich lache laut - Willkommen im Leben! Unfassbar, wo leben Sie denn eigentlich? Entweder wirklich jenseits von gut und böse oder Sie entstammen einer Generation, in der das sicherlich tatsächlich so war. Heute ist es - leider - unter Akademikern mehr die Norm als die Ausnahme.

    - Zu Ihrem letzen Absatz:

    >>Und natürlich verdient nur “ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14”. Ist ja auch logisch, wer würde jahrelang auf eigene Kosten studieren…wenn er dann nicht die Aussicht auf ein überdurchschnittliches Gehalt hätte.<<

    Genau, da haben Sie Recht. Aber genau das sage ich ja die ganze Zeit, das verbeamtete Lehrer durchaus ANGEMESSEN bezahlt werden (nur eben die angestellten nicht)! Sie picken einen Teilsatz aus seinem Sinnzusammenhang heraus und protestieren. Ich schrieb nur, dass man sich bei einem A 13/14-Gehalt NICHT BEKLAGEN soll, weil eben Netto nur Wenige das Gleiche verdienen. DAS IST ALLES. Ich schrieb mehrfach, dass das Gehalt angemessen ist. Was soll das bitte? Führen Sie doch bitte eine konstruktive und faire debatte. Scheibar haben Sie daran aber kein Interesse. Und offenbar haben Sie ständig das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.

    @Schülerfreund: Sorry, wirklich nicht böse gemeint, aber - Ihr seit doch nicht lesegestört: Ich schrieb hier wirklich wieder und wieder, dass es mir um die verbeamteten Lehrer geht, die sich bitte nicht beklagen sollen. NICHT UM DIE ANGESTELLTEN. Punkt. Ich schrieb x-mal, dass die nur angestellten Lehrer sich vollkommen zu Recht beschweren. Wieso kommst Du nun mit “E 11 und E 13” - das darf doch hier echt nicht wahr sein.

    Ich gebe auf, bedanke mich bei allen engagierten Lehrern, die m.E. angemessen bezahlt werden, für Ihren mehr als extrem wertvollen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft und freue mich, wenn ich nicht immer wieder hören müsse, wie schlecht es Ihnen geht. Die Mehrzahl aller Berufe muss heute hart ran. Da ist der Lehrerberuf keine Ausnahme. Ein rein angesteller Lehrer ist m.E. allerdings tatsächlich unterbezahlt. Und ich bin mir leider fast sicher, selbst in diesem Absatz findet Mr. M nun wieder eine generelle Lehrerschelte.

    Auf Wiedersehen!

    schrieb JUNK am

  • #112

    Junk,
    sei mir nicht böse, aber die ewig gleichen Leiern nerven langsam. Die wenigsten Lehrer verdienen A13/14. Die Regel ist A12/E11 oder E13, jedenfalls in NRW.
    Du zauberst Vergleiche aus dem Hut, wie sie dir auch immer passen.
    Klar, im Vergleich zu einer Verkäuferin verdient ein Lehrer viel.
    Im Vergleich zu einem (erfolgreichen) Manager arbeiten Lehrer wenig.

    Was mir bei deinen Beiträgen aber am meisten auffällt ist, dass du nur auf das eingehst, was deine Ansicht (nach deiner Meinung) stützt. Du bist nicht an einem Austausch interessiert nicht daran, was diejenigen sagen, die es betrifft.

    Du bist der Fachmann und Lehrer jammern. Das ist kurzum das Fazit dessen, was du schreibst

    schrieb Schülerfreund am

  • #113

    @JUNK:
    Zitat:”...garantiert nicht in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen Betriebe von heute auf morgen ihre Belegschaft abbauen, 60 h für Akademiker sowieso völlig normal sind und - gerechnet am Netto-Verdienst - ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14 verdient.”

    Ach ja, 18 Monate Kurzarbeitergeld (in der deutschen Industrie heutzutage üblich) ist also “von heute auf morge ihre Belegschaft abbauen”. Nicht zu vergessen, dass für die allermeisten Arbeitnehmer das Kündigungsschutzgesetz gilt (müssten Sie wissen, als Jurist, oder lernt man das im Jurastudium nicht mehr?)

    Zudem: 60h Stunden Wochenarbeit für Akademiker glaube ich Ihnen—- für Führungskräfte. Die werden dann aber auch außertariflich bezahlt. Wer sich als Nicht-Führungskraft ohne Überstundenbezahlung (und das wollen Sie mit Ihrer Aussage uns wohl als “Normalfall” suggerieren) dazu bereiterklärt, ist selber Schuld. Für solche Fälle gibt’s den Betriebsrat und die Arbeitsgerichte (auch das lernt man im Jurastudium).

    Und natürlich verdient nur “ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14”. Ist ja auch logisch, wer würde jahrelang auf eigene Kosten studieren (heutzutage zahlen die Studenten sogar Studiengebühren), wenn er dann nicht die Aussicht auf ein überdurchschnittliches Gehalt hätte. Selbstverwirklichende Sozialromantiker sind die Wenigsten, dass müsste doch gerade Sie als Jurist wissen…

    schrieb Mister M. am

  • #114

    @Kräuterhexe:

    Mit “Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung” meinte Mr. M also den AG-Anteil zur allen Sozialabgaben - klar, natürlich gibt es den. Nur: Er nützt halt nicht viel. Wie gesagt, meine selbst erlebtes Bsp: BAT 2a = 3100 brutto und 1800 netto, A 13 bei gleicher Arbeit, gleicher Ausbildung und gleichem Alter 2400 netto.

    Deine “Ja, aber”-Liste finde ich glaubhaft. Und das ist doch das Traurige hier, dass (u.a.) auch mir unterstellt wird, ich habe hier eine falsche Vorstellung und sowieso etwas gegegen Lehrer. Überhaupt nicht. Nur bis Du hier mal die erste, die “Ja, aber”-sagt, spricht eben auch die Vorteile nennt statt immer nur zu Jammern - denn, wirklich, das muß jedenfalls ein beamteter Lehrer nun wirklich nicht. Nicht vor 10 Jahren und garantiert nicht in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen Betriebe von heute auf morgen ihre Belegschaft abbauen, 60 h für Akademiker sowieso völlig normal sind und - gerechnet am Netto-Verdienst - ein absoluter Bruchteil aller AN das Gleiche wie A 13/14 verdient.

    Das sollen sich alle Lehrer einfach mal - so wie Du offfenbar - bewußt machen. Damit wäre schon mal viel erreicht. Um mehr jedenfalls ging es mir hier nicht.

    schrieb JUNK am

  • #115

    Ich kann “Lehrerin” nur vollkommen bepflichten. Mit zwei Unterschieden:
    1. Ich vermittele keine gymnasialen Inhalte sondern Hauptschulinhalte.
    2. Ich finde nicht, dass ich gut verdiene (auch nicht verbeamtet, aber auch nur nur Hauotschule).

    Abgesehen davon muss ich ihr unumwunden zustimmen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #116

    Hi, sehr interessante Unterhaltung. Daher möchte ich noch einen Punkt einwerfen. Als Beamter mit A13 Ausbildung arbeite ich für A12 ohne Beförderungsmöglichkeit (Hauptschule).
    Leider konnte ich nicht in die PKV, weil mich keine genommen hat. So zahle ich als freiwillig Versicherter den Arbeitgeber und Arbeitnehmer Anteil, also doppelt!
    Doch ganz abgesehen davon. Es scheint noch nicht überall angekommen zu sein, dass die Schulen und damit die Lehrer und auch jetzige Schülergenerationen die Zeche für Nachlässigkeiten der Gesellschaft zu tragen haben. Die Schulklassengröße hat man aufgestockt, während Schüler heute unruhiger, aufsässiger und egoistischer sind. 70db Lautstärke in einer Klasse ist die Norm!
    Ich bin gerne bereit auch weiterhin für ein Butterbrot abgespeist zu werden, doch sollten dafür wenigistens die Arbeitsbedingungen stimmen. In anderen Ländern Europas sind die Klassen deutlich kleiner. Ich weiß das mit Sicherheit zu sagen, denn ich hab gekündigt und arbeite jetzt viel entspannter im Ausland ;-)))

    schrieb Leser am

  • #117

    @kräuterhexe
    Ja, sie tun mir unrecht, wenn Sie mir nicht glauben. Genau das ist der Punkt. Wenn ich nach einem durchkorrigierten Wochenende glücklich in einer Klasse meine Arbeit herausgebe, aber in den anderen nur angemosert werde, warum ich denn für deren Arbeit schon wieder länger als eine Woche gebraucht habe, wird mir auch nicht geglaubt, wenn ich sage, ich hätte es zeitlich nicht geschafft. Genauso glaubt mir meine weiter entfernte Familie nicht, wenn ich von drei Kommunionen nur zu der meines Patenkindes kommen kann, weil ich dann die beiden anderen Wochenenden komplett durchkorrigieren muss. Aber ich bin es ja gewohnt, dass jeder außer mir selbst genau weiß, dass ich nicht belastet bin und der Lehrerjob der allercoolste und am besten bezahlte überhaupt ist.
    Eine Frage: Welchen Grund hätte man, in einem ANONYMEN Forum zu lügen. Selbstbetrug? Aber vielleicht (und erst hier werde ich bewußt polemisch, wo war ich das denn in meinem früheren Beitrag?) sind wir ja alle wandelnde Psychopathen und Kinderhasser, die “nur weil sie in der Realität nicht zurechtkommen, diesen Beruf gewählt haben”. Aber ich kann Ihnen garantieren, dass 5 Stunden mit jeweils 30 Kindern, denen man so nebenbei “mit Spass” gymnasiale Inhalte beibringen soll, einen ganz schnell auf den Boden der Realität zurückholen.
    Und nochmal: Was uns Lehrer so besonders nervt, ist, dass Menschen über KEINEN anderen Berufsstand solch vorschnelle Behauptungen aufstellen, wie über unseren, à la: “So, der Herr Meier ist ja schon wieder um 13.30 Uhr zuhause. Lehrer müßte man sein!”

    Ja, wir verdienen ziemlich gut (und ich bin übrigens nicht verbeamtet).
    Ja, unser Arbeitsplatz ist relativ sicher.
    Ja, man hat in vielen Dingen freie Zeiteinteilung.

    Aber:
    Dieser Beruf ist kein Halbtagsjob.
    Dieser Beruf ist akademisch.
    Dieser Beruf ist auch körperlich und nervlich sehr anstrengend.
    Dieser Beruf frißt das Privatleben (räumlich und zeitlich).

    Und damit mich keiner falsch versteht: Ich behaupte keineswegs, dass dies für Ärzte, Erzieher, wen auch immer, nicht genauso gelten kann. Aber hier möchte ich nicht den gleichen Fehler machen, wie die Menschen, die mir auf die Nerven gehen. Ich weiß es nicht genau, deswegen stelle ich keine solch vorschnellen Behauptungen auf.

    schrieb Lehrerin am

  • #118

    @Lehrerin
    Ganz ehrlich: ich kann Ihrer Arbeitszeitbeschreibung genauso wenig glauben, wie dem Klagelied von 90% meiner niedergelassenen Kollegen, die behaupten, dass sie für die Behandlung ihrer Patienten eigentlich gar nicht mehr bezahlt werden.
    Warum muss denn selbst in so einem Forum diese Polemik weiter geführt werden?
    Wenn ich Ihnen persönlich jetzt Unrecht tue, dann verzeihen Sie das bitte, aber Ihre Beschreibung passt einfach überhaupt nicht zu meiner Wahrnehmung.
    Von befreundeten Lehrern werde ich oft v.a. wegen der Nacht- und Wocheneddienste bedauert und natürlich könnte ich spätestens bei der dritten Bitte um Hausbesuch in derselben Nacht in den Telefonhörer beißen, aber die Tätigkeit, die mich persönlich am meisten nervt - und das ist der Grund warum ich niemals Lehrer sein könnte und alle einigermaßen sortierten Lehrer dieser Welt bewundere - was mich am meisten nervt, sind die Besuche der Altenheime. Da kann ich mir die Zeit frei wählen, keiner setzt mich unter Druck, keiner erwartet von mir, das ausgerechnet dann zu machen, wenn ich sowieso schon total kaputt bin. Ich kann, aber ich muss eben auch, mir diese Besuche selbst einteilen. Dieses Gefühl “noch Hausaufgaben erledigen zu müssen” darauf bin ich regelrecht allergisch, und das ist ja für Lehrer allgegenwärtig. Das stelle ich mir anstrengend vor!

    schrieb kräuterhexe am

  • #119

    @junk
    Natürlich gibt es einen Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben. Alle Beiträge zu den Pflichversicherungen werden zu 50% vom Arbeitgeber übernommen und direkt an die zuständige Krankenversicherung abgeführt. Dieser Arbeitgeberanteil erscheint nirgendwo auf dem Lohnzettel. Um zu vergleichen, was ein Angestellter den Arbeitgeber monatlich “kostet” muss er noch auf das ausgewiesene Bruttro drauf geschlagen werden.
    Meines Wissens ist der Aufwand für die anteilige Privatversicherung von beihilfeberechtigten Lehrern nicht wesentlich geringer als der Arbeitnehmer-Anteil für eine gesetzliche Krankenkasse (also etwa 250€ bei Brutto 4000€), der einzige mit bekannte gravierende Unterschied ist die Einsparung des Rentenversicherungsanteils von in diesem Fall ca 400€. Die Einkommensteuer wird genauso erhoben wie bei Nicht-Beamten.

    schrieb kräuterhexe am

  • #120

    Hallo,
    ich neide niemandem seinen Beamtenstatus…außer er bekommt seinen Augenarzttermin innerhalb von einer Woche und ich muss 6 Monate warten…
    Aber um mal konkrete Zahlen zu nennen:
    Alter: Anfang 50
    Steuerklasse 1
    TVL 13
    gesamt Brutto (mit Krankenkassenzuschuss)4.502 €
    Auzahlungsbetrag Netto 2.134 €
    Überstunden oder Plusstunden so um die 150….

    schrieb neu hier am

  • #121

    @Mister M.

    das stimmt. Ich ärgerte mich in diesem Zusammenhang nur mehr über die geringe Solidariät unter Lehrern. Es ist so leicht, uns gegeneinander auszuspielen. Ich gebe es ja auch zu, dass ich stinksauer bin, dass ich mit E11 (als Beamtin wäre es A12) zufrieden sein muss, während am Gymnasium deutlich mehr verdient wird. E11/A12 sind Gehälter von Fachhochschulabsolventen. Ich habe auch ein Hochschulabschluss, aber werde nicht entsprechend bezahlt. Das macht mich nochmal sauer und ist prima dazu geeignet, dass wir untereinander eben nicht solidarisch sind.

    schrieb Schülerfreund am

  • #122

    @Mister M.

    Ich denke, Sie mißverstehen mich - oder wollen es einfach.

    Ich habe also “keine Ahnung bzgl. der Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten”, denn auch bei den Angestellten gebe es den “Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung”?

    Wie gesagt, hatte selbst mal BAT 2a, da gab es das nicht. Vielleicht war es irgendwie in den 3100 Euro brutto, die netto rund 1800 Euro ergaben, enthalten, aber das glaube ich nicht. Nur mein A 13 Kollege, der hatte brutto ein paar Euro WENIGER, kam netto bei gleichem Alter aber auf ca. 2400 Euro. Was bitte gibt es da noch hier zu diskutieren? Erklären Sie es mir, falls Sie es können? Gleiche Arbeit, gleiches Alter, 600 Euro netto Unterschied.

    Die folgende Aussage von Ihnen ergibt für mich schlicht keinen Sinn. Sie schreiben:

    “...argumentieren Sie einerseits , “dass Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nicht-Beamten schlicht Unsinn sind” (Posting #9) , weil sie eben keine Sozialabgaben zahlen und undkündbar sind…Andererseits neiden Sie dem “Lehrkörper” die Beihilfe und die Unkündbarkeit, wie man aus ihren Postings herausliest.”.

    Genau. Selbst wenn ich die Richtigkeit Ihrer Behauptungen unterstelle - was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nichtbeamten sind schlicht unsachlich und da ich annehme, Sie sind Lehrer, werden Sie das hoffentlich auch nicht tun, sonst wäre eine kleine steuerrechtliche Nachhilfe dringend nötig. Aber wie gesagt, das werden Sie wohl ebenso sehen. Und JA, auch wenn man einen solchen Brutto-Vergleich als unsachlich erachtet, kann man tatsächlich noch Unkündbarkeit und Beihilfe kritisieren - diese Vegrößeren nämlich den Unterschied im Netto noch einmal im Sinne eines geldwerten Vorteils. Wie soll ich hier ernsthaft mit Ihnen diskutieren, wenn Sie so argumentieren? Was Sie da Schreiben ergibt schlicht keinen Sinn.

    Ach ja: Ich “neide” den verbeamteten Lehrern nicht ihre Unkündbarkeit - ich will selbst keine. Jedwede Organisation, deren Mitarbeiter faktisch unkündbar sind, ist unfähig, sich ihrer “schwarzen Schafe” zu entledigen. Man sollte sie zum Wohle der Schüler abschaffen, und auf traurige Bsp. aus der Praxis brauchte ich sicher nicht zu verweisen, auch wenn es sicherlich die Ausnahme ist - es gibt sie, und man wird sie eben deshalb leider nicht los.

    Oh je, “Lehrkörper” ist also negativ belegt? Das wusste ich nicht, und meine es auch ganz gewiss nicht so.

    Und Schlußendlich: Bitte meine Postings GENAU Lesen, DANN denken, dann Posten. Ich schreibe es hier zum widerholten Mal: Ich habe weder etwas gegen Beamte (diese sind für gewisse hoheitliche Tätigkeiten unersetzbar), noch gegen Lehrer. Nur: Man soll nicht Brutto-Gehälter von Beamten und Nicht-Beamten vergleichen und man soll sich ebenso bei A 13 oder A 14 nicht beschweren. Denn dafür braucht man in der Privatwirtschaft erst mal 5000 Euro brutto/Monat und hat gleichzeitig eben nicht diese Privilegien.

    Das ist doch nicht so schwer zu verstehen? Und @Mister M - es geht hier nicht um Ihr Gehalt und auch nicht um meins, weshalb ich darauf nicht eingehen werden. Sondern nur um solche absonderlichen Vergleiche.

    schrieb JUNK am

  • #123

    ...und man mag gegen Beamte wettern, wie man will, aber ich sehe doch auch, dass die Beamten in den letzten Jahren noch weniger bekommen habe als wir Angestellte.
    Die haben immer wieder mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherheit nix gekriegt.

    Nichtsdestotrotz wäre ich selbst gern Beamtin und nachdem jetzt die Urteilsbegründung aus Leipzig da ist, werde ich es vielleicht doch noch.

    schrieb Schülerfreund am

  • #124

    Neee, warum soll das denn traurig sein?
    Alles hat Grenzen!

    Woanders bekäme man Überstunden bezahlt, könnte sie abfeiern oder befindet sich in einem Gehaltsbereich, in dem man das erwarten kann, aber bei uns ist das traurig???
    Ich verdiene so viel wie ein Facharbeiter. Lass uns mal Facharbeiter suchen, die kostenlos Überstunden machen. Der würde dich milde anlächeln und fragen, ob du in der realen Welt lebst.
    Ich jedoch bezahle meine Arbeitsmittel und Materialien komplett selbst.
    Finde doch bitte mal eine Friseurin, die die Farbe für die Haare der Kundinnen selbst kauft, ohne sie diesen in Rechnung zu stellen oder eine Sekretärin, die den Telefonanschluss, den soe braucht selbst bezahlt oder den Ingenieur, der seinen Arbeitsplatz selbst finanziert….

    Jetzt frage ich nochmal, warum ist das traurig?
    Weil wir die erfüllende Arbeit mit uns anvertrauten Menschen nicht verantwortungsvoll ausüben würden, wenn wir uns nicht selbstlos für die nächste Generation aufopfern würden?
    Weil einem Lehrer, das Lächeln eines Kindes Lohn genug sein sollte?
    Weil man uns mit eben diesem Verantwortungsgefühl, das wir in hohem Maße haben, so prima unter Druck setzen kann?

    schrieb Schülerfreund am

  • #125

    Und nochmal @JUNK:
    Zitat:
    [Schülerfreund]:“Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus “mal ne AG zusätzlich übernehmen”.
    [JUNK]:“Tja, eben. Und das ist doch traurig.”

    Vielleicht hätte @Schülerfreund anders formulieren sollen:
    Kein Kollege würde nach den Zumutungen der letzten Jahre (Streichung von Weihnachtsgeld, Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich, Vergrößerung der Klassenstärken, Senkung der erwarteten Pensionen, unzählbare neue Zusatzaufgaben und -ansprüche für / an die Schulen) freiwillig UNBEZAHLTE MEHRARBEIT auf sich nehmen.

    Andere Berufsgruppen wären längst jedes Jahr im Streik, das dürfen die Beamten nicht (wobei dieses Verbot wahrscheinlich gegen EU-Recht verstößt). Denken Sie einmal darüber nach, welchen Vorteil die Geselleschaft dadurch hat, dass sie sich darauf verlassen kann, das eben nicht plötzlich die Schule für 12 Millionen Kinder wochenlang ausfällt…

    schrieb Mister M. am

  • #126

    @JUNK:

    Ihr Vorposting beweist, dass Sie außer Vorurteilen keine Ahnung haben bzgl. der Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten:
    Was bei den einen “Beihilfe” heißt, nennt sich bei den anderen “Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung” und die Rentenkürzungen sind mittlerweile überall wirkungsgleich auf die Pensionen übertragen worden.

    Zudem argumentieren Sie einerseits , “dass Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nicht-Beamten schlicht Unsinn sind” (Posting #9) , weil sie eben keine Sozialabgaben zahlen und undkündbar sind (und Sie meine hier wohl die Gehälter von vergleichbaren Positionen in der sogenannten “freien” Wirtschaft). Andererseits neiden Sie dem “Lehrkörper” die Beihilfe und die Unkündbarkeit, wie man aus ihren Postings herausliest. Und alleine der Begriff “Lehrkörper” (Posting #62) sagt vieles über Ihr Lehrerbild aus, wir bezeichnen Sie als “Juristen” (Posting #16) ja auch nicht pauschal als “Rechtsverdreher” oder “Winkeladvokaten”.

    In EINEM Punkt gebe ich Ihnen allerdings Recht: Angestellte Lehrer sind hoffnungslos unterbezahlt, insbesondere im Vergleich zu den Gehältern in der “freien” Wirtschaft für vergleichbare, akademische Tätigkeiten. Bei verbeamteten Lehrern ist der Vergleich mit der “freien” Wirtschaft in der Tat schwieriger: Aber einerseits die Beamten-“Privilegien” zu kritisieren UND gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass die im Vergleich zur “freien” Wirtschaft niedrigere Gehälter gerechtfertigt seien, ist einfach nur unehrlich.

    Also noch einmal: Was machen SIE (konkrete Positionsbeschreibung), wiviel verdienen SIE (Gesamtjahresgehalt inkl. Sonderzahlungen, Bonusse o.ä.)? Wir haben unsere Karten offen auf den Tisch gelegt, und es interessiert schon, von welchem (hohen?) Ross aus Sie “jammern” (und das tun Sie auch, wenn Sie sich andauernd darüber beschweren, dass es den verbeamteten Lehrern zu gut geht).

    schrieb Mister M. am

  • #127

    Zum Thema “freiwillig AGs übernehmen”:

    Ich will hier keine Glaubenswahrheiten verbreiten, aber ich war vor einigen Jahren mal vertretungsweise an einer Schule, an der im Zuge der Stundenkontingentzusammenstreichungen AGs wegfallen mussten. Ein Kollege, der das schade fand, weil er in den letzten Jahren viel aufgebaut hatte und dem es um seine Schüler leid tat, wollte FREIWILLIG und UNBEZAHLT seine AG im nächsten Schuljahr weiter führen. Ihm wurde gesagt, dass das nicht so einfach sei, von wegen versicherungsrechtlicher Fragen, schulische Veranstaltung ja oder nein, Busverkehr und Zweckverband (=Bezahlung der Fahrtkosten für Schüler!), Schulhaus = öffentliches Gebäude => Zuständigkeit?, ...
    Ich weiß leider nicht, wie die Sache letztendlich ausging, da mein Vertrag auslief, aber es sah damals nicht danach aus, als dürfe dieser Kollege einfach so im Schulhaus mit seinen Schülern an einem zusätzlichen Nachmittag eine außerstundenplanmäßige AG abhalten.

    schrieb caro am

  • #128

    Ich glaube langsam, man will mich hier falsch verstehen. In aller Kurzform:

    Das Gehalt von ANGESTELLTEN Lehrern ist unakzeptabel gering. Ich war selbt mal BAT 2a, und nun, da es BAT gar nicht mehr gibt, es es ja noch einmal weniger geworden. Da brauchen wir uns über Mehr- oder Zuwenigbelastung gar nicht streiten, es ist einfach viel zu wenig. Punkt.


    @Mister M und alle anderen: Ich lese hier x-mal, das die verbeamteten Lehrer ja gerade mal “so ca. 45000€ pro Jahr” verdienen. Ja kennt denn hier niemand den Unterschied zwischen brutto und netto??? 5000 Euro brutto/ Monat (das sind 10.000 Deutsche Mark, um es mal deutlich zu machen) in der Privatwirtschaft - und die muss man erst mal dort bekommen - sind 60.000 Euro/ Jahr. Das sind aber netto in Steuerklasse 1 gerade mal ca. 2600 Euro/ Monat.

    A 13, das ist das EINSTIEGSGEHALT für den höheren Dienst - und dabei geht es mir überhaupt nicht um Lehrer - beträgt ca. 3.100 Euro brutto - was aber mangels ArbeitslosenVS, Rentenversicherung, etc. ca. 2500 Euro/ Monat ergibt. Verstanden, was ich meine?

    Ja, da braucht es dann noch die private KV - die es aber dank solventer Beihilfe zum Spottpreis und mit Kusshand gibt (welche Versicherung hat sonst schon den Staat als Zweitschuldner?).

    Der Netto-Unterscheid bei 3100 brutto (A 13, Einstiegsgehalt) zu 5000 Euro für nicht Beamte (die so gut wie nie das Einstiegsgehalt sind) beträgt also gerade mal ca. 250 Euro NACH Abschluss der privaten KV - bei fast 2000 Euro Unterschied brutto! Hier also zu sagen, verbeamtete Lehrer verdienen gerade mal 45.000 brutto im Jahr, ist doch einfach nur völlig sachfremd. Soll ich dazu mal wirklich das Äquivalent bei Nicht-Verbeamtung ausrechenn? Das liegt deutlich über 65.000 Euro.

    Der Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland (und der Welt, um noch mal den Bezug zur Grafik oben zu finden) ist NICHT verbeamtet.

    Das war übrigens mein erster Kommentar hier, dass diese Grafik oben bei Berücksichtigung der Netto-Gehälter Deutschland mit weitem Abstand auf Platz 1 gesetzt hätte.

    Und zum Schluß: A 13 ist NICHT zu viel. Aber es ist ganz gewiss auch nicht wenig und Grund sich zu beklagen.


    Will das denn hier keiner verstehen?

    schrieb JUNK am

  • #129

    Wie ich x-mal schrieb: Von meiner Kritik an denjenigen Lehrern, die ständig jammern, habe ich explizit die nur angestellten Lehrer ausgenommen. Dieser Gehaltsunterschied, zudem eben keine Beihilfe, keine sichere Pension, kein Kündigungsschutz bei gleicher Arbeit ist ein Witz.

    Wenn ich Deinen Status überlesen habe, sorry, ganz ehrlich. Aber ich habe nun wirklich mehr als deutlich gelesen, dass sich die nur angestellten Lehrkörper völlig zu Recht beschweren.

    Aber ein: Du schreibst

    “Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus “mal ne AG zusätzlich übernehmen”.

    Tja, eben. Und das ist doch traurig.

    schrieb JUNK am

  • #130

    @JUNK:
    Gehaltsentwicklung öffentlicher Dienst:
    http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/
    Dabei muss man bedenken, dass die Beamten auf Grund von teilweiser / kompletter Streichung der Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld) sich noch schlechter entwickelt haben.

    Und was man als beamteter Lehrer maximal so verdienen kann:
    http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/b2/
    Am Gymnasium sind 90% der Lehrer A13 oder A14, je nach Größe der Schule maximal vier A15 und einer (der Schulleiter) A16. Aus der ersten Grafik sieht man auch: Endgehalt für A13 so ca. 45000€ pro Jahr (12 Gehälter pro Jahr, da Sonderzahlungen gestrichen).

    Und mal so zum Vergleich:
    Ein Schulleiter führt verantwortlich 80 bis 100 Mitarbeiter, ein Lehrer als Klassenlehrer ca. 30 Mitarbeiter (ja, auch Schüler sind Menschen und wollen ernst genommen werden!). Was verdient man in vergleichbaren Positionen in der “freien” Wirtschaft (die heutzutage dank Staatssubventionen gar nicht mehr so “frei” ist…)?

    Und @JUNK:
    Jetzt mal raus damit: Was verdienen Sie?

    schrieb Mister M. am

  • #131

    In welcher Sprache muss ich es schreiben, damit du es veestehst?
    Ich spreche nur von mir. Ich stelle keinen Beamtenstatus als Nachteil hin, denn ich bin nämlich nicht verbeamtet.
    Wie oft oder wie groß muss ich es schreiben?

    Ich bin Angestellte!!!!! .... und das empfinde ich als Benachteiligung, denn ich verdiene netto mehr als 500€ weniger als ein beamteter Lehrer. Von der besseren Altersversorgung und der PKV mal ganz abgesehen.

    Ich habe nie über Beamte gesprochen, denn ich bin keine Beamtin.

    Ich bin NICHT kündigungssicher und ich zahle alle Sozialversicherungen. Da mein Arbeitgeber allerdings auch noch Arbeitgeberanteile auf mein Brutto draufhaut und mein sozialversicherungspflichtiges Brutto und mein steuerpflichtiges Brutto deutlich höher sind als mein tatsächliches Brutto verdiene ich sogar ncht knapp 150€ weniger als eine befreundete Sekreärin mit gleichem Brutto, aber die hat dann auch kein Abi, kein Studium, kein Ref.
    Ja, mir geht es ja sooooo gut, aber ich darf nicht einmal darüber schimpfen, dass ich die gleiche Ausbildung habe und die gleiche Arbeit mache als meine Beamtenkollegen, aber deutlich weniger verdiene.
    Nein, ich jammere nicht, ich schimpfe…. Ich bin stinksauer!!!
    Für einen Gehaltszuwachs von 500€ netto hab ich 9 Jahre gebraucht, Kaufkraftverlust nicht mitgerechnet.
    Und das soll in der freien Wirtschaft auch so gewesen sein? Dann befinden sich um mich herum nur Lügner! Das nennst du ordentliches Gehalt?
    Ach ja, ich bin ja nicht im realen Leben

    Ich will mir nicht anhören, dass ich ein ordentliches Gehalt hätte, denn das stimmt nicht!!!

    Ist das jetzt angekommen?

    Und ja, es ärget mich, dass du nur rausliest, was du willst und es so verdrehst, wie du es willst.
    Es ärgert mich, dass ich mir (wo auch immer) das hohe Klagelied aller möglichen Leute anhören darf, wenn ich aber mal versuche die ein oder andere Vorstellung über meinen Beruf richtig zu stellen, “jammere” ich.

    Und selbst wenn: ich mache meinen Job gern und ich denke auch ganz gut (Jaja, arme Kinder, ich weiß. Wenn ein Lehrer mal schimpft, kommt das gern mal… und du kannst es ja auch ganz sicher beurteilen)

    Du nennst mich kritikunfähig? Du solltest mal deine “Kritik” überprüfen.

    Aber erklär mir mal bitte eins: Woran machst du einen “guten Lehrer” aus? Weil die sich nicht auskotzen? Sind das solche Kollegen, die es prima finden, dass ihre Gehälter nicht oder nur marginal erhöht wurden?
    Mit Verlaub, das ist Quatsch!

    HiHi, dann spiel mal Mäuschen in den Lehrerzimmern :-)
    Und noch was: Was heißt denn “sie sich nicht beschweren, wenn sie mal ne AG zusätzlich übernehmen”?

    Ich will dir mal was sagen. Ich bin seit über 10 Jahren im Dienst, war an einigen Schulen unhd arbeite seit 7 Jahren an einem Schulzentrum mit allen Schulformen. Ich sage dir: KEIN Kollege würde über sein Deputat hinaus “mal ne AG zusätzlich übernehmen”. Ich auch nicht. Ich würde mich auch nicht beschweren, denn ich täte es einfach nicht, nicht bei dem Gehalt. Ich zahl mein Arbeitsmaterial und meinen Arbeitsplatz schon selbst.
    Ich kenne auch KEINEN Schulleiter, der das verlangen würde, weil er nämlich genau weiß, dass zumindest die Kollegen mit Korrekturfächern ausgelastet genug sind.
    Ich kenne aber einige wenige, sehr wenige Kollegen, die sich gern mal hinstellen, die Backen aufblasen und erzählen: “HoHooo, da hab ich dann mal eben übernommen…. Ohne mich bricht die Schule ja zusammen und ich bin die rechte Hand des lieben Gottes. Ich koche nicht mit Wasser, sondern mit purem Gold” Die sind dann sowas von engagiert.
    Das sind dann die, die sich auf Kosten der Kollegen als besonders darstellen und in ihrem Kreis nur bestehen können, wenn sie sich an dem allgemeinen Lehrer-Bashing beteiligen, um ihm so zu entgehen .... Rückgratlose Feiglinge sind das sicher, aber ob die engagiert sind, kannst du als Letzter entscheiden

    schrieb Schülerfreund am

  • #132

    Nachtrag @Schülerfreund:

    “Seitdem wurden Lehrergehälter in Deutschland nur marginal erhöht, Urlaubsgeld abgeschafft, Weihnachstgeld drastisch gekürzt, dafür aber die Arbeitszeiten erhöht”

    Ja, Hallo? Glaubst Du etwas in der Privatwirtschaft nicht???? Im Gegensatz dazu sind aber verbeamtete Lehrer quasi kündigungssicher,  selbst bei Alkoholkrankheit und 50% Abwesenheit von Ihrer Unterrichtszeit (leider ist dies ein reales Bsp.), genießen eine krisensichere und gegenüber andern AN extrem hohe Rente, nämlich Pension.

    Willst Du hier tatsächlich anfangen, eine Verbeamtung als nachteilhaft darzustellen?Gerade in diesen Zeiten? Frag mal bei JEDER Bank, wer einfacher einen Hauskredit bekommt.
    Sorry…

    Die wirklich benachteiligten sind die angestellten Lehrer, an deren Stelle wäre ich schon längst auf die Barrikaden gegangen. Bzw. nicht mehr zu Schule.

    Und mal ganz grundsätzlich, um hier nicht mißverstanden zu werden: Ich kenne viele sehr gute, engagierte und deshalb (ob verbeamtet oder nicht) unterbezahlte Lehrer. Die sich nicht beklagen, wenn sie mal eine AG zusätzlich übernehmen. Die akzeptieren, dass sich die Welt in den letzten Jahren auch im öD geändert hat und keine Oase der Glückseeligkeit ist. Aber die andere Sorte kann ich wirklich nicht mehr hören. Dieses Land steht der wirtschaftlich größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte gegenüber, und dann muß man hier so ein Zeug lesen.

    Zur Studie. Deren Richtigkeit habe ich unterstellt.

    schrieb JUNK am

  • #133

    @Schülerfreund: Leider hast Du mit Deinem letzen Beitrag meinen Eindruck von Dir nur bestärkt:

    “Das allein schon ist eine bodenlose Unverschämtheit. Das erinnert mich an die Inqusition!”

    - Genau das meinte ich, offenbar sind einige nie im realen Leben angekommen. Kritikfähigkeit gehört da nämlich dazu. So darauf zu reagieren, herrje, da fehlen mir die Worte. Arme Kinder. Im Übrigen hatte ich mehrfach geschrieben, dass der Großteil aller Lehrer gerade nicht zu den von mir kritisierten “Jammerern” zählt. Wie gesagt, der Großteil (leider nur).

    schrieb JUNK am

  • #134

    Ohhh ja, Mister M.,

    ich würde gern meine gesamte Arbeitszeit in der Schule verbringen mit einem eigenen Schreibtisch, einem richtigen Schreibtisch. Auf diesem Schreibtisch stünde ein echter PC an dem ich nicht Schlange stehen muss. Meine Arbeitsmaterialien würden mir geliefert werden und ich muss keinen ganz Raum zu Hause mehr für Ordner, Bücher, Mappen, PC, Schreibtisch usw blockieren, den ich nicht einmal mehr von der Steuer absetzen kann.

    Es ist ja nicht nur so, dass es Geld kostet (das natürlich auch), aber es ist auch so, dass dann jedem offenbar würde, wie viel wir wirklich arbeiten.

    Aber ich will nicht wieder “jammern”

    schrieb Schülerfreund am

  • #135

    Lieber Junk,
    so einen Unsinn habe ich selten gelesen. Du willst mir also sagen, dass ein normaler Arbeitnehmer oder gar ein Selbständiger niemals Zeit für Privatleben hat?
    Ich habe auch nicht behauptet, dass ich nie Zeit habe, sondern nur eine Freundin zutiert (aus der freien Wirtschaft), die nicht damit zufrieden war, dass ich außerhalb der Ferien nicht genug Zeit für sie habe.
    Für mich ist das kein Luxusproblem oder Sonstwasproblem. Für mich ist das gar kein Problem.

    Auch wenn du es nicht gern zu hören scheinst, aber auch das Leben von Lehrern ist ein reales Leben. Wir nehmen am selben Leben teil wie du.

    Mit dem Trauerfall wollte ich nur mal die Kehrseite der Medaille zeigen, da kräuterhexe behauptet hat, uns blieben Einschränkungen erspart.
    Ob das hier zur Diskussion gehört oder nicht, ich darf doch wohl dazu etwas sagen???
    Sie spricht davon, dass andere Arbeitnehmer um eine entsprechende Dienstplangestaltung kämpfen müssten oder Urlaub nehmen müssten. Wir müssen das nicht, stimmt! Wir können es gar nicht erst. Der Dienstplan steht und Punkt!
    Die “Teilnahme an einer Nachmittags-Veranstaltung - politisch, kulturell, sportlich, wegen der Kinder” bleibt uns ganz und gar versagt, wenn sie in unsere Unterrichtszeit fällt. Da ich an einer Ganztagsschule unterrichte und es immer mehr Ganztagsschulen gibt, sind für uns Nachmittage nicht selbstverständlich frei von einer Anwesenheitspflicht.

    Wir können uns einen Teil unserer Arbeitszeit flexibel einteilen. Das stimmt und ich habe nie etwas anderes behauptet. Ich empfinde das auch als Vorteil.
    Ich korrigiere Klausuren immer am Wochenende, weil ich da viel Ruhe habe. Ich mache das gern, ich beschwere mich nicht darüber und fühle mich dadurch nicht überfordert…. und ich habe nie etwas anderes behauptet.
    Es ist aber schändlich und eine Frechheit, zu behaupten, wir würden “jammern”, nur weil wir etwas aufzeigen oder zu etwas Stellung beziehen.

    Ich lese den Vorwurf, dass ich Nachmittags frei hätte und viel Ferien hätte. Entgegne ich darauf, dass ich aber auch am Wochenende arbeoiten würde, heißt es gleich ich würde “jammern”.... Das allein schon ist eine bodenlose Unverschämtheit. Das erinnert mich an die Inqusition!

    Die OECD-Studie liest du auch falsch. Machst du das mit Abschicht? Als Jurist unterstelle ich dir da mal keine Unfähigkeit.
    Da steht nämlich gerade nicht, dass wir geringe Arbeitszeiten hätten.
    Jedoch sind bei der Studie viele Dinge völlig unbeachtet geblieben z.B. der Kaufkraftvergleich und der Vergleich der Lehrer zu anderen Berufsgruppen und Nettogehälter angestellter Lehrer wurden schon gleich gar nicht einebzogen.
    Außerdem ist die Studie uralt. Dass sie von 2007 sein soll ist eine glatte Lüge. Seitdem wurden Lehrergehälter in Deutschland nur marginal erhöht, Urlaubsgeld abgeschafft, Weihnachstgeld drastisch gekürzt, dafür aber die Arbeitszeiten erhöht….. Sorry, ich jammere anscheinend wieder oder beschwere mich. Ich weiß, Lehrer dürfen nicht Stellung beziehen, dann jammern sie!!

    Den Jobwechsel nehme ich gerne an, dann aber auch mit Gehaltswechsel, denn ordentlich ist die Bezahlung für einen angestellten Sek I Lehrer nun wirklich nicht.

    schrieb Schülerfreund am

  • #136

    @JUNK:
    Gerne mehr Präsenzzeit an der Schule, gerne auch von 7:30 Uhr (da fängt’s nämlich in der Regel an: Kopieren für die erste Stunde, Besprechnungen) bis 17 Uhr, dann aber mit 1 Stunde ECHTER Mittagspause (und keine Aufsichten, Vertretungen oder was auch immer)und ruhigem Arbeitsplatz mit Platz für Materialien, PC, Telefon usw. Gerade Letzteres gibt’s selbst in Schulneubauten nicht, denn ...

    ES KOSTET HALT GELD!

    Also, @JUNK: Wie wäre es, wenn Sie sich wieder in der Kommunalpolitik engagieren, denn die Kommunen als Träger der Schulen sind für die mangelhafte Ausstattung verantwortlich. Unterstützen Sie die Lehrer und Lehrerinnen bei ihren Forderungen nach vernünftigen Arbeitsplätzen in der Schule, dann klappt das auch besser mit den Präsenzzeiten. Viele Lehrkräfte sind deshalb dagegen, weil man unter den herrschenden Bedingungen an den Schulen nicht effizient arbeiten kann. Nicht jeder ist Schulleitungsmitglied (denn nur die haben ein Büro).

    schrieb Mister M. am

  • #137

    @Schülerfreund:

    Also, bei aller Zurückhaltung (die mir schwer fällt): Wenn Du schreibst, deine Freundin sagt

    “Ich wünsche mir mehr Balance von dir. In der Schulzeit hast du nie Zeit und in den Ferien plötzlich so viel.” Diesen Wunsch nach Balance kann ich ihr leider nicht erfüllen.”

    dann ist das ja wohl ein absolutes Luxusproblem. Jeder normale Arbeitnehmer (von Selbstständigen gar nicht zu reden) hat während seiner Arbeitstätigkeit “nie Zeit” und in seinem knapp bemessenen Urlaub auch nicht. So eine Aussage hier zu lesen bestärkt mich wirklich darin, dass zumindest einige Lehrer offenbar nie im realen Leben angekommen sind.

    Das mit den Trauerfall ist nachvollziehbar nicht akzeptabel. Aber da gilt es, eben solche Einzelfälle zu korrigieren, das hat m.E. überhaupt nichts mit der Diskussion hier zu tun.

    Zur Kommunalpolitik: Während meines Studiums war ich hier recht aktiv, heute gar nicht mehr, da keine Zeit. Ich habe noch nie Gremien außerhalb der Schule gesehen, in denen so viele Lehrer zu finden waren. Warum nur? Daraus ist nun gewiss nicht zu schließen, dass Lehrer mehr Freizeit haben. Aber sie können sich diese doch so flexibel wie sonst kaum jemand einteilen. Und das ist ein Vorteil. Aber eben auch die Herausforderung, diese Freiheit richtig zu nutzen. Mein Eindruck ist, dass dies viele überfordert, und sie sich am Ende beschweren, wenn sie die Klausuren dann doch über´s WE korrigieren müssen. Da liegt die Ursache, nicht in der übermäßigen Arbeitsbelastung.

    Und um noch mal auf den Ausgangspunkt der Diskussion zurück zu kommen: Schaut Euch ganz oben noch mal die Grafik an. Danach sind dt. Lehrer nach Luxemburg weltweit am besten bezahlt, bei nur extrem geringen Präsentszeiten an der Schule. Da kann man auch als Steuerzahler erwarten, dass diese (wie es ja auch viele Lehrer machen!) die Ärmel raufkrämpeln, so wie es in der Wirtschaft einfach nur selbstverständlich ist, statt sich ständig immer nur zu beschweren. Ich biete gerne mal einen Jobwechsel für einen Tag an. Morgens um 7.30 den Flieger, Termin, 10 Uhr Telefonkonferenz, Termine, Mails im Zug, Essen am Bahnhofsimbiß, daheim um 21 Uhr. Mails checken.

    Fazit m.E.: Der Lehrerberuf hat Vor- und Nachteile. Eine Menge Verantwortung und ist ganz sicher kein lauer Halbtagsjob. Aber ebenso sicher kein Grund, bei dieser Freiheit und einer mehr als ordentlichen Bezahlung ständig zu jammern.

    schrieb JUNK am

  • #138

    @kräuterhexe

    Jede Medaille hat zwei Seiten. Wir haben sehr viel Ferien, das ist richtig.
    Aber bin ich viele Ferienstunden mit Korrekturen beschäftigt. Wir schreiben nämlich die Arbeiten auch deshalb so kurz vor den Ferien, weil wir in den Ferien so schön viel Zeit zum Arbeiten haben.
    Weiterhin ist die Arbeitszeit so ungleichmäßig verteilt, dass ich mir letztens von einer Freundin sagen lassen musste: “Ich wünsche mir mehr Balance von dir. In der Schulzeit hast du nie Zeit und in den Ferien plötzlich so viel.” Diesen Wunsch nach Balance kann ich ihr leider nicht erfüllen.
    Dann kommt noch hinzu, dass wir überhaupt gar keine Chance haben, für Veranstaltungen z.B. des Kindes frei zu bekommen, wenn das mit unsere Unterrichtszeit oder Konferenzzeit kollidiert. Meine Tochter musste ihre Einschulung ohne Mutter machen, weil die Mutter unterrichten musste. Als meine Schwiegermutter beerdigt wurde, musste ich unterrichten. Ich hätte gern einen Tag Urlaub genommen, um zu ihrer Beerdingung gehen zu können, hätte dafür auch gern zwei Ferientage hergegeben, aber wenn die alte Dame nicht in in den Ferien stirbt, muss sie ohne mich beerdigt werden. Nur bei Eltern, Kindern und Ehegatten kriegt man frei. Mein beste Freundin musste sich auch einen anderen Trauzeugen suchen, weil sie ihren Hochzeitstermin nicht in die Ferien legen wollte.
    Wir haben viel Ferien, ja .... aber da gibt es nichts zu variieren. Ich wäre mit viel weniger Ferien zufrieden, wenn ich dafür nur mal auch ein paar Tage so legen könnte, wie ich es gebrauchen könnte.

    schrieb Schülerfreund am

  • #139

    @Lehrerin
    Das ist ja hier ein anonymes Forum, hier braucht niemand Geschichten erzählen, um andere zu beeindrucken. Deshalb versuche ich wirklich, mein Bild vom Lehrerberuf zu korrigieren. Aber wenn Lehrer entgegen meiner bisherigen Wahrnehmung den Nachmittag genau wie ich an ihrem (Zweit-)Arbeitsplatz verbringen, warum werden dann so viele Beprechungstermine - z.B. in der Lokalpolitik - dauernd auf dem Nachmittag gelegt, so dass nur Lehrer (und Juristen ;-)) teilnehmen können, mit dem Ergebnis dass Lehrer in allen Gremien kolossal überrepräsentiert sind, mit dem Ergebnis, dass wieder Nachmittags-Termine vereinbart werden…
    Ganz ehrlich: das Erlebnis, beim Versuch uns lokalpolitisch zu engagieren, dauernd zu Veranstaltungen eingeladen zu werden, an denen wir (bzw. jeder “normal” voll berufstätige Mensch)unmöglich teilnehmen können, hat meinen Mann und mich sehr in dem Vorurteil bestärkt, dass Lehrer nachmittags eben nicht beruflich eingespannt sind.

    schrieb Kräuterhexe am

  • #140

    @kräuterhexe
    Gymnasiallehrerin (zwei Fremdsprachen)
    Meine Arbeitswoche im normalen Schuljahr:
    Jeden Tag Unterricht von 8 - 13 Uhr. Mo - Do nachmittags: 15 - 20 Uhr Vorbereitung/Korrekturen. Freitag nachmittags frei. Sa 10 - 12 Uhr u. 13 Uhr bis ca. 18 Uhr Vorbereitung/Korrekturen, So 12 - 18 Uhr Vorbereitung/Korrekturen
    Einwöchige Ferien: ca. 4 Arbeitstage 6-stündig Vorbereitung/Korrekturen
    Alle zweiwöchigen Ferien: 1 Woche ca. 6 Std am Tag Vorbereitung/Korrekturen, zweite Woche frei
    Sommerferien: 2 Wochen Ablage und Aufräumarbeiten, Rest frei
    Ich habe ehrlich gesagt keinerlei Probleme, vor mir und der Umwelt mein - für einen Akademiker mit 6 Jahren Studium, einem Jahr selbstfinanziertem Auslandsaufenthalt und ebenfalls siebenjähriger Berufserfahrung angemessenes - Gehalt zu rechtfertigen. Bei einer Fortbildung in Frankreich konnte ich mich davon überzeugen, dass die Vielfalt der Aufgabenfelder, mit denen der deutsche Lehrer heutzutage konfrontiert ist, z.B. beim französischen Lehrer in keinster Weise gegeben ist.
    Wie gesagt, wer es noch nicht selbst gemacht hat, hat davon nur eine vage Ahnung (genauso wie ich selbst, bevor ich den Beruf tatsächlich ausübte.)
    Gruß, L.
    P.S. Muss jetzt nach dem Nachmittagsunterricht, der um 16.15 geendet hat, noch meine 6 Unterrichtsstunden für morgen vorbereiten, dem Tag, an dem der Elternsprechtag stattfindet, der - obwohl bis 20.00 Uhr geplant - meist bis 21.00 Uhr dauert. ;)
    Übrigens findet dann am Wochenende der Tag der offenen Tür statt (11.00 - 17.00 Uhr). Vorher wird vorbereitet, hinterher wird aufgeräumt.

    schrieb Lehrerin am

  • #141

    @JUNK:
    Nein, man sollte ALLE Lehrer verbeamten, ausnahmslos. Denn wir wollen doch die BESTEN in den Lehrerberuf holen, oder? Und Qualität hat ihren Preis.
    Alternativ: Vernünftige Gehälter im öffentlichen Dienst zahlen. Wie sagte ein bekannter Banker vor nicht allzulanger Zeit: ELITE fängt bei 500.000 Euro pro Jahr an. Da sind wir noch ein gutes Stück von weg. Also doch lieber verbeamten, ist nämlich billiger…

    schrieb Mister M. am

  • #142

    @Junk

    langsam ärgert mich das.
    1. BAT 2a gibt es nicht mehr
    2. Haben BAT 2a ausschließlich Lehrer an Gymnasien, Berufs- und Sonderschulen bekommen. Alle andere Schulformen mussten und müssen sich mit BAT 3 (heute E11) begnügen.

    Ich bin angestellt an einer Hauptschule und bekam mal BAT 3 (nie BAT 2a). Nach der Umwandlung in TV-L (2006) bin ich in E11 übergeleitet worden.
    Das war damals netto für mich etwas mehr als 1700€. Heute ist das etwas mehr, da ich in einer höheren Erfahrungsstufe bin, aber weniger als im damaligen BAT. Aber jetzt bin ich mit 43 Jahren in E11, Stufe 5 am Ende meiner Erhöhungen. Außer tarifliche Erhöhungen (also alle paar Jahre mal 2 oder 3%) werde ich nichts mehr erwarten können.

    Vielleicht sollte man auch mal nicht nur die vermeintlich hohen Einstiegsgehälter betrachten, sondern mal sehen, wie schnell das Ende der Fahnenstange erreicht ist.
    So langsam habe ich die Schnauze voll, mich ständig für ein Gehalt rechtfertigen zu müssen, das sicherlich gemessen an einer Verkäuferin hoch ist, aber gemessen an Anspruch und Voraussetzungen nun wirklich nicht der Hammer ist.
    Ich verdiene nicht nur 800€ weniger als der A13-Lehrer, sondern nochmal 300€ weniger als der ehemals BAT 2a und heutige E13-Lehrer.

    Übrigens: Wenn ich heute einsteigen würde, würde ich 1580€ netto verdienen

    schrieb Schülerfreund am

  • #143

    @ Junk
    Also ich glaube Schülerfreund, dass der Ausgangspunkt der Debatte die neidischen Atacken von Nicht-Lehrern gegen die vermeintlich best-bezahlten Teilzeit-Kräfte der Nation sind und nicht eine allgemeine Jammer-Haltung unter Lehrern.
    Ich stimme Ihnen zu, dass das verbissene gegeneinander Aufrechnen von Arbeitszeiten dem Thema Arbeitsbelastung/angemessene Beazahlung einfach nicht gerecht wird, zumal es eben sehr subjektiv ist, was genau als Arbeitszeit zu werten ist. Bestimmt würde sich der Sozialneid gegen Lehrer bessern, wenn diese anachronistische Verbeamtungsmöglichkeit bundesweit abgeschafft würde - und da sind wir ja auf einem guten Weg.
    Zusätzlich würde ich gerne mal in einer Debatte mit einem Lehrer spüren, dass ihm auch bewusst ist, welche Einschränkungen ihm erspart bleiben:
    dass alle anderen Arbeitnehmer für jede Teilnahme an einer Nachmittags-Veranstaltung - politisch, kulturell, sportlich, wegen der Kinder… - um eine entsprechende Dienstplan-Gestaltung kämpfen, oder Urlaub nehmen müssen, dass alle anderen Arbeitnehmer so gut wie keine Chance haben, während der Schulferien mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück zu ergattern, um mal längere Zeit mit der Familie verbringen zu können, dass viele Arbeitnehmer entweder Heiligabend oder Silvester arbeiten. Was für ein Luxus das ist, für die nächsten 10 Jahre schon zu wissen, wann man Urlaub planen kann, ohne dass ein Kollege deswegen seine Urlaubsplanung zurück stecken müsste, dass man alle Geburtstage der Kinder mitfeiern wird und zu jeder Stadtratssitung gehen kann, wenn sie einen interessiert. Ein 8-Stunden-Tag nimmt einem eben nicht nur die Möglichkeit, auf der Terasse zu sitzen, wenn die Sonne scheint, sondern macht sehr viele Dinge kompliziert bis unmöglich, die für Lehrer völlig selbstverständlich sind.

    schrieb kräuterhexe am

  • #144

    Irgendwie hat sich die ganze Diskussion hier etwas verschoben.

    Wie lange jdm arbeitet, kann jdm anderen doch eigentlich völlig egal sein. Der Punkt bei Lehrern wie allen andern im öD Beschäftigten ist nur der, dass sie von der Allgemeinheit bezahlt werden. Und da schaut man - ganz zu recht - dann doch mal genauer hin.

    Ein engagierter Lehrer hat eine Unmenge Verantwortung, nämlich für die Zukunft derer, die er ausbildet. Da ist ein A 12/ A 13 Gehalt schon angemessen. Nur: Ich kann es nicht mehr hören, wie sich immer wieder Lehrer beklagten, wie schlecht sie doch bezahlt werden. Ich bin Rechtsanwalt, weder ich noch 99% aller Kollegen verdienen das bei Berufsanfang, entspricht es doch - A 13 - 5000 Euro brutto in Steuerklasse 1. Beim Beamten stehen dem bei gleichem Netto (ca. 2600 Euro) aber gerade mal ca. 3300 Euro gegenüber. Mein wirklich einhelliger Eindruck ist - und das gilt nicht nur für Lehrer, sondern alle Beamten - das sie scheinbar meinen, wie gut man doch in der Privatwirtschaft beszahlt werde und wie schlecht als Beamter. Ein Hohn und völlig an der Realität vorbei. Selbst Ärzte, etc. - ein A 13 Gehalt können sich die allermeisten nur wünschen! Das, liebe Lehrer, macht Euch bitte mal klar. Dieses Gehalt bei gleichzeitig dieser Absicherung hat kein Mensch in Deutschland. Und wahrscheinlich auch nicht weltwelt. Ganz unabhängig von der Arbeitszeit. Und nochmal: Es ist ok - nur hört auf ständig zu Jammern, das ist echt peinlich!

    Und: Was sollen angesichts dessen die nicht-verbeamteten BAT 2 a Lehrer sagen. Sie machen denselben Job, nur eben für ca. 800 Euro/ Monat (1800 Euro zu 2600 Euro netto) weniger, keine Behilfe bekommen und schon gar nicht die Privilegien einer (extrem kostengünstigen, da Beihilfe) privaten KV, von der gesicherten Pension ganz zu Schweigen. Wußtet Ihr, das BAT 2a ein höheres Brutto aufweist als A 13 (gleiche Alterstufe Anfang 30), aber 800 Euro weniger netto? Es ist ein Unding, dass hier zwei denselben Job machen und so ungleich bezahlt werden.

    Fazit: Man sollte die BAT-2a Lehrer endlich angemessen bezahlen und im Gegenzug die völlig überflüssige All-inclusive Verbeamtung von Lehrern abschaffen. Wer kann nicht von ein bis zwei Lehrer aus seiner eigenen Schulzeit berichten, die völlig inkompetent, alkoholkrank und vor allem abwesend waren, aber eben weil verbeamtet nicht gekündigt werden konnten. Und wenn diese Sichereit des Beamtenseins endlich der Vergangenheit angehört, dann werden auch die Lehrer, die den Ruf der (sich vielleicht ja sogar in der Mehrzahl befindlichen) engagierten Lehrer in den Dreck ziehen endlich aus dem System entfernt. Und dann gäbe es auch diese ellenlange Diskussion hier nicht, deren Existenz beweist, dass hier in Deutschland etwas nicht stimmen kann.

    schrieb JUNK am

  • #145

    @Bernd
    Ein Beitrag, der mich sehr verwundert. Interessant ist es, wie du ermessen hast, dass der befreundete Lehrer ein guter Lehrer ist.
    Weil er noch nie seinen Sport absagen musste oder weil er Kollegenschelte betreibt? Oder doch weil er ein befreundeter Lehrer ist?
    Auch ich habe in meinem Bekanntenkreis genügend Leute, die Lehrer-bashing betreiben, dass einem schlecht wird, aber sie nehmen mich aus…. Warum? Keine Ahnung.
    Ob ich gut oder schlecht bin, können die mit Sicherheit nicht beurteilen, aber sie glauben es zu können.
    Was ihnen in meinen Augen bestimmt keine Achtung bringt.
    Nun, ich teile mir meine Arbeit auch so ein, dass ich es noch nie absagen musste, meine Tochter abzuholen.
    Worauf muss der Kollege denn verzichten, wenn er sich ausgebrannt fühlt? Auf zu viel Unterrichtsverpflichtung oder verzichtet er auf Korrekturen?
    Ich möchte mich hier nicht über dich lustig machen, aber ich finde es anmaßend, woran du einen guten oder schlechten Lehrer glaubst ausmachen zu können.
    Ich für meinen Teil entscheide mich nicht zig Sachen zu Hause zu machen. Ich muss sie einfach machen. Ich kann nämlich nicht sagen, dass es mir jetzt zu viel ist, noch diese Arbeiten zu korrigieren, ich würde verzichten, weil ich mich sonst ausgebrannt fühle.
    Ist dir überhaupt klar, wovon der “gute” Lehrer spricht? Mir nicht!
    Ich möchte ja nicht unken, aber ein bisschen hört sich dein befreundeter Lehrer an, als sei er Sportlehrer ... oder Kunst oder Religion ... vielleicht noch mit Englisch ;-)
    Aber nach Klassenlehrer hört sich das nicht an.

    Ich wüsste wirklich zu gerne, was er mit “zig Sachen zusätzlich zu Hause erledigen” und mit “muss ich eben auf einige Dinge verzichten” meint.
    Wenn du das mal inhaltlich anfüllen könntest, könnte ich vielleicht was dazu sagen. Ansonsten hört sich das nach opportunistischem Geblubber an.
    Es gibt so Lehre, die im Freundeskreis großen Zuspruch erfahren, wenn sie sich an der Lehrerschelte beteiligen und sich damit einen vermeintlich besseren Status erschummeln. In anderen Kreisen nennt man das auch Kameradenschweine, weil die die ersten sind, die sich im Kollegium überfordert fühlen, wenn sie mal ne Stunde vertreten müssen, aber selbst jeden Schnupfen werbewirksamst verarbeiten

    schrieb Schülerfreund am

  • #146

    Hallo!
    bin beim Googeln zufällig auf diese Seiten gestoßen und habe einige Postings gelesen. Ich weiß nicht, ob meine Frage so unmittelbar zum Thema passt, aber das ist einigen anderen ja offensichtlich auch egal…
    Wär schön, wenn mir jemand antworten könnte, der sich mit meinem Problem auskennt:
    Ich würde sehr gerne aus meinem Beruf aussteigen (Hauptschullehrerin), aber überall wird mir gesagt, dass mein Studium samt zwei Staatsexamen und 15 Jahren Berufserfahrung eigentlich nichts wert sind und ich gerade mal in einem Nachhilfeinstitut arbeiten könne - was ich aber nicht will.
    Ich versuche schon seit einer Weile, mich anderweitig fort- und auszubilden, scheitere aber immer wieder daran, dass ich während der Schulzeit kaum Zeit finde, Termine nicht einhalten kann, weil verpflichtende Konferenzen, Elternabende, etc. stattfinden, die meist auch noch kurzfristig angesagt werden und während der Ferien auch die viel gepriesene Freie Wirtschaft, VHS, Institute, usw. ruhen. Für Prüfungen oder Seminare darf ich mich nicht beurlauben lassen. Mir läuft mit 40 die Zeit davon und ich kann mir eine Beurlaubung oder Teilzeitarbeit als Alleinverdienerin nicht leisten, zumal auch meine Bildungsaktionen meist nicht zu knapp kostenpflichtig sind.
    Bei der Arbeitsagentur stoße ich auf Unverständnis (“Was wollen Sie denn, Sie haben doch Arbeit und eine sichere noch dazu!?”), aber keine Hilfe.
    Hat vielleicht hier jemand eine Idee, wie ich das Problem lösen könnte?

    schrieb Caro am

  • #147

    Naja, und dann nochmal die Frage, was ist eigentlich Arbeitszeit. Ich denke, dass es eben doch bei den meisten sozialen/pädagogischen/therapeutischen Berufen so ist, dass viele Themen einen nicht nur beschäftigen, solange man an seinem Arbeitsplatz sitzt, dass es viele Dinge gibt, die uns beruflich beschäftigen, die uns aber eben auch persönlich nachgehen, und in deren Klärung wir auch deshalb Zeit investieren. Das ist nicht nur bei Lehrern so! Bei Lehrern ist es sicher besonders schwer auseinander zu halten. Aber z.B. ein Telefonat mit trauernden Hinterbliebenen ist mir ein persönliches Anliegen. Ich denke mit so manchem Elterntelefonat geht es Ihnen ähnlich.

    schrieb kräuterhexe am

  • #148

    Lieber Schülerfreund. Tatsächlich arbeite ich inzwischen privatwirtschaftlich und natürlich ist das nicht vergleichbar. Deshalb habe ich auch alles was Betriebswirtschaft, Abrechnung, Mitarbeiterführung, Auseinandersetzungen mit KV und Krankenkassen, Praxiswartung usw. betrifft gar nicht erwähnt. Die von mir geschilderten Tätigkeiten wurden von mir genau so auch erwartet, als ich bei meinem jetzigen Kompagnon nur angestellt war (für 3865 € brutto monatlich, BAT 2A, nach 14 Semestern Studium und 7 Jahren Berufserfahrung).
    Mir fällt einfach auf, dass kein mir bekannter Lehrer JEDEN Nachmittag nochmal 3-4 Stunden arbeitet, wie es für jeden anderen Arbeitnehmer mit einem 8-Stunden Tag normal ist.
    Wenn jemand aber diese Arbeitszeit freiwillig vom Nachmittag auf den Abend, das Wochenende oder in den Urlaub verlegt, dann ist das der große Luxus, sich die Zeit frei einteilen zu können und nicht eine besondere Härte.

    schrieb kräuterhexe am

  • #149

    Das einzig Sinnvolle ist, als Lehrer seine Arbeitsleistung und -zeit der Außenwahrnehmung und dem Gehalt anzupassen. Dann verschwinden Frust und Burn-Out von ganz alleine.

    schrieb Mister M. am

  • #150

    Lieber Schülerfreund,

    du schreibst:
    “Was ist in jedem anderen Job denn alles normal?
    Dass man sich seine Arbeitsmaterialien selber kaufen muss?
    Dass man keinen Arbeitsplatz hat?
    Dass man natürlich sonntags am Schreibtisch sitzt?
    Dass man Arbeiten mit in den Urlaub nimmt?
    Dass man dafür aber durchaus mittelmäßig bezahlt wird (wenn man nur angestellt ist und in der Sek I arbeitet).”

    Das deckt sich mit dem, was ich als popeliger Erzieher an meiner Grundschule leiste, zusätzlich eben noch Ferienbetreuung, Lehrerersatztätigkeiten etc.

    Aber der Unterschied ist:
    Eure Gruppe stellt das allerorten fett gedruckt hervor - meine (die teilweise das Gleiche leistet) nicht.

    Ich habe heute noch mit einem Freund, der Lehrer ist, über das Thema gesprochen und der hat da eine klare und deutliche Meinung zu.
    Zusammengefasst:
    “Wie ich meine Arbeit einteile, ist mein Problem und wenn ich mich dazu entscheide, zig Sachen zusätzlich zu Hause zu erledigen, ist das auch mein Problem. Ich habe es immer geschafft, mir die Arbeit so einzuteilen, dass ich mein Sporttraining nie absagen musste.
    Wenn ich mich dann, wie einige Kollegen, ausgebrannt fühle, muss ich eben auf einige Dinge verzichten.”

    Der Freund ist übrigens ein GUTER Lehrer   ;-)

    schrieb Bernd am

  • #151

    Ach Junk,

    Wenn wir Lehrer etwas sagen, beklagen wir uns gleich oder jammern. Dein Chef darf sagen, dass er bis 8 Uhr arbeitet, wir dürfen sowas nicht.

    Was ist in jedem anderen Job denn alles normal?
    Dass man sich seine Arbeitsmaterialien selber kaufen muss?
    Dass man keinen Arbeitsplatz hat?
    Dass man natürlich sonntags am Schreibtisch sitzt?
    Dass man Arbeiten mit in den Urlaub nimmt?
    Dass man dafür aber durchaus mittelmäßig bezahlt wird (wenn man nur angestellt ist und in der Sek I arbeitet).
    Ich habe viele Freunde und Bekannte, die wirklich viel mehr arbeiten als ich, aber sie verdienen auch deutlich mehr als ich. Ich habe eine Freundin, die ähnliches sagt wie du. Sie verdient aber 2,5x so viel wie ich.

    Dein Chef, der so angibt, dass er immer so lange arbeiten würde, würde das ganz bestimmt nicht für das Gehalt eines angestellten Sek I Lehrers machen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #152

    Geschätzte Kräuterhexe,

    du darfst aber eins nicht vergessen. Du arbeitest privatwirtschaftlich und wir nicht.
    Ich sitze z.B. seit Donnerstag konstant am Schreibtisch, denn morgen beginnt in NRW wieder die Schule. Gut, ich hätte mir die Arbeit über die Ferien auch anders einteilen können, aber das genau ist meine Freiheit.
    Ich denke auch, dass ich ungefähr “normal” arbeite. Ich habe mal für mich selber genau ausgerechnet, wie viel ich arbeite. Ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich die ganze Häme meiner Umwelt aushalten musste. Ich gehöre nicht zu denen, die so gern nachmittags arbeiten, zumal ich 3x die Woche bis 16 Uhr unterrichte und an diesen drei Nachmittagen oft nichts mehr mache.
    Was ich nicht bedachte war, dass ich meistens den ganzen Sonntag am Schreibtisch sitze und viel am Abend.
    Also habe ich mir mal die Mühe gemacht und habe genau aufgelistet, was ich mache.
    Ein Arbeitnehmer mit 6 Wochen Urlaub im Jahr muss bei einer 41 Stundenwoche 1880 Stunden im Jahr arbeiten. Das war mein Maßsstab. 
    Ich unterrichte aber nur 840 Zeitstunden im Jahr. Ich muss also noch ca 1020 Stunden belegen.
    Nun, ich unterrichte in zwei Klassen Deutsch. Das machte bei 25 Schülern je Kurs, 6 Klassenarbeiten im Jahr bei einer durchschnittlichen Korrekturzeit von ca 1 Stunde weitere 300 Stunden.
    Gut, jetzt bin ich bei 720 Stunden, die ich noch belegen muss.
    Da ich aber auch noch zwei Mathekurse der gleichen Stärke habe, habe ich ja noch was in Petto. Jetzt brauche ich für die Korrektur einer Mathearbeit nicht so lange wie für eine Deutscharbeit. Also nehme ich mal 150 Stunden in Anspruch.
    Jetzt bleiben noch 570n Stunden, die ich jährlich für die tägliche Unterrichtsvor- und nachbereitung, Konferenzen, Aufsichten, Korrektur eingesammelter Hefte, Klassenfahrten, Elternsprechtage und -abende, Kollegengespräche und sonst was habe. Wieder auf die Woche herunter gerechnet müssten das jetzt ungefähr 14 Stunden pro Woche sein.

    14 Stunden für alles andere Drumherum (inkl. der üblichen Vorbereitungen).
    Damit komme ich aber nun gar nicht mehr hin.

    Wenn man mich in Ruhe gelassen hätte und einfach nicht über meine “viele” Freizeit hergezogen hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das mal zu eruieren, aber so bin ich darauf gekommen, dass ich sogar deutlich mehr arbeite und keinen Cent mehr dafür bekomme (Bitte, alle Selbständigen: Klappe halten! Das ist nicht vergleichbar.)

    Und geschätzte Kräuterhexe, ich erlaube mir, Elterngespräche als Arbeit anzusehen. Erst recht, wenn es sich um abendliche Anrufe handelt. Ich erlaube mir ebenfalls meine Korrekturen als Arbeit zu bezeichnen, selbst wenn ich sie wie heute auf der Terasse machen konnte. Ich bin nämlich auch bereit diese Arbeiten zu machen bis sie fertig sind und nicht bist meine Stechuhr brüllt

    schrieb Schülerfreund am

  • #153

    @kräuterhexe: Dein letzter Kommentar ist der beste, den ich hier in dieser ganzen Reihe gelesen haben. Fast alle Lehrer die ich kenne, beklagen sich ständig, was sie alles “zusätzlich” machen müssen, was in jedem anderen Job einfach nur normal ist.

    Schönes weiteres Bsp.: Mein Chef hatte Elternsprechtag, der seine Tochter unterrichtende Lehrer beklagte sich ihm gegenüber, dass er nun schon bis 18 Uhr hier sitzen müsse. Mein Chef (in Gedanken): “Ich gehe jeden Abend um 8 aus dem Büro”.

    Und an alle, die sich jetzt angegriffen fühlen: Es gibt rühmliche Ausnahmen. Leider nur sehr sehr selten!

    schrieb Junk am

  • #154

    Ich habe eigentlich das Gefühl, dass meine Arbeitszeit ganz “normal” ist. Auf die Idee, die zuletzt genannten Tätigkeiten und alle Fortbildungen (50 Stunden pro Jahr verpflichtend für alle niedergelassenen Ärzte, die meisten machen wesentlich mehr!) und Arbeitskreise, jedes Gespräch mit einer Mitarbeiterin und selbst das Nachdenken über schwierige Patienten zu meinen Praxispräsenzzeiten hinzu zu zählen, wie das ansscheinend für viele Lehrer üblich ist, bin ich bisher nicht gekommen.

    schrieb kräuterhexe am

  • #155

    Ich bin Ärztin und erlebe in meiner Sprechstunde hautnah, wie sehr der Lehrerberuf viele an und über ihre körperliche und seelische Belastungsgrenze bringt. Ich habe großen Respekt vor allen, die sich mit Engagement um die ZUkunft unserer Kinder bemühen und ich sehe viele Gründe, warum das unter den Bedingungen in Deutschland ein echter Knochenjob ist. Aber dass immer mal wieder gerade die zeitliche Belastung von Lehrern beklagt wird, dafür habe ich wirklich gar kein Verständnis. Seit ich den Horror im Krankenhaus hinter mir lassen konnte und jetzt als niedergelassene Hausärztin einen vergleichsweise ruhigen Job habe, dauert meine Sprechstunde jeden Morgen 5-6 Stunden. Ich komme also wie die meisten Lehrer zwischen 13.00h und 14.00h nach Hause. Dass ich dann von 16.00h bis 19.30h nochmal zur Nachmittagssprechstunde aus dem Haus gehe und also vor 20.00h in der Regel nicht zu Hause bin, wird insbesondere von befreundeten Lehrern immer wieder mit Erschütterung zur Kenntnis genommen und mit einem “Du arbeitest aber wirklich sehr lange!” kommentiert. Ich denke dann oft, dass das doch eigentlich original die Mindest-Arbeitszeit aller Lehrer sein müsste, wenn die Angaben über 43 Wochenarbeitsstunden auch nur annähernd stimmen: 5 Stunden vormittags und 3,5 Stunden nachmittags.
    Wie bei Lehrern gibt es auch für Hausärzte viele Tätigkeiten, die nicht so eindeutig zeitlich gefasst werden können: Hausbesuche, Beanspruchung im Nachtdienst, kollegiale Gespräche mit anderen Ärzten, die oft nur außerhalb der Sprechstunden geführt werden können und Recherchen zu unklaren Krankheitsbildern, die natürlich nur in Ruhe erfolgen können.

    schrieb Kräuterhexe am

  • #156

    Ich bin seit einigen Jahren ordinärer Erzieher an einer Grundschule, habe davor zig Jahre im Hort gearbeitet und auch da den Kontakt zu zahllosen Lehrpersonen gehabt.

    OK, worum geht es jetzt hier?
    Es geht darum, dass sich in den Köpfen zahlloser Wissensvermittler ein “krankes” Bild festgesetzt zu haben scheint:
    “Nur wir können es, nur wir machen es und wer das anzweifelt, weiß nicht wovon er redet. Deshalb ziehen wir möglichst viele Aufgabenfelder auf uns - um genau das vorher Gesagte zu festigen - und beklagen uns dann anschließend bitterlich über unsere Arbeitsbelastung.”
    Das ist, gelinde gesagt, ein Witz!
    Wieso? Ganz einfach: 
    Mein Erzieherjob an der Grundschule beinhaltet neben den den Erzieheraufgaben ab mittags auch die “Unterstützung” der Lehrer am Vormittag.
    Wie sieht die aus?
    - Ideen einbringen
    - teilweise Unterrichtsvorbereitungen
    - Auffang von Stundenausfällen im Krankheitsfall
    - Erstellung von Berichten vor Elterngesprächen
    - Vernetzung mit Externen
    - Förderung von Kindern mit erhöhtem Bedarf
    - u.v.m.
    Von den Kindern werden werden wir als Lehrer betrachtet und in den Freundebüchern stehen unsere Namen bei “Lieblingslehrer” ...
    Wir sorgen letztendlich maßgeblich dafür, dass die vornehmlich Kolleginnen ihren Job überhaupt tun können.

    Und jetzt kommt’s:
    Eine auch nur in Ansätzen umgekehrte Form der Kooperation findet nicht nur fast nicht statt, sie wird persistent verweigert.
    Das hört sich hart an? Ist es auch!
    Wenn ein Erzieher mal fehlt, findet sich niemand aus dem Lehrerkollegium, der das tun würde, was umgekehrt selbstverständlich ist und auch vorausgesetzt wird (siehe Vertretungsplan).
    “Ihr dürft nicht erwarten, dass Lehrer euch nachmittags unterstützen, so wie ihr das vormittags tut. Die Arbeitszeit endet nämlich mittags.” kann ich hier eine Schulleitung zitieren (wörtlich!).
    Als sich auf einen Schlag an einer Schule die beiden Vollzeiterzieher krank meldeten, tat die Leitung das amüsiert mit dem Kommentar ab, dass die beiden Teilzeiterzieherinnen dann aber “Spaß” haben würden.
    An einer Grundschule in dieser Stadt hat das gesamte Erzieherteam einen Versetzungsantrag gestellt, weil sich das Kollegium weigert, mit ihnen zusammen zu arbeiten ...
    Als ich bei einer Konferenz vorgeschlagen habe, das Thema Kooperation und Kommunikation auf die Agenda zu setzen (Thema: Nur wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann die Schule ihren Bildungsauftrag erfüllen) und anbot, dazu eine externe Referentin zu besorgen, wurde das abgebügelt mit dem lapidaren Hinweis: “Das ist nicht wichtig.”
    (Gleichermaßen wurde mir vorgeworfen, nicht kooperativ zu sein, als ich forderte, aus dem Vertretungsplan heraus genommen zu werden, da es nicht unsere Aufgabe ist, Krankheitsvertretung für Lehrer zu machen. ...)
    In dem Zusammenhang schämte sich eine Schulleitung nicht, darauf zu bestehen, dass man als Lehrer nun mal gelernt habe, als Einzelkämpfer unterwegs zu sein.
    Teamarbeit gehöre nicht dazu.
    (Sind das nicht Fähigkeiten, die man auch so haben sollte, gerade in der Arbeit mit Menschen - ohne sie studiert zu haben?)
    Alleine schon solche Aussagen disqualifizieren jeden Professionellen in diesem Bereich, Kindern Sozialverhalten, Teamfähigkeit etc. beizubringen.
    Die Liste ließe sich fortführen, aber es ist Zeit für die abschließenden Ausführungen.

    Liebe Lehrer/innen - bevor ihr das nächste mal euer Schicksal beklagt:

    Ruft nicht nach institutionellen Hilfsstrukturen, die euch von Land, Kommune oder Behörden zur Verfügung gestellt werden!
    Die Strukturen habt ihr vielleicht schon vor Ort (Kollegen zahlreicher Professionen) - ihr müsst sie nur sehen und offenen Herzens nutzen.

    Beklagt nicht die Unmengen an Aufgaben!
    Im Team kann man Aufgaben verteilen. Seid einfach bereit, euch das Leben und Arbeiten zu erleichtern.
    Wäre es evtl. möglich, dass ihr eure Belastung reduzieren könnt, indem ihr bereit seid, auf Augenhöhe mit anderen zusammen zu arbeiten?

    Zum Schluss:
    Ich bin morgens ab 8:00 an der Schule, oft erst 10 Stunden später zu Hause und habe in der Regel noch Kram dabei, den ich dann am heimischen PC mache.
    Das Wochenende ist normalerweise auch mit Aufgaben bestückt.
    Und das gilt für einen Großteil der Menschen in meinem Job.
    Nur nehmen wir unsere Arbeit nicht mit in den Skiurlaub, weil wir Ferienbetreuung an den Schulen machen müssen.

    Einfach gesagt und damit Ende:
    Viele Probleme, die Lehrer für sich diagnostizieren, sind hausgemacht, d. h. selbst verursacht und daher erübrigen sich die immer wieder zu vernehmenden Klagen.
    Ausnahmen bestätigen hier zum Glück die Regel:
    Eine Lehrer-Kollegin, die sich aus Interesse (und weil sie sah, dass das ihr einiges bringen würde) mit mir über Maßnahmen der Zusammenarbeit, Aufgabenverteilung etc. zusammen gesetzt hatte (wir hatten auch schon einiges dadurch erreicht), wurde deshalb von der Schulleitung abgemahnt.

    schrieb Bernd am

  • #157

    Hallo Schülerfreund,
    ohne mich in Deine Beziehung einmischen zu wollen ;-), ok, während Deiner Unterrichtszeit kannst Du schlecht mal eben über den Flur gehen oder wen-auch-immer auf das Mittagessen ansprechen. Wi vielel Stunden unterrichtet Du denn aber tatsächlich? Den Rest - der ja angeblich so groß ist - doch zu Hause, und da wirst Du wie jeder andere auch nicht 100% unabgelenkt an der Arbeit sitzen (können). Ein simples überschlägiges Nachrechnen macht deutlich, dass Dein Freund
    jedenfalls garantiert nicht mehr Zeit vertrödelt, weil er (grob) doppelt so lange im Büro sitzt wie Du in der Schule.

    Gruß

    schrieb Junk am

  • #158

    @Schülerfreund:
    Juristen können sich halt in der Regel besser verkaufen als Lehrer. Deshalb sind sie ja auch Juristen geworden und keine Lehrer…

    Wir müssen als Lehrer und Lehrerinnen einfach viel selbstbewusster auftreten. Das würde schon erheblich helfen.

    schrieb Mister M. am

  • #159

    Ich bin mit einem angestellten Juristen liiert, der ebenfalls von sich behauptet, er würde 55h die Woche arbeiten. Wenn man seine reine Anwesenheit in der Kanzlei nimmt, stimmt das auch. Jedoch: Er telefoniert immer wieder mal mit Freunden, liest Zeitungen während seiner Arbeitszeit (ok, das muss er auch, aber er hat kein Problem, das zu vertreten, während er bei mir da sehr viel strenger ist;-)), er telefoniert mit seinem Steuerbarater oder tauscht sich mit der Sekretärin über das Mittagessen aus, das bestellt werden muss. Was er auch immer wieder macht, dass er sich mal eine kleine Auszeit nimmt, indem er sich eine Tasse Kaffe holt, zur Toilette geht oder sich einfach mal die Beine durch die Gänge der Kanzlei vetritt.

    In schwachen Momenten gibt er selber zu, dass ca 2-3 Stunden auf diese Weise von seiner Arbeitszeit abgezogen werden müssten. Womit wir dann wieder bei einer völlig normalen Arbeitszeit wären.

    Jetzt aber kann ich mitten im Unterricht nicht mal eben auf die Toilette gehen oder mir einen Kaffee holen. In den sog. Pausen kann ich nicht sagen “Jetzt bitte keine Anrufe durchstellen!” und wenn ich im Sommer meine Korrekturen mal auf der Terasse machen kann, muss ich mir sagen lassen, wie gut ich es hätte. Ganz zu schweigen davon, dass mir niemand zugesteht, dass wie z.B. beim letzten Zeitungsprojekt das Lesen der Tageszeitung nicht nur aus Interesse geschieht, sondern auch ein Bestandteil meiner Arbeit ist.

    Morgen gehe ich mit meiner Klasse Schlittschuhlaufen und muss mir schon seit dem Wochenende Lästereien anhören, dass es sich so ja prima leben ließe.
    Bei Korrekturen auf der Terasse sieht das ganz ähnlich aus. Mir wird quasi abgesprochen, dass das wirklich Arbeit sie, allein deshalb weil sie ich sie auf der Terasse ausübe und sie ja offensichtlich mit einem frischen Teint beende. Und wenn ich das ganz auch noch gerne mache und nicht Höllenqualen leide, habe ich ohnehin nicht gearbeitet, denn ich solle mir mal überlegen, in welchem Job man einen Teil seiner Arbeit auf der Terasse bei einem kühlen Getränk machen könne.
    Er lässt dabei völlig außer Acht, dass er durchaus mal in der Woche zu viel Zeit verquatscht und vertrödelt hat und das am Wochenende aufarbeiten muss. Wenn er das dann auch auf der Terasse macht, ist das natürlich eine ganz andere Geschichte ;-)

    Wenn ich wie dieses Jahr mal wieder Klassenarbeiten mit in den Skiurlaub nehmen muss, dann muss ich mir demütig den Vorwurf anhören, warum ich es noch immer nicht schaffe, mich vernünftig zu organisieren. Dass ich die Arbeiten erst kurz vor den Ferien schreiben lassen konnte und es direkt nach den Ferien auf die Zeugniskonferenzen zugeht, kann er als aufgeklärter Jurist, der selbst mal zur Schule gegangen ist natürlich nicht gelten lassen ;-)

    Wenn ich mich nachmittags mal ein Stündchen aufs Ohr haue, höre ich: “Ach Schatzi, meinen Job müsstest du mal haben!”
    Wenn ich abends dann am Schreibtisch sitze, kriegt er nichts davon mit, weil er mit seinem Kumpel auf dem Tennisplatz ist ;-)

    Tja, das Leben ist eben ungerecht…


    Wenn ich meine Schüler einmal in der Woche an ihren Langzeitpraktikumsplätzen besuche, ist das auch keine Arbeit, weil ich ja ordentlich herumkäme und es mir Spaß macht, mir die verschiedenen Berufe anzusehen.
    Hingegen wenn er mit Mandanten essen geht, ist das härteste Arbeit und hat nichts mit Vergnügen zu tun. Er tut dann so, als würde er sich jeden Bissen des vorzüglichen Menues nur mit größter Überwindung herunter würgen. Mein kleiner Gourmet würde niemals zugeben, wie gerne er solche Geschäftsessen hat :-), denn er liebt es sich selbst als geschundenen Sklaven seiner Arbeit zu bezeichnen…

    Tja, das Leben ist eben hart…


    Allerdings von 3000€ bin ich als angestellte Lehrerin leider sehr, sehr, sehr weit entfernt…. aber ich will ja nicht unverschämt werden, wenn ich einen Teil meiner Arbeit auf der Terasse oder im Urlaub machen kann ;-)
    Sozusagen Arbeit mit Freizeitwert ;-) in welchem Beruf gibt es denn sowas sonst??

    Und jammern möchte ich ja nun auch nicht, weil wir Lehrer das ja eh immer tun, während andere, die wirklich harte, kräftezährende Berufe haben, nichts anderes tun als ihre berufliche Situation mal sachlich darzustellen, damit wir mal sehen, wie die Realität aussieht ;-)

    Tja, das Leben ist ungerecht und hart… aber natürlich nicht für uns Lehrer ;-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #160

    An Hcs
    Hi,Hcs,ich weiß nicht,wo du nachgesehen hast,ich weiß nur,dass ich meinen Lohnstreifen vor mir habe und nicht träume!
    Ich hab ein volles Deputat, bin Lehrerin für das sogenannte gehobene Lehramt und von meinem Bruttogehalt von etwa 4100 bleiben 3000 Euro. davon gehen monatlich ca 300 Euro Krankenkassen plus Selbstbeteiligung (etwa 240 Euro im Jahr) ab. Versicherúngen etc. haben andere auch.
    Welche Steuerklasse du hast,ob du verheiratet bist und/oder Kinder hast,weiß ich nicht!
    Aber ich habe auch lange Jahre reduziert gearbeitet,um den Kindern und der Familie gerecht zu werden, was sich jetzt als nachteilig für meine Rente (oder was es dann noch davon geben wird) erweist - typisches Problem von Frauen in meinem Beruf!

    Und die Frage nach der Arbeitszeit ist nach meiner Einschätzung immer auch eine subjektive Empfindung! Ob man Zeit als Arbeitszeit erlebt oder nicht, hängt zum Beispiel von der Einstellung , der eigenen Wahrnehmung ab. Wie gesagt, nicht die Quantität allein ist maßgebend, sondern die Qualität, die Rahmenbedingungen, die gesellschaftliche Anerkennung, die eigene Würdigung sowie die Identität mit meiner Arbeit u.v.m.!
    Es geht mir doch echt anders von der Hand, wenn mir die Arbeit Freude macht!
    Das Aufräumen meines Schreibtisches oder das Sortieren und Abheften meiner Unterlagen in den Ferien betrachte ich als sinnvolle Arbeit und ich verbuche es als abgeleistete Arbeitszeit. Das Elterngespräch am Nachmittag, das ich als fruchtbar und förderlich für die Effektivität meines Unterrichts erlebe, beeinflusst doch meine Einschätzung über meine Arbeitszeit, die für Außenstehende nicht immer augenscheinlich nachvollziehbar ist! Genau deshalb kommt es ja häufig zu kontroversen Einschätzungen über die Lehrerarbeitszeiten! Damit haben auch andere zu kämpfen,die mit Menschen arbeiten! Und wer darüber hinaus im Bildungssektor tätig ist, hat bekanntermaßen vormittags Recht, nachmittags frei und ... Ferien, Ferien,Ferien!
    Ich persönlich finde es bedauerlich, dass so wenig Veränderungen im Einsatz eines Lehrers möglich sind - ein Junglehrer sieht sich den gleichen Anforderungen gegenüber wie jemand kurz vor der Pensionierung. Das kann im Umgang mit jungen Menschen in deren verschiedenen Entwicklungsphasen für beide Seiten ganz schön hart sein, zumal ich mich als Lehrer für die Bildungsabschlüsse meiner Schüler verantwortlich fühle.Schule hat ja auch die Aufgabe zu selektionieren!
    Es gibt soviel Gratwanderungen und Double Binds sowohl von Seiten der (Bildungs)Politik als auch von Seiten der Schulleiter und anderen Vorgesetzten. Recht machen kann man es eigentlich niemandem,wenn man zuviel darüber nachdenkt, geschweige denn, dass man wirklich immer gerecht bewerten könnte usw. Das hat doch auch etwas mit erlebter Belastung und mit der Qualität der Arbeitszeit zu tun…  (fast) jeder Lehrer entwickelt darüber hinaus ein schlechtes Gewissen, dass die eigene Unterrichtsvorbereitung nicht reicht,  oder zumindest das Gefühl, dass er noch mehr tun könnte.
    Es gibt keine genauen Kriterien, Handbücher,Paragraphen o.ä.die beschreiben, was einen guten Lehrer ausmacht und welche Tätigkeiten nun definitiv zu seinem Berufsfeld gehören. Nach meinen eigenen Erfahrungen erlebt das jeder Schüler und jeder Lehrer höchst individuell!
    Ich bin der Meinung, es gehört auch zur Arbeitszeit(und für etliche zu intensiv erlebter Belastung),sich immer wieder selbst zu hinterfragen und hinterfragen zu lassen, sich mit Kritik auseinanderzusetzen und immer wieder selbst zu motivieren, sich zu überprüfen,um nicht in festgefahrene Bahnen sowie Sichtweisen zu verfallen und die (regelmäßig wiederkehrenden) Schwächen bzw. Defizite von Schülern denselbigen vorzuwerfen, womöglich ihnen die Anerkennung für persönliche Fortschritte aus der Routine des Alltags heraus vorzuenthalten. Das Abarbeiten von Lehrplaninhalten kommt mir dagegen viel leichter vor.
    Das ist selten Gegenstand der Lehrerausbildung,mit Glück im Referendariat, wenn es eigentlich schon zu spät ist! Der Lehrerberuf entpuppt sich für manche als echte Berufsverfehlung, aus der man kaum noch heraus kommt,schon gar nicht, wenn man dann endlich mal Geld verdient und eine Familie zu ernähren hat, mal ganz abgesehen davon, dass sich die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit zurzeit nicht unbedingt verbessern!
    Also,ein spannendes Thema, auf jeden Fall sehr vielschichtig,wie ich finde, und deshalb nicht pauschal zu behandeln. Ich hoffe echt, es tut sich was im Bildungssektor, wovon wir Lehrer und unsere Schüler profitieren können, sowohl auf der qualitativen als auch auf der quantitativen Ebene unserer Arbeit!

    schrieb hannaa am

  • #161

    An Junk
    Mal ehrlich?
    o, ja, und noch ehrlicher, ich bin seit mehreren Jahren auf der Suche nach Alternativen. Warum wohl kündigen oder reduzieren unsere verheirateten Kollegen auf geringstmögliche Stundenzahl? Woher die 3000€ kommen, ist mir rätsel- und schleierhaft, ich habe nachgesehen, hier träumt jemand. Aber auch 55h, ein Traum!

    schrieb Hcs am

  • #162

    Danke Junk für deinen Kommentar.
    Ich will nicht behaupten, dass meine Meinung und meine Darstellung der Weisheit letzter Schluss oder so etwas wie eine all gemeingültige Wahrheit seien.
    In meinem Bekanntenkreis sind mehrere Selbständige, leitende Angestellte, usw., die mit meinem Verdienst locker mithalten können.
    Klar,Arbeitszeiten, die man abrechnen und vorwiesen kann,hast du eine ganze Menge. Und die Mechanismen der sogenannten freien Marktwirtschaft oder besser der Privatwirtschaft sind hart, ungerecht,unfair.Ich glaube, das ist nicht der Punkt.
    Ich weiß von mir, dass ich meinen Beruf gern ausübe. Wie es in 5-10 Jahren ist,ob ich dann immer noch gerne auf Klassenfahrt gehe usw. ....darüber mache ich mir schon meine Gedanken.
    Ich hätte keine Angst vor einem Wechsel,auch wenn es weniger Kohle dafür gäbe. Das Beamtentum hab ich nicht erfunden,ist total veraltet und überkommen, in Schleswig-Holstein ist der Wechsel zum Angestellten - Status der Lehrer nach kurzer Zeit gescheitert!
    Leider hat ein Lehrer keine Alternative,es ist schlicht nicht möglich,mit unserer Qualifikation den Einsatzort einfach zu wechseln.
    Spannend finde ich die Frage,ob du dir vorstellen könntest, täglich ab 7.45 Uhr vor ca 27-30 Schülern zu stehen, Abends mit Eltern zu telefonieren,in der Mittagspause Koordinationsgespräche mit Kollegen zu führen usw.? Weißt du,es sind ja nur Puzzleteile, die die meisten sich unter dem Berufsbild des Lehrers vorstellen können, weil sie selber mal zur Schule gegangen sind. Meine Sicht hat sich in den nun 11 Berufsjahren doch sehr verändert! Ich hätte mir selbst im Referendariat nicht vorstellen können,was es heißt, als Lehrer tätig zu sein -und das sage ich ganz ohne Jammern! Es ist - wie schon beschrieben - ein sehr vielfältiger, abwechslungsreicher und enorm kreativer Beruf,den ich momentan nicht gegen deinen tauschen möchte. Ich freue mich, wenn Menschen, Eltern,Schüler meine Engagement anerkennen und würdigen und wenn es in der Gesellschaft endlich mal zu einer veränderten Haltung diesem Berufsstand gegenüber käme. That’s all.
    Und: arbeite nicht so viel, genieß´den Tag und würdige das was du schaffst. Denn Leben und arbeiten kann schon Hand in Hand gehen :-)
    Gruß, hanna

    schrieb hannaa am

  • #163

    Liebe Hannaa,

    auch wenn ich es selbst - da kein Lehrer, sondern angestellter Jurist - nicht wirklich beurteilen kann, glaube ich Dir, dass all das so stimmt und die Belastung massiv unterschätzt wird. Aber ich glaube, umgekehrt unterschätzt Du und einige andere Lehrer hier die Anforderungen in der Privatwirtschaft ebenso.

    Ich kenne niemanden, der dort als Akademiker (darunter Juristen, Chemiker, Dipl-Ing.) unter 55 h arbeitet. Dazu kommt, dass fast jede Woche Dienstreisen anstehen, Abreise um 6 und Heimkunft um 22 Uhr. Die Angst und reale Gefahr, den Job zu verlieren, weil man die Anforderungen nicht erfüllt, ist nicht nur bei allen gegegben, sondern leider auch berechtigt. In diesen schweren wirtschaftlichen Zeiten mehr denn je. Und die Anforderungen, oder besser die so genannte Zielvereinbarung, wird jedes Jahr hochgeschraubt. Eine EIGENE Sektretärin hat fast niemand mehr, den ganzen Orgakram wie Dientreiseplanung muss jeder zudem schon lange selbst machen. Urlaub 28-30 Tage. Auch im Urlaub Erreichbarkeit für dringende Fälle. Die kurze Mittagspause wird regelmäßig für die Telefonkonferenz geopfert, und wenn nicht, die dann eben um 19 Uhr abgehalten, wenn etwas ruhiger ist. Abends um 10 von zu Hause aus Mails prüfen sowieso. Das Entscheidende dabei: Niemand, wirklich niemand den ich kenne bringt dabei 3000 Euro nach Hause - dazu müsste er ja 5700 brutto verdienen. Rechne das mal in DM um, nur so zum Spaß.

    Kurz: Sicher muss ein Lehrer heute sehr viel leisten und hat eine Menge Verantwortung. Aber, angesichts der Bedingungen in der Privatwirtschaft bin ich mir sicher, wollte kaum ein verbeamteter(!) Lehrer wechseln. Gar keiner. Oder würdest Du all das für ein paar hundert Euro weniger auf Dich nehmen? Mal ehrlich?

    Gruß

    schrieb Junk am

  • #164

    Wohl wahr, wohl wahr,
    wenn man dann noch bedenkt, welch verblüfftes Gesicht ein leitender Angestellter machen würde, wenn man ihm regelmäßig die Arbeitszeit erhöhte, während er noch dabei ist, die Fenster an seiner Wirkungsstätte mit Klebeband winterdicht zu machen… ich kann es mir kaum vorstellen.
    Ich kann dankbar sagen, dass mir an meinem häuslichen Arbeitsplatz eine verständnisvolle Hilfskraft zur Verfügung steht, die sich nur manchmal beklagt. Wann ich allerdings das letzte mal wirklich habe überlegt und pädagogisch wirken können, wie ich es mir bei der Berufswahl erträumt habe, danach frage ich lieber nicht.

    schrieb HSc am

  • #165

    @hannaa:
    Du hast natürlich vollkommen recht, aber du vergisst einen entscheidenden Punkt:

    Es gibt mittlerweile in Deutschland eine richtige “Industrie” von Berufskritikern (Bildungs"experten”, Journalisten, Bildungspolitiker usw.) deren EINZIGE Existenzberechtigung die Kritik am deutschen Schulwesen ist. Willst du die alle arbeitslos machen?

    schrieb Mister M. am

  • #166

    Ich habe mir all die Kommentare durchgelesen und würde gerne mit folgenden Gedanken die Diskussion ergänzen:
    In Deutschland ist es ein weiter Weg bis zum “lockeren” Lehrerdasein, ein aufwändiges,teures Studium, allein 1 Jahr nur für das erste Staatsexamen,ein 2-jähriges Refendariat,bei mir Wartezeiten dazwischen mangels Angebot an Plätzen… In dieser Zeit (in der ich mit 2 naturwissenschaftlichen Fächern) kein faules Studentenleben hatte) habe ich kein Geld verdient, sondern Geld investiert und zwar 7 Jahre lang. Da verdienen die anderen europäischen Kollegen schon längst!
    In wenigen Ländern werden Lehrer mit einer solchen Unmenge an “Nebenbei-Tätigkeiten”  belastet wie in Deutschland und haben tragen eine solch breite Verantwortung: Verwaltungsaufgaben (tausende von Listen und Verteilerdiensten),Verkehrserziehung,Sucht-und Drogenprävention,ADHS-und Legasthenie-Problematik, Berufsvorbereitung,Erziehung und Aufklärung usw…für ALLES sind wir zuständig,aber ohne Unterstützung, angemessene Schulungsangebote oder Begleitung durch Fachleute von außerhalb innerhalb meiner Arbeitszeit.
    Für mich stellt sich nicht allein die Frage, wie viel Zeit ich arbeite, sondern wie meine Arbeitszeit gestaltet ist! Es macht einen Unterschied,ob ich alle 45 Minuten meinen Arbeitsort wechseln muss, in den Pausen Aufsichten habe oder Absprachen mit Kollegen treffe, keinen Arbeitsplatz in der Schule habe, keine Möglichkeit,sich zwischendurch zurückzuziehen usw.
    Welcher leitende Angestellte muss sich ständig sein Arbeitsmaterial auf eigene Kosten besorgen, sich darum kümmern,ob der OHP funktioniert und woher man eine Ersatzbirne bekommt,und für den Kaffee ist wahrscheinlich seine Schreibhilfe tätig usw! Alle Eltern erwarten,dass sich individuell um ihre Kinder gekümmert wird, d.h.ich habe ungefähr 150 Einzelschicksale ständig im Blick, auch wenn manche Eltern das nicht glauben wollen.Und ich manage den Unterricht für 9 verschiedene Klassen (hab Glück,nur 9,bin Klassenlehrerin), leite also parallel 9 verschieden Projekte (nur mal so als Vergleich für Leitende Angestellte). Eigentlich bin ich nie fertig,man könnte immer noch etwas mehr für den Unterricht tun! Genau das ist es ja das, was so anstrengend ist, denn mein Arbeitsplatz befindet sich zuhause, auch wenn ich ihn steuerlich nicht mehr absetzen darf! Im Übrigen finden große Anteile meiner Arbeit zunächst im Kopf statt, ich bin häufig intensiv gedanklich mit der Entwicklung von Unterricht beschäftigt, bevor du von meiner Arbeit überhaupt etwas siehst!
    Wer heute den Lehrerberuf wählt,entscheidet sich nicht wegen des Geldes dafür - es gibt besser bezahlte akademische Berufe mit besseren Aufstiegsmöglichkeiten bei dem Maß an Eigenverantwortung,wie Lehrer es tragen, und vor allem mit einem höheren Ansehen in der Gesellschaft als hierzulande.
    Deutschland leistet sich teuer und langwierig ausgebildete und gut bezahlte Beamte als Lehrer.
    In der Lehrerschaft steckt für mich ein großes Potenzial, das man mit Geld gar nicht aufwiegen kann,  und ich wünsche mir mehr Wertschätzung für diese Menschen, die Eltern in ihrer erzieherischen Arbeit unterstützen,für viele Jugendliche die einzige Orientierungshilfe sind und “ganz nebenbei” Bildung vermitteln! Wenn diese Anerkennung versagt wird,wenn Lehrer immer wieder für undifferenzierte Kritik und halbgare Bildungsexperimente herhalten müssen, wird es keinen Anreiz für den Nachwuchs geben, diesen Beruf zu ergreifen. Das finde ich schade, denn dieser Beruf macht Spaß, trotz all der unausgegorenen Neuheiten aus irgendwelchen Ministerien von berufsfernen Schreibtischtätern! Es ist ein kreativer und abwechslungsreicher Beruf, der mich immer wieder neu herausfordert,der nie langweilig wird, in dem ich es mit jungen Menschen zu tun habe, die neugierig sind, die sich schnell verändern und entwickeln…und in dem ich mit Kollegen zusammenarbeite,die genau für diese jungen Leute ein Herz haben!
    Ich ziehe daraus das Fazit: Das Geld, das ich verdiene, (Bin voll berufstätig und bringe pro Monat 3000 Euro nach Hause), entschädigt mich nicht für das was ich leiste! Es ist die Begegnung mit Schüler,Eltern und Kollegen,die dazu führt, dass der Montag Morgen kein Moment der Tristesse ist, sondern dass ich meine Arbeit mit Freude mache!

    schrieb hannaa am

  • #167

    Ich kann nur lachen über diese Diskussion, um Stunden und Geld der Lehrer. Bin in Sachsen Lehrer, angestellter Lehrer, wir haben einen Tarifvertrag, der nur 82 Prozent Teilzeitbeschäftgung zulässt, trotz Studium an einer Universität, bin ich in der A 11 eingestuft, ganz zu schweigen davon, , dass wir
    schon die Anpassung für das gleiche Geld in der A 11 in West und Ost bezahlt bekommen, wir liegen darunter und es ist erst für 2010 vorgesehen!

    schrieb Klaus-Ulrich am

  • #168

    Hallo Lea,
    darf ich fragen in welchen Bundesland du unterrichtest und für welche Schulform und Fächer ?

    schrieb Mark am

  • #169

    Hallo Junk,
    “50+ Wochenstunden Regelarbeitszeit, gern auch am Wochenende (Normalfall bei Anwälten!)” - ich kenne keinen Lehrer mit voller Stelle bei dem das nicht mindestens genauso aussieht ... (ich selbst bin übrigens “nur” angestellt und nicht verbeamtet).

    schrieb Lea am

  • #170

    Hallo Junk ,
    als , dass mit den 2600€ netto bei A 13 kommt (leider) nicht ganz hin . 3100€ bekommt man eh nur wenn man von der Besoldung des Bundes West besoldet wird , und selbst dann kommen ca. 2450€ netto minus ca. 200€ private KV wären also ungefähr 2250€ und ein Großteil der deutschen Lehrer (v.a. in den Bundesländer , wo das Studium NICHT mit dem Staatsexamen abschließt) werden eh schon nicht mehr verbeamtet ! Und dann wird “richtig wenig”

    schrieb Mark am

  • #171

    Hallo Mark,

    50.000 kommt hin, wobei das auch nur die guten Absolventen als Einstiegsgehalt erreichen. Die Juristen, die ein mäßiges oder schlechts Examen hinlegen - by the way - der Großteil jedes Jahrgangs, bekommt oft weit weniger, hier sind 35000 durchaus normal. Wie gesagt, bin selbst Jurist und habe, denke ich, hier einen durchaus repräsentativen Bekanntenkreis, nach deren eigenen Erfahrungen und denen ihrer Kollegen dies so ist. Die Mär vom gutverdienenden Juristen ist eine. Heutzutage jedenfalls. Und von den unzähligen selbstständigen Einzelanwälten, die sich gerade so über Wasser halten, ganz zu schweigen.

    Aber nimm mal die 50.000. Das sind also 4166 brutto im Monat, macht netto 2150. Bei 50+ Wochenstunden Regelarbeitszeit, gern auch am Wochenende (Normalfall bei Anwälten!). Ein Beamter bekommt als Einstiesgahlt 3100 Euro brutto (A 13) - was aber mangels Abzügen 2600 netto entspricht.

    Das 90% aller Nicht-Anwälte Richter und Beamten sind, kann schlicht nicht sein, denn sehr viele Juristen arbeiten in nicht klassisch juristischen Tätigkeitsfeldern, zweifellos x-fach mehr als Beamte und Richter ausmachen. Sonst hätten wir bei der Menge an Juraabsolventen jedes Jahr auch eine Richter- und Beamtenschwemme.

    Gruß

    schrieb Junk am

  • #172

    Hallo JunK,
    ich habe eine Studie gelesen in der 1. gesagt wurde , dass das Einstiegsgehalt von Juristen eben bei ca. 50000€ liegt ,kann’s mir zwar selbst fast nich vorstellen aber ist angeblich so und 2. dass 90% aller Absolventen eines Jurastudium die NICHT Anwalt geworden sind (allerdings sind ca. 75% aller Absolventen Anwalt geworden) Beamte/Richter , die ebenso den Beitrag der Beihilfe bekommen. Ich mein’s nicht böse aber die Studie wirkte sehr vertrauenserwekend und das Unternehmen , das sie durchgeführt hat ist auch relativ bekannt und groß , allerdings will ich keine Namen nennen !!!

    Gruß.

    schrieb Mark am

  • #173

    @Mister M:

    Das stimmt allerdings, die wenigsten Lehrer kommen am Ende auf A 15.

    Im Ergebnis kann man es wohl so zusammenfassen: Das Einstiegsgehalt als Beamter (ob nun Lehrer oder nicht) ist mit A 13 im Vergleich zur Wirtschaft schon sehr beträchtlich, denn so gut wie niemand bekommt dort als Berufsanfänger 5000 Euro brutto (was das entspr. Äquivalent wäre).

    Nach ein paar Jahren sieht bei den privaten Arbeitnehmers schon besser aus, wohingegen es die Lehrer da schwerer haben (jede Schule braucht schließlich nur einen Direktor). In Zeiten wie diesen wird aber auch in der Wirtschaft der Gürtel enger geschnallt und ein Aufstieg ist schwer geworden, und wenn, dann zu Arbeitsbeladtungen um die 60h/ Woche.

    Sollte man es sich danach aussuchen wollen, wäre es die Abwägung zwischen gut versorgt aber wenig Entwicklungschancen, und mäßig versorgt bei besseren Chancen. Your choice is your half chance.

    Gruß.

    schrieb JunK am

  • #174

    @JunK:
    Zwei kleine Anmerkungen:

    Um als Lehrer auf 4500€ brutto zu kommen, muss man Studiendirektor (A15) werden, dass schaffen höchstens 10% aller Lehrer. Die meisten bleiben bei A13/A14, was bedeutet, dass es im Laufe des Berufslebens keine signifikanten Gehaltssteigerungen gibt.

    Einem ledigen Beamten bezahlt die Beihilfe nur 50% der Krankheitskosten, den Rest muss er (gezwungenermaßen) privat versichern. Wo ist da der große Unterschied zu den gesetzlich Versicherten? Für alle, die das System nicht kennen: Würde sich der Beamte gesetzlich versichern, müsste er den vollen(!) Krankenkassenbeitrag zahlen, also ohne Arbeitgeberanteil, d.h. doppelt so viel wie “normale” Arbeitnehmer.

    schrieb Mister M. am

  • #175

    Hallo Mark,

    die wenigstens Juristen bekommen als Einstiegsgehalt 4500 Euro, das ist die absolute Minderheit. Der Schnitt liegt bei 3000-3500 Euro. Bin selbst Jurist und das trifft auf 90% aller meiner Studienfreunde zu. Nach ein paar Jahren sieht das natürlich besser aus. Aber auch ganz egal, denn Du machst einen kleinen, aber im Ergebnis bedeutsamen Fehler:

    Die Juristen zahlen - wie alle anderen Arbeitnehmer auch - Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und bekommen auch keine Beihilfe zur privaten KV. Beamte zahlen all das nicht, weshalb A13 - also rund 3300 brutto Mitte 30 - zu rund 2600 Euro netto führen. Alle anderen Arbeitnehmer brauchen für dasselbe Netto aber 5000 Euro brutto. Ja, das ist tatsächlich so.

    Womit Du Dir auch ausrechenen kannst, was Beamte mit 4500 Euro brutto dann netto herausbekommen, schätze mal 3600. Das verdienen in der Wirtschaft allenfalls Spitzenkräfte in Führungspositionen.


    Gruß

    schrieb JunK am

  • #176

    Also wenn ich mir die Daten so ansehe , denk ich mir nicht gerade “die Lehrer werden überbezahlt” , den 45000€ brutto im Jahr nach 15 Jahren Berufserfahrung , da ist das Einstiegsgehalt von (fast) jeden Juristen höher. Aber was ist mit den 78000 in Luxemburg , na klar sind da auch die Lebenshaltungskosten höher , aber in der Schweiz sind die Lebenshaltungskosten vergleichbar und die verdienen nur 53000€. Und werden die Lehrer in Luxemburg verbeamtet ?

    schrieb Mark am

  • #177

    @Ulrike: Bitte beachten sie das Thema dieses threads
    ansonsten eröffnen sie bitte einen neuen

    schrieb Finn am

  • #178

    Was mich bei den Kommentaren beim “Lehrerfreund” immer wieder mit Grauen erfüllt, ist das sprachliche Niveau, auf dem sich manche Lehrerinnen und Lehrer offenbar bewegen. Ich meine nicht einzelne offensichtliche Tippfehler, sondern die Unmengen an groben Rechtschreib- und Grammatikfehlern, von fehlenden Kommata gar nicht zu reden; manche Sätze sind überhaupt nicht verständlich. Das kann’s doch wohl nicht sein???

    schrieb Ulrike Bergmann am

  • #179

    Hallo,

    man sollte auch klar sagen, dass Stunde nicht gleich Stunde ist. Hier kommt es doch sehr stark auf das Fach an, das Alter der Schüler, die Größe der Klasse, die Mischung (Stadt <-> Land) usw.
    Außerdem Zusatzaufgaben wir Klassenlehrer oder nicht.

    An unserer Schule gibt es Lehrer mit vollem Deputat ohne Klassenlerherfunktion, andere haben bei 80% dagegen zwei Klassen.

    Weiterhin gibt es Religionslehrer, bei denen der Unterricht völlig zusammenbricht, wenn der Videoraum ausnahmsweise mal von anderen Kollegen belegt ist ...

    So eine Tabelle kann also bestenfalls ein Anhaltspunkt sein, aber nichts “beweisen”.

    schrieb Michael Schmidt am

  • #180

    @Spongebob:
    Sind Sie Bildungsexperte, oder woher kommt so viel unqualifizierter Neid in so wenig Text?
    Wenn Sie es aber besser können: NOCH werden Quereinsteiger gesucht, bewerben Sie sich anstatt nur Sprüche zu klopfen!

    @Finn:
    Sie haben natürliche Recht damit, dass Ärzte es nicht immer leicht haben. Ärzte haben gegenüber Lehrer aber einen Vorteil: Wenn es ihnen in Deutschland nicht passt, können sie ins benachbarte Ausland gehen, wo sie gerne genommen werden (Großbritannien, Dänemark). Viele Lehrer würden das auch gerne machen, um unserem politisch-kaputtreformierten, ideologisch-durchsetzten und chronisch unterfinanzierten (wir geben weniger Geld für Bildung aus als der OECD-Durchschnitt) den Rücken zu kehren. Glauben Sie mir!

    schrieb Mister M. am

  • #181

    @MisterM
    oooh, die armen verbeamteten Lehrer, bekommmen kein Weihnachtsgeld, schnüff.
    Dafür können diese Leute auch regelmäßig krank feiern (was ja richtig ausgelebt wird), rechtzeitig nach Gründen suchen nach Frühpensionierung (Schülerallergie).
    Die Gehälter sind für die abgelieferten Leistungen in vielen Fällen viel zu hoch.
    Hier gehört ein Grundgehalt her von 35000 € mit einen Leistungsprogram (Nachhilfe von Schülern mit Lernschwierigkeiten NACH den regulären paar Stunden am Tag, natürlich gibt es auch Geld für Nachilfestunden die in den Ferien gegeben werden. Mein kleiner Sohn z.B. langweilt sich in den letzten beiden Ferienwochen wirklich sehr.
    Hier könnte sich die Lehrerschaft mal richtig nützlich machen, nämlich den Stoff nachzuholen der wegen der vielen Fehlzeiten der Lehrer im Eiltempo durchgepeitscht wurde.

    Viele liebe Grüße
    SB

    schrieb Spongebob am

  • #182

    Um ein Zuviel oder Zuwenig der Bezahlung von Lehrern ging es mir doch gar nicht (bitte erst lesen, dann posten), sondern darum, dass Vergleiche von Brutto-Gehältern zwischen Beamten und Nicht-Beamten schlicht Unsinn sind.

    Und im Übrigen: Wenn also A 13 = rund 58.000 Euro in der Privatwirtschaft entspricht, dann haben Sie gerade selbst festgestellt, dass das im Schnitt der übrigen Berufe liegt. Gerade Chemiker herauszugreifen ist schon sehr ergebnisorientiert, und wenn Sie hier keine Promotion mitbringen, dann finden Sie idR gar keinen Job (hier kenne ich mich leider gut aus).

    Im Übrigen ist Jobsicherheit als Beamter auch ein Gut, dass unbezahlbar ist.

    Aber nochmal: Ob Lehrer über- oder unterbezahlt sind, dass will ich hier gar nicht beurteilen. Es geht mir nur um objektive Vergleiche. Und diese Studie ist es schlichtweg nicht, sie kann es gar nicht sein, denn Beamte ohne Sozialabgaben und Rentenversicherungspflicht + Beihilfe gibt es nur in Deutschland.

    schrieb Junk am

  • #183

    Viele gute Schüler meiden diesen Beruf da sie leider erkennen müssen dass Leistung in diesem Beruf nicht belohnt wird. Am Lohn kann es nicht liegen. Betrachtet man z.B den Beruf des prakt. Arztes so muss man feststellen dass das Durchschnittsgehalt nicht dreimal höher ist, die Arbeitszeit und Ausbildungszeit schon und trotzdem liegt der numerus clausus bei einem Wert von zwischen 1.0 und 1.5. So einen Abiturschnitt können mittlerweile keine Lehramt Studenten vorweisen. Vieles denke ich hat auch mit dem gesellschaftlichen Ruf zu tun. Lehrer werden nunmal von der großen Mehrheit als ,,Luschen’’ und ,,unfähig’’ bezeichnet

    schrieb Finn am

  • #184

    Bevor der @Junk [sic!] uns hier eine Überbezahlung der Lehrer suggerieren will, vergleichen wir doch einmal ganz schnell:

    Seine hochgerechneten 4800€ * 12 sind also 57600€ pro Jahr (die meisten Lehrer bekommen als Beamte weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld oder andere Sonderzahlungen).

    Das statistische Bundesamt hat Tabellen zum Jahresverdienst für die meisten Berufe:
    https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1022619

    Darin lesen wir (Werte für 2006):

    Ein Industriemeister verdient ca. 56000€ im Jahr brutto.
    Bankfachleute verdienen fast 54000€ im Jahr brutto.
    Datenverarbeitungsfachleute verdienen fast 58000€ im Jahr brutto.

    Kommen wir einmal zu den Berufen mit Hochschulabschluss (den braucht man als Lehrer, auch wenn das einige nicht glauben wollen).

    Bei den Ingenieuren u.ä. schwankt es stärker: Bis über 75000€ für die Chemieingenieure und Chemiker, nur die Archtikten und Bauingenierue mit etwas über 54000€ müssen sich bescheiden.
    Es handelt sich natürlich um Durchschnittswerte für Männer und Frauen zusammen.

    Das kann natürlich alles im Einzelfall differieren, aber
    WO BITTE IST DIE ÜBERBEZAHLUNG DER LEHRER UND LEHRERINNEN?

    Gerade die mathematisch-naturwissenschaftlich fitten Schülerinnen und Schüler wissen das natürlich auch und meiden den Lehrerberuf. Woher kommt wohl der Mangel an qualifizierten Lehrern in diesen Fächern?

    schrieb Mister M. am

  • #185

    Was für einen Sinngehalt soll denn der Kommentar von Finn haben? Das ein Vergleich der Brutto-Gehälter angesichts der Verbeamtung Unsinn und nicht aussagekräftig ist, sollte eingentlich jedem einleuchten, aber scheinbar doch nicht.

    Und leistungsorientierte Jobs dürfte es wohl vor allen in der Privatwirtschaft geben, während ich mich selbst noch gut genug an meine Schulzeit erinnern kann, in der bekanntermaßen völlig inkompetente (und meistens abwesende) Lehrer nur deswegen gehalten werden mussten, weil sie verbeamtet waren. Die Dummen waren - und sind - die Schüler - und die Lehrer, die sich für das gleiche Geld engagieren und nicht gleich fragen, ob sie eine Stunde Mehrarbeit auch extra vergütet bekommen, wie offenbar Kollege Finn.

    schrieb Junk am

  • #186

    Wer sich vor leistungs orientierten Jobs scheut der soll sich hier bitte nicht beklagen.

    schrieb Finn am

  • #187

    Ein weiterer Hinweis auf den Netto-Output in Deutschland (Beamte vs. Angestellte) findet sich im Beitrag Lehrergehälter im internationalen Vergleich.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #188

    Wieso werden bei Angaben und Vergleichen zu Lehrergehältern eigenlich immer die Brutto-Gehälter herangezogen? Das ist aufgrund deren regelmäßiger Verbeamtung (Keine Sozialabgaben, also keine AL-Versicherung, keine Rentenabzüge, etc., grünstige private KV durch Beihilfe) doch völlige Realitätsverzerrung und unseriös. A13 bedeutet für einen Berufseinseiger rund 2300-2400 Euro netto (nach abzug der KV), bei rund 3100 Euro brutto. In der Privatwirtschaft wären für gleiches Netto rund 4800 Euro brutto nötig. Und m.W. existiert außer in Deutschland in der übrigen EU keine Verbeamtung, mithin wird sich der (allein maßgebliche) Nettoverdienst der dt. Lehrerschaft an der Spitze der Liste befinden. Mir geht es hier nicht darum, über das zu hoch oder zu niedrig der Bezahlung von beamteten Lehrer zu befinden. Nur ein internationaler Vergleich mittels Brutto-Gehältern ist schon ein schlechter Witz.

    schrieb Junk am

  • #189

    Geht mir nicht anders. Mein Stundenplan hat eigentlich 23 Unterrichtsstunden, anwesend muss ich 30 sein, da dazwischen so viele Lücken sind. Und bei einem Lehrerzimmer von ca 50 qm für 70 Kollegen kann man sich ja vorstellen, wie effektiv die dort verbrachte Zeit sein kann.

    schrieb anonymus am

  • #190

    Also, wenn ich meine Präsenzverpflichtungen an der Schule außerhalb des Unterrichts zusammenrechne (Konferenzen und Dienstbesprechungen, Elternabende und -gespräche, Springstunden, Pausenaufsichten, Exkursionen und Klassenfahrten) dann komme ich auf einen Wert größer als null Stunden pro Jahr.
    Aber Moment: Die Studie ist ja von der OECD, dann ist ja alles klar…

    schrieb Mister M. am

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