Wie viel verdienen Lehrer/innen?
Die Massen toben, wenn es um das Gehalt von Lehrpersonen in Deutschland geht. Jeder hat nur eine diffuse Vorstellung davon, wie viel Lehrer/innen verdienen - aber es muss RICHTIG VIEL sein. Wie viel ist es wirklich?
Eine kurze und schöne Übersicht - wenn man mal von der Hals brechenden Ausrichtung der “Bundesbesoldungsordnung A” (pdf) ausgeht - über Lehrergehälter findet sich im Lehrerzimmer.
Ich möchte hierzu anmerken:
- Den Äußerungen Herrn Raus ist grundsätzlich zuzustimmen. Ich weiß aber nicht, ob Detailfragen (wie Leistungszulage und Anwärterbezüge (für Referendare)) für alle Bundesländer gleich sind.
- Die Lehrergehälter unterscheiden sich gnadenlos, wenn man in Beamte und Angestellte unterscheidet. Beamte bezahlen nämlich keine Sozialabgaben und kassieren so netto wesentlich mehr. Aus 3.000 brutto werden dann für einen Beamten knapp 2.300 netto - bei einem Lehrer im Angestelltenverhältnis dürfte es netto deutlich weniger sein (geschätzt 1.600 ohne Vergünstigungen wie Kinder usw.). Während in den westlichen Bundesländern großzügig (z.B. Baden-Württemberg) oder zumindest wohlwollend (z.B. Rheinland-Pfalz) verbeamtet wird, stellen die meisten östlichen Bundesländer inzwischen nur noch im Angestelltenverhältnis ein. Deshalb streiken Lehrerinnen eigentlich nur dort - denn als Beamte dürfen Lehrer/innen nicht streiken.
- Als LehrerIn hat man die Möglichkeit, sein Deputat jährlich festzulegen, wenn die Schulleitung und die Schulämter mitspielen (je nach Bundesland entsprechen 100% (=volles Deputat) 25-28 Unterrichtsstunden pro Woche, unterschieden nach der Schulform; an Gymnasien liegt die Maximalstundenzahl niedriger, an Grund- und Hauptschulen höher). Man kann also einfach mal ein paar Jahre lang 60% arbeiten und verdient dann eben weniger. Ideal, um Kinder zu generieren. Interessanterweise vermeiden viele Lehrer/innen diesen Weg und arbeiten stets voll.
Es gilt festzuhalten: Gerade verbeamtete LehrerInnen verdienen nicht schlecht, gemessen an vielen anderen Berufszweigen. Ein Kfz-Mechaniker verdiente 2006 12,45 Euro pro Stunde - das entspricht bei einer 38-Stunden-Woche einem Monatsgehalt von rund 1890 Euro brutto. Sie verdienen aber auch nicht so, dass die neidischen Massen mit den Fingern auf sie zeigen dürfte. Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche.
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Beitrag vom 03.11.2006, 10:01 | diesen Beitrag versenden
bsp.: es gibt so viele freie direktorenstellen, keiner will es machen, obwohl es mehr geld gibt. schon da fängt das entlohnungssystem an zu wackeln.
ich gebe dir absolut recht: gerade als klassenlehrer leistet man so viel mehr arbeit als ein "gewöhnlicher" fachlehrer... dass letzterer genauso viel verdient wie ein klassenlehrer, ist ein sinnbild des ungleichen entlohnungssystems im deutschen bildungswesen. bedenkt man, dass bildung der wichtigste rohstoff deutschlands ist, so wird man bei der fehlorganisation im bildungswesen wirklich traurig. meine forderung an die politik ist ein transparenter katalog für die besoldung von lehrern, der genau vorgibt, welche zulagen man für welche zusatzarbeit erwarten kann. aufbauend auf einem grundbetrag muss es für fleißige lehrer anreize geben, mehr zu leisten! auch um dem klischee des faulen lehrers entgegenzuwirken, ist es höchste eisenbahn, dass sich der lehrerjob wirtschaftlichen leistungskriterien öffnet. solange faule das gleiche bekommen wie fleißige, wird unser berufsstand immer wieder in der diskussion stehen.
Nicht nur die Leitung verschiedener Klassen, auch die Flut der Aufgaben im administrativen Bereich sorgt für zusätzliche Belastungen.... das nimmt derart zu, dass der "eigentliche Unterricht" fast zur Nebensache verkommt, leider... Ich sags nochmal: Wenn nur darauf geachtet werden muss, dass keine Fehler gemacht werden, dass alles "gerichtsnachvollziebar" stimmt, dann hat "Schule" was verpeilt.... der zu erwartende "Schul-TÜV" zeigt das überdeutlich!!
Da sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden, meinetwegen durch eine zusätzliche Stelle für Schulsekretäre oder Sekretärinnen.....
Die Kollegen und Kolleginnen sollte sich wieder auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können. Schulleiter und Schulleiterinnen wissen um die Problematik, sie müssten den "Arsch in der Hose haben", den Kollegen und Kolleginnen den Rücken frei zu halten. Und die Sesselpuper in den Bezirksregierungen sollten dabei den Anfang machen!!! Das wär mal was! Ich habe immernoch nicht begriffen, warum sich Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen! Wer denkt mal an die Schüler? Dieses Statement soll kein Rundumschlag sein, gewiss nicht, ich kenne auch positive Entwicklungen...ich hoffe, dass sich diese Erkenntnisse weiter fortsetzen und wir uns bald wieder dem widmen können, wofür wir ausgebildet sind: Lehren, lernen lehren und uns voll und ganz denen zuzuwenden, die die Schwächsten sind in diesem Spiel: den Schülern! Das wünsche ich mir!!
Und... um zum eigentlich Thema zurückzukehren... eine gerechte Bezahlung und keine Unterschiede mehr zwischen verbeamteten und angestellten Kollegen und Kolleginnen....die sind kontraproduktiv und nicht gerecht....
Liebe Grüße.... an alle Nachdenklichen.....
> Ich habe immer noch nicht begriffen, warum sich
> Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern
> müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie
> froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!
Sei sicher, dass wird sich in den nächsten 10 Jahren gründlich ändern. Aus demographischen Gründen. Die Schulbehörden werden froh sein, wenn sie noch einen D... finden, der den Job machen will. Wirtschaftskrise hin oder her. die Wirtschaft verstärkt seit Jahren ihre Bemühungen, fähige(!) Absolventen an sich zu binden. Nur der Staat als Arbeitgeber hat den Schuss noch nicht gehört.
L, an einer kirchlichen Schule tätig
Also können wir folgende Rechnung aufstellen:
28Unterrichtsstunden à 45Minuten sind 21 Zeitstunden pro Woche, die ein Lehrer arbeitet.
Da beispielsweise ein Mathelehrer nicht jedes Jahr die Arbeitsblätter für Geometrie etc. neu erstellen muss, sondern bei ein bisschen Ordnung sie jedes Jahr wieder hervorholen kann,
hat er effektiv eine 21Stunden-Woche + ein bisschen Zeit am Kopierer pro Tag.
Viele andere Fächer benötigen ebenso nicht jedes Jahr eine neue Vorbereitung.
Wünschen wir uns nicht alle ein gutes Gehalt mit einer 21Stunden Woche?
Sie mögen zwar Rechenkönig sein, aber offensichtlich wohl kein Lehrer!
Korrigieren,
Verwaltung,
Ablage,
Zeugnisse,
Gutachten,
Sprechstunden,
Aufsichten,
Konferenzen,
Klassenelternabende,
Mitteilungen an Eltern,
Organisation von Fahrten,
Tage der offenen Tür,
Telefonate,
Absprachen mit Kollegen,
Vertretungsstunden,
"Freistunden", die man ohne eigenen Arbeitsplatz in der Schule absitzen muss,
Erstellung von Klausuren und Nachholklausuren, Abhaltung derselben in der nicht im Deputat enthaltenen "Freistunde",
Beaufsichtigung disziplinarischer Nacharbeiten, Fortbildungen,
eigenständige Weiterbildung zu Hause,
Netzwerkbetreuung,
Organisation von Schüleraustauschen,
Ablage der vorbereiteten und neu erstellten Materialien etc.,
davon haben Sie noch nie was gehört, oder?
Vielleicht könnten Sie ja demnächst unter dem Nick "Traumtänzer" weiterschreiben.
MfG, L.
Erklärst du mir bitte detailliert, wie man das macht, 21 Stunden im Lehrerberuf zu arbeiten? Ich wäre sehr dankbar für einen diesbezüglichen Tip denn meine über 50 Stunden-Woche, der Nachmittagsunterricht, die lärmenden Schüler, die nachmittäglichen Konferenzen wegen verhaltensauffälligen Schülern, Klassenkonferenzen in der Pause, häufige (unbezahlte) Vertretungsstunden, die ständig zunehmenden administrativen Aufgaben, zusätzlich schulische Aufgaben, die nicht innerhalb des bezahlten Stundenpensums liegen wie z.B. Schulhausgestaltung oder Webmaster der Schulhomepage, die lange Fahrtzeit zur Schule etc., rauben mir langsam die letzten Kräfte. Ich bin kein Mathelehrer (die übrigens in unserer Schule auch mehr machen als nur alte Arbeitsblätter verbraten und ein bisschen kopieren) aber ich kann durchaus rechnen - 21 Stunden müssen es ja gar nicht sein, eine normale 40 Std. Woche und ein freies Wochenende wären traumhaft!
Da ich nicht möchte, dass mein Beitrag zensiert wird, drücke ich mich folgendermaßen aus ***** ***** *******!
Tja, nur von "Wirtschaftskrise" und "demographischem Wandel" kann man sich nichts kaufen und das bezahlt einem in den Großstädten auch nicht die Lebenshaltungskosten.
Und, wenn Sie schon hier sind:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrer-gehalt-verlierer/3679/
Dort findet man die Lehrer dank diverser Kürzungsorgien und Sparrunden bei den Top 10-Gehaltsverlierern der letzten 18 Jahre.
Die Bankster sind übrigens trotz "Wirtschaftskrise" immer noch unter den Top 10-Gewinnern...Da weiß man wenigstens, wofür man auch als Lehrer seine Steuern zahlt.
die lehrerfreund-redaktion wäre bei solchen postings gefragt: da will doch nur einer provozieren. lasst doch sowas draußen...
Der ist doch auch im öffentlichen Dienst und in einer Gehaltsklasse, die sich prima für eine Neiddebatte anbieten würde.
die Bezirksregierungen, soweit es sie noch gibt, werden reagiern müssen, da gebe ich Ihnen Recht... dann noch nen Deppen (Dummkopf).. wie auch immer zu finden, wird dann eher problematisch! Ich denke aber, dass die heutigen "Verantwortlichen" alles komplett gegen die Wand fahren werden...und immer zu Lasten der Schwächsten, das sind nun mal die Schüler... egal, ich denke immernoch, ich bin gut und tue, was ich kann, "verlorene Seelen" retten.... aber, wenn das nicht gewollt ist und nicht anerkannt wird, mach ich mich vom Acker und verkaufe "Fetisch-Ware" bei ebay.....
"gebrauchte Socken" hat jeder!!!"
Sorry... aber deutlicher kann ich meine derzeitige Frustration nicht zum Ausdruck bringen...
... und noch was Abschließendes: Menschen, Leute, Männer und Frauen, die nie etwas mit dem Schuldienst zu tun hatten, sollten sich genau überlegen, was sie hier sagen und schreiben....WIR sind die, die was geradezubiegen versuchen..... also unterstützt uns mal und droht nicht gleich mit nem Rechtsanwalt.....
... wir tun das, was in unserer Macht steht...und noch was: ich habe keine Lust mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt zu verrecken.... das ist die Sache nicht wert.... und ein letztes Wort sei gestattet: Ich werde ab jetzt versuchen, mir ein schönes Leben zu machen.... und bevor Ihr auf Beamte schimpft: ICH bin keiner... und wenn schon, wärs auch oki!!!!!
bis nächstens der korbleger
Dabei liegt es doch in der Person selber... es existieren in ausnahmslos jeder Berufsgruppe "Faulpelze", Mitarbeiter, die sich auf Kosten anderer über Wasser halten und ebenso gibt es in jedem Beruf engagierte Leute, die den Betrieb "am Laufen" halte. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze System, ob Bäcker, Verkäufer, Maschinenführer, Lehrer, Polizist, Arzthelferin, Krankenschwester, Hochschullehrer, Arzt, Reinigungskraft, Politiker, Pfleger - völlig egal! Es liegt am Menschen selber... - nicht am Beruf!
Der Nichtlehrer schimpft über den Lehrer, der Nichtsiemensianer über den Siemensianer, der Nichtbeamte über den Beamten, der Nichtpolitiker über den Politiker, der Arbeiter über den Arbeitslosen, der Nichtselbstständige über den Selbstständigen, der Nichtarzt über den Arzt, der Nichtbanker über den Banker.... jeder ist sich selbst der Nächste und keiner hat eine Ahnung von dem was der andere tut oder leistet, denn Lehrer ist nicht gleich Lehrer, Arzt nicht gleich Arzt, Verkäufer nicht gleich Verkäufer, Pfleger nicht gleich Pfleger....
Also was soll das Ganze?!
Zu Lisa: Nur die Lehrer, die Beamte sind können sich privat versichern.
Nicht viel und nicht wenig. Es ist momentan in jeder Branche schlecht mit Lohnerhöhungen.Außerdem
ist der Euro ja nicht viel Wert.
Ich glaube viele Schüler vergessen das nach der 6,8 oder 10 (wie auch immer) Stunde der Unterricht zwar vorbei, dir Arbeit aber nicht getan ist für ein Lehrer.
Jede Stunde, für jeden Tag braucht ein Konzept.. was macht man mit den Schülern.. wie halte ich den vorgegeben Plan ein usw..
zudem muss man zu bestimmten Zeiten ziemlich viele Arbeiten korrigieren, wo ein Tag auch schonmal Nachts endet und Morgens wieder beginnt..
also Lehrer sein ist nicht so einfach
Und.. erstmal werden.. Studium ist nicht = Schule
das Niveau unterscheidet sich deutlich!
Insgesamt ist eine Verbeamtung einem großen Teil der Bürger aber schwer vermittelbar. In der heutigen Zeit haben sehr viele Menschen Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Bruttogehälter in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht schlecht, mit den Nettoeinkommen verhält es sich hingegen anders. Die hohen Lohnnebenkosten werden als sehr belastend empfunden. Als Arbeitnehmer zahlt man ein ganzes Berufsleben in die Rentenversicherung ein. Schon heute müssen die Rentenkassen steuerlich bezuschusst werden. Die demografische Entwicklung wird zwangsläufig zu einem Zusammenbruch des heutigen Systems führen, da die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kontinuierlich abnimmt, wohingegen die Zahl der Rentnerinnen und Rentner ansteigt, da sich die durchschnittliche Lebenserwartung mit jedem Jahrgang erhöht. Die Sorge und die Angst vor Armut im Alter ist also berechtigt. Deshalb ist eine private Altersvorsorge angebracht, stellt jedoch eine finanzielle Belastung dar. Die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung besteht für viele nicht, da die nötigen Einkommen nicht erreicht werden. Damit meine ich nicht nur den KFZ-Meister oder Industriekaufmann, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung vergleichbare Berufe wie den der Diplom-Kauffrau oder des Rechtsanwalts (angestellt).
Beamte (auf Lebenszeit) können nicht arbeitslos werden. Gibt es beruflich ein höheres Gut???
Deshalb müssen sie auch nicht in eine Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Beamte bekommen Pensionen. Die Berechnung erfolgt nach dem letzten Einkommen. Wie kann man diese Pensionen gegenüber niedrigeren Renten rechtfertigen. Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.
Wenn man das Nettoeinkommen eines Beamten mit dem eines Angestellten vergleicht, fällt auf, dass Angestellte nicht nur Lohnnebenkosten zahlen, sondern auch eine höhere Einkommensteuer bei gleichem Nettoeinkommen zahlen.
Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Anbetracht der genannten Probleme für diese Previlegien kein Verständnis haben. Trotz Verbeamtung auf Lebenszeit ist das Einkommen eines Gymnasiallehrers sehr gut. Leider machen viele Lehrer den Fehler und vergleichen Brutto-Gehälter. Dass macht nur Sinn, wenn Lehrer ihr Nettoeinkommen auf das Bruttoeinkommen eines Angestellten hochrechnen. Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, in denen gespart werden muss und viele Bürgerinnen und Bürger finanzielle Kürzungen hinnehmen, wirkt die Verbeamtung eines Lehrer mit Arbeitsplatzsicherheit und einem guten Gehalt für viele wie ein schlechter Scherz. Den Previlegien eines Beamten müsste eigentlich ein finanzieller Verzicht gegenüber stehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Zitat: "Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen."
Und DIESEN Vergleich möchte ich einmal sehen. Und der wird leider aus leicht zu erratenden Gründen nicht durchgeführt bzw. die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.
Bei Renten und Pensionen wird leider immer die Durchschnittsrente mit der Durchschnittspension verglichen. Dies ist aber völliger Unsinn, da
1.) in den Durchschnittsrenten viele "unstetige" Berufsverläufe enthalten sind, d.h. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Zeiten der Nichtbeschäftigung aus anderen Gründen (Kindererziehung usw.), Zeiten der freiberuflichen / selbstständigen Tätigkeit usw. Ehrlich wäre, nur gleichartige Erwerbsbiografien zu vergleichen. Und ich behaupte einmal, das die Erwerbsbiografien von Beamten im Durchschnitt deutlich stetiger sind als die der Durchschnittsrentner.
2) Bei den Beamten im Vergleich zu den Rentnern überdurchschnittlich viele Hochschul- und Fachhochschulabsolventen vorhanden sind. Zudem ist jeder zweite Landesbeamte ein Lehrer, und die haben zwingend ein Hochschulstudium hinter sich (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Ehrlich wäre deshalb auch hier ein Vergleich mit einer entsprechenden Zusammensetzung der Rentner: Gerade die Akademiker unter den Rentner bekommen oft noch Betriebsrenten oder sind sogar außertariflich bezahlt, was deren Rentenbeiträge und damit auch deren Rentenhöhe nach oben hin begrenzt und somit die Durchschnittsrente deckelt. Auch die ganzen Freiberufler mit ihren berufsständischen Versorgungswerken (Rechtsanwälte, Ärzte usw.) müsste man in den Vergleich mit einbeziehen.
Kurz: Ein Vergleich von Pensionen mit Renten ist wie der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Er macht keinen Sinn, da die Vergleichsgrundlage eine völlig andere ist.
Zitat: "Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht."
Für das EINSTIEGSGEHALT mag das stimmen, aber das mit den Einkommenssteigerungen bezweifle ich stark. Klar, der Ingenieur oder der Arzt der sich nicht bewegt, hat auch nur eingeschränkte Gehaltsperspektiven. Aber fähige Leute, die sich qualifizieren und auch einmal den Arbeitgeber wechseln oder ihren Facharzt machen, die bekommen auch sehr schnell deutliche Einkommenssteigerungen. Dies ist übrigens ein Grund, der viele Beamte frustriert: Man kann sich den A... aufreißen und wird trotzdem nicht befördert. Befördert wird man nur mit den richtigen Beziehungen bzw. muss ins "Schema" der Vorgesetzten passen. Mit echter Leistung hat das selten etwas zu tun. Klar, das passiert auch in der Privatwirtschaft. Aber dort hat man immerhin noch die Chance, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn es einem zu viel wird. Bei Beamten wird diese Mobilität aber durch die Ministerien extrem erschwert: Man muss Anträge stellen, die aber in der Regel aus "dienstlichen Gründen" abgelehnt werden. Die Motivation zur Leistung steigert das nicht.
Die Beihilfe (= Arbeitgeberanteil für Beamte zur Krankenversicherung) zahlt aber auch nicht mehr als die gesetzliche Krankenversicherung. D.h. seinen Zahnersatz, seine Brillen usw. zahlt auch der Beamte komplett aus eigener Tasche, d.h. 50% dafür zahlt der Beamte über seinen eigenen Beitrag zur PKV (vom Netto natürlich), die anderen 50% zahlt er entweder bar oder über von ihm selbst zu tragende Zusatzversicherungen. Also kein Unterschied zu den Angestellten.
Zum Zweiten zahlt die Beihilfe deutlich weniger als die GKVs, da sie sich - im Gegensatz zu den GKVs - am Minimalkatalog orientiert. Damit bleibt man bei für GKV-Versicherte "normalen" Leistungen oft auf dem Anteil der Beihilfe sitzen.
Zum Dritten kann man sich nicht zu 150% versichern. Versichert sich ein Beschäftigter mit Beihilfeanspruch (Ja, das gibts auch für Angestellte und Arbeiter bei bestimmten Arbeitgebern), verliert er diesen Anspruch, wenn er sich in einer KV (egal ob GKV oder PKV) zu 100% versichert.
Entweder habe ich etwas nicht verstanden oder es stimmt so nicht.
Eine meiner Kolleginnen ist Beamtin, aber wurde wegen Vorerkrankungen von der Privaten nicht versichert, so dass sie sich gesetzlich versichern musste. Sie kriegt gar keine Beihilfe. Sie zahlt den GKV-Beitrag zu 100% allein und kriegt keine Beihilfe, also nix mit 150%.
Nach Aussage meines Verischerungsvertreters ist das die einzige Konstellation, in der sich der Arbeitgeber gar nicht beteiligt.
Da der Beamte sich zu 100% in der GKV selbst versichern muss, hat er im Prinzip keine Wahl. Wenn der Beamte viele Kinder hat, macht das vielleicht Sinn, aber was ist, wenn diese Kinder aus dem Haus sind? Dann zahlt er auch 100%, aber für sich allein.
Etwas ausführlicher ...
Das Verbot ist eindeutig und richtet sich gegen den rechtswidrigen Vermögensvorteil: § 74 VVG (Art. Überversicherung), Abs. 2. Das einzige, was aktuell als "Überversicherung" durchgeht, ist Krankenhaustagegeld bis 100 EUR.
Das war aber bis zur Novelle 2007 nicht so. Zuvor konnte man sich durchaus bei "geschickter" Abrechnung des Arztes aus der Summe aus Rückerstattungsprämien und steuerlich abgesetzten Leistungen ein gutes Plus "erwirtschaften". Die Preisdifferenz zum GKV-Basistarif, die sich aus der Verfielfachung/Teuerung beim Privattarif ergibt, wirkte gerade beim Punkt "Absetzung" letztlich paradox und wurde - trotz des Zwangs der Privathaftung (sprich: man muß selber jede Rechnung erstmal zahlen) - von manchen mehr als billigend in Kauf genommen.
Die "Rentabilitätslinie" lag bei ca. 120% Überversicherung. Ab da machte es Spaß.
Hat m.E. aber mit der Gehaltsfrage im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Die Fragen, die sich mir stellen, lauten:
[1] Warum wird das Gehalt nach Schularten differenziert? Ist das Gymnasium per se anstrengender als die Grundschule? Machen GrundschulpädagogInnen kein Staatsexamen?
[2] Warum wird eine Planstellen"politik" aufrecht erhalten, die zunächst unterschiedliche Beschäftigungstarife (Beamte vs. Tarifbeschäftigte) und dann auch noch unabhängig vom Bedarf realisiert? Im normalen Leben bestimmt der Mangel den "Preis", oder?
[3] Warum mißachtet man den Leistungsgedanken? Das ist besonders eklatant bei den Beamten. Nicht weil die nichts leisten müssen, sondern weil die leisten können, wie sie wollen, und am Ende womöglich doch die Doofen sind: Denn wenn die Stellen"pyramide" den entsprechenden Karrieresprung nicht hergibt, weil die nächste Stufe des Treppchens "besetzt" ist, darf die Kandidatin die "Beförderung" abschreiben. U.U. sogar final. Ist das sinnvoll? Von den neueren Tarifverträgen, in denen die KandidatInnen Ihre Einstufung durch kleinkariertes Sammeln ihrer Kompetenz"papiere" der jeweiligen Landesregierung nachweisen sollen, will ich gar nicht schreiben. Auch nicht davon, daß ein paar Leute das nichtmal gesagt bekommen, daß sie das sollen. Die dümpeln von Stufe1- zu Stufe1-Vertrag.
Prost!
Stellen sie sich einmal vor ein Gymnasium und eine Grundschule, die Unterschiede werden ihnen sofort auffallen, die Kinder sind unterschiedlich alt und erfordern einen unterschiedlichen Umgang. In einer Hauptschule könnte ein Gymnasilallehrer nicht mal überleben, weil er völlig am Kunden vorbei arbeiten würden - hier wäre der Mensch, nicht der Wissenschaftler gefragt. Mit der Bezahlung hat das aber auch nichts zu tun, jeder Lehrer macht seine Arbeit, so gut er kann. Jeder Lehrer hat sich bewusst - hoffentlich- sein Studienfach ausgesucht. Ich würde auch für die Hälfte des Geldes arbeiten - leider bekäme ich dann schon fast mehr Hartz4 (rechnet man alle Leistungen zusammen) und würde das eher als Hobby betreiben. Ich selbst würde das Sammeln von Papieren natürlich mit akurater Akribie betreiben, da auch ich den vollen Nutzen meines Tuns abschöpfen will. Wenn der Gesetzgeber das fordert, ich komme dem doch nach. Es ist halt ein verrücktes System in dem wir leben, jedem das Meiste und alles auf Antrag. Solange uns das Geld wichtiger ist als das Miteinander und das Leben selbst, solange wird es diesen Neid geben. Mehr Geld ausgeben scheint besseres Leben zu bedeuten.
