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Eintrag vom 03.11.2006 * 155643 Views in 2010

Wie viel verdienen Lehrer/innen?

Die Massen toben, wenn es um das Gehalt von Lehrpersonen in Deutschland geht. Jeder hat nur eine diffuse Vorstellung davon, wie viel Lehrer/innen verdienen - aber es muss RICHTIG VIEL sein. Wie viel ist es wirklich?

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Eine aktuelle Übersicht über das Einkommen von Lehrer/innen finden Sie hier: Lehrergehälter in Deutschland: Bundesländer-Rangliste 2010

Eine kurze und schöne Übersicht - wenn man mal von der Hals brechenden Ausrichtung der “Bundesbesoldungsordnung A” (pdf) ausgeht - über Lehrergehälter findet sich im Lehrerzimmer.

Ich möchte hierzu anmerken:

  1. Den Äußerungen Herrn Raus ist grundsätzlich zuzustimmen. Ich weiß aber nicht, ob Detailfragen (wie Leistungszulage und Anwärterbezüge (für Referendare)) für alle Bundesländer gleich sind.
  2. Die Lehrergehälter unterscheiden sich gnadenlos, wenn man in Beamte und Angestellte unterscheidet. Beamte bezahlen nämlich keine Sozialabgaben und kassieren so netto wesentlich mehr. Aus 3.000 brutto werden dann für einen Beamten knapp 2.300 netto - bei einem Lehrer im Angestelltenverhältnis dürfte es netto deutlich weniger sein (geschätzt 1.600 ohne Vergünstigungen wie Kinder usw.). Während in den westlichen Bundesländern großzügig (z.B. Baden-Württemberg) oder zumindest wohlwollend (z.B. Rheinland-Pfalz) verbeamtet wird, stellen die meisten östlichen Bundesländer inzwischen nur noch im Angestelltenverhältnis ein. Deshalb streiken Lehrerinnen eigentlich nur dort - denn als Beamte dürfen Lehrer/innen nicht streiken.
  3. Als LehrerIn hat man die Möglichkeit, sein Deputat jährlich festzulegen, wenn die Schulleitung und die Schulämter mitspielen (je nach Bundesland entsprechen 100% (=volles Deputat) 25-28 Unterrichtsstunden pro Woche, unterschieden nach der Schulform; an Gymnasien liegt die Maximalstundenzahl niedriger, an Grund- und Hauptschulen höher). Man kann also einfach mal ein paar Jahre lang 60% arbeiten und verdient dann eben weniger. Ideal, um Kinder zu generieren. Interessanterweise vermeiden viele Lehrer/innen diesen Weg und arbeiten stets voll.

Es gilt festzuhalten: Gerade verbeamtete LehrerInnen verdienen nicht schlecht, gemessen an vielen anderen Berufszweigen. Ein Kfz-Mechaniker verdiente 2006 12,45 Euro pro Stunde - das entspricht bei einer 38-Stunden-Woche einem Monatsgehalt von rund 1890 Euro brutto. Sie verdienen aber auch nicht so, dass die neidischen Massen mit den Fingern auf sie zeigen dürfte. Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche.


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Beitrag vom 03.11.2006, 10:01 | diesen Beitrag versenden

645 Kommentare von LehrerfreundInnen

Seite 7 von 7 --- Springen zu: « erste  <  5 6 7

(#601) anmerker meinte am 19.02.2010 dazu:
" na, mikes vorschlag birgt viele risiken. manch ein lehrer wird erst nicht mit seiner ag zugelassen, manch einer bekommt keine eigene klasse. wer dann gut schmiert, bekommt das bessere gehalt. das jetzige system ist m.e. schon in ordnung. es gibt jedem die möglichkeit mehr zu machen, wenn ihm danach ist. in der wirtschaft wird mehrleistung ja auch gesondert abgerechnet. warum also nicht einen ag-zuschlag gewähren? ich z.b. bin nicht bereit meine wenige freizeit- man glaubt es kaum- mit noch einer kostenlosen ag zu füllen. ich bin mit meinen fächern voll zufrieden und zahle schon jetzt aus meiner privaten tasche für notwendige anschaffungen. auch sind die liebgewonnenen springstunden doch auch ein grund, nicht noch mehr in der schule zu verweilen, irgendwann reicht es halt mit arbeit. ich empfinde, dass meine ausbildung und mein verdienst schon gerechtfertigt sind, ich nicht noch kostenlose und freiwillig mehrarbeit machen muss. meine fächer sind kostenaufwändig, nicht einfach so zu machen. im vergleich braucht eine fussball-ag nur einen fussball und einen rasen, ist damit sehr kostengünstig. früher habe ich ausserdem noch auf dem bau und in verschiedenen fabriken gearbeitet, da wurde jede überstunde abgeglichen, warum geht das bei den lehrern nicht auch so. wer will, kann gegen entgeld mehr arbeiten; mir ist meine freizeit wichtiger und ich gehe entspannt und gerne in die schule. einige meiner mehrleister-kollegen sind ständig krank und leiden unter verschiedenen stressbedingten krankheiten. da hilft auch ein wenig mehr geld nicht. ich mache lieber meinen "grunddienst", bleibe damit dem schuldienst langfristig erhalten.
(#602) Mike meinte am 20.02.2010 dazu:
" lieber anmerker, ich bin ganz deiner meinung: für ags und sonstige mehrarbeiten müssen lehrer einen bonus erhalten. am anfang deiner mail schreibst du, meine vorschläge würden "viele risiken" tragen. welche meinst du?
(#603) anmerker meinte am 21.02.2010 dazu:
" hey mike, ich meine, dass so ein system kollegen gegeneinander ausspielen kann. beim einen wird es als mehrarbeit gezählt, beim anderen nicht. hab mal ne computer-ag gemacht, wurden mir als minusstunde angerechnet, weil zuwenig schüler da waren. ich fands ungerecht. die fussball-ag wurde doppelt gerechnet, weil sie so viel zuspruch fand. wer macht die ags, wenn der kollege ausfällt, längerfristig krank wird? bekommt er dann auch das geld gezahlt? wird eine ag mit wenigen schülern genauso gut bezahlt wie eine mit vielen? es wird keine gerechtigkeit geben, keine wirkliche.
(#604) malin meinte am 21.02.2010 dazu:
" In welchem Bundesland seid ihr denn, dass AGs nicht angerechnet bzw. nach der Teilnehmerzahl berechnet werden? Dieses System ist mir völlig unbekannt. Würde mich sehr interessieren, was in anderen Bundesländern so abgeht. Es scheint doch große Unterschiede zu geben.
(#605) malin meinte am 21.02.2010 dazu:
" Ach, noch etwas: bekommt man bei euch mehr bezahlt wenn man eine Klassenleitung hat? Oder wie soll ich deine Äußerung verstehen, anmerker?
(#606) anmerker meinte am 21.02.2010 dazu:
" nein, noch bekommen alles das gleiche. aber auch klassenleitung ist ja mehrleistung. jede sonderleistung, die über das normale maß´hinausgeht, sollte entlohnt werden. klassenfahrten planen und durchführen zählt für mich auch dazu. selbst das schreiben von zeugnissen ist immer wieder eine zusätzliche belastung, die neben dem normalen unterricht gemacht wird. es gibt hier viele dinge, die pausenaufsichten, nachmittagsbetreuung. noch ist alles mit einem lohn abgegolten, jeder macht irgendwie in diesem system mit und findet seinen platz. nun stell dir aber mal vor, es findet sich keiner mehr für diese mehrarbeiten? dann bricht das system zusammen, es geht ja davon aus, dass immer jemand mehr machen möchte.
bsp.: es gibt so viele freie direktorenstellen, keiner will es machen, obwohl es mehr geld gibt. schon da fängt das entlohnungssystem an zu wackeln.
(#607) tintenklecks meinte am 22.02.2010 dazu:
" Das "Entlohnungssystem" wackelt meiner Ansicht nach schon lange! Ich wundere mich, dass LehrerInnen sich bieten lassen, dass immer mehr Arbeit "versickert", die nicht zur Kenntnis genommen wird: durchaus wichtige, systemimmanente Arbeit. Es ist höchste Zeit, dass auch Lehrerarbeitszeit transparent gemacht wird, z.B. anhand eines Jahresarbeitszeitmodells. In Hamburg wird eines an Schulen praktiziert - mit einigen Nachbesserungen. In NRW liegt eines seit April 2009 in der Schublade der Landesregierung, kann aber schon eingesehen werden und wird vorsichtig zur Diskussion gestellt, weil es natürlich Gewinner und Verlierer gibt.
(#608) Mike meinte am 22.02.2010 dazu:
" lieber anmerker,
ich gebe dir absolut recht: gerade als klassenlehrer leistet man so viel mehr arbeit als ein "gewöhnlicher" fachlehrer... dass letzterer genauso viel verdient wie ein klassenlehrer, ist ein sinnbild des ungleichen entlohnungssystems im deutschen bildungswesen. bedenkt man, dass bildung der wichtigste rohstoff deutschlands ist, so wird man bei der fehlorganisation im bildungswesen wirklich traurig. meine forderung an die politik ist ein transparenter katalog für die besoldung von lehrern, der genau vorgibt, welche zulagen man für welche zusatzarbeit erwarten kann. aufbauend auf einem grundbetrag muss es für fleißige lehrer anreize geben, mehr zu leisten! auch um dem klischee des faulen lehrers entgegenzuwirken, ist es höchste eisenbahn, dass sich der lehrerjob wirtschaftlichen leistungskriterien öffnet. solange faule das gleiche bekommen wie fleißige, wird unser berufsstand immer wieder in der diskussion stehen.
(#609) anmerker meinte am 23.02.2010 dazu:
" hey mike, faul und fleißig sind nicht die besten worte dafür. ich bin mit leib und seele fachlehrer, klassenführung liegt mir einfach nicht. ich kann andere dinge besser- und ich bin nicht faul in dem was ich mache. wenn so eine tätikeitsentlohnung mal eingeführt wird, ich werde weiter fachlehrer sein wollen. lieber verzichte ich auf geld als unglücklich ne klasse zu leiten. jeder macht im moment das, was er am besten kann oder will, jeder macht - zumindest die meisten- etwas zusätzlich und die schule klappt. ich gehe gerne in die klassen und mag meinen beruf. aber das leben hat noch mehr zu bieten als nur arbeit. einige meiner kollegen konnten den hals mit zusatzarbeit nicht voll genug bekommen, nun sind sie längerfristig krank. ich will aber gesund und lustig sein, deshalb werde ich mich im zweifelsfalle auf einen grundlohn einstellen, habe noch so viele jahre vor mir und keine lust den spass zu verlieren.
(#610) deinoteros meinte am 23.02.2010 dazu:
" Wenn die Aussage, daß Bildung wirklich "der wichtigste Rohstoff" Deutschlands ist, stimmt und nicht nur eine von führenden Politikern systematisch aufgebaute Lüge ist, dann wundert mich die Arbeitslosenquote unter den qualifizierten Akademikern schon sehr.
(#611) Mike meinte am 23.02.2010 dazu:
" sorry anmerker, ich wollte dich nicht angreifen. ich halte fachlehrer keineswegs für faul, bitte nicht falsch verstehen. faul und fleißg klingt womöglich zu provokant - vielleicht passt ja genügsam und eifrig als wortpaar besser. deine einstellung find ich vollkommen in ordnung. klassenführung muss ja auch nicht sein. was du so schreibst, klingt sehr vernünftig. ich hoffe, du verstehst dennoch meinen einwand, dass eine klassenführung etwas aufwändiger ist als ausschließlich fachunterricht. und dass man dafür ein wenig mehr geld verlangen kann, ist doch nachvollziehbar, oder? gruß von mike
(#612) Schulmeister meinte am 24.02.2010 dazu:
" Ihr tut ja gerade so als könnte man sich aussuchen, ob man Klassenlehrer wird oder nicht. Ich bin Klassenlehrer UND Tutor in der Oberstufe. Das will man zwar vermeiden, aber es kommt eben vor.
(#613) anmerker meinte am 24.02.2010 dazu:
" hey mike, ich denke, ich habe deinen einwand verstanden. ich war schon öfters klassenlehrer und weiß, was da alles an mehrarbeit anfällt. dem einen liegt diese arbeit, dem anderen nicht. mit mehr bezahlung hätte ich aber nicht mehr freude daran gehabt, mehr zeit mit meiner klasse wäre da besser gewesen. ich denke, dass man nicht alles mit geld aufwerten kann, nicht mehr spass dadurch am beruf entsteht. mehr anerkennung wäre mir in meinem falle wichtiger gewesen, aber an dieser anerkennung mangelt es. man kann nicht jede leistung mit geld aufwerten, manchmal wäre ein dankeschön wertvoller. das mit dem geld klingt immer so abrechnend. ich habe den beruf gewählt, weil ich spass daran habe, nicht, weil ich damit viel geld verdienen kann- und soviel ist es ja auch nicht. ich möchte anerkennung und zufriedenheit, glück und ein auskommen haben. geld ist ein letztes argument, um anerkennung zu finden. es ist nur noch ein zahl die einen vom anderen unterscheidet, das letzte für mich, was einen rest von achtung anzeigt.
(#614) korbleger meinte am 24.02.2010 dazu:
" an alle:

Nicht nur die Leitung verschiedener Klassen, auch die Flut der Aufgaben im administrativen Bereich sorgt für zusätzliche Belastungen.... das nimmt derart zu, dass der "eigentliche Unterricht" fast zur Nebensache verkommt, leider... Ich sags nochmal: Wenn nur darauf geachtet werden muss, dass keine Fehler gemacht werden, dass alles "gerichtsnachvollziebar" stimmt, dann hat "Schule" was verpeilt.... der zu erwartende "Schul-TÜV" zeigt das überdeutlich!!
Da sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden, meinetwegen durch eine zusätzliche Stelle für Schulsekretäre oder Sekretärinnen.....
Die Kollegen und Kolleginnen sollte sich wieder auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können. Schulleiter und Schulleiterinnen wissen um die Problematik, sie müssten den "Arsch in der Hose haben", den Kollegen und Kolleginnen den Rücken frei zu halten. Und die Sesselpuper in den Bezirksregierungen sollten dabei den Anfang machen!!! Das wär mal was! Ich habe immernoch nicht begriffen, warum sich Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen! Wer denkt mal an die Schüler? Dieses Statement soll kein Rundumschlag sein, gewiss nicht, ich kenne auch positive Entwicklungen...ich hoffe, dass sich diese Erkenntnisse weiter fortsetzen und wir uns bald wieder dem widmen können, wofür wir ausgebildet sind: Lehren, lernen lehren und uns voll und ganz denen zuzuwenden, die die Schwächsten sind in diesem Spiel: den Schülern! Das wünsche ich mir!!

Und... um zum eigentlich Thema zurückzukehren... eine gerechte Bezahlung und keine Unterschiede mehr zwischen verbeamteten und angestellten Kollegen und Kolleginnen....die sind kontraproduktiv und nicht gerecht....
Liebe Grüße.... an alle Nachdenklichen.....
(#615) Mister M. meinte am 25.02.2010 dazu:
" @korbleger:
> Ich habe immer noch nicht begriffen, warum sich
> Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern
> müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie
> froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!

Sei sicher, dass wird sich in den nächsten 10 Jahren gründlich ändern. Aus demographischen Gründen. Die Schulbehörden werden froh sein, wenn sie noch einen D... finden, der den Job machen will. Wirtschaftskrise hin oder her. die Wirtschaft verstärkt seit Jahren ihre Bemühungen, fähige(!) Absolventen an sich zu binden. Nur der Staat als Arbeitgeber hat den Schuss noch nicht gehört.
(#616) Lehrerin meinte am 26.02.2010 dazu:
" Die Kirche aber auch noch nicht! Und nachdem in den letzten Jahren alles, was einen Stift halten konnte, verbeamtet wurde, kriechen wir auf dem Zahnfleisch. Und Geld wollen die auch nicht ausgeben.
L, an einer kirchlichen Schule tätig
(#617) Rechenkönig meinte am 01.03.2010 dazu:
" 28Unterrichtsstunden sind ein volles Debutat.
Also können wir folgende Rechnung aufstellen:
28Unterrichtsstunden à 45Minuten sind 21 Zeitstunden pro Woche, die ein Lehrer arbeitet.

Da beispielsweise ein Mathelehrer nicht jedes Jahr die Arbeitsblätter für Geometrie etc. neu erstellen muss, sondern bei ein bisschen Ordnung sie jedes Jahr wieder hervorholen kann,
hat er effektiv eine 21Stunden-Woche + ein bisschen Zeit am Kopierer pro Tag.

Viele andere Fächer benötigen ebenso nicht jedes Jahr eine neue Vorbereitung.


Wünschen wir uns nicht alle ein gutes Gehalt mit einer 21Stunden Woche?
(#618) motscho meinte am 01.03.2010 dazu:
" genau, rechenkönig. dann werde doch lehrer. was hindert dich daran?
(#619) Lehrerin meinte am 01.03.2010 dazu:
" @Rechenkönig:
Sie mögen zwar Rechenkönig sein, aber offensichtlich wohl kein Lehrer!
Korrigieren,
Verwaltung,
Ablage,
Zeugnisse,
Gutachten,
Sprechstunden,
Aufsichten,
Konferenzen,
Klassenelternabende,
Mitteilungen an Eltern,
Organisation von Fahrten,
Tage der offenen Tür,
Telefonate,
Absprachen mit Kollegen,
Vertretungsstunden,
"Freistunden", die man ohne eigenen Arbeitsplatz in der Schule absitzen muss,
Erstellung von Klausuren und Nachholklausuren, Abhaltung derselben in der nicht im Deputat enthaltenen "Freistunde",
Beaufsichtigung disziplinarischer Nacharbeiten, Fortbildungen,
eigenständige Weiterbildung zu Hause,
Netzwerkbetreuung,
Organisation von Schüleraustauschen,
Ablage der vorbereiteten und neu erstellten Materialien etc.,
davon haben Sie noch nie was gehört, oder?
Vielleicht könnten Sie ja demnächst unter dem Nick "Traumtänzer" weiterschreiben.
MfG, L.
(#620) anmerker meinte am 01.03.2010 dazu:
" Milchmädchenrechner (Rechenkönig?), da haben wir aber die wanderwoche (7 tage a 24 stunden = 168 h) und ein paar (wöchentlich) Konferenzen vergessen (ca. 8 h pro Monat) sowie Fortbildung (ich mach noch sowas) im Monat nach Feierabend (ca. 10 h Pro Monat). Schon bin ich wieder auf meinen 40 Stunden in der Woche und arbeite sogar Sonntags. Weiterhin dürfen mich die Eltern Nachts anrufen, um mich nach Hausaufgaben zu fragen, darf ich nicht Demonstrieren und muss mir das dumme Gelabere über mein fürstliches Einkommen gefallen lassen.
(#621) malin meinte am 01.03.2010 dazu:
" @Rechenkönig
Erklärst du mir bitte detailliert, wie man das macht, 21 Stunden im Lehrerberuf zu arbeiten? Ich wäre sehr dankbar für einen diesbezüglichen Tip denn meine über 50 Stunden-Woche, der Nachmittagsunterricht, die lärmenden Schüler, die nachmittäglichen Konferenzen wegen verhaltensauffälligen Schülern, Klassenkonferenzen in der Pause, häufige (unbezahlte) Vertretungsstunden, die ständig zunehmenden administrativen Aufgaben, zusätzlich schulische Aufgaben, die nicht innerhalb des bezahlten Stundenpensums liegen wie z.B. Schulhausgestaltung oder Webmaster der Schulhomepage, die lange Fahrtzeit zur Schule etc., rauben mir langsam die letzten Kräfte. Ich bin kein Mathelehrer (die übrigens in unserer Schule auch mehr machen als nur alte Arbeitsblätter verbraten und ein bisschen kopieren) aber ich kann durchaus rechnen - 21 Stunden müssen es ja gar nicht sein, eine normale 40 Std. Woche und ein freies Wochenende wären traumhaft!
(#622) Schulmeister meinte am 01.03.2010 dazu:
" @Rechenkönig
Da ich nicht möchte, dass mein Beitrag zensiert wird, drücke ich mich folgendermaßen aus ***** ***** *******!
(#623) anmerker meinte am 01.03.2010 dazu:
" hey rechenkönig: du hast keine ahnung von dem zeitaufwand in diesem beruf. deine milchmädchenrechnung geht nicht auf, da der wirkliche zeitaufwand wesentlich höher ist.
(#624) pied meinte am 01.03.2010 dazu:
" Hallo ihr Diskutierer, bei der Internetsuche nach 'was verdient ein Lehrer, und wer bezahlt', 'woher kommen und wie begegnet man Unterrichtsausfällen' 'schafft unserer Tochter Gymmi 8.Klasse die Schule und erhält sie genug Input' etc. stießen wir auf dieses Forum.... ... interessant für Außenseiter. Wie ich finde ist dies doch in Zeiten Wirtschaftskriese und demografischem Wandel mal ein ganz andere Problemebene. So hat jeder sein Päckchen zu tragen. Vergesst eins nicht! Immer schön Mensch bleiben ...
(#625) Mister M. meinte am 02.03.2010 dazu:
" @"Außenseiter" pied:
Tja, nur von "Wirtschaftskrise" und "demographischem Wandel" kann man sich nichts kaufen und das bezahlt einem in den Großstädten auch nicht die Lebenshaltungskosten.

Und, wenn Sie schon hier sind:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrer-gehalt-verlierer/3679/
Dort findet man die Lehrer dank diverser Kürzungsorgien und Sparrunden bei den Top 10-Gehaltsverlierern der letzten 18 Jahre.
Die Bankster sind übrigens trotz "Wirtschaftskrise" immer noch unter den Top 10-Gewinnern...Da weiß man wenigstens, wofür man auch als Lehrer seine Steuern zahlt.
(#626) Mike meinte am 02.03.2010 dazu:
" ich versteh es nicht: aus welchem grund geht der rechenkönig in ein solches forum für lehrer, wo er doch nur klischees hinterherrennt und alle lehrer für gut bezahlte jammerlappen hält? einziger grund kann nur sein, uns lehrer aufzuregen und zu ärgern. tut ihm doch nicht den gefallen und seht das ganz cool. da hat sich einer verirrt, der auf die annehmlichkeiten eines lehrers wie lange ferien oder schon um 14 uhr zuhause sein schlicht neidisch ist. würde er für einen tag unseren job machen, würde er das anders sehen.

die lehrerfreund-redaktion wäre bei solchen postings gefragt: da will doch nur einer provozieren. lasst doch sowas draußen...
(#627) Schülerfreund meinte am 03.03.2010 dazu:
" Warum behauptet eigentlich niemand, dass der Nachrichtensprecher der Tagesschau nur 15 Minuten am Tag arbeiten würde?
Der ist doch auch im öffentlichen Dienst und in einer Gehaltsklasse, die sich prima für eine Neiddebatte anbieten würde.
(#628) korbleger meinte am 03.03.2010 dazu:
" an den Anmerker:

die Bezirksregierungen, soweit es sie noch gibt, werden reagiern müssen, da gebe ich Ihnen Recht... dann noch nen Deppen (Dummkopf).. wie auch immer zu finden, wird dann eher problematisch! Ich denke aber, dass die heutigen "Verantwortlichen" alles komplett gegen die Wand fahren werden...und immer zu Lasten der Schwächsten, das sind nun mal die Schüler... egal, ich denke immernoch, ich bin gut und tue, was ich kann, "verlorene Seelen" retten.... aber, wenn das nicht gewollt ist und nicht anerkannt wird, mach ich mich vom Acker und verkaufe "Fetisch-Ware" bei ebay.....
"gebrauchte Socken" hat jeder!!!"

Sorry... aber deutlicher kann ich meine derzeitige Frustration nicht zum Ausdruck bringen...
... und noch was Abschließendes: Menschen, Leute, Männer und Frauen, die nie etwas mit dem Schuldienst zu tun hatten, sollten sich genau überlegen, was sie hier sagen und schreiben....WIR sind die, die was geradezubiegen versuchen..... also unterstützt uns mal und droht nicht gleich mit nem Rechtsanwalt.....
... wir tun das, was in unserer Macht steht...und noch was: ich habe keine Lust mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt zu verrecken.... das ist die Sache nicht wert.... und ein letztes Wort sei gestattet: Ich werde ab jetzt versuchen, mir ein schönes Leben zu machen.... und bevor Ihr auf Beamte schimpft: ICH bin keiner... und wenn schon, wärs auch oki!!!!!

bis nächstens der korbleger
(#629) Doc meinte am 06.03.2010 dazu:
" Es ist schon Wahnsinn, dass Vorurteile, Neid und Selbstmitleid die bestimmenden Faktoren für Aussagen über andere Menschen sind - wer dieses Forum von Beginn an studiert hat wird mir Recht geben...
Dabei liegt es doch in der Person selber... es existieren in ausnahmslos jeder Berufsgruppe "Faulpelze", Mitarbeiter, die sich auf Kosten anderer über Wasser halten und ebenso gibt es in jedem Beruf engagierte Leute, die den Betrieb "am Laufen" halte. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze System, ob Bäcker, Verkäufer, Maschinenführer, Lehrer, Polizist, Arzthelferin, Krankenschwester, Hochschullehrer, Arzt, Reinigungskraft, Politiker, Pfleger - völlig egal! Es liegt am Menschen selber... - nicht am Beruf!
Der Nichtlehrer schimpft über den Lehrer, der Nichtsiemensianer über den Siemensianer, der Nichtbeamte über den Beamten, der Nichtpolitiker über den Politiker, der Arbeiter über den Arbeitslosen, der Nichtselbstständige über den Selbstständigen, der Nichtarzt über den Arzt, der Nichtbanker über den Banker.... jeder ist sich selbst der Nächste und keiner hat eine Ahnung von dem was der andere tut oder leistet, denn Lehrer ist nicht gleich Lehrer, Arzt nicht gleich Arzt, Verkäufer nicht gleich Verkäufer, Pfleger nicht gleich Pfleger....
Also was soll das Ganze?!
(#630) Mike meinte am 08.03.2010 dazu:
" hey doc, ich bin ganz auf deiner seite. das forum zum thema "wie viel verdienen lehrer/innen?" ist ebenso wie der austausch zum thema "quereinsteiger aus der wirtschaft im lehrerberuf" ein tummelplatz der aggressionen. diese schwarz-weiß-malerei erschreckt mich doch sehr. besonders, wenn ich davon ausgehe, dass sich hier lehrer zu wort melden, die aus schülern tolerante, vernünftige menschen formen sollen. anstatt aufeinander verbal rumzuhacken, fände ich es schön, wenn kollegen konkrete vorschläge dafür machen, wie man die vergütung unserer arbeit gerechter und attraktiver gestalten könnte. außer "ihr lehrer seid eh faule jammerlappen" und wütende gegenangriffe gegen diese oberflächliche ansicht ist hier allem anschein nach wenig zu holen. ebenso halte ich die verallgemeinerung, alle regierungspräsidien seien von ahnungslosen amtsschimmeln besetzt, die nur noch "deppen" für den lehrerberuf suchen, für ein klischee, das uns hier beim thema vergütung nicht wirklich weiterbringt. also frage an alle: was kann man konkret dafür tun, dass das schlechte image unseres berufs in der gesellschaft (so wie der rechenkönig sehen viele menschen unseren beruf, so isses leider...) endlich aufpoliert wird? ein transparentes vergütungssystem wäre da ein schritt von vielen. konkrete vorschläge habe ich schon gemacht. grüße von mike
(#631) Miriam vom Vergleich meinte am 27.03.2010 dazu:
" Wir kritisieren seit Jahren die 2 Klassen Gesellschaft innerhalb dieser Lehrerschaft!
Zu Lisa: Nur die Lehrer, die Beamte sind können sich privat versichern.
(#632) Kosake meinte am 15.04.2010 dazu:
" Beamtete Lehrer verdienen doch noch ganz gut.
Nicht viel und nicht wenig. Es ist momentan in jeder Branche schlecht mit Lohnerhöhungen.Außerdem
ist der Euro ja nicht viel Wert.
(#633) SenSesS meinte am 01.06.2010 dazu:
" Ich selbst bin Schüler an einem Gymnasium.. und habe künftig vielleicht vor Lehramt zu studieren.

Ich glaube viele Schüler vergessen das nach der 6,8 oder 10 (wie auch immer) Stunde der Unterricht zwar vorbei, dir Arbeit aber nicht getan ist für ein Lehrer.
Jede Stunde, für jeden Tag braucht ein Konzept.. was macht man mit den Schülern.. wie halte ich den vorgegeben Plan ein usw..
zudem muss man zu bestimmten Zeiten ziemlich viele Arbeiten korrigieren, wo ein Tag auch schonmal Nachts endet und Morgens wieder beginnt..

also Lehrer sein ist nicht so einfach wink
Und.. erstmal werden.. Studium ist nicht = Schule
das Niveau unterscheidet sich deutlich!
(#634) Internat meinte am 03.06.2010 dazu:
" Der Vergleich mit einer Berufsgruppe, die über eine Ausbildung erreicht wird hinkt... Wenn dann hätte hier ein Maschinenbauingenieur herhalten müssen. Der Verdienst von Lehrern ist nur deshalb ein zweischneidiges Schwert geworden, seitdem es eine Zweiklassengesellschaft unter den Lehrern gibt, den Verbeamteten und den lediglich Angestellten...
(#635) Beobachter meinte am 01.07.2010 dazu:
" Der Beruf des Lehrers hat bei einem Teil der Bevölkerung wirklich einen schlechten Ruf. Das hat verschiedene Gründe. Einige dieser Gründe sind nachvollziehbar, andere nicht. Ein sehr bedeutender Grund ist sicherlich die Tatsache, dass ein Teil der Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet ist. Dafür kann der Einzelne nichts. Er wird die Vorteile jedoch hoffentlich zu schätzen wissen.

Insgesamt ist eine Verbeamtung einem großen Teil der Bürger aber schwer vermittelbar. In der heutigen Zeit haben sehr viele Menschen Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Bruttogehälter in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht schlecht, mit den Nettoeinkommen verhält es sich hingegen anders. Die hohen Lohnnebenkosten werden als sehr belastend empfunden. Als Arbeitnehmer zahlt man ein ganzes Berufsleben in die Rentenversicherung ein. Schon heute müssen die Rentenkassen steuerlich bezuschusst werden. Die demografische Entwicklung wird zwangsläufig zu einem Zusammenbruch des heutigen Systems führen, da die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kontinuierlich abnimmt, wohingegen die Zahl der Rentnerinnen und Rentner ansteigt, da sich die durchschnittliche Lebenserwartung mit jedem Jahrgang erhöht. Die Sorge und die Angst vor Armut im Alter ist also berechtigt. Deshalb ist eine private Altersvorsorge angebracht, stellt jedoch eine finanzielle Belastung dar. Die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung besteht für viele nicht, da die nötigen Einkommen nicht erreicht werden. Damit meine ich nicht nur den KFZ-Meister oder Industriekaufmann, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung vergleichbare Berufe wie den der Diplom-Kauffrau oder des Rechtsanwalts (angestellt).
Beamte (auf Lebenszeit) können nicht arbeitslos werden. Gibt es beruflich ein höheres Gut???
Deshalb müssen sie auch nicht in eine Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Beamte bekommen Pensionen. Die Berechnung erfolgt nach dem letzten Einkommen. Wie kann man diese Pensionen gegenüber niedrigeren Renten rechtfertigen. Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.
Wenn man das Nettoeinkommen eines Beamten mit dem eines Angestellten vergleicht, fällt auf, dass Angestellte nicht nur Lohnnebenkosten zahlen, sondern auch eine höhere Einkommensteuer bei gleichem Nettoeinkommen zahlen.

Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Anbetracht der genannten Probleme für diese Previlegien kein Verständnis haben. Trotz Verbeamtung auf Lebenszeit ist das Einkommen eines Gymnasiallehrers sehr gut. Leider machen viele Lehrer den Fehler und vergleichen Brutto-Gehälter. Dass macht nur Sinn, wenn Lehrer ihr Nettoeinkommen auf das Bruttoeinkommen eines Angestellten hochrechnen. Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, in denen gespart werden muss und viele Bürgerinnen und Bürger finanzielle Kürzungen hinnehmen, wirkt die Verbeamtung eines Lehrer mit Arbeitsplatzsicherheit und einem guten Gehalt für viele wie ein schlechter Scherz. Den Previlegien eines Beamten müsste eigentlich ein finanzieller Verzicht gegenüber stehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
(#636) Mister M. meinte am 01.07.2010 dazu:
" @Beobachter:
Zitat: "Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen."

Und DIESEN Vergleich möchte ich einmal sehen. Und der wird leider aus leicht zu erratenden Gründen nicht durchgeführt bzw. die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.

Bei Renten und Pensionen wird leider immer die Durchschnittsrente mit der Durchschnittspension verglichen. Dies ist aber völliger Unsinn, da

1.) in den Durchschnittsrenten viele "unstetige" Berufsverläufe enthalten sind, d.h. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Zeiten der Nichtbeschäftigung aus anderen Gründen (Kindererziehung usw.), Zeiten der freiberuflichen / selbstständigen Tätigkeit usw. Ehrlich wäre, nur gleichartige Erwerbsbiografien zu vergleichen. Und ich behaupte einmal, das die Erwerbsbiografien von Beamten im Durchschnitt deutlich stetiger sind als die der Durchschnittsrentner.

2) Bei den Beamten im Vergleich zu den Rentnern überdurchschnittlich viele Hochschul- und Fachhochschulabsolventen vorhanden sind. Zudem ist jeder zweite Landesbeamte ein Lehrer, und die haben zwingend ein Hochschulstudium hinter sich (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Ehrlich wäre deshalb auch hier ein Vergleich mit einer entsprechenden Zusammensetzung der Rentner: Gerade die Akademiker unter den Rentner bekommen oft noch Betriebsrenten oder sind sogar außertariflich bezahlt, was deren Rentenbeiträge und damit auch deren Rentenhöhe nach oben hin begrenzt und somit die Durchschnittsrente deckelt. Auch die ganzen Freiberufler mit ihren berufsständischen Versorgungswerken (Rechtsanwälte, Ärzte usw.) müsste man in den Vergleich mit einbeziehen.

Kurz: Ein Vergleich von Pensionen mit Renten ist wie der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Er macht keinen Sinn, da die Vergleichsgrundlage eine völlig andere ist.

Zitat: "Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht."

Für das EINSTIEGSGEHALT mag das stimmen, aber das mit den Einkommenssteigerungen bezweifle ich stark. Klar, der Ingenieur oder der Arzt der sich nicht bewegt, hat auch nur eingeschränkte Gehaltsperspektiven. Aber fähige Leute, die sich qualifizieren und auch einmal den Arbeitgeber wechseln oder ihren Facharzt machen, die bekommen auch sehr schnell deutliche Einkommenssteigerungen. Dies ist übrigens ein Grund, der viele Beamte frustriert: Man kann sich den A... aufreißen und wird trotzdem nicht befördert. Befördert wird man nur mit den richtigen Beziehungen bzw. muss ins "Schema" der Vorgesetzten passen. Mit echter Leistung hat das selten etwas zu tun. Klar, das passiert auch in der Privatwirtschaft. Aber dort hat man immerhin noch die Chance, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn es einem zu viel wird. Bei Beamten wird diese Mobilität aber durch die Ministerien extrem erschwert: Man muss Anträge stellen, die aber in der Regel aus "dienstlichen Gründen" abgelehnt werden. Die Motivation zur Leistung steigert das nicht.
(#637) anmerker meinte am 02.07.2010 dazu:
" zur krankenversicherung privat: es macht für beamte keinen sinn sich als einzelperson in der gesetzlichen kasse zu versichern - zumindest nicht in einem bundesland mit beihilfe. krankenkassen versichern nur zu 100 prozent, das kostet ca. 700 euro im monat, ein arbeitgeberanteil von 50 prozent, wie bei einem angestellten, gibt es nicht. zusätzlich ist man zu 50 prozent über die beihilfe versichert. insgesamt wäre man also zu 150 prozent krankenversichert. versichert man sich aber privat nur zu 50 prozent in der privaten, so zahlt man ca. 250 euro pro monat - abgesehen von den besseren leistungen. insgesamt spart man also ca. 450 euro im monat, wenn man sich privat versichert, das sind ca. 5.400 euro im jahr an ersparnis! dieser vergleich gilt aber nur für eine einzelperson, für familien rechnet sich eher die gesetzliche versicherung, da in der privaten jeder einzeln versichert werden muss.
(#638) lehrerin meinte am 03.07.2010 dazu:
" Der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenkasse beträgt schon seit langem nur noch 41%. Zu den gesetzlichen Beiträgen muss man als Angestellte noch etliche Zusatzversicherungen -ohne Arbeitgeberanteil- abschließen, um eine einigermaßen ordentliche Versorgung z.B. beim Zahnarzt zu erhalten.
(#639) Mister M. meinte am 03.07.2010 dazu:
" @Lehrerin:
Die Beihilfe (= Arbeitgeberanteil für Beamte zur Krankenversicherung) zahlt aber auch nicht mehr als die gesetzliche Krankenversicherung. D.h. seinen Zahnersatz, seine Brillen usw. zahlt auch der Beamte komplett aus eigener Tasche, d.h. 50% dafür zahlt der Beamte über seinen eigenen Beitrag zur PKV (vom Netto natürlich), die anderen 50% zahlt er entweder bar oder über von ihm selbst zu tragende Zusatzversicherungen. Also kein Unterschied zu den Angestellten.
(#640) anmerker meinte am 04.07.2010 dazu:
" hallo mr. m, scheinbar nix verstanden? versichere ich mich in der gesetzlichen, werde ich dort zu 100 % versichert (ca. 700 euro). zusätzlich werde ich mit nochmals 50 % in der beihilfe versichert, gesamt also zu 150 %. In der privaten kann ich mich aber zu nur 50 % (ca. 250 euro) versichern, dazu kommt natürlich auch die beihilfe mit 50 %, also gesamt 100 %. die gesetzliche macht überhaupt keinen sinn für einzelne beamte, man legt vieeeeeeeeeel geld bei der gesetzlichen drauf für ne schlechtere leistung.
(#641) @ anmerker meinte am 04.07.2010 dazu:
" Zum Ersten - auch bei den GKVs (Gesetzlichen Krankenversicherung) kann ich mir günstigere KVs suchen, bei denen ich mich für gut 500€ zu 100% versichern kann.

Zum Zweiten zahlt die Beihilfe deutlich weniger als die GKVs, da sie sich - im Gegensatz zu den GKVs - am Minimalkatalog orientiert. Damit bleibt man bei für GKV-Versicherte "normalen" Leistungen oft auf dem Anteil der Beihilfe sitzen.

Zum Dritten kann man sich nicht zu 150% versichern. Versichert sich ein Beschäftigter mit Beihilfeanspruch (Ja, das gibts auch für Angestellte und Arbeiter bei bestimmten Arbeitgebern), verliert er diesen Anspruch, wenn er sich in einer KV (egal ob GKV oder PKV) zu 100% versichert.
(#642) Schülerfreund meinte am 04.07.2010 dazu:
" @anmerker

Entweder habe ich etwas nicht verstanden oder es stimmt so nicht.

Eine meiner Kolleginnen ist Beamtin, aber wurde wegen Vorerkrankungen von der Privaten nicht versichert, so dass sie sich gesetzlich versichern musste. Sie kriegt gar keine Beihilfe. Sie zahlt den GKV-Beitrag zu 100% allein und kriegt keine Beihilfe, also nix mit 150%.
Nach Aussage meines Verischerungsvertreters ist das die einzige Konstellation, in der sich der Arbeitgeber gar nicht beteiligt.
Da der Beamte sich zu 100% in der GKV selbst versichern muss, hat er im Prinzip keine Wahl. Wenn der Beamte viele Kinder hat, macht das vielleicht Sinn, aber was ist, wenn diese Kinder aus dem Haus sind? Dann zahlt er auch 100%, aber für sich allein.
(#643) anmerker meinte am 04.07.2010 dazu:
" Es gibt Bundesländer die keine Beihilfekasse haben. Dort zählt mein Beispiel nicht. Und wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, dann zahlt man halt weiter oder wechselt in die Privatkasse. Vielleicht hat der "@anmerker" ja Recht: rein rechtlich kann es ja sein, dass man den Anspruch auf Beihilfe verliert, wenn man gesetzlich versichert ist. Ich weiß das nicht, reichte meine Rechnungen fleißig weiter in die Beihilfe ein. Bei dieser bescheuerten Konstellation (150 %) macht es Sinn krank zu sein, man verdient dabei sogar. Bei 700 Euro im Monat versucht man natürlich soviel wie möglich wieder zurück zu holen. Wie auch immer, solange es meine Rechenbeispiele gibt, solange gibt es noch keine Bürgerversicherung, in die ich sofort gehen würde, da ich die Ungleichbehandlung zwischen GKV und Privaten bemängele. Solange es aber keine Bürgerversicherung gibt, solange zahle ich mit dem eingesparten Geld eine Wohnung oder ein Auio locker ab, knapp 450 Euro sind auch Geld.
(#644) Scharlach meinte am 05.07.2010 dazu:
" Kurz und knapp: Überversicherung ist erst seit 2007 verboten. Vorher war das nicht nur möglich, sondern recht weit verbreitet.

Etwas ausführlicher ...

Das Verbot ist eindeutig und richtet sich gegen den rechtswidrigen Vermögensvorteil: § 74 VVG (Art. Überversicherung), Abs. 2. Das einzige, was aktuell als "Überversicherung" durchgeht, ist Krankenhaustagegeld bis 100 EUR.

Das war aber bis zur Novelle 2007 nicht so. Zuvor konnte man sich durchaus bei "geschickter" Abrechnung des Arztes aus der Summe aus Rückerstattungsprämien und steuerlich abgesetzten Leistungen ein gutes Plus "erwirtschaften". Die Preisdifferenz zum GKV-Basistarif, die sich aus der Verfielfachung/Teuerung beim Privattarif ergibt, wirkte gerade beim Punkt "Absetzung" letztlich paradox und wurde - trotz des Zwangs der Privathaftung (sprich: man muß selber jede Rechnung erstmal zahlen) - von manchen mehr als billigend in Kauf genommen.

Die "Rentabilitätslinie" lag bei ca. 120% Überversicherung. Ab da machte es Spaß.

Hat m.E. aber mit der Gehaltsfrage im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Die Fragen, die sich mir stellen, lauten:

[1] Warum wird das Gehalt nach Schularten differenziert? Ist das Gymnasium per se anstrengender als die Grundschule? Machen GrundschulpädagogInnen kein Staatsexamen?

[2] Warum wird eine Planstellen"politik" aufrecht erhalten, die zunächst unterschiedliche Beschäftigungstarife (Beamte vs. Tarifbeschäftigte) und dann auch noch unabhängig vom Bedarf realisiert? Im normalen Leben bestimmt der Mangel den "Preis", oder?

[3] Warum mißachtet man den Leistungsgedanken? Das ist besonders eklatant bei den Beamten. Nicht weil die nichts leisten müssen, sondern weil die leisten können, wie sie wollen, und am Ende womöglich doch die Doofen sind: Denn wenn die Stellen"pyramide" den entsprechenden Karrieresprung nicht hergibt, weil die nächste Stufe des Treppchens "besetzt" ist, darf die Kandidatin die "Beförderung" abschreiben. U.U. sogar final. Ist das sinnvoll? Von den neueren Tarifverträgen, in denen die KandidatInnen Ihre Einstufung durch kleinkariertes Sammeln ihrer Kompetenz"papiere" der jeweiligen Landesregierung nachweisen sollen, will ich gar nicht schreiben. Auch nicht davon, daß ein paar Leute das nichtmal gesagt bekommen, daß sie das sollen. Die dümpeln von Stufe1- zu Stufe1-Vertrag.

Prost!
(#645) anmerker meinte am 05.07.2010 dazu:
" Die Arbeit in einem Gymnasium und einer Grundschule kann man nicht miteinander vergleichen, es ist völlig unterschiedlich.
Stellen sie sich einmal vor ein Gymnasium und eine Grundschule, die Unterschiede werden ihnen sofort auffallen, die Kinder sind unterschiedlich alt und erfordern einen unterschiedlichen Umgang. In einer Hauptschule könnte ein Gymnasilallehrer nicht mal überleben, weil er völlig am Kunden vorbei arbeiten würden - hier wäre der Mensch, nicht der Wissenschaftler gefragt. Mit der Bezahlung hat das aber auch nichts zu tun, jeder Lehrer macht seine Arbeit, so gut er kann. Jeder Lehrer hat sich bewusst - hoffentlich- sein Studienfach ausgesucht. Ich würde auch für die Hälfte des Geldes arbeiten - leider bekäme ich dann schon fast mehr Hartz4 (rechnet man alle Leistungen zusammen) und würde das eher als Hobby betreiben. Ich selbst würde das Sammeln von Papieren natürlich mit akurater Akribie betreiben, da auch ich den vollen Nutzen meines Tuns abschöpfen will. Wenn der Gesetzgeber das fordert, ich komme dem doch nach. Es ist halt ein verrücktes System in dem wir leben, jedem das Meiste und alles auf Antrag. Solange uns das Geld wichtiger ist als das Miteinander und das Leben selbst, solange wird es diesen Neid geben. Mehr Geld ausgeben scheint besseres Leben zu bedeuten.

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