Vorlesen im Deutschunterricht

Einen Text zum lauten Vorlesen vorbereiten (Arbeitsblatt) 06.10.2007, 13:09

Hinweise, wie SchülerInnen einen Text zum vortragenden Vorlesen vorbereitend vorbearbeiten - durch Annotationen oder am PC. Arbeitsblatt aus der Zeitschrift "Praxis Deutsch" (199/2006), Niveau Sek I und II.

Anzeige
Das beigefügte Arbeitsblatt wurde uns netterweise vom Friedrich-Verlag überlassen. Es handelt sich dabei um eine Probeseite aus der Zeitschrift Praxis Deutsch.

Vorbereitetes, lautes Vorlesen wird meist an literarischen Texten exerziert - Emotionen und Dramatik stehen hier als Ziel auf dem Plan. Dabei trägt sinnvolles und damit sinnerfassendes Vorlesen gerade auch zum Verständnis von Sachtexten bei. Diesen Ansatz verfolgt Karla Müller in der Unterrichtseinheit “Sachtexte verstehen durch vorlesen”:

In erster Linie gehen die folgenden Unterrichtsvorschläge von der Einsicht aus, dass lautes Lesen nicht am Anfang der Beschäftigung mit einem Text steht, sondern sinnvoll nur aus einer solchen Beschäftigung resultieren kann, also am Ende stehen muss. Der Vortrag konkretisiert das Nachdenken des Schülers über den Text, insofern als er das, was ihm wichtig erscheint, betont, Gliederungssignalie, die er erkannt hat, hervorhebt und auch durch Puasen, Stimmhebungen, Stimmsenkungen etc. hörbar macht, wie er den Text verstanden hat.

Karla Müller: Sachtexte verstehen durch Vorlesen. In: Praxis Deutsch “Vortragen und Vorlesen” (199/2006), S. 49

Cover der Zeitschrift Praxis Deutsch 199/2006

Quelle des Arbeitsblatts
Karla Müller: Sachtexte verstehen durch Vorlesen. In: Praxis Deutsch 199/2006: Vorlesen und Vortragen, S. 46-51 (Niveau Klasse 9-11). Online gibt es auch das Inhaltsverzeichnis (PDF).


Inhalt des Arbeitsblattes:

Einen Text mit Hilfe von Notationen zum lauten Vorlesen vorbereiten

Kennzeichne im Text:
- Betonungen (Unterstreichungen),
- Pausen (Slash-Zeichen),
- Hebungen/Senkungen der Stimme (Pfeil nach oben oder unten) vor einer Pause bzw. am Satzende.

Wenn du den Text am Computer aufbereitest, kannst du für Unterstreichungen auch mit Fettdruck/Farbdruck arbeiten, statt des Slash-Zeichens für die Pause kannst du einen Zeilenumbruch vornehmen. Wichtig ist allein, dass du dich gut in deinem Text auskennst.

Beachte dabei die folgenden Tipps:

- Wende Klangproben an, das heißt: Sprich dir halblaut verschiedene Möglichkeiten vor und entscheide dich dann für die, die dir am passendsten erscheint.

- Sei möglichst sparsam mit Markierung von Betonungen. Nicht jedes sinntragende Wort muss auch betont werden! Das ist hier anders als zum Beispiel bei dem Exzerpieren eines Textes oder bei dem Unterstreichen wichtiger Wörter als Vorbereitung einer Inhaltszusammenfassung.

- Besonders wichtig sind Gliederungssignale des Textes, die dir zeigen, wie der Gedankengang aufgebaut ist, zum Beispiel ob hier etwas aufgezählt wird, ob etwas gegenübergestellt wird oder ob eine zeitliche Reihenfolge beschrieben wird. Sie werden oft betont, damit der Zuhörer leichter der Argumentation folgen kann. Da sie aber nicht immer auch selbst betont werden, solltest du sie anders kennzeichnen als die Betonung (z.B. durch Einkreisen mit dem Bleistift, beim Computer mit Kursivdruck).

Solche Gliederungssignale sind z.B.
- Erstens - zweitens - drittens
- Zunächst - sodann - schließlich
- Früher - heute
- Außerdem, ferner, darüber hinaus
- Einerseits - andererseits
- Zwar - aber
- Nicht nur - sondern auch
- Die meisten - einige jedoch
usw.

- Nicht jedes Komma bedeutet auch eine Sprechpause. Über viele Kommas kannst du flüssig hinweglesen.

- Kennzeichne Stimmhebung bzw. -senkung nur an den Stellen, an denen du diese Markierung wirklich brauchst. Zu viele Markierungen verwirren nur.

Anzeige