Studie

Ältere Väter – dümmere Kinder? 10.03.2009, 19:31

Die BBC berichtet von einer Studie der australischen University of Queensland in Melbourne, in der die kognitiven Fähigkeiten von Kindern älterer Männer mit denen älterer Mütter verglichen wurden. Das Resultat: Die Leistungen von Babys, deren Väter älter sind, liegen in den Bereichen Gedächtnis, Lernfähigkeit und Konzentration unter denen mit jüngeren Erzeugern, während ältere Mütter die Chance auf intelligenten Nachwuchs spürbar steigern.

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Nicht näher benannte Experten sehen dem Artikel zufolge den Grund in der Mutation von Spermien, außerdem weist die BBC darauf hin, dass bereits in der Vergangenheit ältere Väter mit Geburtsfehlern, Autismus und neuropsychiatrischen Fehlern wie Schizophrenie und bipolare Störungen in Zusammenhang gebracht worden seien. Während die Studie in Hinblick auf die Mutter die Vermutung bestätige, dass deren höheres Alter für eine förderlichere Umgebung des Kindes sorge, ließen diese Ergebnisse sich nicht auf den Vater übertragen.

David Hay (Curtin University of Technology) führt auf der australischen Newsseite theage.com.au als mögliche Erklärung für diese Statistik zwar an, dass ältere Väter schlicht über weniger Zeit verfügten, um sich ihren Kindern zu widmen. Dem österreichischen Boulevardblättchen Krone.at zufolge haben Experten im „PloS Medicine“ darauf hingewiesen, dass die vorliegenden Ergebnisse keine eindeutige Erklärung in Hinblick auf die Gründe der Statistik zuließen; der Leiter der Studie, Dr. John McGrath, wünscht sich jedoch in jedem Fall, dass die Regierung stärker auf die Risiken später Vaterschaft hinweist.

Ob nun ein direkter Zusammenhang zwischen weniger klugen Kindern und älteren Vätern besteht oder nicht: Die Forderung, Eltern darum anzuhalten, klügeren Nachwuchs zu produzieren, klingt unschön danach, dass weniger kluge Kinder grundsätzlich weniger wünschenswerte Geschöpfe als solche mit geringeren intellektuellen Kapazitäten seien. Ob dies ein Resultat einer universitätszentristischen Arroganz ist, sei dahingestellt, sicher ist, dass genetische Statistiken ethisch höchst problematische Ratgeber für werdende Eltern sein können.

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