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Schülerin

In Finnland duzen sie Lehrer 16.10.2006, 10:23

Kurzes, interessantes Statement einer 17-jährigen Schülerin aus Finnland über Deutschland und das Schüler-Lehrer-Verhältnis.

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  • (geändert: )

Die 17-jährige Schülerin lebte in Deutschland in einer Gastfamilie und findet die Deutschen "sehr höflich und freundlich":

"[...] Anfangs hat es mich irritiert, dass sie sich gegenseitig die Hände schütteln, aber mittlerweile gefällt mir das”, sagt Terhi und ergänzt: “Weniger gut finde ich, dass Schüler ihre Lehrer siezen. Das schafft zu viel Distanz. In Finnland duzen wir unsere Lehrer oder sprechen sie sogar mit Spitznamen an”.

Mitteldeutsche Zeitung 09.10.2006: Finnen duzen ihre Lehrer

Wahrscheinlich unterscheidet sich die finnische Spitznamen-Kultur von der unsrigen, denn intuitiv scheint einem der Gedanke gewöhnungsbedürftig: “Hey Dickbacke, ich kann das vorletzte Wort nicht lesen.”

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Kommentare

7

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  • #1

    Ich finde es auch eine Zumutung, von Kindern zu verlangen, über die intimsten und weiß ich nicht was für Themen zu sprechen - der Unterricht soll schließlich authentisch sein und “Lernen in Zusammenhängen” erfüllen - aber extra eine so große Distanz wie nur möglich geschaffen wird, indem der glorreiche Lehrer vorne, weit weit weg, am Pult sitzt und von seinen Schülern gesiezt werden muss. Warum der Vorname und ein “du” plötzlich den Respekt rauben soll habe ich nie verstanden.

    schrieb Morgi am

  • #2

    als berufsschullehrin differenziere ich da so’n bisschen - unsere schulleitung lehnt ein duzen von lehrerInnen völlig ab, aber wenn ich ein drittes lehrjahr auf hohem niveau hab’, da finde ich einfach, wenn man mit klugen jungen leuten auf augenhöhe diskutieren kann, führt am gegenseitigen du nichts vorbei!alles andere wäre respektlos den schülerInnen gegenüber!
    und unmöglich finde ich es in so einem fall, dass hochnäsige lehrer ü-20-schüler duzen und darauf bestehen, gesiezt zu werden!
    suse

    schrieb suse am

  • #3

    Ich kann mich hier gut in die Situation von Barbara einfühlen. Als Leiter unserer Schulrockband habe ich meinen Schülern im Verlauf der Zeit das Du angeboten, weil mir dies aufgrund vieler gemeinsamer Aktionen natürlicher und einfach unverkrampfter erschien. Doch insbesondere diejenigen, die ich neuerdings auch im Fachunterricht habe, sind mittlerweile wieder beim Siezen angelangt, auch weil andere Schüler sonst lästern. Man gerät in den Verdacht, bestimmte Schüler zu bevorzugen. Ich empfinde das als bedrückend und denk schon darüber nach, mit meiner eigenen Klasse (eine 10)eine Probezeit zu vereinbaren, in der mich alle duzen dürfen.

    schrieb Jens-H. am

  • #4

    Ich unterrichte an einem deutschen Gymnasium, in dem die Schüler mich während des Unterrichts selbstverständlich siezen. In meiner Theater-AG dürfen mich die Schüler allerdings duzen - das ist erstens unter Theaterleuten üblich, zweitens kommen wir uns bei den Proben so nah, dass ein Sie extrem störend wirken würde. Die Folge ist ein völlig anderer Arbeitsstil in der AG als im Unterricht, freier, unverkrampfter und trotzdem von gegenseitigem Respekt geprägt. Konflikte entstehen natürlich, wenn ich Theater-AG-Teilnehmer auch im Unterricht habe und diese mich dann dort duzen (Die Schizophrenie, mich dann siezen zu müssen, möchte ich ihnen nicht zumuten). Glücklich bin ich mit dieser Situation nicht, da es für die anderen Schüler (trotz Erklärungen) manchmal ein Problem sein kann. Einen Ausweg aus dieser Lage habe ich noch nicht gefunden.

    schrieb Barbara am

  • #5

    Wir Deutschen mit all unseren Vorschriften, Erlassen, Moralvorstellungen und und und ...
    Ich finde es überhaupt nicht verwerflich, wenn Lehrer und Schüler sich duzen. Auf den gegenseitigen Respekt voreinander kommt es an und auf ein freundliches, ehrliches Miteinander.

    schrieb Marie am

  • #6

    Ich konnte mich eine Woche in Kauhava von dem Verhältnis in finnischen Schulen überzeugen. Es war einfach klasse, die Voraussetzungen in den Schulen, sowohl finanziell als auch personell unterscheiden sich vehement von den unsrigen. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis ist trotz Anrede mit dem Vornamen von Respekt und Toleranz gekennzeichnet. Mich erstaunte, dass es z.B. kein Klingelzeichen gab, man beendete die Stunde, wenn man fertig war- und es klappte ohne Zwischenfälle. Fazit: Ich würde sofort in Finnland anfangen als Lehrer, übrigens auch, obwohl sie weniger Geld verdienen als wir-sie sind zufriedener.

    schrieb André am

  • #7

    Man duzt sich nicht nur in Finnland, sondern auch in Schweden und Norwegen.
    Dieses Verhältnis untereinander macht so vieles unkomplizierter, man hat aber trotzdem Respekt vor den anderen.Nur das Königspaar in Schweden wird gesiezt!
    Glaubt mir, dass mach so vieles einfacher und ese funktioniert wirklich!

    schrieb Elli am

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