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Kurzfristige Motivation

Jedes 5. Kind bekommt Geld für gute Noten in Mathe 21.04.2010, 13:26

In der Studie "Rechnen in Deutschland" gaben 20% der Eltern an, ihre Kinder mit Geld für gute Noten in Mathe zu belohnen. Dabei ist zu bezweifeln, ob Geld grundsätzlich einen guten Anreiz für Leistungssteigerungen darstellt.

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  • (geändert: )

Die repräsentative Studie ‘Rechnen in Deutschland’ der Stiftung Rechnen wurde im Sommer 2009 von forsa durchgeführt; unter anderem wurden 1.029 Eltern dazu befragt: “Wie versuchen Sie Ihrem Kind Spaß am Unterrichtsfach Mathematik zu vermitteln?” Das Ergebnis:

Ranking: Diese Möglichkeiten nutzen Eltern, um ihren Kindern Freude an der Mathematik zu vermitteln

  1. Ich versuche, meinem Kind mathematische Zusammenhänge anhand von Alltagssituationen zu erklären (80 Prozent)
  2. Ich sage meinem Kind, dass rechnen können wichtig ist (68 Prozent)
  3. Ich mache mit meinem Kind Kopfrechenübungen im Alltag (67 Prozent)
  4. Ich versuche meinem Kind zu vermitteln, wie viel Spaß ich selbst am Rechnen habe (49 Prozent)
  5. Ich spiele mit meinem Kind Rechen-/Mathematikspiele (41 Prozent)
  6. Ich übe mit meinem Kind viel für den Mathematikunterricht, damit es gute Noten bekommt (31 Prozent)
  7. Mein Kind bekommt von mir Geld für eine gute Note in Mathematik (20 Prozent)
  8. Ich erfülle meinem Kind einen Wunsch für gute Leistungen im Fach Mathematik (17 Prozent)
  9. Ich besuche gemeinsam mit meinem Kind Ausstellungen zum Thema Mathematik

Mehrfachantworten möglich

Pressemitteilung der Stiftung Rechnen vom 20.04.2010: 20 Prozent der Eltern belohnen ihre Kinder mit Geld für gute Mathenoten (pdf)

Die Mehrzahl der Eltern praktizieren Motivationsmethoden, die pädagogisch sinnvoll sind (Erklärung anhand von Alltagssituationen, Übungen, spielen ...). Ob die Gleichung “Geld für gute Noten = Freude am Fach” aufgeht, darf bezweifelt werden. Bei den Voruntersuchungen zur PISA-Studie wurde einem Teil der (Vor-)Proband/innen Geld für ein gutes Abschneiden geboten - was keinen Effekt hatte. Allerdings war das Abschneiden hier in erster Linie vom tatsächlichen Können abhängig - es gab kaum Spielräume, die geldbedingte Motivationsenergie in Kompetenzsteigerung umzumünzen.

Grundsätzlich gilt es zu unterscheiden zwischen intrinsischer Motivation (d.h.: Der Anreiz zur Leistungssteigerung kommt von innen und ist durch die Sache selbst bedingt - im aktuellen Beispiel: Rechnen, Mathematik) und extrinsischer Motivation (d.h.: Der Anreiz liegt außerhalb der Sache - im aktuellen Beispiel also im Geld). Pädagogisch sinnvoller ist in jedem Falle die Förderung intrinsischer Motivation, da hier nachhaltigere Ergebnisse erzielt werden (länger dauernde Motivation, vertieftere Elaboration der Inhalte).

Die Kurzlebigkeit geldbedingter Motivationsmittel haben Untersuchungen aus der Arbeitswelt gezeigt: Durch eine Gehaltserhöhung sind Mitarbeiter/innen zwar zu motivieren - jedoch nur für die Dauer von 1-3 Monaten. Eine wesentlich nachhaltigere Motivationssteigerung konnte durch “persönliche” Anerkennungen wie die Vergabe von Titeln oder Dienstwagen führen.

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Kommentare

1

Zum Artikel "Jedes 5. Kind bekommt Geld für gute Noten in Mathe".

  • #1

    Geld als Anreiz trimmt den Verstand auf eine bestehende Kultur ein, ist aber kein Anreiz sich mit der Materie der Realität auseinander zu setzen.
    Begeisterung lässt sich nicht erkaufen, denn sie entspringt der Freude einer freien Existenz und nicht, wie unter Anwendung von Geld als Anreiz der Kanalisierung (!) der Wahrnehmung in die Erweiterung der Möglichkeiten, eine Scheinfreiheit. Dies muss zum Verlust der Selbstsicherheit führen und schmälert damit die Fähigkeit zur Wahrnehmung (Intelligenz).

    Eltern die denken ihre Kinder mit Anreizen reizen zu müssen stehen unter dem selben Leistungsdruck der eben durch das Kapital selbst erzeugt wird und übertragen diese ursächliche Geltungssucht auf ihre Kinder, die nichts anderes bräuchten als geliebt zu werden, um ihre Fähigkeiten frei zu entfalten.

    Der statistische Prozentwert von 20% gestattet einen deutlichen, tiefen Blick auf unsere Gesellschaft; in wie weit dogmatisches Vordenken zur Anpassung an die bestehende Kultur bereits die natürliche soziale Ordnung der Menschlichkeit zersetzt hat. Wohl gemerkt: Im Fachjargon nennt sich dies Faschismus. Die Vorstellungskraft stagniert, da bestehende Unstimmigkeiten hingenommen werden und andererseits der Mensch auf seiner Kultur beharrt.
    Sogar der eine oder andere Durchbruch in der Wissenschaft wie die Ressourcen -basierte Ökonomie (http://www.venusproject.de), oder auch nur der Wasserstoff-gestützte Verbrennungsmotor (http://www.wasserauto24.de) werden in der von Sport und Spiel Minderwertigkeit durch Erziehung stagnierenden Profit-Gesellschaft ignoriert.
    Der Anreiz zur Stagnation resultiert genau aus dem Kapitalsystem, dass nurmehr nurnoch mit künstlich aufrechterhaltener Güterknappheit und illusorischen, ungedeckten Werten bestehen kann.

    Ich hoffe sehr sie verstehen, was sie ihren Kindern antun, wenn sie diese mit Geld ruhig zu stellen versuchen. Sie geben ihnen Macht, die korrumpiert.

    Informieren sie sich unter http://www.thezeitgeistmovement.com
    http://www.zeitgeistmovement.de
    http://www.thevenusproject.de
    http://www.venusproject.de

    und unterstützen sie uns dahingehend echte Begeisterung zu erschaffen.

    Vielen Dank für ihre Zeit in diesen schnelllebigen Zeiten,

    Martin Riedl

    schrieb Martin Riedl am

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