Lehrer

Lehrer/innen mobben sich 28.05.2004, 23:14

Nach einer Schätzung fühlen sich 10% aller Berliner Lehrer und Lehrerinnen von Kolleginnen und Kollegen terrorisiert.

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Fehlau beklagt die mangelnde soziale Kompetenz vieler Chefs: “Wenn diese nicht als Vorbilder handeln, droht auch im Kollegium unreifes Verhalten.”

Offensichtlich wird in Lehrerzimmern kräftig gemobbt, so legt zumindest der Beitrag “Der tägliche Spießrutenlauf: Mobbing im Lehrerzimmer” nahe.

Der Psychologe und Supervisor Eberhard G. Fehlau berichtet von mit Sekundenkleber verschmierten Schrankfächern, Telefonterror, übler Nachrede und gezielter Ausgrenzung - nicht auf dem Schulhof, sondern in Lehrerzimmern. Fehlau beklagt die mangelnde soziale Kompetenz vieler Chefs: “Wenn diese nicht als Vorbilder handeln, droht auch im Kollegium unreifes Verhalten.”

Die Ursachen betreffen in erster Linie ein generelles und ernstes Problem des gesamten Schulwesens: Lehrer/innen bekommen keine (positive, negative, konstruktive) Rückmeldung von außen - Supervision ist in den meisten Schulen (auch Privatschulen) ein Fremdwort.

Feedback von kompetenten Menschen führt dazu, dass Lehrer/innen ihr Verhalten und ihren Unterricht reflektieren. Wenn Lehrpersonen ihren Unterricht nicht konstruktiv in Frage stellen, werfen sie den circulus vitiosus des ganzen Lehrerelends an (vgl. auch “Lehrer - Höllenjob auf Lebenszeit?”).

Auch, wenn die Zeiten hart sind: Erklärungsmodelle, in denen die saublöden, rotzfrechen und unmotivierten Schüler die Hauptrolle spielen, greifen zu kurz.

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