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Stark unter Druck

Was Schüler/innen stresst (TK-Studie 2010) 14.02.2010, 22:15

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat eine Studie beauftragt, in der schulische Stressfaktoren für Kinder und Jugendliche erfragt wurden. Am häufigsten leiden Schüler/innen unter Leistungsdruck und der Angst vor schlechten Noten. Auch ungerechte Behandlung durch Lehrer/innen ist für viele Schüler/innen ein relevantes Thema.

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  • (geändert: )

In der Forsa-Studie wurden 1000 Eltern zum Stressverhalten ihrer Kinder befragt. Die wichtigsten Stressauslöser sind

  1. zunehmender Leistungsdruck und die Angst vor schlechten Noten (25% der Schüler/innen)
  2. ungerechte Behandlung durch Lehrer/innen (20% der Schüler/innen)
  3. Mobbing, Gefühl der Ausgegrenztheit (12%) - am häufigsten bei den 11- bis 14-Jährigen

Im Schnitt ist jedes zweite Kind von der Schule gestresst, mehr als 10% stehen “schon stark unter Druck”. Die Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Kinder sind deutlich:

Statistisch gesehen sitzen laut TK-Umfrage in jeder Klasse mit 30 Schülern zwei bis drei Kinder, die morgens vor der Schule unter Bauch- oder Kopfschmerzen leiden - Mädchen häufiger als Jungen. “Kinder reagieren ganz unterschiedlich, wenn sie unter Druck geraten. Neben Kopf- und Bauchschmerzen schlafen viele auch schlecht oder sie haben keinen Appetit mehr. Andere Kinder sind aufgedreht und zappelig oder ziehen sich zurück”, sagt TK-Psychologe York Scheller.

tk-online.de: Mit Bauchschmerzen in die Schule: Jedes zweite Kind unter Druck

Die Lösungsansätze der TK zielen in erster Linie auf die Eltern:

Am besten können Eltern mit ihren Kindern in einer ruhigen Minute ins Gespräch kommen - vielleicht vor dem Einschlafen oder bei einem Spaziergang am Wochenende. Zusätzlich rät Scheller dazu, für einen stabilen Tagesrhythmus zu sorgen mit regelmäßigen gesunden Mahlzeiten, festen Hausaufgabenzeiten und Einschlafritualen. Das erleichtert stressgefährdeten Kindern den Alltag. Außerdem brauchen sie ausreichend Ruhepausen und gerade die Kleineren genügend Zeit zum Toben. Zu viele Termine am Nachmittag bedeuten oft nur zusätzlichen Stress. Und: “Lob, auch für kleine Fortschritte und Erfolge, stärkt das Selbstvertrauen und gibt Kindern Gelassenheit”, rät Scheller.

tk-online.de: Mit Bauchschmerzen in die Schule: Jedes zweite Kind unter Druck

Die TK ist tatsächlich an einer Verringerung der gesundheitlichen Risiken interessiert, denn das bedeutet bares Geld. Um so interessanter, dass die TK kein Wort über schulsystembedingte Stressfaktoren wie das G8 oder mangelnde Gelder im Bildungswesen verliert. Dabei wäre gerade dies ein deutliches Signal an die Politik, mehr in die Bildung zu investieren.

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Kommentare

1

Zum Artikel "Was Schüler/innen stresst (TK-Studie 2010)".

  • #1

    “Eltern gefragt”: klar, da steckt auch der Hauptgrund für die Misere an den Hauptschulen:
    Bereits im Kindergarten (mit 3 oder 4 Jahren!!!) ist den Kindern infolge der Familiensozialisierung anzusehen, an welche Schule sie wohl ab S-I besuchen werden.
    Hier hat die Politik endlich anzusetzen mit Förder- und Forderprogrammen für Eltern.
    Wenn sich der Staat schon immer gerne aufbläht, soll er auch dort direktiv sein, wo es dringend angezeigt ist und sich nicht bequem aus der Verantwortung stehlen!

    schrieb lehrer am

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