Bildungssystem

Bildungsfinanzbericht 2008: Immer weniger Geld für Bildung 04.12.2008, 11:40

Der Bildungsfinanzbericht 2008 wurde in den Medien als Erfolgsmeldung kommuniziert, denn die Bildungsausgaben steigen - zumindest gemessen an den Euros. Dass der Anteil der Bildungsausgaben gemessen am BIP (Bruttoinlandsprodukt) tatsächlich immer weiter sinken, wird nur in Nebensätzen erwähnt.

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Eine Google-Suche “Bildungsfinanzbericht 2008” offenbart euphorische Erkenntnisse: Bund, Länder und Gemeinden haben für 2008 Bildungsausgaben in der Höhe von 92.6 Mrd. Euro veranschlagt - 0.8% mehr als 2007, fast 7% mehr als noch 1995.

Diese scheinbar erfreuliche Erkenntnis wird getrübt durch die Frage nach dem Verhältnis dieser Ausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), also der tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Leistung. Während in den Schlagzeilen der Tagespresse Dinge wie “92.6 Mrd. Euro ...”, “6 Mrd. mehr als 1995 ...”, “Bildungsausgaben gestiegen” liest, titelt die kritisch-intelligente Presse anders, so z.B. telepolis: “Anteil der Bildungsausgaben am BIP sinkt”:

[...] Zahlen, Daten und Statistiken den Kommentatoren [lassen] viel Interpretationsspielraum, der auch 2008 wieder ausgiebig genutzt wird. Tatsächlich kann man die Ergebnisse von zwei Seiten lesen. [...]
Dass die Berechnung des Statistischen Bundesamtes trotzdem keine Erfolgsmeldung wurde, liegt am sogenannten “Bildungsbudget”. Unter diesem Stichwort werden alle öffentlichen und privaten Bildungsausgaben betrachtet, die sich seit 1995 zwar erhöhten, aber erkennbar hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückblieben.

telepolis 03.12.2008: Anteil der Bildungsausgaben am BIP sinkt

Wieder einmal zeigt sich, dass wir uns davor hüten müssen, aus den allgegenwärtigen Zahlenwolken (PISA JIM KIM TIMMS IGLU DESI ...) Meinungen zu generieren, die mit der Realität nicht mehr viel zu tun haben.

gefunden und mehr bei telepolis 03.12.2008: Anteil der Bildungsausgaben am BIP sinkt

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