Herbst-Plage

Kopfläuse in Schule und Kindergarten: Die 9 wichtigsten Antworten 19.10.2009, 13:33

Affen beim Lausen
Bild: Simon / pixabay [CC0 (Public Domain)]

Wie sehen Kopfläuse und ihre Eier aus? Wie lange überleben Läuseeier? Sind Kopfläuse gefährlich? Gibt es in allen Schulen Läuse? Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen und eine Übersicht über die Google-Suche nach 'Kopfläuse' im Jahresverlauf.

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Vor allem im Herbst treten Kopfläuse bei Kindern (v.a. im Kindergarten und Grundschule) verstärkt auf - ein Blick auf Google Trends lässt keinen Zweifel daran zu. Im folgenden Bild ist dargestellt, wie oft mit der Suchmaschine Google in den letzten Jahren nach dem Begriff “Kopfläuse” gesucht wurde. Demnach liegt der Höhepunkt der Läusesuche im Oktober, kurz nach Beginn von Schule oder Kindergarten.

Screenshot der Google-Trends-Suche nach 'Kopfläuse'

1. Wie sollen Lehrer/innen auf Befall durch Kopfläuse reagieren?

An fast jeder Schule lässt sich (über die Schulleitung, das Sekretariat oder die Gesundheitsstation) ein Merkblatt für Eltern auftreiben. Solche Merkblätter erhalten Hinweise zur Früherkennung, zur angemessenen Reaktionsweise und zur Behandlung. Es ist wichtig, dass sowohl Eltern als auch Kinder gut informiert sind. So kann bspw. vermieden werden, dass:

  • betroffene Kinder ausgegrenzt werden.
  • Eltern aus falscher Scham den Läusebefall ihres Kindes verschweigen.
  • Eltern zu lange warten, bis sie etwas unternehmen.
  • Eltern gereizt reagieren, wenn ihr Kind einige Tage nicht in die Schule/in den Kindergarten darf.

Wichtig ist auch, dass die Lehrer/innen selbst nicht panisch reagieren (s.u. “Wie werden Kopfläuse übertragen?”).

2. Wie sehen Kopfläuse und ihre Eier (“Nissen”) aus?

Kopfläuse sind zwischen 1 und 5mm lang und von dunkler Färbung (von grau bis dunkelbraun). Die Eier der Kopfläuse sind dunkler Färbung. Weiße Eier sind tot.

Kopfläuse - Großaufnahme
Bild: Wikimedia Commons

3. Wie erkennt man, dass ein Kind Kopfläuse hat?

Ein deutliches Zeichen ist der Juckreiz auf dem Kopf und das Kind sich kratzt. Allerdings kann der Juckreiz die Reaktion des Körpers auf den Biss sein und damit bis zu mehrere Wochen nach dem Lausbefall eintreten.

Besonders häufig betroffen sind die Haarbereiche an den Schläfen, über den Ohren und hinten im Nacken. Dort finden sich bei Befall die Nissen. Allerdings sind diese mit bloßem Auge oft kaum zu erkennen; deshalb wird mit einem Nissenkamm durchgekämmt. Die Nissen kleben am Haar, ein normaler Kamm ist deshalb aufgrund seiner weiten Zinken nicht geeignet. Ein Nissenkamm hat weniger als 0.3mm Abstand zwischen den Zinken.

Das Auskämmen erfolgt über einer hellen Unterlage. Die ausfallenden Nissen können so am besten erkannt werden (siehe auch: familienhandbuch.de: Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, Abschnitt ‘Erkennen’).

4. Wie werden Kopfläuse übertragen?

Einer der hartnäckigsten Mythen um Läuse: Läuse können nicht von einem Kopf zum anderen springen. Auch der Übertragungs(um)weg über Jacken oder Schals wird kaum gewählt. Das hängt damit zusammen, dass Läuse ohne ihren Wirt und seine Wärme höchstens zwei Tage überleben. Die bevorzugte Übertragung geht also direkt von Haar zu Haar. Das erklärt, warum besonders Kindergärten und Grundschulen von Läuseepidemien betroffen sind, da die Kinder hier mehr Körper- und Haarkontakt betreiben als in höheren Schulstufen.

5. Wie lange überleben Läuseeier?

Die Eier der Kopflaus überleben rund eine Woche. Allerdings schlüpfen die Läuse nur in der Kopfwärme des Wirts. Panik wegen eines möglicherweise heruntergefallenen Läuseeis ist nicht angebracht. Es genügt auch, Kopfkissen und Kuscheltiere bei 60 Grad zu waschen.

6. Was fressen Läuse?

Läuse ernähren sich vom Blut, das sie aus der Kopfhaut des befallenen Menschen saugen.

7. Sind Kopfläuse gefährlich?

In sehr seltenen Fällen wird von Entzündungen auf der Kopfhaut berichtet, vor allem dann, wenn die Läuse zu spät erkannt werden. Diese Entzündungen sind fast immer durch das Kratzen mit den Fingernägeln an der Kopfhaut verursacht. Ansonsten sind die Läuse ungefährliche Zeitgenossen.

8. Welche Kinder sind von Kopflausbefall betroffen?

Alle Kinder bekommen mal Läuse. Dass eine Kindheit völlig lausfrei verläuft, ist heute höchst unwahrscheinlich. Der Lausbefall ist dabei völlig unabhängig von der sozialen Herkunft. Anders ausgedrückt: Wenn ein Kind Kopfläuse hat, dann sagt das nichts darüber aus, ob zuhause unhygienische Zustände herrschen. Es wurde sogar schon behauptet, dass Läuse frisch gewaschenes Haar bevorzugen würden, weil die Läuseeier an fettigem oder schmuddeligem Haar nicht gut haften könnten.

9. Welche Maßnahmen trifft man bei Lausbefall?

Als Hausmittelchen wurden Spülungen mit Apfelessig vorgeschlagen (50/50-Verdünnung, mehrmals täglich für mindestens 14 Tage), ebenso das Waschen der Haare mit Salzwasser. Ansonsten halten Pharmahersteller eine Unzahl an kommerziellen Entlausungsmitteln bereit, die in den meisten Fällen auch ihrem Zweck dienen dürften. Fragen Sie betroffene Personen nach ihren Erfahrungen. Das Internet ist in dieser Hinsicht kein guter Ratgeber, da viele der Kopflaus-Seiten von Pharmafirmen betrieben werden, was auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich ist. Entsprechend subjektiv sind die Informationen.

Was offensichtlich nicht wirkt, aber immer wieder ausprobiert wird, ist die Behandlung mit heißer Luft (z.B. Fön oder Trockenhaube mit Heißluft). Die Läuse überstehen diese Behandlung absolut unbeschadet.

Letztlich kann man unkompliziert in die Apotheke gehen und sich dort beraten lassen. In der Apotheke sind zahlreiche Präparate erhältlich, deren Wirksamkeit angeblich belegt ist:

  • Kokonussöl (biologisch) (Mosquito Läuse Shampoo)
  • Permethrin (Infectopedicul ®)
  • Pyrethrum + Piperonylbutoxid + 4-Chlor-3-Methyl-phenol (Chlorocresol) + Di-ethylenglykol (Goldgeist®)
  • Allethrin + Piperonylbutoxid (Jacutin N Spray ®)
  • Nyda L
  • Bug Buster Kit

familienhandbuch.de: Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, Abschnitt ‘Erkennen’

Hier erhält man auch den Hinweis, dass schwangere Mütter, die von Läusen befallen wurden, “nicht alle Mittel” anwenden dürfen.

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