Deutschunterricht

Klassischer (pyramidaler) Aufbau des Dramas - Arbeitsblatt (für alle klass. Dramen geeignet) 25.08.2008, 22:41

Ausschnitt: pyramidaler Aufbau des Dramas nach Gustav Freytag

Die Behandlung der klassischen Dramenform mit fünf Akten ist ein traditionelles Thema des Deutschunterrichts (Oberstufe, Ende Sek I). Der pyramidale Aufbau (1. Exposition, 2. Steigerung, 3. Umschlag, 4. Verzögerung, 5. Katastrophe) ist hier auf einem Arbeitsblatt festgehalten, in das die SchülerInnen die wesentlichen Inhalte der einzelnen Akte eintragen können.

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Die klassische, fünfaktige Dramenform, wie sie z.B. bei Lessing oder Schiller zu finden ist, dient im Deutschunterricht einer systematischen Strukturierung der Handlung und der Sensibilisierung für Spannungsbögen und Aufbauprinzipien. In der Regel bedienen wir uns dabei des pyramidalen Aufbauschemas nach Gustav Freytag, in dem die Handlungsdynamik schön veranschaulicht wird.

pyramidaler Aufbau des Dramas nach Gustav Freytag

In der akademischen Literaturwissenschaft ist diese pyramidenförmige Konstruktion zur Aufbaubeschreibung des klassischen Fünfakters nicht immer kritiklos hingenommen worden. Gero v. Wilpert verweist im Sachwörterbuch der Literatur darauf, dass für die Handlungsentwicklung Exposition, Peripetie und Katastrophe als wichtigsten Stufen anzusehen sind. Die klassische Unterteilung in fünf Akte (wie Freytag sie vornimmt) entspricht zwar der Gliederung klassischer Dramen,

gilt jedoch nur für das Zieldrama, nicht für analytische Dramen, und ist trotz der weiten Wirkung letztlich unzulänglich, da es den Aufbau vom Schicksal der dramatischen Figuren her ableitet; infolge der Zielstrebigkeit jedes Dramas steht jedoch jede Einzelheit in Beziehung zum Handlungsergebnis (beim analytischen Drama rückwärtig zum Ausgangspunkt) und gewinnt ihre aufbautechnische Funktion durch die Weiterentwicklung zum Gestaltungsziel hin.

Gero v. Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur, 7., verbesserte und erweiterte Auflage Kröner:Stuttgart 1989, S. 208 [Querverweise und Abkürzungen von der Red. entfernt]

Im schulischen Bereich ist die Orientierung am Pyramidenschema jedoch auf jeden Fall didaktisch sinnvoll und für Interpretationsvorgänge auch in der Oberstufe ausreichend. Für diese Einstellung spricht auch die häufige Verwendung des Schemas in entsprechenden Lehrerhandreichungen.

Arbeitsblätter zum Aufbau des klassischen fünfaktigen Dramas

Das Aufbauschema kann am besten verinnerlicht werden, indem die Schüler/innen es auf ein Drama anwenden. Dabei empfiehlt sich folgender Unterrichtsaufbau:

  1. Vorstellung des Aufbauschemas durch die Lehrperson, Folie oder Tafelbild “Aufbau des klassischen Dramas” (Bilddatei)
  2. Besprechung anhand des aktuellen Dramas, evtl. Arbeitsteilung (gruppenweise Bearbeitung der einzelnen Akte mit Begründung: Inwiefern entspricht in unserem aktuellen Drama Akt x dem Aufbauschema?)
  3. Einordnung der wichtigsten Handlungsereignisse in das Schema

Die Einordnung erfolgt anhand der Arbeitsblätter. Die SchülerInnen halten die wichtigsten Inhalte des Dramas auf dem Arbeitsblatt fest; in Anordnung und Durchführung bleiben sie dabei frei, wobei der Eintrag der Stichwörter/Texte tendenziell unter der jeweiligen Überschrift erfolgt.

Die Arbeitsblätter zum Aufbau des Dramas liegen in verschiedenen Varianten vor:

Vorgefertigt für im Deutschunterricht häufig behandelte Dramen (einziger Unterschied ist jeweils die Überschrift):
Mit Platzhalter für den Namen des Dramas
Tragen Sie unter “Aufbau des Dramas” vor dem Kopieren handschriftlich den Namen des Dramas ein: Arbeitsblatt: Aufbau des Dramas mit Platzhalter (pdf)
Als Bilddatei zum Einfügen in ein Textverarbeitungsdokument
Fügen Sie das Bild ein und gestalten Sie das Dokument (mit Überschrift und evtl. weiteren Anmerkungen) nach eigenem Gutdünken: Aufbau des Dramas (Bilddatei), in hoher Qualität für Vergrößerung: Aufbau des Dramas (Bilddatei, 150dpi)
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