Kabale und Liebe

Leander Haußmann über Schillers Figurengestaltung 08.10.2005, 01:53

Bei der Verfilmung von Kabale und Liebe musste sich der Regisseur L. Haußmann ausgiebig mit den von Schiller gezeichneten Figuren befassen. Und er hat etwas sehr Kluges gesagt.

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In einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 24.09.2005 äußert er nämlich, dass ihm bei der parallelen Arbeit am Theater und am Filmset aufgefallen sei,

dass Schiller eben genau darin ein Genie ist, dass er seine bösen Figuren mit großer Liebe behandelt. Wie er sie ausstattet mit menschlichen Schwächen und auch tragischen Seiten.

L. Haußmann, 24.09.2005

Auch wenn wir immer noch von oben bis unten zu unserem Verriss von Leander Haußmanns "Kabale-und-Liebe"-Verfilmung stehen, hätte man dieses Phänomen doch nicht schöner ausdrücken können - wenn es einem denn aufgefallen wäre.

 

Haußmann-Zitat im Unterricht

Dieses Zitat kann gut als Arbeitsimpuls im Unterricht verwendet werden, z.B. bei der Vorbereitung auf eine Kabale-und-Liebe-Klausur oder während einer zusammenfassenden Einheit, die auf's Abitur vorbereitet. Die SchülerInnen sollen in arbeitsteiliger Gruppenarbeit das Zitat für die einzelnen Bösewichter (Wurm, Präsident, Hofmarschall (Lady Milford??)) verifizieren, indem sie Textstellen suchen, an denen solche menschliche Schwächen und tragische Seiten zum Ausdruck kommen.

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