Privatschule

Privatschulen auf Erfolgskurs 14.12.2008, 21:32

Die Zahl der Privatschulen in Deutschland explodiert - mehr als 900.000 Schüler/innen besuchen eine. Eine traurige Erkenntnis: Wer das Geld hat, überlässt seine Kinder nicht dem staatlichen Bildungswesen.

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Wie der VDP (Verband Deutscher Privatschulverbände) im Jahr 2008 mitteilt, besuchen in Deutschland inzwischen mehr als 900.000 Schüler/innen (= 8% aller deutschen Schüler/innen) eine Privatschule.

Dabei spielt sich der eigentliche Boom derzeit noch auf den Wartelisten ab: Aufgrund bürokratischer und finanzieller Hürden ist es in Deutschland nämlich immer noch sehr schwer, eine Schule in freier Trägerschaft zu gründen. Daher hinkt das Angebot der Nachfrage hinterher.“

Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. 12.12.2008: Zahl der Privatschulen in Deutschland wächst rasant

Denn an vielen Privatschulen wird wesentlich besserer Unterricht gemacht als an staatlichen Schulen. Privatschulen sind den Gesetzen des freien Marktes unterworfen und müssen deshalb Qualität (oder manchmal auch: gute Noten) liefern. Durch das Unterangebot an Privatschulen wird sich dieser erfreuliche Zustand vielleicht bald ändern.

Der VDP gibt sich altruistisch: “Gute Bildung” sei das Ziel.

„Wir wollen gute Bildung für alle. Grundvoraussetzung dafür ist die bessere finanzielle Förderung von Privatschulen, um Schulgelder sozial verträglich zu halten und allen Kindern unabhängig von ihrem finanziellen Hintergrund den Zugang zu freien Einrichtungen zu ermöglichen.

Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. 12.12.2008: Zahl der Privatschulen in Deutschland wächst rasant

Das klingt edel, allerdings wird der Besuch einer Privatschule für die Endverbraucher/in stets teurer sein als der einer staatliche (und damit: kostenlose) Schule. Der Besuch einer Privatschule wird also niemals “unabhängig vom finanziellen Hintergrund” verlaufen können. Privatschulen werden immer eine elitäre Einrichtung sein. Durch den Boom öffnet sich die Bildungsschere weiter, da das staatliche Schulwesen offensichtlich ein “No Go” darstellt - für die, die es sich leisten können.

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