Hessen

Rauchverbot an Schulen in Hessen ab 2005 26.12.2004, 00:47

An hessischen Schulen gilt ab Januar 2005 das totale Rauchverbot. Kultusministerin Karin Wolff (CDU) erntet dafür von ihrer Amtskollegin Annette Schavan (CDU) und der GEW missgünstige Worte. Warum?

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Ein Rauchverbot sei einerseits leicht zu umgehen, andererseits eine nur oberflächliche Gegenmaßnahme:

Schulen sind keine Schonräume und schon gar keine Tabuzonen, in denen der Eindruck erweckt werden darf, als gäbe es die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht.

Pressemitteilung GEW, 23.12.2004

GEW, Annette Schavan (CDU) und Marion Caspers-Merk (SPD) schlagen damit in die gleiche Bresche - sehr zum Verdruss von Landeselternbeiräten und ganzer grüner Landesverbände:

“Ein Rauchverbot ist ein wichtiger Teil der Prävention”, erklärte die Grünen-Abgeordnete Brigitte Lösch.

Lehrer/innen als Wähler/innen

Ende 2004 sind stark 61 Mio. Deutsche wahlberechtigt. Davon sind mehr als 800.000 Lehrpersonen, also satte 1,3%. Den nicht rauchenden Lehrer/innen ist das totale Rauchverbot an Schulen im Großen und Ganzen egal - aus pädagogischen Gründen sind die meisten relativ unengagiert dafür. Anders die Raucher/innen. Pädagogisch einsichtig werden sich viele dem gesetzlichen Gebot beugen - doch die Lebensqualität wird abnehmen, eindeutig, die Straßenseite gegenüber stellt einem Pranger gleich das neue Pausendomizil der rauchenden Lehrperson dar. Die für dieses regnerische Fiasko verantwortliche Politikperson muss in diesem Fall mit Stimmeneinbußen rechnen. Und die Gewerkschaft natürlich ebenso.

Scharnier zur Wahrheit ist hier die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), die auch ein EU-weites Verbot von Tabakwerbung ablehnt. Besoffen von der Profittüchtigkeit ihres Bosses Gerhard Schröder (SPD) argumentiert sie gegen ein EU-weites Verbot der Tabakwerbung:

“Es ist schwierig, für ein legales Produkt ein Totalwerbeverbot zu erlassen”

Deutschland ist das einzige Land der EU, das vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das Werbeverbot klagt. Wozu dann die wilden Aktionen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (wie z.B. rauchfrei - Startpaket u.ä.)? Wir wissen nur: Raucher/innen sind qua suchtbedingter Leidenschaftlichkeit perfekte Stimmen- und Steuergeber/innen.

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