KMK

KMK: Schülerzahlen werden bis 2020 dramatisch sinken 01.02.2005, 02:04

Die Kultusministerkonferenz hat die neue "Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2003-2020" veröffentlicht. Darin wird ein starkes Absinken der Schülerzahlen prognostiziert.

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Zusammengefasst: Bis 2006 wird ein Anstieg der Schülerzahlen zu verzeichnen sein, in den Jahren bis 2020 ein Rückgang um rund 15%. Wir zitieren die Pressemitteilung der KMK.

Danach wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Deutschland bis zum Jahr 2020 voraussichtlich von 12,5 Mio. um 17,6 Prozent auf 10,3 Mio. zurückgehen. In den alten Ländern steigt die Schülerzahl ausgehend von 10,18 Mio. in 2003 noch bis zum Jahr 2005 auf 10,25 Mio. an, um anschließend bis 2020 auf 8,55 Mio. zu sinken. Das bedeutet gegenüber 2003 einen Rückgang um 1,63 Mio. (16,0 Prozent). In den neuen Ländern besuchten im Jahr 2003 rund 2,28 Mio. Schülerinnen und Schüler die allgemein bildenden und beruflichen Schulen. Das ist der bisher niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler wird bis 2011 um weitere 640.000 (28,0 Prozent) auf 1,64 Mio. zurückgehen, anschließend ist bis 2020 wieder ein leichter Anstieg auf 1,71 Mio. zu erwarten. Betrachtet man die einzelnen Bildungsbereiche, ergibt sich für das gesamte Bundesgebiet folgendes Bild: Für den Primarbereich wird ausgehend von 3,19 Mio. Schülerinnen und Schülern im Jahr 2003 noch ein Anstieg auf 3,28 Mio. bis 2006, danach bis 2017 ein Rückgang um 450.000 (13,8 Prozent) auf gut 2,82 Mio. erwartet. Im Jahr 2020 werden mit 2,84 Mio. wieder geringfügig mehr Schülerinnen und Schüler den Primarbereich besuchen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich I geht im Prognosezeitraum von bundesweit knapp 5,27 Mio. im Jahr 2003 um mehr als 1,14 Mio. (21,7 Prozent) auf gut 4,12 Mio. zurück. Im Sekundarbereich II (allgemein bildende und berufliche Schulen) wird die Schülerzahl von 3,51 Mio. noch bis zum Jahr 2006 um 130.000 (3,8 Prozent) auf 3,65 Mio. steigen, danach bis 2020 fast kontinuierlich um 750.000 (20,5 Prozent) auf 2,9 Mio. zurückgehen. Die Zahl der Absolventen und Abgänger aller allgemein bildenden Schulen betrug bundesweit im Jahr 2003 knapp 950.000. Sie steigt voraussichtlich noch bis zum Jahr 2006 um gut 25.000 auf 975.000, um danach - abgesehen von zwei Spitzen in den Jahren 2011 und 2013 aufgrund doppelter Abiturjahrgänge - bis 2020 um knapp 190.000 (19,2 Prozent) auf rund 790.000 zu sinken. Im Jahr 2003 beendeten 1,08 Mio. Schülerinnen und Schüler die Bildungsgänge an den beruflichen Schulen. Bis zum Jahr 2007 ist mit einer Zunahme der Absolventenzahlen um 67.000 (6,3 Prozent) auf 1,15 Mio. zu rechnen. Danach setzt ein nahezu kontinuierlicher Rückgang ein, so dass für 2020 noch 970.000 Absolventen der beruflichen Schulen erwartet werden. Die Zahl der Studienberechtigten (Absolventen der allgemein bildenden und beruflichen Schulen mit Hochschul- und Fachhochschulreife) steigt voraussichtlich von 369.000 im Jahr 2003 bis auf 419.000 in 2008 an. Nach einem kurzzeitigen Rückgang sind auf Grund der doppelten Abiturjahrgänge im Jahr 2011 etwa 446.000 Absolventen mit Hochschul- und Fachhochschulreife und damit 76.000 (20,7 Prozent) mehr als im Jahr 2003 zu erwarten. Eine weitere Spitze wird es im Jahr 2013 mit 429.000 Absolventen geben. Entsprechend stärker fällt der anschließende Rückgang bis auf 356.000 am Ende des Prognosezeitraums aus. Damit- würde bei gleich bleibenden Bedingungen die Zahl der Studienberechtigten 2020 um 13.000 (3,6 Prozent) unter dem Stand von 2003 liegen. Ursächlich dafür ist die demographische Entwicklung in Deutschland. Die Kultusministerkonferenz strebt jedoch eine Erhöhung der Zahl der Studienberechtigten an und geht davon aus, dass die bildungspolitischen Maßnahmen greifen werden.

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