Lehrer-Gehalt

Studie: Wie nehmen verbeamtete und angestellte Lehrer/innen die ungleiche Entlohnung wahr? 26.03.2017, 09:57

Angestellte Lehrer/innen verdienen deutlich weniger als ihre verbeamteten Kolleg/innen. Michael Popp, Uni Bayreuth, hat Lehrer/innen in einer deutschlandweiten Studie zu ihrer Wahrnehmung dieser Ungleichheit befragt.

Waage mit ungleicher Ausrichtung
Bild: pixabay/maxmann [CC0 (Public Domain)]
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Michael Popp, Portrait (100 px)Michael Popp (Dipl.-Kfm.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre der Universität Bayreuth. Er beschäftigt sich im Rahmen seiner Dissertation mit Einkommensunterschieden im öffentlichen Dienst und versucht die Werttreiber der Einkommensdifferenzen zu bestimmen. 

Ein Gastbeitrag von Michael Popp - vielen Dank! Hervorhebungen vom Lehrerfreund.

Ergänzung 19.08.2017: Seit Juni 2017 ist die Dissertationsschrift des Autors zum Thema im lokalen Buchhandel oder online erhältlich:
Michael Popp: Einkommensunterschiede von angestellten und Beamten im Bildungssektor. Eine modelltheoretische und empirische Studie zu den Einflussfaktoren

Hintergrund und bisherige Erkenntnisse

Die politische und gesellschaftliche Brisanz ungleicher Entlohnung im Bildungssektor ist weithin bekannt. Dennoch wurden bis heute nur wenige Versuche unternommen, um das tatsächliche finanzielle Ausmaß dieser Gegebenheit näher zu beleuchten. Im Artikel Angestellte Lehrer haben 11.000 Euro weniger Lohn pro Jahr - netto wurden die Ergebnisse einer Modellrechnung kurz skizziert. Es zeigte sich, dass die Einkommensdifferenzen zwischen angestellten und verbeamteten (Gymnasial-)Lehrern zwischen den Bundesländern stark variieren. In jedem Fall nehmen die Differenzen aber ein beachtliches Ausmaß an. Für drei Familienszenarien (ledig, verheiratet sowie verheiratet mit zwei Kindern) sind nachfolgend noch einmal die Minimum- und Maximumdifferenzen der Nettolebenseinkommen[1] dargestellt:

1. Szenario 1 (ledige männliche Gymnasiallehrkraft (A13 vs. E13)):

  • niedrigste Differenz in Höhe von 93.000 Euro in Rheinland-Pfalz
  • höchste Differenz in Höhe von 206.000 Euro in Bayern

2. Szenario 2 (verheiratete männliche Gymnasiallehrkraft (A13 vs. E13)):

  • niedrigste Differenz in Höhe von 135.000 Euro in Rheinland-Pfalz
  • höchste Differenz in Höhe von 313.000 Euro in Bayern

3. Szenario 3 (verheiratete männliche Gymnasiallehrkraft mit zwei Kindern (A13 vs. E13)):

  • niedrigste Differenz in Höhe von 210.000 Euro in Brandenburg
  • höchste Differenz in Höhe von 372.000 Euro in Bayern

Selbst im Fall der niedrigesten Einkommensdifferenz verdient demnach ein angestellter Lehrer (im Barwert) knapp 90.000 Euro weniger als sein verbeamteter Kollege. Die höchste Differenz ist ziemlich genau das Vierfache dieses Betrags und beträgt etwa 372.000 Euro.
Diese hohen Differenzen lassen sich mitunter schwierig greifen, weshalb für alle 16 Bundesländer (je nach Familiensituation) ein Betrag ermittelt wurde, den ein Angestellter jährlich während seines aktiven Berufslebens brutto mehr verdienen müsste, um insgesamt mit dem Beamten finanziell gleich gestellt zu sein. Nachfolgende Aufzählung zeigt wiederum verkürzt die Minimal- und Maximalbeträge dieser berechneten jährlichen Zuschlagszahlung[2]:

1. Szenario 1 (ledige männliche Gymnasiallehrkraft (A13 vs. E13))

  • niedrigste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 4.300 Euro in Rheinland-Pfalz
  • höchste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 9.800 Euro in Bayern

2. Szenario 2 (verheiratete männliche Gymnasiallehrkraft (A13 vs. E13)):

  • niedrigste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 4.500 Euro in Rheinland-Pfalz
  • höchste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 11.000 Euro in Bayern

3. Szenario 3 (verheiratete männliche Gymnasiallehrkraft mit zwei Kindern (A13 vs. E13)):

  • niedrigste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 7.300 Euro in Rheinland- Pfalz
  • höchste jährliche Zuschlagszahlung in Höhe von 13.200 Euro in Bayern

Auch die Frage nach den verantwortlichen Einflussfaktoren konnte im Rahmen des Artikels Angestellte Lehrer haben 11.000 Euro weniger Lohn pro Jahr - netto bereits geklärt werden. Bei einer Durchschnittsbildung der Ergebnisse aller 16 Bundesländer zeigt sich für eine verheiratete Lehrkraft mit zwei Kindern folgende Rangfolge der Einflussfaktoren auf die Nettolohnunterschiede:

 Rang
Rentenversicherung1
Krankenversicherung2
Arbeitslosenversicherung3

ungleiche (Brutto-)Entlohnung/
Renten

4
Pflegeversicherung5
Steuerrecht6

Tabelle 1: Rangfolge der Einflussparameter einer verheirateten männlichen Lehrkraft mit zwei Kindern (Durchschnitt über alle Bundesländer)

Es wird ersichtlich, dass ein großer Anteil der Ungleichbehandlung in den unterschiedlichen Abgaben an die Sozialversicherungssysteme begründet ist, wobei insbesondere die Abgabenunterschiede an die Rentenversicherung bzw. die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Lände) einen sehr hohen Einfluss haben. Erst auf dem vierten Rang sind die Unterschiede in der Bruttoentlohnung (also unterschiedlich hohe Bruttogehälter während des aktiven Berufslebens) respektive in der Bruttoruhestandsversorgung (also unterschiedlich hohe Bruttorenten -bzw. Pensionszahlungen) platziert.

Deutschlandweite Umfrage unter Lehrkräften

Die Ergebnisse aus dem Modell schließen eine bestehende Lücke in der Literatur zur ungleichen Entlohnung von Angestellten und Beamten im Bildungssektor. Interessant scheint es darüber hinaus, die Wahrnehmung der betroffenen Berufsgruppe abzufragen, um zum einen eine Vergleichsmöglichkeit der Modellergebnisse mit der Realität zu schaffen, zum anderen ein Stimmungsbild unter den Lehrern abzufragen.

Dafür wurde eine Umfrage erstellt, durch die folgende Fragen beantworten werden sollten:

  1. Nehmen die Lehrer eine finanzielle Ungleichbehandlung wahr?
  2. Was ist die wahrgenommene Rangfolge der Einflussparamter der angestellten Lehrer?
  3. Sehen auch die Beamten einen Reformbedarf der Entlohnung und besteht eine Bereitschaft, die Reformen (partiell) zu finanzieren?

Für die Umfrage konnten insgesamt über 700 Teilnehmer gewonnen werden, wobei lediglich 380 Teilnehmer final ausgewertet werden konnten (v.a. wegen unvollständig ausgefüllten Fragebögen sowie wegen widersprüchlichem Antwortverhalten der Teilnehmer). In der gesamten Stichprobe finden sich Lehrkräfte aus allen 16 deutschen Bundesländern und verschiedener Schultypen. Unter den auswertbaren Umfragen befanden sich mehr Beamte (252) als Angestellte (128).

Nehmen die Lehrer eine finanzielle Ungleichbehandlung wahr?

Das Ergebnis fällt zunächst nicht überraschend aus. Alle Befragten nahmen finanzielle Unterschiede beim Lebenszeiteinkommen von Lehrkräften in Abhängigkeit des Beschäftigungsverhältnisses wahr. Diese Unterschiede wurden immer zugunsten der verbeamteten Lehrer geschätzt, wobei es signifikante Unterschiede zwischen der Wahrnehmung der Beamten und der Angestellten gab.

Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch Beamte das Nettolebenseinkommen und die gesamten Ruhestandseinkünfte von angestellten bzw. verbeamteten Lehrern schätzen

 BeamteAngestellteDIFFERENZ
Erwerbsleben1.458.1351-128-690329.445
Ruhestand598.254460.198138.056
Gesamt2.056.3891.588.888467.501

Tabelle 2: Geschätzte Einkommensbestandteile von Beamten und Angestellten (N = 252, Schätzung der Beamten) - alle Werte in Euro

Die Beamten schätzten deutlich niedrigere Einkommensunterschiede als die angestellten Lehrer. Im Vergleich zu den Modellergebnissen zeigte sich insgesamt, dass die Richtung der Schätzung (finanzieller Vorteil der Beamten) korrekt war, die Wahrnehmung in der Umfrage jedoch stark von den berechneten Modellwerten nach oben abweicht.

Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch Angestellte das Lebenseinkommen/die gesamten Ruhestandseinkünfte von angestellten bzw. verbeamteten Lehrern schätzen:

 BeamteAngestellteDIFFERENZ
Erwerbsleben1.646.2501.102.031544.219
Ruhestand894.531396.328498.203
Gesamt2.540.7811.498.3591.042.422

Tabelle 3: Geschätzte Einkommensbestandteile von Beamten und Angestellten (N = 128, Schätzung der Angestellten) - alle Werte in Euro

Die Tabellen sind dabei so zu interpretieren, dass die Spalten jeweils die angenommenen Einkommenshöhen der jeweiligen Beschäftigungsgruppierung abbildet. Die Zeile zeigt den zeitlichen Horizont, für den die Einkommen geschätzt werden. Spalte »Beamte« und Zeile »Ruhestand« deutet also darauf hin, welches Einkommen von den Teilnehmern im Durchschnitt für Beamte im Ruhestand angenommen wurde.

Die Ergebnisse weichen für beide Gruppen stark von den Modellergebnissen ab. Diese Tatsache lässt sich dadurch begründen, dass es schier unmöglich scheint, das Nettoeinkommen für einen solch langen Zeitraum zuverlässig zu schätzen. Interessant ist in diesem Kontext jedoch, dass die Angestellten deutlich höhere finanzielle Differenzen annehmen als die Beamten. Das erscheint im ersten Moment etwas seltsam, da beide Gruppen eigentlich den identischen Sachverhalt beurteilen und somit zu einem gleichen Ergebnis kommen sollten. Ein möglicher Erklärungsansatz ist die sogenannte »Prospect Theory«[3], wonach Verluste stärker empfunden werden als »Gewinne«. Auch auf die direkte Frage hin, ob man sich finanziell besser oder schlechter gestellt fühlt, differiert die Wahrnehmung von Angestellten und Beamten in hohem Maße:

Einschätzung der Benachteiligung von verbeamteten/angestellten Lehrern

Abbildung 1: Einschätzung der Benachteiligung von Beamten und Angestellten


In der Abbildung wird deutlich erkennbar, dass die Angestellten ihre finanzielle Situation im Vergleich zum Beamten schlechter einschätzen als die Beamten den finanziellen Mehrwert ihres Beschäftigungsstatus. Die zugrunde liegende Frage, wie die finanzielle Situation im Vergleich zur jeweils anderen Beschäftigungsgruppierung eingeschätzt wird, konnte auf einer siebenstufigen Skala beantwortet werden:

»Ich fühle mich finanziell stark schlechtergestellt« – repräsentiert durch eine 1

»Ich fühle keinen finanziellen Unterschied« – repräsentiert durch eine 4

»Ich fühle mich finanziell stark bessergestellt« – repräsentiert durch eine 7

Die Angestellten fühlen sich demnach finanziell stark benachteiligt (Mittelwert = 1,59), wohingegen die Beamten sich lediglich finanziell bessergestellt fühlen (Mittelwert = 5,73). Die angestellten Lehrer befinden sich mit ihrer Einschätzung weiter von der neutralen Antwort mit dem Wert 4 entfernt als die verbeamteten Kollegen (nachzuvollziehen durch einen Vergleich der Entfernung der Angestellten a und derjenigen der Beamten b).

Zusammenfassend kann deshalb für die erste Frage festgehalten werden, dass die Lohnunterschiede eindeutig sowohl von Beamten als auch von Angestellten wahrgenommen werden, die angestellt Beschäftigten die tatsächliche finanzielle Differenz jedoch viel höher einschätzen als sie in der Realität ist.

Worin sehen angestellte Lehrer die Ursachen für die Ungleichbehandlung?

Im nächsten Schritt wurden die angestellten Lehrer danach befragt, worin sie die Ursachen für die Lohnunterschiede zwischen Angestellten und Beamten sehen. Diese Abfrage erfolgte sowohl direkt als auch indirekt und führte zu folgendem Ergebnis:

 ModellUmfrage
SV: Rentenversicherung11
SV: Krankenversicherung24
SV: Arbeitslosenversicherung33
Arbeitsrecht42
SV: Pflegeversicherung56
Steuerrecht65

Tabelle 4: Unterschiede in den Rangfolgen der Einflussparameter zwischen Modell und Umfrage - dargestellt sind die Ergebnisse der direkten Abfrage[4]

Bei einem Vergleich der Modellergebnisse mit den subjektiv wahrgenommenen Werten fällt auf, dass die Befragten die Abgaben an den Rentenversicherungsträger ebenfalls als Haupteinflussfaktor identifizieren. Den zweithöchsten Einfluss sprechen sie arbeitsrechtlichen Regelungen (Bruttogehalt, -rente, -pensionen) zu, denen im Modell lediglich der vierthöchsten Einfluss nachgewiesen werden konnte. Der Einfluss der Differenzen der Krankenversicherungsabgaben wurde im Gegensatz dazu zu gering bewertet (Rang vier statt zwei).

Diese wahrgenommene Rangfolge ist vor allem interessant, da sie dem Gesetzgeber die Bereiche aufzeigt, in denen die finanzielle Schlechterstellung besonders empfunden wird. Es wären demnach die Bereiche, in denen etwaige Reformen wahrscheinlicher wahrgenommen würden und somit positive Effekte auf die Arbeitszufriedenheit zu erwarten wären. Insbesondere im Bereich der Altersversorgung, die sich sowohl in den Rentenversicherungsabgaben als auch in den Differenzen der Alterseinkünfte (hier dem Bereich »Arbeitsrecht« zugeordnet) widerspiegeln, wären demnach Reformmaßnahmen vielversprechend. Fraglich ist jedoch, ob im Rahmen von Reformen lediglich die »Symptome« behandelt werden sollten oder eine Behandlung der »generellen Ursache« nicht zielführender wäre.

Sehen auch die Beamten einen Reformbedarf der Entlohnung? Besteht eine Bereitschaft, die Reformen (partiell) zu finanzieren?

Im Kontext etwaiger Reformen wurde den Beamten (zugegebenermaßen etwas provokant) die Frage gestellt, ob sie generellen Reformbedarf hinsichtlich der Entlohnung sehen und darüber hinaus persönlich dazu bereit wären, für etwaige Reformen auf eigene Einkommensbestandteile zu verzichten. Einige der Umfrageteilnehmer vermuteten hinter dieser Frage eine tendenziöse Fragestellung, die darauf abzielt, den Berufsstand der Beamten zu verunglimpfen. Doch vielmehr sollte diese Fragestellung die Umfrageteilnehmer dazu anregen eigene Reformvorschläge zu unterbreiten, was von sehr vielen der Teilnehmer genutzt wurde.

Generell konnte sowohl die Frage nach einem generellen Reformbedarf als auch der persönlichen Reformbereitschaft auf einer Skala von 0 – 100% beantwortet werden. Nachfolgend das Ergebnis für die generellen Reformnotwendigkeit:

Von Beamten wahrngenommene Reformnotwendigkeit

Abbildung 2: Mittelwert und Median der von den Beamten wahrgenommenen Reformnotwendigkeit

Viele der (befragten) Beamten sehen demnach eine generelle Notwendigkeit für Einkommensreformen. Die Hälfte der Befragten beziffert diese Notwendigkeit mit mindestens 75%, was für eine hohe Wahrnehmung der Lohnungleichheiten auf Seiten der Beamten spricht. Die Bereitschaft, für diese Reformmaßnahmen auf Einkommen zu verzichten, ist jedoch sehr gering. Dieses Ergebnis ist nicht weiter überraschend und liegt nicht in der Art des Beschäftigungsverhältnisses begründet, da niemand freiwillig auf Einkommen verzichten möchte. Ein häufiger Reformvorschlag der Umfrageteilnehmer war deshalb die Anhebung der Angestelltenentlohnung auf ein beamtengleiches Niveau, respektive die generelle Verbeamtung von Lehrkräften in Deutschland.

Fazit

Insgesamt muss die Studie differenziert beurteilt werden. Zwar konnten von 380 Teilnehmern die Aussagen ausgewertet werden, dennoch gelang es nicht, eine Vollerhebung zu vollziehen, die kom- plett repräsentativ ist. Nichtsdestotrotz ermöglicht der Umfang eine valide statistische Auswertung und einen Vergleich der Umfrage- mit den Modellergebnissen. Zunächst wurde ersichtlich, dass die finanzielle Ungleichheit sowohl von Angestellten als auch von den Beamten wahrgenommen wird. Zwar wird das tatsächliche Ausmaß dieser finanziellen Differenzen von beiden Gruppen stark überschätzt, dennoch tendieren beide Beschäftigtengruppen deutlich zu einer finanziellen Besserstellung der Beamten. Die Einflussfaktoren, die für diese Lohndivergenzen verantwortlich gemacht werden, geben einen guten Anhaltspunkt für mögliche Reformen, deren konkrete Ausgestaltung den Rahmen dieser kurzen Ausführungen sprengen würde. Generell drängt sich die Notwendigkeit einer Entlohnungsreform auf, damit gleiche Arbeit gleich entlohnt wird. Ansonsten besteht die Gefahr der sinkenden Arbeitszufriedenheit von angestellten Lehrkräften, die sich direkt in der Arbeitsleistung bemerkbar machen würde. Darüber hinaus muss es für Deutschland das Ziel sein, wieder mehr potenzielle Kandidaten in den Lehrerberuf zu bekommen, um das (Aus-)Bildungsniveau auch für die Zukunft auf einem hohen Level zu halten. Die Finanzierung muss in diesen Reformüberlegungen immer berücksichtigt werden, darf aber im Bereich der Bildung niemals ein Hindernis darstellen, um die gesellschaftlich »beste« Lösung zu realisieren. Denn gerade in der aktuellen Zeit der globalen Krisen sind gebildete Individuen der Schlüssel zu nachhaltigen Lösungen. Passend beschreibt Nelson R. Mandela im Jahr 2003 die Wichtigkeit der Bildung:

»Education is the most powerful weapon we can use to change the world [. . . ].«

Mandela (2003)

Es liegt demnach in der Hand der Politik, auf Grundlage der Erkenntnisse dieser Arbeit die »richtigen« Schlüsse zu ziehen, damit die Bildung als »mächtigste Waffe« auch für die nachfolgenden Generationen in Deutschland gesichert ist.

Anmerkungen

[1] Unter dem Begriff »Nettolebenseinkommen« wird vorliegend das abgezinste Nettoeinkommen über das gesamte Leben (Erwerbszeit und Ruhestand) verstanden.

[2] Für den Fall der niedrigesten Zuschlagszahlung bei einer verheirateten Lehrkraft mit zwei Kindern muss in Rheinland-Pfalz etwas weniger zusätzlich verdient werden als in Brandenburg. Dies liegt darin begründet, dass die Beitragsbelastung durch die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Lände) im Osten etwas höher ist als diejenige im Westen.

[3] vgl. Kahneman, D./Tversky, A. (1979), Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk.

[4] Die Ergebnisse der indirekten und der direkten Abfrage entsprechen sich bis auf die Punkte Steuerrecht (direkt: 5, indirekt: 6) und Pflegeversicherung (direkt: 6, indirekt: 5)

Bayreuth, 14.03.2017
Michael Popp

Ein Gastbeitrag von Michael Popp - vielen Dank! Hervorhebungen vom Lehrerfreund.

Ergänzung 19.08.2017: Seit Juni 2017 ist die Dissertationsschrift des Autors zum Thema im lokalen Buchhandel oder online erhältlich:
Michael Popp: Einkommensunterschiede von angestellten und Beamten im Bildungssektor. Eine modelltheoretische und empirische Studie zu den Einflussfaktoren

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