Unterrichtsidee

Vergleich: Ausgangssituation bei »Kohlhaas«, »Process«, »Räuber« 26.02.2010, 23:38

Der Vergleich der Anfangs-Situationen in den drei Lektüren "Michael Kohlhaas", "Der Proceß" und "Die Räuber" ist ergiebig, da die Protagonisten offensichtlich alle daran gehindert werden, eine Grenze zu überschreiten. Arbeitsblatt mit Lösung in Tabellenform.

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Wieder einmal ein praxistauglicher Unterrichtsvorschlag von Db (JKG Bruchsal) - danke!

Eine aktualisierte Fassung der Tabelle (“Besuch der alten Dame” statt “Die Räuber”) finden Sie hier: Vergleich: Ausgangssituation bei ‘Besuch d. alten Dame’, ‘Kohlhaas’ und ‘Process’


Gerade im Abitur ist ein Vergleich zwischen diesen Lektüren zu erwarten - u.a. sind es die aktuellen Pflichtlektüren des Abiturs in Baden-Württemberg (vgl. Lehrerfreund 04.12.2009: Deutsch-Abiturthemen Baden-Württemberg ab 2014). Aber auch in anderen Bundesländern bietet sich die vergleichende Beschränkung auf nur zwei Lektüren an.

Die folgenden Arbeitsblätter können Sie hier als PDF-Dateien zum Ausdrucken herunterladen:

VERGLEICH: Erste Begegnung mit der ‚Gegenseite’ – Erste Reaktionen

Wenn die Zeit drängt, können die Schüler/innen diese Tabelle arbeitsteilig ausfüllen (jeweils zwei bis drei Gruppen für Michael Kohlhaas, Josef K., Karl v. Moor). Das Fazit kann gemeinsam erarbeitet werden, nachdem die Situationen für die einzelnen Protagonisten diskutiert worden sind.

  Karl v. MoorMichael KohlhaasJosef K.
SituationOrt   
(Tages-)Zeit   
Tätigkeit/Verhalten vorher   
Stimmung vorher   
weitere Anwesende   
GegenseitePersonen   

Art d. Begegnung (direkt/indirekt)

   

Anlass
—> Vorwurf (Hintergrund)

   
Erste Reaktion auf das Unrecht    
     
     

VERGLEICH: Erste Begegnung mit der ‚Gegenseite’ – Erste Reaktionen (LÖSUNG)

  Karl v. MoorMichael KohlhaasJosef K.
SituationOrt„Schenke an d. Grenzen v. Sachsen“Schlagbaum bei Tronkenburg/SachsenPension Grubach, K.s Zimmer
(Tages-)Zeit? (abends?—>„Tee, Bruder, Tee…“)? (vormittags?—> noch lange Tagereise)Morgen des 30. Geburtstages, 8h
Tätigkeit/Verhalten vorher‚Stammtisch’ - Zeitvertreib
Schwadronieren über „Kastraten-Jh.“
erwartet Brief /Vergebung d. Vaters
auf dem Weg zur ‚Arbeit’, zu Märkten „mit einer Koppel junger Pferde“
erwartet „Gewinst“
(gerade) aufgewacht, liegt im Bett ‚zwischen Tag und Traum’?
erwartet Bringen des Frühstücks
Stimmung vorherUnzufriedenheit mit eigener Lage
gespanntes Warten auf den Brief
Vorfreude auf Zuhause
kaufmännisch - zuversichtlich
alltäglich, zum 18. Mal an der Grenze
Vorfreude auf Gewinn
(wg. Schlaf nicht bekannt)
eigentlich alltäglich, aber sofort gestört
keine (Geburtstags-)Vorfreude
weitere Anwesende

Spiegelberg als „Bruder“;
weitere Studenten

= Kumpane, später „Räuber“-Bande

Knechte, u.a. Herse

= Untergebene, Vertraute

Beobachtende am Fenster,

Fr. Grubach nur flüchtig

Rabensteiner, Kullich, Kaminer

= eher Fremde

GegenseitePersonen(Bruder Franz, genauer: dessen Brief, geschrieben im Namen des Vaters)

Zöllner

Schlossvogt, Verwalter

Junker Wenzel, andere Ritter

zwei Wächter: Franz (!), Willem

Aufseher

Art d. Begegnung (direkt/indirekt)

indirekt: Brief (vom Bruder gefälscht)direkt(in)direkt: Vertreter des Gerichts

Anlass
—> Vorwurf (Hintergrund)

Bitte um Heimkehr (in Brief an Vater)

—> studentisches Lotterleben

(Eifersucht von Franz)

Grenzquerung zur Gewerbeausübung

—> angeblich fehlender Passschein

(Feudaljux / Erpressung)

evtl. Geburtstags-Spaß von Kollegen?
—> ??? (wird nicht genannt)
(Verhaftung)

Erste Reaktion auf das Unrecht

 

 

 

„lässt d.Brief fallen u. rennt hinaus“ – keine Suche nach Erklärung

lässt sich zum Räuber-Hauptmann machen = spontane Rache?

bricht mit Elternhaus/der Gesellschaft

—> emotionale Überreaktion, Trotz

zurückhaltend, zunächst sachlich

Suche nach rechtl. Bestätigung,

z.B. schriftl. Schein der Geheimschreiberei in Dresden

beginnende Erbitterung

—> rational, sich im Recht wissend

Irritation

Vermutungen,

Suche (in Gedanken) nach Erklärung

will Spaß nicht verderben

teils Widerspruch, teils Mitspielen

—> eher irrational

Stehen an einer ‚GRENZE’

Behinderung des Übertritts

(von ‚links’—> nach ‚rechts’)

Leipzig/Sachsen—>Franken

Studentenspäße—>Ernst des Lebens

Fremde—> Elternhaus,Geliebte

Brandenburg—> Sachsen

Pferdeaufzucht—> Erlös/Lebensunterhalt

Unterwegssein—> Verkaufsplatz

Schlafzimmer/Bett—> Alltagsleben

private Welt—> Berufswelt

(Alb-)Traum—> Wirklichkeit

Arbeitsblätter als PDF-Dateien zum Ausdrucken:

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