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Unterrichtsverpflichtung

In welchem Bundesland arbeiten Lehrer/innen am meisten? (Stand 2009) 20.02.2010, 16:18

Höchste und niedrigste Unterrichtsverpflichtung von Lehrern in Deutschland (Ausschnitt der Vergleichstabelle)

Die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer/innen unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland teilweise stark. Relevante Einflussgrößen sind dabei nicht nur die Schulart (Grundschule, Hauptschule, Gymnasium usw.), sondern auch Schulstufe oder Fachbereich. Eine Übersicht über die Unterrichtsverpflichtung der Lehrer/innen in den einzelnen Bundesländern, geordnet nach Schulformen. Stand der Tabelle: Schuljahr 2009/2010.

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  • (geändert: )

Die Kultusministerkonferenz veröffentlicht jährlich eine Übersicht über die Pflichtstundenzahlen der Lehrer/innen in den einzelnen Bundesländern. Das Dokument ist verwirrend, da zahlreiche Sonderregelungen auch innerhalb der Bundesländer einen Überblick erschweren.

Aus dieser Übersicht (s.u.) finden Sie die Minimal- und Maximalwerte für die Pflichtstundenzahl bei Volldeputat in der folgenden Tabelle:

Höchste und niedrigste Pflichtstundenzahlen in Deutschland

Abkürzungen s.u.

 höchste Unterrichtsverpflichtungniedrigste Unterrichtsverpflichtung
GSBayern, Hessen (29)Thüringen, Sachsen-Anhalt (27)
HSBayern, NRW (28)Hamburg (26)
RSBayern (fachabhängig 29), NRW (28)Bayern (fachabhängig 25), Hamburg (26)
GymBayern (fachabhängig 28), Mecklenburg-Vorpommern (27)Hamburg (Sek II: 22.2), Niedersachsen (23.5), Thüringen (23-26 [?])
GesBrandenburg (stufenabhängig 28), Mecklenburg-Vorpommern (27)Hamburg (Sek II: 22.2), Sachsen-Anhalt (stufenabhängig 23)
SBayern (fachabhängig 31), Sachsen (Fachlehrer an Förderschulen: 32), Hessen (28)Thüringen, Sachsen-Anhalt (25)
BSSaarland (Lehrwerkmeister: 31), Mecklenburg-Vorpommern (fachabhängig 30)Rheinland-Pfalz (schulartabhängig 24)

Man kann nicht pauschal sagen, in welchem Bundesland Lehrer/innen am meisten arbeiten - auch wenn entsprechende Übersichten im Umlauf sind, (z.B. Lehrerfreund: Vergleich: Arbeitszeiten der Lehrer/innen nach Bundesländern).

Eine Tendenz zu hohen Pflichtstundenzahlen gibt es in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen. Allerdings darf hier nicht übersehen werden, dass für hohe Deputate teilweise sinnvolle Differenzierungen nach Fachbereich und Schulstufe verantwortlich sind. So führen in einigen Modellen der Unterricht von Korrekturfächern oder in der Sekundarstufe II zu regulären Deputatsermäßigungen. Eine Tendenz zu niedriger Unterrichtsverpflichtung ist u.a. in Sachsen-Anhalt, Hamburg oder Thüringen zu vermerken.

Übersicht: Unterrichtsverpflichtung in der BRD (alle Bundesländer, alle Schulformen)

Die folgende Tabelle "Unterrichtverpflichtung" ist in großen Teilen entnommen der Dokumentation der Kultusministerkonferenz Übersicht über die Pflichtstunden der Lehrkräfte an allgemein bildenden und beruflichen Schulen (pdf). Dort sind weitere detailliertere (Sonder-)Regelungen bspw. zu Ermäßigungen für bestimmte Altersgruppen (Vollzeitlehrkräfte, Teilzeitlehrkräfte) und besondere Arbeitszeitmodelle für die einzelnen Bundesländer aufgeführt. Die Übersicht bezieht sich auf das Schuljahr 2009/2010 (Stand: 11. August 2009).

Schon der erste Blick auf die Tabelle zeigt, dass das System der Arbeitszeitregelung für Lehrer/innen von zahlreichen Sonderregelungen durchsetzt ist. Das höchste Ziel der deutschen Bildungspolitik, nämlich einheitliche, bundesländerübergreifende Standards, rückt schon allein durch diese Tatsache in weite Ferne.

Alle Angaben der zu leistenden Unterrichtsstunden beziehen sich auf Vollbeschäftigung.

Abkürzungen:

GS: GrundschuleOS: OrientierungsstufeHS: HauptschuleBS: berufliche Schulen
RS: RealschuleGym: GymnasiumGes: GesamtschuleS: Sonderschule
SmB: Schularten mit mehreren Bildungsgängen 

 

 GSOSHSSmBRSGymGesSBS
Baden-
Württemberg*
28 271 2725/272 26/28/31325/27/284
Bayern*, 1, 229 28 25-29324-283 27424-28
Berlin282827 2726262725/26
Brandenburg281282 26 2626/281,226326
Bremen128 272272 254/273256/27527725
Hamburg127.926.926 2622.24/25.13
/26.92
22.24/26.03
/26.92
26.922.28/23.57/
25.16/26.95
Hessen1292626-272 2725-26326-2732825
Mecklenburg-
Vorpommern
27.5  27 272727271/302
Niedersachsen*28 27.526.5/27.526.523.524.526.524.5/25.51
Nordrhein-
Westfalen*
28 28 2825.525.527.525.5
Rheinland-
Pfalz*
27.81 27272724272/263/24427245
Saarland*28.5/281  27 26/25227/26/2532725.5/284/315
Sachsen28  26 261 252/323264/275/286
Sachsen-
Anhalt
27  25 231/242/25231/242/252525/273
Schleswig-
Holstein*, 1
28 27.5 2724.5/26.5225.5/24.5327284/275/24.56
Thüringen27  26 23-2623-262523-27
Schnitt         

Fußnoten zu Arbeitszeit (Deputatstunden pro Woche) der Lehrkräfte (Beamte und Angestellte) im öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik Deutschland im Schuljahr 2009/2010

Baden-Württemberg:

1) Lehrkraft an Hauptschulen ist, wer mindestens 14 Wochenstunden an der Hauptschule unterrichtet. Im Falle einer Teilzeitbeschäftigung, Anrechnung, Ermäßigung, Freistellung oder Arbeitsbefreiung gilt als Lehrkraft an Hauptschulen, wer mit mehr als der Hälfte seiner restlichen Unterrichtsverpflichtung an der Hauptschule unterrichtet. Unabhängig davon gilt als Lehrkraft an Hauptschulen auch der Schulleiter einer verbundenen Grund- und Hauptschule und der Krankheitsvertreter mit wechselndem Einsatz. Stichtag für die Bestimmung ist der erste Unterrichtstag nach den Sommerferien, bei später eingestellten Lehrkräften der erste Unterrichtstag.

2) Lehrkräfte mit großer Fakultas (Lehrbefähigung für alle Stufen des Gymnasiums): 25; Lehrkräfte mit kleiner Fakultas: 27.

3) wissenschaftliche Lehrkräfte an Sonderschulen: 26, Fachlehrer musisch-technisch: 28, Fachlehrer an Sonderschulen: 31

4) Wissenschaftliche Lehrkräfte (höherer und gehobener Dienst): 25; Technische Lehrer - kaufmännisch und - hauswirtschaftlich: 27; Fachlehrer, Technische Lehrer - gewerblich und Sportlehrer: 28.

Bayern:

1) Ermäßigung je nach Lebensalter (bis zum vollendeten 50. Lebensjahr/vom vollendeten 50. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr/ab dem vollendeten 60. Lebensjahr reduziert sich die dargestellte Pflichtstundenzahl um 0 / 0.5 / 1 Stunde).

2) Nicht angegeben ist die Unterrichtspflichtzeit von Fachlehrern, die abhängig von der Schulart, dem Anteil des fachtheoretischen Unterrichts und dem Lebensalter 25 bis 30 Unterrichtsstunden beträgt.

3) Die Unterrichtspflichtzeit hängt vom fachspezifischen Unterrichtseinsatz ab.

4) Die angegebenen Werte gelten für Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung.

Brandenburg:

1) Auch bei überwiegendem Einsatz in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 an Oberschulen und Gesamtschulen, die mit einer Grundschule zusammengefasst sind.

2) Jahrgangsstufen 5 und 6 an Grundschulen und an Oberschulen sowie Gesamtschulen, die mit einer Grundschule zusammengefasst sind.

3) An Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung": 20 Unterrichtsstunden und 11 Zeitstunden im Ganztagsbereich.

Bremen:

1) Für Lehrkräfte in der Stadtgemeinde Bremen, die bis zum jeweiligen Schulhalbjahresbeginn noch nicht das 50. Lebensjahr vollendet haben, erhöht sich die ausgewiesene Unterrichtsverpflichtung um eine Unterrichtsstunde. Die Erhöhung des Unterrichts erstreckt sich für die betroffenen Lehrkräfte auf die Dauer von zwei Schuljahren, höchstens jedoch bis zum Ende des Schuljahres, in dem das 50. Lebensjahr vollendet wird. Lehrkräfte, die neu eingestellt wurden, sind in den ersten zwei Jahren von der Erhöhung ausgenommen.

2) Sekundarschule 5-10, Gymnasium 5-9, Oberschule (einzelne Schulen im Reformprozess, die zum Schuljahr 2009/10 in Jg.-Stufe 5 mit dieser Schulform beginnen), Hauptschule 8-10 (besondere Klassen für ehemalige SchülerInnen der Förderzentren).

3) Sek I (Jahrgangsstufen 5 bis 9).

4) Sek II (Jahrgangsstufen 10 bis 12/13).

5) Sek I (Jahrgangsstufen 5 bis 10).

6) Gymn. Oberstufe an integrierten Gesamtschulen.

7) Lehrkräfte an Förderzentren.

Hamburg:

1) Es handelt sich um durchschnittliche Unterrichtsstunden. Die Unterrichtseinsatzplanung der Lehrkräfte erfolgt in Hamburg seit 1.08.2003 nach einem neuen Lehrerarbeitszeitmodell, das keine Pflichtstunden mehr enthält (siehe unter Arbeitszeitmodelle). Die Anzahl der Unterrichtsstunden der Lehrkräfte ist danach nicht nur schulformabhängig, sondern jetzt auch abhängig von Klassenart- und -stufe sowie erteilten Fächern (geregelt nach Faktorisierungsmodell - 37,72 Wochenstd./entspr. Faktor). Die tatsächlich zu erteilenden Unterrichtsstunden ergeben sich somit durch die konkrete Einsatzfeinplanung.

2) Beo (Klassenstufen 5 bis 6).

3) Sek I (Klassenstufen 7 bis 10).

4) Sek II (Jahrgangsstufen 11 bis 13).

5) Berufsschule (teilzeit) und Berufsvorbereitung (vollzeit)

6) Berufsfachschule

7) Fachoberschule

8) Fachschulen und berufl. Gymnasien

Hessen:

1) Ermäßigung je nach Lebensalter (die dargestellten Pflichtstunden bei einem Lebensalter bis 50/ von 51 bis 60/ ab 61 reduzieren sich um 0 / 0.5 / 1 Stunde).

2) Altersabhängig für Lehrkräfte, die mit mehr als der Hälfte ihrer Pflichtstunden in Hauptschulklassen mit mehr als 23 Schülerinnen oder Schülern unterrichten, 26, 25,5 oder 25 Unterrichtsstunden pro Unterrichtswoche.

3) Altersabhängig bei einem Unterrichtseinsatz von mindestens 8 Wochenstunden in der gymnasialen Oberstufe 26, 25,5 oder 25 Unterrichtsstunden pro Unterrichtswoche.

Mecklenburg-Vorpommern:

1) Lehrkräfte an beruflichen Schulen (ohne Lehrkräfte für den fachpraktischen Unterricht).

2) Lehrkräfte im fachpraktischen Unterricht an beruflichen Schulen.

Niedersachsen:

1) Lehrkräfte in einer Laufbahn des höheren Dienstes 24,5; Lehrkräfte in einer Laufbahn des gehobenen Dienstes 25,5 Unterrichtsstunden.

Rheinland-Pfalz:

1) Umgerechnet in 45-Minuten-Stunden.

2) Mit Lehrbefähigung für Grund- und Hauptschulen oder Realschulen bei einem Einsatz in den Klassenstufen 5-10.

3) Mit Lehrbefähigung für Grund- und Hauptschulen oder Realschulen bei einem Einsatz in den Klassenstufen 11-13 mit zwei bis vier Wochenstunden.

4) Mit Lehrbefähigung für Grund- und Hauptschulen oder Realschulen bei einem Einsatz in den Klassenstufen 11-13 ab fünf Wochenstunden; mit Lehrbefähigung für Gymnasien.

5) Bei 14 oder mehr Stunden im berufsbildenden Bereich: 24 Stunden.

Saarland:

1) 28 für Schulleiter

2) Bei einem Einsatz von mindestens acht Wochenstunden in der gymnasialen Oberstufe.

3) Bei einem Einsatz in der gymnasialen Oberstufe mit mindestens acht Wochenstunden: 25, bei einem Einsatz mit mindestens 2 Wochenstunden: 26, sonst: 27 Pflichtstunden.

4) Fachlehrer.

5) Lehrwerkmeister.

Sachsen:

1) Verminderung um eine Stunde bei mindestens 6 Stunden Einsatz in der Oberstufe (Kurssystem); Verminderung um zwei Stunden bei mindestens 9 Stunden Einsatz in der Oberstufe (Kurssystem).

2) Lehrkräfte an Förderschulen.

3) Fachlehrer an Förderschulen.

4) Lehrkräfte, die ausschließlich theoretischen Unterricht erteilen.

5) Lehrkräfte, die theoretischen und fachpraktischen Unterricht erteilen.

6) Lehrkräfte, die fachpraktischen Unterricht erteilen.

Sachsen-Anhalt:

1) Lehrkräfte mit mindestens 16 Stunden in der Kursstufe.

2) Lehrkräfte mit mindestens 8 Stunden in der Kursstufe.

3) Fachpraxislehrkräfte.

Schleswig-Holstein:

1) Regelmäßige wöchentliche Pflichtstunden für die der Schulart entsprechende Laufbahn (ohne Fachlehrer und sonstige Lehrkräfte).

2) Andere Lehrkräfte an Gymnasien, soweit sie nicht in der Oberstufe eingesetzt werden.

3) Bei Einsatz in der Oberstufe.

4) Für Fachlehrer mit Eingangsamt A 10 an beruflichen Schulen.

5) Für Fachlehrer mit Eingangsamt A 11 an beruflichen Schulen.

6) Studienräte an berufsbildenden Schulen und Berufsschuloberlehrkräfte.

Quelle: Übersicht über die Pflichtstunden der Lehrkräfte an allgemein bildenden und beruflichen Schulen (pdf)

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Kommentare

10

Zum Artikel "In welchem Bundesland arbeiten Lehrer/innen am meisten? (Stand 2009)".

  • #1

    Oh ja,
    das Hamburger Arbeitszeitmodell ist der Wahnsinn!

    Derzeit unterrichte ich 24 Stunden,
    nur eben in den “falschen” Nebenfächern (20 davon jedoch in einem extrem korrekturaufwendigen Fach :-(.).

    Deswegen entsprechen 24 Stunden lediglich einer 75%-STELLE!

    Für eine volle Stelle mit bis zu 34 (!!!) Unterrichtsstunden fehlt mir leider die nötige Selbstmordbereitschaft.

    Grüße,
    Lotte

    schrieb lotte am

  • #2

    Dass Hamburg in der Spalte der niedrigsten Unterrichtsverpflichtung steht ist ein Witz!!
     
    Die Angaben für Hamburg sind geschönt und entsprechen nicht der Realität - was aber typisch der Eigendarstellung Hamburgs entspricht! Ursache: Die Marketing- und Werbeabteilung der Hamburger Schulbehörde ist exellent ausgestattet. Dafür wurden - auf die Attraktivität der Stadt vertrauend - Ausbildungsplätze für Referendare gekürzt. Mit geschönten Bildern werden Referendare kostengünstig aus anderen Ländern angeworben - das ist die Strategie.

    Nun zur Realität: In Hamburg arbeiten aufgrund des durch das Arbeitszeitmodell extrem gestiegenen Unterrichtsstunden-Aufkommens fast 50% der Gymnasialkollegen nur noch in Teilzeit - mit zunehmender Tendenz.
    Viele der KollegInnen begründen das mit gesundheitlichen Problemen bei vollem Deputat. 

    Mein Stundenplan (volle Stelle) umfasst mit zwei Nebenfächern - einer Naturwissenschaft und dem Fach Sport - 28 Unterrichtstunden (ich unterrichte ca. 30% der Stunden in der Oberstufe) ... plus Klassenlehrertätigkeit plus Vertretungsstunden plus 4-5 “Freistunden”, in denen ich für Vertretungen verfügbar sein muss. Dennoch treten regelmäßig “hinten” angehängte Vertretungsstunden auf.

    Drei meiner Schultage beginnen um 8 Uhr und enden um 16.00 Uhr. Fast alle Konferenzen und andere vergleichbare Veranstaltungen beginnen in den letzten Jahren zunehmend immer später, nicht selten neuerdings frühestens um 16.00 Uhr (es soll ja kein Unterricht ausfallen) und enden bisweilen um 21.00 Uhr (z.B. Zeugniskonferenzen). Da kann es schonmal passieren, dass man neben 28 Unterrichtstunden 2 Tage hintereinander von 8.00 bis 21.00 Uhr in der Schule war. Danach muss dann noch der Unterricht für den nächsten Tag vorbereitet werden. Die Ganztagsschule und das Hamburger Arbeitszeitmodell lassen grüßen.

    Dazu kommen regelmäßige, nicht enden wollende Reformen. Wer sich in Hamburg auf eine Stelle als Lehrer bewirbt, muss die Stadt wirklich gaaaaaanz toll finden ...

    Was deutlich werden soll: ein einfacher Vergleich nur der Unterrichtsstunden hat nur eine begrenzte Aussagekraft ... man muss bei Vergleichen viel genauer hinschauen ...

    Grüße

    Klaus

    schrieb Klaus Schäfer am

  • #3

    Hallo Schülerfreund,

    danke für Deine Antwort. Mich würde mal interessieren, an was für einem Schultyp Du bist?

    Ich bin wie geschrieben an einem Berufskolleg tätig, wo viele Klassen am Ende des Schuljahres entweder schon ihre Abschlussprüfungen hinter sich haben oder aber im Praktikum sind. D.h., es besteht kaum Vertretungsbedarf. Natürlich mache ich in dieser Zeit z.B. auch Praktikumsbesuche.

    Es ist wirklich Äpfel mit Birnen vergleichen, wenn ich 4,5 Stunden Mehrarbeit im 1. Halbjahr, wozu dann natürlich auch Vor-, Nachbereitungszeit und Klausuren mit Vertretungsunterricht, Praktikumsbesuchen, Prüfungsaufsichten etc. gleichsetze. Aber ich will nicht Erbsen zählen.

    Auf Deine Frage hin, warum ich für das 2. Hj. nur mit 25 Stunden eingeplant bin: 3 Stunden würden entfallen, da sie planmäßig nur im 1 Hj. erteilt werden. Das wäre auch bei ursprünglich 30 Std. im 1.Hj. so gewesen - dann hätte ich im 2. Hj. “nur” 27 Std. gehabt.

    Ich verstehe sehr gut, dass es Dich ärgert in der Schule Deine Zeit abzusitzen, wenn es für Dich nichts mehr zu tun gibt - aber ich habe immer Aufgaben und sei es, dass ich solche mails schreibe ;-) Es scheint auch an Deiner Schule einiges Pro Forma zu sein: Du sollst dasein - ob es Sinn macht oder nicht.

    Eine Idee für mich, aus der Misere zu kommen, ist, zum nächsten Schuljahrsende hin eine Projektwoche anzubieten - dann würden mir Stunden gutgeschrieben, obwohl ich wie eingangs erwähnt, auch hier meine, dass Projektarbeitszeit nicht gleichzusetzen ist mit der Führung einer Klasse durch ein Schuljahr hinweg - 2 Std. sind halt nicht 2 Std.

    Das System hat viele Lücken; wir sollen sie durch Mehrarbeit notdürftig stopfen. Das ist nicht in Ordnung.

    schrieb sochri am

  • #4

    Das würde doch im Umkehrschluss auch bedeuten, dass du in diesen Zeiten (abgegangene Klassen, Schüler im Praktikum) nicht zum Vertretungsunterricht herangezogen werden kannst. Meine Klasse ist vor etwas mehr als einer Woche abgegangen. Seitdem habe ich satt vertreten und jede Menge für die Schulleitung gemacht, weil ich eben anwesend war. So etwas könnte dann nicht mehr sein.

    Im Grunde könnte ich mir da schon irgendein Modell vorstellen. Das Ganze jedoch pauschal mal mit 2 1/2 Stunden die Woche zu machen, ist nicht fair.
    Ich verstehe jedoch nicht, was du schreibst bezgl. des zweiten Halbjahres: Ist das nach deinem Protest auf 25 Stunden gekürzt worden, obwohl du normalerweise 25,5 Stunden unterrichten müsstest?

    Wir haben seit der Hitze Kurzstunden, aber nur für die Schüler. Die Lehrer müssen in der Schule bleiben. Zuerst fiel mir das nicht auf, weil ich genug zu tun hatte, aber irgendwann war die Arbeit getan. Es ärgert mich sehr, dass die Lehrer bleiben müssen, auch dann wenn wie nur herumsitzen. Ich achte umgekehrt auch nicht darauf, wenn ich lange in der Schule bin (die Schulleitung übrigens auch nicht). Wenn ich neben meiner normalen Vor-, und Nachbereitungs-, Korrekturarbeit und Klassenlehrertätigkeit noch am Schulprogramm arbeite, in Arbeitsgruppen z.B. Konzepte ausarbeite und dergleichen, ist mir auch immer egal gewesen, wann das war und wie lange das dauerte. Ich erinnere mich da an das fast komplette Pfingstwochenende. Es macht mir nichts aus, länger zu bleiben. Erst recht nicht, wenn ich etwas machen muss. Wenn ich aber nur bleiben muss, damit ich keinen Vorteil habe, stimmt was nicht. Es geht nicht um konkrete Zeiten (die paar Stündchen hätten mir keinen wesentlichen Freizeitwert gebracht), sondern um das Geschmäckle, dass das Ganze hinterlässt.
    Zukünftig sollte ich meine Einsatzfreude doch erst gründlich zu bremsen versuchen, bevor ich mehr mache.

    schrieb Schülerfreund am

  • #5

    An unserer Schule (Berufskolleg) werden momentan hitzige Diskussionen über den Einsatz der Kollegen im kommenden Schuljahr geführt. Die Schulleitung besteht darauf, dass wir für Minusstunden von Beginn des Schuljahres an, mehr arbeiten, um diese auszugleichen. Die vermeintlichen Minusstunden entstehen durch früher abgehende Abschlussklassen und Praktika der Schüler.

    In meinem Fall als Sprachlehrerin in der SekII hieß es zunächst, ich solle im 1.Hj. 30 (statt 25,5) und im 2.Hj. 27 Std. unterrichten. Nach meinem heftigsten Protest wurde dies nun auf 28 im 1.Hj. und 25 Std. im 2. Hj. gekürzt. Dazu habe ich noch Abendschule und bin wohl auch wieder Klassenlehrerin, habe Korrekturfächer und Abschlussprüfungen.

    Die Schulleitung behauptet einfach, dass dies legal sei. Ich weiß vom Personalrat, dass dies nicht so ist und die Schulleitung unter dem Druck steht, Lehrermangel auszugleichen.  Wer kann mir vertrauenswürdige Quellen nennen, damit ich besser argumentieren kann?

    Ich arbeite gut und gern, bin aber nicht bereit, mich kaputtzumachen.

    schrieb Sochri am

  • #6

    Die Pflichtstundenzahl im Gymnasium in Thüringen liegt bei 26 Stunden; die Lehrkräfte, die 90 %  arbeiten, dürfen 23 Stunden, die, die 80 %  arbeiten, dürfen 20 Stunden geben etc.
    Diese Entwicklung hat mit dem sogenannten Floating - Modell zu tun, dass vor einigen Jahren eingeführt wurde. Dies war notwendig geworden durch den Überhang an Lehrern, durch die geburtenschwachen Jahrgänge bzw. damit, dass aus dem Osten viele Familie nach der Wende weggezogen sind…
    Volle Stundenzahl arbeiten nur die Lehrer, die verbeamtet worden sind (seit 2 Jahren) - die angestellten Lehrer arbeiten alle zur Zeit 70 %.

    Logisch ist, dass mit der geringeren Beschäftigung auch ein geringeres Gehalt einhergeht.

    So genannte Abminderungsstunden erhält nur der Lehrer, der in einem Kernfach (= 1 Stunde Abminderung) oder in einem Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau (ehemals Leistungskurs) unterrichtet.
    Ansonsten gibt es noch Abminderungen für sogenannte “Erfüller”, also Schulleitung, Fachberater, Fachleiter.

    Klassenlehrer z. B. erhalten keine Abminderungsstunde und arbeiten (mehr oder weniger intensiv) mit Ihrer Klasse (Sprechstunden, Elternabend, Wandertage, Wanderfahrten etc.)aufgrund ihres Berufsethos, also unentgeltlich - kümmern sich natürlich auch nebenher um Zeugnisse, Schulbücher, Beratungsgespräche, Berufswahlentscheidungen etc. Wir sprechen in Thüringen von sogenannten “unteilbaren Aufgaben”.

    schrieb Fillibiene am

  • #7

    @ Brigitte
    die Einen haben ihre Stärke in der Rechtschreibung die Anderen sind in Mathe besser (Lesen von Tabellen) ;-)
    Sollte sonst noch jemand Fehler von mir finden, dann darf er sie behalten…

    schrieb Matthias am

  • #8

    Für Gymnasiallehrer/innen sind für Niedersachsen korrekt 23.5 Stunden angegeben. Wahrscheinlich haben Sie aus Versehen in der Spalte für Gesamtschule geschaut.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #9

    Ich bin angestellte Lehrerin des höheren Dienste in Niedersachsen und meine Wochenarbeitszeit bei einer vollen Stelle beträgt 23,5 Stunden und nicht wie oben aufgeführt 24,5 Wo.-Stunden. Natürlich ist dies mit allem, was neben dem Alltagsgeschäft erforderlich ist, kaum zu schaffen.
    Dann noch ein Appell an die Kolleg/Innen, die hier ihre Meinung kundtun: Achtet doch bitte auf Eure Grammatik bzw. Rechtschreibung. Lieber Matthias, ein konjunktionales “dass” sollte man als Lehrer erkennen.

    schrieb Brigitte am

  • #10

    Das die Bayern da ganz oben stehen war ja klar, schließlich sind sie in ALLEN Bereichen der Bildung führend ;-)

    schrieb Matthias am

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