Google

»Google for Educators« 12.10.2006, 18:54

Google bietet Tipps für den unterrichtlichen Einsatz der Google-Dienste an. Zielgruppe sind LehrerInnen. Damit wagt Google sich erstmals vorsichtig in die Politik.

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In den letzten Jahren breitet sich Google aus wie eine geile Krake: Ursprünglich nichts weiter als eine Suchmaschine, kamen (außerordentlich nützliche) Dienste wie “Google News”, “Google Maps” oder “Google Scholar” dazu. Neuester Coup: Google hat diese Woche für 1.6 Mrd. US$ das Video-Portal YouTube gekauft (relevante Links unten).

Screenshot: Ausschnitt aus Googles Angebot 'Google for Educators'Nicht einmal vor den Schultüren macht Google Halt: Seit gestern (Mittwoch, 11.10.2006) ist “Google for Educators” online. Es handelt sich dabei um keinen eigenen Dienst, sondern um einen kleinen Bereich des Google-Angebots, der LehrerInnen Tipps zur Verwendung von Google-Diensten im Unterricht geben soll. Außerdem präsentiert Google über eine externe Website ein Zertifizierungsprogramm für Lehrer/innen.

Die didaktische Qualität der Tipps zu den Google-Diensten ist eher karg und mies; am schlimmsten sind die unqualifizierten Statements irgendwelcher Lehrpersonen, die uns mit ihren Erfahrungen langweilen (“I started using Google Calendar to organize my personal life and share events with friends, but it’s also been super useful as a teacher.”)
Erfreuliche Ausnahmen bilden die Bereiche zu “Google Earth” und zu “Blogger”.

Im Bereich “Google Earth” werden hilfreiche Tipps und Vorschläge für den unterrichtlichen Einsatz des Dienstes gegeben; außerdem können Stundenentwürfe (z.B. zur Amerikanischen Revolution oder zum Ersten Weltkrieg) inklusive zugehöriger kmz-Files heruntergeladen werden.
Im Bereich “Blogger” sind ein paar ganz gute Links rund um das Thema “Blogs im Unterricht” angegeben.

Der Dienst ist noch jung und wird erweitert werden; wir können gespannt sein, was noch kommt. Interessant ist auf jeden Fall, dass Google sich sehr bescheiden in den Bildungsbereich hineintastet und sein ansonsten sehr offensives Expansionsverhalten unterdrückt. Verständlich: Aktivitäten, die das Bildungswesen manipulieren, sind eindeutig politische Maßnahmen. Die Ära, in der Gigakonzerne nicht mehr den Umweg über die Hintertür nehmen müssen, kommt erst noch.


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