Rottweil

Was (männliche) Lehrer im Umgang mit Schülerinnen beachten sollten - 3 Tipps 13.10.2008, 03:16

Im Kreis Rottweil wird der Fall eines (inzwischen arbeitslosen) Referendars verhandelt, der 2005 als 29-Jähriger eine 15-jährige Achtklässlerin zu küssen versucht und mit SMS belästigt haben soll. Für alle Beteiligten ist der Vorgang unbeschreiblich unangenehm und peinlich. Sie finden hier drei Tipps, wie Sie das Risiko vermindern können, in eine solche Situation zu geraten.

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Vor Gericht berichtete die heute 18-jährige Schüler/in, sie sei

wegen des Vorfalls gemobbt worden, berichtete die 18-Jährige. [...] Als Folge des versuchten Kusses, dem sie entschlüpfen konnte, und der folgenden Kontaktversuche durch den Pädagogen habe sie große Ängste und Konzentrationsschwierigkeiten erlitten.

SZON 13.10.2008: Junger Lehrer stellt 15-jähriger Schülerin nach

Beide Parteien streiten gerichtlich erbittert. Es ist noch unklar, ob der Angeklagte die Schülerin gegen ihren Willen küssen wollte und ihr anschließend mit SMS-Nachrichten nachstellte - oder ob die Wahrheit eine andere ist. In jedem Fall sollte man als männlicher Lehrer den Kontakt zu Schülerinnen so gestalten, dass es niemals und nie auch nur den geringsten Anlass für Missverständnisse gibt. Das geht so:

1. Kein Körperkontakt zu Schülerinnen.
Die Körperkontaktfrage regeln Lehrpersonen auf unterschiedliche Weise: Es gibt die “immer-und-jeden-Anfasser”, die “kumpelig-auf-die-Schulter-Hauer”, die “ermutigend-auf-die-Schulter-Klopfer” und (das ist die Überzahl) die Distanzierten, die keinen Körperkontakt pflegen. Wie auch immer Sie es halten: Als Mann hat Ihre Hand nichts auf einer Schülerin verloren - auch nicht in rein freundschaftlicher Weise.
2. Flirten Sie nicht mit Schülerinnen.
Vor allem jüngere Lehrer, die eine eher lockere Beziehung zu Schüler/inne/n pflegen, sind hier angesprochen. Es ist unvermeidlich, dass hin und wieder Schülerinnen in koketter Weise mit Ihnen kommunizieren. Dahinter steckt meist keine (böse) Absicht, sondern einfach das pubertäre Spiel mit den Grenzen, vielleicht auch mal Verknalltheit in den knackigen Referendar. Flirten Sie unter keinen Umständen mit, auch wenn es ganz harmlos und lustig ist. Man sollte als Lehrperson soziodynamische Prozesse meiden, in denen sich plötzlich ein Hauch von Sexualheit regen kann. Ersticken Sie jede Flirterei durch Ihre emotionslosen Reaktionen im Keim.
3. Kontrollieren Sie Ihre Blicke.
Wenn man in einer Klasse sitzt, und jemand schreibt etwas an die Tafel und geht zurück zu seinem Platz, dann schaut man diese Person eben an, und man sieht schon mal auf die Beine oder den Kopf oder die Arme oder das Gesäß oder den Rücken - vollkommen bar jeder erotischen Intention. Versuchen Sie gerade bei Schülerinnen die prekären Zonen ganz bewusst und entspannt als Ziel Ihrer Blicke zu meiden; jemand schaut genau in diesem Moment in Ihre Richtung, macht sich in der großen Pause wichtig (“Der XY hat der Z auf den Arsch geglotzt, als sie an der Tafel war, voll krass ey!”) und schon spricht man über Sie in einer Art, die nicht erfreulich ist.

An betroffene Schülerinnen der Tipp: Wenn dir ein Lehrer so sehr auf die Pelle rückt, dass es dir unangenehm ist, sprich mit deinen Eltern und dem Beratungs- oder Vertrauenslehrer.

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