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Rechtschreibreform

Neue Rechtschreibung auf dem Prüfstand 23.02.2006, 21:04

Der Wiesbadener Kurier hat in einem Deutsch-LK ein derbes Diktat nach neuer Rechtschreibung geschrieben. Das Ergebnis ist dramatisch - doch nur auf den ersten Blick.

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  • (geändert: )

18 ZwölftklässlerInnen der Elly-Heuss-Schule, wohl der komplette Deutsch-Leistungskurs, nahmen an dem Test teil.

Das Diktat und sein Ergebnis

Das Diktat hatte 450 Wörter und testete die Kenntnisse der neuen Rechtschreibung.

Das Ergebnis wird als “verheerend” beschrieben: Die Fehlerzahl schwankt zwischen 26 und 49 Fehlern. Dieses Ergebnis wird von den SchülerInnen als Beweis dafür gewertet, dass die Rechtschreibreform ein einziger Schwachsinn ist - entsprechend motzen sie:

“Absolut sinnlos”, weil die Neuregelungen nur zur Irritation geführt hätten, urteilt Julia. [...] Die Reform sei eine Verschwendung von Steuergeldern, schimpft die 17-Jährige. Nur die Regelung, bei kurzem Vokal das “ß” durch “ss” zu ersetzen, empfinden die Gymnasiasten als Vereinfachung. Vor allem ärgert die Schüler, dass einige Zeitungen bei der alten Schreibweise geblieben sind. “Keiner weiß mehr, was richtig ist”, klagt Julia.

Kätschap, Ketchup oder Ketschup? - Wiesbadener Kurier, 22.02.2006

Ein Beweis für die Unzulänglichkeit der neuen Rechtschreibung?

Auch wenn es sich um einen Deutsch-Leistungskurs handelte, waren wohl Basics der neuen Rechtschreibung nicht vorhanden: Offensichtlich hatten viele Schüler/innen Probleme mit einfachsten Formen der Getrennt-Zusammenschreibung (breit machen, breitmachen) - im zitierten Artikel ist sogar die Rede von "völlige[r] Verunsicherung". Die Verbindung von Adjektiv und Verb ist Stoff der 7. Klasse und vom Regelwerk her bis auf einige Ausnahmen sehr einfach; insofern dürfen solche Fehlertypen natürlich nicht der neuen Rechtschreibung angelastet werden. Der geprüfte Deutsch-Leistungskus scheint insgesamt außerordentlich rechtschreibschwach zu sein - 11 der 18 getesteten Schüler/innen schrieben "Pommes frites" falsch (keine Änderung durch die Rechtschreibreform).

Ein rechtschreibschwacher Deutsch-LK macht in einem sauschweren Diktat (wahrscheinlich noch deutlich schwerer als dieses) im Schnitt alle 10 Wörter ein Fehler.

Schlussfolgern Sie selbst.

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Kommentare

2

Zum Artikel "Neue Rechtschreibung auf dem Prüfstand".

  • #1

    Also,
    da machen Sie es sich wohl e in bisschen einfach.
    Fakt ist, das die neue Rechtschreibung vielleicht
    1996 beschlossen wurde, das heißt jedoch nicht,dass sie sofort und komplett in den Deutschunterricht übernommen wurde. Vielmehr mussten die Lehrer selbst erst mal die ganzen Neuerungen erlernen. Und um so schwieriger war es,
    eine neue dt. Rechtschreibung zu erlernen, wenn die alte koexistiert und praktisch jeder schreiben konnte wie er will- irgendwann hat eh keiner mehr durchgesehen.

    schrieb Anja am

  • #2

    Die Reform ist 1996 beschlossen worden, sprich vor zehn Jahren. Die Schüler eines Deutsch LK 12 haben also seit der zweiten Klasse “neue Rechtschreibung” gelernt und können sich somit kaum noch an die “alte” erinnern. Dass auch diese nicht immer logisch war, dürfte hinlänglich bekannt sein.
    Für mich gelten eigentlich nur die Einsprüche hinsichtlich der Ästhetik: der Delfin tut mir schon weh, vom Tunfisch (was tut der eigentlich?) und Panter gar nicht zu reden.

    schrieb Stephan am

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