Niedersachsen

Niedersachsen stellt Lehrer/innen aus Österreich ein 10.01.2005, 21:32

Das niedersächsische Kultusministerium stellt zum nächsten Schuljahr 2005/06 etwa 50 "examinierte Junglehrerinnen und -lehrer und Fachlehrer aus Österreich" ein - zunächst befristet auf zwei Jahre, Daueranstellung nicht ausgeschlossen.

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Ein Symptom der Privatisierungstendenzen im bundesdeutschen Schulsystem: eine klassische Abwerbeaktion. Sie steht unter dem wohligen Motto “Lehren und Lernen in Niedersachsen” und betrifft Lehrer/innen der Fächer

  • Mathematik, Musik, Französisch, Englisch, Physik/Chemie/Biologie (Realschulen)
  • Mathematik, Latein, Französisch, Musik, Englisch, Physik (Gymnasien)

Natürlich werden die österreichischen Kolleg/inn/en als Angestellte nach BAT bezahlt. Das spart Geld. Und unterschrieben wird erst mal nur für zwei Jahre. Kurzsichtig und volkswirtschaftlich fiaskös: Blind wird der “Schweinezyklus” in eine neue Runde geschickt.
Dieses arbeitsmarktpolitische Versagen wird von ExpertInnen massiv kritisiert - wie z.B. vom Essener Bildungsökonomen Klaus Klemm im Interview mit der taz oder der noch-GEW-Vorsitzenden Stange in einer Pressemitteilung vom 1.11.2004.

Tröstlich daran: Wer gerne Lehrer/in werden möchte, sollte sich keinen Zwang antun und einen entsprechenden Ausbildungsweg einschlagen. Bis 2015 müssen in Deutschland 300.000 Lehrerstellen neu besetzt werden - da fällt für jede/n etwas ab.

Angabe ohne Gewähr, da nicht auszuschließen ist, dass die durchschnittliche Klassengröße bis dahin auf 50 angewachsen ist.

Niedersachsen stellt Lehrer/innen aus Österreich ein.

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