Lehrpläne

Schwuler Lehrplan 04.08.2004, 11:18

Die GEW hat die Lehrpläne und Vorschriften aller Bundesländer durchforstet und kommt zu dem Schluss: Jede Lehrperson kann in jedem Fach das Thema Homosexualität behandeln. Theoretisch zumindest.

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Das ist ja schon mal grundsätzlich eine schöne Wahrheit. Dabei geht es aber weniger um systematische Solidarisierung von Homosexualität - darauf weist die taz hin:

Denn die Lehrpläne halten durch allgemeine Vorschriften den Lehrern den Rücken für das vermeintlich heikle Thema frei. Aber das scheint oftmals Ergebnis einer eher defensiven Haltung zu sein. Es geht darum, die Pädagogen davor zu schützen, dass prüde Eltern wegen der Ansprache schwullesbischer Lebens- und Liebesweisen juristisch gegen sie vorgehen.

taz

Die Lehrpersonen aber “kneifen” in der Regel und meiden das Thema wie der Teufel das Weihwasser (siehe auch: Lehrerfreund 25.01.2009: Schwul-lesbische Aufklärungsarbeit an Schulen - Stefan Timmermanns im Lehrerfreund-Interview). Schade eigentlich - denn gerade bei Pubertären und Postpubertären kann dieser Themenbereich ein hohes Maß an Emotionalisierung generieren, was der Unterrichtsdynamik noch nie abträglich war. Einfach ist das natürlich nicht, denn viele Schüler/innen gerade in der und um die Pubertät haben Vorurteile gegen Homosexualität. Die taz verweist im oben verlinkten Artikel auf eine Studie, nach der 25% der Kinder Schwulsein für einen genetischen Defekt halten und 80% meinen, dass ein erfolgloses Liebesleben Homosexualität hervorrufen könne.

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