Film im Unterricht

Film-Fortbildung für Lehrer/innen – neue Bücher 29.07.2008, 10:34

Viele Lehrerinnen und Lehrer möchten sich gerne im Bereich Film/Filmdidaktik fortbilden. Die Angebote hierfür sind momentan noch eher rar gesät, vieles kann man sich jedoch mit den richtigen Büchern auch selbst erarbeiten. Wir möchten den Lehrerfreund-Leser/innen deshalb drei interessante Neuerscheinungen vorstellen.

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Dieser Beitrag wurde von Dr. Michael Staiger, Experte für Filmdidaktik an der PH Freiburg, verfasst - danke!
Cover: Reclams Sachlexikon des Films

Koebner: Reclams Sachlexikon des Films

Die Basis für jede gute Handbibliothek ist ein ordentliches Lexikon. Für den Bereich der Filmwissenschaft kann das von Thomas Koebner herausgegebene Reclams Sachlexikon des Films zweifellos als Standardwerk gelten. In 350 Beiträgen werden alle wichtigen Schlagwörter abgehandelt: Gattungen, Formen, historische Stile, Verfahren der Filmentstehung von Drehbuchentwicklung bis zur Montage, technische Aspekte, Filminstitutionen und Filmmarkt und nicht zuletzt ästhetische Kategorien. Das Lexikon ist 2007 in einer neuen und erweiterten Auflage erschienen und sollte im Regal der filminteressierten Lehrkraft auf keinen Fall fehlen.

Koebner, Thomas (Hrsg.): Reclams Sachlexikon des Films. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam 2007. 828 S.


Cover: Filmtheorie zur Einführung

Elsaesser/Hagener: Filmtheorie zur Einführung

Wer Filme analysiert, sollte sich auch mit Filmtheorie befassen. Im deutschsprachigen Raum mangelte es bislang an einer kompakten und gut lesbaren Einführung in diesen Bereich. Der Band Filmtheorie zur Einführung von Thomas Elsaesser und Malte Hagener im Junius-Verlag schließt diese Lücke. Er handelt nicht einfach einen Theorie nach der anderen zusammenhangslos ab, sondern schafft es, das weite Feld der Filmtheorien aus einer neuen Perspektive zu beleuchten. Erkenntnisleitend für die Autoren ist die Frage „Wie verhält sich der Film zum (Zuschauer-)Körper?“ Diese, auf den ersten Blick überraschende Fokussierung, erweist sich als eine sehr fruchtbare Fragestellung. Der Band bietet somit für Leser ohne Vorkenntnisse eine spannende und mit vielen Filmbeispielen angereicherte Heranführung an die Thematik, für den Kenner der Materie eröffnen sich neue Blickwinkel.

Elsaesser, Thomas/Hagener, Malte: Filmtheorie zur Einführung. Hamburg: Junius 2007. 247 S.


Cover: Der filmische Raum

Khouloki: Der filmische Raum

Es gibt inzwischen zahlreiche Einführungsbände in die Filmanalyse, die sich mit filmischen Mitteln wie Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven, Kamerabewegungen usw. auseinandersetzen. Die Frage nach dem filmischen Raum, der unter anderem durch diese Mittel konstruiert wird, wurde allerdings bislang immer nur sehr marginal behandelt. Rayd Khouloki legt mit Der filmische Raum – Konstruktion, Wahrnehmung, Bedeutung im Bertz+Fischer-Verlag eine umfassende Reflexion dieses Themas vor. Neben wahrnehmungspsychologischen Grundlagen greift er vor allem auf die Vorarbeiten verschiedener Filmtheoretiker wie Eisenstein, Pudowkin, Benjamin, Panofsky, Bazin, Winkler und schließlich Bordwell zurück, um im Anschluss eine eigene Typologie von Raumtypen zu präsentieren. Am Filmklassiker „2001: A Space Odyssey“ von Kubrick wird das Instrumentarium zur Analyse des filmischen Raums beispielhaft erprobt. Ein sehr detailreiches und trotzdem gut verständliches Buch, das ohne Zweifel den filmanalytischen Blick schärft.

Khouloki, Rayd: Der filmische Raum. Konstruktion, Wahrnehmung, Bedeutung. Berlin: Bertz + Fischer 2007. 191 S.

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