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Hausaufgaben

Hausaufgaben sind nützlich. 01.02.2008, 00:05

Heute ist eine Studie im Internet aufgetaucht, derzufolge Hausaufgaben "überflüssig sind". Diese Erkenntnis klingt unglaublich, und tatsächlich: Sie ist es auch.

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  • (geändert: )

Die Meldung: “Hausaufgaben sind überflüssig!”

Am 31. Januar 2008 verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer die Meldung: “Hausaufgaben sind überflüssig! [sic, mit Ausrufezeichen!]”. Zitiert wurde in der Regel eine über das idw verbreitete Pressemitteilung, die die Erkenntnisse von Prof. Hans Gängler zitiert:

Zahlreiche Studien haben nämlich gezeigt, dass Hausaufgaben keinerlei [sic] nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden erklärt das so: gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben.

bildungsklick 31.01.2008: Sind Hausaufgaben überflüssig? TU Dresden untersucht Strategien zum Wissenserwerb

Unglaublich!

Wir alle waren entsetzt. Generationen von SchülerInnen haben Tausende und Abertausende Stunden mittags am Schreibtisch verschwendet - alles umsonst? Am Morgen eine Formel lernen, sie mittags in einer Übung anwenden - bringt nichts? Vokabeln lernen - pure Zeitverschwendung? Einen Aufsatz schreiben, Verben konjugieren, die Innereien des Frosches auswendiglernen?! Es klingt wirklich unglaublich.

Wir unterstellen nicht, dass gepfuscht wurde - obwohl das in besten Kreisen nicht selten vorkommt (dradio.de: Mogelnde Forscher und ihre Motive; telepolis: Schlampen, Manipulieren, Fälschen). Besonders überraschend ist im aktuellen Fall jedoch das Untersuchungsdesign (zumindest das in der Presse kommunizierte): Bei der Studie handelt es sich um eine “Umfrage” unter Lehrern und Schülern und Eltern:

Hans Gänglers Umfragen unter Lehrern in Ganztagsschulen haben erbracht, dass etwa ein Drittel der Befragten zugab, gar nicht einschätzen zu können, ob Hausaufgaben überhaupt irgendeinen Effekt auf die Schüler hätten [...] 70 Prozent aller sächsischen Ganztagsschüler nehmen mehrmals in der Woche an Hausaufgabenbetreuungen teil. Professor Gängler hat die Wirkung solcher Angebote untersucht, die Aussagen von Lehrern, Schülern und Eltern gesammelt.

bildungsklick 31.01.2008: Sind Hausaufgaben überflüssig? TU Dresden untersucht Strategien zum Wissenserwerb

Lehrer, Eltern und Schüler können intuitiv wahrscheinlich keine wissenschaftlich sinnvolle Aussage darüber treffen, ob Hausaufgaben tatsächlich sinnvoll sind; die Information wird jedoch so verkauft (“Da ist es nach Ansicht der Wissenschaftler schon fast ‘empörend’ dass Lehrer überhaupt Hausaufgaben aufgeben” - Spiegel Online). Und damit bleibt von der wissenschaftlichen Untersuchung, die die Welt erschüttert, erst mal nichts als die Interpretationen von Prof. Hans Gängler.

Warum findet Prof. Gängler Hausaufgaben überflüssig?

Prof. Hans Gängler leitet seit mehreren Jahren Projekte rund um die Ganztagsschule (Übersicht bei der Forschungsgruppe Ganztagsschule (TU Dresden)). Das (wirklich unterstützenswerte) Bestreben, das Konzept “Ganztagsschule” zu pushen, hat offensichtlich dazu geführt, dass Äpfel mit Birnen verglichen wurden:

Die Erziehungswissenschaftler der TU testen zurzeit an zehn sächsischen Ganztagsschulen unterschiedliche Nachmittagsangebote. In zwei Schulen verzichten die Lehrer ganz auf Hausaufgaben in Deutsch, Englisch und Mathe und richten stattdessen Trainingsstunden ein, die sich an dem Leistungsniveau der Schüler orientieren. “Die Schüler erledigen hier keine Aufgaben - sondern sie arbeiten an ihren Defiziten und bekommen zusätzliche Lernmotivation,” sagt Andreas Wiere. Für die Forscher aus Dresden ein Modell mit Zukunft.

Spiegel Online 31.01.2008: Studie der Universität Dresden - Hausaufgaben bringen nichts

Dem klassischen Konzept “Hausaufgaben” wird von (bezahlten) Profis betreutes, individuelles Lernen gegenüber gestellt. Die Erkenntnis, dass hierbei mehr oder besser gelernt wird, ist trivial.

Fazit: Sind Hausaufgaben also überflüssig?

Auf der Basis von Vermutungen von Lehrern/Eltern/Schülern und auf Grund des Vergleichs “Hausaufgaben” - “betreutes Lernen” ist die Erkenntnis, dass Hausaufgaben überflüssig sind, keine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern populistisches Gegröle, das von den publikumsgeilen Medien dankbar und unreflektiert aufgegriffen und verbreitet wird. Dabei würde ein sinnvolles Ganztagsschulkonzept Hausaufgaben tatsächlich überflüssig machen.

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Kommentare

30

Zum Artikel "Hausaufgaben sind nützlich.".

  • #1

    Die Studie der TU Dresden wäre wirklich interessant!

    schrieb webdesign am

  • #2

    Hausaufgaben sind auch in Ganztagsschulen wichtig: Man kann in der Schule - besonders bei einer 45 Taktung der Schulstunde - nicht alles üben und vertiefen. Ich bin gerade in meinem Studium und werde zukünftig im Lehrberuf tätig sein (“hoffentlich”). Im Fach Deutsch sind Deutsch sind Hausaufgaben von besonderer Wichtigkeit: Textanalysen kann man am besten in Ruhe schreiben. Das ist in der Klasse kaum zu bewerkstelligen. Desweiteren dauert das Lesen eines Textes + Schreiben einfach zu lange, sodass nach 45/90 Minuten die Stunde rum ist und die Schüler mit einer unfertigen Aufgabe in die nächste Stunde gehen. Wenn sie die Aufgabe zu Hause dann zu Ende machen, müssen sie sich erst wieder einlesen und den Gedankengang nachvollziehen. Natürlich: wenn ich die Aufgabe direkt als Hausaufgabe stelle, dann haben Schüler auch keine Motivation und machen die Aufgaben nicht, aber dadurch ist bei eigener Verantwortung gewährleistet, dass die SuS das Schreiben einer Analyse in der Klausur/Klassenarbeit hinbekommen (zumindestens mehr gewährleistet).

    schrieb Steffen Schmidt am

  • #3

    ich möchte eine Hausarbeit zum Thema Hausaufgaben schreiben. Weiß jemand, wo man die Studie der TU Dresden komplett nachlesen kann?

    schrieb last minute am

  • #4

    @Klaus
    Du sagstest “Lehrer jammern, weil sie zu viel zu tun haben”. Sie klagen vielleicht über ihre Korrekturen. Und warum klagt man über etwas? Weil man mit dem Ergebnis nicht zufrieden, vielleicht frustriert, enttäuscht ist über das, was infolge des Unterrichts herausgekommen ist. Ein Lehrer sollte dir, als Schüler das Wissen beibringen, was du für deinen Abschluss brauchst, um deine Lebensplanung einmal umsetzen zu können. Du scheinst “neugierig” zu sein und bist an Unbekanntem interessiert. Wenn sich Schüler jedoch desinteressiert zeigen, kann ein Lehrer seine Aufgabe nicht wahrnehmen, so sehr er sich auch bemüht. (Setzen wir mal voraus, dass er seine Aufgabe gut macht.) Jugendliche können wahrscheinlich die Tragweite ihres Handelns bzw. Nichthandels manchmal nicht oder noch nicht real beurteilen. Dies ist eine Erfahrung, die auch ich gemacht habe.
    Du sagtest “auch ich habe viel zu tun.” Meinst du damit deine schulischen Aufgaben oder deine Freizeitaktivitäten? Ich gebe dir in einem Recht: Heute haben Jugendliche viel mehr Abwechslung und “Überflutung” in jeder Hinsicht, als Jugendliche dies noch vor 20 Jahren hatten. Trotzdem sollte man sich immer wieder fragen, was mir wichtiger ist, wo meine Priorität liegen soll. Diese Entscheidung, ob man lernen will oder nicht, kann man nur selber fällen und man ist demnach auch alleine dafür verantwortlich.
    Du schreibst auch, dass viele Lehrer nur auf die Schlechten schauen und einfach Hausaufgaben aufgeben. Schlage doch mal vor, dass euer Lehrer Pflicht- und Wahlaufgaben aufgeben, also differenzieren soll. Wer Übung braucht, wird sehr schnell erkennen, was er tun muss. Kann ein Schüler bereits das im Unterricht Besprochene, reizt ihn vielleicht eine Wahlaufgabe oder er lässt es eben.
    Vielleicht führt dies zu einer größeren gegenseitigen Zufriedenheit aller Beteiligter.

    schrieb dodo am

  • #5

    Oh jee, da schnüürt isch mir alles Zusammen, enn ich nur an dieses leidige Thema denke! aber hääte ich damals gewusst, es erspart einem soviele sorgen und Kummer es einfach gut und mit bestem Wissen zu erledigen. Kostet täglich ne halbe Stunde, aber danach kann man den Tag in vollen Zügen Geniessen!

    schrieb yoga am

  • #6

    Hallo Klaus,

    ob Deine Hausaufgaben sinnvoll sind oder nicht, das kannst Du vermutlich erst beurteilen, wenn Du älter bist.

    Als ich in der 5., 6. und 7. Klasse war, hatten wir für Deutsch jede Woche mindestens einen Aufsatz zu schreiben. Ich habe das damals sehr gehasst. Doch schon in der Oberstufe erkannte ich, wie wertvoll diese Übung war. Und wann immer ich als Erwachsene einen Geschäftsbrief, ein Protokoll od. ähnl. zu schreiben habe, denke ich dankbar an meine damalige Lehrerin zurück. Ihrer Strenge verdanke ich meine Fähigkeiten, auch komplizierte Sachverhalte sprachlich richtig und verständlich auszudrücken.

    Nimm also Deinen Lehrern die Hausaufgaben nicht übel, auch wenn Du z. Zt. noch nicht weißt, wozu sie gut sind. In 10 Jahren, wirst Du sicher anders darüber denken.

    MfG, C. Harms

    schrieb Corinna Harms am

  • #7

    @dodo

    Es stimmt schon, dass ich einfach mal den Frust ablassen wollte, aber trotzdem denke ich, dass das alles mal auf den Punkt gebracht werden sollte!

    Es stimmt, was Sie sagen: Der Lehrer ist nicht nur allein für einen guten und interessanten Unterrichtsstoff verantwortlich. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich aus meinem Umfeld noch jemand, den alles was in der Schule abläuft interessiert. Ich lerne gerne neues dazu. Am liebsten probiere ich eigentlich sogar selber aus, tüftle und mache Gruppenarbeit. In unserer Klasse läuft der Unterricht immer flüssig und es wird viel aufgezeigt. Trotzdem interessiert die meisten das alles nicht und es wird getan, was getan werden muss. Und genau deshalb sehe ich jeden morgen wie jemand ruft: “Ach du kacke! Ich muss ja Deutsch noch machen! Kann ich das von dir abschreiben?”
    Sie sagen vielleicht es gibt Schüler die Hausaufgaben brauchen, aber Fakt ist, dass es GENAU diese Schüler sind, die sie nicht machen.
    Keine Eltern wollen ihre Kinder heutzutage noch auf Haupt- oder Realschule schiken, naja eher Haupt, als Real. Und die landen dann auf dem Gymnasium. Und es wird IMMER auf diese Schüler geachtet. Immer auf die schlechten. Dann sollten überall Gesamtschulen eingerichtet werden.
    Und weil alle Lehrer auf die schlechten schauen, geben sie einfach mal was auf. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sinnvoll ist, oder nicht. Egal, hauptsache aufgeben. Macht man ja immer so. Genauso wie im Unterricht beim Reden, beim Vorbereiten auf den Unterricht und beim Stellen von Aufgaben in Arbeiten wir auch bei Hausaufgaben nicht genug nachgedacht. Viele Lehrer REDEN einfach nur, anstatt mal zu MACHEN: ” Ja, also ihr müüüüüsst einfach das Hörverstehen bei den englischen Texten üben. Damit werdet ihr IMMER konfrontiert. Mit Englisch hören. Und das müsst ihr dann verstehen. Das ist ganz wichtig. Ohne geht heutzutage inn unserer Gesellschaft fast gar nicht mehr. Vor allem in den Berufen.” Ja, liebe Lehrer, dann ÜBT doch mit uns, anstatt vom Üben zu reden.
    Und um nochmal auf das Thema mit dem interessanten Unterricht zu sprechen zu kommen, gestern hatten wir Politik und ein Lehrer hat uns die ganze Geschichte vom Ruhrgebiet erzählt. Mit jede Menge Ausschweifungen. Und er hat das so interessant gemacht, dass die GANZE Klasse zugehört hat. Wirklich die GANZE Klasse. Und dass ist eine Seltenheit.

    Also, falls Sie Herr, oder Frau Dodo auch ein Lehrer sind, denken sie mal darüber nach, wie sehr die Lehrerschaft immer jammert, wieviel sie zu tun haben. Aber ICH habe AUCH besseres zu tun. Also überlegen SIe sich vor jeder Aufgabe, ob es, wenn SIE sie machen würden, für SIE sinnvoll sind. Und machen sie Ihre Aufgaben, die sie aufgeben zuhause selber. Und am besten noch die vom ganzen Kollegium dazu. Dann merken sie, wieviel es ist. Denn Sie sind nicht der einzige Lehrer, den die Klasse hat. Und ihr Unterricht ist auch nicht allein der Wichtigste.

    lg, Klaus

    schrieb Klaus am

  • #8

    @ Klaus: Du scheinst ein sehr guter Schüler zu sein, der es nicht nötig hat, zu Hause das nachzubereiten und durch Hausaufgaben zu kontrollieren, ob er die Mathematik- bzw. Englischaufgabe korrekt verstanden hat. Aber gerade das ist für viele Schüler dringend notwendig. Nicht immer versteht man auf Anhieb alles und selbst wenn - beim Selberlösen entstehen dann doch Fragen.
    Ich glaube auch, dass du in erster Linie deinen Frust ablassen wolltest über unfähige Lehrer, die du im Unterricht erlebst.
    Denke darüber mal nach, nicht nur der Lehrer ist für einen guten, interessanten Unterricht zuständig - es gehören beide Seiten dazu. Bloßes Konsumieren lernen viele Kids bereits von klein auf! Unsere “Spaßgeneration” hat es verlernt zu lernen. Lernen ist Anstrengung und Arbeit und kein Spaß im üblichen Sinn. Die meisten müssen sich Wissen erarbeiten und oft kann der Lehrer, da gebe ich dir recht, für einen interessanten Stoff sorgen, doch lernen (wie der Lösungsweg aussieht bzw. Vokabeln einüben) muss jeder selber.

    schrieb dodo am

  • #9

    Hallo alle zusammen,

    ich bin selbst ein 14 jähriger Schüler und besuche gerade die 9te Klasse eines Gymnasiums.
    Nachdem ich mir jetzt von oben bis unten alle Beiträge durchgelesen habe, möchte ich folgendes dazu loswerden:
    Theroien über Hausaufgaben und wie man sie am Besten zu stellen hat hin oder her. Für mich sind Hausaufgaben in der Regel der größte Schwachsinn den es gibt.
    Die wenigsten Hausaufgaben werden von unseren Lehrern sinnvoll aufgegeben. Meist geht es einfach nur um des Aufgeben Willens. Das ist genauso eine Sache wie den Unterricht vorbereiten. Es gibt Lehrer, bei denen versteht man alles, die sind pädagogisch sehr fit und strukturieren ihren Unterricht, sodass man gut mitkommt, und bei genau diesen Lehrern sind dann Hausaufgaben in der Regel sinnvoll. Diese Art von Lehrer gehört übrigens auch zu der Sorte, die auch mal keine Aufgaben für Zuhause aufgeben, wenn es nicht sinnvoll ist. Doch genau diese Art von Lehrer ist auch die Ausnahme.
    Es gibt junge Lehrer und es gibt alte Lehrer an unserer Schule. Nur weil jetzt jemand über Hausaufgaben und wie sie richtig zu stellen sind, wird ein Lehrer der sich sowieso schon auf seinen Ruhestand in ein, zwei Jahren freut, seinen Unterricht nicht ändern, und die Art Hausaufgaben aufzugeben.
    Ein Beispiel: Bei uns an der Schule wurde ein neues SChulmodell vorgestellt: 60 statt 45 Minuten Stunden. Schüler, Lehrer und Eltern sollten darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist oder nicht. Dafür sprach: Kein Nachmittagsunterricht in der Mittelstufe durch eine bessere Verteilung und jeden Tag etwas später Schule aus, und dadurch auch keine 1 h Mittagspause oder “weniger Hausaufgaben”. Dagegen: Hier kamen Argumente, wie zum Beispiel:“Och nööö das ist ja doof… dann zieht sich der Unterricht ja voll öde so lang hin und so.”
    Trotzdem war mehr als die Hälfte der Schüler dagegen. Die SChulleitung hats trotzdem durchgeboxt.
    Und nun, da es endlich eingeführt wurde, das tolle neue Schulstundensystem, ist es viel schlimmer als erwartet. Es ist ja nicht nur so, dass sich die 5 Stunden am Tag so furchtbar lang hinziehen, und dass wir trotzdem immernoch genauso viele Sachen mitnehmen müssen und genausoviele Hausis bekommen wie vorher.
    Man hat uns auch versprochen: ” Aaach dann ist viiiiel mehr Zeit für Gruppenarbeit.”
    Stattdessen sitzen wir in fast jeder Stunde da, und müssen zuhören.
    Und ich verstehe es nur zu gut, dass ein alter Lehrer, um nochmal auf das Thema von eben zurückzukommen, wo er doch in ein zwei JAhren in Rente geht, jetzt nicht seinen Unterricht ändern will.
    Aber genauso ist es auch mit den Hausaufgaben.
    Es schreibt doch sowieso die Hälfte der Klasse morgens alles ab.
    Und dann wurden jetzt bei uns neuerdings diese tollen gelben Hefte eingeführt.
    Wenn du deine Hausis nicht hast, musst du sie nachmachen und deine Eltern müssen unterschreiben.
    Und wozu das ganze?
    In diesem Forum wird über den Fleiß zuhause diskutiert und wie Hausaufgaben den Schülern helfen.
    Aber um einfach mal auf den Punkt zu sagen: Ich kenne keinen einzigen Schüler, dem Hausaufgaben Spaß machen! Vielleicht ab und zu mal die ein oder andere Sache.
    Man überlegt sich schon auf dem Weg nach Hause, hmmm was hab ich auf? Und wie kann ich das am Schnellsten erledigen? Was kann ich weglassen? Welcher Lehrer guckt eh nicht nach? Was kann ich morgen früh noch schnell abschreiben?

    Hausaufgaben helfen einem NICHT mit Dingen, die man in der SChule gelernt hat. Hausaufgaben bringen einem gewisse Management Fähigkeiten bei. Man plant genau im Vorraus, wie man die Hausaufgaben schnellstmöglich loswird.

    Also mein Fazit: HAUSAUFGABEN SIND TOTAL FÜR DIE KATZ!!!!!!!
    Und wenn ich mir morgens von 8 bis 14 Uhr in der Schule das Gerede anhören muss und schon die Sekunden zähle, wann ich endlich nach Hause kann, hab ich keine Lust, da auch noch weiterzumachen.

    Ich finde, die Lehrer sollten sich mal was einfallen lassen, wie die Schule auch für uns Spaß macht.
    Ich lerne bei einer Erdkundegruppenarbeit mehr, als mir irgendwelche Vorträge anzuhören.
    Ich lerne auch wenn ich ein Geschichtsreferat halte mehr, als mir im Buch irgendwelche Texte durchzulesen.
    Und ich lerne selbst mehr Englisch, wenn ich mir die neusten Songs im Radio anhöre und versuche zu verstehen, als wenn ich mir anschaue, wie das Past Progressive gebildet wird.

    So das musste jetzt mal gesagt werden.


    P.S.: Ich finde die Hausaufgabenlösung von Fritz Löffler wirklich gut.
    Da machen Hausis dann sicher wirklich Spaß. Den jeder ist für sich selbst verantwortlich und das ist immerhin tausend Mal besser, als unsere scheiß “Stasi-Hefte”

    schrieb Klaus am

  • #10

    Hallo,
    ich möchte eine Hausarbeit zum Thema Hausaufgaben schreiben. Weiß jemand, wo man die Studie der TU Dresden komplett nachlesen kann???

    schrieb Jan am

  • #11

    Mir ist es in meiner Schulzeit so ergangen:

    ich habe immer versucht, möglichst in der Schule schon so viel wie möglich zu verstehen und hab meine Lehrer gern auch mit vielen Fragen gelöchert, bis ich über das Thema bescheid wusste. Hausaufgaben habe ich dann keine mehr gemacht, für Schulaufgaben kurz beim Frühstück mein Material “gecheckt”. In dieser Zeit waren meine Noten Top!

    schrieb Gitarrenlehrer am

  • #12

    Ich möchte zu diesem Thema mal folgendes sagen:

    Hausaufgaben machen nur dann Sinn, wenn man auch etwas nachzuholen hat oder nicht im Unterricht hinterhergekommen ist. Dass Gute Schüler durch Hausaufgaben nicht unbedingt besser werden, finde ich total richtig.


    PS: Dieser Beitrag ist von einem Schüler, der fast nie Hausaufgaben macht und dennoch demnächst sein Abi mit 1,0 machen wird ;-)

    schrieb Hausaufgaben Web am

  • #13

    Das Problem mit den Hausaufgaben kann man nicht isoliert betrachten. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass vernünftig gestellte, gut erklärte und dann auch noch von Schülern sorgfältig erledigte Hausaufgaben sehr sinnvoll sind und den Lernprozess fördern. Dass dieser Idealfall häufig nicht erreicht wird, liegt daran, dass unser Halbtagsschulsystem es fördert, dass der größte Teil der Verantwortung auf das Elternhaus delegiert wird: Lehrer verlassen sich implizit darauf, dass die Eltern ihren Kindern über die Schulter gucken und ihnen schon helfen werden, wenn es Schwierigkeiten gibt. (Nicht umsonst ist in Deutschland der Schulerfolg in so hohem Maße abhängig vom Engagement der Eltern!)
    Um aber ein sinnvolles Ganztagsangebot zu schaffen, und nicht nur diesen halbherzigen Kompromiss “Offene Ganztagsschule”, müssten die Länder eine Menge Geld in die Hand nehmen. Da aber bisher die meisten Reformen, auch die Verkürzung auf G8 unter dem Ziel von Einsparungen im Bildungshaushalt gemacht wurden, bin ich diesbezüglich sehr skeptisch. Wir werden also noch länger mit dieser unbefriedigenden Situation leben müssen.
    Und so hätte es schon einen gewissen Reiz, die Methode von Fritz Löffler einmal auszuprobieren: Motivieren anstatt zu kontrollieren.

    schrieb laempel am

  • #14

    “Wer zahlt eigentlich die sächsische Hausaufgabenbetreuung?”

    Ich arbeite an einer sächsischen Mittelschule (Realschule) mit Ganztagsangeboten. Die Hausaufgabenbetreuung ist ein Bestandteil des Angebotes und wird entweder über das “normale” Stundenkontingent der Schule (sog. Poolstunden, die für außerunterrichtliche Zwecke zur Verfügung stehen) oder über Honorarverträge (Die Lehrer in Sachsen arbeiten alle in “Zwangsteilzeit”, da sind manche froh über einen Zusatzverdienst.) abgedeckt.

    schrieb Heike am

  • #15

    Ich vermisse das Wort “repräsentativ” bei Prof. Gänglers Umfragen. Zudem sehe ich eine Umfrage unter pubertierenden SChülern über den Sinn und Unsinn von HAusaufgaben sowieso als sehr schwierig an. Keiner wird zugeben, daß er wenn er alles erledigen würde auch am nächsten Tag besser mitarbeiten kann. Zudem ist der Zug einmal abgefahren, verbessere ich meine Leistung mit Hausaufgaben ab und zu mal auch nicht mehr. Dies aus Erfahrung!
    Zudem, wie auch meine Vorschreiber schon erwähnt haben, kommt es auf die Art der Hausaufgabenanerkennung an. Dies ist glaube ich der wesentliche Aspekt. Zudem kann ich den Frust des nicht verstehens mindern, indem ich Hausaufgaben nicht gleich am ersten Tag der Themenneueinführung aufgebe, sondern erstmal am nächsten Tag in einer Reflexionsphase sehe, was bei den Kindern am Vortag hängen geblieben ist, dies ist dann aber schon das Thema guter Unterricht.

    schrieb Christiane am

  • #16

    Der Beitrag von Fritz Löffler zeigt sehr schön, dsss es “die” Hausaufgaben gar nicht gibt, dass sie vielmehr verschiedene Funktionen erfüllen können. Ich habe mit HA ganz anders gearbeitet - vielleicht sollte man die Vielzahl der Funktionen auch bedenken, wenn man über “die Hausaufgaben” spricht!

    schrieb Norbert Tholen am

  • #17

    Prof. Hans Gängler hat sich mit seiner Erklärung, “gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben” nicht mit der Mehrheit aller Schüler beschäftigt, sondern nur an die extremen Gruppen gehalten, die es am Rand jeder Klasse gibt. Die Mehrzahl aller Schüler ist aber weder so genial, dass sie keine Haufaufgaben benötigt, noch so schlecht, dass diese eine Überforderung darstellen. Der Mehrzahl aller Schüler nützt es sehr wohl, sich die Unterrichtsinhalte nachmittags noch einmal vorzunehmen und die zu erwerbenden Fertigkeiten zu üben. Denn, das deutsche Sprichwort sagt es ja schon: Übung macht den Meister. Wer z. B. in einer Fremsprache nicht regelmäßig Vokabeln lernt und die neuen, anderartigen grammatische Strukturen übt, der verpasst den Anschluss an die Mitschüler.

    Tatsache ist aber auch, dass es bei Schülern besonders in der Pubertät als absolut uncool gilt, Hausaufgaben zu machen. Viele gute Schüler geben vor Klassenkameraden nicht zu, dass sie sich ihre guten Noten mühsam erarbeitet haben, und viele schlechte Schüler begnügen sich damit, die Hausaufgaben von ihren Mitschülern abzuschreiben. Solche “Details” verfälschen das Bild. Ob die Studie von Herrn Prof. Dr. Gängler derartiges berücksichtigt, wage ich zu bezweifeln.

    schrieb Corinna Harms am

  • #18

    Seit ca. 3 Jahren sind die Hausaufgaben bei mir und einigen Kollegen an einer Realschule grundsätzlich freiwillig. Wer sie aber macht, erhält einen -imaginären- Euro, 5€ ergeben einen Smartie, den man in ein Reagenzglas an der Wand füllen darf. Zusatzaufgaben sind ebenfalls erlaubt. Schon bald sieht man ein schönes Diagramm und der Wettbewerb läuft. Hundert Euro im Halbjahr geben eine Urkunde, die sehr begehrt ist. Statt einer “6” für nicht gemachte HA, darf man ruhig mal eine “1” für 50 erbrachte geben. Schüler, die keine HA bringen, werden nicht behelligt,die teilnehmenden Kollegen verzichten ausdrücklich auf Kritik. Andererseits erhalten die Schüler nachhaltig Aufmerksamkeit und Lob, die ihre Sachen erledigen. Fazit: Das Klima ist toll, die Schüler machen insgesamt weit mehr Aufgaben als gefordert. Der Lehrer ist mit der “Abrechnung” der geleisteten Arbeiten gut beschäftigt, anstatt seine Energie für nicht geleistete zu verschwenden und zusätzlich noch die Stimmung zu drücken.

    schrieb Fritz Löffler am

  • #19

    Wer zahlt eigentlich die sächsische Hausaufgabenbetreuung?
    Wir im Süden Baden-Württembergs sind gerade Richtung Ganztagsschule unterwegs, aber für Hausaufgabenbetreuung will voraussichtlich werde der Schulträger (Stadt) noch die Schulverwaltung (Kultusministerium) etwas zahlen.
    Bleiben also z.B. die Eltern…

    schrieb Hartmut Jünger am

  • #20

    Damit ich nicht falsch verstanden werde. Ich bin für das Lernen und die Hausaufgaben und gegen 6er. Nur, in der Schule die mein Kind besucht, kommt es bei manchen Lehrern nicht zur Kontrolle, da wenige die HA gemacht haben, weil sie nicht verstanden wurden oder die Lust fehlte… Aber man muss sich die Frage stellen. Warum? Man sieht es immer von seiner Sicht. Hat das Kind gut zugehört, bei der HA Stellung oder hat der Lehrer es wieder zu schnell und genervt erklärt. Ich rede hier von der 10 Kl., wo alles sowieso etwas zickig und null Bock mäsig abgeht.

    schrieb Jenny am

  • #21

    Danke für den Beitrag!
    Viele Grüße

    schrieb David Gerlach am

  • #22

    Ich habe mich mehrfach zum Thema geäußert; der dritte Links weist zur grundsätzlichen Technik der HAS-Besprechung:
    http://norberto42.kulando.de/post/2008/02/01/sind_hausaufgaben_sinnlos
    http://norberto42.kulando.de/post/2006/01/06/hausaufgaben
    http://norberto42.kulando.de/post/2007/02/09/hausaufgaben_besprechen

    schrieb Norbert Tholen am

  • #23

    Wann sind Hausaufgaben sinnvoll?
    Wenn sie den gelernten Stoff vertiefen, erweitern oder ergänzen - genau das machen Ganztagsschulen in ihren Betreuungsstunden.
    Wenn ein Schüler die Hausaufgaben nicht machen konnte, weil er sie nicht verstanden hat, dann teilt er das in der Kontrolle dem Lehrer mit.
    Nur dann sieht der Lehrer auch, dass er etwas noch einmal erklären muss.
    Dann sollte auch der Schüler die Möglichkeit haben, die überarbeitete Hausaufgabe nachzureichen und die “6” - bei mir ist es ein Strich - auszugleichen.
    Die Studie der TU Dresden kann mit mehreren Studien unter anderer Fragestellung zum gleichen Thema erwidert werden. Meiner Erfahrung nach lernen die Schüler am schlechtesten, die keine Hausaufgaben machen - und über den Umfang meiner Hausaufgaben haben bisher nur die geklagt, die nicht richtig zugehört und deshalb zuviel gemacht haben.

    schrieb OnkelKlaus am

  • #24

    @KARIN:
    ohje….10 minuten?! wäre dann vielleicht doch besser, erst gar keine HA aufzugeben…(zumal ich hier mal bezweifle, dass sie die richtigkeit der HA in der zeit wirklich überprüfen, um dann ggf. den unterrichtsstoff aufzuarbeiten…)

    was nützen die HA also einem schüler, der den stoff in der schule schon nicht verstanden hat und dann nachmittags oftmals allein zu hause sitzt???

    schrieb Regina am

  • #25

    Das die Schüler die Hausaufgaben nicht machen hängt damit zusammen, dass sie wissen es kontrolliert sowieso kein Lehrer diese. Aber man muss sich damit als Lehrer nicht die Zeit mit Kontrolle bzw. Überprüfen vertreiben. Es würde reichen, dass 2-3 verschiedene Schüler die Hausaufgaben zur Benotung abgeben und dann geht es zum Schulstoff weiter. Denn wenn man nur 6er erhält für nicht gemachte Hausaufgaben, wachen sowie nur die Schüler auf die Lust zum Lernen haben…Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule könnte sowieso besser sein.

    schrieb Jenny am

  • #26

    Ich habe den Bericht bereits kommentiert (unter norberto42) -
    die Pointe ist m.E., dass “ideale” Ganztagsschule mit “realer” Normalschule verglichen wird - ideal in Bezug auf Schüler und Lehrer; aber dass auch dort geübt werden mus (= Hausaufgaben gemacht werden), wird nicht bestritten.
    Da meine Frau an einer Gesamtschule arbeitet (und auch vom Konzept überzeugt ist, am Rande gesagt), weiß ich, wie es an realen Ganztagsschulen aussieht; sie gibt übrigens auch HA auf.
    Die HA sind ein Problem der realen Schüler und auch der realen Lehrer (siehe die Studie aus Süddeutschland!), nicht des Übens, als nicht der HA.

    schrieb Norbert Tholen am

  • #27

    Ja, Hausaufgaben sind dann überflüssig und bringen die SchülerInnen nicht weiter, wenn sie sie nicht anfertigen!!!
    (Deutschlehrerin, die 10 Minuten einer Stunde damit verbringt zu überprüfen, ob die H.A. gemacht wurden)

    schrieb Karin am

  • #28

    Die meisten?

    schrieb Student am

  • #29

    na ja…zumindest sind die alternativ-vorschläge des herrn gängler weit aus besser als hausaufgaben jemals waren!!!
    die schule unterrichtet immer noch wie vor 40 jahren und hat versäumt, sich den gegebenheiten, in der die kinder heute (leider)aufwachsen müssen, anzupassen! was ist daran schlecht, in den ersten stunden des schultages tatsächlich so etwas wie ein “aufwärmtraining” zu machen?? mein sohn z.b. musste leider immer allein seine hausaufgaben erledigen, da ich ganztags berufstätig bin. und mal ehrlich, die meisten kids schreiben die aufgaben vor schulbeginn eh von den mitschülern ab…

    schrieb Regina am

  • #30

    Mir fehlen die Worte. Gegen diese “Erkenntnis” hat die Dschungelshow Universitätsniveau. Wer finanziert diesen Schwachsinn (keine Angst, ich weiß es - das macht es aber nicht besser).

    schrieb Franz Konz am

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