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Politik

Schule: Neue Rechtschreibung ab 2005 verbindlich 09.10.2004, 00:28

Heute haben die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer mehr oder weniger einstimmig beschlossen, dass ab 1. August 2005 die neue Rechtschreibung und nur diese an deutschen Schulen verbindlich sein wird.

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  • (geändert: )

Die Ministerpräsidenten

Nicht alle Ministerpräsidenten waren begeistert von dem Beschluss, gaben sich in Interviews jedoch samt und sonders sibyllinisch, teilweise gar verwirrt. So fordert [url=http://www.erwin-teufel.de/]Erwin Teufel[/url] (BaWü) scheinfroh “eine Reform” (“Eine Reform der Reform?” - “Ja, natürlich!”), [url=http://www.stoiber.de/” title=“Hübsche Website, beachten Sie auch die dezent braune Farbgebung.]Edmund Stoiber[/url] (Bayern) gar erwartet keine “Rückkehr zur alten Rechtschreibreform” (sic) (siehe [url=http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3682354_TYP6_THE_NAVSPM1_REF1_BAB,00.html]tagesschau.de[/url] (unten auf der Seite: “Jahreskonferenz”)).

Der (zweite!) Rat für deutsche Rechtschreibung

Ende September 2004 hat die KMK einen [url=http://www.deutsche-sprachwelt.de/nachrichten/neues_detail.php?id=153](offiziellen) “Rat für deutsche Rechtschreibung”[/url] ins Leben gerufen. Der soll (im Abgleich mit gleichnamigen Organen in der Schweiz und Österreich)

... den Schriftgebrauch der deutschen Sprache beobachten und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Rechtschreibung erarbeiten ...

[url=http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,320196,00.html]spiegel.de, 27.9.2004[/url]

In Kielwasser dieser Insitution wird die nächste Kultusministerkonferenz am 14./15. Oktober im Saarland tagen.

Übrigens wurde Mitte August ein [url=http://www.netzeitung.de/deutschland/301635.html](inoffizieller) “Rat für deutsche Rechtschreibung”[/url] gegründet, allerdings von Kritiker/innen der Reform (“Kritiker-Rat”, [url=http://www.ftd.de/tm/me/1093076492963.html?nv=tn-rs]ftd.de[/url]). Sein Ziel ist die Wiederherstellung der alten Rechtschreibung.
Auch die frisch gebackene Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zählt zu dem illusteren Kreis. Sie verzichtete bisher darauf, die Ehrung zu besudeln und vor den Nobelpreiskameras gegen die neue Rechtschreibung zu wettern (was man eigentlich auch nicht von ihr erwartet).

Dumm gelaufen

Laut und fest verkündeten Springer und Spiegel-Verlag im Sommer 2004 eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung (wir [url=https://www.lehrerfreund.de/more/117_0_1_0_M7/_alte_rechtschreibung/Rueckkehr_M” target=“_self]berichteten[/url]), ermutigt durch heimliche Gesten einiger Ministerpräsidenten und gestützt von Veteranen wie der Süddeutschen Zeitung.

Die [url=http://www.bild.de]Bildzeitung[/url] ist ihren Worten treu geblieben und erscheint seit Sonntag in alter Rechtschreibung (wir [url=https://www.lehrerfreund.de/more/150_0_1_0_M7/_alte_rechtschreibung/springer_bild_M target=“self”]berichteten[/url]) - der Süddeutsche Verlag (“Süddeutsche”) indes macht einen Rückzieher und wird bei der neuen Rechtschreibung bleiben. Es steht zu erwarten, dass nach dem heutigen Beschluss weitere Verlage kippen werden.

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Kommentare

3

Zum Artikel "Schule: Neue Rechtschreibung ab 2005 verbindlich".

  • #1

    Für uns, Deutschlehrer in Frankreich , wäre es nun Zeit zu wissen, welche Rechtschreibung wir unseren Schülern schließlich unterrichten sollen.

    schrieb Bernard am

  • #2

    Die Rechtschreibung steht paradigmatisch für die gegenwärtige Reformfähigkeit in Deutschland : hau-ruck, hin und her, ex und hopp, ja und nein oder doch? Da soll was vorwärts gehen in diesem Land, wo so viele Murkser das Sagen haben.

    schrieb Peter Müller am

  • #3

    Was gilt denn jetzt? In der Schweiz wurden neue Schulbücher gedruckt nach der Urreform, 2. Auflage nach der 3. Nachreform. In der Zwischenzeit wurden nochmals zweimal neue Wortlisten nachgeliefert. Zumindest die reformierten Schulbücher in meiner Schule entsprechen nicht dem neusten Stand der Regeln.

    Aber: Auch schon bisher veränderte jede Dudenneuauflage die Orthographie, ohne dass sofort alle Schulbücher eingestampft worden sind.

    schrieb Etienne Ruedin am

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