Ohne Ausbildung

Österreichs Islam-Lehrer/innen völlig unterqualifiziert 25.02.2009, 12:22

In Österreich steht man seit einiger Zeit vor dem Problem, dass nicht genügend qualifizierten Islam-Lehrer/innen zur Verfügung stehen. Also hat man jahrelang einfach alle eingestellt, die man kriegen konnte. Eine neue Studie zeigt: 40% der Islam-Lehrer/innen haben weder theologische noch pädagogische Ausbildung, 20% lehnen die Demokratie ab.

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Wie auch in Deutschland neigen österreichische Politiker/innen dazu, dem Erhalt ihres Bildungssystems wenig Wert beizumessen: Fehlen in einem Fachbereich Lehrer/innen, bringt man die jammernde Presse zügig zum Schweigen, indem man einfach irgendwen einstellt und dann Entwarnung gibt - “Alle Stellen besetzt - Unterrichtsversorgung gewährleistet!”. In Deutschland ist die Problematik aktuell in Mangelfächern (z.B. Mathematik, Physik) zu beobachten, wo man nun beginnt, diplomierte AbsolventInnen einzustellen, die keine pädagogische Ausbildung haben.

In Österreich hat man das in den letzten zwei Jahrzehnten so mit Islam-Lehrer/innen gemacht und bekommt nun die Rechnung. Eine neue Dissertationsarbeit (von Mouhanad Khorchide) zeigt den dadurch bedingten Mangel auf: Fast 40% der aktiven Islam-Lehrer/innen an Schulen haben weder eine theologische noch eine pädagogische Ausbildung, 20% lehnen die Demokratie ab, weil diese mit dem Islam nicht vereinbar sei.

Zwar gibt es auch in Österreich eine universitäre Ausbildung für Islamlehrer, doch in den 80er und 90er Jahren wurden vielfach Lehrer eingestellt, deren einzige Qualifikation war, dass sie Muslime waren. Außerdem werden die muslimischen Lehrer von der islamischen Glaubensgemeinschaft selbst ernannt und kontrolliert. Eine externe Kontrolle durch die Behörden wird durch die strikte Trennung von Kirche und Staat unterbunden.

Der Tagesspiegel 25.02.2009: Viele Islamlehrer in Österreich lehnen Demokratie ab

Der Missstand ist schon länger bekannt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit müssen sich nun alle Islam-Lehrer/innen Österreichs einem Deutschtest unterziehen und ein Bekenntnis zur Demokratie ablegen. In Österreich beginnt man jetzt erst panisch zu reagieren, wo man befürchtet, dass die Lehrer/innen die Kinder zu Bombenlegern und Fanatiker/innen machen könnten.

Auch in Deutschland reagiert die Bildungspolitik immer erst auf den letzten Drücker (z.B. Lehrermangel-Diskussion), meistens zu spät. Aktuell steht zu erwarten, dass Schüler/innen einfach nicht verstehen werden, was der hoch intelligente Diplom-Mathematiker von ihnen will. Kein Grund zur Beunruhigung, denn aus Sicht der Politik gilt nur: “Alle Stellen besetzt - Unterrichtsversorgung gewährleistet.” Am Ende sind dann doch wieder die dummen, pädagogisch unfähigen Lehrer/innen schuld.

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