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Schulkleidung

Schulkleidung an Potsdamer Grundschule 11.09.2005, 10:02

Einheitliche Schulkleidung ("Schuluniform") wird nun auch an der Potsdamer Max-Dortu-Grundschule zum Jahresende 2005 eingeführt.

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  • (geändert: )

Schulkleidung - nicht besonders verbreitet

In der BRD hat erst eine Hand voll Schulen Schulkleidung als verbindlich eingeführt, z.B. die Haupt- und Realschule Sinstorf (Hamburg)(seit 2000) oder die Realschule Haag (Oberbayern) (ab 2005/06). Viel mehr gibt es in der BRD noch nicht. Smarte Textilvertreiber haben aber großes Interesse daran, das zu ändern.

Als erste Schule Brandenburgs führt die Max-Dortu-Grundschule Schuluniformen ein. Das Tragen der Schulkleidung ist für die Ersteklässler/innen verbindlich, für die anderen freiwillig. Dabei versteht man in der Mainstreamdiskussion unter "Schulkleidung" nicht Schuluniformen, wie z.B. in Großbritannien oder Australien üblich, sondern eher "eine einheitliche und funktionale 'Arbeitskleidung', die den Bedürfnissen des Schulalltags Rechnung trägt" (schulkleidung.de).

Ein Satz der Kleidung kostet in der Anschaffung rund 80 Euro, auf die Eltern entfällt ein Anteil von 27 Euro (für einen Satz ... hoffentlich haben alle einen Trockner im Keller stehen). Bestandteile des Outfits sind Polohemd, T-Shirt, Allwetterjacke und "Basecap" (Synonym für: "Schildmütze"), je nach Schülervorliebe in rot, blau oder gelb (schwarz, rot, gold wäre natürlich auch eine originelle Idee gewesen).

Für die Lehrer/innen ist das Tragen einer Schuluniform (noch?) nicht verbindlich.

Finanzierung der Schulkleidung

Finanziert wird die Angelegenheit von der Stadt Potsdam, dem Förderverein der Schule und dem Bildungsministerium, das dazu in dubiose Töpfe greift:

Das Bildungsministerium unterstützt dieses Vorhaben mit 5 000 Euro aus Lottomitteln [...]

berlinonline.de, 10.09.2005

Argumente und Erfahrungen

Grundsätzlich soll durch einheitliche Schulkleidung dem Modewahn entgegengewirkt werden. Soziales Gefälle wird damit zumindest auf visueller Ebene teilweise nivelliert; als Effekt erhoffen sich Befürworter von Schulkleidung mehr Konzentration auf den Unterricht sowie eine Stärkung des Wir-Gefühls (und damit verbesserte Integration der SchülerInnen in den Klassenverband).

Die Erfahrungen aus der Praxis kommen hauptsächlich aus Schulversuchen und werden unterschiedlich beschrieben. Gern zitiert wird Dipl.-Psych. Oliver Dickhäuser, der an der Uni Gießen erforschte, dass in Klassen mit Schulkleidung das Sozialklima besser sei. Dickhäuser bleibt aber seinen Forschungsergebnissen gegenüber realistisch:

Bewirkt der neue Dress-Code, dass sich die Eleven besser auf den Unterricht konzentrieren können, weil sie der Nachbarin nicht ständig auf den Bauchnabel starren müssen?
"Eine solche Interpretation unserer Befunde wäre überzogen", erklärt Dickhäuser. "Es ist naiv zu glauben, dass lediglich ein einheitlich farbiger Pulli diese Probleme in deutschen Klassenzimmern löst. Auch unsere Untersuchung zeigt nicht eindeutig, dass es die Schulkleidung ist, die die Unterschiede zwischen den Klassen bewirkt."

uni-protokolle.de, Pressemitteilung Dipl.-Psych Oliver Dickhäuser

Während die Webpräsenzen von Karin Brose, Rektorin Studienrätin an der Hamburger Haupt- und Realschule Sinstorf, Wonne und glückliche SchülerInnen suggerieren (schule-sinstorf.de, zugehöriges Angebot schulkleidung.com), berichtet Marianne Strohmeyer auf den Seiten der GEW von zwiespältigen Effekten.

Und wie immer: Die Lobby mischt mit

Wenn Sie im Web nach Schulkleidung suchen, stoßen Sie rasch auf die "Initiative Pro-Schulkleidung" (schulkleidung.de). Hier wird frenetisch über die Vorteile von Schulkleidung berichtet, "verschiedene Untersuchungen" würden die Akzeptanz bestätigen. Der Beleg folgt auf den Fuß:

In einem eigenen – kleinen – Versuch haben wir ein 5. Schuljahr an einem Darmstädter Gymnasium mit Schulkleidung ausgestattet. Die Resonanz war hervorragend: Am Ende des Versuchs äußerten sich 90 Prozent der Schüler sowie alle Eltern und Lehrer positiv über die Wirkung des gemeinsamen Outfits.

schulkleidung.de

Ob man das glauben kann? Im Impressum zeichnet nämlich ein gewisser Herr Malte Stäglich verantwortlich, der im Internet u.a. Abi-Shirts, -Kugelschreiber usw. verkauft und in Hessen einen Textilvertrieb hat. Klar, dass er von seiner nicht ganz selbstlosen Initiative Pro-Schulkleidung einen dezenten Link auf schulkleidung-ausstatter.de setzt. Und raten Sie, wer dieses Angebot betreibt ...

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Kommentare

15

Zum Artikel "Schulkleidung an Potsdamer Grundschule".

  • #1

    Es ist doch unbestritten, dass Schulkleidung die Gemeinschaft stärkt - das Schulpersonal natürlich einbezogen. Und dabei muss sie nicht einmal einheitlich sein. Was spricht denn gegen die freie Auswahl der Kleidungsstücke? Einer trägt vielleicht lieber Hemden, andere lieber Sweatshirts oder Polos. Und die Farbe kann doch auch selbst gewählt werden. Schulkleidung muss die Vielfalt also nicht zwangsläufig einschränken. Hauptsache das Logo der Schule (und nicht etwa protzige Markenzeichen) zeigt, dass man eine Gemeinschaft ist, die die Schwächeren nicht ausschließt.

    http://www.schulkleidung-info.de

    schrieb A.B. am

  • #2

    Liebe Leute,
    als interessierte Mutter hatte ich gehofft, hier Beitraege lesen zu koennen, die mir bei der Beurteilung von Schulkleidung helfen koennten. Leider sehe ich mich mit Texten konfrontiert, die an jeder Schule mit einem glatten ungenuegend, was Rechtschreibung und Diskussionsbeitrag angehen, beurteilt werden wuerden. Erschreckend!!!
    Desastroes!

    schrieb Diana am

  • #3

    Ihr wollt alle eure Meinung los werden über das Thema Schulkleidung…?
    Dann fangt ersteinmal bei euch selbst an… und zwar an der richtigen Rechtschreibung und dann könnt ihr eure Meinung los werden!!!

    Auweia…die deutsche Sprache verkommt!!!

    schrieb icke am

  • #4

    Hallo,

    ich muss wirklich sagen, solche Sorgen hätte ich gerne. Ich wäre schon froh, wenn unsere Schule nicht wie nach dem Durchzug einer Horde Vandalen aussehen würde: Tapeten von den Wänden gerissen, Deckel an Sicherungskästen fehlen, Türen beschmiert, zu wenig OHPs, Lärmschutz in den Klassenräume unter aller Kanone usw. usf. Die Stadt hat seit 30 Jahren nichts am dem Gebäude gemacht. Da will ich erst mal eine anständige Schule.

    schrieb Michael am

  • #5

    @ Agnes und alle anderen die so denken,

    >> wenn ich überlege ich wäre noch mit den leuten konfrotiert, die jetzt auf der hauptschule sind dreht sich mir der magen um <<

    Das ist genau dass was ich vermeiden will,nämlich Elitendenken. Du bist nicht eltitär, wirst es nie sein,weil keine Elite gibt,es gibt nur Menschen.

    Nur weil du aufs Gymi gehst,bist du nicht besser. Das wirst du noch sehen,wenn du die reale Welt kennenlernst,aber das dauert noch 10-15 Jahre.

    schrieb Ronny am

  • #6

    @ ronny

    ich finde das mit dem schnitt auch zu übertriebn
    damit werden die kinder viel zu sehr unter druck gesetzt
    jeder sollte die chance bekommen auch wenn er schlechter ist ein abi zu machen und auf die uni zu gehn
    und nur noch gesammtschulen wäre schlimm

    die dreiteilung wie sie in berlin und fast überall in deutschland ist ist vernümpftig
    wenn ich überlege ich wäre noch mit den leuten konfrotiert, die jetzt auf der hauptschule sind dreht sich mir der magen um

    schrieb Agnes am

  • #7

    Henny, lesen kannst du aber nicht oder doch?

    Wer sagt das die Grundschullehrer abgeschafft werden sollen ? Diese Lehrer braucht man auch an der Gesamtschule,sogar mehr davon.Nur gibt es eben keine Grundschule getrennt von den anderen Schulen.

    Note 2,0 war ein Vorschlag,anfangen muss man ja irgentwo oder?

    schrieb Ronny am

  • #8

    @ Ronny: Das ist GAAAAANZ schön streng was du dir da aus den Fingern saugst!

    Also 1.: Es GIBT Gesamtschulen von 5-13 (1-13 wär ja wohl dumm! da würden sich Grundschullehrer, die ja ganz anders audgebildetr sind, mit Gesamtschullehrern vermischen! Pfui!) Ich bin auf einer solchen schule!

    2.Ein Durchschnitt von 2,0 ist seeeeeeeeeehr übertrieben! Ich hab nen Durchschnitt von 2,6 und komme SEHR gut in der schule zurecht und bin im gymnasialen zweig unserer Schule!


    Da kann ich nur sagen: Pfffuuuuuuuuuiiiiiiii! Thumbs ABSOLUTELY DOWN!!

    schrieb Henny am

  • #9

    hallo,

    die Idee an sich ist nicht schlecht, aber sie ist keine oder nur ein Teil der Lösung.
    Was wir in Deutschland als erstes brauchen, ist eine Gesamtschule in den Stufen 1-13 mit einheitlichen Lehrplänen/Schulbüchern von Hamburg bis Bayern. Es kann nicht sein, das ein Schüler von Hamburg nach Bayern umzieht und dort einen komplett anderen Lehrplan/Schulbücher vorfindet. So ein Schwachsinn wirft jedes Kind komplett aus der Bahn.

    Als nächstes brauchen wir mehr und besser ausgesuchte/ausgebildete Lehrer. Ich habe hier in Bayern schon Menschen im Lehramt gesehen denen ich nie und nimmer meine Kinder anvertrauen würde weil sie keinen blassen Schimmer vom Umgang mit Kindern haben. Deutlich kleinere Klassen währen auch von Vorteil für Lehrer und Schüler. ( angestrebte max. Schülerzahl pro Klasse sollte 15 Schüler nicht überschreiten)

    Des Weiteren sollten am Ende der 8.Klasse Lehrer, Eltern und Schüler darüber entscheiden wie weit das Kind schulisch gehen kann. Das heisst, passen die Noten(schlechtester Schnitt 2,0) kann es die Klassen 11-13 besuchen.
    Passen die Noten nicht, dann sollte es nach der 10. Klasse den Abschluss machen.
    Ziel ist es hierbei, das jedes Kind das Maximum an Bildung zukommen zu lassen.

    Dann und nur dann können Wir darüber nachdenken eine Schulkleidung einzuführen,die dann aber bitte Kompromislos ohne Ausnahmen inklusive Verbot von Schmuck und irgend welchen Spielereien und nicht solch ein Eiertanz wie momentan…

    gruss aus Bayern

    Ronny

    schrieb Ronny am

  • #10

    hey ir…

    ich finde es lutig eine schulbekleidung…......aber an unserer schule gibt es imoment ncoh nicht wir diskutieren daürber udn aus unserer kalsse sind alle der meinung das sowas einen vorteilhat…!
    david ist ein ganz netter….*totlach*  hab dich liep…...(na ja man versteht sich?!)
    hab euch lieb laura….

    bis denne mal….

    schrieb Miss_Laura am

  • #11

    Ich finde es Verantwortungslos, dass auf keinen der Schulkleidungsseiten die Herkunft der Kleidung angegeben wird. Wahrscheinlich wird die Kleidung in Irgendwelchen Sweatshops in Bangladesh gefertigt, und im Unterricht wird dann kritisch über Globalisierung und Arbeitsbedingungen Gesprochen.

    Visit : http://www.nosweatapparel.com

    Gruß: aus NRW

    schrieb Hendrik Eßeling am

  • #12

    ich finde es schrecklich,wie eine Schule dies unterstützen kann!!!

    Es kommt zu einer Unterdrückung des eigenen Stils,Psychische Auswirkungen und das Gefühl,sich nicht ausdrücken zuu können!!!

    Einfach schrecklich,was sie sich da erlauben!

    schrieb marvin hagge am

  • #13

    Hallo,
    1. Karin Brose ist nicht Rektorin.
    Sie ist Studienrätin, Autorin und freie Journalistin.

    2. Marianne Strohmeier hat ein subventioniertes, zeitlich begrenztes Projekt begleitet. Das ist nicht vergleichbar mit dem Entschluss “Schulkleidung täglich”.

    3. schulkleidung.de ist die kommerzielle Seite eines T-Shirt Händlers!

    4. Schulkleidung.com ist gemeinnützig. Hier treffen sich alle, die sich für Schulkleidung interessieren. Hier gibt es Info, es werden keine Textilien verkauft.

    Gruß
    K.Brose

    schrieb Karin Brose am

  • #14

    Besonders gute Chancen hätte die Schulkleidung zweifellos auch bei Schulpersonal, wenn sie nach Verschmutzung in bereitstehenden Containern für die zentrale Wäscherei abgelegt werden könnte. Krankenhäuser und Hotels arbeiten bereits so. Diese Wäsche ließe sich zudem umweltfreundlicher waschen, als die vielen privaten kleinen Wäschen. Und warten sie einmal, bis sie so viel rote oder blaue Wäsche beisammen haben, dass sich das Füllen einer Maschine lohnt! Daher plädiere ich nicht nur für die Einführung von Einheitskleidung an Schulen, sondern auch für ihren dortigen Verbleib. Auf je mehr Institutionen diese Regelung ausgedehnt werden kann, desto billiger wird sie natürlich…

    schrieb Jojojo am

  • #15

    Also wenn ihr mich fragt: Die spinnen, die Römer.

    schrieb niemand am

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