Rheinland-Pfalz

Umfrage: Werden Lehrer/innen eher krank? 17.02.2009, 00:49

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz sorgt sich um das Wohlergehen seiner Lehrer/innen. Auskünfte über Gesundheit und persönlichen Stress soll eine Befragung im Internet liefern. Alle praktizierenden Lehrer/innen sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

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Landläufig gilt: Lehrer/innen haben zeitig Feierabend, geregelte Arbeitszeiten und reichlich freie Tage in den Ferien. Trotzdem führen die Arbeitsbedingungen dazu, dass viele Lehrer/innen unter gesundheitlichen Problemen leiden oder gar vorzeitig in Pension gehen. Das Damoklesschwert trägt den Namen “Burnout” (s.a. Lehrerfreund-Beiträge 35% Burnout-Quote, Lehrer-Gesundheit, Lehrertypen).

Inwieweit der Schuldienst Erkrankungen verursacht oder gar die persönliche Schmerzgrenze erreicht, möchte nun die Aufsichts-und Dienstleistungsbehörde (ADD) von Rheinland-Pfalz wissen. In ihrem Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für empirische Forschung (zepf) der Universität Landau läuft bis zum 31.03.2009 ein Projekt namens Lehrergesundheit. Der veröffentliche Onlinefragebogen richtet sich nach den Erläuterungen zur Umfrage nur an Pädagog/inn/en des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, während des Ausfüllens kann jedoch auch ein anderes Bundesland gewählt und die Umfrage fortgeführt werden. Damit sollten sich auch Lehrer/innen anderer Bundesländer zur Teilnahme motiviert fühlen.

Die Studie fragt nach Belastungen im Schulalltag, Methoden zur Stressbewältigung und individueller Verfassung. Außerdem soll die Erhebung feststellen, ob Niveau und Profil der jährlichen Lehrertage der ADD stimmen oder Verbesserungen angezeigt sind.

Eine ähnliche Umfrage veranlasste der Bremer Senat im Jahre 2003. Sie zeigte, dass vor allem der ständige Lärmpegel krank macht. Öffentlicher Druck und unberechtigte Kritik potenzieren die psychischen und physischen Beschwerden. So litten Lehrer/innen verstärkt an Herz-Kreislauferkrankungen, Magen-Darm- und Rückenproblemen, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen sowie Rückenschmerzen. Viele Pädagog/inn/en schieden schon vor Erreichen des Renten- oder Pensionsalters aus. Fazit dieser Studie war die Erkenntnis, dass Lehrkräfte Hilfestellung zum Zeitmanagement und zur Stressbewältigung benötigen.

Wenn Sie mitmachen wollen: Direkt zum Onlinefragebogen.

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