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WhatsApp auf der Überholspur

WhatsApp bei Kindern und Jugendlichen beliebter als Facebook 01.05.2014, 16:39

Beliebteste Soziale Netzwerke bei Kindern und Jugendlichen 2014 (BITKOM)
Bild: BITKOM: Studie Kinder und Jugend 3.0 (Pressekit)

Kaum hat man sich mal daran gewöhnt, dass die nächste Generation eben 'Generation Facebook' ist, dreht sich schon wieder alles: Bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren wird WhatsApp deutlich häufiger genutzt als Facebook.

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  • (geändert: )

Am 28.04.2014 veröffentlichte die BITKOM ihre Studie Kinder und Jugend 3.0 (Diagramme unten aus der zugehörigen Präsentation der Studie (PDF)). Für die Studie wurden 962 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 befragt (einige Studienergebnisse geben (wohl wegen unterschiedlicher Befragungsmethoden) eine niedrigere Stichprobengröße an).

Die meisten Ergebnisse sind nicht überraschend: Schon ab einem Alter von 10 Jahren sind fast alle Kinder online, 20 Prozent der 6- bis 7-Jährigen nutzen Smartphones. 85 Prozent der 12- bis 13-Jährigen nutzen (= "haben"?) ein Smartphone. Das wussten die meisten Lehrer/innen schon vor Veröffentlichung der Studie.

Ebenfalls wenig überraschend ist, dass 10 Prozent der 10-/11-Jährigen Soziale Netzwerke nutzen; dieser Anteil nimmt mit dem Alter massiv zu. Bei den 15-Jährigen sind es bereits (erst?) zwei Drittel:

Diagramm: Nutzung Sozialer Netzwerke bei Kindern und Jugendlichen (BITKOM 2014)

Interessanter ist schon die Frage, WELCHE Sozialen Netzwerke genutzt werden. In der JIM-Studie 2013 (PDF-Version) wurden von 12- bis 19-Jährigen WhatsApp und andere Instant Messenger als "wichtige" App auf dem Smartphone klassifiziert, noch vor "Communities" wie Facebook, Studie Seite 54:

Diagramm: Die wichtigsten Apps auf dem Smartphone; JIM-Studie 2013, Seite 54

Erstaunlich ist hier der große Vorsprung der Instant-Messaging-Tools. Zum Zeitpunkt der JIM-Befragungen war die Facebook-App immerhin schon seit mehr als einem Jahr in den App-Stores erhältlich.

Die BITKOM-Studie wird deutlicher:  Hier liegt WhatsApp bei den Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren deutlich vor Facebook:

Diagramm: WhatsApp überholt Facebook (BITKOM 2014)

Damit hat WhatsApp Facebook auch im Durchschnitt überholt:

Im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke liegt WhatsApp inzwischen vor Facebook. 72 Prozent der 10- bis 18-jährigen Onliner nutzen WhatsApp und 56 Prozent Facebook. Auf Platz drei der beliebtesten Netzwerke liegt Skype mit 46 Prozent vor Google+ mit 19 Prozent und Instagram mit 18 Prozent. Twitter kommt auf 8 Prozent. Andere soziale Netzwerke spielen in dieser Altersgruppe derzeit kaum eine Rolle.

WhatsApp ist nicht nur praktischer als Facebook. Schüler/innen fühlen sich bei WhatsApp in datenschutzrechtlicher Hinsicht vielleicht sicherer - es wirkt privater, abgeschlossener als der uferlose soziale Ozean Facebook, wo man mit umfangreichem Profil und dicker Timeline den Kopf hinhält. Dass Mark Zuckerberg im Februar 2014 WhatsApp für 19 Mrd. US-Dollar gekauft hat, haben die meisten im Zeitalter der Mega-Deals schon wieder vergessen.

Auch für Lehrer/innen und Schulbuchhersteller/innen ändert sich damit eine Menge: Die didaktischen Facebook-Kniffe ("Schreibe einen Facebook-Post, bei dem ..."; "Begründe, warum du dieses Argument auf Facebook liken würdest ...") werden in näherer Zukunft bei Sechstklässler/innen auf Unverständnis stoßen. Sie kennen Facebook einfach nicht mehr.

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Kommentare

3

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  • #1

    Als Lehrer hat man keine Chance der technologischen Entwicklung hinterher zu kommen, wenn man die neuen Technologien nicht nutzt. Kein Lehrer über 50 benutzt WhatsApp, bei Facebook ist es wohl ähnlich. Bis dahin bleibt nur unverständiges Schauen

    Hier macht es sich Piotr wohl etwas zu einfach. Selbstverständlich nutzen auch Lehrer jenseits der 50 WApp, genauso wie sie es auch mit FB tun. Aber einfach zu sagen “ich komm da noch mehr mit” ist sicherlich die bequemste Art und Weise,Veränderungsprozessen aus dem Weg zu gehen. Man sollte doch mit den Schülern dort kommunizieren, wo sie kommunizieren. WA ist da keine Ausnahme und bietet im Informationsaustausch rund um Unterricht sensationelle Möglichkeiten. In einem Artikel (s. u. ) habe ich mir dazu eigne Gedanken gemacht.

    Meine Bitte an alle Kolleginnen und Kollegen: nutzt die Möglichkeiten der neuen Medien und begleitet die Jugend mit offenen Augen und nicht nach dem Prinzip “Augen zu und durch”. Dann bleiben wir im “gestern” verhaftet. Die Gesellschaft nutzt die neuen Medien in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Warum sollte die Schule immer der abgeschottete “Elfenbeinturm” bleiben?

    http://traegheitderklasse.blogspot.de/2013/12/whatsapp-gute-grunde-fur-den-einsatz-in.html

    schrieb Tobias Raue am

  • #2

    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Facebook ist ein Soziales Netzwerk, Whats App ein Instant Messenger. Das wäre so, als wenn ich Outlook und den Internet Explorer in seiner Nutzung vergleichen würde. Das geht nicht. Leider wird diese Trennung auch nicht in den Empfehlungen einiger Landesregierungen gemacht, wenn es darum geht, wie wir Lehrer mit den Schülern kommunizieren dürfen und wie nicht.

    schrieb Raffy am

  • #3

    Als Lehrer hat man keine Chance der technologischen Entwicklung hinterher zu kommen, wenn man die neuen Technologien nicht nutzt. Kein Lehrer über 50 benutzt WhatsApp, bei Facebook ist es wohl ähnlich. Wie sollen Lehrer überhaupt eine Möglichkeit haben zu verstehen, was die Schüler da machen? Keine Chance. Deshalb ist es aus meiner Sicht völlig egal, ob WhatsApp oder Facebook an Platz 1 liegt. Es ist einfach eine Frage der Zeit, bis die nächste Generation, die mit solchen Netzwerken aufgewachsen ist, die Mehrzahl der Lehrer bildet. Bis dahin bleibt nur unverständiges Schauen :-)

    schrieb Pjotr am

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