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Ein rascher Notenschlüssel…

*ohne Gewähr


Frontale Sitzordnung als Lern-Killer

Notebooks im Unterricht: Einer spricht, die anderen surfen 26.03.2013, 19:09

Studierende mit Laptop
Bild: imgur, User MCGunner

Eine frontale Sitzordnung gefährdet gerade bei der Arbeit mit Notebooks / PCs den Lernfortschritt immens: Die Lernenden sind hinter ihren Bildschirmen versteckt und können in Ruhe andere Dinge treiben. Mit Beweisfoto aus einer Hochschule.

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  • (geändert: )

Ein schönes Foto von einem Hörsaal hat jemand auf dem Foto-Dienst imgur veröffentlicht. Vorne dozieren Personen offensichtlich über medizinische Themen, was auch an den Röntgenbildern auf der Leinwand und den Übertragungsbildschirmen zu erkennen ist. Das Bild trägt den Titel "My med school this morning. Future doctors of america learning ADHD one imgur link at a time" [ADHD = ADHS].

Notebook-Studenten, Vollbild

Es ist wirklich erfreulich, dass aller hier mit Notebooks lernen, das nennt man Fortschritt.

Doch halt: Jeder Studierende hat etwas anderes auf seinem Bildschirm. In den hinteren Reihen wird vor allem das Foto-Portal imgur genutzt, das war's dann auch schon an Gemeinsamkeit.

Notebook-Studierende, Ausschnitt

Leider bleibt offen, ob es sich hier um eine gezielte, von den Dozierenden angestoßene Aktion handelt ("Suchen Sie alle zwei beliebige Bilder im Internet und speichern Sie sie."), oder ob die Studierenden einfach nur surfen, während die Dozierenden vorne Luft verbrauchen. Das ist zu befürchten, denn offensichtlich findet vorne gerade eine Aktion statt: Eine Dame steht am Pult, eine Person geht gerade vom Pult weg, links warten vier Personen offensichtlich darauf, etwas zu begehen.

Notebook-Klasse: Dozenten, Ausschnitt

In den imgur-Kommentaren zum Bild finden sich entsprechende Bemerkungen:

I feel bad for the people presenting in front. They have to know that no one is paying attention to their topic

oder

8am Monday morning mandatory presentations. You can make us go to class, but you can't make us pay attention.

Das ist es. Ihr könnt uns zwingen, anwesend zu sein, ihr könnt uns aber nicht zwingen, aufzupassen.

Alles eine Frage der Sitzordnung

Schule und Hochschule/Universität sind zwei verschiedene Baustellen. Was aber dieses Bild zeigt: Eine frontale Sitzordnung bei der Arbeit mit Notebooks oder normalen PCs ist nicht sinnvoll. Die Lernenden verstecken sich hinter ihren Notebooks, was die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden massiv beeinträchtigt. Die Lernenden mit ihren Notebooks haben in großem Umfang die Möglichkeit zu prokrastinieren - und sie werden es tun, sofern das Thema nicht für alle hoch spannend und perfekt aufbereitet ist. Möglicherweise auch dann. Ganz abgesehen davon, dass es den Lehrenden kaum möglich ist, Probleme zu erkennen und rasch zur Stelle zu sein und zu helfen.

Deshalb gilt für die Sitzordnung bei der Arbeit mit Notebooks und PCs:

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Kommentare

7

Zum Artikel "Notebooks im Unterricht: Einer spricht, die anderen surfen".

  • #1

    @GriasDi

    Davon kann man ausgehen. Da bin ich Großmeister der Ironie voll reingesappt. :)

    schrieb Sisyphos am

  • #2

    @Sisyphos
    Ich geh mal davon aus Mister M hat das ironisch gemeint. :-)

    schrieb GriasDi am

  • #3

    @Mister M.
    Was ist denn das für ein Kommentar ? Ist ja klar, immer die Schule ist schuld. Die Lehrer verdienen eh so gut, die können mehrer Laptops kaufen und mit in die Schule bringen.

    Ich hab so viele Laptops zuhause, ich weiß gar nicht, welches ich zuerst mitbringen will.

    Wo sind die Versprechen der Politik, die Schulen besser auszustatten ? VOR jeder Wahl “Bildung hat oberste Priorität” usw. NACH jeder Wahl “Schule ? Wie ?” Bis wir Beamer in allen Klassenzimmern haben, ist das nicht mehr zeitgemäß.

    ICH WEIß : ICH kaufe mir einen BEAMER und viele Laptops und installiere die in meiner Schule. Dass ich da vorher nicht drauf gekommen bin. Ich Dummerle.

    schrieb Sisyphos am

  • #4

    Liebe Frau Sonne 61,

    ich setze eine Schüler an den Lehrerrechner, stelle mich hinten an die Wand und sehe dann immer, was unsere lieben “Rohdiamanten” auf dem Bildschirm haben.

    Ich habe das sogar bei einer Lehrprobe schon erlebt. Während der Referendar einen kleinen Videofilm als Verlaufsmotivation laufen lässt, spielen die Schüler Solitaire usw., obwohl die Prüfungskommission in der letzten Reihe sitzt!

    Das mit dem Einfrieren ist zwar machbar, aber meist erwischt es
    nicht die Richtigen!
    Gruß
    Max

    schrieb Max Sommer am

  • #5

    Ich gebe zu, dass der Unterricht mit einer Laptopklasse anders abläuft, als wie hier im Hörsaal gesehen.
    Ich leite selber so eine Klasse. Gleich am Anfang werden nur wenige wichtige Regeln aufgestellt, die für alle gleich gelten. Und wenn am Laptop gearbeitet wird, stehe ich meist hinten, um alle Schirme zusehen. Und dann gibt es auch spezielle Programme, wo ich vom Lehrer-Laptop meine Schüler beobachten kann und bei Regelverstoß das momentane Bild “einfrieren” kann. Und dann wird mit der Hand geschrieben bzw. der Laptop im Safe verstaut.
    So schnell mogelt also keiner. Es müssen sich nur alle daran halten, Schüler wie Lehrer.

    schrieb Frau Sonne61 am

  • #6

    Das würde ich nicht so sehen. Möglicherweise passiert das Gleiche, wenn 200 Lehrer/innen, Ärzt/innen oder Philosoph/innen in einem Hörsaal sitzen und vorne einer monoton aus seinem Skript abliest.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #7

    Klares Versagen der Schule wieder einmal:

    Hätten die Studenten in der Schule als Schüler gelernt, vernünftig mit ihrem Notebook zu arbeiten, würde das alles nicht passieren.

    Dass die Schulen überhaupt nicht hinreichend mit moderner IT-Technik, geschweige denn Notebooks, ausgestattet sind, spielt für dieses Versagen selbstverständlich keine Rolle… Notfalls muss die Leerkraft ihre privaten Notebooks mitbringen, um dieses Bildungsziel zu erreichen…

    schrieb Mister M. am

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