Kiffen

Modedroge »Spice« - legaler Kiffer-Rausch 16.11.2008, 22:44

Die Kräutermischung 'Spice' wird in Headshops (=Geschäften mit Kiff-Zubehör) und in Esoterik-Shops als aromatische Kräutermischung verkauft. Seit sich herausgestellt hat, dass man das Zeug auch rauchen kann und davon high wird, explodiert die Nachfrage.

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Update: Spice wird wohl im Januar per Eilverfahren verboten, da der Wirkstoff nicht seltsame Kräuter waren, sondern das synthetische Cannabinoid JWH-018.

“Spice” ist legal - als Ingredienzien werden Pflanzen angegeben, die man aus dem Alltag nicht kennt: Es ist die Rede von “Marihuanilla”, “Blauer Lotus”, “Afrikanisches Löwenohr”, “Helmkraut”, “Meeresbohne”, “Indischer Lotus”, wobei die vollständige Zusammensetzung (noch) nicht bekannt ist. Welchen Substanzen die berauschende Wirkung zugeschrieben wird, ist unklar. In den nächsten Tagen wird das Bundesinstitut für Risikobewertung die Bundesregierung über die Gefahren von Spice informieren. Alles hängt daran, dass noch unklar ist, welche Kräuter denn nun für den Rausch verantwortlich sind - oder sind es gar keine Kräuter?

„Möglich ist auch, das die Wirkung von einer beigemischten chemischen Substanz kommt, die so minimal ist, dass der Hersteller sie gar nicht angeben muss.“

tagesspiegel.de 16.11.2008: Drogen - Rausch aus der Gewürztüte

Die Nachfrage ist riesig, zumal “Spice” den Ruf hat, unschädlich zu sein, da es (angeblich?) nur aus pflanzlichen Substanzen besteht (wie übrigens Marihuana oder Haschisch auch). Im südlichen Freiburg hat ein Headshop-Besitzer bereits ein Schild an der Tür hängen: “Hier gibt es kein Spice.”

Der Preis ist gesalzen:

Drei Gramm verkauft er [Woywodt, Besitzer eines Headshops] zu 35 Euro. In einem 0,4 Gramm-Tütchen zu 9,50 Euro sollen ungefähr zwei Räucherungen stecken. Zum Vergleich: Ein Gramm Marihuana kostet zwischen 5 und 10 Euro, schätzt Woywodt.

shz.de 16.11.2008: ‘Spice’ macht den Norden high

Immerhin scheint der Rausch von gewisser Dauer zu sein, aber das ist alles nicht so klar: Während beim Tagesspiegel von 6 bis 8 Stunden Wirkungsdauer die Rede ist, berichtet Spiegel online von einem Jugendlichen, der schon nach 15 Minuten wieder nüchtern ist.

Auch in Österreich ist “Spice” ein Thema, erste Stimmen fordern ein Verbot. So lange es ein solches Verbot nicht gibt, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wie wird ein Polizist reagieren, wenn ein 14-Jähriger am Straßenrand kifft und auf Nachfrage seelenruhig behauptet, das wäre doch nur “Spice, da vorne im Shop können Sie sich auch ein Tütchen kaufen”?

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