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Umfrage

Umfrageergebnis: Ist es in Ordnung, wenn Schüler ihre Lehrer im WWW öffentlich benoten? 02.07.2007, 01:17

Snipplet des Charts zur Umfrage: Ist Benotung von Lehrern durch Schüler im WWW in Ordnung?

Wir befragten die AbonnentInnen des Lehrerfreund-Newsletters: Soll es erlaubt sein, dass Schüler/innen ihren Lehrer/inne/n öffentlich Noten geben (und die Lehrperson dabei namentlich genannt wird)? Hier das Ergebnis der Umfrage.

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  • (geändert: )

Das Lehrerbenotungsportal “Spickmich” (wir berichteten) liefert wieder Diskussionsstoff: Das Landgericht Köln hat die Klage einer Lehrerin abgewiesen, die meinte, dass ihre Persönlichkeitsrechte durch die öffentliche Benotung auf spickmich.de verletzt würden.
Das bedeutet: Im Internet darf stehen, dass Frau Frieda Mustermann an der Musterschule in Musterhausen im Bereich “sexy” eine 5-6 bekommt und im Bereich “menschlich” eine 5.

Die Umfrage

Auch die Lehrerschaft ist gespalten: Viele LehrerInnen sind strikt gegen diese Form des öffentlichen Feedbacks, da sie nicht daran interessiert sind, weltweit und unwiderruflich als Versagersack dazustehen - aufgrund weniger Schülermeinungen, die ja nicht unbedingt objektiv sein müssen. Andere Lehrpersonen hingegen haben erkannt, dass Unterricht - auch: eigener Unterricht - transparenter werden muss, damit sich im verbiesterten Schulsystem was tut. Und wieder anderen ist es einfach ziemlich egal, was die SchülerInnen im Internet treiben.

Uns hat interessiert, wie die LehrerInnen grundsätzlich zum Benotungsproblem stehen. Deshalb haben wir am Freitag, 29.06.2007, an 8502 Newsletter-AbonnentInnen des Lehrerfreunds die Bitte verschickt, sich an der Umfrage bei polldaddy.com zu beteiligen. Umfrageschluss war Sonntag, 22 Uhr. Hätten wir die Umfrage direkt auf dem Lehrerfreund veröffentlicht, wären sicher auch viele SchülerInnenmeinungen eingeflossen und die Ergebnisse nicht besonders aussagekräftig. Da der Lehrerfreund-Newsletter vor allem von Lehrpersonen abonniert ist, sind die Ergebnisse einigermaßen zuverlässig.

Umfrage: Ist Benotung von Lehrern durch Schüler im WWW in Ordnung?

Insgesamt haben sich also 1080 Personen an der Umfrage beteiligt (Danke!), 60% missbilligen die spickmich-Praxis der Schülerbenotung im Web, 17% befürworten sie. Ich hätte mit mehr klaren Nein-Stimmen gerechnet. Interessant ist der Anteil der Personen, die die Option “Kann man so pauschal nicht sagen.” angekreuzt haben (22%). Hier ist eine grundsätzliche Offenheit gegenüber Schülerfeedback zu erkennen, offensichtlich wird jedoch die Art, in der das auf spickmich.de erfolgt, abgelehnt.

Quid pro quo?

Im Rahmen der Umfrage haben einige Lehrpersonen uns Mails mit ergänzenden Kommentaren zugeschickt. Sie alle argumentierten in die gleiche Richtung:

Unabhängig von der Abstimmung:
Kein Problem, wenn es Lehrkräften gleichzeitig erlaubt wird, Schüler/innen und Eltern/Erziehungsberechtigte öffentlich verbal zu benoten, und zwar in aller Hemmungslosigkeit!

Reaktion auf die Umfrage von D.G.

Ich habe beim Voting mit “Nein” gestimmt, hätte aber grundsätzlich nichts gegen eine öffentliche Benotung, wenn Lehrer im Gegenzug auch die Noten der SchülerInnen künftig öffentlich machen und ins Internet stellen können;-)

Reaktion auf die Umfrage von R.G.

Und besonders drastisch bringt’s natürlich N.T. auf den Punkt:

[...D]ie anonym im Internet abgegebenen Bewertungen sind erst dann hinzunehmen, wenn Lehrer auch öffentlich und anonym im Internet über Schüler abstimmen dürfen: “linke Ratte, Schleimer, stört dauernd, kommt regelmäßig zu spät, erfinderisch in seinen Ausreden, faule Socke, sitzt bekifft herum…”. Das würden Schüler und Eltern jedoch nicht hinnehmen.

norberto42, 29.06.2007: Anonyme Bewertung von Lehrern im Internet?

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Kommentare

56

Zum Artikel "Umfrageergebnis: Ist es in Ordnung, wenn Schüler ihre Lehrer im WWW öffentlich benoten?".

  • #1

    Ich wollte ja eigentlich nicht mehr aber:

    Kommentar zu Rainman:

    1.) Sie sagen :“Der Lehrerberuf ist KEIN Dienstleistungberuf per se! Es heißt nicht umsonst “öffentlicher Dienst”! Wir leisten unseren Dienst zusammen mit den Schülern, Eltern und Kollegen zuallererst an der Gesellschaft. Denn von ihr erhalten wir unseren Auftrag Kinder und Jugendliche auszubilden und zu erziehen.”
    Gratuliere Ihnen, Sie haben damit den Lehrerberuf, entgegen Ihrer ersten Aussage zu einem Dienstleister erhoben, denn Sie handeln für gemäß einen Auftrag von den Schülern, Eltern und der Gesellschaft.
    2.) Sie füren Feedback, richtig so, nichts anderes wollte ich mit meinen Kommentaren sagen, denn Spickmich ist nicht einfach perse schlecht. Es bietet eine Möglichkeit seinen Unterricht zu hinterfragen, aber es gibt gibt auch andere Möglichkeiten der Hinterfragung und nichts anderes habe ich behauptet. Peter hat dazu aber einen Kommentar abgegeb der mir den letzten Kommentar abverlangt hat.
    Letztendlich haben wir doch folgende Situation:

    Lehrer und Schüler müssen täglich miteinander auskommen. Dabei hat der Schüler einen Anspruch auf Qualitativen Unterricht, den sonst kommt nichts bei raus.
    Im Gegenzug hat der Lehrer einen Anspruch auf Leistung.
    Beides unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach, aber durchaus machbar.
    Warum können Schüler gut mit einem Lehrer, der streng und hart sein kann, aber auch das Menschliche sehen kann bei Schulaufgaben und im Unterricht?
    Warum sind externe Lehrer teilweise besser im unterrichten als “normale” Lehrer?
    Warum liegen bei machen Lehrer Notenschnitte bei 5 und das nicht nur bei einer Klasse?
    Solche Fragen sind wichtig zu beantworten. Spickmich kann dabei helfen gekoppelt mit anderen Methoden.
    Allerdings muss jede Lehrkraft, zu meinem bedauern, selbstentscheiden wie er seinen Unterricht gestaltet und ob er den Mut hat sich zu verbessern.
    Warum bedauere ich das? Nun letztlich müsste der Rektor/in seine Chefrolle spielen, denn er/sie steht letztlich für die Qualität, und um nichts anderes geht es, gerade.
    Aber nun werde ich wahrscheinlich wieder sehr stark kritisiert für diese moderne Ansicht. Was solls, vielleicht bessert sich ja auch was und wir rutschen im PISA Test nach oben, denn wir Lehrer müssen uns auch verbessern um diesen Blödsinn zu schaffen, so wie es schon Studien belegt haben.
    Servus.

    schrieb Sven am

  • #2

    @ Sven

    Ganz ehrlich, wenn Sie Peter als “Lehrer des alten Schlages” betitulieren kann ich nur sagen, dass ich mich gern auch als solchen bezeichnen lasse.

    Welcome to reality!!!

    Der Lehrerberuf ist KEIN Dienstleistungberuf per se! Es heißt nicht umsonst “öffentlicher Dienst”! Wir leisten unseren Dienst zusammen mit den Schülern, Eltern und Kollegen zuallererst an der Gesellschaft. Denn von ihr erhalten wir unseren Auftrag Kinder und Jugendliche auszubilden und zu erziehen. Ich gebe Peter mit seiner sicherlich überspitzten Formulierung absolut recht.

    Und das sagt ein 30jähriger Gymnasiallehrer, der sein Ref mit ner eins abgeschlossen hat. So alt und qualitativ schlecht kann dieser Schlag ja dann nicht sein…

    Im übrigen zurück zum Thema:
    Ich sehe eine öffentliche Benotung genauso kritisch! Hier werden meines Erachtens Persönlichkeitsrechte verletzt. Meiner Meinung nach ist eine lehrerzentrierte und -gesteuerte Evaluation effektiver. Jeder gute Lehrer holt sich sein Feedback von den Schüler auf die eine oder andere Art und Weise. Ich bspw. mache mindestens 2x pro Jahr einen anonyme Befragung bei meinen Schülern. Zugleich fordere ich sie auf jederzeit Kritik in adäquater Form zu äußern. Damit ereiche ich bei den meisten eine recht hohe “Kundenzufriedenheit”.

    Anonsten finde ich Hugos Kommentar sehr gut: “Ich kenne Lehrer, dies stolz darauf sind, dass sie an ihrer Schule noch nie zum Verbindungslehrer vorgeschlagen bzw. gewählt wurden.”

    Es ist nicht meine Aufgabe ein guter Freund der Schüler zu sein (obwohl ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Schülern habe). Mein Ziel ist der Heranbildung mündiger Bürger, die Wissen und Kompetenzen sowie Normen und Werte aus ihrer Schulzeit ins Erwachsenenleben mitnehmen. Dafür nehme ich es gern in Kauf auch mal unbequem zu sein und Schüler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen.

    Gruß
    Rainman

    schrieb Rainman am

  • #3

    mal ehrlich: wenn die lehrer halt sch**** sind, werden sie auch so bewertet, und wenn sie gut sind werden sie auch gut bewertrt! ich als lehrer würde mir ja meine bewertung angucken und damit versuchen meinen unterricht zu verbessern!!!
    wer diese seite dumm findet solls halt lassen!!!

    schrieb Ich halt am

  • #4

    Zu Peter:

    Also ich sehe schon… Ein Lehrer des alten Schlages.
    Herr Gott ein Dienstleistungsberuf ist ein Beruf der eine Dienstleistung für seine Kunden errichtet. Der Kommentar von Ihnen, werter Kollege geht völlig in die falsche Richtung, und es zeigt sich mal wieder, dass es viele gute aber auch viele solche Lehrkräfte gibt. Solange dies so bleibt, danke.
    Ich selbst, nun ich kann auch mit einer 5 oder 6 leben, wenn ich mich dadurch objektiv verbessern kann, nur dazu.
    Und übrigens, ich geb es auf nochmals irgendetwas zu kommentieren, Fazit: Keine Qualität für unsere Schulen durch den alten Schlag. Willkommen in der Wirklichkeit, tja.

    schrieb Sven am

  • #5

    Zitat von Sven “Der Lehrerberuf ist ein Dienstleistungsberuf”

    Genau. Und der Kunde ist König. Welche Note hätten Sie den gerne? Eine Eins? Ja selbstverständlich, gerne. Das kostet Sie jede Woche 2 Stunden Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes, dazu gehört u.a. die Erledigung von Hausaufgaben, das Wiederholen von vergessen Fakten….
    Wie, das ist Ihnen zu teuer? Ach so, dann gehen Sie woanders hin? Ah ja, woanders gibt es die gleiche Note und man muss weniger dafür bezahlen? Ja klar, das würde ich auch machen, Geiz ist ja schließlich geil, so sind nun mal die Gesetze der Marktwirtschaft. Dann gehe ich mit meinen Preisen selbstverständlich auch runter oder biete mehr Leistung: Ich könnte Sie z.B. zu Hause abholen und nach der Schule dort wieder absetzen. Oder wie wäre es, wenn ich zur Notenbesprechung zu Ihnen nach Hause käme….?

    Der Lehrerberuf ist ein Dienstleistungsberuf….?

    schrieb Peter am

  • #6

    Überkreuz-Effekt
    So Ihr Experten. Denkt mal an Eure eigene Schulzeit zurück. Habt Ihr von den Lehrern, die so außerordentlich beliebt waren, heute immer noch ein positives Bild?
    Bei mir und vielen meiner Klassenkameraden hat sich das vollkommen gedreht. Spätestens an der Uni haben wir gemerkt, wo unsere Defizite lagen und dass uns von einigen der ach so beliebten Lehrer wenig beigebracht wurde, wobei manches auch noch fachlich falsch war. Wer uns forderte und auch dadurch förderte und so auch ordentlich stresste, konnte in diesem System natürlich keinen Blumentopf gewinnen.
    Selbstverständlich gibt es richtige Kotzbrocken, die auch noch fachlich inkompetent sind. Aber das sind wohl die großen Ausnahmen.

    Auf dem letzten Klassentreffen haben wir z. B. darüber gesprochen, welchen Stinkstiefel wir damals zum Schülersprecher gewählt hatten. Er hatte sein Amt nur dazu missbraucht, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Aber damals wollte das keiner von uns kapieren.

    Ich kenne Lehrer, dies stolz darauf sind, dass sie an ihrer Schule noch nie zum Verbindungslehrer vorgeschlagen bzw. gewählt wurden.

    schrieb Hugo Schuster am

  • #7

    Hallo,

    ich denke eine Bewertung von Lehrern hat auch was positives und man sollte es nicht gleich verteufeln.
    Der Lehrerberuf ist ein Dienstleistungsberuf, genauso wie z.B. Hotel-, Gastgewerbebetriebe. Auch dort finden Bewertungen statt. Sie dienen bei einem objektiven Umgang der Qualitätsverbesserung.
    Wenn ein Schüler einen Lehrer bewertet, sagt dies gar nichts über den Lehrer aus. Sind es aber schon 100 die der gleichen Meinung sind, wird es anders. Je höher die Anzahl der Meinungen sind, umso richtiger sind die Meinungen, egal ob positiv oder negativ.
    Nun bleibt den Lehrern zwei Möglichkeiten:
    1. Dagegen zu Maulen und zu klagen. In der Öffentlichkeit stehen die Lehrer dann aber doch etwas “blöd” da.
    2. Die Bewertungen nutzen. Sich selbst einmal hinterfragen auch wenn es weh tun kann. Wenn mich 250 Schüler bewerten und alle das gleiche negative sagen, dann sollte man sich gedanken machen ob die Schüler recht haben und seinen Stil anpassen. Das nennt man in der Industrie und anderen Dienstleitungen Qualitätsmanagment.
    Aber es muss auch die möglichkeit vorhanden sein, dass der Lehrer bei Spickmich und Co. selber Kommentare unter den Bewertungen geben kann und das er auch die Möglichkeit hat, die Einträge als Falsch löschen zu lassen.
    Ich hoffe unser Berufstand lernt und arbeitet mit Bewertungsportal zum wohl unserer Kunden, den Schülern.

    schrieb Sven am

  • #8

    Dem Kommentar Nummer 6 kann ich nur zustimmen.

    (Das sehe ich genau so. Allerdings halte ich Kritik nur dann für sinnvoll, wenn Sie in sachlich und in einem angemessenen Rahmen geäußert wird.)

    Eine Kritik ist immer gut aber solche Kommentare, ob man sexy oder nicht ist, haben mit dem Schulunterricht nichts zu tun.

    schrieb frank am

  • #9

    Wäre ich ein Lehrer in Deutschland, hätte ich sicher kein Problem mit einer schulinternen, anonymen Bewertung wie im Unibereich; das könnte tatsächlich dabei helfen, die eigene Selbsteinschätzung zu überprüfen. Was da auf spickmich passiert, läuft meiner Ansicht nach dagegen auf eine öffentliche und namentliche Denunziation hinaus. Ich sehe nicht, was dadurch anderes erreicht wird, als das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern bzw. Eltern (noch weiter) zu unterminieren. Natürlich kann der oder die Einzelne die ihn (bzw. sie) betreffenden Einträge ignorieren, aber die grundsätzliche Problematik einer solchen “Bewertung” wird dadurch nicht gelöst.

    schrieb expat am

  • #10

    Ich selbst bin auch Lehrer und komme - warum auch immer - bei der Benotung ziemlich gut weg. Trotzdem finde ich es das Allerletzte, dass irgendwer meine Person öffentlich benotet. Ich stelle ja auch keine Zeugnisse von Schülern ins Internet.

    schrieb Lehrer aus Oberasbach am

  • #11

    Siehe Beitrag #45

    Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Ohne Worte, diese Einstellung.

    spickmich gibt vor, nicht kommerziell zu sein.
    Mittelweile tauchen allerdings schon die ersten Werbebanner wie erwartet dort auf. Eine eigene Agentur ist soar mit der verwaltung beauftragt.

    Klar ist, dass diese 3 Personen dieses Portal nicht aus Langeweile geschaffen haben. Hier geht es lediglich den Betreibern darum, Geld zu verdienen. Ich bin selbst in der Branche. Je nach Bekanntheitsgrad können die 3 gut davon leben. Ich gehe noch von weiteren Bannern in der Fusszeile der Seiten und einem Ableger, also einem weiteren “Portal”, die von dem Bekanntheitsgrad profitiert, aus.

    schrieb D. Schmidt am

  • #12

    Ich finde es äußerst wichtig, das Lehrer endlich strengstens kontrolliert werden und auch bewertet werden.Sie haben es mit Heranwachsenden zu tun und nehmen sich viel zu viel raus.Wenn ich mit erleben muß wie sehr Kinder und Jungendliche unter einigen Lehrern leiden, dann muß endlich was passieren.Damit später nicht so viele Kinder zum Psychotherapeuten müssen, der dann wieder ausbügeln darf, was die Lehrer verbockt.Es liegt nicht immer an den Eltern wenn was schiefgeht,nein auch Lehrer können sehr viel kaputtmachen.

    schrieb Dirk am

  • #13

    Von 1996 bis 2006 habe ich in einer privaten Initiative “schwer vermittelbaren” Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, sich selbst richtig einzuschätzen!
    Sie haben es geschafft, ohne dass ich sie beeinflußt hätte.
    Sie haben mir geholfen, Plakate oder Broschüren zu entwerfen, die mit ihren Problemen zu tun hatten und mit denen sie andere vor den Gefahren warnten!
    Sie haben bemerkt, dass in ihrem Leben etwas nicht stimmt, weil sie nach langem Überdenken
    zu einem Ergebnis kamen.
    Das waren jedoch Schüler, die nicht an die Öffentlichkeit wollten, die eine Lösung ihres Problems wollten.
    Das Prinzip der Berliner Talentschmiede ist einfach: Hilfe zur Selbsthilfe!
    Sie haben aber nie mich beurteilt, sondern sich selbst!
    Ein Urteil kann immer nur eine neutrale Person sprechen und das sind Schüler nun einmal nicht!

    Hans-Gerd Steiner

    schrieb Steiner am

  • #14

    Liebe Leute, ich schätze Lehrer und habe vielen einiges zu verdanken. Leider nicht alles, da einige der Kollegegn, und dass wisst ihr, äusserst gereizt, demotivierend und unterqualifiziert sind. Ihr vergesst nur einen Punkt (habt ja auch Lehramt in whatever studiert und nicht Jura): Ihr habt euren Schutzbefohlenen gegenüber eine Verantwortung. Ihr dürft sie nicht mobben, auch wenn das viel zu häufig passiert, selbst in Grundschulen. Diese Kinder wiederum können richterlich bestätigt euch beurteilen, wie sie euch auch ärgern und was auch noch sonst können. Wer Kinder als Gegner sieht, hat diesen Job verfehlt, und das haben offensichtlich einige der Poster. Wenn die psychische Stabilität eines Menschen nicht ein Mindestmaß an Toleranzfähigkeit (“dickes Fell” für die, die aus Alternativmangel und nicht Begabung/ Fähigkeit Lehramt studierten) konfundiert, dann ist sojemand nicht nur individuell nicht für den Schuldienst geeignet, sondern muss schnellstens aus dem Schuldienst entfernt werden, da er durch seinen demotivierenden Einfluss auf KINDER (ihr wisst schon, unsere Zukunft… / und: von der Möglichkeit des geglückten Transports von Inhalten sei hier mal ganz zu schweigen) Schaden an der Gesellschaft anrichtet - Angststörungen, Unsicherheit, allerlei prokrastinative Lernschwächen. Wer von euch hat sich in einer Sozialstation einer Psychiatrischen Fachkrankenhauses mal mit den Jugendlichen unterhalten? Sicher kaum einer. Da könntet Ihr viel lernen. Aber dazu sind die Dienstungeeigneten unter euch zu borniert - mein großer Respekt für ihre täglich Leistung gehört aber ausdrücklich den talentierten, motivierten und zurechnungsfähugen unter euch. Macht, das ihr in der Mehrheit bleibt!

    schrieb dirk am

  • #15

    Meinungsfreiheit OK, aber Namensnennung in dieser Form ist schlicht unzulässig.

    Ausgangspunkt der rechtlichen Beurteilung muss das “Lindqvist” Urteil des EuGH vom 06.11.2003, C-101/01 bezüglich Auslegung der EU-Datenschutz-Richtlinie 95/46 im Hinblick auf Internetpublikationen sein.

    Suchmaschine: Lindqvist + EuGH + C-101/01

    Danach ist jede Veröffentlichung von Hinweisen auf verschiedene Personen unter namentlicher, durch Angabe von Telefonnummer oder Informationen über das Arbeitsverhältnis oder Freizeitbeschäftigungen auf einer Website eine ganz oder teilweise automatisierte Datenverarbeitung für die die EU-Datenschutz-Richtlinie 95/46 gilt – und die ohne ausdrückliche Einzelgenehmigung deshalb im allgemeinen unzulässig ist.

    Ob die Seite nur einem begrenzten Leserkreis zugänglich ist, ob die Angaben manipulierbar sind, usw. ist rechtlich völlig unerheblich. Nach den Ausführungen des EuGH ist bereits der rein technische Vorgang des Hochladens auf eine Internetseite unzulässig. Der EuGH stellt dazu klar, dass es sich dabei um keinen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit handelt. Abwägungen im Einzelfall sind zwar erlaubt, dies ändert aber nichts daran, dass zuerst einmal ein Verbot besteht (vgl. EuGH-Urteil 6. Frage).

    Allgemeine Ausführungen wie dass eventuell ein irgendwie geartetes Interesse an dem Vorgang besteht, können zur Begründung nicht ausreichen. Logischerweise hat der, der so etwas macht, immer ein Interesse daran. Sonst würde er es nicht machen. Ein Verbot bedeutet mithin, dass ein ganz besonders großes Interesse bestehen muss, um es außer Kraft zu setzen.

    So haben z.B. BGH und BVerfG festgestellt, dass die Nennung des Namens eines Unternehmens im Zusammenhang mit Bilanzdaten unzulässig sein kann, obwohl die Bilanz mit Namensnennung im Bundesanzeiger veröffentlicht war und natürlich ein gewisses Interesse daran besteht. Auch die Tatsache, dass die strittige Namensnennung im Rahmen von Lehrveranstaltungen an einer Universität erfolgte, begründete kein ausreichendes öffentliches Interesse. Auf Fotokopien der Bilanz muss der Name unkenntlich gemacht werden, vgl. BGH vom 8.2.1994—VI ZR 286/93 (MDR 1994, 991 = NJW 1994, 1281) und Beschluss des BVerfG vom 03.05.1994 - 1 BVR 37/94.

    Ob die Namen/Daten an anderen Stellen öffentlich zugänglich sind ist ebenfalls völlig unerheblich. Die im EuGH-Fall genannten Namen waren auf zahlreichen anderen Seiten im Internet auffindbar, trotzdem sah es der EuGH als unzulässig, diese Namen ohne Genehmigung auf einer weiteren Homepage zu nennen. Abgesehen davon sind in Schweden, die Vorlage an den EuGH kam aus Schweden, fast alle Namen öffentlich auffindbar. Sogar alle Steuererklärungen sind mit Namen öffentlich.

    Die entsprechende EU-Richtlinie ist offensichtlich bisher unzureichend in deutsches Recht umgesetzt. Insbesondere die Ausnahme des deutschen Datenschutzrechtes bezüglich „Daten aus allgemein zugänglichen Quellen“ scheint unvereinbar mit der EU-Richtlinie 95/46 die zwingend eine Einwilligung vorsieht (Artikel 7a „Die betroffene Person hat ohne jeden Zweifel ihre Einwilligung gegeben“).
    Die Ausnahme in Artikel 8e bezieht sich nur auf die „besonderen Kategorien personenbezogener Daten“ gemäß Artikel 8.

    Der EuGH sagt in seiner Entscheidung, dass die nationalen Umsetzungen der Richtlinie keinesfalls das Schutzniveau der Richtlinie unterschreiten dürfen. Mithin dürfte die deutsche Ausnahme bezüglich Daten aus allgemein zugänglichen Quellen einen Verstoß gegen die Richtlinie darstellen. Die Regelung also, auf die sich LG und OLG Köln berufen, darf mithin seit dem EuGH-Urteil so gar nicht mehr angewendet werden.

    Auch der vom BVerfG geprägte Begriff der „informellen bzw. informationellen Selbstbestimmung“ ergäbe keinen Sinn, wenn der Betreffende sich mit einer einmal gegebenen Genehmigung zur Nennung seines Namens auf ewig und unwiderruflich festgelegt hätte. Im Gegenteil, es besagt, dass er jedes Mal neu entscheiden kann. Der Betroffene darf willkürlich vorgehen. Er darf ohne Begründung dem einem etwas erlauben, was er dem anderen nicht erlaubt.
    BVerfGE 85, S. 22 “Es steht dem Gekränkten frei, gegen einzelne Schädiger vorzugehen und andere zu verschonen. Die Motive seiner Auswahl spielen dabei keine Rolle”.

    Im vorliegendem Fall übersehen die Gerichte zudem, dass die früheren Namensnennungen unzulässig waren bzw. wurden nachdem die Genehmigung zurückgezogen wurde. Auch nach dem veralteten deutschen Datenschutzgesetz, auf das sich insbesondere das LG bezieht, waren mit „allgemein zugänglichen Quellen“ natürlich nur rechtmäßig zulässige Quellen und nicht unzulässige Quellen gemeint. Ansonsten würden einmal in die Welt gesetzte bzw. gegangene Irrtümer, Rechtsverstöße und dergleichen zu unbegrenzter Wiederholung berechtigen.

    schrieb JPD Warner am

  • #16

    Ich finde wir sollten uns hier nicht so aufregen. Noten sind in hohem Grad subjektiv geprägt (schon bei ihrer Konzeption) und nähern sich oftmals (meist) nicht den Gütekriterien der Objektivität, Validität und Reliabilität an.
    Solange unsere Noten nicht entsprechend kriterienfest sind (Mathelehrer brauchen jetzt nicht zu schimpfen, sie betrifft es eh am wenigsten), werde ich mich nicht wegen subjektiver Schülerbeurteilungen aufregen.

    schrieb J.P. am

  • #17

    Offenbar haben Sie, sehr geehrter Herr Martin,

    meinen Hinweis auf die Einzelhandelsgeschäfte haben Sie bewusst in die ausländerfeindliche Richtung gelenkt. Man kann wissentlich falsch verstehen wollen. Was ich meinte, das sind die durchgängig englischen Bezeichnungen in den Warenhäusern, die den Eindruck vermitteln, dass wir uns in einem englischsprachigen Land aufhalten. Wir machen uns vor der Welt damit lächerlich, vor allem bei Menschen aus Ländern, die auf den richtigen Gebrauch ihrer Sprache achten. Sie kennen das Sprichwort “Über Baden lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt”? Vor allem lacht die Welt über Deutsche, die glauben, dem Zeitgeist besonders nahe zu sein, aber noch nicht gemerkt haben, dass die Uhr bereits einige Minuten weiter gelaufen ist.
    Übrigens “WWW” kann man ganz simpel als weltweites Netz übersetzen. Was ist daran veraltet oder weniger präzise als der englische Ursprung? Der stammt ja nicht aus Deutschland wie diverse andere Wortungetüme, bei denen einfach englische Vokabeln aneinandergereiht wurden in der Hoffnung, es werde schon irgendwie was dabei herauskommen, wie etwa “slowup”. Solche Begriffe folgen nicht einer dynamischen Sprachentwicklung, sondern verraten mangelnde Kenntnis der eigenen Sprache und daraus folgend die Unfähigkeit, sich treffend auszudrücken.
    Was Ihre Vorstellungen von der Fähigkeit, die Hochsprache zu sprechen, anbelangt, so sei darauf hingewiesen, dass man das vom Absolventen jedweder Schule im gleichen Masse erwarten darf, wie man Englischkenntnisse voraussetzt. Hochdeutsch ist nicht etwas Exotisches, es ist unsere Amtssprache. Nicht wenige moderne Eltern lassen ihre Kinder mit Hochdeutsch aufwachsen allein schon deshalb, damit sie später nicht über die “blöden” Lehrer schimpfen müssen, die ihrer Kinder Diktate oder Aufsätze schlecht benoten. Die Hochsprache ist die erste Sprache, der Dialekt die zweite, Englisch bzw. Französisch die dritte. Aber wenn wir Deutschen unsere Hochsprache als Fremdsprache ansehen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn uns niemand in der Welt mehr als Kulturnation ernst nimmt. Damit ist doch nicht gemeint, dass es landsmannschaftlich unterschiedliche Lautfärbungen geben kann. Aber selbstverständlich sprechen wir Nichtdeutsche hochdeutsch an. Wenn Sie in die Deutsch-Schweiz kommen, wo bekanntlich der Dialekt die Amtssprache ist, werden Sie mit Erstaunen feststellen, dass man Sie in Hochdeutsch anspricht, sobald erkannt wurde, dass Sie nicht Schweizer sind. Dieses Verhalten gehört dort zur Höflichkeit. Derer sollten wir uns auch gegenüber Menschen befleissigen, die nicht gerade 100 m neben uns geboren wurden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    Ich denke, es wäre hilfreich, wenn wir wieder auf die inhaltliche Ebene zurückkehren; ich würde mich sonst gezwungen sehen, keine weiteren Kommentare mehr freizuschalten, um die Diskussion nicht weiter eskalieren zu lassen. Danke für Ihr Verständnis.
    Anmerkung Lehrerfreund-Administrator, 22.11.2007

    schrieb Ernst Meier am

  • #18

    Sehr geehrter Herr Martin,

    ich verbitte mir aufs Schärfste, dass Sie mich in die Nähe der Nazis rücken und das auch noch in einem Zusammenhang, in dem ich mich gegen den sozialdarwinistischen Umgang mit Menschen in den Medien wende.

    Das Gestammel, von dem ich spreche, ist keine Folge irgendeines gesundheitlichen Defizits. Das ist ebenso gewollt, wie aufgesetzt. In die Nähe der Nazis mögen Sie die rücken, welche Menschen vor versammelter Klasse die Hose ausziehen und jene, die eine Plattform anbieten, auf denen derartig entwürdigender Umgang öffentlich gemacht werden kann.
    Es ist unglaublich, wie gleichzeitig mit hemmungsloser Brutalität verbal auf Menschen eingeschlagen wird und andererseits eine Wehleidigkeit gegenüber Entgegnungen auf solches Verhalten gemimt wird. Sie verkehren Ursache und Wirkung.

    Ich bitte von Ihnen nicht mehr angesprochen zu werden, da jeder Ihrer Beiträge zu einer Beleidigung gerinnt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #19

    Sehr geehrter Herr Meier,

    Sie haben meinen Beitrag entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Ich zitiere mich selbst:

    “Nein, damit will ich selbstverständlich nicht sagen, daß sich das sprachliche Niveau des Lehrkörpers an das seiner Schüler angleichen sollte, aber zumindest ein grundsätzliches Verständis der aktuellen Jugendsprache gehört zum Berufsbild dazu.”

    Das schließt Ihre Vision eines “sich assimilierenden, nachäffenden Stammlers” aus.

    Wenn Sie eine typische jugendliche Ausdrucksweise durch Einsatz einer kleinen Anstrengung nicht verstehen, dann ist das kein Ruhmesblatt für Sie. Wenn Sie Dinge, die sie nicht verstehen, mit Begriffen wie “Gestammel”, also als krankhaft bezeichnen, dann nähern Sie sich zum einen bedenklich einer politischen Richtung an, die schon zu viel Unheil gebracht hat, und verhöhnen im gleichen Atemzug Menschen, die durch diverse Krankheitsbilder tatsächlich zu “Stammlern” wurden. Auch in anderen Punkten nähert sich Ihr Vokabular bedenklich dem damaligen Sprachgebrauch an.

    Im weiteren verwischen Sie die Grenze zwischen spickmich.de und dessen Usern (“jede Gelegenheit Wahrnehmen”), wettern gegen - übrigens ehemalige - Ministerpräsidenten und Führungskräfte, wieder wegen “Stammelns” und wegen “Gebrauch von teils falschen Anglizismen”, und stellen das Bild des überaus positiv dargestellten ausländischen Mitbürgers, der ausschließlich perfektes Hochdeutsch spricht, dar.

    Ich wage zu bezweifeln, daß es in Deutschland außerhalb des Großraumes Hannover Deutsche gibt, die tatsächlich im täglichen Gebrauch perfektes Hochdeutsch sprechen. Ich wage auch zu bezweifeln, daß nicht unserem Kulturkreis Angehörige tatsächlich perfektes Hochdeutsch, d.h. Sprache ohne dialektische Färbung, lernen können. Und ich weiße darauf hin, daß auch einn Deutschen, der “perfektes” ‘Oxford English’ spricht, ganz massive Verständigungsprobleme erwarten, sobald er sich in Grußbritannien, oder - schlimmer noch - in Nordamerika aufhält.

    Interessanterweise scheinen auch Sie Probleme mit der sprachlichen Präzision zu haben. Beispielsweise kenne ich einige Einzelhandelsgeschäfte, in denen durchaus durch eine kleine Belegschaft durchaus auf den ersten Blick erkennbar ist, welche Sprache dort vorherrscht. “Alle Einzelhandelsgeschäfte” ist also etwas hoch gegriffen.

    Sie sind kein Lehrer - gut, das bin ich auch nicht. Persönlich habe ich erkannt, das Sprache ein lebendiges Medium ist, das sich eben entwickelt, gewissermaßen als Durchschnittswert seiner Grenzwerte, die man nicht gutheißen muss, aber durch eigenen Sprachgebraucht marginal verändern kann. Jammern allerdings lässt Sie nur als Trommler darstehen, der am Liebsten alle Anglizismen verbannen würde (schreiben Sie noch Strompost im Weltnetz?), und der einer Hochsprache - die es in dieser Form im Deutschen ja nicht gibt - eine zu große Bedeutung beimisst.

    Wenn es Ihnen tatsächlich um eine Pflege des “Variantenreichtums” der dt. Sprache geht, sollten Sie die echten Probleme sehen, wie beispielsweise der überhandnehmende Gebrauch von Floskeln (heute “segnet man ab”, oder “gibt grünes Licht”, aber “genehmigen” oder “freigeben” ist aus der Mode gekommen), anstatt sich mit Nebenschauplätzen zu beschäftigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martin

    schrieb Martin am

  • #20

    Sehr geehrter Herr Martin,

    das, was ich da zitiert habe, hat nichts mit Jugendkultur zu tun. Das ist einfach nur ein zusammenhangloses Gestammel. Wer andere beurteilen will, der muss mindestens die Qualifikation des zu Beurteilenden haben. Aber davon kann ja wohl nicht die Rede sein bei einem Jugendlichen, der nicht in der Lage ist, seine Muttersprache verständlich zu Papier zu bringen.
    Nein, für diese Art banaler Anpassung an Kulturlosigkeit habe ich kein Verständnis, nicht nur, weil ich k e i n Lehrer bin. Erzählen Sie bitte auch nicht immer wieder, was Lehrer so alles müssen. Ich kann’s schon nicht mehr hören.
    Diese Art, im Internet zu schreiben, ist nicht der Jugend vorbehalten, sondern kennzeichnet die allgemein üblich gewordene degenerierte Form, sich elektronisch auszudrücken. Während in allen Einzelhandelsgeschäften längst die Frage “sprechen Sie deutsch?” an den Verkäufer oder die Verkäuferin angebracht ist, bemüht sich niemand mehr, die deutsche Sprache wenigstens schriftlich variantenreich zu gebrauchen.
    Wer soll denn dieses Kauderwelsch verstehen? Wir wollen weltoffen sein, verengen dafür aber den Kreis derer, die uns verstehen, auf ein Minimum. Ein ausländischer Mitbürger, der Deutsch in der Form des Hochdeutschen erlernt hat, wird diesen Sprachmüll nicht verstehen.

    Ganz im Stile dieser sprachlichen Verwahrlosung kommt dann die angebliche Fachsprache der Wirtschaftsfachleute aller Couleur daher, die sich in einem Kunstenglisch ergehen, das kein Brite versteht, worüber der sich höchstens totlacht. Dafür sind die gleichen Spezialisten unfähig, einen kompletten deutschen Satz ohne Anglizismen zu formulieren. Wenn dann, wie in meinem Berufsumfeld geschehen, der Betreffende, der sich glaubte mit solchen Anglizismen besonders qualifiziert zu geben, auf Befragen nicht einmal erklären kann, was er da gerade gesagt hat, dann wird offenbar, dass die Bildung nur vorgetäuscht ist.

    Auch Lehrer sind nicht verpflichtet, jeden Unfug zu übernehmen, nein, es ist ihre Aufgabe, der allenthalben zu beobachtenden Degeneration der Sprache entgegenzuwirken, indem sie sich nicht noch durch Nachäffen dieses Gestammels anbiedern. Spickmich hätte einen positiven Effekt, wenn die Jugendlichen dort die Gelegenheit wahrnehmen würden, sich im schriftlichen Ausdruck zu üben. Doch stattdessen sind sie nachhaltig bemüht, jegliche sprachlichen Fähigkeiten, die sie im Deutschunterricht erworben haben, verkümmern zu lassen, und dafür sich für das Amt eines süddeutschen Ministerpräsidenten zu empfehlen. Sie verstehen, was ich meine?

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #21

    An Herrn Meier:

    “Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen. (Aristoteles, gr. Philosoph, 384-322 v. Chr.)”

    Jugend- und Subkulturbildung hat es zu allen Zeiten gegeben. Es ist mehr als befremdlich, gerade von einem Lehrer, dessen Aufgabe die alters- und kulturgerechte Vermittlung, und gerade nicht nicht die repetive Wiedergabe von Wissen ist, zu lesen. Nein, damit will ich selbstverständlich nicht sagen, daß sich das sprachliche Niveau des Lehrkörpers an das seiner Schüler angleichen sollte, aber zumindest ein grundsätzliches Verständis der aktuellen Jugendsprache gehört zum Berufsbild dazu.

    Eine angeblich minderwertigere Sprachform einer Sub-/Jugendkultur als “Beweis” für die Minderwertigkeit einer Bewertungsplattform heranzuziehen ist unterstes Niveau (Schüler würden von “Kindergarten” sprechen) und es sollte unter der Würde eines Lehrers sein, sich auf derartige Argumentationsschemata herabzulassen. Haben Sie keine anderen Argumente?

    schrieb Martin am

  • #22

    “mein kumpel sein freund wurde in der schule gemobt und die 2 wo ihn gemobt haben müssen zu ihm irendwie gesagt haben irgendwan läufst du amok die sticheln doch alle oder nicht ich habe weiteres nuicht mehr mitbekommen aber ich finde er soll mit seinem lehrer drüber reden und ja weil wens dumm geht kannn es ja passieren das der freund von meine kumpel, das die dan sagen der will amok laufen und da find ich gehört auch zu einem lehrer viel vertrauen aber ich finde amok trotzdem total abgefuckt”

    Das ist einer von vielen ähnlichen Kommentaren, die man auf spickmich.de zu lesen bekommt. Wer kann mir den obigen Text übersetzen?
    Schüler mit diesen “Fähigkeiten” sind es, denen die Betreiber von spickmich.de die Kompetenz zutrauen zu beurteilen, dass ein Lehrer unqualifiziert ist. Allerdings würde es mich gar nicht wundern, wenn die Spickmich-Redaktion eben dieses Gestammel als Beleg für die Unfähigkeit des deutschen Schulwesens anführt, den Gebrauch der Landessprache einzuüben. Dieser Versuch ginge allerdings schon deshalb fehl, weil es eine Landesregierung schick findet, in ihrer Imagewerbung vor der ganzen Welt zu bekunden, dass ihre Landeskinder der deutschen Sprache nicht mächtig seien, allerdings nicht ohne von Ausländern als Beleg für ihre Integrationsbereitschaft einen Deutschkurs zu verlangen. Nur fragt sich, wozu diese bei uns eine Sprache lernen sollen, die bei uns niemand mehr spricht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #23

    Zur allgemeinen Erbauung:

    Ich habe mir die Freiheit genommen, spickmich.de einmal programmtechnisch unter die Lupe zu nehmen. Vermeintlichen Schülern (man kann unter verschiedenen E-Mailadressen auftreten) „ließ“ ich einem besonders mies bewerteten Lehrer in allen Punkten jeweils eine 1 geben. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass keine noch so große Zahl zusätzlicher guter Bewertungen auch nur ein Zehntel an dem ursprünglichen Notendurchschnitt änderte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #24

    Zitat von Herrn Brockmann:

    ” bitte verzeihen Sie, aber an dieser Stelle werde ich mich aus der Diskussion ausklinken. Ihre Aussagen sind für meinen Geschmack zu beliebig und zu allgemein, Ihre Antworten streifen ab und an eine Frage, verlieren sich dann aber in unsäglichen platten Allgemeinplätzen”

    Sehr geehrter Herr Brockmann,

    wären die Beschuldigungen der als gegeben angesehen Mehrzahl “schlechter” Lehrer nicht so pauschal, nicht so beliebig und nicht so allgemein, dass man nicht mal annähernd mehr zu fassen bekommt als simple Vorurteile, die sonst eben in den tumben Beamtenwitzen und den “gepflegten” Stammtischen zum Thema Pensionsrecht sich Luft machen, dann, Herr Brockmann, wäre ich weit weniger erzürnt. Nicht eine der hier aufgestellten Behauptungen über “schlechte” Kollegen hat auch nur den Anschein von Substanz. Es schüttelt mich allerdings, wenn die zur Rede gestellten “Kritiker” dann darauf verweisen, sie wüssten, dass es auch “gute” Lehrer gebe. Solche Redensarten haben in Deutschland eine gewisse Tradition, sind aber eher dazu angetan, dem Generalverriss noch den Nachdruck zu geben, der in dem Spruch liegt “Die Ausnahme bestätigt die Regel”.  Nur, Herr Brockmann, ist es dann nicht schade, wenn diese wenigen “Ausnahmelehrer” auch noch in das Büro des Schulleiters abgezogen werden?

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #25

    “dünnheutig” muss natürlich “dünnhäutig” heissen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #26

    “Schüler werden öffentlich bewertet”  meint Herr Martin.
    Wie das, ist mir da etwas entgangen? Nun, Augenblick bitte, ich will doch schnell im Internet nachsehen, ob da mein Abiturszeugnis veröffentlicht ist .... Herr Martin, ich bin nicht fündig geworden.
    Herr Martin, Schüler, das wissen Sie, werden nicht öffentlich benotet. Niemand wird öffentlich benotet. Das verbietet das Datenschutzgesetz. Nun, das gilt für Menschen. Halten Sie Lehrer nicht für Menschen?
    Schüler können aber auch mit Unterstützung ihrer Eltern, sogar unter Einschaltung der Gerichte, gegen Zeugnisnoten vorgehen. Lehrer müssen sich täglich vor ihren Schülern für ihre Benotungen rechtfertigen.
    Woher, um Himmels Willen, kommt eigentlich immer wieder die hämisch vorgebrachte Unterstellung, bei Lehrern komme es nach der Verbeamtung nicht mehr auf Leistung an. Sie wissen, dass das der Wahrheit nicht entspricht. Jeder, der jemals eine Schule besucht hat, kann davon berichten, wie es war, als der Lehrer vom Schulrat oder Schulleiter besucht wurde. Warum haben alle ehemaligen Schüler das vergessen? Warum tun sie so, als würde ihnen das an ihrem Arbeitsplatz in der “freien Wirtschaft” täglich geschehen? Nichts dergleichen geschieht. Noch nie schaute mir ein Chef bei der Arbeit zu. Die einzige Beurteilung, die wir in der “freien Wirtschaft” erfahren, ist ein freundliches Gespräch am Jahresende mit dem Vorgesetzten. Man muss schon goldene Löffel gestohlen haben, wenn ein solches Gespräch so niederschmetternd verläuft wie die so genannte “Lehrerbeurteilung”, die sich hier Menschen aller Berufsgruppen anmassen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #27

    Eine Umfrage über Lehrerbewertungen in einer Gruppe von vermutlich hauptsächlich Lehrern…

    Wieso fragen Sie nicht ein paar altgediente Autobahnraser, ob sie für ein allgemeines Tempolimit sind?

    Sicher, manche Sachen, die auf spickmich stehen, sind unschön. Ich bin mir auch sicher, daß einige einfach nicht zutreffend sind. Ich frage mich aber, ob einige der Leistungsbeschreibungen, die Lehrer über ihre Schüler abgeben, immer zu hundert Prozent objektiv sind - als ehemaliger Schüler und aus den Beobachtungen der Kinder meiner Bekannten habe ich da so meine Zweifel.

    Schüler werden öffentlich bewertet, Köche, Politiker, Ärzte, Universitätsprofessoren - teils von durchaus seriösen Quellen. Wieso sollte ausgerechnet euer Job, der eine starke gesellschaftliche Bedeutung hat, in dem aber Leistung nach der Verbeamtung keine große Rolle mehr spielt, und dessen Leistung für die Gesellschaft nicht nachvollziehbar sind, nicht auch öffentlich bewertet werden dürfen?

    schrieb Martin am

  • #28

    Sehr geehrter Herr Brockmann,

    Sie fragten nach meiner Motivation. Nun, muss man eine besondere Motivation, Sie meinten wohl Betroffenheit, haben, um sich für oder gegen eine Sache einzusetzen? Ist das in einer Demokratie nicht eigentlich selbstverständlich? Nun, ich will natürlich auch nicht verschweigen, dass ich Partner einer Lehrerin bin. Insofern reagiere ich natürlich auf Beschimpfungen durchaus noch um eine Portion dünnheutiger. Ich erlebe Wochenende für Wochenende, dass wir keinerlei Zeit für gemeinsame Unternehmungen haben, weil entweder umfangreiche Unterrichtsvorbereitungen oder Korrekturen anstehen. Wenn ich im Lichte der Tatsache, in diesen Lehrbetrieb mit einbezogen zu sein, noch lese, dass Lehrer in der Mehrzahl faul und unfähig sind, dann reisst mir der Geduldsfaden. Als einem, der stets gezwungen ist, Hochsaisonpreise zu zahlen, geht mir der Hut hoch, wenn man sich hier über “braungebrannte” Lehrer auslässt. Ich hätte gern einmal die Mitternachtssonne in Skandinavien erlebt. Allein ich kann es nicht, weil ich an die “Faulheit” meiner Frau auf Gedeih und Verderb gebunden bin, die regelmässig zu dieser Zeit in der Schule mit 30 anderen Leidensgenossen schwitzt und sich in einem Raum ohne Laden und Klimaanlage vorhalten lassen muss, dass es in der “freien Wirtschaft” auch kein Hitzefrei gebe. Allein, ich pflege in solch freier Wirtschaft in den Genuss einer Klimaanlage zu kommen und zusätzlich mit Gleitzeit ausgestattet zu sein, die es mir erlaubt, mich aus dem Staub zu machen, wenn es zu unangenehm wird.
    Ich verlange von allen Nichtlehrern so viel Ehrlichkeit, dass sie nicht weiter Neid auf der Lehrer Arbeitsbedingungen heucheln, den sie aus gutem Grunde in Wahrheit nicht haben, sonst wären sie ja Lehrer geworden. Ich jedenfalls werde auch weiterhin ganz bewusst den Lehrern alle Hochachtung dafür zollen, dass sie es auf sich genommen haben, ohne jemals auf Anerkennung hoffen zu können, Kindern etwas beizubringen, während wir in der “freien Wirtschaft” nahezu täglich eine Bestätigung für unsere Arbeit erfahren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #29

    Lieber Herr Meier,

    bitte verzeihen Sie, aber an dieser Stelle werde ich mich aus der Diskussion ausklinken. Ihre Aussagen sind für meinen Geschmack zu beliebig und zu allgemein, Ihre Antworten streifen ab und an eine Frage, verlieren sich dann aber in unsäglichen platten Allgemeinplätzen (z.B. “...Aber der ist nicht lebensfähig in einem Umfeld unduldsamer, den funktionierenden Roboter fordernder Schüler und Eltern, die selbst unendlich fehlbar sind, aber nicht die geringste menschliche Regung des Lehrers erlauben. ...”). Hübsch ist allerdings anzusehen, wie Sie sich für die Lehrer ins Zeug werfen. Ich hoffe, es ist diese nicht unangenehm. Sie fragten vor kurzem nach meiner Motivation, woher stammt Ihre?

    Herzliche Grüße

    Peter Brockmann

    schrieb Peter Brockmann am

  • #30

    Herr Brockmann vermutet, das ich den
    “unnachgiebigen” Pädagogen bevorzuge. Nein, ich bevorzuge den liberalen, menschlichen und umgänglichen Lehrer, den, der Fehler hat und Fehler macht, einfach den Menschen am Lehrerpult. Aber der ist nicht lebensfähig in einem Umfeld unduldsamer, den funktionierenden Roboter fordernder Schüler und Eltern, die selbst unendlich fehlbar sind, aber nicht die geringste menschliche Regung des Lehrers erlauben. Aus dieser Einstellung heraus wird dem Lehrer selbstverständlich jegliche Würde abgesprochen. Der Lehrer wird zur öffentlichen Person, wenn nicht Sache, erklärt, die wie etwa die Bundeskanzlerin zum Objekt öffentlicher Witzeleien herzuhalten hat.
    Aber es gibt keine öffentlichen Menschen. Es gibt nur Menschen mit Würde, die unantastbar ist.
    Es interessiert überhaupt nicht, ob die Schüler , wie hier beklagt, die “Ausdünstungen” eines Lehrers “ertragen” mussten. Den Lehrern wird auch nicht zugebilligt, sich über die entsprechend wenig anregenden Defizite der Schüler auszulassen, die es bekanntlich in einer Klasse in weit grösserer Zahl gibt. Und während die Schüler kommen, um etwas zu beziehen, sind es die Lehrer, die ihnen etwas bringen. Es ist nicht der Schüler, der einem Lehrer zu Gefallen die Schule besucht. Einen Lehrer muss es nicht stören, wenn ein Schüler nicht unterrichtet werden will. Die Anwesenheit eines Schülers in der Schule ist also kein Service, für den der Lehrer dankbar sein müsste. Einem Schüler ist es nach Ablauf der Schulpflicht freigestellt, die Schule weiter zu besuchen, einem Lehrer jedoch nicht. Er kann sich seine Schüler nicht aussuchen. Er muss sie unterrichten mit und ohne deren Ausdünstungen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #31

    ” Wer als Lehrer nicht mit Kritik umgehen kann, hat den Beruf verfehlt.”

    So ist hier zu lesen.
    Kein Mensch verträgt Kritik, es ein denn, er nähme sie nicht ernst. Und nun, sollen alle Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden, die Kritik ernst nehmen?  Es ist einfach Schauspielerei, wenn man so tut, als sei man begierig, herabsetzende Kritik zu hören, und als sei man dann auch noch in der Lage diese Kritik in die Verbesserung der Arbeit umzusetzen. In Tat und Wahrheit lähmt Kritik dann, wenn man alle Anstrengungen unternommen hat, alles richtig zu machen. Und das muss man unterstellen, wenn man nicht notorisch gehässig ist. Was soll man dann noch mit dem Hinweis anfangen, es sei dennoch nicht genug? Diese im öffentlichen Dienst übliche negativ motivierende destruktive Kritik ist eben in der so gerne angeführten freien Wirtschaft nicht üblich. Dort geht man mit gutem Grund mit Tadel sehr sparsam um. Ein Vorgesetzter ist gehalten, bei der Mitarbeiterbeurteilung, richtig Mitarbeiterqualifikation, die Stärken des Mitarbeiters in den Vordergrund zu rücken und herauszuarbeiten. Schwächen soll der Mitarbeiter selbst finden. Dann ist er nämlich auch in der Lage, sie auszumerzen. Mit den rigorosen Attacken “Wer ..., hat den Beruf verfehlt” hätte der Vorgesetzte seine Aufgabe nicht erfüllt. Er hat dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter optimal für die Firma eingesetzt werden. Ein vernichteter Mitarbeiter ist zu teuer.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier (kein Lehrer)

    schrieb Ernst Meier am

  • #32

    Es wird hier von Lehrern gefordert, man solle die Schülerwertungen nicht so ernst nehmen. Von den gleichen Leuten wird aber eine Benotung der Lehrer als willkommenes “Feedback” gefordert, um diesen leider üblich gewordenen Anglizismus zu gebrauchen.
    Ja, was denn nun? Wenn ich die Schülernoten nicht ernste nehme, gehöre ich dann wirklich zu den “verständnisvollen” Lehrern, die sich des Beifalls der Schüler sicher sein können? Solche Lehrer, die eben nichts ernst nehmen, die immer “über allem” stehen, das sind doch die arroganten Zyniker, an denen jede Kritik abprallt, weil sie sich in der Rolle des Allwissenden und Unangreifbaren gefallen, mit den Weihen versehen, welche eben die “bedauernswerten” Kollegen, die sich “den Luxus von Selbstkritik leisten”, noch nicht erreicht haben. Aber warum, wenn sie über Kritik nur höhnisch lächeln, befürworten sie dann diese Art der öffentlichen Beurteilung?
    Da wird das institutionalisierte Vergleichen von Lehrern gefordert. Nur frage ich mich, wann neben all dem permanenten Examinieren eigentlich mal gearbeitet werden soll. Denn wer in permanenten Examensvorbereitungen verfangen ist, der kann sich nicht auf vernünftiges Arbeiten konzentrieren. Oder gibt es ernsthaft noch Lehrer, die Examina für so aussagefähig halten, dass sie einen solchen Aufwand für lohnend erachten, der hier gefordert wird.
    Ich jedenfalls halte von diesen Schnappschüssen überhaupt nichts. Ist dieser Wettbewerbswahn denn eigentlich noch gesund. Hat sich jemand eigentlich mal gefragt, welche Wirkung auf das menschliche Zusammenleben es hat, auf diese Weise ständig Verlierer zu produzieren? Die Sieger kann man doch als unbedeutende Minderheit vernachlässigen. Wäre es nicht besser, endlich die Zusammenarbeit zu verbessern, als durch neuerliche Wettbewerbe wieder Menschen aufeinander zu hetzen und das Misstrauen und die Missgunst unter den Kollegen noch weiter zu vertiefen, indem man nun auch noch durch gegenseitiges Kontrollieren das Spitzelwesen flächendeckend macht?
    Statt über immer neue Prüfungen nachzudenken, sollte man besser den Sinn und Unsinn von Examina generell nachdenken. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass man Examina mit Unterricht bzw. Weiterbildung verwechselt. Keine zusätzliche Prüfung vermittelt aber zusätzliches Wissen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier (kein Lehrer)

    schrieb Eernst Meier am

  • #33

    Herr Brockmann schreibt:
    „2. Ich bitte Sie, nehmen Sie eine solche Seite soo ernst, dass Sie einen Kollegen verachten/für Unfähig halten/oder was auch immer - weil er bei spickmich.de schlechte Kritiken hat? Kennen Sie jemanden, der sich auf dieser Basis ein Bild von anderen machen würde?“

    Ja, sehr geehrter Herr Brockmann, ich kenne nicht nur einen. Auf dieser Seite sind genug „Kollegen“ vertreten, die meinen, dass es einen Grund haben müsse, wenn Lehrer von ihren Schülern in einschlägiger Weise bewertet würden.
    Nun, in der Konkurrenz um den Posten eines Schulleiters sind solche Kritiken ja auch durchaus sehr willkommen. Wie gerne nehmen gerade die Karrieremenschen die Herabwürdigung des Kollegen gerade durch Schüler und umso mehr Eltern dankend entgegen, verleiht gerade dieser Umstand, dass der andere an der leidigen Elternfront nicht besteht, einem selbst doch eine günstigere Ausgangsposition. Denn nichts scheut die Schulbehörde mehr als Konflikte mit renitenten Eltern. Da ist doch ein „beliebter“ Lehrer der geeignete Kandidat für den Posten einer Schule, der für die Außenwirkung zuständig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier (immer noch kein Lehrer)

    schrieb Ernst Meier am

  • #34

    Als Reaktion auf meine nicht der Norm entsprechenden Kommentare zu spickmich.de wurde ich per E-Mail in rüder Form gefragt, ob ich Lehrer sei, dem sein Beruf keinen Spaß mache.

    Nun, ich bin kein Lehrer. Ich gehörte 13 Jahre lang zu diesen ewig missgelaunten Egozentrikern, die man Schüler nennt. Das genügte mir, um zu wissen, dass der Lehrerberuf mir sicher keinen Spaß machen würde.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #35

    Sehr geehrte Carola, sehr geehrter Herr Meier,

    @Carola: Nein, meine Homepage ist nicht spickmich.de. Bitte verzeihen Sie mir, wenn Sie das Gefühl hatten, ich würde Ihre Gefühle nicht verstehen - oder schlimmer noch - mich darüber lustig machen. Ihr Text ist eine reine Gefühlsäußerung: unsachlich, verallgemeinernd und an manchen Stellen inhaltlich angreifbar. Nichts anderes wollte ich ausdrücken. Sie haben jedes Recht der Welt so zu empfinden.
    Natürlich kenne ich Situationen, wo Menschen mit vorgefasster Meinung vor mir stehen - so, wie Sie es mir wünschen. Aber das hat doch weder etwas mit meiner Forderung nach vergleichbaren Feedbackmöglichkeiten von Lehrern/Trainern/Ausbildern/etc., noch mit spickmich.de zu tun. Und natürlich können Gerüchte Menschen sehr schaden - übrigens nicht nur Lehren. Aber ob spickmich.de diesbezüglich als besonders gefährliches Medium zu sehen ist, ob Existenzen von Lehrern dadurch bedroht sein können, ob spickmich.de überhaupt eine solche “Macht” entwickeln kann, verdient einer Überprüfung. Zumindest halte ich diese These für sehr gewagt.


    @ Ernst Meier: Leider habe ich nicht alles richtig verstanden. Allerdings habe ich das Gefühl, Sie neigen sehr zur Verallgemeinerung in Ihrer Kritik. Dabei stricken Sie vermeintlich kausale Zusammenhänge, die so sicher nicht haltbar sind. Aber wahrscheinlich habe ich mich unklar ausgedrückt und möchte dies nun verbessern:

    Ernst Meier: “Obiger Beitrag ist ein typisches Beispiel, wie in Lehrerkollegien von der eigenen Befindlichkeit geschlossen und so dem Kollegen jegliche Solidarität verweigert wird. Es mag sein, dass ein älterer Mann keine Probleme mit persönlicher Diffamierung hat…”

    Meine persönliche Befindlichkeit hat nichts mit Solidarität anderen gegenüber zu tun! In der ganzen Diskussion ging es abstrahiert um den Begriff “sexy” auf spickmich.de. Wahrscheinlich sind auch Sie nicht der Meinung, dass man seine eigene Gelassenheit gegenüber einem Thema aus Solidaritätsgründen in eine tiefe “eigene” Betroffenheit wandeln soll, oder? Natürlich kann und wird man Kollegen/innen beiseite stehen und ihnen den Rücken stärken, wenn diese hinsichtlich banaler, unbedeutender Dinge angegriffen werden.
    Als “älterer Mann” (ich bin vierzig!) bin ich durchaus nicht uneitel und verwahre mich vor Diffamierungen. Allerdings bin ich auch selbstbewusst genug, meine oben erwähnte positive Befindlichkeit nicht von anonymen Äußerungen - bezogen auf mein Aussehen - pubertierender Jugendlicher auf einer Schülerseite wie spickmich.de abhängig zu machen.
    Sie selbst, Herr Meier, beklagen ja die aberwitzigen Ideen der Schönheitsideale. Was stört Sie dann an der Empfehlung, dieses Element als das zu betrachten was es ist: Ein für den Schulalltag irrelevanter Aspekt, der nicht lohnt, ernst genommen zu werden.
    Im Übrigen gibt es die Rubrik ja nicht mehr - nicht weil Lehrer sich darüber monierten, sondern weil Schüler diese Rubrik selbst für unsinnig hielten. Sooo schlimm sind doch die Schüler gar nicht.

    Ernst Meier: “ich bin der Ansicht, dass Frau Carola völlig recht hat, wenn sie die mangelnde Solidarität unter den Lehrern beklagt.”

    Ja, ich auch. Nur kann ich nicht erkennen, wo ich anderes geschrieben haben könnte?! Auch verstehe ich Ihre Forderung nicht, die “Motive meiner Beliebigkeit” zu überprüfen.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Eine Feedback-Möglichkeit, in der sich Lehrer mit Kollegen vergleichen können/müssen und die relevante Erkenntnisse über Qualität des Unterrichts liefert, halte ich für überfällig. spickmich.de ist dies sicher nicht, aber wahrscheinlich ist die Site entstanden, weil es keine (vernünftige) Alternative gibt.
    Schüler können differenzieren und, Herr Meier, in der Tat den “harten und fairen Brummbär” schätzen, den “Hanswurst” aber verabscheuen. Nur werden beide es nicht rechtzeitig erfahren. Auf der Wiedersehensfeier nach 25 Jahren ist es zu spät und dient höchstens dem Ego, wenn es heißt: “Sie waren zwar immer sehr streng, aber trotzdem der beste Lehrer.” Oder: “Bei Ihnen gab es immer viel zu lachen - nur gelernt haben wir nichts.”

    Nachdem ich nun vermute, dass Sie, Herr Meier, den unnachgiebigen, seinen Prinzipien stets treuen Pädagogen präferieren, der unabdingbar und ungeprüft seine Kollegen vor Gott und der Welt (nein, sagen wir lieber: vor Eltern und Schülern) verteidigt, hätte ich zwei abschließende Fragen:
    1. Haben Sie sich spickmich.de angesehen?
    2. Wie ist Ihre Meinung dazu?

    Herzliche Grüße

    Peter Brockmann

    schrieb Peter Brockmann am

  • #36

    Sehr geehrter Herr Brockmann,

    ich bin der Ansicht, dass Frau Carola völlig recht hat, wenn sie die mangelnde Solidarität unter den Lehrern beklagt. Es gibt nicht wenige Lehrer, geprägt von der berüchtigten repressiven Toleranz, die sie ebenso unangreifbar wie nicht verstehbar macht, die über alles und jedes schmunzeln, nichts wirklich ernst nehmen, am wenigsten ihre eigenen Kollegen. In Wahrheit aber ist die vorgetäuschte Souveränität nichts weiter als der Schutzpanzer, der über ihre eigene Ängstlichkeit hinwegtäuschen soll. Ihr mangelnder Mut lässt sie stets und immer auf der Seite derer sein, bei denen sie die Mehrheit vermuten. Heute sind das die Schüler. Wir hatten auch solche Hanswurste, die nicht Fell noch Fleisch waren, und glaubten, bei uns Schülern ganz oben auf der Beliebtheitsskala zu stehen. Aber sie täuschten sich gewaltig. So mancher bärbeissige alte Brummbär, der hart aber fair war, wurde von uns weit mehr respektiert. Überlegen Sie also, sehr geehrter Herr Brockmann, was das Motiv für Ihre Beliebigkeit in Wahrheit ist. Habe ich mich verständlich ausgedrückt?

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #37

    Zitat:

    “Hannah meinte am 09.07.2007 dazu:
    ” Ich bin FÜR spickmich. Wir bewerten Schüler tagtäglich. Bei spickmich findet die Bewertung genauso ‘objektiv’ mit Noten statt. Von Beschimpfungen und ähnlichem habe ich auf der Seite nichts mitbekommen. Und spickmich kann sehr wohl zu Verbesserungen führen. Wenn ich eine 5 oder 6 in der Kategorie ‘guter Unterricht’ oder ‘faire Prüfungen’ habe, kann ich mich mit meinen Schülern darüber unterhalten und etwas an der Situation ändern. Dafür muss ich nicht wissen, von welchem Schüler welche Note kommt. Wer als Lehrer nicht mit Kritik umgehen kann, hat den Beruf verfehlt.”

    Ja, sehr geehrte Frau Hannah,

    ich beobachte als Nichtlehrer schon lange, dass Lehrer sich mit Macht von ihren kritisierten Kollegen absetzen, als hätten diese eine ansteckende Krankheit. Gesellt man sich selbst zu den Schülern und Eltern, dann ist man ja auch auf der sicheren Seite.
    Ich vermute, dass Sie von Schülern immer positiv bewertet werden. Das würde sich ja wohl auch schlagartig ändern, hätten Sie den Mut, für diejenigen Ihrer Kollegen in die Bresche zu springen, die nicht so gut wegkommen. Ich höre auch von Lehrern, dass es da immer glamouröse Kollegen gibt, die mit sehr viel “Ideen” bei ihren Schülern brillieren, allerdings bei der schnöden Alltagsarbeit auf Distanz zu gehen pflegen. Solche Lehrer erhalten Bestnoten von ihren Schülern, während denen, welche sich in die Niederungen des Pflichtunterrichts mit all den wenig glanzvollen Nebenaspekten begeben, die einfach nur arbeiten, die ganze Frustration der Schüler entgegen schlägt, die in einem arbeitsreichen Unterricht gar nicht ausbleiben kann. Es ist natürlich auch viel bequemer, die eigenen Unzulänglichkeiten auf den Lehrer zu projizieren.
    Die Parole: “Wer als Lehre nicht mit Kritik umgehen kann, hat den Beruf verfehlt” höre ich immer wieder ... von denen, die nicht kritisiert werden.
    Aber hier wird zum einen nicht kritisiert, sondern beschimpft, zumal, wenn körperliche Defizite und fehlende Talente, die man entweder hat oder eben nicht hat, Gegenstand einer weltweit einsehbaren Postille werden, zum anderen wird öffentlich agitiert, wo öffentlich nicht entgegnet werden kann, noch dazu, da die Kritikpunkte, welche zur “Benotung” geführt haben nicht genannt werden und demzufolge auch nicht besprochen werden können.
    Es wird angeführt, es sei nur zu gerecht,  wenn Lehrer, die ja auch benoteten, benotet würden. Das unterstellt, dass Lehrer benoten, weil sie das so gerne wollen. Nein, sie benoten, weil das zu ihren Pflichten gehört. Und sie benoten, sofern es sich um schriftliche Noten handelt, aufgrund vorgegebener Kriterien, die ausser bei Aufsätzen von den simplen Werten “richtig” oder “falsch”  abhängen. Wie aber soll ein Schüler im Falle eines Lehrers wissen, ob dessen Unterricht “richtig” ist, kennt er doch gar nicht die Vorgaben, denen der Lehrer zu entsprechen hat. Die hübsche Nase jedenfalls, die mir wohl den Ausschlag zu geben scheint, kommt darin nicht vor.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #38

    “Peter Brockmann meinte am 11.07.2007 dazu:
    ” Nun habe ich etwa 30 Minuten auf spickmich.de verschiedene, mir bekannte Schulen gesucht. Dabei habe ich nichts Denunzierendes oder Beleidigendes entdeckt. Und der Punkt “sexy”? Na, da sollten Sie locker “drüber stehen”. Es ist eine Seite für Kids - was soll´s? Nur als Beispiel: Bei einer Größe von 1,78m bringe ich etwa 95 kg auf die Waage, mein Haar geht zur Neige, meine Nase ist schief. Mit einer glatten fünf in der Rubrik “sexy” könnte ich leben - bei jeder anderen Note eines/einer “Unterzwanzigjährigen” würde ich mich wahrscheinlich veräppelt fühlen “

    Obiger Beitrag ist ein typisches Beispiel, wie in Lehrerkollegien von der eigenen Befindlichkeit geschlossen und so dem Kollegen jegliche Solidarität verweigert wird. Es mag sein, dass ein älterer Mann keine Probleme mit persönlicher Diffamierung hat, aber es gibt auch Kolleginnen, die jene Hänseleien ob ihrer angeborenen körperlichen Defizite, die ihnen schon in der Kindheit zusetzten, nun auch noch öffentlich erfahren. Wir haben uns in tumben Karnevalsveranstaltungen daran gewöhnt, des anderen körperliche Unvollkommenheit zum Anlass von allerlei Witzen zu nehmen und das verlegene Lachen des Veralberten darüber als Akzeptanz zu interpretieren. Dass der Betreffende im stillen Kämmerlein vor sich hin trauert und all die anderen Perfekten beneidet, das wollen wir in unserer Lustbarkeit nicht wissen, wir, die wir ja stets an der Sonnenseite des Lebens stehen. Und so eben werden all die gebrochenen Menschen produziert, die sich mehr und mehr aus einer Gesellschaft zurückziehen, in der nur die Schönheitsköniginnen und Schönheitskönige wirklich zählen, während man den Unvollkommenen gnädigst einen Platz als Hanswurst zuweist, denkend, der sei ja sooo humorvoll, könne ja soo wunderbar über sich selbst lachen. Nur erweisen sich die Witzbolde, die sich so gern bestätigt sehen, als erbärmlich oberflächliche Einfaltspinsel.

    Mit freundlichen Grüßen
    Meier

    schrieb Ernst Meier am

  • #39

    Carola schrieb:
    “Schüler mögen in der Mehrzahl keine Lehrer! Das war immer so und das ist noch immer so!”
    Ich war 13 Jahre meines Lebens Schüler und bin seit mehr als dreißig Jahren Lehrer und Schulleiter. Diese Sätze stehen im Widerspruch zu meiner Erfahrung. Wir haben die Mehrzahl unserer Lehrer gemocht, einige sogar sehr, an die ich heute noch mit sehr viel Hochachtung und Sympathie zurückdenke.
    Und wenn ich den Eindruck hätte, dass die Mehrzahl meiner Schüler mich nicht mag, dann hätte ich mir schon vor zwanzig Jahren einen anderen Beruf gesucht.
    Wenn aber Schüler einen Lehrer nicht mögen, dann hat das immer *auch* etwas mit dem Lehrer zu tun und sollte Anlass zum Nachdenken sein.
    Zum Beispiel darüber, ob man eigentlich Schüler mag.

    schrieb Jossi am

  • #40

    Himmel, Herr Peter Brockmann. :-)
    Dann wünsche ich Ihnen zum gegebenen Zeitpunkt gesalzene Diskussionen mit Eltern, die schon mit der richtigen Meinung hereinkommen. 
    Oder heißt Ihre HP vielleicht spickmich? 
    Meine Gefühle teilen genügend Lehrer - auch wenn sie sie nicht alle im Web mitteilen.

    Es reicht ein einziger verheerender Fall, in dem Gerüchte einem Lehrer nachhaltig schaden können. Ich kann diejenigen, die eine Sammelklage vorhatten oder noch vorhaben, voll und ganz verstehen.
    Allerdings…vielleicht entsteht so die Solidarität unter Lehrern die wir m.E. schon lange etwas vermissen lassen.
    Aber dieses wird glücklicherweise schon anderswo diskutiert. Ich bin gespannt wie es weitergeht.

    schrieb Carola am

  • #41

    @Carola

    Oh, oh, Sie haben aber einen sehr fatalistischen Umgang mit der “Spielerei” spickmich. Außerdem neigen Sie in Ihrem Kommentar zur vereinfachten s/w-Zeichnung, die Sie ja selbst verteufeln. Ein paar Beispiele:

    Carola: “Hat eigentlich schon einmal jemand drangedacht, wie leicht hier ANDERE als die Schüler Noten vergeben können? Daran, dass Menschen, die neidisch, missgünstig auf was weiß ich sind, zu Hunderten ihre Altlasten abliefern können - für alle Augen sichtbar?”

    Na klar denken Lehrer/Schüler/Eltern und wer auch immer daran. Das ist Webrealität. Oder würden Sie mir ungeprüft glauben, dass ich in Wirklichkeit die hessische Kultusministerin bin, wenn ich dies hier behaupte? Schließlich schreibe ich auf “lehrerfreund.de” und nomen est omen…

    Carola: “Lehrer stehen von allen Seiten unter druck, sie haben keine Lobby, und jetzt soll mit einfachsten Mitteln ein ganzer Ruf “aufgebaut” bzw. zerstört werden können? Ohne Rechtfertigungsgelegenheit?”

    Zwei Anmerkungen: 1. Die Äußerung ist ebenso platt und in ihrer Kürze ebenso falsch wie das von Ihnen zu Recht kritisierte “Faule Säcke”. Richtig ist vielmehr, dass solche Vereinfachungen zwar plakativ wirken, sie die Realität aber bestenfalls verzerrt darstellen.
    2. Ich bitte Sie, nehmen Sie eine solche Seite soo ernst, dass Sie einen Kollegen verachten/für Unfähig halten/oder was auch immer - weil er bei spickmich.de schlechte Kritiken hat? Kennen Sie jemanden, der sich auf dieser Basis ein Bild von anderen machen würde?

    Carola: “Ich kenne Kollegen, die aufgrund dieser Abstimmmöglichkeit aus Trotz nur noch die Hälfte tun - mit einem Klick lässt es sich schließlich gemeinschaftlich behaupten, der Lehrer täte nichts, selbst wenn er es tut.”

    Nun, das ist doch aber ein sehr kindliches und - wenn Sie erlauben - dämliches Verhalten. Übrigens: mit einem Klick lässt sich der Logik nach auch gemeinschaftlich behaupten, der Lehrer täte was, selbst wenn er es nicht tut ;-)

    Carola: “Und welcher Schüler, der wirklich hingeht und seine Stimme abgibt, hat ein Urteilsvermögen, dem wir trauen können.”

    Gegenfrage: Was muss ein Mensch haben/können/sein, damit er über ein Urteilsvermögen verfügt, dem wir trauen können? Muss er erwachsen sein? Muss er studiert haben? Muss er religiös sein?

    Carola: ““Faule Säcke”, Erhöhung der Arbeitszeit, schwierigere Bedingungen, und das jetzt auch noch?”

    Nun, da muss ich schmunzeln. Um es ketzerisch zu formulieren: Wenn “spickmich.de” als Problem ebenso hoch anzusiedeln ist Arbeitszeit und -bedingungen sind wie dann geht es Ihnen doch richtig gut… Aber im Ernst: die Bedingungen für Lehrer sind in vielen Bereichen schwieriger geworden - wie in den meisten anderen Berufszweigen auch. Dies unterscheidet den Lehrerberuf sicher nicht von anderen Bereichen - und ist somit kein schlüssiges Argument.

    Sie sind wütend. Bedenken Sie aber: spickmich ist VOLLKOMMEN IRRELEVANT. Eine Spielerei für ein paar Kids. Warum nehmen Sie die Seite so ernst? Ein Sprichwort sagt: “Was kümmert´s die Eiche, wenn sich die Sau daran reibt”

    schrieb Peter Brockmann am

  • #42

    Hat eigentlich schon einmal jemand drangedacht, wie leicht hier ANDERE als die Schüler Noten vergeben können? Daran, dass Menschen, die neidisch, missgünstig auf was weiß ich sind, zu Hunderten ihre Altlasten abliefern können - für alle Augen sichtbar? Jeder kann die Personen suchen, jeder macht sich - evtl. nach einer Bewerbung dieses Lehrers anderswo - hier ein Bild, und jeder kann seine “Meinung” abgeben! Lehrer stehen von allen Seiten unter druck, sie haben keine Lobby, und jetzt soll mit einfachsten Mitteln ein ganzer Ruf “aufgebaut” bzw. zerstört werden können? Ohne Rechtfertigungsgelegenheit? Ganze Massen können hier einen Lehrer mittels anonymer Stimmabgabe fertigmachen, aus Frust heraus, was auch immer - es macht es aller Welt einfach, bestimmte Personen, möglicherweise aufgrund ganz anderer Dinge als ihres Unterrichts, in Grund und Boden zu stampfen!
    Das ist ein Pranger, das ist die niederste Ebene, auf die das Web rutschen kann.

    Und welcher Schüler, der wirklich hingeht und seine Stimme abgibt, hat ein Urteilsvermögen, dem wir trauen können. Alle Lehrer wissen, dass viele Faktoren zur Sicht des Lehrers durch den Schüler beitragen. Wären sie so urteilsfähig und objektiv, bräuchten sie keinen Unterricht und keine Erziehung mehr.

    Wer hier mit “Ja” stimmt, ist meiner Meinung nach selbst noch Schüler. Ich kenne Kollegen, die aufgrund dieser Abstimmmöglichkeit aus Trotz nur noch die Hälfte tun - mit einem Klick lässt es sich schließlich gemeinschaftlich behaupten, der Lehrer täte nichts, selbst wenn er es tut.

    Schüler mögen in der Mehrzahl keine Lehrer! Das war immer so, das ist immer noch so! Aus Gründen, für die die wenigsten etwas können. Subjektive Empfindungen lassen den Schüler ganz schnell mal überall auf “6” klicken. Das weiß jeder! Das Klima wird sich nicht verbessern, und wer hier schlecht wegkommt, hat mein ganzes Mitgefühl. “Lehrerrache” ist ab diesem Punkt für mich absolut verständlich aber natürlich wird sie nichts an dieser Entwicklung ausrichten. “Faule Säcke”, Erhöhung der Arbeitszeit, schwierigere Bedingungen, und das jetzt auch noch?
    Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass ich “Glück” hatte bei dieser Sache, jedoch kann sich das ganz schnell ändern.

    schrieb Carola am

  • #43

    Nun.
    Warum soll man nicht Lehrer öffentlich bewerten dürfen? Bis auf die “sexy” Sache finde ich das durchaus legitim. Woanders stehen Firmen auch in Konkurrenz und die MA werden nach Leistungen gemessen und bezahlt. Warum nicht hier?

    Vielleicht sollte man aber über die Bewertung als solches nachdenken, welche Faktoren wichtig sind.
    “Sexy” gehört da sicherlich nicht zu.
    Aber es ist durchaus interessant zu wissen, wie sich ein Lehrer “menschlich” verhält. Allerdings, wenn ich mir so sehe, wieviel Respekt die Kinder heutzutage den Lehrern gegenüber bringen, dann sollte man das Ganze einfach auch umdrehen können. :D
    Gegenseitiges öffentliches Bewerten würde IMHO manch Kindern und Lehrern die Augen öffnen. ;)
    Wobei ich wohl Klarnamen etc. aussen vorlassen würde, bei Kindern UND bei Lehrern.

    schrieb Sven am

  • #44

    Hält man die Benotung eines Lehrers durch die Schüler für objektiv, dann wird der Datenschutz verletzt. Denn jeder kann ggfs. einsehen, dass der berufliche Erfolg von Herrn oder Frau Muster ein möglicherweise bescheidener ist. Herr oder Frau Muster wollen dies (in der Regel sogar ohne ihr Wissen) genauso wenig an die Öffentlichkeit bringen wie die Noten ihrer Staatsexamen oder den Befund ihrer letzten Blutuntersuchung. Jeder Lehrer hat ein Privatleben, das er gegen sein berufliches Dasein abschotten möchte. Viele Schülerinnen und Schüler aber auch einige Eltern haben Schwierigkeiten, die private Seite des Lehrers zu respektieren.

    Hält man die Schülerbewertung für subjektiv, dann haben wir hier eine Plattform für Stimmungsmache mit all ihren zweifelhaften Folgeerscheinungen.

    Also: “spickmich” (allein der Name lässt nichts Solides assoziieren) sollte vom Netz gehen.

    schrieb j.p. am

  • #45

    Liebe “anonyme Ex-Schülerin”,

    das sind doch nur Schein-Argumente, die die sachliche Diskussion über “spickmich.de” nun überhaupt nicht weiterbringen.

    Erstens: Ich als Lehrer benote meine SchülerInnen eben NICHT öffentlich. Auch verkünde ich keine einzige Zensur vor einer Klasse/einem Kurs ohne das Einverständnis der/des Betroffenen.

    Zweitens: Schulnoten sind in aller Regel KEINESWEGS “beliebig willkürlich”, sondern das Ergebnis einer halbjährlichen Einschätzung nach bestem Wissen und Gewissen. (Ausnahmen bestätigen - leider - die Regel, sollten aber nicht zur Regel umgedeutet werden.)
    Selbstverständlich können SchülerInnen ihren Zensuren auch etwas entgegensetzen - mitunter sogar (teilweise objektiv oder wenigstens nahezu objektiv) nachvollziehbare schriftliche Leistungen. Zudem sind Noten (im Extremfall) auch gerichtlich anfechtbar.

    Drittens: Ich als Lehrer MUSS SchülerInnen Noten geben - das wird mir vorgeschrieben. Es mag durchaus geeignetere Bewertungsmethoden geben, keine Frage, doch ist das ein anderes Thema.
    Nahezu die gesamte Berufsausbildung - zu der ich im Rahmen der grundlegenden Allgemeinbildung auch die Schule zähle - besteht nun einmal aus einer Bewertung der AbsolventInnen in Form von Noten(punkten). Das hört mit der Schule nicht auf: An der Uni oder in der Lehre ist es ganz ähnlich. Und insofern muss sich eben jedeR AbsolventIn damit arrangieren, so lange sie/er jenes System durchläuft - das aber kann nicht den LehrerInnen angelastet werden. Stelle die Systemfrage! (By the way: Auch jedeR LehrerIn hat es durchlaufen.)

    Viertens: Bei vielen meiner KollegInnen und bei mir ist ein Feedback von den SchülerInnen FESTER BESTANDTEIL (mindestens) eines jedes Schuljahres. Dabei können SchülerInnen anonym (!) zahlreiche Bestandteile des Unterrichts sowie auch durchaus Persönliches kritisieren (übrigens sehr viel detaillierter und sachlicher als auf spickmich.de - so, dass man als Lehrer daraus auch Schlüsse ableiten kann).
    Darüber hinaus ist es auch eine Legende, dass SchülerInnen heute nicht über Noten diskutieren (können) - sie können es und sie tun es! Und jedeR verantwortungsvolle LehrerIn - und das ist die große Mehrheit - wird dann auch seine Notengebung offenlegen und erläutern können - übrigens unter vier Augen und nicht öffentlich, wie sich das gehört.

    Spickmich.de stellt leider weder die Systemfrage noch deckt es Probleme so auf, dass man sie - von allen Seiten! - angehen könnte. Die Seite ist nicht mehr als ein Spaß- und Prangerforum. Man muss nicht gegen sie vorgehen (warum auch?), doch man sollte auch das Gegenteil in keinem Fall tun: Diese Seite überbewerten und so tun, als trage sie auch nur ansatzweise zu einer sachlichen Diskussion bei. Das tut sie nicht!

    Daher: CONTRA.

    schrieb anonymer Lehrer am

  • #46

    Ich sehe das etwas anders. Wir Schüler schreien ständig nach Gleichberechtigung, aber würden Lehrer in der tat so eine Schüler- bewertungs- Seite erstellen wär das Geschrei groß, das wird wohl niemand abstreiten. Diese ganze wie- du- mir- so- ich- dir- Geschichte halte ich zwar für ein schwaches Argument, da Lehrer im allgemeinen ehr pädagogische Supersätze wie “Gib dich doch nicht auf das gleiche niveau herab” vetreten, jedoch hat es, wenn man ehrlich ist einen durchaus wahren Kern.

    Das für mich jedoch weitaus stärkere Argument ist in der Tat, wie einige Lehrer es hier schon genannt haben, dass solche Bewertungen nicht gerade zur guten Stimmung im Klassenzimmer beitragen.
    Mal ehrlich wer hätte schon lust sich vor eine Gruppe zu stellen in der 20% der Meinung sind man sei “unsexy” oder gar “unmenschlich”. Natürlich kann man sagen “Da muss ein Lehrer drüber stehen”, aber mich- als ex Schülerin- würde es sehr wundern wenn es eine ganze Berufsgruppe gibt die derart resistent gegen solch persönliche Beleidigungen- und nichts anderes ist es - ist.
    Diese Seite trägt also nicht zu einem besseren Unterrichtsklima bei und eben das ist es doch, was von beiden Seiten am meisten erwünscht wird- eine eingermaßen entspannte Atmosphäre, ich frage mich also: wie können einige Schüler so dumm sein sich in diesem Punkt selbst Steine in den weg zu legen und sich die Schulzeit eigenhändig zu erschwären, indem sie ihre Lehrer frustrieren und demotivieren. 
    Wo ist da ein Sinn. Sollen sie verdammtnochmal den Mumm haben es der Lehrkraft ins Gesicht zu sagen und so vielleicht tatsächlich etwas zu bewirken…. Sie sind doch alle nur Menschen oder? ;-)

    schrieb anonyme Ex-Schülerin 2 am

  • #47

    Ich kann nicht glauben, dass die Herren und Damen Lehrer hier wirklich meinen, sie sollten nun das Recht haben, auch Schüler öffentlich derartig zu “benoten”..... Leute, das tut ihr tagtäglich, ohne dass die Schüler die Möglichkeit haben, dem zu entkommen oder etwas entgegen zu setzen!

    Habt ihr eigentlich einen Schimmer, wie demütigend das sein kann? Ist euch bewusst, wie sehr ein Schüler existenziell durch die permanente, beliebig willkürliche Benotung durch Lehrer getroffen und geprägt werden kann??

    Wie gruselig es ist, dazu gezwungen zu werden, gewisse Personen jahrelang, tagtäglich jeden Tag ertragen und ihnen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken zu MÜSSEN - verdammt!? Und zwar mit allen Körperausdünstungen und schlecht sitzenden Klamotten… ganz zu schweigen von feuchter Aussprache u.ä.

    Es ist nur gut, dass hier die Schülerinnen die Möglichkeit haben, ein Ventil zu nutzen. Und wenn sie das Bedürfnis nicht hätten - dann täten sie es auch nicht.

    Schon mal darüber nachgedacht??

    Die Senderichtung zwischen Lehrern und Schülern ist ganz klar einseitig. Feedback an einen Lehrer - selbst wenn man sich traute, trotz des steilen Machtgefälles - ist schon aufgrund Zeitmangels der Lehrer oder deren Überlastung gar nicht möglich.


    Das Grundproblem sind mit Sicherheit weder die Schüler noch die Lehrer. Das Grundproblem liegt im System…. und Probleme aufzudecken - so wie es hier geschieht - macht sie erst greifbar und damit lösbar.

    Eindeutiges PRO.

    schrieb anonyme Ex-Schülerin am

  • #48

    Toll! Ich bin gerne für Neues offen. Nur kann eine Kritik auch schulintern oder klassenintern ausfallen. Oder sollte man den dieses Bewertungssystem auf alle Berufe übertragen und online stellen? Es geht doch darum, dass die ganze Welt die Bewertung lesen kann. Aber vielleicht sollten wir den Spieß umdrehen und Schüler durch Lehrer bewerten lassen. Dann bräuchten wir Kategorien wie “Zustand—> bekifft, müde, nicht ganz nüchtern” usw. Dann möchte ich die Eltern sehen, wenn die den Namen ihres Kindes lesen.

    schrieb T.K am

  • #49

    Die Umfrage und der dazu verfasste Artikel ist in keinem Fall als objektiv oder wissenschaftlich anzusehen, sondern rein subjektiv vom Autor geprägt. Eine objektivere Berichtserstattung hätte ich mir doch von meinen Kollegen gewünscht. Ob eine Bewertung wie auf der Internetseite spickmich.de erfolgt öffentlich sein muss - darüber lässt sich diskutieren, nicht jedoch über eine Bewertung des Unterrichts. Hierzu leistet die Internetseite doch hervoragende Dienste. Ich würde es als innvoll erachten, wenn wie in Hochschulen und privaten Qulifizierungseinrichtungen üblich, auch Bewertungen von Lehrern anonym schulintern stattfinden würden und die Auswertung nicht nur vom Schulleiter vorgenommen würde.
    Die veröffentlichten Kommentare von einigen Kollegen dokumentieren eindeutig ein Fehlen von Wissen über den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte. Zum einen ist die Anzhl der veröffentlichten Meinungen über einzelne Schüler sehr begrenzt (im gegensatz zu uns Lehrer, die sicherlich nicht nur 10 Schüler unterrichten), desweiteren stehen wir als Lehrer, im Gegensatz zu den Schüler in der Öffentlichkeit. Würde die Bewertung von “öffentlichen” Personen verboten werden, dann dürfte für Politiker, Schauspieler, Musiker und ähnliche ebenfalls keine Bewertung angezeigt werden. (Verbot der Veröffentlichung der Wahlergebnisse, weil diese auch die Meinung über einzelen Personen wiederspiegeln? - wäre dann der Extremfall)

    schrieb Maria Muster am

  • #50

    Nun habe ich etwa 30 Minuten auf spickmich.de verschiedene, mir bekannte Schulen gesucht. Dabei habe ich nichts Denunzierendes oder Beleidigendes entdeckt. Und der Punkt “sexy”? Na, da sollten Sie locker “drüber stehen”. Es ist eine Seite für Kids - was soll´s? Nur als Beispiel: Bei einer Größe von 1,78m bringe ich etwa 95 kg auf die Waage, mein Haar geht zur Neige, meine Nase ist schief. Mit einer glatten fünf in der Rubrik “sexy” könnte ich leben - bei jeder anderen Note eines/einer “Unterzwanzigjährigen” würde ich mich wahrscheinlich veräppelt fühlen ;-)
    Bei einer fünf in der Kategorie “guter Unterricht” und einer relevanten Zahl an abgegebenen Stimmen hätte ich schlaflose Nächte.

    Im Ernst: Ich bin freier Trainer und Dozent in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Teilnehmerfeedback ist für mich lebenswichtig, da mein Honorar und die Auftragsnachfrage direkt abhängig von der Qualität meiner Leistung sind. Bei Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer, ist das nicht so. Um nicht missverstanden zu werden: Das ist kein Vorwurf!
    Dazu kommt, dass den meisten Schülern zu einer offenen Kritik der Mut fehlen dürfte - letztlich sitzt der Lehrer am längeren Hebel ;-)

    Also, grundsätzlich unterstelle ich Ihnen (der Lehrerschaft) den Willen, einen guten “Job” zu liefern - nein, ich zähle nicht zu den Neidern und Meckerern und habe jede schlechte Note in meiner Schullaufbahn verdient (die guten aber auch). Um eine gute Arbeit liefern zu können, sollte die eigene Leistung regelmäßig überprüft und verglichen werden (natürlich gibt es noch weitere Aspekte, u.a. Weiterbildung). Logisch wäre demnach ein schuleigenes Validierungssystem, bei dem sich die Lehrer tatsächlich vergleichen können und müssen. Gut wäre dabei, wenn diese Ergebnisse (schul)öffentlich wären. Vor allem sollte es dann auch Möglichkeiten (Fortbildung, Supervision, Coaching, etc.) geben, die Mängel zu beseitigen.
    Meine Damen und Herren, stellen Sie das in Ihrer Schule auf die Beine und Seiten wie spickmich.de verschwinden von selbst! Tragen Sie ein solches System und „halten Sie es aus“. Sie werden – unabhängig Ihrer realen Bewertung – in der Achtung der kritischen, aber wohlmeinenden Eltern (von denen gibt es doch mehr als man denkt) steigen.

    Bis es an Ihrer Schule so weit ist: Schmunzeln Sie über eine zu gute oder zu schlechte Bewertung bei spickmich.de und Co., Sie kennen Ihre Stärken und Schwächen doch selbst, oder? Nutzen Sie Ihre Bewertungen für einen Dialog mit Ihren Schülern oder thematisieren Sie „WEB 2.0“ am Beispiel von spickmich.de…

    schrieb Peter Brockmann am

  • #51

    Wer als Lehrer nicht mit Kritik umgehen kann, hat den Beruf verfehlt.

    Das sehe ich genaus so. Allerdings halte ich Kritik nur dann für sinnvoll, wenn Sie in sachlich und in einem angemessenen Rahmen geäußert wird.

    Es passiert zwar zunächst nichts wirklich Schlimmes, wenn ein Schüler “im Affekt” eine extrem negative Bewertung abgibt, doch insgesamt finde ich es sinnvoller, auf eine konstruktive Feedbackkultur hinzuarbeiten. Und dazu gehört m.E., dass man respektvoll und sachlich miteinander umgeht und am besten auch persönlich Kritikpunkte anspricht. Ich versuche, *meine* Noten transparent und nachvollziehbar zu machen und möchte daher auch transparentes Feedback bekommen.

    schrieb Andreas Kalt am

  • #52

    Ich bin FÜR spickmich. Wir bewerten Schüler tagtäglich. Bei spickmich findet die Bewertung genauso ‘objektiv’ mit Noten statt. Von Beschimpfungen und ähnlichem habe ich auf der Seite nichts mitbekommen. Und spickmich kann sehr wohl zu Verbesserungen führen. Wenn ich eine 5 oder 6 in der Kategorie ‘guter Unterricht’ oder ‘faire Prüfungen’ habe, kann ich mich mit meinen Schülern darüber unterhalten und etwas an der Situation ändern. Dafür muss ich nicht wissen, von welchem Schüler welche Note kommt. Wer als Lehrer nicht mit Kritik umgehen kann, hat den Beruf verfehlt.

    schrieb Hannah am

  • #53

    Ich finde die mehrfach angeführte quid pro quo Argumentation nicht vertretbar. Es bringt weder mich als Lehrer noch irgendjemand anderen weiter, wenn alle Seiten sich gegenseitig mit Dreck bewerfen dürfen.

    Der Hauptmakel von spickmich.de ist m.E., dass die Bewertung keine Chance hat, zu produktivem Austausch und zu wirklicher Verbesserung zu führen. Selbst wenn ich als Lehrer schlecht benotet werde, weiß ich nicht, wer unter meinen Schülern das so sieht, noch weiß ich, ob es eine repräsentative Meinung ist.

    Im Heiseforum hat ein Kommentator die Problematik - wie ich finde - schön auf dem Punkt gebracht.

    Vor einiger Zeit habe ich - man möge mir das Selbstmarketing verzeihen - ebenfalls versucht, einen konstruktiven Beitrag zu leisten .

    schrieb Andreas Kalt am

  • #54

    Ich würde auch gerne mal ein Gegen-Abibuch schreiben und die Schüler in aller Öffentlichkeit im Zerrspiegel darstellen.  :coolgrin: Auf der anderen Seite werden da genau die Schwächen deutlich, die eine Folge der hohen Arbeitsbelastung der Lehrer sind (besonders derer mit Korrekturfächern): schlechte Unterrichtsvorbereitung, lange Korrekturzeiten. Dies ist in der Tat eine crux, die alle Parteien unzufrieden lässt und doch letztlich allein die Lehrer mit ihrem miserablen Ansehen in der Öffentlichkeit, das eben gerade dadurch nur noch übler wird, ausbaden müssen.

    schrieb Stine am

  • #55

    Ich frage mich ernstlich, was die Kollegen, die mit “Ja” gestimmt haben, eigentlich reitet. Gegen ein sauberes Feedback hat doch keiner was, aber im Netz beschimpft zu werden hat damit nichts mehr zu tun. *kopfschüttel

    schrieb Scholl am

  • #56

    Pauschalurteile (über wen auch immer)sind immer abzulehnen, weil die Persönlichkeiten damit nur unzureichend gekennzeichnet sind. Wenn dann noch Anonymität dazu kommt, wird es noch verwerflicher.
    In normalen Gesellschaften spricht man zuerst miteinander oder nutzt andere Kommunikationskanäle.
    Frage also: Sind wir noch normal?

    schrieb medienkiosk am

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