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Ein rascher Notenschlüssel…

*ohne Gewähr


Die Lehrerfreund-Hellseherin

Deutsch-Abitur Baden-Württemberg: Kommentar zu den Aufgaben 2012, Prognose für 2013 16.03.2013, 08:39

Glaskugel, in der vielleicht die Abiaufgaben des nächsten Abiturs stehen
Bild: Mark Skipper [CC by]

Welche Aufgaben/Themen könnten im Deutschabitur dieses Jahr drankommen - zu Proceß, Kohlhaas, Besuch der alten Dame? Welche Kombinationen waren die letzten Jahre dran, wie lief das Abitur 2012? Auch dieses Jahr trifft die Hellseherin Db (JKG Bruchsal) ihre Voraussage für das Abitur 2013. Ihre Prognosen für 2009 und 2012 trafen genau ins Schwarze!

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  • (geändert: )

Jedes Frühjahr stellt die Deutschlehrerin Db (JKG Bruchsal) eine Prognose für das Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg - welche Pflichtlektüren in welchen Aufgabenstellungen?

Für 2009 und 2012 waren ihre Vorhersagen richtig. Und auch dieses Jahr wirft sie die Knochen zu Kafka und Kohlhaas - für die Lehrerfreund-Leser/innen kostenfrei und wie immer ohne Gewähr. Vielen Dank!

Deutsch-Abitur Baden-Württemberg: Prognose für 2013

Kündigung für K., K. & Ko.

Es heißt Abschied nehmen von Josef K. und Michael Kohlhaas. Seit 2007/08 erfüllten sie brav ihren Dienst als Helden der Pflichtlektüren in der gymnasialen Oberstufe, zunächst unterstützt von Karl Moor, der 2010/11 von Klara Wäscher abgelöst wurde. Wegen des Doppeljahrgangs bekamen sie Verlängerung um ein Jahr, doch nun steht ihre gemeinsame sechste und endgültig letzte Abiturprüfung unter dem (inoffiziellen) Motto „Recht und Gerechtigkeit“ bevor.
In den Startlöchern für das Abitur 2014 (allgemeinbildende Gymnasien) stehen schon Agnes, Walter Faber und Georg Danton (Deutsch-Abiturthemen Baden-Württemberg ab 2014) , allerdings unter veränderten Bedingungen: Baden-Württemberg: Neue Aufgabentypen im Fach Deutsch ab 2014

Prognose für die Abitur-Themen 2013 (allgemein bildendes Gymnasium, Deutsch, Baden-Württemberg)

Das traditionelle Glaskugelbefragen fällt für den letzten ,Auftritt‘ der K.&K.-Kompanie nicht leicht, da alle Kombinationen scheinbar schon genutzt wurden. Eine Übersicht über die Abituraufgaben 2008-2013:

  I ,klassische‘ Interpretation, Textausschnitt aus:
Vergleich mit:
(unter dem Aspekt)
II Gestaltende
Interpretation, Textausschnitt aus:

(zu gestaltende Textsorte)
IV Lyrik
Interpretation und Vergleich von zwei Gedichten

(Epoche)
2008 Die Räuber
Der Proceß (Scheitern)
Michael Kohlhaas
zwei Briefe
zum letzten Mal „Heimatverlust und Exil“ (Moderne);
ab 2009 "Liebeslyrik vom Barock bis zur Gegenwart"
2009 Michael Kohlhaas
Der Proceß
(selbst bestimmtes Handeln)
Die Räuber
Dialog
Hesse
Nick

(Moderne)
2010 Der Proceß
Michael Kohlhaas
(Veränderung durch die Auseinander-setzung mit
der Justiz)
Die Räuber
Dialog
Rilke
Braun

(Moderne)
2011 Der Proceß
Michael Kohlhaas
(Helfer-Figuren)
Der Besuch der
alten Dame
Abschiedsbrief
Lasker-Schüler Enzensberger
(Moderne)
2012 Der Besuch der alten Dame
Der Proceß
(verantwortungs-bewusstes Handeln)
Michael Kohlhaas
Dialog
Kästner
Fried

(Moderne)
2013 ? ? ?
2013
Prognose von Db JKG Bruchsal
Michael Kohlhaas
(z.B. Lisbeths Tod oder Verkaufsverhandlung mit dem Amtmann)

Der Proceß und evtl. Der Besuch der alten Dame - Dreiervergleich?
(z.B. Rolle der Frauen: ihre Bedeutung;
Umgang der Protagonisten mit ihnen)
Der Besuch der alten Dame
(z.B. 3. Akt,
Monolog Ills beim Hin- und Hergehen „oben“)
   
      alle Angaben ohne Gewähr!

Bei genauem Betrachten zeigt sich, dass eine einzige Kombination noch nicht in Aufgabentyp I geprüft wurde: ein Vergleich von „Der Besuch der alten Dame“ mit „Michael Kohlhaas“. Eigentlich drängt sich eine Gegenüberstellung der beiden gewaltigen Rächer-Figuren Claire und Kohlhaas geradezu auf. Doch wurde die Kombination der beiden Werke vermutlich vermieden, weil sonst die dritte Pflichtlektüre, „Der Proceß“, dem Aufgabentyp II zugeordnet werden müsste. Die meisten DeutschkollegInnen halten die Gestaltende Interpretation allerdings nicht geeignet für Kafkas Roman - und so wurde er bisher auch nur analytisch im Abitur behandelt.

Wenn wir von dieser Prämisse (,Kafka geht nicht kreativ‘) ausgehen und trotzdem Claire und Kohlhaas gegenüber stellen wollen, bietet sich der seit 2011 alternativ mögliche (aber noch nicht geprüfte) Dreier-Vergleich an. Als Vergleichsaspekt sind z.B. die Untersuchung der Strategien im Umgang mit dem erlittenen Unrecht, aber auch die Frage nach Täter/Opfer möglich. Ebenfalls noch nicht im Focus stand die Rolle der Frauenfiguren, ihre Bedeutung und der Umgang der Protagonisten mit ihnen. Die durch die Gerüchteküchte wabernde Idee, dass die Geistlichen der drei Werke gegenüber gestellt werden, halte ich persönlich für zu speziell. Aber man weiß ja nie...

Da 2010 und 2011 ein Ausschnitt aus „Der Proceß“ und 2012 einer aus dem Drama analysiert wurde, tippe ich für dieses Jahr auf einen „Kohlhaas“-Text, er stand bisher nur einmal im Zentrum der ,klassischen‘ Interpretation. Als ,Aufhänger‘ für die genannten Dreier-Vergleichsthemen eignen sich Ausschnitte aus der Nähe des Wendepunkts („und übernahm sodann das Geschäft der Rache“), z.B. Lisbeths Tod oder die Verkaufsverhandlungen mit dem Amtmann.

Eine gelungene Gestaltende Interpretation füllt sinnvoll eine Leerstelle im Ausgangstext. *Die* Leerstelle im Drama „Der Besuch der alten Dame“ ist für mich im 3. Akt Ills Hin- und Hergehen „oben“, während seine Frau unten mit den Güllenern redet und das Geschäft weiter führt.
Hierzu könnte ein Monolog verfasst werden, in dem Alfred Ill seine Gefühlslage, die Gedanken über Familie und die Güllener sowie seine Entwicklung vom skrupellosen Geschäftsmann zur Annahme seiner Schuld darstellt.

Eine Zusammenfassung der Überlegungen ist in die Tabelle oben eingetragen (grün gefärbte Zeile).

Wie immer sind alle Angaben ohne Gewähr - toitoitoi und viel Erfolg!

Deutsch-Abitur Baden-Württemberg 2012: Kommentar zu den Aufgaben

Aus den Kommentaren zur Prognose 2012:

Voll ins Schwarze! Das ist doch mal was erfreuliches. 
Lottozahlen könnt ihr aber nicht vorhersagen, oder? =)

Kommentar von Thomas

Leider nicht, wir müssen alle weiter schaffen ;)

Also los: Im Folgenden werden die baden-württembergischen Abituraufgaben von 2012 genauer unter die Lupe genommen.

Aufgabe I: Vergleich Alfred Ill - Josef K.

Zum ersten Mal war ein Ausschnitt aus dem Drama „Der Besuch der alten Dame“ ,klassisch‘ zu interpretieren. Die Aufgabenstellung stieß allgemein auf Zustimmung:

Das war ja mal ne goldrichtige Prognose. 
Die Aufgabe I war einfach top! super Textstelle, relativ leicht verständlich, ließ sich super zu ordnen und interpretieren. Teilaufgabe 3 naja… aber irgendwas konnte man sich schon aus Fingern ziehen. 19 Seiten - na fann viel Spaß beim Korrigieren.

Kommentar von Luisi

Ausgewählt war eine markante Szene: Der Bürgermeister bringt Ill ein Gewehr, will ihn so indirekt zum Selbstmord bewegen, damit die Güllener sich nicht die Hände schmutzig machen müssen und trotzdem Claires Milliarde bekommen. Die Doppelbödigkeit der Güllener Moral wird deutlich sichtbar und der Dialogverlauf lässt sich gut analysieren - wenn auch der Ausschnitt recht umfangreich war.

Die Textstelle fand ich fast schon ZU ergiebig, war ganz schön viel zu interpretieren, fand ich. Am Schluss wurdens mit Vergleich dann 23 Seiten.

aus dem Kommentar von Marie

In der ersten Teilaufgabe, üblicherweise eine Einordnung der Textstelle, war der Focus auf die Entwicklung der Beziehung zwischen Bürgermeister und Ill zu richten. Hier trennte sich schon die Spreu vom Weizen, einfaches Inhaltswiederkäuen genügte nicht.

Nach der Interpretation des Ausschnitts sollte, vergleichend zum „Proceß“, das Handeln der Protagonisten untersucht werden, inwieweit es verantwortungsbewusst sei.
Viele Stilblüten zeigten, dass der leitende Begriff nicht einfach zu fassen war („unverantwortungsbewusst“, „verantwortungsunbewusst“ - wie nennt man bloß das Gegenteil?!). Er erforderte eine durchdachte Kenntnis der Werke und eine differenzierte Darstellung. So ist z.B. Ills Tod kein reines selbstloses ,Opfern‘ für die Güllener, und auch Josef K. verhält sich nicht nur egoistisch und rücksichtslos, sondern versucht z.B. am Arbeitsplatz seine Pflicht zu tun, bis ihn der Prozess zu sehr vereinnahmt. Insofern war diese Aufgabe tiefgehender als die Gegenüberstellung von „Helferfiguren Ihrer Wahl“ im letzten Jahr, bot aber guten SchülerInnen Gelegenheit zu glänzen.

Aufgabe II: Gestaltende Interpretation von „Michael Kohlhaas” (nur allgemein bildendes Gymnasium)

Auch in dieser Aufgabe stand ein trotz seiner Kürze ergiebiger Textausschnitt im Mittelpunkt: Kohlhaas trifft kurz vor der Hinrichtung auf den Kurfürsten von Brandenburg und bekommt von seinem Landesherrn vor den Augen „einer unermesslichen Menschenmenge“ Genugtuung: Seine Klage gegen Wenzel von Tronka wurde „Punkt für Punkt (...) durchgesetzt“, deutlich sichtbar an „den beiden, von Wohlsein glänzenden (...) Rappen.“

Dieser Kurfürst führt einige Zeit nach der Hinrichtung ein Gespräch mit Martin Luther - so die originelle Idee der gestaltenden Teilaufgabe. Sie hat den Vorteil, dass der zu verfassende Dialog nach dem Novellenende spielt, also keine Rücksicht auf einen weiteren Verlauf genommen werden musste. Außerdem konnte das im Unterricht erarbeitete Gesamtverständnis der Novelle genutzt werden; die Argumentation im Gespräch Luthers mit Kohlhaas wurde sicher intensiv analysiert.

Andererseits sind es zwei eher fremde Figuren, in die man sich nicht leicht hineinversetzen kann (wie ,spricht‘ ein Kurfürst, wie ein Mönch?). Noch dazu fehlte eine Motivation, warum diese beiden aufeinander treffen. Verwechslungsgefahr drohte außerdem mit dem anderen Kurfürsten, dem von Sachsen, also Kohlhaas‘ Widersacher.

Aufgabe IV: Liebeslyrik

Noch einmal zitiere ich aus meinem Kommentar zum Abitur 2009:

Leider erwies sich so das im Unterricht erarbeitete Wissen zu Epochen und ihren typischen Merkmalen, Autoren und Jahreszahlen als praktisch nutzlos.

Lehrerfreund 01.04.2009: Deutsch-Abitur Baden-Württemberg: Kommentar zu Aufgaben 2009; Prognose für 2010

Schade. Schon wieder nur 20. Jahrhundert... und (als Entgegenkommen an den Doppeljahrgang?) zwei Gedichte von den eher ,leichter‘ wirkenden Autoren Erich&Erich (Kästner und Fried). Doch Vorsicht, Kästners sachlicher Stil verleitete dazu, die fiktive Liebe zu einer nur im Vorbeifahren gesehenen Person mit einer realen Begegnung zu verwechseln, hier half nur genaue Textarbeit.

Die Erörterungen: Aufgabe III: Literarische Erörterung und Aufgabe V: Texterörterung

Die literarische Erörterung ging von einem umfangreichen Zitat der Schriftstellerin Susan Sontag aus, das viele Anknüpfungspunkte v.a. zu den Pflichtlektüren bot, aber mit dem Schwerpunkt „moralische Bildung“ auf SchülerInnen vermutlich eher ,abtörnend‘ wirkte.

Ansprechender dagegen das Thema der textgebundene Erörterung: Ausgehend vom Dopingproblem betrachtet der Sportredakteur Tobias Schall kritisch die gesellschaftliche Entwicklung vom Streben nach perfekter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit mit allen Mitteln. In Wortwahl und Satzstruktur ist der umfangreiche Text recht komplex (allein vier Worterklärungen als Fußnote). So fiel das in der erste Teilaufgabe verlangte klare Formulieren der Position des Autors und das Benennen des diffizilen Gedankengangs sicher nicht leicht; Paraphrasen und umfangreiches Zitieren verrieten schnell, wenn nur oberflächlich verstanden wurde.
Der Bewertungsschwerpunkt lag allerdings auf der Erörterung, d.h. der Auseinandersetzung mit den Gedanken des Autors. Hier bot die Vielfalt der im Text erwähnten Lebensbereiche gute Möglichkeiten, die Position zu überprüfen und die eigene Haltung darzulegen, in der adressatenbezogenen Wahlteilaufgabe zusätzlich ,verpackt‘ als Grundsatzrede zu einem Projekttag.

Insgesamt gab es 2012 kein leichtes oder gar ,geschenktes‘ Deutsch-Abitur (worauf einige insgeheim wohl wegen des Doppeljahrgangs gehofft hatten), aber ein bei entsprechender Vorbereitung gut zu schaffendes mit einer ansprechenden Aufgabenauswahl.

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Kommentare

38

Zum Artikel "Deutsch-Abitur Baden-Württemberg: Kommentar zu den Aufgaben 2012, Prognose für 2013".

  • #1

    Beim Nachschreibtermin am 29. April habe ich wie geplant Lyrik gewählt, und es gab zwei ähnliche Liebesgedichte von Else Lasker-Schüler (“Maienregen”, 1906, Symbolismus/Expressionismus) und Mascha Kaléko (“Kleines Liebeslied”, 1935, Neue Sachlichkeit/Exil), wobei Lasker-Schüler weniger strukturiert, aber emotiver & subjektiver ist und es primär um die Gefühle des lyr. Ich geht, wärend es bei Kaléko eher um die Trauer des Du geht.
    Gedichte entfernt aus urheberrechtlichen Gründen, sorry. Redaktion, 06.05.2013

    An den Rest kann ich nich nur noch wage erinnern:
    Thema 1: (Kohlhaas) Verkaufsverhandlung mit Amtsmann, Dreiervergleich ?
    Thema 2: (Besuch) Gespräch Lehrer/ Bürgermeister ? , Trialog
    Thema 3: “Lasker-Schüler” - “Kaléko”
    Thema 4: ???
    Thema 5: Sachtext zur allgemeinen Beschleunigung des Lebenstempos

    schrieb diwnah am

  • #2

    @rumii: Das dumme war dass ich vorrausgesetzt hab dass der Pfarrer Bescheid weiß über das was passiert ist und nicht nochmal genau darauf eingegangen bin. Ansonsten von den Grundthemen her habe ich es ähnlich geschrieben. Der Polizist war bei mir etwas abblockend und hat sich nicht so direkt am Thema beteiligt. Der Pfarrer wollte ihn und den Lehrer davon überzeugen dass Güllen der Versuchung nicht widerstehen kann und hat von seinem Gespräch mit Ill davor erzählt und davon dass er Ill geraten hat die Stadt zu verlassen. Der Lehrer hat alles abgestritten es am Ende aber doch erkannt. Bei uns in der Klasse waren es 3 Leute die die 2. Aufgabe gewählt hatten;)
    @TeeEnte: Ah okay:) Ich weiß gar nicht wieviele es bei uns waren. Das der Polizist für Sicherheit und Gerechtigkeit sorgen soll hab ich auch mit rein gebracht;)

    schrieb sheila am

  • #3

    Upps, kleiner Fehler:
    60 Schüler Aufgabe 2 und 60 Schüler Aufgabe 5

    schrieb TeeEnte am

  • #4

    @rumi
    @sheila
    Ich hab auch die aufgabe 2 genommen (kleine Nebeninfo:
    in unserem Landkreis haben von gerundet 400 Abiturienten 60 die aufgabe 2, 60 die aufgabe 1, 2 Schüler die aufgabe 3, ein Großteil noch Lyrik und der Rest Vergleich, die Angaben sind nicht korrekt, sie geben nur ne grobe Vorstellung, unsere Lokalzeitung hat es genau)

    Ich fand, dass das Zusammentreffen von Lehrer und Polizist als gegebenen Anlass zum Streit ist. Natürlich am Anfang kurz wiederholen was geschah, da der Pfarrer bei der Szene nicht dabei war, zumindest erwähnt ihn Dürrenmatt nicht. Dann fangen wie gesagt Polizist und Lehrer sich zu streiten, wobei der Pfarrer als Streitschlichter fungierte (es ist ja ne tragische Komödie). Da nun wegen der Hochzeit von Claire die Stadt voll mit Journalisten ist, wird auf Vorsicht geachtet. Der Lehrer soll, um mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen, mit dem Arzt zusammen nochmal versuchen Claire umzustimmen, genauso wie du Rumi es gemacht hast. Falls dieses nicht klappt, soll sich der Lehrer zurückziehen (tritt wieder erst in ills laden wieder auf). Der Polizist soll für die Sicherheit sorgen und der Pfarrer bereitet die Hochzeit vor und zieht sich auch zurück. Er wird nur noch am Hochzeitstag erwähnt, dass er interviewt wird. (Ich habe dieses Situation auch mit in das Gespräch eingebracht.) Sonst bleibt er bis zur Hinrichtung im Hintergrund. Somit trennen sie sich die drei.

    schrieb TeeEnte am

  • #5

    Ohje, die Prognose für 2013 war ja mal ein richtiger Griff ins Klo. Wer kommt schon auf die Idee dass fast die selbe Textstelle wie 2010 dran kommen könnte? Sehr ärgerlich, gerade wenn jeder, auch alle meine Lehrer, Kafka ausgeschlossen haben.

    schrieb Patricia am

  • #6

    was habt ihr dann bei der Bedeutung geschrieben? konnte nicht sooo viel damit anfangen, aber sonst kann ich nix haha.

    schrieb ivyy am

  • #7

    Mit der Proceß-Stelle konnte man doch sehr gut umgehen und viel herausholen, auch wenn Kohlhaas natürlich schön gewesen wäre, wobei es mir da immer schwer fällt wirklich zu “interpretieren”.
    Was ich schwierig fand, war mit der gefragten “Bedeutung” des Gerichts passend umzugehen… (Aufgabe 1).

    Das mit dem Gespräch bei Aufgabe 2 war ja ein novum, oder?

    Allg. aber machbar, denke ich.

    schrieb m am

  • #8

    @sheila: ja so ging es mir auch, der kafka fällt mir schwer zu interpretieren;) ich hab ca. 10, 5 Seiten geschrienen mit Einleitung.  Ich hab die drei dann im goldenen Apostel treffen lassen und eben über den Vorfall am Bahnhof und die möglichen Konsequenzen reden lassen. Dabei hat sich der Polizist die ganze zeit über mit Bier betrunken, während der Pfarrer versucht den beiden die situation klar zu machen, dass die güllener zu schwach sind und so weiter. Der lehrer hat am anfang alles abgetan aber dann die wahrheit eingesehen und sich bereit erklärt mit claire zu reden (macht er ja am anfang des dritten Akts). Der polizist war dann so betrunken dass er halb geschlafen, halb zugehört hat. Hat dann kommentare wie: so ein Geschwätz!  Oder verrückt! Gemacht :)  naja hoffe dass ich alles drin hab was erwartet wird:) bei uns bin ich die einzige die das genommen hat die meisten habend as klassische interpretieren gewählt. Was hast du so reingeschrieben?

    schrieb rumii am

  • #9

    @rumii: Ich hatte auch die zweite Aufgabe gewählt. Wollte eigentlich bevor ich die Aufgaben gesehen habe die Interpretation und den Vergleich machen aber Kafka ist so gar nicht meins;) Im Endeffekt hatte ich dann mit Einleitung 9 oder 10 Seiten (ich weiß es nicht mehr so genau) und du?:) Mir fiel es auch nicht schwer aber ich habe Angst, dass ich nicht genau das in den Dialog reingebracht habe was erwartet wird. Ich habe keine Ahnung was die sich so vorstellen. Was hast du so mit reingebracht?

    schrieb sheila am

  • #10

    Ich hab die gestaltende Interpretation genommen.. den dialog zu schreiben ist mir nicht besonders schwer gefallen, dennoch mache ich mir sorgen,  dass es zu oberflächlich geworden sein könnte:/ hat sonst noch jemand die zweite Aufgabe genommen? Wie viel habt ihr so geschrieben? :)

    schrieb rumii am

  • #11

    ja, ja, die Aufgabenstellung - auch Lehrer lernen immer noch was dazu, denn dass die drei bei Dürrenmatt ihrer Wege gehen und sich trotzdem unterhalten, da muss ich auch noch ein bisschen nachdenken.
    Sorry für die wohl etwas trübe Glaskugel, aber - Gratulation an db - die Nebenfiguren waren bei Ihnen wohl schemenhaft erkennbar. 

    schrieb abc am

  • #12

    Das war ja wohl ein schuss in den ofen! Danke! Jetzt hab ich verkackt! Kohlhaas hätte ich gefeiert

    schrieb Niklas am

  • #13

    war wohl nix mit der Prognose dieses Jahr ;)

    schrieb Ceci am

  • #14

    tjaaa.. leider wars eine falsche Prognose

    schrieb Franzi am

  • #15

    Also, was würde ich sagen:
    Einerseits ist die Prognose richtig, aber auch falsch.

    Heute kam im Deutsch-ABI nicht das, was Sie vorhergesagt haben.
    Aufgabe I: Kafka, der Proceß; Szene: Untersuchungsraum
    Dreiervergleich—> bezogen auf das Gericht
    Aufgabe II: Besuch der alten Dame: Bahnhof—> Ills Flucht
    Die anderen Aufgaben habe ich ignoriert :)

    Will euch mal fragen: Wie fandet ihr heute das Abitur?

    schrieb Alex am

  • #16

    Na ja…. Das war ziemlich daneben getippt bei Aufgabe I, aber kann ja auch keiner wissen, dass schon wieder Kafka drankommt…. ;-) Der Dreiervergleich und das Werk der gestalterischen Aufgabe stimmten schon mal.

    schrieb Philipp am

  • #17

    Gestalterisch voll ins Schwarze :D
    Jawollo! :D

    schrieb noname am

  • #18

    Oh man die haben doch den Arsch offen - einfach Kafka zu nehmen. Die Aufgaben dieses Jahr haben mich echt enttäuscht und sahen in meinen Augen so aus, als ob sie nicht mit vollem Bewusstsein ausgewählt worden wären.

    schrieb Clamer am

  • #19

    Haha, das war dieses Jahr sowas von daneben, denn bis auf den Dreiervergleich- der mehr oder weniger offiziel angekündigt war- hat mal absolut garnichts gestimmt: Es kam “Der Proceß” dran und zwar wurde K.s “Anklage” aus dem Abijahr 2010 (?) weitergeführt.

    Fazit des Ganzen: lieber ALLES lernen, denn dem einzigen den man im Abitur vertrauen sollte, ist und bleibt der eigene Verstand.

    In diesem Sinne im Lehrerjagon : “Sie haben sich bemüht”

    schrieb Katti L. am

  • #20

    War ja mal total falsch aber gut soooo :)
    Von Prognosen soll man sich eben nicht verrückt machen lassen…

    schrieb Lara am

  • #21

    War wohl nichts xD Prozess kam dran

    schrieb sophie am

  • #22

    Prognose für 2013 war leider falsch :/. Nur mit dem Dreiervergleich lagt ihr richtig. Naja, war ja trotzdem machbar.

    schrieb Verena am

  • #23

    also für heute schon mal nicht

    schrieb abc am

  • #24

    ...aufgabe 1: der prozess, untersuchungszimmer szene
    vergleich: alle drei bücher, protagonisten bezug zum gericht

    hammerhart, sche… kultusministerium !

    schrieb Koray am

  • #25

    Und schon wieder Kafka….

    schrieb Tim am

  • #26

    Naja, da lagt ihr mal komplett falsch :D

    schrieb Lukas am

  • #27

    Dieses Jahr hat es leider (da Frauen nicht als Vergleichsthema drankam) und zum Glück nicht gestimmt (da Prozess als Ausgangswerk drankam). ;)

    schrieb Ann-Kristin Justen am

  • #28

    Hallo :)
    Vorhersage hat leider nicht gestimmt.
    Aufgabe 1 war Basis der Abschluss von Josef Ks Rede bei der ersten Untersuchung und ein Dreifachverglrich betreffend der Bedeutung des Gerichts.

    schrieb Angelina am

  • #29

    Wie oft hat den bisher eure Voraussagen für den Aufgabentyp 1 gestimmt?
    LG Timo

    schrieb Timo am

  • #30

    ...gibt es denn auch eine Vorhersage für das Thema der textgebundenen Erörterung (V)???
    Liebe Grüße :-)

    schrieb Antonia am

  • #31

    @abc: Vielen Dank für Ihren ausführlichen Blick in die Glaskugel, er klingt ebenfalls plausibel. Am Mittwoch sind wir schlauer…
    Ja, mein Vorschlag zur Gest. Int. ähnelt inhaltlich dem von 2011. Es wäre sicher auch denkbar, eine andere Figur über das Geschehen in Güllen nachdenken zu lassen, z.B. den Oberrichter/Butler. Eine Ausarbeitung dazu findet sich allerdings schon in den bekannten rot-weißen Abihilfen.
    @Timo: ‘Strategien im Umgang mit’ meint die mehr oder weniger planvollen Reaktionen auf das erlittene Unrecht: Wehren oder um Hilfe bitten oder resignieren oder…
    @Heli und Leo: Theoretisch ist alles möglich, auch Kafka in der Gest. Int.; die Prognose versucht ‘Wahrscheinlicheres’ zu benennen.
    @Clamer: Das ist tatsächlich etwas ungenau formuliert. Da es als Aufhänger zum möglichen Vergleichsaspekt “Rolle der Frau” dienen soll, war das Gespräch Lisbeth-Kohlhaas gemeint, unmittelbar nachdem Kohlhaas mit dem Amtmann Verhandlungen zum Verkauf von Haus und Hof geführt hatte.
    @alle: Viel Erfolg!

    schrieb Db am

  • #32

    Hallo, was ist denn genau mit der “Verkaufsverhandlung mit dem Amtmann” gemeint?
    Und denkt Ihr nicht, dass “Der Besuch” und “Kohlhaas” gleichberechtigt sind, da das Drama auch nur einmal bisher dran war?

    Gruß
    und toi toi toi

    schrieb Clamer am

  • #33

    Hallo,
    Wie siehts aus mit der Schuldfrage bei Kohlhaas und K.? Für mich persönlich stellt die Prüglerszene aus dem Proceß dafür eine hervorragende Grundlage dar…

    schrieb Leo am

  • #34

    Theoretisch wäre aber auch eine gestaltende Interpretation zum proceß möglich,
    wie z.B. ein Dialog zwischen Anklage und Verteidigung während einer Gerichtsverhandlung vor der Hinrichtung, oder ?

    schrieb Heli am

  • #35

    “die Untersuchung der Strategien im Umgang mit dem erlittenen Unrecht” , meint ihr damit wie es dazu kam das die Protagonisten Unrechterlitten haben oder eher die Strategie sich gegen das erlittene Unrecht zu wehren?

    schrieb Timo am

  • #36

    Ills Monolog im Zimmer oben halte ich für unwahrscheinlich, weil er zu ähnlich den Inhalten des Abschiedsbriefes der vergangenen Fragestellung sein könnte (und zu naheliegend). Allerdings müsste er natürlich auf die Entgegnung Ills gegenüber dem Bürgermeister hinführen, als dieser ihm den Selbstmord abverlangt und er erklärt, warum er dies nicht tut.
    Mein Gedanke: Analytisch war Kohlhaas tatsächlich nur selten dran, aber Dürrenmatt auch nicht. Dürrenmatt ist aber analytisch interessanter als Kleist (sag ich mal so) und Kohlhaas gibt nach wie vor mehr her für die gestaltende Fragestellung.
    Also: analytisch - Dürrenmatt mit Vergleich Kafka (Thema: Warum kein Selbstmord der Protagonisten oder Thema: groteske Anteile des Verurteilungprozesses)
    Dazu: gestaltend - Rechtfertigung von Kohlhaas in einem Brief an seine Kinder (wie Abschiedsbrief Ill - hier: Nobilitierung der Kinder).
    Ansonsten lasse ich mich natürliche gerne auf weitere Blicke in die Glaskugel ein.

    schrieb abc am

  • #37

    Hallo Lea, gut beobachtet :)
    Aber wenn ein Würfel vier Mal hintereinander auf die 6 gefallen ist, erhöht das trotzdem nicht die Wahrscheinlichkeit, dass er beim fünften Mal wieder die 6 zeigt… Theoretisch ist hier alles möglich.

    schrieb Db am

  • #38

    Und wie sieht’s mit den Gedichten aus?

    schrieb Lea am

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