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Drogen- und Suchtbericht 2013

Jugendliche konsumieren immer weniger Alkohol, Tabak und Cannabis 08.06.2013, 12:45

Betrunkener Jugendlicher liegt auf einer Parkbank
Bild: Shutterstock

Gut so: Der Drogen- und Suchtbericht 2013 zeigt, dass der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis bei Jugendlichen weiter rückläufig ist. Vor allem das 'Komasaufen' ("Rauschtrinken") ist zurückgegangen. Für nicht stoffgebundene Süchte (Internetsucht, Computerspielsucht) liegen allerdings keine belastbaren Zahlen vor.

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  • (geändert: )

Im Mai 2013 wurde der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2013 veröffentlicht (Pressemitteilung dazu). Alle im folgenden verwendeten Seitenzahlen beziehen sich auf die PDF-Version des Drogen- und Suchtberichts (PDF)

Alkohol

Der Alkoholkonsum beträgt in Deutschland 9,6 Liter pro Einwohner. Dies ist im internationalen Vergleich ein hoher Wert. Die empfohlenen Trinkmengen werden in Deutschland von 9,5 Millionen Bundesbürgern überschritten, von denen wiederum 1,3 Millionen eine Alkoholabhängigkeit aufweisen. An den direkten und indirekten Folgen ihres übermäßigen Alkoholkonsums versterben pro Jahr 74.000 Menschen. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Alkohol belaufen sich auf 26,7 Milliarden Euro, davon sind allein 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.

Seite 17

Das sind deutliche Worte und Werte. Wenn wir rechnen, dass Bier 4.5% Alkohol enthält, kommt auf einen Liter Bier also 45 ml Alkohol. Jede/r Einwohner/in Deutschlands (Kinder und Antialkoholiker eingerechnet) trinkt pro Jahr also durchschnittlich 213 Liter Bier.

Etwa 20% der Erwachsenen sind nach eigenen Angaben "Nie-Trinker", 27% gehören zur Gruppe "Risikokonsum" (S. 19).

Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen

Das "Rauschtrinken" (Definition: "Konsum von mindestens fünf Gläsern Alkohol hintereinander") bei den 12- bis 17-Jährigen ist stark zurückgegangen:

Im Jahr 2011 betrieben 15,2 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Rauschtrinken; 2004 waren es dagegen 22,6 Prozent.

Seite 20

Zur soziologischen Schichtung siehe folgendes Diagramm (S.  20):

Diagramm: Rauschtrinken bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland 2012

Allerdings steigt die Zahl der Krankenhausbehandlungen aufgrund von Alkoholvergiftungen permanent:

Die größte Gruppe der Jugendlichen mit Alkoholvergiftungen sind immer noch die 15- bis 20-jährigen jungen Männer. Die Zahlen haben sich in dieser Altersgruppe in den letzten zwölf Jahren mehr als verdreifacht, von 4.726 Fällen im Jahr 2000 auf 14.239 Fälle im Jahr 2011.

Seite 20

Tabak

Mit etwa 110.000 Todesfällen pro Jahr stellt das Rauchen damit das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland dar. Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt vorzeitig an Lungenkrebs, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer anderen Atemwegserkrankung. Jeder zweite dieser vorzeitigen Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter ein.

Seite 26

Entsprechend hoch sind die Folgekosten. Staatliche Maßnahmen (Werbeverbote, Kampagnen, Rauchverbote etc.) sind überaus erfolgreich. Bei den Jugendlichen liegt Rauchen "nicht mehr im Trend" (S. 27):

Immer weniger junge Menschen in Deutschland rauchen. Die Repräsentativbefragungen der BZgA zeigen, dass sich der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen innerhalb von zehn Jahren mehr als halbiert hat. Er ist von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 11,7 Prozent im Jahr 2011 gesunken. Auch bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geht das Rauchen zurück. 2001 rauchten 44,5 Prozent und 2008 noch 43,1 Prozent der jungen Erwachsenen. Im Jahr 2011 taten dies noch 36,8 Prozent.
Beim Rauchverhalten zeigen sich keine Geschlechts-, aber deutliche Bildungs- und soziale Unterschiede (siehe Abbildung 10). So ist das Rauchen unter Hauptschülern mit 17,8 Prozent drei- bis viermal so weit verbreitet wie bei Gymnasiasten vergleichbaren Alters in der Sekundarstufe I (4,8 Prozent).

Seite 29

Cannabis

Auch gekifft wird weniger:

Der Anteil der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen, die in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis konsumiert haben, ist von 9,2 Prozent im Jahr 2001 auf 4,6 Prozent im Jahr 2011 gesunken. Bei den 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen haben sich die entsprechenden Werte dagegen im letzten Jahrzehnt nicht verändert (2001: 13,8 Prozent; 2011: 13,5 Prozent).

Seite 35

Hier zählt auch einmaliger Cannabiskonsum in den letzten 12 Monaten. Der regelmäßige Konsum liegt viel tiefer, "2009 haben etwa 0,6 Prozent der Erwachsenen in den vergangenen 30 Tagen vor der Befragung Cannabisprodukte konsumiert." (S. 35)

Computersucht (Computerspiele, Internet)

Die Kriterien für die Definition von Sucht oder Abhängigkeitsverhalten sind in diesem Bereich noch unklar, weshalb kaum belastbare Zahlen für die Gesamtpopulation vorliegen:

Beratungsstellen [beobachten] seit etwa zehn Jahren ein Phänomen, das „pathologischer Computer- oder Internetgebrauch“ genannt wird. Die Symptome sind mit denen anderer Abhängigkeitserkrankungen vergleichbar. Die Betroffenen verlieren die Kontrolle über ihr Nutzungsverhalten. Sie verbringen so viel Zeit am PC oder im Internet, dass dies erhebliche negative Konsequenzen für ihr berufliches und privates Leben sowie ihre Gesundheit hat. Den größten Anteil nimmt die Online-Computerspielabhängigkeit ein. Durch Belohnungssysteme oder die Einbindung der Teilnehmenden in Spielernetzwerke bergen diese Spiele ein hohes Suchtpotenzial. Obwohl die Suchtberatungsstellen in den letzten Jahren eine steigende Nachfrage bei der Behandlung dieser Störung verzeichnen, ist noch nicht abschließend geklärt, wann tatsächlich ein Abhängigkeitsverhalten vorliegt. Belegt ist, dass die reine Nutzungszeit kein belastbares Kriterium für einen pathologischen Internetgebrauch darstellt. Vielmehr spielen hierbei andere Faktoren eine Rolle, die in der Regel in der Person des Betroffenen liegen. Von einer Suchterkrankung kann man erst dann sprechen, wenn ein Kontrollverlust eingetreten ist und das Spielen derart exzessiv betrieben wird, dass andere Anforderungen des täglichen, sozialen und beruflichen Lebens völlig vernachlässigt werden.

Seite 47

Während unter den 14- bis 64-Jährigen 560.000 als wahrscheinlich internetabhängig eingestuft werden, sind es bei den 14- bis 24-Jährigen 250.000, bei den 14- bis 16-Jährigen 100.000. Die Zahlen der "problematischen" d.h. gefährdeten Nutzer/innen liegen höher, siehe folgende Tabelle (nach Angaben Seiten 45/46).

Alterwahrscheinlich
internetabhängig
wahrscheinlich
gefährdet
14-16100.000400.000
17-24150.0001.000.000
25-64310.0001.100.000

Möglicherweise erleben wir zurzeit einen Umschwung: Weg von den stoffgebundenen Süchten hin zu viel schwerer fassbaren, abstrakten Süchten wie bspw. Sucht nach permanenter Kommunikation oder nach Belohnungen in Computerspielen.

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Kommentare

3

Zum Artikel "Jugendliche konsumieren immer weniger Alkohol, Tabak und Cannabis".

  • #1

    Mister M.:

    Mit welchen Beweisen könnten Sie Ihre These, dass Schule dagegen nichts unternimmt, untersetzen?
    Üben Sie doch erstmal Ihre Kritik an den rücksichtslosen Konzernen und Medienunternehmen - an den eigentlichen Verursachern der Probleme und packen Sie das Übel an der Wurzel!
    Niemand wird einen Arzt verurteilen, der versucht, einen Alkoholkranken oder Fettleibigen zu heilen, und dessen Gesundheitstipps hartnäckig ignoriert werden.
    Und was sollte denn Schule, offensichtlich allein gestellt wie Sie es schildern - gegen eine See von Plagen - ganz konkret noch mehr tun?

     

    schrieb DosGardenias am

  • #2

    Ganz meiner Meinung! Auch hierbei ist das Erziehungsversagen der Schule und der Leerkräfte wieder eindeutig!

    Osteuropäische Banden überschwemmen Westeuropa mit künstlichen Drogen, rücksichtlose Konzerne beuten weltweit die Natur aus und vergiften die Umwelt, Medienunternehmen überfluten die Hirne der Zuschauer mit sinnlosem Zeug, Fast-Food-Ketten mästen ahnungslose Konsumenten mit Industriefraß., Terroristen verüben weltweit immer mehr Anschläge, Regierungen spionieren ihre Bürger und den Rest der Welt aus…. UND DIE SCHULE? TUT WIE IMMER NICHTS DAGEGEN!

    Wie gesagt: Ein Versagen der Schule und der verbeamteten Leerkräfte auf ganzer Linie. Nicht nur, dass die Kinder nicht einmal mehr richtig schreiben lernen…

    schrieb Mister M. am

  • #3

    was hier neben den ganzen “positiven” Meldungen vergessen wird, dass die harten Drogen ganz und gar nicht nachlassen, sondern Amphetamine wie Crystal Meth immer mehr auch von Kindern konsumiert werden! Darüber sollten wir uns Gedanken machen und nicht ob unsere Kinder Rauchen oder (in Maßen) Trinken…

    schrieb Timo am

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