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Lautstärke im Unterricht

Lärmpegel im Klassenzimmer meist deutlich zu hoch 02.02.2019, 07:21

Bauarbeiter macht Lärm
Bild: pixabay / stux [CC0 (Public Domain)]

In Klassenzimmern ist es permanent zu laut - so Lärmforscher P. Becker. Das stresst Schüler/innen und Lehrer/innen und führt zu Konzentrationsschwächen. Lehrer/innen sollten dem durch pädagogische Interventionen oder Tools wie Lärmampeln entgegenwirken.

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Originalbeitrag vom 16.01.2006, vollständige Aktualisierung/Überarbeitung 02.02.2019. Die zugrunde liegende Pressemitteilung des bvkj (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.) ist nicht mehr online (kaputter Link), siehe aber bspw. INQA - Lärm in Bildungsstätten (PDF), snusel24.de: Die kleine Akustikfibel (PDF, dort Folie 3) oder andere Pressemeldungen wie Lärm macht das Schülerleben schwer.

Im Klassenzimmer ist es laut.

Im Jahr 2005 nannte Lärmforscher Dr.-Ing. Peter Becker von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin diese Zahlen für die Lautstärkeentwicklung in Unterrichtsituationen:

  • In Stillarbeitsphasen werden im Klassenzimmer mindestens 50dB gemessen.
  • In typischen Unterrichtssituationen (Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit) werden 70-75dB gemessen.
  • In Extremsituationen kann der Lärmpegel 80dB übersteigen.

Wie fühlen sich 70-75db an?

75 Dezibel sind eine Menge Holz. Ein fahrender Pkw hat - aus einigen Metern Abstand wahrgenommen - etwa diese Lautstärke. Ein Staubsauger, der in Ihrem Arbeitszimmer saugt, hat etwas weniger. Stellen Sie sich also vor, Sie sitzen vier, fünf Stunden täglich an Ihrem Schreibtisch und direkt neben Ihnen läuft ein Staubsauger.
Verständlich, dass LehrerInnen die Lärmbelastung im Unterricht häufig an erster Stelle auf ihrer Negativliste nennen (die dadurch entstehende stimmliche Belastung kommt entsprechend dazu). 

Um zu verstehen, in welchem Ausmaß die Lärmbelastung Stress erzeugt, muss man wissen, dass Schall logarithmisch empfunden und gemessen wird. 10 dB weniger bedeuten eine Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke. Einige Beispiele (weitere bei Wikipedia - Schalldruckpegel):

10 Dezibel - Blätterrauschen (am Ohr)
40 Dezibel - Flüstern (am Ohr)
60 Dezibel - Fernseher Zimmerlautstärke (1m Abstand)
70 Dezibel - Staubsauger (im Zimmer)
80 Dezibel - Türknallen; PKW (5-10m Entfernung)
110 Dezibel - Rockkonzert
140 Dezibel - Gewehrschusss (1m Abstand)
150 Dezibel - Düsenflugzeug (30m Abstand)

Ab 85dB am Ohr können bei langfristiger Einwirkung Gehörschäden auftreten (sic), ab 120dB können Gehörschäden schon bei kurzfristiger Einwirkung am Ohr auftreten. Ab 150dB drohen sofortige Gehörschäden.

Lösungsmöglichkeiten

Pädagogische Intervention

In Phasen, in denen die Schüler/innen diskutieren (bspw. Gruppenarbeitsphasen), lässt sich schwerlich Stille einfordern. Doch in Plenumsphasen kann man dafür sorgen, dass die Lärmverursachung auf ein Minimum beschränkt wird. Das betrifft unterrichtsfremde Aktionen wie Hineinrufen, Privatgespräche unter Schüler/innen und Manipulationen am Mobiliar (Stühleknallen nach Ende des Kippelvorgangs, Tischerücken).

Am besten konzentrieren Sie sich darauf, solche Verhaltensweisen einzeln auszutreiben. Alles auf einmal …

»Ich möchte, dass ihr euch nicht mehr unterhaltet, dass ihr aufhört zu kippeln und wer reinruft, bekommt ab sofort eine Strafarbeit.«

… ist zu viel. Nehmen Sie bspw. das Problem mit dem Mobiliar in den Fokus. Erklären Sie den Schüler/innen das Problem und treffen Sie eine entsprechende Vereinbarung.

Tipps für effektives pädagogisches Handeln finden Sie z.B. hier:

Lärmampel

Ein Gerät, das je nach Lautstärke grünes, gelbes oder rotes Licht zeigt.

Lärmampeln dienen nicht nur dazu, den Schüler/innen zu signalisieren, wann sie die Lautstärke abdrehen müssen, sondern sollten in erster Linie zur Etablierung eines Belohnungssystems verwendet werden. Wenn bspw. eine ganze Stunde kein rot zu sehen ist, erhält die Klasse eine Belohnung.

Klassische Lärmampel

Verbreitet sind Standalone-Geräte in der Form einer Ampel, eine Lärmampel eben:

Lärmampel
Bild: Wikimedia Commons - Lärmampel (CC0)

Bei Erstveröffentlichung dieses Beitrags (2006) kostete eine Lärmampel noch zwischen 300 und 400 Euro zzgl. MwSt., heute sind Lärmarmpeln ab 70 Euro zu haben. Suchen Sie über eine Internet-Suchmaschine "Lärmampel". Eine Preisübersicht findet sich bei einer Google-Shopping-Suche 'Lärmampel'.

Vorteil gegenüber der App: Eine "echte" Lärmampel ist mit etwa 50cm Höhe doppelt so groß wie ein Tablet und wird deshalb wesentlich besser aus den Augenwinkeln oder auch während konzentrierter Arbeitsphasen wahrgenommen. Als fest im Klassenzimmer aufgestelltes Gerät bildet sie Teil des pädagogischen Inventars, während ein Tablet nur sporadisch auftaucht und dadurch weniger onthologische Konstanz vermittelt.

Nachteilig ist ganz klar der Preis und die Sperrigkeit des Geräts, das einen eigenen Stromanschluss/Verkabelung braucht und irgendwo einen sicheren Platz finden muss.

Lärmampel als App

Lärmampeln gibt es auch als App für iOS/Apple und Android, aktuell (02/2019) ist die Merlin-Lärmampel-App wohl das konkurrenzlose Produkt (um 4 Euro).

Lärmampel-App Merlin - Oberfläche, Einstellungsmöglichkeiten
Bild: my-merlin.com (Großbild)

Vorteil gegenüber den meisten klassischen Geräten sind die zahlreichen sinnvollen Einstellungsmöglichkeiten. So kann die Dauer der Ruhephase eingestellt werden (nach wie vielen Minuten Ruhe erhält die Klasse einen Bonus = grüner Balken wird größer) oder es wird eine E-Mail verschickt bei zu viel Lärm, wenn die Klasse ohne Aufsicht ist. Nachteil der Lärmampel-Apps ist ihre Größe. Auf dem Smartphone können Sie das vergessen, mit einem gut sichtbar aufgestellten Tablet jedoch haben viele Lehrer/innen gute Erfahrungen gemacht, sieh z.B. die Kommentare im Google-Play-Store, wie z.B.

Allein die Ankündigung, ich hätte die Lärmampel APP installiert, hat für Ruhe und eine prima Unterrichtsatmosphäre gesorgt. Konnte den Fake nicht länger aufrechterhalten, daher ist Merlin jetzt tatsächlich in Benutzung. ... und es wirkt. Noch drei Doppelstunden und ich muß der Bande eine Runde Muffins ausgeben.

 

Weiche Filzlatschen für SchülerInnen

Auch marginale Bereiche können als Stellschrauben benutzt werden - bspw. der Lärm der Füße auf dem Schulhausboden:

“Einen anderen Weg gehe eine Schule in den Niederlanden. Dort würden die Schüler beim Betreten des Schulgebäudes Hausschuhe anziehen. Auch dieses Ritual habe lärmmindernde Wirkung.

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Kommentare

39

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  • #1

    Auf meinem Tablet läuft Windows 10. Gibt es dafür auch eine App und wenn ja, warum nicht?

    schrieb Das DeuLe am

  • #2

    Ob eine Lärmampel sinnvoll ist, oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Wer jedoch eine völlig kostenlose und gut sichtbare “Lärmampel” haben möchte, dem empfehle ich https://www.classroomscreen.com/
    Voraussetzung ist ein Beamer und ein IT Gerät (PC, Tablet etc.) mit Internetzugang und Microphon.

    schrieb Herr S. am

  • #3

    Die Lärmampel finde ich lächerlich. Ich soll meine subjektive Befindlichkeit an ein Gerät bzw. eine App delegieren?

    Es geht ja schon damit los, dass man nicht immer gleich “gut drauf” und lärmresistent ist. Und deshalb können an unterschiedlichen Tagen (natürlich in vernünftigem Rahmen) schon mal unterschiedliche Maßstäbe gelten. Und dann sage ich halt VOR Beginn des Unterrichts: “Sorry, but today I’m in a really bad mood, because ...”.

    Und zweitens hängt der Lärmpegel (wie geschrieben) stark von der jeweiligen Situation ab. Bei meiner Art des mündlichen Ausfragens (http://www.jochenlueders.de/?p=941) will ich, dass ALLE SuS miteinander sprechen, also ist es entsprechend laut(er). Da müsste ich ja jedes Mal das Gerät/die App anders einstellen bzw. ein anderes “Profil” wählen. Ist/wäre mir zu blöd.

    schrieb Jochen Lüders am

  • #4

    Wer so eine Ampel abgeben möchte, darf sich gerne bei mir melden.
    LG
    MH
    info@...... Mailadresse von der Redaktion entfernt

    Ich würde sie dann im ehrenamtlichen Bereich für Vorstandsarbeit nutzen wollen, denn auch erwachsene können laut sein.

    schrieb MH am

  • #5

    Ich habe von einer Maßnahmen gehört welche sogar von der Körber-Stiftung ausgezeichnet wurde.
    Es nennt sich das “KlasseKinderSpiel” und nutzt die Gruppendynamik einer Klasse in dem es den Ehrgeiz der Kinder weckt Regeln einzuhalten.
    Für das Spiel wird die Klasse in Gruppen aufgeteilt. Dann werden drei bis vier Spielregeln festgelegt wie “Ich rufe nicht dazwischen” oder “Ich bleibe an meinem Platz sitzen”.
    Bricht ein Kind die Regeln, wird es nicht ermahnt, sondern seine Gruppe bekommt ein Foul. Die Gruppe mit den wenigsten Fouls hat am Ende gewonnen und erhält eine Belohnung….

    schrieb Georg H. Knickmann am

  • #6

    Hi!
    Ja, es ist wie mit allen Werkzeugen:

    a) Es müssen die Richtigen sein. Richtig für die Situation, das Fach, aber auch die Lehrperson.
    b) Man muss sie richtig einsetzen.

    Ich habe vor diese hauptsächlich im Kunstunterricht oder bei Gruppenarbeiten einzusetzen, da wir hier ein besonderes Problem haben: In der Regel darf unter den Schülern geredet werden. Nur ufert dieses leider oft aus.

    Nicht jedoch, weil die Schüler keine Disziplin zeigen, sondern oft einfach, weil sie schlecht einschätzen können, wann sie wirklich zu laut geworden sind. Vor allem da es sich hier ja dann in der Regel um kollektiven Lärm handelt und nicht um die Disziplin eines Einzelnen.

    Die Notwendigkeit diese Ampel dauerhaft einzusetzen sehe ich auch nicht - kann sie mir im normalen Englischunterricht auch nicht vorstellen: Dort müssen sicherlich normale Disziplinarmaßnahmen wie “Low-Profile-Ansatz” nach Borich oder effiziente Klassenführung nach Kounin greifen.
    Aber für vereinzelte Projekte, zur Sensibilisierung von Problemklassen und im von mir erwähnten Sonderfall - dem Kunstunterricht glaube ich diese als Werkzeug nutzen zu können.
    Und da ich gedenke, mir ein entsprechendes Instrument für nur ca. 15 Euro zu bauen, ist es den Versuch alle mal wert.

    Bei Andreas Helmke schon nachzulesen: Für jeden Lehrer greifen unterschiedliche Maßnahmen und Lehr-Lern-Szenarien, abhängig von Interesse, Talenten und Pädagogischer Orientierung. Daher würde ich bitten, hier positive wie negative Erfahrungen ein wenig ausführlicher und situationsbezogener zu erläutern.

    schrieb Wicked Wirtz am

  • #7

    Unsere eingesetzte Ampel wurde längst wieder abgebaut.
    Ich bin der Meinung, eine Lehrkraft sollte es selbst hinbekommen, für Ruhe zu sorgen.
    Spielereien dieser Art lenken nur ab. Wir haben es ausgetestet, aus unserer Sicht netter Spass, bringt aber nix. Das mag natürlich an anderen Schulen und supertollen Lehrern viiiel besser klappen, wir für uns => Stecker raus!

    schrieb Michael am

  • #8

    Hi!

    Habe auch nach einem Gerät gesucht, dass der Lärmampel ähnlich ist.
    Meine Idee: Wer etwas handwerkliches Geschick hat - oder jemanden kennt, der ein paar Stromkabel anschließen kann, ist in der Lage sich ein ähnliches Gerät für ca. 20 Euro zu bauen:

    - Ein Klatschschalter mit einstellbarer Empfindlichkeit bis 90 db.
    - Eine rote Glühlampe

    Damit kann man zumindest den roten Bereich anzeigen.
    Will man aber unbedingt mehrere Lampen, kann man natürlich auch drei dieser Geräte in einem Gehäuse unterbringen, wobei sich als Aufbau aber keine “Ampel” empfiehlt (da die Sensoren nicht untereinander verbunden werden können, und so bei überlappungen auch mal 2 oder keine brennen kann…).
    Bei mehreren Lampen ist eine Anordnung in Form eines Equilizers sinnvoll. Also: Grün brennt immer, Gelb kommt dazu: Bei richtig lautem Lärm, brennen alle!

    Einen passenden Klatschchalter gibts z.B. bei Conrad Elektronik…

    schrieb Wicked Wirtz am

  • #9

    In einem Lehrerforum sollte man auch keine Schleichwerbung betreiben.

    schrieb Ardold am

  • #10

    Lieber Herr Lauterbach!
    Ich kann mir vorstellen, das der Preis, der von Ihnen abgeratenen Lärmampel, schmerzlich ist.

    Es gibt 3 verschiedene in China produzierte Geräte. Welches meinen Sie? Es gibt 4 in Deutschland produzierte Geräte. Warum finden die anderen 2 keine Erwähnung, obwohl eines sogar mit Datenlogger ausgestattet ist? Auf der IT-Seite http://www.paedboutique.de gibt es ab 2009 sogar ein Gerät mit Verzögerungselement und regelbarem Signalton, ohne Preisaufschlag! Dieses Gerät wurde in der Leistung und in der Qualität massiv verbessert und entspricht allen gesetzlichen Bestimmungen. Für wen oder was sollen die Schulen also, nach Ihrer Meinung nach, den Etat zusätzlich belasten? Die mind. Garantiezeit ist in DE vorgeschrieben - 2 Jahre. Selbst auf einen elek. Wecker von Aldi.

    Mit dem 14tägigen Rückgaberecht kann jede Lehrkraft kostenlos die Geräte testen!

    Ich hoffe, Sie gehen zu Fuß. Denn ein in Deutschland komplett hergestelltes Auto gibt es nicht. Und wo kommen die Platinen für die deutschen Ampeln oder PCs her?

    In einem Lehrerforum sollte man LehrerInnen nicht verunsichern.

    MfG

    schrieb BW am

  • #11

    Hallo, der Beitrag von Herrn Lauterbach zeigt eine gefährliche Unwissenheit. Alle Lärmampeln benötigen Strom - Geräte mit Batterien gibt es leider nicht. Bei Geräten mit einem Steckernetzteil außerhalb der Ampel führt die Zuleitung zum Gerät völlig ungefährliche 12 Volt. Das Gerät ohne Steckernetzteil braucht auch eine stromführende Leitung von der Steckdose zum Gerät - die hat dann
    220 Volt. Auch das Gerät der Firma orgDelta hat deshalb ein Steckernetzteil außerhalb der Ampel. Übrigens: die Nutzung von Verlängerungskabeln oder Mehrfachsteckdosen ist im Klassenraum oder in der KITA nicht zulässig.

    schrieb Bernd Richter am

  • #12

    Gibts dann im Osten auch wieder lustigere Ampelmännchen? :-)

    schrieb Ampelkoalition am

  • #13

    Hallo,
    eine Lärmampel in Grundschulen und KITA´s einzusetzen, halte ich für pädagogisch sehr sinnvoll, wie ja auch die meisten Vorredner bestätigten. Man sollte jedoch nicht der üblichen “Geiz ist Geil-Methode” verfallen und das “billigste” Modell dieser Lärmampeln anschaffen. Bei dem schon mehrfach genannten günstigen Modell handelt es sich um ein chinesisches Produkt, bei dem sich das Netzteil außerhalb des Gerätes befindet. Solche Geräte stellen vor allem in, von Lehrkräften, unbeobachteten Momenten eine Gefahr dar. Es sollte bei allen Sparmaßnahmen auch an die Sicherheit gedacht werden. Sinnvoll ist daher die Anschaffung der Lärmampeln der Firmen Org-Delta oder von der Firma Easyplay (http://www.laermampel.de), die für den robusten Schuleinsatz bestens geeignet sind.

    schrieb Rainer Lauterbach am

  • #14

    Hallo,
    die Lautstärke-Ampel funktioniert auch in der KITA, wenn die Erzieherin dies oft mit den Kindern bespricht. Auf jeden Fall sollte in der KITA die
    Ampel mit Fernbedienung gewählt werden, weil nur bei diesem Gerät der Signalton bei ROT auch in der Lautstärke regulierbar ist. Die kostet inzwischen auch nur 90 Euro.
    Bernd Richter

    schrieb Bernd Richter am

  • #15

    Ich weiß, dass das eine Seite für Lehrer ist, aber ich wollte mal wissen, ob ihr denkt, dass das auch im Kindergarten funktioniert. Bin nämlich angehende Erzieherin und gerade in einem Projekt für die Schule in dem es auch um die Lautstärke in der Gruppe geht…

    LG VYC

    schrieb VYC am

  • #16

    also ich halte die Lärm-Ampel zumindest für Grundschulen als gute Methode den Geräuschpegel zu reduzieren so können die Kinder spielerich ihre LAutstärke reduzeren natürlich gehört auch etwas auufklärung dazu das zB.die Konzentrationsfähigkeit bei Lärm nachlässt (kann man ja leicht beweisen denk ich.
    und die Schüler vom Unterricht zu entfernen sollte wirklich nur als letzte instanz geschehen
    ob es in der 7,8 oder 9 klasse noch sinn macht wage ich zu bezweifeln

    schrieb Andy4u am

  • #17

    Lieber Ampel-Richter, ich hoffe, dieses Buch gibt es auch auf Ihrer eigenen Internet-Shop-Seite, auf die Sie ständig so begeistert hinweisen.
    Es zählt die Praxis, keine zwei Klassen dieser Welt sind gleich, daher muss für jede Klassenstruktur der passende Stil gefunden werden.
    Staubtrockene Theorie-Bücher helfen da wohl ebenso wenig wie bunte Lämpchen neben der Tafel!

    schrieb kummerkasten am

  • #18

    Unsachlichkeit interessiert mich nicht. Natürlich kann kein Gerät die Pädagogik ersetzten und natürlich muss man immer Regeln vereinbaren. Ich empfehle immer die Lektüre des Buches “Gruppenentwicklung im Klassenraum und anderswo” von Gene Stanford. Es ist bei Hahner erschienen und für jede Lehrkraft ein Gewinn.
    Bernd Richter
    Schulpsychologe i.R.

    schrieb Bernd Richter am

  • #19

    Lieber Ampel-Richter,
    es ist doch immer wieder bedauerlich, wie Leute Tatsachen beurteilen, von denen sie ganz offensichtlich keine Ahnung haben.

    Wenn unser Richterlein eine Ampel braucht, um für Ruhe zu sorgen, wenn er mit 2-3 Schülern spricht, dann soll er sie benutzen.

    Es ist bedauerlich, dass sogar häufig aus Reihen der Schüler der Wunsch nach ruhigerem Arbeiten kommt.

    Lernpsychologie hin oder her - es ist (und das mag neu sein für unser Richterlein, der ganz offensichtlich keinen randvollen Stundenplan vor jeweils ca. 30 Schülern hat) die Pflicht der Lehrkraft, für Ruhe und Konzentration zu sorgen.

    Wenn ein Schüler den Zusammenhang zwischen Ruhe und Konzentration auch nach mehreren Schuljahren nicht verstanden hat, kann er sich bei Ampel-Richter die richtigen Bilder und Erklärungen erhalten.

    Es ist nach wie vor bedauerlich, dass sich immer wieder Außenstehende und Unwissende hier mit herablassenden Meinungen (die am Thema vorbei gehen) profilieren müssen…

    Abschließend zwei Regeln, die übrigens unsere Schulsprecher mit allen Klassensprechern entwickelt haben.
    1, Es ist das Recht aller Schüler, in Ruhe zu lernen.
    2, Es ist das Recht aller Lehrer, in Ruhe zu unterrichten.

    Alle Schüler habe diese Regeln unterschrieben und wohl auch verstanden.
    Und jetzt festhalten, Ampel-Richter: Eine Ampel oder einen Schulpsychologen haben wir dazu nicht gebraucht…

    (Ganz offenbar waren vor der Erfindung der Ampel alle Lehrer nur unfähige Narren, so lese ich das aus den Worten unseres Ampel-Richters zumindest raus, aber vielleicht lerne ich das noch…)

    schrieb kummerkasten am

  • #20

    kummerkasten meinte:
    “Sorry, halbwegs begabte Lehrer sollte auch ohne Ampelchen für Ruhe und Konzentration sorgen können.” Kummerkasten hat die Wirkung der Anmpel
    noch nicht verstanden. Wenn es im Klassenraum zu laut wird, schimpft auch der “halbwegs begabte” Lehrer. Oder er zischt oder er benutzt ein Xylofon. Egal was sie/ er benutzt - es ist lern-
    psychologisch immer eine Bestrafung unerwünschten Verhaltens mit geringer Nachhaltigkeit.

    Die Ampel belohnt mit GRÜN erwünschtes Verhalten. Das ist nachhaltiger wirksam.

    Zur Be-/Verurteilung päd-psychol. Geräte oder Maßnahmen reicht es nicht aus, einfach trallala zu pappeln. Naja - vielleicht lernst du das noch.

    Bernd Richter
    Diplom-Psychologe
    Schulpsychologe i.sog. R.

    schrieb Bernd Richter am

  • #21

    Ich verstehe nicht ganz - ist es nicht schlicht Aufgabe der Lehrer, für Ruhe zu sorgen?

    Beispiel: Klassenbucheintrag einer Junglehrerin neulich in meiner Klasse: Es ist sehr unruhig.

    Sorry, halbwegs begabte Lehrer sollte auch ohne Ampelchen für Ruhe und Konzentration sorgen können.

    Wir hatten so eine Ampel mal: Folge - die Kids wollten ausprobieren, wann es endlich rot wird. Das Teil wurde abgeschaltet, nachdem es irgendwann nur noch ablenkte.

    schrieb kummerkasten am

  • #22

    Ab einem Lärmpegel über 55 dbA steigend, nimmt deine geistige Leistungsfähigkeit ab. Je lauter der Lärm innerhalb der Klasse, desto weniger kannst du aufnehmen, da das Gehirn sehr viel Leistung benötigt, den Lärm wegzufiltern.

    Du kannst durch Gewalt ein Gerät zerstören, du kannst durch Lärm deinen MitschülerInnen die Zukunft verbauen, doch eines kannst du nicht: Eine Ausbildung und Arbeit finden, mit der du dir deine Träume und Wünsche erfüllen kannst.

    Buch-Tipp: “Die Lärmspirale”
    Schlage das Thema doch als Unterrichtseinheit vor. Du wärst erstaunt, was es alles “zu-hören” gibt, wenn man “hin-hört”; “aufwieder-hören”

    schrieb Birgit am

  • #23

    Wir kriegen bald so eine Lärmampel und die Klasse hat jetzt schon beschlossen die möglichst bald kaputt zu machen bzw. zu gucken wie lange wir sie auf rot halten können… Ich find die Idee mit der Lärmampel absolut schwachsinnig, ok, bei Grundschulklassen geht das ja noch aber wir sind eine 9(!) und da wird wohl keiner mehr so drauf reagieren… Das lohnt sich überhaupt nicht, es ist viel zu teuer und bringt eh nichts!

    schrieb schülerin am

  • #24

    ig.

    Einige Schüler sagen die Ampel bringt es nicht und beeindruckt sie überhaupt nicht und Lehrer regen sich darüber auf und behaupten das Gegenteil.

    Das ist ja wie in der Schule.

    ;-)

    schrieb Chinanski am

  • #25

    Also wir hatten so eine Ampel schon einmal, hat überhaupt nichts gebracht, außer viel Spott xD Es war doch ziemlich lustig^^

    schrieb Ö.ö am

  • #26

    wir haben mehrere solcher ampeln für den kunstunterricht der unterstufe bekommen. in der letzten stunde wurde sie nicht ausgeschaltet und sogar wir oberstufler haben darauf reagiert. wie schnell sich so ein effekt abnutzt ist schwer zu sagen, aber ich finde die ampel für grundschule und unterstufe eine geeignete lösung, um den lärmpegel zu senken

    schrieb schülerin am

  • #27

    Die Annahme, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr ernst genommen werden, wenn sie eine Lärmampel einsetzen, ist falsch. Jeder Ampel liegt ein Rückmeldebogen bei. Die Lehrkräfte vermelden alle eine deutliche Entlastung. Es macht den Schülern Spaß, sich so zu verhalten, dass die Ampel eben nicht auf GELB und schon gar nicht auf ROT springt. In einem großen Schulzentrum bei mir um die Ecke wurden täglich
    90 Schülerinnen und Schüler “raus geschmissen” -
    genauer zur Schul-Sozialpädagogin geschickt. In einem Jahr ermittelten wir, dass fast keiner
    dieser Schüler einen Abschluss erhielt - sie hatten einfach zu viel Unterricht versäumt. Was in der heutigen Zeit beruflich aus Schülern ohne Abschluss wird, macht sich der offenbar junge Schreiber wohl nicht klar. Viel mehr helfen würde es, wenn die Klassen viel kleiner wären und jeder Lehrer durch eine Vertretungs-Lehrkraft ersetzt würde, wenn eine Krankheit vorliegt.

    Bernd Richter
    Schulpsychologe i.R.

    schrieb Bernd Richter am

  • #28

    Auch ich muss sagen, das mir diese Ampel doch ziemlich albern vorkommt, und das diese wahrscheinlich nur hervorruft, das der/die LehrerIn überhaupt nicht mehr ernst genommen wird. Aus eingener Erfahrung muss ich sagen, das es immernoch am nützlichsten ist dauerhaft laute SchülerInnen “raus zu schmeißen”. Das erwähnte “leiser sprechen” praktizieren unsere Lehrer auch, funktioniert ;-) Ansonsten einfach mal hart durchgreifen! Wollen SchülerInnen trotz der angekündigten Strafarbeit nich still sein, lassen Sie sie einfach eine längere Textpassage auswendig lernen, etc. Wir hassen sowas einfach! :sick: Nur um ihr Gedächtniss ein bisschen aufzufrischen ;-)

    schrieb weiterer Schüler am

  • #29

    Bei der Firma PädBoutique gibt es jetzt auch eine Lautstärke-Ampel mit Smileys und mit Fernbedienung. Die Einstellung der Empfindlichkeit
    erfolgt nicht mehr in Dezibel, sondern in Lautstärke-Einheiten. Die Preise wurden nochmals
    gesenkt.

    schrieb Bernd Richter am

  • #30

    ;-) Nicht weitersagen, aber Bernd hat die Ironie nicht bemerkt. Lustitsch, lustitsch, auch ohne Spaßbad.

    schrieb johann am

  • #31

    Das wäre genau der falsche Weg ! Wir wollen Kinder nicht bestrafen, schon gar nicht mit Schmerz zufügen. Die Lärmampel gibt den Kindern Verhaltenshinweise, sie fassen es als Sport auf, im grünen Bereich zu bleiben. Damit wird erwünschtes Verhalten durch Erfolgserlebnisse belohnt. Man kann das noch toppen: für jede Stunde, in der die Ampel nicht auf ROT gegangen ist, gibt es 1 Punkt. Die Punkte können für etwas eingetauscht werden, was vorher vereinbart wurde - z.B. ein Besuch im Spaßbad. Beispiele für einen sinnvollen Einsatz findest du bei http://www.paedboutique.de

    schrieb Bernd Richter am

  • #32

    In England macht man überraschende Erfahrungen mit Moskito-Piepsern, mit denen man öffentliche Plätze von Jugendlichen frei hält. Diese Lautsprecher beschallen den Platz im obersten Frequenzbereich. Jugendliche Gehöre nehmen diese Töne als unangenehmen Schmerz wahr (vgl. Fingernagel auf Tafel), erwachsene Ohren können den Krach nicht mehr hören. Kombiniert mit der Ampel könneten die Schüler ihren Lärmpegel nun selbst regeln, ohne dass die Lehrperson selbst sanktionierend eingreifen müsste.

    schrieb Big Brother am

  • #33

    In der Tat ist die Lärmampel von orgDelta recht gut - aber auch sehr teuer. In der Firma PädBoutique gibt es ein gutes und günstiges
    Gerät mit dem Namen Lautstärke-Ampel für 89 Euro.

    schrieb Bernd Richter am

  • #34

    Sehr geehrte PädagogInnen,

    eine Vergleichs-Information zu versch. Lärmampeln erhalten Sie bei dem Schulfachhandel PädBoutique-Verlag unter http://www.paedboutique.de (Informtionen)

    Dort können Sie auch die Lautstärken-Ampel mit allen wichtigen Funktionen, wie gezielte Einstellung der db(A) von 50-110, Dauerlicht, Signalton incl. extra Aufhängung für 89,00 Euro incl. Mwst erhalten. Die Lautstärken-Ampel hat sich auch in großen Räumlichkeiten bewährt.

    Mit freundlichem Gruß
    Birgit Wollert

    schrieb Birgit Wollert am

  • #35

    Die Lärm-Ampel ist wirklich Klasse, es geht aber noch günstiger. Bei Betzold gibt es sie schon für 76,70. Kommen aber noch Mehrwertsteuer und 4 Euro Porto drau. Deutlich billiger als das andere Model ist das aber allemal!

    Zu finden unter http://www.betzold.de/index.php/betzold/betzold/betzold_de/grundschule/allgemeines/konzentration/laerm_ampel

    Falls der ling nicht geht einfach unter betzold.de nach Lärm suchen.

    schrieb Bernd Kemmer am

  • #36

    Na klar ist es den meisten egal, obwohl sie sich wohler fühlen würden, wenn des ruhiger wäre (unterstelle ich mal).

    Ich glaube auch, dass man mit einer Billigversion der Lärmampel einen guten Reibach machen könnte. Techniklehrer vor :-)

    schrieb schappo am

  • #37

    Ich unterrichte seit November in verschiedenen Klassen mit etwa 30 Schülern. Meiner Meinung nach ist es mit dem Verständnis der Schüler für eine angenehme Lernatmosphäre nicht so einfach wie viele vielleicht glauben mögen. Den meisten Schülern ist es einfach egal und sie nehmen auch zusätzliche Hausaufgaben in kauf. Optische Signale als Vorbote für Extraaufgaben helfen allerdings manchmal ganz gut und insofern stelle ich mir die Ampel hilfreich vor, vor allem auch deswegen, weil sie unabhängig vom Lehrer ist, d.h. nicht nörgelig oder überempfindlich sein kann.
    Schade nur, dass der Preis so extrem hoch ist und das für ein Gerät, das doch eigentlich recht günstig in der Herstellung sein müsste

    schrieb Referendarin am

  • #38

    es sollte ja wohl verständlich sein dass so etwas keine lösung ist,meiner meinung nach auch nicht für grundschüler,denn was man von klein auf lernt setzt sich wohl eher durch.
    Man muss einfach das verständnis (ja auch vorhanden) der schüler wecken (nicht durch moralpredigten),indem man ihnen klarmacht worin die vorteile eines guten arbeitsklimas liegen und dass so auch nachmittags einige zeit für die schüler bleibt wenn sie den stoff schon vormittags verstehen und nachmittags nur kurz wiederholen müssen. Desweiteren sollte man nicht lauter sondern ausprobieren was passiert wenn man leiser wird was die schüler dann machen.Ich denke jedenfalls ,dass eine Lärmampel nicht sinnvoll ist und man überlegen sollte wie man mit der jeweiligen klasse (eigenverantwortung sympathie alter miteinbezogen) in solchen situationen umgehen sollte.

    schrieb schüler am

  • #39

    Ich hatte eine solche Lärmampel einmal leihweise in Betrieb (zwei Schultage lang), und das hat sich wirklich bewährt. Wenn man die Regeln vohrer klar abmacht, weisen sich auch die Schüler gegenseitig darauf hin: “Schau mal, es ist zu laut.”

    Ich kann allerdings nicht beurteilen, wie es sich mit dem Abnutzungseffekt verhält. Ich könnte mir vorstellen, dass nach einiger Zeit (=wenigen Wochen) niemand mehr auf die Ampel achtet. Andererseits kann der Lehrer/die Lehrerin dann einfach still auf die Ampel zeigen und muss sich keinen abzappeln, bis wieder Ruhe ist.

    Hat jemand Erfahrungen mit dem dauerhaften Einsatz einer Lärmampel?

    schrieb Bernhard Seiler am

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