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Ein rascher Notenschlüssel…

*ohne Gewähr


Grundschullehrerin

Schülerbezogene Daten besser nicht zuhause aufbewahren 08.12.2006, 13:49

Altpapiertonnen
Bild: pixabay [CC0 (Public Domain)]

Eine Grundschullehrerin nahm Beobachtungsbögen mit personenbezogenen Daten mit nach Hause. Diese Bögen landeten über den Umweg Hausmüll in der Gosse - und die Lehrerin hat jetzt bösen Stress.

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  • (geändert: )

Die Lehrerin hat die Beobachtungsbögen zuhause in den Müll geworfen, von dort gelangten sie irgendwie an den Straßenrand und wurden von PassantInnen gefunden. Der Fall interessiert uns alle, weil wir natürlich stets tonnenweise personenbezogenes Material zuhause lagern (Klausuren, Kommentare, Elternbriefe ...).

Sehr peinlich ist die Geschichte für die betroffene Grundschullehrerin, die das Material nicht “sachgerecht” entsorgt hat. Denn die Schulleitung reagiert ausgesprochen verkrampft und gibt - wohl nicht ganz zu Unrecht - die Schuld der besagten Kollegin, schließlich sei sie bei Dienstantritt auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen worden (main-spitze.de 10.11.2006:  Daten in Müll geworfen statt vernichtet).

Klaus Feine-Koch, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts für den Main-Taunus-Kreis und den Landkreis Groß-Gerau, forderte die Schulleitung umgehend zu disziplinarrechtlichen Schritten auf (die auch erfolgt sind: Rüge + Eintrag in die Personalakte, womit die Kollegin wohl noch ganz gut fährt). Er hat außerdem darauf hingewiesen, dass es zwar

bei den Aufzeichnungen über die Beobachtung keine dienstliche Vorschrift über die Aufbewahrungsart oder eine Frist, wie lange die Notizen aufzuheben sind, [gebe ...]. Allerdings stellt der stellvertretende Amtsleiter klar: “Derartiges Material gehört in die Schule und nicht nach Hause.”

main-spitze.de 10.11.2006:  Daten in Müll geworfen statt vernichtet

Nun ist natürlich absolut klar, dass die Kollegin sich fehlverhalten hat. Doch Hand aufs Herz: Wer von Ihnen hat noch nie Papier, auf dem Schülernamen vermerkt waren, in den Hausmüll geworfen? Als Lehrer/in produziert man unglaublich viel personenbezogene Daten auf Papier; diese Inflation führt fast zwangsläufig zu nachlässigem Umgang. Ein schönes Beispiel, wer das Problem "kein Arbeitsplatz in der Schule" abkriegt: die ganz unten nämlich.

Wir ziehen zwei Lehren aus der Geschichte.

1. Mit personenbezogenen Daten ist nicht zu spaßen. Vorsicht und Selbstdisziplin sind angesagt.
2. Deutschaufsätze sollte man nach dem erfreulichen Korrekturvorgang sofort verbrennen. Oder vielleicht sogar schon davor.

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Kommentare

2

Zum Artikel "Schülerbezogene Daten besser nicht zuhause aufbewahren".

  • #1

    Dass dies ein sehr peinlicher Fehler ist, sollte allen Beteiligten klar sein.
    Jedoch ist zu bemerken, dass in JEDER halbwegs vernünftigen Firma eine Arbeitsplatz (Schreibtisch, Telefon, aktueller PC, Aktenvernichter usw) gestellt wird.
    Wie sieht es hierbei in der Schule aus?

    Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht.
    Ich denke das passiert der Kollegin nicht nochmal.

    schrieb StR am

  • #2

    “1. Mit einem anständigen Arbeitsplatz in der Schule wäre doch alles gelöst.”

    Sicher nicht… ich habe als Schüler (nicht lange her) schon Notenlisten im Papiermüll der Schule entdeckt. Unverantwortlich bleibt unverantwortlich, egal ob daheim oder bei der Arbeit.

    Ist es wirklich so schwer einen Aktenvernichter für 20€ bei Aldi zu kaufen?

    “2. Deutschaufsätze sollte man nach dem erfreulichen Korrekturvorgang sofort verbrennen.”
    siehe oben. Täter und Opfer sollten durch Sarkasmus nicht einfach verdreht werden - auch wenn ein Portal natürlich pro Lehrer argumentiert: Objektivität gehört immernoch dazu.

    schrieb Andreas am

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