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Österreich

87% der Schüler/innen halten Lehrstoff in der Schule für sinnlos 10.02.2013, 17:09

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Bild: bsv.at

Ein vernichtendes Urteil geben Schüler/innen in einer Umfrage der Bundesschülervertretung Österreich ab. Allerdings waren die Fragen der Umfrage auch nicht gut formuliert.

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  • (geändert: )

Diese Umfrage wurde von der BSV (Bundesschülervertretung Österreich) unter 4.500 Oberstufenschüler/innen durchgeführt. Die Homepage der BSV ist leider nicht so aktuell, deshalb die Ergebnisse zitiert aus dem Standard:

87 Prozent der Schüler halten den ihnen in der Schule vermittelten Lehrstoff nicht für sinnvoll. [...] 50 Prozent der Schüler fühlen sich durch ihren Schulalltag demotiviert [...]

Weit verbreitet ist nach wie vor das "Bulimie-Lernen": [...] So gaben etwa 63 Prozent der Schüler an, das Gelernte kurz nach der Prüfung nicht mehr zu wissen.

derStandard.at 05.02.2013: 87 Prozent der Schüler finden Lehrstoff nicht sinnvoll

Allerdings müssen diese Zahlen relativiert werden: Bei vielen Oberstufenschüler/innen gehört Bocklosigkeit oder vordergründige Ablehnung des Schullernstoffes irgendwie zum Image. Weiterhin sind die Fragen auch nicht besonders gut formuliert: Auf "Weißt du bei manchem Lehrstoff schon, dass du ihn später nie brauchen wirst?" - "ja", "nein", "weiß nicht" wird man selbst bei gutem, lebensweltbezogenen Unterricht ein "Ja" antworten müssen. Eigentlich muss man sich sogar wundern, dass auf diese Frage noch 13% mit "Nein" oder "Weiß nicht" geantwortet haben.

Dennoch: Offensichtlich geht in Österreich - und die Tendenz dieses Ergebnisses dürften sicher auf Deutschland übertragbar sein - ein Teil der Schülerschaft unbefriedigt aus der Schule. Der österreichische Bundesschulsprecher Felix Wagner hat auch gleich eine Lösung ausgerufen: Modulsystem in der Oberstufe, Abschaffung des reinen Frontalunterrichts (derStandard 08.02.2013: Schülervertreter fordern modulare Oberstufe und Aus für Frontalunterricht).

Wer sich für die BSV interessiert oder über die Qualität der Umfrage diskutieren will, kann das über facebook.com/bundesschuelervertretung tun.

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Kommentare

3

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  • #1

    Wer Lerninhalt nach „wird gebraucht“ und „wird nicht gebraucht“ unterscheidet, der behandelt Schule als Teil der Ausbildung mit Ziel, einen Beruf ausführen zu können.
    Dieses Ziel könnte tatsächlich effizient in wenigen Jahren erreicht werden; es muss nur früh genug festgelegt werden, in welche Berufssparte ein Kind gehen wird. Ebenso wie das Wissen nur zweckdienlich gesehen wird, ist auch der Mensch als Träger dieses Wissens in Hinblick auf seinen Zweck zu begreifen und zu bewerten.

    Neben diesen „geleiteten Menschen“ genügen wenige „leitende Menschen“, deren Wissen und Bildung breiter aufgestellt ist, um die Entscheidungen für das Gemeinwohl zu treffen.

    Warum nur, finde ich diese Vorstellung schauderhaft?

    schrieb Jemand, der Lehrstoff später braucht… am

  • #2

    Nüchternes Faktenwissen lässt denkende Menschen jeden Alters immer dann kalt, wenn es nicht in einen sinnvollen Kontext eingebunden auftritt. Und wenn sich ob der daran gebundenen Anstrengungen kein unmittelbarer Nutzen zu erkennen gibt. Kommt dann noch hinzu, dass die Vermittlung des Wissens häufig gar zu lustlos erfolgt, dann entstehen solche Umfrageergebnisse.

    Ein Großteil der Lehrer macht sich wahrscheinlich gar nicht klar,  wie wenig Lehrstoff ihre Schüler eigentlich tiefgründig erfasst haben und ihrer Lebenswelt zuordnen können. Das ganze Ausmaß an Oberflächlichkeit wird erst im Eins-zu-Eins-Dialog erkennbar, im persönlichen Gespräch. Also in einem Rahmen, der im Schulalltag kaum vorgesehen ist.

    Bei den Schülern hingegen, die ja sehr wohl wissen, wie dünne Bretter sie da bohren, sind die Ernüchterung ebenso wie die Enttäuschung unermesslich. Sie sind auf Gedeih und Verderb einer der letzten totalen Institutionen ausgeliefert, die im Wesentlichen mit sich selber beschäftigt ist und für die Belange der jungen Leute wenig Reserven besitzt. Was sich unter anderem daran zeigt, welch randständige Bedeutung Pädagogik, Kommunikation und Entwicklungspsychologie in der Lehrerausbildung besitzen.

    schrieb Dipl.-Psych. Thorsten Kerbs am

  • #3

    die schülerinnen haben recht. es ist unnütz.
    zumindest in der aktuell vermittelten form.

    wer es als lehrerin besser machen will, sollte sich die “lernlust statt schulfrust”-roadshow ansehen, dort kann man lernen, wie gelingende schule geht.

    schrieb Oskar Schuelervater am

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