Lehrer

Aktion: 60 LehrerInnen verlagern ihr Arbeitszimmer in die Schule 07.12.2006, 20:56

Die 60 LehrerInnen der IGS (Integrierten Gesamtschule) Pansdorf haben am Dienstag (05.12.2006) simuliert, wie es wäre, wenn alle LehrerInnen kein Arbeitszimmer zuhause hätten und ihre unterrichtsrelevanten Tätigkeiten in der Schule verrichten würden.

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Das Lehrerzimmer war natürlich mit hektischer Betriebsamkeit angefüllt, die Tische quollen über - die LehrerInnen wollten “demonstrieren, wie das aussähe, wenn sie alle Arbeit in der Schule erledigten”, wie das Periodikum “Lübecker Nachrichten” berichtet.

Eine nette Idee, die aber - ähnlich den Aktionen, die regelmäßig den regelmäßigen Deputatsanhebungen folgen - ziemlich zahnlos ist. Denn:

Bei ihrem Protest wollen die IGS-Lehrer nichts unternehmen, was zu Lasten der Schüler oder des Unterrichts geht, auch Zusatzveranstaltungen wie der Weihnachtsbasar bleiben unangetastet. Die Lehrerzimmeraktion fand am unterrichtsfreien Dienstagnachmittag statt.

Lübecker Nachrichten 06.12.2006: Protest der IGS-Lehrer gegen schlechtere Arbeitsbedingungen

Ausschnitt der Deutschlandkarte mit markiertem Pansdorf

Man verstehe mich nicht falsch - Respekt vor dem Kollegium der IGS Pansdorf, das etwas unternommen hat, statt daheim faul rumzuhocken und zu jammern. Aber wer gerät denn bei dieser Aktion in Handlungsdruck? Alle relevanten Gruppen sind nicht tangiert:
Eltern: “Naja ... wir müssen alle bluten. Und die Lehrer verdienen genug.”
Politiker/innen: “*gähn”

Die Sache stünde ganz anders, wenn es tatsächlich zu Unterrichtsausfall gekommen wäre - das wäre für Eltern und PolitikerInnen ein Fanal. Den beteiligten LehrerInnen würde in diesem streikartigen Fall allerdings ein saftiges Disziplinarverfahren drohen.


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