Rechtschreibkatastrophe

»Instragram« & Co - Über die große Verblödung der Menschheit 08.08.2014, 23:18

Das Mega-Medien-Netzwerk Instagram schreibt auf seiner Homepage seinen eigenen Namen falsch - ein Zeichen für die zunehmende Verachtung des geschriebenen Wortes. Die nächste Generation wird sich zur Kompensation neuer Strategien bedienen müssen, um erfolgreich zu kommunizieren.

Ausschnitt: Homepage von Instagram mit Rechtschreibfehler
Bild: instagram.com
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Instagram ist ein soziales Netzwerk, in dem Personen Bilder und Videos teilen. Die Bilder können über Filter in ihrer Ästhetik verändert werden. Instagram wurde 2012 von Facebook gekauft - eine Milliarde Dollar für eine Firma mit zwölf Mitarbeitern.

Auf dem Instagram-Profil von Mark Zuckerberg sieht es so aus:

Aus Mark Zuckerbergs Instagram-Profil

Wer aktuell die Homepage von Instagram aufruft, sieht das hier (roter Rahmen vom Lehrerfreund hinzugefügt):

Instagram - Homepage, Screenshot 08.08.2014

Da steht:

Nimm ein Foto oder Video auf, wähle einen Filter, um das Aussehen und die Stimmung zu verändern und poste es auf Instragram - so einfach ist das.

Die Firma, die für eine Milliarde Dollar von Facebook gekauft wurde, schreibt ihren eigenen Namen auf ihrer Homepage falsch.

Nun ist es sicherlich überaus kleinlich, auf solch einem unrelevanten Vertipper rumzureiten. Und es ist sicher übertrieben, aus solch einem Vertipper zu schließen, dass die Menschheit immer dümmer wird, weil sie Bilder anschaut, statt Bücher zu lesen.

Vielleicht ist es weder Dummheit noch Rechtschreibschwäche. Vielleicht zeigt dieser Vertipper einfach die zunehmende Verachtung des geschriebenen Wortes durch die Kinder der Mediengesellschaft. Bilder, Like-Knöpfe und Sprachnachrichten - das sind die Herausforderungen, denen sich die Deutschlehrer/innen der Zukunft zu stellen haben.

Es ist Zeit für einen neuen Umgang mit Schriftsprachlichkeit. Schon die Piraten in Jim Knopf und die Wilde 13 nutzten eine ungewöhnliche, kollaborative Strategie, mit der es ihnen gelang, erfolgreich mit dem Drachen "Frau Maltsan" zu kommunizieren: Jeder der zwölf Piraten konnte genau einen Buchstaben schreiben und lesen. Ein innovatives Konzept, dessen sich zukünftige Generationen möglicherweise erfolgreich bedienen werden - wenn die Deutschlehrer/innen es ihnen denn beibringen.

Eine neue Herausforderung für die Fachdidaktik. Packen wir es an.

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