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Nur eine Diagnose

»Ritalin ist ein Verbrechen« 30.06.2009, 13:50

Georg Feuser, Professor für Behindertenpädagogik, zieht in einem lesenswerten Interview kräftig gegen die Verwendung Ritalin vom Leder. Das Problem seien nicht die Kinder - sondern die hyperaktive Gesellschaft.

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  • (geändert: )

Vorbemerkung: ADS/ADHS

Unter dem Störungsbild “ADS” verbergen sich “ADS” (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) und “ADHS” (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). ADS ist die Träumer-Variante, ADHS die hyperaktive Variante. Feuser spricht im folgend vorgestellten Interview über die hyperaktive Variante (ADHS).

Hintergrund: Prof. Georg Feuser:

Georg Feuser (* 1941 in Stupferich bei Karlsruhe) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und war bis 2005 Professor für Behindertenpädagogik an der Universität Bremen. Derzeit ist er als Gastprofessor an der Universität Zürich tätig.

Er gilt als einer der Hauptvertreter inklusiver Pädagogik. Sein hauptsächliches Forschungsgebiet ist die Entwicklung und Konzeption einer „Allgemeinen (integrativen) Pädagogik und entwicklungslogischen Didaktik“, also einer Pädagogik, die den Anspruch hat, alle Menschen gemeinsam zu bilden, anstelle jene Schüler, die als geistigbehindert bezeichnet werden von denen, die als „normal“ gelten zu trennen.

Wikipedia: Georg Feuser

Interview mit Georg Feuser bei weltwoche.ch

In der Schweizerischen Weltwoche gibt Georg Feuser ein ausführliches, sehr lesenswertes Interview zum Thema ADHS, Ritalin und Hyperaktivität. Es ist hier nachzulesen: Weltwoche 26/09: «Ritalin ist ein Verbrechen». Prof. Feuser negiert im vorgestellten Interview die umschriebene Störung ADHS vollständig. Dabei dürfte bei korrekter Definition nicht ADS mitgemeint sein.

Drei relevante Aussagen von Feuser im Überblick:

1. ADS/ADHS ist keine Krankheit

Die Diagnostik von ADS/ADHS ist höchst umstritten: Wer kann und darf ADS/ADHS kompetent diagnostizieren? Ist die Diagnose ADS/ADHS sinnvoll? Feuser verneint das und verweist darauf, dass es sich bei der ADHS-Diagnose ausschließlich um ein Symptombild handelt: Es gibt eine Liste von auffälligen Verhaltensweisen, sobald eine bestimmte Menge erfüllt ist, wird es als ADHS-betroffen diagnostieirt. Das sei keine wirkliche medizinische, hilfreiche Diagnose:

Das ist, wie wenn Sie einen Raster machen und sagen: Wenn hier unten am Seilergraben alle fünf Sekunden ein Auto vorbeifährt, ist es eine hochbefahrene Strasse. Fährt alle zehn Sekunden eines, handelt es sich um eine normal befahrene Strasse. Sie sagen nichts darüber aus, weshalb alle fünf Sekunden ein Auto fährt und was das mit der Stadtentwicklung zu tun hat. Diese Form von Diagnostik ist eine rein merkmalbezogene Diagnose an der äussersten Peripherie.

Weltwoche 26/09: «Ritalin ist ein Verbrechen»

2. Ritalin in der Schule

Prof. Feuser ist aktuell an der Universität Zürich tätig und bezieht sich im Folgenden auf ein Beispiel aus der Schweiz. Kürzlich machte die Schweizer Praxis im Umgang mit Ritalin in den Medien die Runde (Lehrerfreund 07.05.2009: Schweizer Schulen befürworten Ritalin-Verschreibung); was Feuser berichtet, zeigt erstaunliche Parallelen: Lehrer/innen bestehen darauf, dass Kinder Ritalin nehmen - mit dem Ziel, dass der Unterricht läuft. Warnungen vor Langzeitfolgen (wie bspw. späterer Parkinson-Erkrankung) spielen keine Rolle. Diese Entwicklung wird von der Pharmaindustrie gepusht, die Pharmaindustrie verdient Unmengen von Geld damit - obwohl ADS/ADHS ein völlig unklares, ungenaues Krankheitsbild ist (so man denn von einer Krankheit sprechen kann). Für Feuser ist die exzessive Ritalinverschreibung ein "Verbrechen an der Menschheit" und gehört verboten.

Er begründet das u.a. mit Hinweis auf Placebostudien: Auch bei Placeboverabreichung (statt Ritalin) verändere sich der Gehirnstoffwechsel beim Kind.Schon durch die Medikamentenverabreichung erfährt das Kind Zuwendung, auf die es positiv reagiert (übrigens eine beliebte Argumentationsstruktur der Homöopathiegegner: Alleine durch die Zuwendung funktioniere Homöopathie). Außerdem wird das Selbstvertrauen des Kindes gestärkt: 'Du bist es wert, dass man sich mit dir beschäftigt. Jetzt wird dein Tag gut, denn du bist wertvoll.'

3. Die hyperaktive Gesellschaft

Feusers grundlegender Ansatz: ADHS ist keine “Störung”, sondern lediglich eine logische Reaktion auf die kulturellen Entwicklungen unserer selbst hyperaktiven Gesellschaft, an die sich die Kinder anpassen. Passen sich die Kinder so an, dass sie uns (den Erwachsenen, der Gesellschaft, der Marktwirtschaft und ihrem Wachstum ...) nicht in die Quere kommen, gibt es keine Probleme. Wenn Sie uns aber wie auch immer "stören, haben sie Pech gehabt".

Die Kinder passen sich an die Geschwindigkeit ihrer Umwelt an. Damit ist das gesamte Leben gemeint, nicht nur mediale Umwelt mit ultrakurzen, schnell geschnittenen Sequenzen. Schöne Ausführungen zu diesem Komplex u.a. bei Chrstoph Türcke: Hyperaktiv!: Kritik der Aufmerksamkeitsdefizitkultur.

Das alles ist nicht besonders neu. Feusers Interpretation ist jedoch interessant: Wenn sich Kinder dieser irren Achterbahngesellschaft anpassen, dann handeln sie

normal, um nicht zu sagen geschickt. Wenn wir so weit denken würden, hätten wir kapiert, dass viele Verhaltensweisen, die als ADHS-Symptom gelten, im Grunde Fähigkeiten sind. Bloss solche, die uns stören.

Weltwoche 26/09: «Ritalin ist ein Verbrechen»

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Kommentare

55

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  • #1

    Sorry, bloß weil ein Professor den Standard-Kniefall vor dem Goldenen Kalb verweigert und die persönliche Lösung des Problems noch nicht vorgemacht hat, muss ja nicht gleich zum nächsten Tanz um das Goldene Kalb aufgerufen werden.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer respektiere ich natürlich, wenn sich jemand selbst für etwas entscheidet, und wenn er aus dem verfügbaren Angebot das Beste für sich wählt, zweimal, und wenn er sich dabei auch noch was denkt, sogar dreimal.
    “Ohne Ritalin ist mir kein Arbeiten möglich, oder ich tränke 3 Liter Kaffee am Tag und rauchte zwei Schachteln Zigaretten tägl..” ist allerdings zunächst einmal nichts weiter als ein Gerdanke, und jeder Gedanke, der öfter als zweimal gedacht oder gesagt oder geschrieben wird, wirkt als AUTOSUGGESTION. Wenn man sich auf so simple Weise derart festlegen kann, geht das in der anderen Richtung ebenso. Mit Autosuggestion in der hohen Qualität von E.Coué werden durchaus Probleme dieser Größenordung gelöst, das zeigen die Berichte - zu Coué kamen jährlich einige zehntausend Hilfesuchende aus aller Welt und aus den öffentlichen Sitzungen wurden keine Misserfolge berichtet - ebenso wie das konkrete Experiment.
    Bei meinen über 30jährigen Recherchen für die neue Ich-kann-Schule fiel besonders auf, wieviel wir INDIREKT & UNBEWUSST von Lehrern lernen, was die Weichen fürs Leben zu unseren UNgunsten verstellt. Man LERNT ja, indem man “Fährten des Lebens verfolgt” und “Erfahrungen sammelt”. Wenn es andere ZIEHT, einem auf diesen Fährten folgen, ist man LEHRER. So sagt es das Herkunftswörterbuch und die neue Ich-kann-Schule. Nun frage ich, wenn der frustrierte Mathe-Lehrer morgens in die Schule kommt und denkt: “Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und meion Leben lang mit all dem nichts mehr zu tun hätte!”: Auf welcher Fährte ZIEHT es die Schüler Tag für Tag ihm nach, auf der Fährte der Mathematik oder auf der Fährte “Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und meion Leben lang mit all dem nichts mehr zu tun hätte!”?
    Die wesentlichen, über unser Leben entscheidenden LERNERFOLGE in der Schule sind uns allzuoft schlicht UNBEWUSST.
    Gerade deshalb ist es FÜR DIE PÄDAGOGIK UND UNS ALLE entscheidend, dass wir endlich aufwachen und DAS UNBEWUSSTE entdecken, den Zugang dazu finden und den Umgang damit lernen. Sonst muss uns das Leben, der Geist, das Unbewusste noch mit ganz anderen SIGNALEN als ADHS & Co. zeigen, wie strohdumm verkehrt wir mit uns selbst und unseren feinsten und entscheidendsten Lebenskräften umgehen. Todsünden gegen Geist & Seele kann keine Droge der Welt ausgleichen.
    Wenn unsere Lehrer, Eltern, Ausbilder,.... uns zusammengestaucht, erniedrigt, erdrückt, verletzt, gekränkt, an der Entfaltung und am Wachsen gehindert und zu unserem eigenen Feind abgerichtet ..... haben, dann brauchen wir keine Dtoge, die uns in der Schablone verbleiben und funktionieren macht, als sei nie etwas geschehen. Die Missbräuche dieser Zeit müssen endlich herauskommen und dürfen nicht länger schöngedopt und -geredet und -geschrieben werden.
    Du WARST kein Schulversager, Selber betroffen, man hat Dich dazu gemacht. Versager sind NEINsager. Es war ehrlich, mutig und bewundernswert, dass Du zu dem, was man Dir als “Schule” angetan hat, NEIN gesagt hast und hoffentlich immer sagen wirst. Wenn Dir jemand beigestanden, Dich gestärkt und zu Dir gehalten hätte, hättest Du es geschafft, diese Lehrplanvollzugsanstalt zu ändern. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es erbärmlich, dass Dir Ritalin mehr geholfen hat als die Menschen, die für Dich Verantwortung trugen.
    Nun trägst aber auch DU Verantwortung: Schon in der 2.Klasse warst Du offensichtlich intelligenter als Dein Lehrer. Was hast Du mit dieser Gottesgabe gemacht? Warum hast Du Dich der Dummheit stets untergeordnet? Unter ihr gelitten? Dich wegen ihr gequält? Wo das Leben Dir doch immer wieder Deine überdurchschníttlichen Geistesgaben zur Problemlösung - für Dich selbst wie für andere - präsentiert! Wann kommst Du endlich mit Deinen Begabungen & Talenten ins Gespräch, um sie zu entwickeln und zum Wachsen und zum Einsatz zu bringen? Deine Talente sind frustriert. Sie sind auf dieser Welt, um alles für Dich zu tun, und sie wollen endlich mal drankommen. Nicht bloß ein Leben lang Ritalin schlucken und 08/15-funktionieren, sie können mehr. Ich bin neugierig auf ihre Entwicklung.
    Franz Josef Neffe

    schrieb Franz Josef Neffe am

  • #2

    Die CEO’s von zwei der größten Pharmakonzerne haben bekanntgegeben, warum sie sich aus der Forschung bezügl. Psychopharmaka zurückziehen. Mehr dazu:
    #66  
    https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ads-adhs-ritalin/

    schrieb zum_bleistift am

  • #3

    @52
    Ihr Kommentar hat mich sehr beeindruckt. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass es sehr unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten gibt und solche Erfahrungen bestimmt vermeidbar sind.
    Ich kenne AD(H)S nur von der theoretischen Seite, aber ich würde gern mehr von Ihnen erfahren, weil mir in Ihnen der erste Erwachsene dind, der sich dazu äußert.

    schrieb Schülerfreund am

  • #4

    Es ist traurig,
    wie manche Menschen die einen Lehrauftrag erhalten haben wie besagter Professor Feuser, die Hilfestellungen die ein Medikament gibt verteufeln.

    Ohne Ritalin ist mir kein Arbeiten möglich, oder ich tränke 3 Liter Kaffee am Tag und rauchte zwei Schachteln Zigaretten tägl..
    Das war meine Selbstmedikation über zwanzig Jahre lang.
    Ich war ein kompletter Schulversager, weil ich keine Medikation bekam.
    Zwölf Jahre Schule, drei Schulformen, kein Abschluss….dann kam der Kaffee, das Rauchen…dann gings plötzlich.
    Mittlere Reife, Abitur, überdurchschnittl. Studienabschluss.
    Nach ablegen der Rauchgewohnheiten kompletter Zusammenbruch.
    Seit der Einnahme von Ritalin ist wieder eine Arbeitsfähigkeit gegeben.

    Nur eines ist bedenklich bei der Medikation.
    Ich selber schaffe es für mich nur schwer, die richtige Dosis und Wirklänge herauszufinden. Wie sollen das die Eltern der Kinder beurteilen. Die Gefahr einer dauerhaften Überdosierung ist damit schnell gegeben.

    Lustigerweise spricht Prof. Feuser von einer Anpassung an unsere schnelllebige Gesellschaft. Also, die Gesellschaft ist schuld?
    Na, dann geben wir mal dem Rest der Bevölkerung Valium, damit wir 3-6% klar kommen.

    Das ist in meinen Augen absolute Spinnerei.
    Zudem, die mangelnde Zuwendung mancher Lehrer, bzw. die teiweise ablehnende Haltung führt tatsächlich zu Lebenslangen Problemen.

    Als ich in der zweiten Klasse meinem Lehrer, ganz stolz, meine selber geschriebenen Gedichte zeigte, wurde nicht der Inhalt beurteilt, sondern es wurden die Rechtschreibfehler korrigiert.

    Die Erfahrung prägt nachhaltig.

    MfG
    Selber betroffen

    P.S.: Fehler in Rechtschreibung, Grammatik und was Ihnen sonst noch einfällt dürfen Sie gerne zur Kenntnis nehmen…passen Sie aber auf, dass der rote Stift nicht ausläuft.

    schrieb Selber betroffen am

  • #5

    @Freddy

    “Ich sehe tatsächlich in dieser Diskussion keinen Sinn darin, wenn jemand die Wahrheit einfach nicht wahr haben will”

    Jeder hat seine “Wahrheit”. Hier geht es aber nicht um Philosophie, sondern um belegte Tatsachen. Dieser Satzanfang löst in mir die Vorstellung eines beleidigten Kindes mit Schnute aus. Tja, warum sind sie nur nicht alle meiner Meinung, ich hab doch soooo recht, oder?


    “...und mit Fachwörtern und Ausdrücken um sich schlägt, die nichts weiter bedeuten als erfunde Wörter für irgendwelche physikalischen Erscheinungsbilder.”

    Einen unfreiwillig komischeren Ausdruck der eigenen Inkompetenz habe ich schon lange nicht mehr gesehen… Da entsteht in mir das Bild einer beleidigten Hilflosigkeit, angesichts eines als mystisch empfundenen, bedrohlichen Faktenschwarms, den es gilt abzuwehren - und die Wissenschaft bietet Milliarden von Fakten. Da könnte ich die Angst glatt verstehen, aber frei erfunden sind selbst solche Wörter wie “Hyperfocus” nicht (das heißt, irgendwann müssen sie mal zur ADHS - Terminologie hinzu gekommen sein)

    Nun will ich’s mit Emmanuel Kant halten:

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Als Schmankerl noch einen wunderbaren Bericht, wie das überhaupt ist, wenn einer ADHS hat:

    http://tinyurl.com/erfahrungsberichtads

    schrieb mark am

  • #6

    Ich habe neulich mit einer Kollegin überlegt, wie es wäre, in unseren Klassen Ritalin-Duftlampen aufzuhängen… Dann wäre es schön ruhig ;-)
    (Nicht ernst gemeint…)

    schrieb Peter Mertens am

  • #7

    :zip:
    Mein Motto dazu: Der Klügere gibt nach!
    Danke für den Tipp Schülerfreund! Die Idee hatte ich auch schon, denn alles andere ist Zeitverschwendung!

    schrieb Alexandra am

  • #8

    @Alexandra,

    manchmal kann man nur den Kopf schuetteln, nicht wahr?
    Mein Tipp: Ganz ruhig und nicht mehr darauf reagieren.

    schrieb Schuelerfreund am

  • #9

    @Alexandra
    Jaja, machen Sie ruhig einen Grabenkampf draus. Verkappter Alt68, hahaha.
    Wie sie über Wii sprechen zeigt deutlich, wie sie ihr Kind sehen. Sie bespielen es in Dosen. Die Dosis bestimmen immer Sie.
    Von dem Denken sollten sie sich lösen, wenn Sie ihrem Kind helfen wollen. Übrigens die richtig guten Therapien setzen immer bei den Eltern an und ihrem Gedanken, das Kind sei ein Computer oder Roboter, der nur richtig bespielt, formatiert und neuinstalliert werden müsste.
    Lesen Sie mal Vygotskij (aber der ist für Sie wahrscheinlich auch nur ein Alt68er - obwohl er schon ca 1934 starb) oder irgendeinen anderen Pädologen. Das hilft ihnen zu verstehen. Regeln helfen bei ADHSlern nicht.

    schrieb 1000Sunny am

  • #10

    @Schülerfreund
    Nicht-ADHSler können ADHSlern gar keine Strukturen geben. Schulen noch weniger, diese kommen nicht einmal mit Hochbegabung zurecht, wie dann erst mit anderen Denkstrukturen.

    Fragen Sie erwachsene ADHSler (z.B. auf Youtube - über die Kommentar Funktion der Videos). Vertrauen Sie nicht nur auf die, deren Job davon abhängt, dass es ruhig ist im Klassenzimmer.

    schrieb 1000Sunny am

  • #11

    @Schülerfreund
    auch ich bin erleichtert, dass es hier trotz der provokären These “Ritalin ist ein Verbrechen” Menschen gibt, die diese Thematik ganzheitlich und informiert betrachten. Ich bin eigentlich nur durch Zufall auf diese Seite geraten und hatte eigentlich erwartet, hier einen Sturm der Entrüstung vorzufinden. Es ist leider wirklich so, dass es viele Eltern gibt, die erziehungsunfähig sind (mit allem was dazu gehört)und dankbar Ritalin verabreichen, um angepasste Kinder zu haben. Aber die Eltern, deren Kinder “nur” unerzogen sind, werden schnell feststellen, dass Ritalin kein Allheilmittel ist. Der andere Teil wird später merken, dass nur die alleinige Medikation zwar ein ruhiges Kind hervorbringt, aber die Probleme ohne Ritalin die gleichen bleiben. Mit der Ritalinvergabe muss
    nämlich zwingend eine Therapiebegleitung erfolgen, um dem Kind in einem Zeitraum, wo es dafür zugänglich ist richtiges Verhalten zu zeigen. 
    Umso verwunderter war ich als ich hier im Thread diesen ganzen Qutsch gelesen habe. Ganz ehrlich: Mir tut sich der Eindruck auf, dass hier eine gewisse Person wohl eher ein Drogenproblem hat. Das wirre Zeug ist für mich nämlich nicht mehr nachvollziehbar…sorry

    @sunny
    Lesen Sie doch mal richtig, wenn Sie noch können! Habe nie geschrieben “Ritalin macht immun gegen Drogen” Dieses Mittelchen gibt es leider noch nicht!
    Ach, und eine Frage: Sind Sie so ein verkappter Alt68er, der nun auf modern macht und in seine antiautoritäre Haltung Playstation, Fernsehen, WII etc miteinflechtet????
    Um auch hier klarzustellen: Ich habe nichts gegen elektronische Bespielung, aber dosiert!!!
    Lassen Sie Ihre Kinder zappeln und wild durch die gegend Rennen bis der Arzt kommt??? Über Tische und Bänke gehen??? BBewegung etc muss sein, aber ebenfalls ist es enorm wichtig Kinder GRENZEN ihres Tuns und Handelns aufzuweisen!! Davon scheinen Sie ein Gegner zu sein! Icvh ziehe daraus den Schluss, dass Sie ein solch “unerzogenes” Kind aus oben angeführten Gründen zu Hause haben. Da hilft auch kein Ritalin!!!

    schrieb Alexandra am

  • #12

    @Schülerfreund
    Der erste Fehler ist zu denken, ein Nicht-ADHS-Gehirn könnte einem ADHS-Gehirn Strukturen vorgeben.

    Wenn Ihrer Tochter das gemeinsame Essen wichtig ist, wozu brauchen sie dann eine Regel? Es gibt von 100 Mal vielleicht 10 Mal, wo ihre Tochter lieber Playstation spielt. Warum verhindern? Was ist verloren? Wenn die Tochter nachher noch so zum Kuscheln kommt und reden möchte, dann lieber selber den Fernseher ausmachen.

    Kinder werden Strukturen haben, entweder die der Eltern (was bei ADHS-Kindern sehr schlecht ist) oder die der Schule (was ganz schlecht ist, da unsere Schule ein starres System von fremdgesteuerter Aufmerksamkeitskontrolle ist) oder sie werden sich ihre eigenen Strukturen machen. Suchen Sie im Internet nach erwachsenen ADHSlern.
    Dort fallen oft Sätze wie: “A.D.D. is a gift, not a disorder. Learn it, love it, live with it.”
    http://freiebildung.wordpress.com/2008/12/13/gibt-es-adhs/

    schrieb 1000Sunny am

  • #13

    Diese Studie kennt doch mittlerweile jeder. Sie ist auch unübertreffbar anfechtbar. Sie hakt vorne und hinten. Da brauch ich mein Wissen nicht auffrischen, wenn Sie mir nur das doofe: “Ritalin macht immun gegen Drogen” hinklatschen.
    Suchen Sie sich einfach ein paar Erwachsene, die in ihrer Jugend Ritalin bekommen haben. Und fragen Sie die. Aber das trauen Sie sich nicht.

    Ansonsten sollten alle Eltern unterstützt werden, nicht nur die, die sich nicht anders zu helfen wissen, als ihre Kinder zu ritalinisieren.

    schrieb 1000Sunny am

  • #14

    @1000Sunny

    verstehe ich Sie richtig, dass Sie der Ansicht sind, dass es Kindern gut tut, wenn sie keine Strukturen haben, wenn sie ihre Zeit mit Playstation usw verbringen?

    Wissen Sie: Ich denke nicht, dass irgendjemand hier denkt, dass Kinder wie Puppen säuberlich und leise in der Ecke sitzen müssen. Ich denke auch nicht, dass es schlimm ist, wenn Kinder in angemessenem Umfang sich mit Playstation usw vergnügen. Ich plädiere nur für eine Ausgewogenheit und dafür, dass diese Spiele nicht zu viel Bedeutung haben sollten.
    Finden Sie, dass man Kinder dadurch in ihrer Entwicklung hemmt, indem man mit Ihnen gemeinsam zu Abend isst, dass man als Familie zusammenkommt und gemeinsam Zeit verbringt?
    Ich glaube, ich verstehe Sie wohl nicht. Mein eigenes Kind ist bislang gut geraten und ich habe auch den Eindruck,e in glückliches Kind zu haben. Das gemeinsame Abendessen ist meiner Tochter sehr wichtig, erst recht, wenn die Tage manchmal hektisch sind

    schrieb Schülerfreund am

  • #15

    @ Freddy,

    bitte lesen Sie sich die Zeilen, die Alexandra an Sie gerichtet hat, aufmerksam durch, denn genau so ist es. Sie hat es präzise und absolut richtig erklärt.
    Sie schreibt: “Im Gegenteil, es ist öfter der Fall, dass ADHS Personen, die keine medikamentöse Behandlung erfahren, zur Drogenabhängigkeit neigen, da sie in der Gesellschaft nicht zurecht kommen und vom Grunde her wesentlich labiler sind als andere Menschen!”
    Inhaltlich identisch, aber nicht so deutlich habe ich das an anderer Stelle selbst schon beschrieben. Das nennt man Sekundärsymptome, die ungleich tragischer sein können als das vermeintlich “bisschen Zappeln”. Wenn Sie Ihre Zeit nutzen würden, Ihre Lücken zu schließen, anstatt hier großmäulig dummes Zeug zu posten, wäre uns allen geholfen.

    @1000Sunny,
    für Sie gilt genau das auch

    @Alexandra,
    ich bin ganz erleichtert, dass es hier nicht nur “Thomas” der Einzige ist, der hier qualifiziert schreibt.
    das Problem, das hier manche haben werden wir nicht ergründen, aber ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Aggressivität und/oder Vehemenz manche Menschen sich über Dinge auslassen, von denen sie keine Ahnung haben und eigentlich auch wissen müssten, dass sie keine Ahnung haben. Solche Leuten müsste doch irgendwann auffallen, dass sie ihr “Wissen” aus Stammtischparolen und/oder Hörensagen beziehen, aber gewiss nicht durch lernen, lesen oder erfahren.

    Jedoch gibt es auch leider solche Eltern, die die Verantwortung ihrer erzieherischen Versäumnisse liebend gern abgeben, die alles tun, um sich vor Anderen als “unschuldig” darstellen zu können und mit dem Moment der Ritalingabe gänzlich aus ihrer Erziehungsverantwortung verabschieden und die Diagnose ADHS als Freibrief verstehen. (So ähnlich hat es Thomas an anderer Stelle in dieser Auseinandersetzung geschrieben). Und das ist leider auch Realität. Sie sollten sich da aber nicht angesprochen fühlen. Sie meine ich nicht damit. Eltern, die sich mit diesem Syndrom auseinandersetzen wie mit ihren Kindern selbst, kann man sowas nicht ersthaft unterstellen.
    Eltern wie Sie sollten unterstützt werden

    schrieb Schülerfreund am

  • #16

    Eltern die die Besonderheiten ihrer Kinder in Krankheiten umdichten, bloß weil sie kein Verständnis für Playstation, Wii und Krachmachen haben, haben es wirklich schwer.
    Oder haben es die Kinder schwer. Bevor sie uns alle hier als doof verdammen und sich wie ein Schnitzel über Zuspruch freuen kucken Sie doch erstmal bei Youtube und suchen nach erwachsenen Ritalin-Opfern. Echten ADHSlern (oder adhd auf Englisch). Was die zu der ganzen Sache sagen. Die müssten sich doch auskennen, wenn es schon der ganze böse Rest der Welt nicht tut. Oder?

    Ein Tipp: Schreiben Sie mal alle Regeln/Vorschriften, die sie ihrem Kind an einem Tag machen nieder. Und dann streichen sie 99%. Inklusive am Abend schön gemeinsam am Tisch essen.
    Und unterstellen Sie nicht jedem, der eine andere Meinung hat als Sie eine “totale Unkenntnis”. Dadurch beschränken Sie ihren Horizont.

    schrieb 1000Sunny am

  • #17

    @ Freddy

    Wussten Sie, dass Ritalin kein Beruhigungsmittel ist, sondern ein Stimulans?

    Durch die Stimulierung kann der Erkrankte die Reizüberflutung, die durch den Dopaminmangel in seinem Gehirn herrscht, besser unter Kontrolle bringen und sich so besser konzentrieren und “ruhiger” sein.

    Dass dieses Stimulans bei Menschen, die (auf Grund unzureichender Diagnose, Bequemlichkeit von Eltern, Erziehern oder Lehrern oder aus anderen Gründen) Ritalin bekommen, obwohl es nicht indiziert ist, fatale Auswirkungen hat, braucht man nicht von der Hand zu weisen, das ist Fakt und hinlänglich bewiesen.

    Aber ich bleibe dabei: Für die Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung dieses Medikament brauchen, ist das der Schlüssel zu einem relativ normalen Leben.

    Für alle anderen sollte Ritalin tabu sein.

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #18

    @ Schülerfreund
    Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Der Vergleich mit der Brille gefällt mir und ist m.E. zutreffend! Scheinbar hat 1000Sunny irgendein Problem, welches sich hinter Ignoranz und Ahnungslosigkeit versteckt…

    @Freddy
    Auch hier spricht die absolute Ahnungslosigkeit! Speed ist ein Amphetamin, d.h. ein Aufputschmittel und kein Beruhigungsmittel. Ebenso ist Ritalin im klassischen Sinne auch kein Beruhigungsmittel, sondern ein Aufputschmittel! Bei gesunden Menschen wirkt dies auch so! Bei ADHS Kindern ist wirkt es jedoch als Stimulantium. das bedeutet, dass es weder aufputscht noch beruhigt, sondern an den Stellen, die nicht funktionieren, sprich an den Nervensynapsen “stimuliert”, damit die Transmitterfunktion einwandfrei stimmt. Ritalin ist ein Medikament, welches es seit 50 Jahren gibt, welches so erprobt ist wie nur wenig andere Medikamente und es ist bewiesen, dass daraus KEINE Abhängigkeit resultiert! Im Gegenteil, es ist öfter der Fall, dass ADHS Personen, die keine medikamentöse Behandlung erfahren, zur Drogenabhängigkeit neigen, da sie in der Gesellschaft nicht zurecht kommen und vom Grunde her wesentlich labiler sind als andere Menschen!

    Eine Bitte in eigener Sache: Bitte informieren Sie sich vorab gründlich, bevor Sie Dinge schreiben, die nicht den Tatsachen entsprechen und völlig aus der Luft gegriffen sind. Eltern mit ADHS Kindern haben es eh schon schwer und brauchen es überhaupt nicht, dass falsch informierte Personen weitere Verunsicherungen bis hin zu Anschuldigungen verbreiten!!!

    schrieb Alexandra am

  • #19

    @Schülerfreund
    Ja genaus, besonders die erwachsenen ADHSler sollte man sowieso alle ausrotten, da sie Ritalin ätzend finden. Und damit Kindern das Recht auf Dope und Eltern das Recht auf sedierte Kinder nehmen.

    schrieb 1000Sunny am

  • #20

    @Alexandra

    Wußten Sie daß Ritalin ein Beruhigungsmittel ist und gleichzusetzen ist mit Speed?

    schrieb Freddy am

  • #21

    @33

    Alexandra,

    lassen SIe sich von so einem Quatsch, wie ihn “1000Sunny” schreibt bitte nicht irritieren. Da spricht ein Mensch voller Ignoranz und überhebliche Ahnungslosigkeit. So kann nur jemand schreiben, der diese Krankheit nur oberflächlich kennt, wenn überhsupt. Wer “echten” ADHS-Kindern das Riatlin verweigert, macht sich nach meiner Meinung der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Es ist wirklich so, als ob man dem kurzsichtigen die Brille verweigert, egal ob der dann noch etwas sehen kann.

    schrieb Schülerfreund am

  • #22

    Passt schon. Viel Spaß mit den Drogen.
    Für eine Alternative:
    http://hubpages.com/hub/unschoolingandadhdoradd

    schrieb 1000Sunny am

  • #23

    @ Sunny
    Mein Kind ist weder zugedröhnt, noch hat es sich charakterlich verändert, noch ist es ein Ersatzkind! Wie können Sie ohne mein Kind zu kennen, darüber urteilen???? Das zeigt die Ignoranz und Unkenntnis in dieser Sache! Die Aussage “Playstation und WII sind cool” spricht für sich. Das sind Eltern, die ihre Kinder ruhigstellen anstatt sich mit ihnen zu beschäftigen. Diese wundern sich dann, wenn in der realen Welt alles schief läuft. Diese Verhaltensstörungen werden dann als “ADHS” verbucht. Dabei ist das Krankheitsbild ein anderes. Und Ritalin mit Heroin und Marijuana (dann noch zwei Drogenarten, die man überhaupt nicht miteinander vergleichen kann…) gleichzustellen, zeugt von eben genannter Ignoranz.Ich handele zum Wohle meines Kindes und mache nicht die anderen für das Verhalten meines Kindes verantwortlich. Ich möchte mir später auch keine Vorwürfe anhören!!! Ich weiß wovon ich spreche. Mein Cousin, hochgradig an ADHS erkrankt, hat sich mit 40 Jahren das Leben genommen, da er ein absoluter Außenseiter war und im Leben nicht zurecht kam…

    schrieb Alexandra am

  • #24

    Mit Heroin und Marijuana haben sie auch ein glückliches und ausgeglichenes Kind. Playstation und WII sind cool. In den Familien läuft erst etwas schief, sobald sie ihren Kindern Drogen geben um ein “braves” Musterkind zu bekommen.
    Suchen Sie mal auf Youtube nach Videos von erwachsenen ADHSlern die nehmen alle kein Ritalin mehr, die haben alle etwas aus ihrer “Krankheit” gemacht. Eine Krankheit ist erst dann eine Krankheit, wenn das jemand so definiert und die Umgebung die Anpassung des Kindes verlangt, anstatt auf es einzugehen.
    Stellen Sie sich deswegen nicht in Frage. Stellen sie die Umgebung in Frage und lassen sie ihr Kind seinen Charakter behalten anstatt sich über ein glückliches, zugedröhntes Ersatzkind zu freuen.

    schrieb 1000Sunny am

  • #25

    Ich kann diese Aussage “Ritalin ist ein Verbrechen” in keiner Weise unterstützen und denke sie entstammt von jemandem, der mit dieser Erkrankung nicht direkt konfrontiert ist und nicht weiß, was es für die Betroffenen heißt mit “ADHS” zu lebeb. Mit “Betroffenen” meine ich in erster Linie die erkrankten Kinder, dann Eltern, Freunde, Lehrer…
    Ich selber bin Pädagogin und habe ein ADHS-Kind (9 Jahre), welches seit einem halben Jahr Ritalin bekommt. Ich kann nur sagen, für uns alle ist es ein Segen. Ich habe nun ein glückliches (!), ausgeglichenes Kind. Von Nebenwirkungen keine Spur, weder Appetitlosigkeit noch sonst etwas. Gut, das mag Glückssache sein. Ich erwehre mich nur gegen Anfeindungen und Mutmaßungen, dass in den betroffenen Familien grundlegend etwas falsch läuft. Lange genug habe ich mich diesbezüglich selber in Frage gestellt oder die Schuld bei mir selber gesucht! Erst jetzt als ich durch die Medikation erkannt habe, dass es wirklich eine Krankheit ist, geht es mir besser und ich habe Selbstbewusstsein wiedererlangt! Und: Mein Kind hatte eine Kindheit mit Pfeil und Bogen und ohne Nintendo, Playstation, WII etc!!! Es ist immer leicht, wenn man nicht betroffen ist zu urteilen!

    schrieb Alexandra am

  • #26

    Gibt es hier wirklich Leute, die Ritalin gut finden?
    Das ist doch absolut krank. Kindern Drogen zu geben anstatt ihnen zu helfen. Ach ich vergaß, die Drogen helfen ihnen ja. Aber Heroin hilft doch eigentlich auch. Und Extacy. Sie töten alle diese hohle Verlogenheit ab, die unsere Gesellschaft der Jugend zumutet (und auch den Älteren).
    Vielleicht brauchen sie statt des ganzen bescheuerten Lehrplans einfach Anleitung mit ihrem Anderssein umzugehen.
    Das könnte unsere Gesellschaft genauso gut in einen Konsumartikel umwandeln wie sie auch schon die Bildung in kleine Päckchen verpackt hat und wir könnten sie genauso gut mit Werbung an alle Leute verteilen.

    schrieb 1000Sunny am

  • #27

    @Thomas
    ja, ich verstehe und kenne diese Problematik, daß man sich als nicht Mediziner auch nicht einmischen darf. Doch dann darf auch absolut nichts schief gehen…

    Ich bin aber auch nicht in der Lage einfach meine Augen zu schliessen und eine Fehlentscheidung (m.E.) zu ignorieren. Darum melde ich mich hier zu Wort. 

    Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, daß es manchmal besser ist gegen den Strom zu schwimmen.

    Nichts desto trotz Danke für die Richtigstellung der Dinge/Ansichten.

    schrieb Freddy am

  • #28

    @Thomas,

    genau das wollte ich zum Ausdruck bringen. Mir gelingt es wohl leider nicht, mich so auszudrücken, dass ich richtig verstanden werde :-)
    Ich bin als Lehrerin nicht kompetent, zu beurteilen, ob Ritalin richtig eingesetzt ist. Herr Prof. Feuser ist es aber auch nicht.

    schrieb Schülerfreund am

  • #29

    @ Freddy

    Ich glaube, Sie missverstehen Schülerfreund gründlich. Die Eltern, die ihren Kindern BEREITWILLIG Ritalin geben, ohne sich vorher zu informieren was daran hängt, sind in der Regel auch die Eltern, die sich einen feuchten ... kümmern was mit ihren Kindern ist.

    Ich freue mich, wenn Sie verhindern wollen, dass Kinder Ritalin verschrieben wird (ich hoffe Sie meinen dabei nur die Verschreibung ohne vorherige gründliche Diagnose). Aber es gibt eben auch Fälle, wo keine andere Maßnahme mehr greift als die Gabe dieses Medikaments.

    Wir als Lehrer sind nicht dafür ausgebildet und kompetent, eine Verordnung durch einen Arzt zu kritisieren. Wir müssen davon ausgehen, dass der Mediziner alle diagnostischen Mittel und sonstige Therapien ausgeschöpft hat, bevor er dieses Medikament verschreibt. Wenn er das nicht hat, liegt das Problem bei ihm.

    Ritalingaben und sonstige Medikationen zu kritisieren obliegt nur ausgebildetem Fachpersonal mit entsprechendem Hintergrund - ein Pädagoge ist eindeutig nicht kompetent in solchen Dingen. Wir lassen uns vom Hausarzt ja auch nicht sagen, wie wir zu unterrichten haben…

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #30

    @Schülerfreund
    Sieht so aus, als wüßten Sie bereits alles… Wieso also, ich zitiere Sie:

    “2. es in einer Auseinandersetzung darum geht, dass jeder seine Position vertritt und man seinen Standpunkt verifizieren, überprüfen und ggf modifizieren kann…”

    Ich sehe tatsächlich in dieser Diskussion keinen Sinn darin, wenn jemand die Wahrheit einfach nicht wahr haben will und mit Fachwörtern und Ausdrücken um sich schlägt, die nichts weiter bedeuten als erfunde Wörter für irgendwelche physikalischen Erscheinungsbilder.

    Ich hoffe, daß es andere Leser gibt, die sich ernsthaft darum bemühen zu verstehen, was es bedeutet einem Kind Ritalin oder irgend ein anderes Psychopharmaka zu geben. Daß es verstanden wird, daß es andere Lösungen gibt als einem Kind eine “Pille” zu geben um Probleme zu lösen.

    Ich appeliere nochmals an alle Eltern die vor der Entscheidung stehen, gebe ich meinem Kind Ritalin? Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie sich ob Sie die Nebenwirkungen in Kauf nehmen wollen. Fragen Sie sich, was hätte ich mir von meinen Eltern gewünscht. Was hat mir als Kind tatsächlich gefehlt…Tue ich wirklich alles um meinem Kind mit anderen Methoden zu helfen?

    In diesem Sinne

    schrieb Freddy am

  • #31

    Prof. Feuser ist Pädagoge und kein Arzt. Also sollte er sich besser an das halten, wovon er etwas versteht. Das Kalssifizierungssystem der WHO für ADS/ADHS (ICD 10) scheint es nicht zu sein. Er hat nicht korrekt beschrieben, wie die Diagnosekriterien der WHO angewandt werden. RIchtig ist, dass es sich um eine anamnestische Diagnose handelt. Er hat aber wichtige Verfahrenskriterien der Diagnose einfach mal weggelassen. Falsch ist sein Beispiel mit dem Seilergraben. Dieses Beispiel trifft auf die Diagnose einfach nicht zu

    schrieb Schülerfreund am

  • #32

    Vielen Dank! Das wollte ich schon immer mal von einem Fachmann hören! Es ist nämlich genauso so, wie es in dem Artikel steht! Die Gesellschaft ist schneller geworden. Zusätzlich kommen die Kinder gar nicht mehr aus dem Haus, hocken vorm Fernseher oder spielen Computerspiele. Es sind keine selbstausgedachten, kreativen Spiele mehr möglich; sich körperlich in Spiel verausgaben ist seltenst. Es gibt nur noch störende Kinder oder Kinder, die in der Schule sich nicht konzentrieren können. Wussten Sie, dass die Kinder von lauter missverstandenen Wörtern in der Schule und daheim im Fernseher verwirrt sind? Es ist ein bewiesenes Phänomen! Klären Sie mit der Hilfe von einem Wörterbuch immer wieder die umschwirrenden Ausdrücke und Sie werden aufmerksame und interessierte Kinder erhalten.E.S.

    schrieb Eva Szeness am

  • #33

    @ Schülerfreund,
    nun ich verstehe Sie sind keine Psychologe, Arzt oder Psychiater. Gut! Danke. Ich erkenne Lehrer und ihre Leistung an!

    Also meine Bezugsquellen sind z.B. und unter anderem: “das Gesundheitsportal”. Nur ein kleiner Ausschnitt bzlg. Ritalin, wußten Sie das schon?:

    “Ritalin unterliegt in Deutschland dem „Betäubungsmittelgesetz“! Bekannt wurde Ritalin als Aufputschmittel in der Drogenszene. Der Name in der Drogenszene für Ritalin ist „Speed“! Durch aktive Drogenberatungen und „Sag Nein zu Drogen“ Kampagnen ist der Konsum von „Speed“ stark zurückgegangen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass auch neue moderne Lifestyle-Drogen hinzugekommen sind.”...etc.

    Oder wie wäre es mit den Nebenwirkungen:

    “Ritalin kann folgende Nebenwirkungen haben:

    Müdigkeit
    Übelkeit
    Appetitlosigkeit
    Blutdruckstörungen
    Schwindel
    Erschöpfung
    Depressionen
    Ängste
    Verdauungsstörungen
    Wachstumsverzögerungen
    Schlaflosigkeit
    Konzentrationsstörungen
    Tics
    Aggressionen
    verändertes Empfinden
    veränderte Wahrnehmung
    Magenbeschwerden
    Reizbarkeit
    verschwommenes Sehen”
    (gleiche Quelle)

    Wir könnten hier eine Menge Quellen aufführen…

    Meine persönliche Berührungspunkte mit Psychodrogen bzw. Psychiatrie:

    1. Ein Kind im Bekanntenkreis bekommt Ritalin. Es erfährt leider Mangel an Liebe und ist aggressiv, schwer erziehbar etc. Das Verhalten des Kindes wird nicht besser sondern schlimmer unter diesem Medikamenten.

    2. eine Nichte die “zum Glück” bislang nur unter Psychologischer Betreuung ist, aber genug Abwertung bzgl. sich und ihren Leistungen erfahren hat, daß sie nur noch schlechte Noten mit nach Hause bringt. (Sie wurde vom Lehrer zum Arzt, vom Arzt zum Psychologen geschickt)

    3. Ein Ehemann der Schwester einer Bekannten, der sich unter Psychodrogen in einer Anstalt umgebracht hat und eine Frau mit zwei Kindern hinterläßt. Daraufhin wurde der hinterbliebenen Frau auch gleich Psychodrogen verschrieben, damit sie ihre Gefühle töten kann.

    4. Ich habe doch tatsächlich mitbekommen, wie eine Mutter im entfernten Bekanntenkreis, ihrem Baby Psychopharmaka verabreichte… Wie bitte?

    Ich denke wirklich es braucht mehr Aufklärung.

    Gehen wir es doch mal anders an. Wenn wir ein schönes Auto haben, dann schütten wir doch auch nicht das falsche Benzin in es hinein, denn es wird aufhören zu fahren. Wieso sollten uns unsere Kinder weniger Wert sein.

    Ich persönlich schätze und liebe meine Kinder. Ich bringe ihnen Selbstachtung und Achtung anderer bei. Ich lerne mit Ihnen, gebe ihnen Vitamine wenn sie Mangelerscheinungen aufweisen oder Homöopathie, falls sie krank sind. Außerdem gibt es bei uns kein Hamburger-Essen, Schimpfwörter sind nicht geduldet und keine Süßigkeiten en gros. Fernsehen besitzen wir nicht, es gibt ausgewählte Filme ohne Gewaltszenen. Aber alles in Maßen, sonst wird es widerum das Gegenteil erzeugen. Wichtig ist das Verständnis der Kinder für die entsprechende Maßnahme.

    Auf alle Fälle sollten wir hinter die Türen derer schauen, dessen Kinder schwierig sind. Vor allem was war bevor das Kind schwierig wurde?

    Ich bin mir sicher, Sie als Lehrer, wüßten gerne was da wirklich zu Hause los ist.

    z.B. Wie schaut es am Nachmittag aus mit den Kindern. Gibt es da jemand, der sich um das Kind kümmert? Oder ist es alleine? Bekommt es Hilfe mit den Nöten die es durchmacht. Ist der Vater oder die Mutter ein Freund oder gibt es öfter mal Prügel?

    Haben sie genug geschlafen? Wie steht es mit dem Zuckerkonsum? Schauen sie regelmäßig Fernsehen, oder spielen sie ständig Computerspiele, womöglich mit Waffen? etc.

    Ein guter Bekannter ist tatsächlich in die Drogensezene abgerutscht, da er einfach keinen Halt zu Hause hatte und ja es setzte sehr oft Prügel. Die Kinder solcher Eltern reagieren verschieden darauf, sie sind verschlossen, aggressiv, aufmüpfig, verweigern das Lernen etc. etc. etc.

    Sie als Lehrer kennen bestimmt alle Sypmtome.

    Nun, was mich wirklich verstimmt:

    Wenn wir uns die Herkunft des Medikaments anschauen ist es schon recht gruselig, wenn man sich vorstellt, daß die Kinder ein Medikament einnehmen, das mit Speed gleichgesetzt ist.

    Dann die Nachrichten mit dem Amokläufer aus Winenden. Wen hat das kalt gelassen?

    Also ich werde auf alle Fälle wie ein/e Löwenvater/mutter darum kämpfen, daß meine Kinder von Drogen jeglicher Art die Finger lassen.

    Und sollte ein Lehrer Probleme mit meinen Kindern haben, bin ich immer bereit mit der Schule oder dem Lehrer zusammen zu arbeiten um die Problem zu mildern oder aus dem Weg zu schaffen.

    schrieb Freddy am

  • #34

    @ Thomas

    Ich stimme Ihnen vollkommen zu.
    Ich bin als Lehrer jedoch weder berechtigt noch fühle ich mich berufen, eine solche Diagnose zu stellen oder auch zu verteufeln, wenn Ritalin gegeben wird.

    Es ist für Eltern tatsächlich angenehmer, wenn sagen können, ihr Kind wäre ein ADS/ADHS-Kind als einfach nur schlecht erzogen.

    Auffällig ist auch der Umstand, dass sobald die eigene Verantwortung abgeschoben werden konnte, die Krankheit nicht weiter behandelt wird… außer mit Riatlin. Eine Verhaltenstherapie, klare und verlässliche Strukturen gibt es nach wie vor nicht. Letztendlich bessert sich nichts und Schuld sind immer die Anderen, am liebsten die Lehrer und sogar das anfänglich heiß begehrte Riatlin.

    Ähnliches fällt auch bei LRS-Kindern auf. Wenn den Wisch haben, dürfen sie Fehler machen und sind nicht mehr bereit an sich zu arbeiten. Es ist ja eine Krankheit und die Eltern sind endlich bar jeder Verantwortung.

    schrieb Schülerfreund am

  • #35

    @ Freddy

    So, zum MItdenken: Das, was mir Professoren und Ärzte mitteilen, beruht auf deren Untersuchungen, Forschungsergebnissen und Erfahrungen in ihrer Praxis, alles Fakten, belegbar und überwiegend auch veröffentlicht. Mit in diesen Ratgebern: “Wie kriege ich meinen Goldhamster stubenrein?”, sondern wissenschaftliche und aktuelle Literatur.

    Meine Frage an Sie war, woher SIe Ihre “Weisheiten” nehmen? Die Antwort sind Sie mir noch schuldig.

    Es geht nicht darum, ob die Kinder unbequem, schwierig oder laut sind, denn das ist von Zeit zu Zeit jedes Kind. Das “ertragen wir locker, denn das ist unser Job. Es geht darum, dass diese Kinder keine unbelasteten Kontakte knüpfen können, dass sie Sekundärsyptome entwickeln, die viel gravierender sein können… und diesen Kindern verdammt nochmal geholfen werden muss. Auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen, diese Kinder leiden unter ihrem eigenen Verhalten am meisten.

    Wann zu diesem Zweck Ritalin eingesetzt wird, kann ich als Lehrer nicht beurteilen, nicht entscheiden und nicht anordnen. Das ist nicht mein Job!
    Ich kann mich mit dem Thema auseinandersetzen, eine Meinung entwickeln und den bestmöglichen Umgang mit diesen Kindern erlernen. Das sollte jeder Lehrer tun, der mit dieser Problematik konfrontiert ist.

    Mich zu beschimpfen, wie viele meiner Patienten durchgeknallt oder sonst was sind (was muss da noch gestanden haben, dass es zensiert wurde?), zeugt nur von Dummheit, da
    1. ich keine Patienten habe, sondern Schüler, die ich nicht mediziere, sondern unterrichte
    2. es in einer Auseinandersetzung darum geht, dass jeder seine Position vertritt und man seinen Standpunkt verifizieren, überprüfen und ggf modifizieren kann. Ich will ja etwas von einer Diskussion haben und das gelingt mir nur dann, wenn ich auch Dinge erfahre, die mir fremd oder neu sind. Dummköpfe wollen sich jedoch nur durchsetzen und schrecken vor verbalen Entgleisungen nicht zurück (siehe: Zensur!)

    So Freddy, jetzt möchte ich diesen populistischen Quatsch beenden

    schrieb Schülerfreund am

  • #36

    Ich denke, man sollte genau unterscheiden, dass es in dieser Diskussion um zwei Fallbereiche geht:

    Zum Einen gibt es die Patienten, die tatsächlich einen entsprechenden Dopaminmangel haben und denen mit Ritalin geholfen wird. Der Erfahrungsbericht eines selbst betroffenen Erwachsenen hat mich durchaus nachdenklich gemacht…

    Zum Anderen gibt es auch die Fälle, bei denen vorschnell Diagnosen erstellt wurden und bei denen das Medikament unzulässiger Weise verabreicht wird. Bei diesen Menschen werden die unerwünschten Nebenwirkungen dominieren. Sie haben ja eben nicht die Erkrankung, die eine Gabe eines Medikaments rechtfertigen würde.

    Dass ADS/ADHS eine Modeerkrankung ist, braucht man nicht diskutieren. Viele Eltern wollen auch entsprechende Diagnosen, weil dann die eigenen Defizite hintenanstehen. Es ist doch leichter, zu sagen “Mein Kind hat ADS!”, als zu sagen “Ich sollte vielleicht die Aktivitäten meines Kindes kanalisieren.” oder “Ich sollte mich mehr um mein Kind kümmern”.

    Ich bin schon gespannt, wann die nächste Modeerkrankung in den Arztzimmern Einzug hält.

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #37

    @ schulfreund
    ich selber bin ein solches ritalin kind und ich kan ihnen herr doktor schulfreund sagen ich möchte meine kinder sicher nicht bei ihnen in der nähe haben. sie sind sicher sehr gut gebildet und haben ein grosses wissen. aber ich sage ihnen was die beste medizin ist für zappephilippe dafür…...

    schrieb marcel St am

  • #38

    @ Schülerfreund:

    Und wieviele Patienten von Ihnen sind schon durchgeknallt oder zensiert, Redaktion?

    (PS: “Weisheiten” basieren auf Fakten, nicht auf Meinungen)

    schrieb Freddy am

  • #39

    @ Freddy
    Soooooooooo ein Quatsch!! Woher nehmen Sie denn Ihre Weisheiten? Meine sind eine Mischung auch Recherchen, Fachliteratur, Meinungen von Professoren und Autoren einschlägiger Fachliteratur und eigenen Erfahrungen aus 10 Jahren Praxis.

    Und noch etwas: Natürlich glaube ich an das, was ich gesagt habe!

    @ marcel St
    Wird ignortiert!!

    @ Hannes
    Wenigstens einer :-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #40

    @Schülerfreund:

    Sorry, das ist Schönrederei von fürchterlichen Nebenwirkungen. Am Ende glauben Sie noch tatsächlich an das was Sie schreiben?

    Die Kinder stumpfen bis zur Empfindungslosigkeit ab. Sie sind natürlich irgendwie leichter zu haben, da sie ja nicht mehr so laut, schwierig und unbequem sind. Und wenn sie dann ihre Klassenkameraden erschiessen und am Ende sich selbst, sind keine Gefühle im Spiel, denn die sind ja schon vorher getötet worden.

    Nur was ist mit den Gefühlen der Hinterbliebenen???!! Ja, natürlich, denen geben wir am Besten auch irgendwelche gefühlsabtötenden Medikamente.

    Ich mache Scherze? Und was ist mit der hinterbliebenen Ehefrau, die Psychopharmaka gleich nach dem Selbstmord ihres Mannes verschrieben bekam? (Übrigens, der bekam auch seit geraumer Zeit Psychopharmaka!)

    Zufall??!!

    schrieb Freddy am

  • #41

    ich möchte wissen ob unser schulfreund selber unter ritalin steht oder genohmen hat?

    schrieb marcel St am

  • #42

    Danke, Schülerfreund! Ich trage mich seit Tagen mit dem Gedanken mich hier in die Diskussion einzumischen, aber dank deines Beitrags spare ich mir das. Ich hätte zu 99% das gleiche geschrieben.

    schrieb Hannes am

  • #43

    Es ist toll, dass Prof. Feuser zu Ritalin endlich einmal gründlich Stellung bezieht. Den Kindern Medikamente zu verabreichen kann keine Lösung sein - vor allen Dingen wenn man das Problem nicht mal genau erkannt hat. Warum sind die Kinder hyperaktiv? Sind sie es eigentlich? Nein, sie sind es nicht! Sie sind Kinder und Kinder verabreicht man kein Medikament, das solche verheerenden Nebenwirkungen hat. Ich bin froh, dass es immer mehr Menschen gibt, die noch genügend klar bei Verstand sind und dies erkennen können.

    schrieb Ulrike am

  • #44

    Ich freue mich, dass das Bewusstsein darüber, wie Drogen langfristig wirken, und dass sie nichts heilen, langsam wächst.
    Natürlich gibt es immer noch Eltern, die einfach ihre Ruhe vor ihrem Kind haben wollen oder tiefgläubig einem diagnosefaulen Arzt lauschen.
    Aber zumindest hat die generelle gedankliche Gleichschaltung aufgehört.

    schrieb Walter N. am

  • #45

    Ich wünsche mir vor allem, daß Eltern sich genau über die Nebenwirkungen von Medikamenten informieren. Es gibt immer mehr Amokläufer und verkorkste Jugendliche. Wenn man den Hintergrund überprüft, findet man leider sehr oft, daß sie unter Psychodrogen standen oder in Psychiatrischer Behandlung waren. (s. Fall Winenden)

    Eine weitere Überlegung, wenn ein Kind “schwieriger als andere” ist oder “auffälliger” oder gar “Schwierigkeiten mit dem Lernen hat” selbt bei “Sehschwäche” wird das Kind schnell mal vom Arzt (der leider auch nicht weiß was man in diesem Fall tun soll) zu einem Psychiater oder Psychologen weiter geschickt. Durch die Bewertungen löst sich leider nichts auf.

    Ich kenne einen Fall von dem der Psychologe behauptet, daß das Gehirn nicht richtig arbeiten würde, weil das Kind eine Sehschwäche hat. Das Kind hat aber selstamerweise nur die besten Schulnoten - bis zur Leseschwäche mit nach Hause gebracht. Seit das Kind in psychologischer Betreuung ist, bringt es kaum noch eine 3 in Deutsch mit nach Hause, ist verunsichert und unglücklich. Eigenartigerweise kann sie logisch hervorragend denken und löst die schwierigsten mathematischen Aufgaben mit Bravour - sofern sie es lesen kann!

    Eine Brille, ein liebevolles Elternhaus, Betreuung bei den Schulaufgaben, keine Abwertungen, Übungen mit der neuen Situation umzugehen und viele andere Aktionen sind logische Ansätze diese Situation zu lösen.

    Eltern können zu leicht von sogenanntem Fachkräften verunsichert werden. Durch das hohe verantwortungsgefühl der Eltern nur das Beste für ihr Kind zu wollen, tun sie im Prinzip alles was die Ärzte vorschlagen. Bedenken werden ohne weitere Aufklärung hinweg gefegt, Packungsbeilagen, Nebenwirkungen etc. werden nicht gelesen da der Arzt ja sagte “unbedenklich”, “notwendig”, “trifft nur sehr selten zu” etc. Der Schock ist dann sehr groß, wenn es doch Nebenwirkungen gibt, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

    Es ist wirklich ein Teufelskreis, der immer schlimmere Kreise zieht.

    Ein hochintelligentes Kind wird so einfach ruiniert.

    Ich weiß auf alle Fälle, daß meine Kinder kein Ritalin oder irgendein anderes Bewußtseinsveränderndes Medikament erhalen werden.

    schrieb Freddy am

  • #46

    Sorry, auf die Gefahr hin als Drogenbefürworter angesehen zu werden, sollte man vielleicht mal ein paar Sachen beachten.
    ADHS ist keine Krankheit, sondern wird von der WHO als Syndrom eingestuft. Die Diagnose beruht ausschließlich auf sehr langer Beobachtung. Die Beobachtungskriterien sollten bekannt sein, daher werde ich sie hier nicht auflisten.

    Letzlich fehlt es bei ADS oder ADHS an dem Botenstoff Dopamin. Ritalin führt zur Ausschüttung von Dopamin, das eine wichtige Funktion bei der Vernetzung der Gehrinzellen hat. Hier fällt mir immer ein Spruch ein, den ein Professor einer antroposophischen Klinik in NRW machte: “Wer würde einem kurzsichtigen die Brille verweigern?”

    Ritalin wird nicht verteilt wie Bonbons und die Zahl der ADS/ADHS-Kinder ist in den letzten 150 Jahren nahezu konstant geblieben. Der Kinderpsychiater Heinrich Hoffmann beschreibt in seinem Buch “Struwwelpeter” ausschließlich verschiedene Formen des Syndroms ADS/ADHS. Alles “Fälle” aus seiner Praxis. Hier kann man schön sehen, dass das Problem nichts mit unserer Zeit zu tun hat und dass es sehr unterschiedliche Formen hat.
    Ohne Ritalin und der entsprechenden Therapien lassen sich “richtige”* Verhaltensweisen einfach nicht einüben, weil eben der Neurotransmitter (Dopamin) abwesend ist. (*richtige Verhaltensweisen sind solche, die in einer sozialen Gemeinschaft gutiert und nicht sanktioniert werden - besonders auch bei Kindern untereinander.)
    Sehr eindrucksvoll formulierte es für meinen Geschmack ein 10-jähriger Junge, der sagte: “Das Ritalin hilft mir, nicht böse zu sein. Ich will nämlich nicht böse sein, auch dann nicht, wenn ich kein Ritalin genommen habe und böse bin” Mit böse meinte dieses Kind nicht bedröhnt, angepasst und stumpf, sondern er war dann nicht destruktiv, aggressiv und depressiv. Der kleine Nebeneffekt war dann, dass die anderen Kinder ihn mitspielen ließen.
    Mit der Schule und dem bequemen verhalten eines angeblich bedröhnten Kindes, dass hinter einem Schleier lebte, hat das nun wirklich nichts zu tun.

    @Ausfelder
    Wie wäre es denn mit dem alten Gröhnemeyer Lied: “Kinder an die Macht”? Ich frage mich nur, ob es dann wirklich keine Kriege mehr gäbe? Ein Blick auf einen durchschnittlichen Schulhof während der großen Pause reicht für die Beantwortung vollkommen aus.
    DIe armen Kinderchen werden gezwungen zu Dingen, die sie nicht wollen, die ihnen schaden, die sie beschränken. Sag mal, ist dir klar, was das für ein dummes Zeug ist? Keinerlei Führung mehr für die Kinder? Prima, da habe ich größtes Vertrauen, dass die nächste Generation alles richten wird.

    schrieb Schülerfreund am

  • #47

    @Ausfelder:
    (Zitat)“Warum quält man die Kinder und mit ihnen die Eltern 10 Jahre durch die Schule, anstatt auf Ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen und Ihnen zu zeigen aus was das Leben besteht ?”

    Gut, aber dann mach doch mal einen realistischen(!) Vorschlag, um dieses Problem zu lösen, aber einen, der:

    - wirklich auf die Bedürfnisse JEDES EINZELNEN Kindes eingeht und nicht nur eine neue Ideologie darstellt

    - auch den Interessen derjenigen Eltern entgegenkommt, die sich nicht den ganzen Tag über mit ihren Kinder beschäftigen wollen (und davon gibt’s genug)

    - die Interessen der Gesellschaft berücksichtigt im Sinne einer kulturellen Integration (Schule ist momentan die EINZIGE Institution, die so etwas leistet) und im Sinne eines Aufbaus der notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten (neudeutsch “Kompetenzen”) ohne die eine hoch arbeitsteilige, hoch spezialisierte Gesellschaft nicht funktionieren kann. Die Kleinen sollen ja auch irgendwann einen Job finden, oder?

    - die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt (= die Eltern sollen arbeiten, und zwar beide, denn deren Ausbildung (Schule, Lehre, Hochschule) war teurer genug)

    - und bitte nicht einfach die Verantwortung auf die Lehrer abschiebt (“Hier hast du 30 Kinder. Nun fördere die mal individuell nach ihren Interessen, Fähigkeiten und Launen. Aber bitte nicht zu viel Zeit lassen, denn in 45 Minuten sind die nächsten 30 dran!”)

    Also, bitte einmal “Butter bei die Fische” statt nur leere Phrasen. Ich bin gespannt.

    schrieb Mister M. am

  • #48

    zu “Ausfelder”:
    Meines Erachtens wäre es insgesamt eine sehr gute Idee, die Schulpflicht ganz abzuschaffen. Dann können die ganzen superintelligenten Eltern ihre Kinder gegebenenfalls ganz nach ihrem Gutdünken und nach entsprechender Zukunftsrelevanz für den Nachwuchs unterrichten und erziehen. Die Kinder, die nur verwahrt und beaufsichtigt werden müssen, sollten dann eben einfach in staatlich finanzierte Internetcafes gesteckt werden, - natürlich ohne Zugangsfilter für bestimmte Seiten; nicht dass noch ein Kindlein was verpasst, das es für sein weiteres Leben brauchen könnte!
    Und ganz wichtig bei der Sache: Jede Art Haftung bei den Eltern lassen - keine Macht den Lehrern und Behörden!!!!

    schrieb Yawn am

  • #49

    Ich finde den Artikel sehr gut und richtig.
    Unsere Kinder wehren sich immer mehr, gegen die Verskavung.
    Hat sie denn je jemand gefragt ob sie in die Schule gehen wollen ?
    Oder ob sie sich für Geschichte interessiere ?
    Sie werden dazu gezwungen und wenn sie es nicht tun dann mit Polizei Gewalt.
    Das Kind das dressierte Tier ?
    Ist eine Person, wenn sie ein Kind ist denn jemand anderer als wenn sie Erwachsen ist ?
    Warum quält man die Kinder und mit ihnen die Eltern 10 Jahre durch die Schule, anstatt auf Ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen und Ihnen zu zeigen aus was das Leben besteht ?
    Unser Schulsystem ist veraltet und muss scheunigst überdacht werden.
    Die Kinder wehren sich. Endlich.
    Sie rebellieren.
    Konzentrationsschwäche ?
    Dass ich nicht lache. Die Kinder sitzen an Ihren Spielen oft Stunden bis Tage, fast ohne Unterbrechung.
    Jetzt wo die Kinder angefangen haben uns auf unsere Fehler aufmerksam zu machen, prügeln wir sie mit Drogen nieder, wie Versuchstiere.
    Was ist nur aus unserer Gesellschaft geworden ?
    Unsere Kinder sind die Gesellschaft von Morgen.
    Wir haben es in der Hand. Wollen wir selbstbestimmte fröhliche Kinder oder gefügig gemachte Zobies, die Kopfnickend vor dem Fernseh sitzen ?
    Jeder von uns ist für sich und sein Umfeld verantwortlich.

    schrieb Ausfelder am

  • #50

    Ich finde es so gut, daß ein Professor sich traut,
    gegen die Droge “Ritalin” zu Felde zu ziehen.
    Endlich jemand, dem bewußt ist, daß Kindern dadurch die Zukunft genommen wird, und daß es der falsche Ansatz ist, wie unsere Gesellschaft mit Kindern umgeht und vor allem wie leichtfertig mit der Ausgabe von Drogen.

    schrieb Leonore Zimmermann am

  • #51

    Angenommen, ich würde davon leben, dass ich Drogen verkaufe und will damit Milliarden verdienen. Wie bekomme ich nun meinen Umsatz erhöht? Ich nehme ein paar normale Symptome von Heranwachsenden, gebe diesen Symptomen einen lateinisch-griechischen Quatschnamen und , violà, ich habe eine Krankheit. Dann kann ich zur angeblichen “Heilung” dieser erfundenen “Krankheit” meine Drogen verkaufen und mache einen Milliardenumsatz. Denn es gibt genügend Eltern, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen, die diese Drogen kaufen und damit die Kinder ruhigstellen, dann brauchen sie sich ja nicht kümmern. Weil vorm Fernseher sitzen, da stören lebendige Kinder ständig. Also schalten wir die Kinder einfach ab. Und die Drogenindustrie befriedigt ein Bedürfnis.

    schrieb Wilfried Busse am

  • #52

    “Placebos bewirken ähnliche Veränderungen, nur halt ohne Nebenwirkungen. Wichtiger ist das, was der Arzt zum Patienten sagt (lt. Wikipedia).”

    Das ist meiner Meinung nach eine falsche Interpretation der Wirkung von Placebos. Wichtig ist nicht, was der Arzt sagt, sondern was der Patient glaubt. Es wäre also Aufgabe des Arztes überhaupt ersteinmal herauszufinden, welches Placebo bei einem Patienten wirken könnte und ihm dieses dann zu verschreiben. Und genau das scheint die große Schwierigkeit zu sein.

    schrieb Christian am

  • #53

    @Mister M.
    Ich meinte nicht, etwas Sinnvolles herunter zu fahren. Ich selbst habe Differenzial und Integral geliebt. Mein Wunsch ist, dass alles auf Verstehen ausgelegt sein sollte – nicht auf mengenweise Datensammlung.

    Was ich reduzieren würde sind reine Lernfächer. Mich hat bspw. nie interessiert, wer gegen wen Krieg geführt hat und wann das war. Da sowieso meist der Sieger einen Schreiber beauftragt hat, ihn im schönsten Licht darzustellen ... (sonst möglicherweise Kopf ab) und dies dann in den Archiven für die Nachwelt aufbewahrt wurde. Heute schaue in Wikipedia nach oder google, wenn ich etwas wissen will.
    Ich schrieb ja Lesen, Schreiben, Mathe würde ich ausdehnen.

    Dass 30 Schüler eine mittlere Katastrophe sind, wenn man auf Einzelne eingehen möchte, ist jedem klar.

    So gesehen sind wir ja Großteils einig.

    Zusatz: Was ich nicht verstehen kann ist, dass für die Überwachung von Staatsbürgern enorme Summen bereitgestellt werden (Internet-Überwachung von jedem Privatcomputer ist möglich, auf den Autobahnen gibt es Überbauten, die angeblich nur die Fernlaster überwachen; man kann aber sehen, dass hier mit bläulichem Licht gearbeitet wird, Kameras senkrecht nach unten schauen; der Verfassungsschutz wird aufgestockt, obwohl es keine DDR mehr gibt ...).
    Aber für die Schulen ist nicht genügend Geld vorhanden?! Und dann jammern Politiker über schlechte Ergebnisse bei der Pisa-Studie. Das ist für mich nicht schlüssig. Ausbildung war und ist auch künftig der Schlüssel für den Wohlstand einer Gesellschaft. (Möchte man das bremsen? Asien gibt Gas!) Arbeitsplätze können nur geschaffen und gesichert werden, wenn mehr Technologie entwickelt wird.

    Um auf das Thema zurückzukommen: ADS und ADHS als abnormes, krankhaftes Verhalten hinzustellen ist meiner Meinung nach schlichtweg eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sobald dies akzeptiert wird, rollt der Rubel. Denn dann muss man es ja behandeln. Daran verdienen einige, v.a. Psychiater und die Pharma. Tragen muss es jeder Versicherte (die Kosten explodieren).
    Prof. Feuser hat das Prinzip – wie ich finde – recht gut beschrieben: “Weil ich die [hohe] Verkehrsdichte am Seilergraben [Symptom] wahrnehme, sage ich, er ist eine hochbefahrene Strasse. Würde ich eine Begründung suchen, sähe ich: Hier fahren so viele Autos, weil das Limmatquai gesperrt ist [Ursache]. Die Sache hat nichts mit dem Seilergraben selbst zu tun.”
    Obwohl die Psychiatrie enorme Forschungsmittel ausgibt, wurde noch keine Ursache gefunden. Alles was mir zu Ohren gekommen ist, sind Symptome. Und wenn man die behandelt und behandelt passiert nichts, außer dass Geld fließt. Keine Heilung.
    Tatsächlich werden die Kinder dadurch langzeitgeschädigt (soweit ich weiß).

    Man sollte nach einer wirklichen Abhilfe für den Unterricht schauen. Ich denke, dass einige Lehrer da gute, praktizierbare Ideen haben.
    Alois Buy hat z.B. eine Vereinbarung mit den Schülern getroffen, die ihm geholfen hat, die Ordnung aufrecht zu erhalten (siehe Beitrag #17 https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/tipps-lehrer-bestrafen/#c-14004 ).

    _

    schrieb zum_bleistift am

  • #54

    @zum_bleistift:
    (Zitat)“Ich habe selbst erlebt, dass meine Arbeitskollegen ein paar Jahre nach dem Abitur schon nicht mehr mit dem Integral umgehen konnten (beim jüngsten Kollegen war es erst ein Jahr her).”

    Woran liegt das? Meiner Meinung nach nicht daran, dass für das Abitur “unnütze Sachen” gelernt werden. Das Abitur hatte und hat immer noch die Aufgabe, die “allgemeine Studierfähigkeit” sicherzustellen: Und dazu gehören auch Integrale. Ein Schüler oder eine Schülerin, die vielleicht einmal Mathematik oder Naturwissenschaften oder Ingenieurwissenschaften studieren will, sollte in der Schule mit den Denkweisen und Arbeitsmethoden dieser Disziplinen “propädeutisch” in Berührung gekommen sein. Und mehr ist es auch nicht, was in den Schulen auf dem Lehrplan steht (im Vergleich zu den “realen” Anforderungen der genannten Fächer).

    Also: Woher kommen die Probleme? Ganz einfach: Die Klientel hat sich verändert: Heute machen (je nach Bundesland) bis zu 40% das Abitur, noch mehr besuchen das Gymnasium. Das darunter auch der eine oder andere darunter ist, der “überfordert” ist, und mit AD(H)S reagiert, sollte klar sein.

    Wie kann man das Problem lösen?

    Medikamente? Wohl nicht der Weisheit letzter Schluss.

    Anforderungen der Gymnasien und des Abiturs “herunterfahren”? Wir teilweise praktiziert, aber es entsteht ein neues Problem: Wir brauchen diejenigen, die verstehen (und verstehen wollen!) was ein Integral ist. Und die Eltern der wirkliche begabten Kinden (ich meine hier nicht diese Inflation der “Hochbegabten” mit Attest von irgendwelchen Psychologen…) wären mit der Situation auch nicht zufrieden. Die Strategie des “Herunterfahrens” der Ansprüche wird zwangsweise irgendwann in staatlichen und privaten “Elite-Gymnasien” münden (mit Aufnahmetest und allem drum und dran). Diese “Elite-Gymnasien” wären dann genau das, was die “Gymnasien” vor 30-40 Jahren waren…

    Eine Möglichkeit gäbe es allerdings noch, die man aber wohl nicht verwirklichen wird: Alle Schulen personell, materiell und räumlich so auszustatten, dass wirklich eine individuelle Förderung der Schüler möglich ist. Also sinnvolle Betreuungsrelationen (und nicht 1 Lehrkraft auf 30 Schüler/-innen), Aufenthalt- und Arbeitsmöglichkeiten für Schüler/-innen und(!) Lehrkräfte (so dass Ganztagesunterricht mehr als “Verwahrung” ist) Sozialarbeiter, Schulpsychologen, mehr Verwaltungskräfte und technisches Personal an(!) die Schulen (damit sich Lehrkräfte auf ihre Kerntätigkeit, das Unterrichten, konzentrieren können).

    Da insbesondere Möglichkeit 3 deutlich(!) teurer als das gegenwärtige System wäre, tippe ich auf Möglichkeit 2 als Entwicklungsrichtung unseres Schulsystems: Einheitsschule für alle, Elite-Schule für den kleinen Rest. Wo die AD(H)S-Kandidaten hinkommen, dürfte klar sein…

    schrieb Mister M. am

  • #55

    Es freut mich, so etwas zu lesen. Ich stimme mit Prof. Feuser in vielen Punkten überein.

    Die Verabreichung von Ritalin (u.a. Psychopharmaka) an Kinder ist ein Verbrechen.
    Placebos bewirken ähnliche Veränderungen, nur halt ohne Nebenwirkungen. Wichtiger ist das, was der Arzt zum Patienten sagt (lt. Wikipedia).
    Die Umweltfaktoren sind heute anders als in meiner Kindheit. Dies wirkt sich natürlich auch auf das Verhalten der Kinder aus. Ich habe tatsächlich mit Pfeil und Bogen geschossen, die heutigen Kinder wählen zwischen Maschinengewehr und Granaten und verbringen damit ihre Zeit in einer virtuellen Welt.

    Noch etwas (eine Vermutung): Zu viel Lehrstoff. Man könnte heute fast alles weglassen, das man auswendig lernen muss und das man nach kurzer Zeit wieder vergessen hat. Da informiert man sich doch heute und in der Zukunft im Internet, wenn man es braucht!

    Besser wäre v.a. Lesen, Schreiben und Rechnen zu vertiefen, indem man Beispiele bis zum Erbrechen übt. Anwendungsbeispiele, bei denen ein Kind sehen kann, dass das vielleicht einmal nützlich für es ist. Bis 95% der Schüler GEWISSHEIT haben, dass sie es jederzeit praktisch anwenden können. Dann bleibt es und ist jederzeit abrufbar.
    Ich habe selbst erlebt, dass meine Arbeitskollegen ein paar Jahre nach dem Abitur schon nicht mehr mit dem Integral umgehen konnten (beim jüngsten Kollegen war es erst ein Jahr her). Ich möchte damit nicht sagen, dass dies jeder lernen sollte, aber es zeigt auf, dass diese es umsonst gelernt hatten (wenn man nicht berücksichtigt, dass es für das Zeugnis notwendig war).

    schrieb zum_bleistift am

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